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Urlaub von Corona in Kurzistan V: Wie kommt das Salz in die Suppe

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Gekämpft wird gegen das Virus ja überall, die Mittel sind jedoch verschieden, gerade in der Gastronomie. Am deutlichsten ist dies am Salzstreuer zu erkennen.

Gruppe 1 pfeift sich um garnix und die brachenüblichen gläsernen Salz- und Pfefferstreuer stehen wie ehedem am Tisch, grad dass nicht auch das Maggi Fläschchen, das ebenso wie der Fondorstreuer im Aussterben begriffen ist, sich zu einem flotten Wirtshaus dreier dazugesellt.

Gruppe 2 hat zwar den Hypertonie – Beschleuniger nicht aufgedeckt, rückt ihn aber auf Anfrage rasch heraus. Ob vorab desinfiziert muss offen bleiben, sollte aber allem Augenschein nach bezweifelt werden.

Nur Gruppe 3 deckt kleine Salzbriefchen auf. Vorbildlich eigentlich, nur so selten wie Stoffservietten im Vorstadtwirtshaus.

Aus medizinischer Sicht die gesundheitsbewußteste Gruppe an Wirtsleuten wollen wir in die Gruppe 4 tun. Da mit und ohne Corona Nachsalzen eh Gift ist, hat man die kleinen weißen Kristalle aus unseren Bergen gleich völlig weggelassen.

Was im Hauben Lokal verständlich ist, kein Koch müht sich den Gault Millau hinauf, um seine Kreation dann von einem wild gewordenen Gourmand in eine Salzlake verwandeln zu lassen, aber hat der Koch schon jedem Liebesleben abgeschworen und es fehlt so manchem Süppchen etwas NaCl, dann sehnt man sich nach diesem Condiment, aber nein.

Jetzt ist Corona und da gibt’s kein Salz in Gruppe 4.

Ohne den Anspruch auf statistische Power erfüllen zu können, scheinen mir Gruppe 1 und 4 am häufigsten.

Written by medicus58

31. Juli 2020 at 19:28

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Urlaub von Corona – ein Selbstversuch in Kurzistan II

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Die Krone berichtete über die Schwierigkeiten eines Wiener nach der Rückkehr aus St. Wolfgang, als er selbst bemerkte, dass er sich mit SARS CoV2 angesteckt hat, ja, möge man nun klugscheißern, weil wir Ösis halt nicht dem Datenschutz ein Schnippchen schlagen, und die Aufenthaltsdaten aller lokal erheben und aufzeichnen, wie gleich nebenan der Deutsche, in Gestalt des Bayern.

Söder, der dortige Landesherr denkt deshalb ja grad ernsthaft nach, alle Heimkehrern aus Ösi Land, zu testen und quarantänisieren. In seinem schönen Ländchen, schreibst in jedem Wirtshaus deine Daten nieder, damit man dich rückverfolgen kann, wenn’s da was gabat.

Der Zettel bleibt aber dann doch irgendwie unbemerkt und ungesammelt am Tisch liegen. Kannst net erfinden, brauchst auch not, weil die Deutschen haben ja im Gegensatz zu den Ösis in Heerscharen ihre Corona Warn App, die das Contact Tracing eh für sie erledigt.

Ja, wenn da nicht der Bug wäre, dass sie im Hintergrund von den Stromspar Apps der Handys am aktualisieren gehindert würde. Hätte ich als Ösi und Wertkartenbesitzer diese App auf meiner Gurke käme ein zusätzliches Problem dazu: Mit einer alten Sim, deren Provider in der letzten Zeit den Besitzer gewechselt hat, geht Datenroaming nur nach einem händischen Update der APN Einträge und dann so gedrosselt, dass es auch bezweifelt werden darf, dass eine Warnung innerhalb der Inkubationszeit eintrifft.

Ruhig bleiben und einfach tief durchatmen, so lange es noch geht,war während der Pest damals auch nicht anders.

Written by medicus58

28. Juli 2020 at 07:59

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Urlaub von Corona – ein Selbstversuch in Kurzistan

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Leser dieses kleinen Blogs am Rande des Netzes wissen, dass Ihr Medicus eher ein Reisender ist, den es eher in die weite als in die bucklige Welt zieht, aber heuer ist ja alles anders.

Angeblich, denn eines hat sich nicht geändert, die einzelnen Viertel und Gaue meines Heimatlandes frönen dem Föderalismus und sind ein wenig merkwürdig.

In Niederösterreich ist (derzeit) bekanntlich keine Maskenpflicht beim Betreten einer Gaststätte, in Oberösterreich schon. Das können Sie sehr gut bei einer Durchmessung, nein nicht der Welt sondern (heut flutschen die Stabreime), der Wachau überprüfen, übrigens (für den ausländischen Leser) beides türkise Stammländer, in Oberösterreich sogar  politischer Vorreiter der Bundesregierung, Tückisch-Grün.

Was merken Sie beim Betreten einer Gaststätte? In Oberösterreich werden Sie per Aufkleber auf die Maskenpflicht hingewiesen, in Niederösterreich nicht, getragen wird sie in beiden Fällen nicht. In Oberösterreich wird einem vor einem Museumseintritt sogar eine kopierte Seite der Kronenzeitung hingehalten und darauf aufmerksam gemacht, dass man (verordungskonform) im Museum unmaskiert bleiben darf (eh egal, weil keine Besucher drinnen waren), aber der Clou war, dass sich die Dame an der Kassa fürchterlich über diese Bundesregierung aufregt (die g’hört weg) obwohl die verschärfte Maskenpflicht (zB in Restaurants) ja zuerst von der Oberösterreichischen Landeregierung erlassen wurde. Landeshauptmann und seine für Gesundheit zuständige Stellvertreterin sind ebenso aus der ÖVP, wie die niederösterreichische Landesregierung und der Bundeskanzler.

Was lernen wir daraus? Selbst in unserem kleinen Land herrschen überall unterschiedliche Regel, über die wir schimpfen, obwohl wir uns an Sie ohnehin nicht halten, aber trotzdem verlieren wir diesen aufrührerischen Gestus pünktlich vor jeder Wahl und machen wie immer unser Kreuz drüber.

Übrigens tragen an den Tankstellen auch weder Kunde noch Tankwart Maske, vermutlich weil die dort freigesetzt Aerosole eh viruzid sind, was vermutlich einmal gar nicht so falsch ist….

Written by medicus58

26. Juli 2020 at 19:15

Die Besorgten oder Corona Bullshit Bingo

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Keine Pandemie.

Keine Pandemie?

Eine Pandemie.

Keine zweite Welle, alles im Griff.

Keine zweite Welle? Nein, aber aus/nach (fügen Sie irgendein Land, vorzugsweise mit unbeliebter Führung ein, differenzieren Sie zwischen Ost/West und Schengen/Nicht-Schenken) dürfen Sie nicht mehr, um unsere gute Situation nicht zu gefährden.

Noch keine zweite Welle, aber besorgt blicken wir nach…

Na gut, das ist die zweite Welle, aber wir bereiten uns jetzt für den Herbst vor.

Beschleicht Sie auch bisweilen das Gefühl, dass unsere Verantwortungsträger von Kommunikation ebensowenig verstehen wie von der Sache selbst und dass das Wasser mehr zerstört als die Flammen je vermochten, die man damit löschen wollte?

Stellen Sie sich mal vor, wir hätten in der Vergangenheit jeden Kriegstoten, jeden Verhungerten, jeden Krebstoten, jedes Jahr jeden Influenzatoten ebenso penibel aufgelistet, wie jetzt die Coronatoten:

Hätten wir dann andere Regierungen, Alternativen, Weltanschauungen gewählt? Wären wir resilient er als effizienter geworden?

Es ist kaum zu glauben, dass erst seit einem Jahrzehnt Zoonosen auf den Menschen überspringen, ob wir es testen konnten oder nicht, wir haben sowas als Menschheit sicher unzählige Male überlebt, vielleicht ohne es zu wissen, sicher aber ohne PCR, Soziale Medien und PR Berater.

Written by medicus58

25. Juli 2020 at 07:12

Polizei, Dein Freund und WTF

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Es gab Zeiten, da wurden Ärzte befragt, wenn es um die Gesundheit ging.

An ihre Stelle traten, zumindest in der Werbung, zuerst Zahnarztgattinnen, dann Assistentinnen und Das Gute kam aus der Apotheke.

Inzwischen erklären uns Polizisten und das Bundesheer (Stmk), wie einfach es ist unsere Gesundheit zu schützen.

Wie habe ich das vor 8 Jahren schon mal formuliert:

Ärzte: Unser Image ist im Arsch, soviel scheint sicher

Written by medicus58

22. Juli 2020 at 07:48

Mal wieder was über Masken

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Nein, nach gefühlten paar Hundert „Studien“ zum Thema und zuletzt einen nicht unspannenden Kampf mit der WHO um Tröpfchen und Aerosole (wie war das noch gleich im Physikunterricht?) sind Viren noch immer so klein, dass all die selbstgenähten Fotzenfetzen zu große Poren und zu große seitliche Löcher haben, um die stacheligen Kugerln ganz sicher aufzufangen.

Warum zuletzt die Mehrzahl aller publizierten Studien doch von einer Reduktion der Infektionszahlen (zuletzt auch beim Gesundheitspersonal) berichteten, wenn in einer Region Maskenpflicht herrschte? Schwer zu verstehen (führt aus psychologischen Gründen zu Vorsicht, wie die tückisch-grüne Propaganda Maschine nach dem misslungenen „Schützen wir die Alten“ es weiß machen will, wissenschaftlicher Bandwagon Effekt, erklären Sie es mir?) Aber sehen wir es mal von der anderen Seite:

Wie gering der Schutz durch einseitig oder allseitig getragene Fetzen auch sein mag, geringer als kein Fetzen ist er sicher nicht.

Also, wenn schon das ganze Land darauf wartet, dass Bundesmaturant Kurz aus Brüssel heimkehrt, um nun auch im Postamt das Vermummungsgebot zu verkünden, dann soll das in Gottes Namen halt so sein, ABER:

Wenn schon, dann in allen geschlossenen, schlecht ventilierten Räumen, in denen wir uns unfreiwillig aufhalten, also auch in Großraumbüros (glaube Mahrer ist am Telefon).

Was an dem Krisenmanagement, oder ist es doch bloß PR, dieser Regierung so ärgert ist nicht, dass Maßnahmen ohne gesicherter Evidenz notwendig sein können, sondern dass diese nicht konsequent auch gegen das eigene Klientel durchgesetzt werden.

Weniger (meinetwegen Masken) aber konsequente Regeln und nicht dieser Wust an Verordnungen, Erlässe und Ankündigungen mit Ausnahmen, Einschränkungen und Graubereichen.

Wenn das bisherige Wirrwarr (ohne Maske zum Wirten, mit Maske durch die Türe und gnadenhalber beim Essen wieder ohne Maske, außer man geht Lulu) , multipliziert durch ein bezirksweises Ampel System (was gefährdet das mich, wenn obskure sanges- und umarmungswütige Sekten sich infizieren) in den Regelzustand übergeht, dann laufe ich Türkis-Grün vor Ärger an.

Der Erfolg der Flatten-the-Curver hat uns nun für Monate in eine Dauerbedrohung geführt, mit der wir wohl umgehen müssen.

(Ja, ich glaube noch immer, dass der Schwedische Zugang am Ende gar nicht so katastrophal enden wird, wie es jetzt leider wirklich aus den Daten ablesbar ist, nur ist das eh schon Makulatur, da es kein Zurück gibt.)

Nur können wir auch hier nicht mit einem wöchentlich modifizierten Fleckerlteppich an Anordnungen leben, von denen jede sich am Papier besser liest, als sie praxistauglich ist, oder können Sie mir erklären (Tröpfchen oder Aerosol-Theorie), warum das Plexiglas vor dem Kopf gleichwertig zu den Masken sein soll?

Verstehen Sie das plötzlichenRisiko im kleinen Postamt oder warum sich in Brüssel alle genau dort berühren, wo sie grad vorher hinein geniest haben, am Ellenbogen?

Kenne Sie den?

Wenn Sie bei Wien in die Donau ejakulieren, drohen dann in Bratislava Alimente? Wenig wahrscheinlich, aber ganz ausschließen,… Also tun Sie’s besser nicht.

Written by medicus58

21. Juli 2020 at 17:29

FAQ Corona, alles klar?

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Eigentlich reizte es ja statt FreqentlyAskedQuestions ein anderes F-Wort an den Beginn dieser Überlegungen zu stellen, denn ehrlich, kennen Sie sich noch aus in dem Stakkato an Gesetzen, Verordnungen, Erlässen und Empfehlungen mit dem uns unsere Regierung (von regere = führen) angeblich durch die Pandemie führt ?

Über die unklaren, z.T. unrichtigen und nur ungenügend wissenschaftlich zugänglichen Basisdaten dieser Epidemie, haben nicht nur ich schon mehrfach geklagt.

Über die Unklarheiten u.a. im Tourismus klagen schon viele Branchen, die gestern plötzlich verhängten Landeverbote für einige Fluglinien aus europäischen Ländern, nachdem die Hinflüge noch vor zwei Wochen erlaubt waren, werden wohl noch ein Nachspiel haben.

Wie schludrig und missverständlich das Gesundheitsministerium informiert zeigt (als pars pro toto) diese Empfehlung auf der Homepage von Anschobers Truppe: Empfehlung zur Entlassung von COVID-19-Fällen aus der Absonderung statt gleich das Original des deutschen Robert Koch Institutes zu verlinken, hat man (Stand: 09.07.2020; basierend auf Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts) drei Tage nach Erscheinen der deutschen Empfehlung auch eine in österreichischer Übersetzung mit eigenem Logo und Pomp ins Netz gestellt und referenziert hier in den Handlungsanweisungen mehrfach auf eine Ct-Wert. Erklärt wird dieser wert aber nirgends in dieser Empfehlung.

Googelt man hilflos nach cT-Wert, klärt einen Wikipedia zwar auf:

Der Ct-Wert, abgekürzt für engl. threshold cycle ist eine theoretische Größe, die den Anfang des exponentiellen Wachstums einer Kurve beschreibt.
und stellt die Verbindung zur  Real Time Quantitative PCR her, aber ich darf bezweifeln, dass die semiquantitative und quantitative Auswertung der PCR selbst in breiten Teilen der Ärzteschaft bekannt ist…

Die Falldefinitionen zwischen Gesundheits- und Innenministerium passten nicht immer zu denen der Krankenanstalten oder der AGES.

Während zu beginn der Pandemie die Maskenpflicht in den Supermärkten egal war, wurde sie dann (mit gewisser Berechtigung) verordnet, dann (ohne wirklicher Evidenz) wieder abgeschafft und soll nun auf Wunsch der SPÖ Vorsitzenden wieder eingeführt werden.

Während wir im ORF mit wohligen Schauer jeden Tag die Infektionszahlen aus den Länder verhaltensauffälliger Präsidenten bekopfschütteln dürfen und uns als Coronaweltmasta (Ö3 Originalton Prof. Wenisch) wähnen, erlaube ich mir folgende Annahmen:

Die erste Coronawelle war in Österreich noch gar nicht da (fast unerklärlich wenig schwer Kranke, keine Überlastung des Gesundheitssystems; hoffen wir, dass wir von ihr verschont werden).

Trotzdem haben wir bereits ein undurchsichtiges Chaos an missverständlichen, widersprüchlichen und zunehmend von Gerichten aufgehobenen Anzeigen, laufend wechselnden Erlässen, Empfehlungen, die als Anordnungen verkauft werden, eine Politik durch Drohungen statt mittels Recht.

Und einen Bundeskanzler der konsequenzlos sein Ego in einem Bad in einer gedrängten Menge nimmt, die nachträglich als, offenbar Inzucht-bedingt, als Familienverband aufgefasst wird.

Jetzt erheben Polizisten Gesundheitsdaten und das Bundesheer, dass seine Flieger nicht mehr hoch kriegt, hilft wieder an der Grenze.

Auch wenn man die ersten Hüftschüsse mit dem Zeitmangel in der Krise rechtfertigen wollte, fünf Monate nach Beginn des Problems könnte man vielleicht langsam eine andere Vorgangsweise erwarten.
Wenn nun dieses Chaos (Covid-19 verampelt) auch noch regionalisiert wird, kann man der pandemischen Zukunft nur mit größter Unruhe entgegensehen.

Aber zumindest wissen Sie nun, was der Ct-Wert ist ….

Written by medicus58

15. Juli 2020 at 15:52

Covid-19: Sollen wir uns wieder fürchten?

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60 neue Corona-Fälle über Nacht in Oberösterreich teilt uns Heute heute mit und und der OÖ Landeshauptman schreitet zur Pressekonferenz. Ob Innenminister Nehmammer seinen Parteikollegen auch seine Einsatztruppen zum Flexen anbieten wird, wie er das in Wien gemacht hat, ist noch unbekannt. Grund dazu hätte er, weil mit (Stand 9:30) der „Löwenanteil der mehr als 100 Neuinfektionen, nämlich 61 auf OÖ, 24 auf Wien, 9 auf die Steiermark, 7 auf NÖ, 3 auf Tirol, 2 auf Salzburg und nur 1 auf das Bgld entfallen.

Im Neunkirchner Spital zählte man heute früh schon (kumulativ) 12 positive Mitarbeiter und einen Patienten.

Alles ziemliche Spaßverderber gerade heute, wo Kontaktsport erlaubt und die Bedienung im Gasthaus demaskiert wird während die Kleine Zeitung schon gestern national und international die zweite Welle ausgerufen hat und heute die Regierung eine Reisewarnung für den Westbalkan ausspricht.

Stellen wir uns also darauf ein, dass die Medien, nachdem sie kurzfristig wieder die „Gefährlichkeit des Virus hinterfragt“ haben (ZIB2: Wolf, Thür), zur klassischen Frager des „müssen wir uns fürchten“ zurück kehren, die flugs wieder in die „Aufforderung zu drastischen Maßnahmen“ münden wird. Dazu passt, dass auch der OÖ LH prompt wieder ein paar Schulen (vor Ferienbeginn) und Kindergärten schließt.

In der österreichischen Nabelschau ging da praktisch unter, dass die WHO nun auch noch vor einer neuen Schweinegrippe mit Pandemie-Potential warnt.

Nach der Innsbrucker Uni, die in Ischgl in 42,4 Prozent der Bewohner Antikörper gefunden haben, schießt auch die Danube Private University (DPU) Krems nach und identifizierte in Weißenkirchen (Krems) in 101/ 884 der Bewohner Antikörper gegen das Virus, was 11,4% ergeben würde, obwohl Bürgermeister Christian Geppner (ÖVP-WG) von „mehr als 12%“ spricht. In jedem Fall ist es mehr als in Reichenau mit 6,5 Prozent und passt dort schon eher zu den bisherigen Prävalenzstudien des Wissenschaftsministeriums:
Rund 4,71 Prozent der Menschen ab 16 Jahren, die in diesen Gemeinden in einem Privathaushalt leben, besitzen Antikörper.

Nach zahllosen Experteninterviews und noch zahlloseren Pressekonferenzen unserer Regierung ergibt das ein sehr verwirrendes Bild bzw. wie andernorts bezeichnet eine Doppelbotschaft von Lockerung und Warnung.

Wenn wir es positiv sehen wollen, Optimismus ist ja inzwischen verpflichtend, dann hat bei uns die Flatten-the-Curve Bewegung gesiegt und uns ein vorhersehbares, Problem für viele Monate beschert. Ob Sie das nun beruht, mag ich bezweifeln.

So gesehen, schiene ja der schwedische Weg (Augen (fast) zu und durch) nachträglich attraktiver als unser Lockdown mit anschließender Zitterpartie, wenn da nicht kaum wegzuleugnende Tatsache wäre, dass aktuell in Schweden 528 Menschen/Million Einwohner verstorben sind, während das bei uns 78 waren. Oder wie es Kollege Weidinger in Ö3 gestern früh zusammenfasste, Fußball können wir weniger aber beim Virus sind wir Österreicher Wödmaster.

So gesehen müssen wir uns zwar weniger als die Schweden fürchten, aber ob das beruhigt?

Sollten Sie bis hier weitergelesenen haben, muss ich Sie enttäuschen, dass das was ich hier am 24.April sagte (Wussten wir über das neue Coronavirus wirklich so wenig, dass wir das den Regierungen durchgehen lassen müssten?) weiterhin richtig ist, aber ich Ihnen auch nicht sagen kann, ob Sie sich nun mehr oder weniger fürchten sollen.

Was ich aber schon beitragen kann: Sie sollten sich vor Covid-19 nicht mehr fürchten, als vor Ihrer ökonomischen und gesundheitlicher Zukunft:
27.3.2020: Monothematisches Denken in der Krise gefährdet auch das Gesundheitssystem

Sie sollten sich aber davor fürchten, dass wir auf einige der Kernfragen in der COVID-19 Pandemie trotz all der Expertenmeinungen keine konsistente Meinung haben:

Wie erklären wir uns die drastisch unterschiedlichen Zahlen an verifzierten Fällen?
Die etwas unterschiedlichen Verifzierungsregeln und unterschiedliche offizielle Beginnzeiten der lokalen Epidemie sind keine ausreichende Erklärung dafür, dass ökonomisch und strukturell nicht völlig unähnliche europäische Staaten sehr unterschiedliche Fälle/1 Mill EW haben

Schweden 6778
UK 4628
Spanien 5331
Italien 3979
Schweiz 3664
Frankreich 3096
Deutschland 2332
Österreich 1985

Noch unerklärlicher sind die Diskrepanzen zwischen anderen Staaten, über die aber in ganz unterschiedlicher medialer Dichte berichtet wird.

USA 7962
Brasilien 6596
Iran 2710
Mexico 1754
China 59

Noch erklärungsbedürftiger wären auch die unterschiedlichen Verläufe über die Zeit:
In Schweden und Brasilien finden wir kontinuierliche Anstiege bis heute:
Am 30.6. zählte man in Brasilien 172,14 tägliche Neuerkrankungen/Mill EW, während diese Zahl in Schweden mit 102,56 fast so schlimm sind und eher seit ein paar Wochen noch steiler ansteigen.

Definitiv zweigipfelige Kurfen zeigen die US und der Iran.
In den USA fand sich beim ersten Gipfel am 10.4. ein täglicher Anstieg (95,56 täglich neue Fälle /Mill EW) und aktuell noch höher (124,27).
Im Iran lagen diese Zahlen beim ersten Gipfel (2.4.) bei 35,82 während er beim zweiten Gipfel (10.6.) 29,33 betrug.

Völlig anders sind die Zahlen aus China, wo, trotz medial immer wieder berichteter Cluster, die Epidemie scheinbar vorbei ist (15.5. noch 0,01 Neuerkrankungen/1 Mill EW), in den letzten Tagen noch niedriger).

Solange wir uns diese Diskrepanzen nicht annähernd erklären können, sollte Erklärungsversuche, die den Schuldigen immer woanders suchen, der Schweigefuchs (nicht der Wolfsgruß) gezeigt werden:

OÖ Legende 1: Der steigende Trend könne mit den Lockerungen der Beschränkungen, vermehrter Reisetätigkeit von Menschen und mit vereinzelt bisher bekannten Clustern erklärt werden, hieß es in der Aussendung. So geht ein Teil der Neuinfektionen auf Treffen der „Pfingstkirche – Freie Christengemeinde“ zurück.

NÖ Legende 1: Nach möglichen Begründungen für die extrem hohe Zahl an „unbemerkt“ Erkrankten befragt, verwies der Gemeindechef (Weißenbach) auf die Rückkehr einer Reisegruppe aus Israel am 6. März.

NÖ Legende 2: Gekuschelt wurde bei den Sitzungen in Ternitz und Neunkirchen definitiv nicht, wie ich weiß. Sollten Mandatare dieser Städte vom Coronavirus befallen worden sein, haben sie es sicherlich nicht von den Gemeinderatssitzungen auf Abstand, sondern wohl eher von einer Großdemo in Wien oder ähnlichen Massenereignissen.

Mutationen des Virus scheinen nicht die Ursache sein, die Demoskopie und der Gesundheitszustand beeinflusst sicher die Todesraten, aber kaum die Infektionsraten, die Qualität des Gesundheitssystems kann es wohl auch nicht sein.
Wenn es die seit Beginn der Krise immer wieder angeprangerte fehlende Eigenveranwortung der Bevölkerung insbesondere in Ballungszentren wäre, ist schwer vorstellbar, weshalb die disziplinierte Schweiz im Vergleich zu Österreich schlechter da steht.

Sollten Sie sich also fürchten wollen, was aber immer eine schlechte Reaktion auf Unsicherheit ist, sollten Sie sich weniger davor fürchten, dass Sie an Covid-19 schwer erkranken, aber dass trotz zahlloser Sondersendungen, Sonderartikel, Experteninterviews in den meisten Ländern wie in Österreich keine Daten zugänglich sind, die vielleicht Evidenz für zielgerichte Maßnahmen ermöglichen.

Die Zuckerbrot und Peitschen Taktik unserer Regierung ist übrigens schon zum Fürchten.

Robert Wiesner @robertwiesner
Originelle Erinnerung an die Notfallnummer: Strafe bis zu € 1450, wenn wer ohne Test nach Ö einreist oder Quarantäne nicht einhält. Ö1 Mittagsjournal, 1.7.
https://oe1.orf.at/player/20200701/602216/1593597712000

Written by medicus58

1. Juli 2020 at 16:10

Personalvertretung Younion: zwischen Tragödie und Komödie

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Was da gestern ins Postfach flatterte erheiterte und erzürnte. Mit großer Geste (Dank gepaart mit Eigenlob) versandte das Team Gesundheit eine Stoffmaske, deren Sitz in etwa so passt wie der Zeitpunkt ihres Eintreffens: einfach nur daneben.

Als es in den Einrichtungen des KAV, vulgo Wiener GV, zu Beginn der Pandemie kaum genug Schutzbekleidung gab, verschickte die  lokale Personalvertretung Fresspakete mit Knabbergebäck und Süßigkeiten, nun, nachdem in öffentlichen Bereichen die Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen aufgehoben wurde, bekommen wir Masken nach Hause geliefert, die ausdrücklich nicht im Spital sondern in der Öffentlichkeit getragen werden sollen. Sie sollen auch kein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, obwohl sie uns für mehr Sicherheit in der Öffentlichkeit verhelfen sollen…

Verstehe diesen Koan wer kann.

Also irgendwie ist das Großes Theater, das wir da für unseren Mitgliedsbeitrag bekommen. Die Entscheidung fällt aber mit Sicherheit schwer, ob das noch komisch oder nur noch tragisch ist, wie sehr die Genossen neben der Spur sind.

Written by medicus58

28. Juni 2020 at 08:54

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Die Ermächtigung zur Maske

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Es gibt wohl kaum noch was, was nicht über die MuNaMaske gesagt wurde. Anfangs Mangelware, also die simplen, nicht die echten, dann Selbstverwirklichungswerkzeug im textilen Werken und schließlich massiv rabattiert in jedem zweiten Fetzenshop der Einkaufsstraßen.

Und jetzt soll alles vorbei sein? Bei uns in Türkis-grünen Landen halt.

Als Amulett als in den Krankenhäusern die Schutzanzüge und FFP2/3 Masken fehlten, war es uns Ersatz für echten Schutz. Auch wenn wiederaufbereitet.

Wehe, wenn da einer in der fast leeren U Bahn seinen Riechkolben blicken ließ, da winkte sehr schnell das Leichentuch und die Frage wurde gellend gestellt, wen der Ungehorsame denn gedenke an den Respirator zu bringen. Memento Bergamo.

Wenn sich die Polizei nicht grad die Urlaubssperre mit Radarpistolen in der 30er Zone vertrieb, dann flexte sie in jede Freundesgruppe, um das Vermummungsverbot durchzusetzen.

Außer in den Öffis und beim Friseur ist jetzt mit all dem Schluss, außer, und da johlen doch die Hühner nach Wochen der Bevormundung, wir zeigen Eigenverantwortung. In einem Kurz Kommentar findet die Wiener Zeitung dass die Masken noch nicht out wären.

Wenn wir tief in uns gehen und „merken, dass es für einen maskenlosen Auftritt zu eng wird“ dann müssen/sollen/dürfen wir uns wieder maskieren.

Klingt ja eh gut und passt in die heute so geschätzte Selbstermächtigung, wenn wir plötzlich entscheiden dürfen, was uns davor nicht gestattet würde, als es sicher ebensoviel Sinn gemacht hätte.

Oder erschoss sich Ihnen der Sinn, weshalb Sie ohne Masken zum Wirten, mit Maske zum Tisch und dann wieder ohne auf das Essen warten mussten?

War Ihnen klar, weshalb die Maskenpflicht für Patienten erst sehr spät eingeführt wurde, für Politiker vor TV Kameras nie und für Polizistengruppen hinter Radarpistolen kaum galt?

Liegt vermutlich an mir, wenn ich mich nach Monaten der zT sinnlosen Gängelung nicht selbstermächtigen will und mich schon jetzt auf die strafenden Blicke frühpensionierter Lehrerinnen im Park freue, wenn mir virusfrei die Sommerhitze den Schweiß auf die Stirn treibt, die Gräserpollen meine Nase reizen und ich dann keine Maske trage. Das mindeste was ich mir erwarte, ist dass sie mich mit der Wiener Zeitung abfotzt.

Written by medicus58

15. Juni 2020 at 16:20

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