Sprechstunde

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Streichungen auf Wählerlisten: Lernte die ÖVP das von den USA

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In den USA nahmen gezielte Streichungen auf den Wählerlisten seit Jahren beängstigte Ausmaße an: Brennan Center for Justice.

Zwischen 2016 und 2018 betraf dies 17 Millionen Wähler.

Wenn man einem aktuellen Artikel auf ZackZack.at Glauben schenkt, will die ÖVP nun auch bei uns gezielt Bürger aus Wählerregister streichen https://zackzack.at/?p=17337

Zukunftsforschung ist in Österreich relativ leicht, denn unsere Zukunft ist woanders schon längst Vergangenheit.

Written by medicus58

17. Dezember 2019 at 00:19

Kostenwahrheit im US amerikanischen Gesundheitssystem

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Wollen wir das hier, dann lasst die Gesundheitspolitik nur weiter arbeiten:

USA: 35 Euro, um Baby nach Geburt zu halten

https://kurier.at/leben/usa-35-euro-um-baby-nach-geburt-zu-halten/224.516.954 

 

Written by medicus58

5. Oktober 2016 at 17:18

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Kranke Häuser Seelsorge Starbucks

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Ich kann mich noch gut an meine Überraschung erinnern, wie ich Anfang der Neunziger überrascht war, dass das erste, was einem im Eingangsbereich einer nicht ganz unbekannten US-amerikanischen Universitätsklinik auffiel, eine McDonalds Filiale war. Dass zwei Mitglieder dieser Klinik kurz vorher einen Nobelpreis für ihre Entdeckung des LDL-Cholesterin Rezeptors erhalten haben, machte die Sache noch viel absurder.
Heute besteht auch in unseren Spitälern kaum mehr ein Unterschied zu den Einkaufsalleen großer Bahnhöfe, trotzdem verwundert die scheinbare Gleichrangigkeit mit der im Wiener AKH auf Seelsorge und Starbucks hingewiesen wird.

AKH

Written by medicus58

22. Februar 2014 at 19:41

Vom Ostblock in den Westblock

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Stars and Liars

Das Überraschendste an den Enthüllungen von Edward Snowden ist nicht so sehr, dass wir, Private, Industrie und Staaten von den USA abgehört werden, sondern die entlarvende Entspanntheit Europas darüber.

Der aktuelle Spiegel (t.co/hjoTvS0t2Z) gibt eine mögliche Erklärung:
Mit Herrschern kann man befreundet sein, aber man ist ihrem Willen letztendlich hilflos ausgeliefert. In dieser Situation hat man von offizieller Seite kooperiert und zum Teil profitiert.

Dieses Europa, das US Präsident Obama schon den Friedensnobelpreis nachgeworfen hat, nur weil er sich nach den Bushes als Hoffnungsträger anbot, holt andere Präsidenten vom Himmel, nur weil sie eventuell den Mann an Bord haben könnten, der die Wahrheit sagte, obwohl er vereidigt wurde, vermutlich vor Gott, die Unwahrheit zu sagen, eben Edward Snowden.

Gelassenheit diesen USA gegenüber, die inzwischen mehr Menschen verfolgen, weil sie die Wahrheit offengelegt haben, als sie Terroristen zu verfolgen in der Lage sind:
Von Juilian Assange über Bradley Manning zu Edward Snowden

Jene USA, die glauben alles mit 9/11 rechtfertigen zu können, dem Angriff auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001, und glauben, dass die Menschen in Chile 9/11 1973 vergessen haben, an dem laut US-Außenminister Henry Kissinger die Vereinigten Staaten „die größtmöglichen Voraussetzungen geschaffen haben“ Salvador Allende zu stürzen und ermorden zu lassen, von ihrer Marionette Pinochet.

Die USA hatten ihren Anteil daran, dass wir heute nicht mit dem Hitlergruß müssen, jedoch haben US-amerikanischer Geheimdienste seither eine Blutspur durch Südamerika (Guatemala, Nicaragua, Chile, Kuba, …) und Asien (Iran, Korea, Vietnam, …) gezogen und unterstützen Militärdiktaturen in Europa (Portugal, Spanien, Griechenland, …) und das Apartheitregime in Südafrika.

Ich denke, der Kredit für die Befreiung vom europäischen Faschismus ist ausbezahlt.

Imperalisten bespitzeln.

So wie dies Moskau in den Staaten des Ostblocks gemacht hat, tut es Washington im Westblock, den angeblich befreundeten Staaten.
Völlig ungeniert, völlig rücksichtslos!
Die USA tun dies, weitgehend unabhängig vom jeweilig regierenden Präsidenten.
Auch die Lichtgestalt Clinton hat im Sudan Fabriken bombardieren lassen, weil der Geheimdienst sagte, es wären Waffenfabriken ..
Die UDSSR hat diese Rücksichtslosigkeit im ehemaligen Ostblock ebenso ungeniert ausgeübt, nur ist sie u.a. deshalb zerbrochen, weil die Menschen „drüben“, im Ostblock, glauben wollten, konnten, mussten, sich durch ein Anschluß an den Westblock befreien zu können.

Die Einzigkartigkeit der Situation nach Snowden ist vergleichbar der Situation nach 1989: Der Wegfall einer (scheinbaren) Option zum Besseren.

Die USA war Ausgangspunkt der letzten Weltwirtschaftskrisen.
Die USA verlangen von uns vor der Einreise von uns, dass wir deklarieren, ob wir Nazis oder Terroristen sind …
Vielleicht sollten wir das umgekehrt auch einmal verlangen und abwarten, ob noch ein US-amerikanischer Präsident einreisen möchte, in seinen Westblock!
Ach Assange:
sprechstunde.meinblog.at/

 

Written by medicus58

6. Juli 2013 at 19:19

Gelddruckmaschine ärztliche Fortbildung

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AAPS
Die US-amerikanische Association of American Physicians and Surgeons (AAPS) verklagt das
American Board of Medical Specialties (ABMS), das sich für die regelmäßige Rezertifizierung (maintenance of certification (MOC))
der in den US tätigen Ärzte verantwortlich sieht. 
Die AAPS bezeichnet die ABMS, die prinzipiell einen Non-Profit Organisation darstellt wörtlich als Gelddruckmaschine
und verweist auf hohe Zahlungen an die dort beschäftigten Ärzte.

Für die Nichteingeweihten: 
Wie für jeden Beruf in gefahrengeneigten Bereichen ist auch für den des Arztes eine entsprechende theoretische und praktische Ausbildung gefordert.
Früher „genügte“ es das entsprechende Studium abgeschlossen zu haben und danach eine (für den praktischen Arzt, und den Facharzt) unterschiedliche lange Zeit in einem Spital unter Aufsicht sein „Handwerk“ auch praktisch zu lernen. Im Laufe der Zeit führten die meisten Länder nach Ende dieser praktischen Ausbildung, wohlgemerkt nach im Schnitt 6-8 Jahren Studium und 3-6 Jahren praktischer Ausbildung noch eine „Arztprüfung“ ein, weil man sich noch imemr nicht sicher sein wollte, dass unser „Hakim“ eigenverantwortlich auf die Menschheit losgelassen werden durfte. 

Was das für die bisherigen Ausbildner in Uni und Spital eigentlich bedeutet, dass man nach über einem Jahrzehnt Ausbildung dem Ausgebildeten noch immer nix zutraut, sei hier einmal nicht weiter ausgeführt.

Jedenfalls sind wir Ärzte per Gesetz zu einer kontinuierlichen Weiterbildung verpflichtet, wogegen zwar nichts einzuwenden ist, aber was u.a. die Basis für ein Abhängigkeitsverhältnis von der Industrie legt, weil sich niemand, weder Krankenkassen noch Spitalsbetreiber so wirklich Gedanken machen wollte, dass Fortbildung ja auch etwas kostet:
Verdienstentgang während der Fortbildung, wenn die Ordi zu ist
Reise- und Kongresskosten für kleinere Fächer, deren Fortbildungsveranstaltungen dünn gesät sind
Kein medizinischer Kongress ist durch die Kongressgebühren zu finanzieren sondern nur durch die Beteiligung der Industrie, …etc.

Dass dieser Zwang zur Fortbildung also ein Riesengeschäft ist, haben gewitzte Köpfe erkannt und schon seit Jahrzehnten (wieder in den USA früher als bei uns) eine Rezertifizierung nach der einmal abgelegten Arztprüfung eingeführt, zuerst nur für Themen des Hauptfaches und alle 10 Jahre, dann alle 7 Jahre und nun in einigen Fächern noch kürzer … nunmehr daneben auch ein Punktesystem für entgeltlichen Fortbildungsveranstaltungen, das auch immer mehr auf nicht wirklich mehr dem Kernfach zugeordnete Lehrinhalte setzt, damit auch ein paar Juristen, Psychologen, Ökonomen und Staatsbeamte einen Nebenjob bekommen.

Für die Finanziers des Systems, also die „Krankenkassen“ hat sich das (auch bei uns) als hervorragendes Druckmittel herausgestellt, um bestimmte Leistungen nur mehr zu Vergüten, wenn dieser oder jener Kurs nachweisbar ist.

Auch für die wissenschaftlichen Gesellschaften und diversen anderen Vereine sind diese Kurse neben den Kongressen zu einer sprudelnden Einnahmequelle geworden, so dass sich auch in den USA bereits das American Board of Radiology, dass für sein Fach die MOCs durchführt, heftig gegen den Vorstoß der AAPS ausspricht.

Nur US-amerikanische Verhältnisse? 

Mitnichten, auch bei uns haben es gewisse Seilschaften geschafft, dort einen Ultraschallkurs, da einen Kurs für Knochendichtemessung, hier eine Hygieneunterweisung, da einen Refresher für Strahlenschutz de facto zum Standard zu machen. Ein bisschen Lobbying im Bundesministerium u/o der Ärztekammer und schon ist’s geschafft.
Natürlich ist meine Beobachtung nur „Eminence based“ und durch keine Doppelblind-Studie erhärtet, aber meiner Wahrnehmung nach hat sich die regelhafte Panik bei einem medizinischen Notfall außerhalb von Intensivstationen oder Rettungswägen seit Jahrzehnten nicht wesentlich gemildert, seit nunmehr praktisch jeder Jungarzt seinen „Notarztrefresher-Kurs“ besucht….

Der Hauptvorwurf in der Klage der amerikanischen Kollegen lautet, dass es bei all diesen Fortbildungs- und Zertifizierungsbemühungen nicht um Qualität sondern um Knete geht, wird durch Einzelfälle untermauert, die an dem System sehr gut verdienen. 
Wie kann das sein, wenn die beteiligten Organisationen alle das Non-Profit Label tragen?
Ganz einfach: Da gibt es Leute die Vorträge halten, die Prüfungen zusammen stellen (in den USA laufen die Prüfungen heute meist über Multiple Choice Fragen am PC ab, d.h. einmal erstellt, bringt das Programm immer wieder Geld. Ein Tross von Leuten zieht durch die Lande, stellt die PCs auf und die Kasse klingelt. Wissenschaftliche Gesellschaften laden einander zu Vorträgen ein (Spesenersatz), … die Möglichkeiten sind endlos und keiner schaut da so genau, weil es ja um Qualität geht, also was ganz, ganz Gutes …

Noch haben wir bei uns nicht ganz den US-amerikanischen Standard erreicht, jedoch wäre es Zeit auch bei uns einmal zu hinterfragen, wem das alles wirklich nützt, was hier aufgebaut wird. Vielleicht ersparen wir uns dann irgendwann einen Gerichtstermin.

Über eines andere Seite des Zertifizierungswahns habe ich schon hier einmal unter
Die Qualität der Zertifizierung der Qualität“ berichtet:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=39411  

Und auch mein Aufruf „Stop working start counselling“ vor fast exakt einem Jahr greift das Thema auf, dass immer mehr davon leben wollen, dass sie immer weniger, die noch im Primärprozess arbeiten, sagen, wie es eigentlich richtig geht: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56907

Links:
http://www.aapsonline.org/index.php/site/article/aaps_takes_moc_to_court/  
http://online.wsj.com/article/PR-CO-20130424-917146.html?

Who the fuck is ALEC

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Hinter dem Akronym steht das 1973 ins Leben gerufene 
American Legislative Exchange Council (http://www.alec.org/), 
eine nach eigenen Angeben unparteiische (!) Vereinigung konservativer (!!) Gesetzgeber aus den amerikanischen Bundesstaaten, „die ein gemeinsamer Glaube freie Märkte und Föderalismus“ aber auch eine Ablehnung an die „ferne, aufgeblähte Bundesregierung in Washington,DC“ eint.

Für uns hier kann es ein Lehrstück aus der Gruselkammer des Neoliberalismus sein, wie aus der Aufweichung gesamtstaatlicher Autorität, unter dem Deckmantel von mehr Demokratie und Föderalismus, der Weg über Lobbying dazu führt, dass schließlich finanzstarke Großkonzerne unseren Parlamentariern Gesetze diktieren.

Das Konzept von Alec Task Forces stammt aus den frühen Tagen der ersten Reagan-Administration, als der Präsident 1982 eine nationale Task Force für Föderalismus gründete.

Im Jahr 1981 arbeitete Alec die Methoden zur Dezentralisierung der bundesstaatlichen Macht. 1982 begann beschäftigte sich ALEC mit dem Gesundheitswesen, 1983 mit dem Bildungssystem.
Nach dem Ende der Reagan-Administration entwickelten sich die Taskforces zu Think Tanks, die heute nach eigenen Angaben hinter jährlich 1000 Gesetzesvorschlägen stehen, von denen 20% als Gesetze beschlossen werden.

Erst seit 2011 organisierte sich in den USA der öffentliche Widerstand. (http://en.wikipedia.org/wiki/American_Legislative_Exchange_Council). 

Vor einigen Tagen berichtete auch die angesehende NYT (http://www.nytimes.com/2012/03/26/opinion/krugman-lobbyists-guns-and-money.htm ), als ruchbar wurde, dass es eine der Gesetzesvorlagen in Florida wortident zum Vorschlag von ALEC durch die Abstimmung schaffte.

Auf Alex exposed (http://alecexposed.org/wiki/ALEC_Exposed) wird aufgelistet, welche Politiker hinter ALEC stecken und
 wer das Ganze auch finanziert (Liste nur auszugsweise widergegeben):

Altria (formerly Phillip Morris tobacco)
AT&T
Bayer
Coca-Cola
ExxonMobil
GlaxoSmithKline
Johnson & Johnson
Koch Industries
Kraft Food
Peabody Energy (weltweit größter privater Kohleproduzent)
Pfizer
Reed Elsevier
United Parcel Service
Wal-Mart

Allein, die ALEC Konferenzen kosten ca. 2 Mill. US$/Jahr,
ALEC gibt die Kosten für seine Taskforces mit 2,5 Mill. US$ an.

Wenn einige in Österreich dzt. angewidert von all den Inseraten, Murmeltierjagden und Liechtensteinschen Konten nach einem Ende der Untersuchungen von sogennanter „Lobbyisten“ rufen, dann verschliessen sie die Augen, wie groß auch die Gefahr bei uns ist, dass die parlamentarische Demokratie noch mehr zum Spielball finanzstarker Interessen des Großkapitals wird.

Im Gegensatz zu „den alten Zeiten“ stehen aber hinter dem Begriff Großkapital
nicht fette Zigarren rauchende Einzelpersonen oder Familien, 
sondern 
hoch effizient organisierte Armeen von Rechtsanwälten, Wissenschaftern, Gutachtern, Beamten, PR-Profis, … etc.

Das ist ganz was anderes, als die „Sorgen über die drei Ks der Korruption“ (Kugelschreiber, Kaffee, Klumpert) über die sich unser Transparency International Aushängeschild Franz Fiedler gestern auf Ö1 Gedanken machte:
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120326_OTS0056/geschmierte-republik-klartext-am-273-im-orf-radiokulturhaus
http://oe1.orf.at/programm/298997

Hier geht es auch nicht um die Korruption des kleinen Beamten, der bei einer Baugenehmigung ein Auge zugedrückt hat, hier geht es ums Ganze unseres Staates.

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