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Charles de Gaulle ist sowas von tot

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Lost places sind in. Irgenwelche vergessene Industrie- oder Tourismusruinen, mehr oder weniger im Würgegriff von Flora und Fauna, füllen Bildbände und Foto-Vernissagen.

Dass man sich nach der Landung am Pariser CDG urplötzlich in so einer Dystopie wiederfindet, hätte sich vor Covid-19 auch niemand albträumen lassen.

Die Ankunftshalle im Terminal 2 B erweckte am späten Nachmittag den Eindruck eines eben beendeten Nachtfluges, aber das war ja jedem klar, der in den letzten Wochen den Himmel nach Linienfliegern absuchte. Auch dass der Schalter des Mietwagen-Verleihers verwaist war und ein handschriftlicher Zettel ein besetztes Büro auf Terminal 2 F versprach, wäre nicht nicht wirklich außergewöhnlich.

Blöd nur, dass am elektronisch gebuchten Mietvertrag die Übernahme auf Terminal 1 vermerkt war, egal Terminalwechsel schien angezeigt.

Was danach kam, war aber schon gespenstisch. Die Verbindungen zu 2 F waren offenbar gesperrt, die Rolltreppen still gelegt und mit Klebebändern abgesperrt wie nach einem Terroranschlag.

Negierte man die Absperrung und schleppte den Koffer nach oben, ging es weiter, durch menschenleere Gänge, an geschlossenen Läden vorbei, unter still gelegten Klimaanlagen und schließlich zu geschlossenen Türen. Quer über die gesamten Halle spannte sich ein Bretterverschlag.

Der Übergang zur nächsten Sektion schien versperrt, der Weg zur Verbindungsbahn zu Terminal 1 noch gefühlt einen Kilometer entfernt.

Es wäre aber nicht die Grande Nation, wenn da nicht doch eine der Türen unverschlossen wäre und man in den nächsten halbdunklen, menschenleeren und mit Planen abgedeckten Terminalabschnitt gelangen würde, wenn auch zunehmend erschöpft und zunehmend verzweifelt.

Endlich die Einstiegstelle der fahrerlosen Verbindungsbahn zu Parkplatz 1,Terminal 3, Parkplatz 2 und endlich Terminal 1.

Dort aber alles versperrt und ein dienstbarer Geist versichert, dass AVIS NUR auf F2 existiert.

Also zurück mit der schaffnerlosen Bahn, zum Terminal 2F und über einige Treppen, verdutzte Kontrolleure, denen erst das Zauberwort Car rental ein verständnisvolles Lächeln ins Gesicht zaubert.

Noch durch ein Labyrinth von Absperrungen, die unter Normalbedingungen die drängenden Taxi-Kunden bändigen sollen und dort waren die Hüttchen der Autovermieter.

Als ich 2010 auf CDG strandete, weil auf Island der Eyjafjallajökull grad den Flugverkehr lahmgelegt hat, musste man unter den drängenden, diskutietenden und ungewaschenen Menschenmassen Tote befürchten. 2021 scheint Paris Charles de Gaulle selbst verstorben zu sein.

Written by medicus58

12. Juli 2021 at 22:14

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

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Der grüne Pass und die Deppen App: Die Digitalisierung analoger Schwächen

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Je älter man wird, je mehr beschleicht einen der Verdacht, dass sich wenig ändert und die alten Narren nur die Kappen wechseln.

Gerade wer als Arzt neben seinem klinischen Alltag auch (die heute angeblich wissenschaftlich so wertlosen) retrospektiven Studien betrieb, hat sich immer wieder gewundert, wieviele Fehlinformationen in Krankengeschichten mitgeschleppt wurden:

Die laut Patientin Krebsoperation im Unterleib war laut pathologischer Unterlagen eine Kürettage mit gutartiger Histologie, das Nierenversagen eine leichte und vorübergehende Funktionseinschränkung wegen Dehydrierung, und der eingeordnete pathologische Blutbefund eigentlich von Mayr und nicht von Meier etc., etc.

Aufgefallen ist das nur mehr wenn man einzelnen Krankengeschichten retrospektiv nachgegangen ist und die vor Zetteln überquellenden Mappen erneut aus dem Archiv geholt hat. In der Praxis waren diese Hoppalas selten ein Problem für den Patienten, denn reflektorisch ließen Ärzte Befunde, die nicht dazu passten, ohnehin wiederholen. Die falschen Einträge wurden einfach negiert, aber doch mitarchiviert.

Die Häufigkeit all dieser Fehlern, Verwechslungen und Fehlinformationen,.. hat sich vermutlich nicht wesentlich geändert in den letzten Jahrzehnten, nur führt ihre Digitalisierung und rasche Zugänglichkeit dazu, dass sie nun ein Patientenleben begleiten und negativ beeinflussen.

In Österreich wurde die Corona-App ohnehin negiert, in Israel schickte die dortige App 12.000 Menschen irrtümlich in Quarantäne.

Wenige Tage nach der (verspäteten) Einführung des Grünen Passes häufen sich die Beschwerden, dass ein an sich gültiges G, also getestet, genesen oder geimpft, an einer Kontrolle nicht richtig erkannt wurde und inzwischen werden in ELGA rund 10.000 Falscheinträgen zum Covid-Status pro Woche (!) identifiziert.

Jetzt wird ein Korrekturtool entwickelt, statt endlich bereits an der Eingabe automatische Plausibilitätschecks vorzusehen. Dafür müssten aber die heute so forcierten medizinischen IT Lösungen nur annähernd das leisten können, was ihre Hersteller der Gesundheitspolitik und – ökonomie versprechen.

Vergleiche:

Kunstfehler waren gestern, heute haben wir die EDV

Babylonische Zustände in der Medizin

Written by medicus58

10. Juli 2021 at 08:58

Reisen am Ende der Pandemie, my ass

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1. Juni und seit einigen Wochen knallen mir alle Reisebüros und Reise-Suchmaschinen das Postfach mit den verlockendsten Schnäppchen voll:

Malediven 9 Stern-Resort zum Jugrndherbergspreis, Insel-Hopping auf den Azoren oder Overwater-Bungalows am Gardasee.

In mehreren Ländern vermelden mehrere Besserwisser das Ende der Pandemie und der Grüne Pass ersetzt bald die ÖBB-Jahreskarte.

Cut und Schwenk in die Realität:

das Reisebüro rät von einer Azorenbuchung ab, weil die TAP noch keinen der Juni-Flüge bestätigt,

keine Reise nach Frankreich ohne PCR (ungeachtet des Impfstatus),

ob Sputnik auch zum dritten G gehört? Belieben zu scherzen.

Reisewarnungen auf allen Außenministerien, um im Schadensfall die Reiseversicherungen schadlos zu halten.

Kann sich alles schon morgen wieder geändert haben, aber in beide Richtungen.

Seit einem Jahr werden politisch und medial Schreckens- und Glücksszenarios aufgebaut, die mit der Realität wenig zu tun haben. Wir diskutieren heftig das Impfen von Kindergartenkindern und kommen mit den 50-somethings nicht weiter. Die Regierung läßt sich im beliebtesten Sodawasser-Tempel des Praters auspfeifen und die Nasenlöcher bluten für Trefferquoten, die zum 5-fach Jackpot der Euro-Millionen führen.

Ich treff‘ mich mit drei LBGTs aus fünf Haushalten im Inundationsgebiet und warte, bis die Reichsbrücke wieder einstürzt, ist auch ganz lustig.

Written by medicus58

1. Juni 2021 at 18:01

Pandemische Katharsis

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Katharsis, also die Läuterung der Seele von Leidenschaften als Wirkung des [antiken] Trauerspiels, tritt augenblicklich in Form der sich langsam wieder einstellenden Leidenschaft auf oralem Wege ein.

Für all diejenigen von uns, die sich am Höhepunkt des Lockdowns weder in Onkel Ho’s Schneehöllen noch am südafrikanischen Green ihren Leidenschaften hingeben durften, deren Schweizerhaus-Besuch dafür auch ohne Rücktritts-Gejohle begleitet wird, tastet sich seit Mittwoch grad zögerlich in eine Pseudonormalität zurück.

Der Kellner ratscht fröhlich die „seid’s eh ane von der 3 Gs“ runter, vertraut auf die elektronische Registrierung oder schiebt lustlos die alten Vordrucke der letzten Restaurant – Registrierungen hin, die schon beim ersten Einsatz kaum irgendein erfolgreiches Contactracing erlaubt haben.

Fast egal, wie das Schnitzl oder Hendl schmeckt, Hauptsache keine Asianudeln, Schlapp-Pizza oder Semifredo vom Lieferservice. Wir sind ja mit ganz wenig zufrieden, wenn man uns viel genommen hat.

150 € kostete der gefakte Impfpass, laut HEUTE im April. Heute vermeldet HEUTE, dass es ihn schon um 90 Euronen gibt.

Nach Katharsis und Erleichterung, wird die Ernüchterung kommen und die Fragen, ob das alles so g’scheit gelaufen ist und noch läuft.

Nein, jetzt kommt keine Coronaleugnung, die Spitäler haben ja nicht aus Spass die Leute beatmet, aber das Schnitzl muss uns schon sehr lange sehr gut schmecken, auf dass uns nicht doch noch ein paar Fragen zum Pandemiemanagement aufpoppen.

Written by medicus58

21. Mai 2021 at 17:00

Was hat denn ein Virus mit der Politik zu tun?

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Ich stamme ja noch aus einer Zeit, in der das Credo galt, alles wäre irgendwie politisch. Seit ein paar Jahrzehnten macht man den Nachgeborenen vor, nichts wäre politisch, beides zeigt mehr über die Beweggründe der jeweiligen Prediger auf, als dass es zu im Alltag brauchbaren Alternativen führt.

Wenn wir uns aber die absurde Diskussion über die Nebenwirkungen des AstraZeneca Impfstoffes ansehen, dann wird schnell klar, dass die föderal-nationalistische Pandemiebekämpfung mit supranationalem Bestell- und Zulassungsverfahren, schon irgendwie was mit den politischen Zuständen in Europa zu tun hat:

Wenn am Ende alle glauben ihre Interessen durchgebracht haben, ist das Problem größer, statt kleiner geworden. Ein Rückblick:

Erste Fälle von eher seltenen Thromboseformen treten in engem Zusammenhang zur Impfung auf, eine junge Frau ist tot. Unser Nationales Impfgremium, bzw. einige seiner Vertreter negieren jeden kausalen Zusammenhang und (welche Vergewaltigung statistischer Methoden) vergleichen die Fälle mit der Gesamtinzidenz.

Richtig wäre zu diesem Zeitpunkt gewesen, einen Zusammenhang als nicht ausgeschlossen zu sehen und auf das höhere Risiko einer Erkrankung Ungeschützter zu verweisen.

Nationale Impfgremien in ganz Europa entscheiden ganz unterschiedlich, die Europäische Behörde sieht trotz neuer Fälle keinen kausalen Zusammenhang und das österreichische Impfgremium schließt sich, anders als die deutschen Weisen der EMA an.

Neue virale, erste politische (Auer) Leichen, neue nationale Entscheidungen in verschiedenen Ländern: war der Impfstoff für die Alten früher nicht zugelassen, soll er jetzt für die jüngeren Frauen Gift sein (harte Fakten dafür fehlten), nach langen Beratungen entscheidet sich das Nationale Impfgremium auf die Entscheidung der Europäischen Behörde.

Der Rest ist Geschichte: Europa sieht kausale Zusammenhänge und ändert den Beipacktext. Das nationale Impfgremium tagt lange, sorgfältig, wiegt ab und schließt sich der EMA an. Andere Länder entscheiden anders, erste kaufen Sputnik V.

Föderale Durchführung nationalistischer Alleingänge im Rahmen der Europäischen Union hat was von fucking for virginity.

Unter der Entscheidung, zwar freie Grenzen für Kapital und Dienstleistungen aber schon längst nicht mehr für Bürger, ihre Gesundheit und Wohlfahrt, bremst u. a. jede effektive Pandemiebekämpfung und sichert nichts als die Arbeitsplätze sinnloser Kleingremien.

Andererseits aber eh egal, weil AstraZeneca erneut Lieferschwierigkeiten hat.

Written by medicus58

8. April 2021 at 16:13

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Astrazeneca: Venen zu und durch, oder wie war das mit der Triage?

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Es ist immer verlockend komplexe Probleme über einfache Formeln zu kommunizieren, langfristig geht’s aber daneben.

Das „Schützen wir die Spitäler und unsere Ordinationen“, schien vor einem Jahr, zum Beginn der Covid-19 Pandemie, irgendwie logisch obwohl es die Messe Wien in ein gigantisches, jedoch nie benötigtes Lazarett transformierte. Aber wer wollte denn, dass sich das SarsCov2 in allen Ambulanzen, Bettenstationen und Arztpraxen unbehindert weitere Wirte suchen konnte. Nach Monaten, jetzt überraschender Weise weniger, lasen wir dann über nicht-infektiöse Kollateralschäden, der in der Ersten Welle medial geleerten Spitäler und Praxen.

Als die Bereitschaft der Bevölkerung nachließ sich an all die widersprüchlichen Verordnungen zu halten mit denen man jenseits der Arbeitswelt ein Distanzieren in der Freizeit erzwingen wollte, warnte man vor der Triage, also einem methodischem Verfahren zur Priorisierung medizinischer Maßnahmen, um am Ende das bestmögliche Ergebnis für die gesamte Truppe zu erzielen.

ZeroCovid und NoCovid war der Buzz, mit dem man das Virus in Schach halten wollte, bis es durch die Impfung (Pocken!) endgültig ausgerottet werden sollte, trotz Mutationen, Produktionsproblemen, Impfdränglern und nationalen Politrabauken.

Seit dem Jahreswechsel ging das mehr oder wenig Große Impfen los und es kam mit oder durch die Covid Impfung zu Todesfällen. Natürlich, wie auch in den Zulassungsstudien bei allen Vakzinen, nicht nur bei AstraZeneca.

Seither macht scheinbar jedes Land was seine Politiker, Impfgremien, Journalisten, Influencer und wer weiß wer noch will.

Zu glauben, dass es bald eine zwingende Evidenz für oder gegen einen Zusammenhang zwischen Medikament und Schaden gibt, wenn wir von Verhältnissen von 1:100.000 oder 1:500.000 reden, scheint mir optimistisch. Es dauerte Jahre bis der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Contergan, kindlichen Fehlgeburten und Totgeburten klar wurde.

Die Keine-Toten-koste-es-was-es-wolle – Versprecher finden sich plötzlich in einer anderen Art der Triage:

wieviel (potentieller) Impfschaden des Einzelnen wiegt wieviel (potentiellen) Nutzen für den Einzelnen und die Gemeinschaft auf

Das reflexartige, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen, in den ersten Reaktionen mancher war da ebenso hirnrissig, wie die diabolische Freude der Impfgeger.

Die aktuelle Reaktion der nationalen Impfkommission, die davor die europäische Zulassungsbehörde unbedingt ins Österreichische übersetzen musste (>65 impfen?) aber jetzt nach stundenlangen Beratungen zu einem: warten wir, was die EMA sagt, gelangt, läßt einen auch etwas kopfschüttelnd zurück. Gott sei Dank wird der Spiegel wohl nicht mehr nachfragen was der Ex- Impfkoordinator Auer dazu sagt, aber hoffentlich fragt er auch nicht dessen Nachfolgerin.

Aber ernsthaft, there is no free lunch. Egal, ob es diese oder eine andere (sehr, sehr seltene) Impfnebenwirkung sein wird, ganz ohne wird es nicht gehen.

Bei der Influenza-Impfung geht man davon aus, dass es 1:1 Million zu einem Guillain-Barré-Syndrom kommt, bei der Masern-Impfung kommt es 1:10.000-30.000 zu Blutungskomplikationen (wegen vorübergehendem Abfall der Blutplättchen). Trotzdem sind diese Impfungen sowohl für den Einzelnen als auch für den Schutz der Risikopersonen der Gruppe sehr sinnvoll.

Aber glauben Sie, dass der PR-getriebene Bundesmaturant, der unserer tückisch-grünen Regierung vorsteht, sich das jemals überlegt hat, dass der Preis mit dem man sehr viele Tote verhindern kann auch mal einige Tote inkludiert.

Egal was die Europäische Arzneimittelbehörde in den nächsten Stunden sagt, was die nationalen Experten in die jeweiligen Dialekte übersetzen und die Politiker daraus verordnen, wer den Menschen noch immer verspricht, dass niemand für die Pandemie in der einen oder anderen Art zahlen wird müssen, wird im zweiten Jahr der Pandemie eine Wut entfesseln, die wir im ersten Jahr noch nicht erlebt haben. Aber das wird, gerade jetzt wo es bei uns vielleicht ernster wird als im ganzen letzten Jahr, eine Krisenbewältigung nicht gerade erleichtern.

Written by medicus58

16. März 2021 at 17:46

Fliegen fliegen auf Scheiße, warum soll es in der Pandemie anders sein.

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Verschwörungstheorien blühen, Falsch-Informationen über Covid-19 füllen ganze Webseiten. Qualitätsjournalismus und Google warnen vor Portalen, die diesen Mist verbreiten.

Niemand warnt aber vor denen, deren Inserate diese Seiten finanzieren. Eine rezenten Analyse von Newsguard zeigt, dass sich darunten viele der bekanntesten Konzerne und Marken ebenso finden wie so manche russische oder chinesische Propaganda-Abteilung:

Thousands of the world’s most trusted brands—including Pepsi, Starbucks, Comcast, Verizon, Marriott, and even the CDC—have funded COVID-19 misinformation, including Chinese and Russian propaganda websites.

So ganz unrecht hat der alte Lenin auch heute nicht, als er sagte Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, mit dem wir sie aufknüpfen.

Von Februar 2020 bis heute haben 4,315 Markennamen über 42,000 Einzelwerbeeinschaltungen auf Webseiten geschaltet, die COVID-19 Falschmeldungen brachten.

Allein 105 der bekanntesten Krankenversicherer und – versorger, plazierten (oft auch nur algorithmenbasiert) ihre Werbung dort, darunter Stanford Health Care, Emory Healthcare, Northwell Health, RWJ Barnabas, Oscar Health Insurance, United Healthcare, Beaumont Health, the University of Pittsburgh Medical Center, New York Presbyterian und die Mayo Clinic.

Sogar Pfizer zahlte für seine Werbung inmitten der Covidleugner und Impfverweigerer. Der zitierte (englische) Artikel erwähnt noch viel mehr dieser Absurditäten.

Hauptsache hoher Datenverkehr, Inhalte völlig blunzn. Doch, so sind wir.

Written by medicus58

17. Februar 2021 at 23:17

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Erste Welle, Zweite Welle, Dauerwelle, Dritte Welle

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Um gleich zu Beginn klar zu stellen, keine Pandemie, die ihren Namen verdient, verzichtet auf eine Dritte Welle, es sei denn sie bringt ihre Wirte zu nachhaltig um, und wer behauptet, dass die Friseursalons die großen Pandemietreiber wären, soll dafür wissenschaftliche Evidenz vorlegen.

Die CDC berichtete im Juli von zwei nachweislich an Covid-19 erkrankten Friseuren, die offenbar einander angesteckt haben, aber nicht ihre 139 Kunden zwischen 21 und 93 Jahren. Während der Verschönerung trugen übrigens beide Seiten Mund-Nasen-Schutz, ich nehme an, die beiden Figaros während der Kaffeepause nicht.

Der Umkehrschluss funktioniert übrigens nicht. In einer rezenten Analyse der britischen Statistik-Behörde, finden sich Friseure durchaus unter den Jobs, die bisher die meisten Covid-19 Todesfälle in ihren Reihen zu beklagen haben.

Diese Analyse sollte übrigens all den Gstopften, die die Pandemie mehr oder weniger gemütlich im Homeoffice verbracht haben und sich über ihre grauen Strähnchen grämen, auf das Nachtkastl gelegt werden.

Wie immer sterben mehr Hilfsarbeiter als Menschen in höher bezahlten Jobs und btw Lehrkräfte nicht häufiger als gematchte Kontrollgruppen.

Je länger der Tanz dauert, desto mehr hat man das Gefühl, dass die Hektik am falschen Platz stattfindet.

Millionen werden in die Beruhigungstests an den Schulen gepulvert, um bei einer Teilnahmerate von 99%, 0,05% positive Schüler und 0,18% positive Lehrer zu identifizieren.

Nix gegen die Teststrassen, aber auch dort liegt die Entdeckungsrate deutlich unter der sich aus den Sterbezahlen abschätzbaren Prävalenz.

Also, wie bei den Friseuren, investieren wir hier viel zu viel Energie am falschen Ende. Wird wohl auch in der Dritten Welle so weiter gehen. Virlleicht schaffen wir so sogar eine Vierte Welle, ehe sich das Coronavirus, wie damals das „spanische Grippevirus“, als „Influenza C“ einfach unter die Wahrnehmungsschwelle gleitet.

Written by medicus58

13. Februar 2021 at 14:12

Was bringt uns eher um, das Virus oder die Impfung?

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Wenn Sie hier nach der spekulativen Überschrift nun Wasser für die Mühlen der Impfverweigerer erwarten, muss ich Sie enttäuschen. Ich bin der festen Überzeugung, dass weder das Virus noch die Impfung sondern unsere Art der Pandemie-Bekämpfung die meisten Opfer abverlangen wird.

Gerade d. h. soll aber hier den in den Medien laufenden Geschichten über Todesfälle nach oder durch Impfungen nachgegangen werden. Spoiler ahead: angesichts der bereits Millionen geimpfter weltweit (Bloomberg counted up the 18,9 Mill. shots administered in 39 countries and 58 U.S. states and territories) handelt es sich um Einzelfälle. Da noch nie in so kurzer Zeit so viele (noch) gesunde Menschen mit einem frisch auf den Markt gebrachten Medikament behandelt wurden wie jetzt, müssen wir damit rechnen, dass es zum zufälligen Zusammentreffen von Impfungen und spontan auftretenden Erkrankungen kommt. Wie die Gesundheitsbehörden diesen Fällen nachgehen wird einen wesentlichen Einfluss auf die Akzeptanz der Impfungen haben. Bedenklich stimmt, dass wir von den meisten der hier aufgeführten Fälle zuerst von Boulevard-Medien erfahren während sich zahllose Qualitätsmedien mit den Fake News (Krankenschwester aus Alabama) beschäftigen. Die offizielle Behandlung der m.E. noch unklarsten Fälle (Dr. Gregory Michael, 56; Sonia Acevedo, 41) lässt zu wünschen über, auch wenn man zugeben muss, dass beide sehr rezent sind. Verstehen Sie diesen Blogbeitrag somit als Versuch Gschicht’l von medizinisch abzuklärenden Fällen zu differenzieren. Statnews, nicht gerade ein Massenmedium weist darauf hin, dass von zwei der in den Zulassungsstudien aufgefallen Erkrankungen in den USA auch vor der Impfung täglich (!) 110 Fälle von spontaner Gesichtslähmung und 274 Fälle mit einem Guillain-Barré Syndrom auftreten. Trotzdem ist jede Impfung ein Interaktion mit dem Immunsystem und wird in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen führen (Übersicht z.B. Infovac.ch). Schwere und fatale Nebenwirkungen liegen bei den meisten Impfungen im Bereich von etwa 1:1000.000, jedoch sollten auch noch nie so schnell Millionen Menschen geimpft werden.

Todesfälle während der Zulassungsstudien
Auch wenn es vielen schwer fällt zu akzeptieren, dass Menschen auch im Rahmen großer Studien sterben, ist das an sich nichts Ungewöhnliches.

In den FDA Zulassungsstudien des Pfizer BionTech Impfstoffes (Comirnaty) werden 6 Todesfälle erwähnt. 2 betrafen die Impfgruppe (3d nach einem Herzstillstand 62d nach Impfung, „wegen Arteriosclerose“ 3d nach der I. Impfung) 4 die Kontrollgruppe (ein Herzinfarkt, eine Hirnblutung, zwei aus unbekannter Ursache).

Laut den der FDA vorgelegten Unterlagen zum Moderna Impfstoff mRNA 1273 sind die Zahlen etwas verwirrend, da sie sich in der Studie 301 etwas unterscheiden, ob man das Nov 11 Dataset (EUA submission (interim efficacy analysis) oder das Dataset Nov 25 (primary efficacy analysis) heranzieht und ob man sich auf Tod als Ursache des Studienabbruchs (Verum:Control Nov 11 3:4, Nov 25 4:6) oder Tod innerhalb der Studie (Verum:Control Nov 11 3:2, Nov 25 2:3) bezieht.
Hält man sich an die Tabelle 26, die sich wieder auf eine Auswertung bis zum 3. Dezember (!) bezieht, finden sich in der Impfgruppe 6 Todesfälle (Herzkreislaufstillstand, Selbstmord, Schädeltrauma, Herzinfarkt, Multiorganversagen, nicht näher (NOS) spezifizierte Todesursache) und 7 Todesfälle in der Plazebogruppe (Dermatitis bullosa, 2x Herzinfarkt, Darmperforation, Kreislaufstillstand, Covid-19, nicht näher (NOS) spezifizierte Todesursache).

In der einen Zulassungsstudie (Lancet), die der FDA für eine Zulassung des AstraZeneca Impfstoffes eingereicht wurden, finden sich 3 verstorbene Probanden in der Kontrollgruppe und einer in der Gruppe, die fanden sich ChAdOx1 (AZD1222) erhielten. Todesursachen waren ein Verkehrsunfall, ein stumpfes Trauma, ein Mord und eine Pilzpneumonie.
In den Unterlagen, die den britischen Behörden (MHRA) vorgelegt wurden, werden 6 Sterbefälle berichtet. In der Verumgruppe verstarben 2 Probanden (ein HIV+ Proband 64 Tage nach der Impfung an einer Pneumocystis-Pneumonie, ein Proband 86 d nach Impfung an metastasiertem Ovarialkarzinom) und 4 Probanden in der Kontrollgruppe (an (nach COVID-19 pneumonia,, Schädelhirn-Trauma und Mord).

Keiner der Fälle werden aktuell ursächlich auf die Impfung zurückgeführt.

Bei den nachfolgenden Fällen muss bedacht werden, dass mengenmäßig in den USA und Europa dzt. i.e.L. der Pfizer Biontech Impfstoff verwendet wurde, so dass sich naturgemäß die Meldungen auf diesen Impfstoff beziehen.

Allergischer Schock nach Impfung
Am 9. Dezember wurde aus UK (Telegraph) über zwei schwere allergische Reaktionen auf den Pfizer-BionTech Impfstoff bei NHS Mitarbeitern berichtet, die aber glimpflich ausgingen. Kurz danach gab es auch einen vergleichbaren Fall in Alaska. Bis zum 19.Dezember befasste sich die FDA mit insgesamt 5 Fällen im Zusammenhang mit dem Pfizer Biontech Impfstoff, wobei der möglicherweise ausschlaggebende Inhaltstoff (PEG) auch im Moderna Impfstoff verwendet wird..

Die Krankenschwester aus Alabama
Soziale Medien berichteten ab 15. Dezember aufgeregt von einer Krankenschwester, die 8-10h nach der ersten Impfung mit dem Pfizer Biontech Impfstoff verstorben wäre. Reuters Fact Check vom 18.Dezember und ein Update vom 4.Jänner 2021 stellten klar, dass Tiffany Dover unmittelbar nach der Impfung – wie schon früher – eine vasovagale Synkope hatte, sich aber bis jetzt bester Gesundheit erfreut. Die BBC „zerlegt“ diesen und andere Fakes genüsslich.

75-jährige und 88-jährige Israelis:
Am 28.Dezember 2020 berichtete die Jerusalem Post von einem Mann, der 2h nach der Impfung mit dem Pfizer Biontech Impfstoff einem Herzinfarkt erlegen ist. Am 30.Dezember berichtete die JP von einem kurz nach der Impfung verstorbenen 88-Jährigen mit Vorerkrankungen. Ein Zusammenhang mit der Impfung soll nicht bestehen.

91-Jähriger Person aus der Schweiz:
Swissmedic berichtete am 30. Dezember 2020 von einer 91-jährigen Person aus Luzern mit mehreren Vorerkrankungen, der kurz nach der Verabreichung des Pfizer- Biontech Impfstoffes verstarb (Reuters). Die Gesundheitsbehörde sah keinen kausalen Zusammenhang.

Dr. Gregory Michael, 56:
Der Gynäkologe aus Miami verstarb am 3. Jänner 2020 trotz intensiver Behandlung an einer Hirnblutung, nachdem er am 18. Dezember mit dem Pfizer-Impfstoff geimpft wurde. Laut Facebook-Eintrag seiner Gattin kam es 3 Tage danach zu einem kompletten und therapierefraktären Verlust der Blutplättchen (ITP). (Daily Mail, Miami Herald) Eine endgültige Beurteilung des Falles liegt noch nicht vor. Von all den mir bekannten Fällen, ist in diesem Fall nach den bisher vorliegenden Informationen ein Kausalzusammenhang am wahrscheinlichsten.

Sonia Acevedo, 41:
Ab 4. Jänner berichteten mehrere Medien (Dailymail) von einer portugiesischen Krankenhausangestellten, die 48h nach der Impfung mit dem Pfizer Biontech Impfstoff aus völliger Gesundheit verstarb (Portugal Resident). Das Ergebnis der Autopsie und eine endgültige Beurteilung des Falles liegt noch nicht vor.

Norwegisches Altersheim:

Am 5. Jänner berichtet die Norwegische Gesundheitsbehörde erstmals von Todesfällen in Altersheimen nach der Impfung mit dem Pfizer Biontech Impfstoff. Bis 8.Jänner hätten sich insgesamt 7 Todesfälle wenige Tage nach der Impfung ereignet. Es wird darauf hingewiesen, dass sich in norwegischen Altersheimen durchschnittlich zu 400 Sterbefällen/Woche ereignen und dass die Studien , auf denen die vorübergehende Zulassung des Impfstoffs basiert, keine Personen über 85 Jahre einschlossen. Daher wisse man wenig darüber, wie sich Nebenwirkungen auf die Betagten auswirken und d.h. verfolgt die Behörde die Entwicklung genau.
Der Medical Director der Norwegian Medicines Agency Steiner Madsen wird mit einem Statement zitiert “Wir müssen erst herausfinden, ob die Impfung die Todesursache war oder es sich um einen Zufall handelt.“ Eine endgültige Beurteilung des Falles liegt noch nicht vor,

Update 15.1.: BMJ Norway investigates 23 death in frail elderly patients after vaccination

In den bisher untersuchten 13 Fällen in hoch betagten Patienten kann augenblicklich nicht ausgeschlossen werden dass akute Nebenwirkunge wie Fieber, Übelkeit und Durchfall zum Tod beigetragen haben was möglicherweise eine Änderung in der Impfstrategie sehr schwacher alter Menschen führen könnte.

Deutschland 15.1.:
German specialists probing 10 deaths of people vaccinated against Covid-19

Written by medicus58

9. Januar 2021 at 11:12

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Was in dem Gezwitscher um die Wirksamkeit von Impfungen untergeht: Der Herstellungsprozess

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Viel wurde und wird über die Wirksamkeit der Anti SarsCov2 Impfungen diskutiert. Wer sich jetzt wundert, weshalb der AstraZeneca Impfstoff trotz einer nur 60%-igen Wirksamkeit in der Gesamtstudie in UK jetzt zugelassen wird und vom  Herrn Auer bei uns fix im Impfplan bleibt, obwohl eine Zulassung bei der Europäischen Behörde noch gar nicht beantragt ist, der vergisst zwei in der aktuellen Diskussion kaum erwähnte Fakten:

Die FDA, die WHO, aber auch andere Gesundheitsbehörden haben sich festgelegt, dass in der Pandemie jeder Impfstoff mit >50% Wirksamkeit zugelassen werden soll. Natürlich wirkt es sich epidemiologisch für die Gesamtgesellschaft günstig aus, wenn randomisiert die Zahl der schwer erkrankten halbiert wird, für den Einzelnen mag sich dabei aber sein Nutzen/Risiko Verhältnis aber schon anders darstelken als bei einer 90%-igen Wirksamkeit.

Im Gegensatz zu den beiden jetzt verimpften mRNA Vaccinen, sind „konventionellere“ Impfstoffe um rund 89% billiger und leichter anzuwenden, nicht zuletzt wegen der geringeren Anforderung an die Kühlkette.

Wenn, was angesichts der enormen öffentlichen Geldmittel, die für Entwicklung bereits geflossen und Vorbestellung bereits gebunden sind, das Vaccine auch in der EU zugelassen wird, werden populistische Fragen (Setzt Österreich auf den falschen Impfstoff) lauter werden, wobei es meiner Meinung nach um ganz etwas anderes geht:

Die hektische Produktion der neuen Impfstoffe. Vielleicht bleiben manche renommierten Hersteller (Sanofi) deshalb so ruhig.

Ein Blick in die Erfolgsgeschichte der Impfungen zeigt, dass selbst gute Impfstoffe (Salk Polio) durch Probleme im Herstellungsprozess an einem einzigen Standort zu unnötigen Erkrankungen führen:

Cutter Incident

Wenige Wochen nach Beginn des Routineeinsatzes des inaktivierten Impfstoffes in den USA kam es zu einem schweren Zwischenfall. Durch Mängel in der Produktion gelangten nicht inaktivierte Polioviren in den Impfstoff. Dadurch wurden mehrere hunderttausend Kinder infiziert, es kam zu 51 Fällen von dauerhafter Paralyse und zu fünf Todesfällen. Dieser nach dem Hersteller Cutter Laboratories benannte Cutter-Incident gilt als einer der schwersten Arzneimittelzwischenfälle in den USA.

Wie jetzt in der Covid-19 Epidemie musste damals alles schnell gehen und d. h. lagern die Entwickler der Impfstoffe die Produktion an weitere Hersteller aus (Reuters)

Natürlich sind sich die Aufsichtsbehörden heute dieser Probleme bewusst. Hierzulande vermuich weitgehend unbekannt, hat die US-amerikanische Aufsichtsbehörde einen harten Kampf mit Pfizer Biontech geführt, dass die das Temperaturmonitoring ihrer „Pizzaschachteln“ nicht gleich nach der Lieferung an den Großhandel entfernen dürfen:

In the end, the U.S. government’s Operation Warp Speed scrambled to address the problem, signing a $25 million deal in mid-November with Controlant Global, an Icelandic company that created the proprietary temperature-monitoring platform for all Pfizer’s shipping containers. Under this agreement, Pfizer will discontinue its temperature monitoring once the boxes arrive at their destination, and the federal government will simultaneously turn the system back on.

Genau dieses Detail war wichtig, um fraglich wirksame Lieferungen in Deutschland nicht zu verimpfen.

Ja, und bei all der Euphorie über Millionen an vorbestellten, billigeren und leichter zu verteilenden AstraZeneca Impfstoffen scheint in Vergessenheit geraten zu sein, dass die bejubelte 90% Wirksamkeit dieser Impfung in einer Subgruppe, die initial nur die halbe Dosis erhalten hat, auf einen Produktionsfehler einer Firma in UK zurück zu führen ist.

Eine der aktuellen Erklärungen für das weniger ist mehr Phänomen ist eine mögliche Immunidierung gegen das modifizierte Affenvirus, das als Vektor verwendet wird. Stimmt das, dann wurd sich die Universität Oxford, die Besitzer des Virus ist auch noch mit der Frage herumschlagen müssen, ob das für allfällige Auffrischungsimpfungen eun Problem darstellt, wenn der Überbringer der Botschaft vom Immunsystem getötet wird.

Bei allen noch offenen Fragen ist die rasche Entwicklung einiger wirksamer Impfstoffe innerhalb des ersten Jahres nach auftreten eines neuen humanpathogenen Virus eine wissenschaftliche Meisterleistung. Trotzdem sollten wir nicht vergessen, das ein gutes Produkt immer nur so gut sein kann, wie sein Herstellungsprozess.

Labeling confusion led to wasted doses of Pfizer Covid-19 vaccine in first days of rollout.

The timeline for Covid-19 vaccine distribution keeps slipping. Experts say it will change again.

Some vaccine doses kept too cold, Pfizer having manufacturing issues, U.S. officials say.

Moderna’s coronavirus vaccine maker identifies ‚big challenges‘ to mass production.

Erste Impfstoff-Lieferung im Januar fällt auch für Brandenburg aus

Written by medicus58

30. Dezember 2020 at 10:59

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