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JÖ, Kurz bringt uns den türkise Virus Bonus Club und wir dürfen alle nach China reisen

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Der JÖ Bonus Club verspricht Kunden von REWE, OMV Libro, Pagro Diskont, BAWAG P.S.K., Interio und Zgonc jede Menge Vorteile und exklusive Rechte und ist erhielt 2019 den Big Brother Award,.für das ungenierte  Profiling ihrer Kunden. Die Millionen Clubmitglieder scheint es trotzdem zu freuen, und wenn dafür Staatskünstler Robert Palfrader wirbt, wird es schon in Ordnung gehen. 

2020 erhielt dann auch die Deutsche Bundesregierung den Big Brother Award wegen ihrer rechtlichen und politischen Mitverantwortung für den völkerrechtswidrigen US-Drohnenkrieg, der über die Satelliten- und Datenrelais-Station der US-Airbase Ramstein in der Pfalz abgewickelt wird.

Unser Bundeskanzler Kurz bettelt grad auch darum, der nächste Preisträger zu werden und schwadroniert in einer deutschen Talkshow vom Europäischen Impfpass mit dem wir uns aus der Krise impfen werden. „Wir arbeiten gerade mit den Griechen und vielen anderen europäischen Kollegen daran, dass es zeitnah eine digitale Lösung für einen grünen Impfpass ähnlich dem in Israel gibt“

Ja, Vorbild Netanjahu, der sich durch eine Neuwahl nach der anderen bislang einer gerichtlichen Verurteilung entzieht, hatte erst vor einigen Tagen den Grünen Corona-Impfpass mit Privilegien medienwirksam eingeführt, mit dem 3,2 Millionen Israelis in Fitnessstudios, Hotels, Theater und Sportereignisse strömen dürfen. Wir werden sehen ob dieses Wahlzuckerl Bibi (und Basti?) bei den kommenden Wahlen hilft, Bibi wird das schon im März 2021 wissen, wann unsere tückisch-grüne Regierung gesprengt wird, ist ja noch nicht so klar.

Originell ist Bibis und Bastis Idee ja wahrlich nicht. Die IATA, International Air Transport Association hat bereits im November des Vorjahres bekannt gegeben, dass man einem elektronisches Gesundheitsdokument einführen möchte, Der digitale Gesundheitspass würde die Test- und Impfstoffinformationen eines Passagiers enthalten und Informationen für Regierungen, Fluggesellschaften, Labors und Reisende verwalten und überprüfbar machen. Und auch die bekannt liberale NYT geht inzwischen fix von so einem (in diesem Fall orangen) Pass aus.

Merke, da geht es nicht mehr nur um den Nachweis einer bestimmten Impfung, wie dies z.B. für die Gelbfieberimpfung schon lange für die Einreise in viele Länder obligat war, da geht es, wie bei JÖ, Payback et al. um das Sammeln und Vernetzen einer Reihe von persönlichen Einzelinformationen über die das Individuum keinen Kontrolle mehr hat. Viel Spaß wenn ein Server wieder wo hängt und Sie am anderen Ende der Welt einchecken wollen …

Selbst die Frage, ob es denn genügend Evidenz gibt, Genesene, Geimpfte u/o Negativ-Getestete anders zu behandeln als Nicht-Getestete und Nicht-Geimpfte ist zur Recht äußerst strittig.
Gerade bei Asymptomatischen sind AG-Teste nicht sensitiv genug, die nicht-quantitativen PCRs oft zu sensitiv, verschiedene Vakzine wirken nach heutigem Wissen unterschiedlich je nach Mutation, Alter, Begleitmediktaion und all das kann sich in der weiteren Entwicklung der Pandemie auch drastisch ändern. Keine guten Voraussetzungen für so ein digitales Konstrukt. Völlig unklar ist auch die Langzeitwirkung. Wenn wir wirklich in einigen Ländern bis zum Herbst eine Durchimpfungsrate von 70% schaffen, stehen wir spätestens vor der nächsten Wintersaison vor der Frage der Auffrischungsimpfung. Soll man eine schwarzen Punkt bekommen, wenn man den ersten zwei Impfungen nicht den gerade von BIONTEC angepriesenen dritten Shot zulässt?

Wenn jetzt unser Bundesmaturant bei Meischberger vom aus der Krise testen schwadroniert und sich vermutlich viele von uns für die Hoffnung auf „Normalität“ wieder ein Stückchen Freiheit abkaufen lassen, dann haben wir wieder einen Schritt auf der Modernen Seidenstraße Richtung Osten gemacht.

Nur zwei Dinge sollten wir uns nicht einreden: 

Erstens, dass diese Maßnahmen irgendwann wieder gelockert werden wenn die akute Bedrohung weg ist, oder kennen Sie eine Maßnahme, die nach 9/11 wieder gelockert wurde?

Zweitens, dass Xi Jinping nicht schon längst Recht hat, wenn er das Chinesische Gesellschaftssystem als Systemsieger bezeichnet; und auch hier wird es kein zurück mehr geben.

再见
Zàijiàn

 

Written by medicus58

25. Februar 2021 at 17:58

Ja warum wirkt der Lockdown nicht, ihr schlimmen Bürger?

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Am 21.Jänner 2021 publizierte Eurostat eine Reihe hochinteressanter Daten über die ersten drei Quartale des letzten Jahres.

Die interessanteste Grafik in dieser Statistik ist wohl die über die Entwicklung des Bruttonationalprodukts der EU.

Wie wir sehen, führte der erste Lockdown in der EU zu einem kurzfristigen massiven Einbruch des GDP mit einer überproportionalen Erholung im gesamten dritten Quartal. Wenn ich meine persönliche Wahrnehmung als Ersatz für das (noch) fehlende 4.Quartal einsetze, nämlich den seither unvermindert gebliebenen Berufsverkehr, dann liegt für mich nahe, dass viele Gründe, die augenblicklich für die geringe Wirksamkeit des x-ten Lockdowns angeführt werden (Disziplinlosigkeit, falsche Masken, Parties,…) weitgehend irrelevant sind.

Die ungestörte Produktivität (trotz immer wieder lahmgelegter Dienstleistungsbetriebe) kann ja nur durch die weitgehend ungestört weiterlaufenden Baustellen, Fließbänder, Logistikcenter und Fabrikshallen erklärt werden, wo (auch wieder nach meiner natürliche nicht flächendeckenden Wahrnehmung) Masken und Babyelefanten im Aussterben liegen.

Natürlich ist es Wahnwitz den Wintertourismus und die Beherbergungsbetriebe augenzwinkernd weiter zuzulassen. Aber ich frage mich, weshalb jede andere Erklärung für die hohen Infektionszahlen (bei geschlossenen Schulen) viel mehr Beachtung geschenkt wird, als der Industrieproduktion und der Bauwirtschaft.

Natürlich können wir nicht alle Fabriken und Baustellen schließen, aber dort auf systematische Tests zu setzen schiene mir sinnvoller als die Nasenbohrer in den Schulen, irreale Abstandsregeln und weiterer Lickdown derer, die ohnehin schon im Homeoffice arbeiten.

Kann es sein, dass aber der politische Druck so groß ist, schließlich würde ein Stilkstand einzelner Fabriken und Bazstellen viel mehr kosten als eine geschlossene Schule, dass wir lueber mit anderen Verirdnungen abgelenkt werden ?

Written by medicus58

25. Januar 2021 at 22:59

SarsCov2 macht blind, kann aber auch zu mehr Weitsicht führen

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Seit einem dreiviertel Jahr dominiert ein Virus und die erratischen Versuche der Politik es „zu besiegen“ unsere Medien.

Versuche dieses Problem im Verhältnis zu anderen zu sehen, werden inzwischen schärfer geahndet, als vergleichende Religionskritik.

Wer darauf hinweist, dass für viele Gruppen die Erkrankung wirklich einer schweren Grippe vergleichbar ist, der wird durch steigende Todeszahlen mundtot gemacht. Dazu ein paar Gedanken.

Jeden Tag bringen uns die Hauptnachrichten erschaudernd die Zahl der mit und an Covid-19 Verstorbenen ins Wohnzimmer. Aktuell lt. Dashboard sind das in Österreich 5127 von insgesamt über 83.000 Todesfällen in diesem Jahr.

Dass Peru eines der von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder der Welt ist, haben Sie sicher aus unseren Nachrichten gehört. Haben Sie aber in der ZIB oder in Ihrer Zeitung erfahren, dass unabhängig von der Pandemie, in Peru seit Jahresbeginn über 5000 Mädchen und Frauen vermisst werden? (Link)

Seit Beginn der Pandemie werden wir fast täglich darüber informiert, dass in den USA das Pandemiegeschehen außer Kontrolle wäre. Hat uns aber jemals ein betroffener Moderator mitgeteilt, dass in San Francisco 2020 mehr Menschen an einer Heroin Überdosis starben als an Covid-19?

 A record 621 people died of drug overdoses in San Francisco so far this year, a staggering number that far outpaces the 173 deaths from COVID-19 the city has seen thus far. (Link).

Ob die Pandemie schicksalhaft über uns kam, oder durch menschliches Versagen ist bis heute unklar. Bei den beiden genannten und zahllosen weiteren Beispielen handelt es sich aber eindeutig um menschliches Versagen und deshalb um prinzipiell vermeidbare Todesfälle über die es keinen politischen Diskurs mehr gibt.

Wir sollten uns nicht länger blenden lassen, dass es lösbare politische, wirtschaftliche aber auch medizinische Probleme gibt, die mindestens ebenso groß, oft sogar größer sind, als die Pandemie, die unser Denken (medial) beherrscht.

Wenn wir darüber während der Weihnachtsfeiertage und im kommenden Lockdown mal ernsthaft nachdenken und politische Lösungsansätze verlangen, dann hätte uns das Virus zwar blind, aber letztendlich sehr weitsichtig gemacht.

Dann hätten die Kollateralschäden der Pandemie Bekämpfung vielleicht mehr Sinn als nur den Wintertourismus während der Semesterferien zu ermöglichen, denn das wird wohl ebenso schief gehen, wie das vorweihnachtliche Verordnungswirrwarr.

Written by medicus58

20. Dezember 2020 at 10:31

Dieses Land ist in einem verHEERenden Zustand und nicht erst durch das Virus

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Seit 1945, bei einigen seit 1934, herrscht die tiefe Überzeugung, dass das Bundesheer uns gegen den Außenfeind zu verteidigen hat und im Inland zivile Kräfte eingesetzt werden sollten.
In Deutschland wird der Einsatz des Militärs im Landesinneren bereits in den Medien sehr kritisch diskutiert, in anderen Ländern (Frankreich, Belgien, Italien) mit einem auf den ersten Blick weniger belasteten Verhältnis zum eigenen Heer, sichert das Militär schon lange Großereignisse, …etc.
In Österreich wurde das Bundesheer in den letzten Jahren sehr selten und i.d.R. im Zusammenhang mit Naturkatastrophen eingesetzt oder dann, wenn schweres Bergungsgerät benötigt wurde.

Ganz schleichend setzt jetzt die tückisch-grüne Regierung das Bundesheer immer häufiger als „Mädchen für alles ein“ und kann da nicht einmal darauf verweisen, dass dies durch die dortige Expertise gerechtfertigt werden kann.

Erst vor einigen Tagen waren die Medien voll von Berichten, dass die über das Bundesheer angeschafften Schnelltests überteuert waren. ORF: Mehrkosten von knapp 30 Millionen Euro,

Per Presseausendung sprach das Bundesheer im Oktober davon

seit März waren im Durchschnitt jeden Tag knapp 1.000 Soldaten im Einsatz gegen Covid-19 gehabt zu haben (> 4.500.000 Stunden in 190.000 Personentagen).

Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik wurde die Miliz aufgeboten zu haben.
(1.400 Milizsoldatinnen und -soldaten 1.325.000 Personenstunden,
300 Heeresfahrzeugen rund 1,5 Millionen Kilometer)

Erstmals Aufschub-Präsenzdiener zur Unterstützung eingesetzt (2.300 Grundwehrdiener , Grundwehrdienst um drei Monate verlängert) zu haben.

Zum Vergleich verbrauchte die traditionelle Katastrophenassistenz in diesem Zeitraum verschwindende 21.500 Personenstunden. Dafür leisteten rund 1.100 Soldatinnen und Soldaten und Zivilbedienstete bezahlten Unterstützungsleistungen mit rund 88.700 Personenstunden unter anderem bei der Hotline des Außenministeriums, in den Postlogistikzentren in Hagenbrunn und Inzersdorf oder bei Lebensmittelkonzernen.

Ganz aktuell ersetzten Bundesheersoldaten im Pflegeheim Tannenhof in St. Lorenzen das krank gewordene Personal und haben für “ rd. 40 Bewohner und Betreuenden inzwischen wieder ein sicheres Umfeld geschaffen„. Die Bezirkshauptmannschaft habe eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft über die vorgefundenen „menschenunwürdigen Zuständen“ geschickt.

Ja, und in den beginnenden Massentests werden 5400 Soldaten eingesetzt. In Kärnten ist das Bundesheer alleinverantwortlich für die Lehrertestungen.

Auch wenn ich, treue Leser wissen es (Das war der Girls’ Day beim Bundesheer, eine Materialiensammlung für alle, die sich ein Urteil bilden wollen), so meine Zweifel an den logistischen Leistungen unseres Bundesheeres habe, geht es mir gar nicht darum, sondern um die offenkundige Tatsache, dass die zivilen Ressourcen dieses Landes schon so ausgehöhlt sind, dass wir – wie eine Bananenrepublik – nur mehr durch den Einsatz des Militärs um die Runden kommen.

Ohne Zweifel ist die Pandemie eine nationale Krise, für deren Ausmaß sich niemand eine entsprechende Vorhalteleistung leisten wollte, auch wenn diese vielleicht für andere Krisen auch notwendig wäre. Das führte auch in anderen westeuropäischen Ländern zum Einsatz des Heeres, die Zahlenverhältnisse sprechen aber Österreich kein gutes Zeugnis aus:

In UK , traditionell ein Land in dem das Gesundheitssystem unter schwerer Kritik steht mit ca 67 Millionen Einwohner standen am November 2020 2,932 Militärpersonal im Einsatz.

Deutschland (83 Mill Einwohner) hat aktuell 15.000 Militärpersonal im Einsatz und plant dies auf 20.000 aufzustocken, was auf die Bevölkerungsgröße normiert nur ca 37% des österreichischen Kontigents darstellen.

Auch die Schweiz mit 8,6 Millionen Einwohner mit Österreich vergleichbar, schickt grad mal 2500 Soldaten in den Coronakampf.

Klar kann man sich freuen, dass in Ermangelung der weiland von Prof. Graninger andiskutierten Kriegserklärung der Ukraine an Österreich, für das ins Bundesheer geflossene Steuergeld eben nun Leistungen zurückkommen, trotzdem finde ich es bedenklich, dass nach Jahrzehnten in dem dem öffentlichen Sektor stets vorgeworfen wurde überdimensioniert zu sein das Bundesheer zu Post, Spar und Pflegeheim geschickt wird.

Übrigens ebenso bedenklich, dass wir noch vor 6 Jahren kein Geld hatten, mittels Impfung unseren Mädchen das Zervixkarzinom zu ersparen (HTA oder ob wir eine Diagnose bezahlen hängt nicht nur von deren Qualität ab) aber jetzt weltweit Milliarden für Impfungen gegen SARS Cov2 ausgegeben wurden, ehe deren Effekt auf die Pandemie noch geklärt werden konnte (Nature: COVID-19 vaccines poised for launch, but impact on pandemic unclear).

Written by medicus58

2. Dezember 2020 at 14:59

Die Ruinen der österreichischen Pandemiepolitik

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Für viele sind es die dreistelligen Todesfälle (mit und an SarsCov2) , die wir in diesen Tagen betrauern, die unser Versagen in der Pandemie-Bekämpfung beweisen.

Es ist schwer wegzudiskutieren, dass Österreich normiert auf seine Einwohnerzahl aktuell überproportional hohe Zahlen an positiven PCRs hat, was sich letztendlich, da kausale Therapien fehlen, mit einer relativ konstanten Proportionalität in Todesfällen niederschlägt.

Die tückisch-grüne Regierung sieht die Schuld ohnehin immer bei den Regierten, die sich halt nicht an die Regeln gehalten haben. Wenn man aber offenen Auges durch die (Haupt) Stadt geht, dann fallen einem viele Dinge auf, die das unkoordinierte Auf und Zu der Regierungspolitik bezeugen:

Überall werden die Straßen von verlassenen Schanigärten (siehe Bild aus Bobo-Town) verstellt, weil man der im Frühjahr (ohne große Evidenz) total gesperrten Gastronomie eine Zusatzeinnahme unter dem Heizschwammerl versprochen hat. Jetzt verzichten viele Betriebe auf das jetzt (bei viel höheren Fallzahlen) erlaubte Catering, weil es sich besser von der Verlustabdeckung aus Steuergeld lebt.

Die von Anfang an sinnlosen Rotzrampen hat man erst im Herbst verboten, die vielen selbstgestrickten und schlecht sitzenden Nasenfetzen sind noch in Massenverkehrsmitteln Standard, obwohl hier zumindest ein mehrlagiger Mund-Nasenschutz Sinn machen würde. Für das Geld, das man sinnlos für die Massentests rauspulvert, sollte sich schon so eine OP Maske für jeden UBahn-Benützer ausgehen.

Ein anderes Mahnmal der unkoordinierten Pandemie-Politik sind Schulen, in denen nicht unterrichtet wird, die aber als Wärmestuben offen stehen.

Der schlimmste Flop der Regierungspolitik ist aber die viel langsamere Reaktion der Inzidenzen auf die Hunderten Maßnahmen und Verordnungen als wir es in den meisten anderen Ländern sehen.

Auch ein Blick auf den Straßenverkehr und der Vergleich mit dem ersten Lockdown zeigen, dass die Regierung die Reaktion der Bevölkerung trotz aller PKs, PR und Dauerberieselung mit Regierungsmitteilungen nicht mehr kontrollieren kann, weil sie offenbar das Vertrauen verloren hat.

Versuchen Sie jetzt am frühen Nachmittag so ein Foto von der Reichsbrücke zu schießen, wie ich es im ersten Lockdown geschafft habe:

Written by medicus58

28. November 2020 at 23:31

Rethink Corona or read my Swedish lips

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Solange PR-gesteuerte Politiker ihren Führungsanspruch durch die Pandemie festigen wollen, wird uns die Spirale aus Angst vor und durch drakonische Maßnahmen weiter hinunter ziehen.

Auf die Punkte, die seit dem Frühjahr klarer wurde als vorher, reagiert man überhaupt nicht adäquat.

Die Euphorie bald eine Impfung zu haben, hat inzwischen einige Dämpfer abbekommen:

Astra Seneca, Johnson&Johnson, Eli Lilly

Die Hoffnung auf eine stabile Immunität nach „natürlich durchgemachte“ Covid-19 wird durch Case Reports über zweimalige, in kurzem Abstand erlittene, schwerere und tötliche Infektionen, nicht bloß pos. Teste, erschüttert:

The Lancet, CNN, Nature

Und die WHO, die noch im Frühjahr Lockdowns als Sofortmaßnahmen forderte, warnt plötzlich Regierungen davor warnt Lockdowns als primäre Kontroll-Maßnahme zu nutzen.

Einiges hätte ja vielleicht Sinn gemacht, wenn man davon ausgehen hätte können, dass Covid-19 ein vorübergehende Problem werden würde, wie es zB SARS war. Seit Wochen scheint klar, dass es dies so nicht spielen wird.

Das Gesundheitssystem zu schützen statt die Kranken zu versorgen ist auf lange Sicht pervers.

Gesunde von der Parkbank zu flexen, ehe wir noch eine epidemiologisch wirklich bedrohliche Situation haben war autokratisch bis prädiktatorisch.

Das Durcheinander an lokalen und zentralen Maßnahmen (Sperrstunden, Personenzahl,…) und die permanente Drohung mit Lockdown, mit einem schwächer werdenden Licht am Ende des Tunnels ist weder medizinisch noch psychologisch sinnvoll.

Über die Problematik sich auf Tests und Contactracing zu verlassen, wurde schon hingewiesen: Thinking, Thinking statt Testing, Testing?

Was wir jetzt brauchen wäre das, was Tegnell und Giesecke schon zu Beginn der Pandemie forderten, auch wenn ihre Hoffnung auf Herden-Immunität sich nicht erfüllen wird.

Wenige verbindliche Regeln, allf. Zusatzmaßnahmen für gefährdete Gruppen und Akzeptanz, dass ein neuer Erreger zu zusätzlichen Krankheitsfällen und einzelnen Todesfällen führen wird.

Wer das als fatalistisch ablehnt möge Evidenz für ein besseres Konzept vorlegen.

Written by medicus58

14. Oktober 2020 at 12:53

Wollt Ihr den Totalen Krieg gegen das Virus?

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Wir hatten uns im Zeichen des harten Unglücksschlages … zusammengefunden zu einer Kundgebung der Einheit, der Geschlossenheit, aber auch der festen Willenskraft, mit den Schwierigkeiten, die dieser Krieg in seinen ersten neun Monaten vor uns auftürmt, fertig zu werden.

Es ist jetzt nicht der Augenblick, danach zu fragen, wie alles gekommen ist.

Die Stunde drängt!

Sie läßt keine Zeit mehr offen für fruchtlose Debatten. Wir müssen handeln, und zwar unverzüglich, schnell und gründlich, so wie es seit jeher unsere Art gewesen ist.

Ich habe die Aufgabe, Ihnen ein ungeschminktes Bild der Lage zu entwerfen und daraus die harten Konsequenzen für das Handeln der… Führung, aber auch für das Handeln des … Volkes zu ziehen.

Die … Nation steht damit vor der ernstesten Frage … , die Entschlossenheit aufzubringen, alles einzusetzen, um alles, was sie besitzt, zu erhalten, und alles, was sie zum späteren Leben nötig hat, dazuzugewinnen.

Es geht also nicht mehr darum, heute einen hohen Lebensstandard auf Kosten unserer Verteidigungskraft gegen das Virus aufrechtzuerhalten, es geht vielmehr darum, unsere Verteidigungskraft zu stärken auf Kosten eines nicht mehr zeitgemäßen hohen Lebensstandards.

Der totale Krieg also ist das Gebot der Stunde.

Es muß jetzt zu Ende sein mit den bürgerlichen Zimperlichkeiten.

(Jeder Satz des Ministers wird von wachsendem Beifall und stärkster Zustimmung begleitet.)

Die Gefahr, vor der wir stehen, ist riesengroß. Riesengroß müssen deshalb auch die Anstrengungen sein, mit denen wir ihr entgegentreten.

Wer diesen Kampf im übrigen Europa heute noch nicht versteht, wird uns morgen auf den Knien danken, daß wir ihn mutig und unbeirrt auf uns genommen haben.

Die Frage ist also nicht die, ob die Methoden, die wir anwenden, gut oder schlecht sind, sondern ob sie zum Erfolge führen

Es sind deshalb eine Reihe von Maßnahmen getroffen worden, die dieser neuen Optik des Krieges Rechnung tragen. Wir haben beispielsweise die Schließung der Bars und Nachtlokale angeordnet.

Nach dem Kriege wollen wir gern wieder nach dem Grundsatz verfahren: Leben und leben lassen. Während des Krieges aber gilt der Grundsatz: Kämpfen und kämpfen lassen!

Auch Luxusrestaurants, deren Aufwand in keinem Verhältnis zum erzielten Effekt steht, sind der Schließung verfallen.

Auch ungezählte Luxus- und Repräsentationsgeschäfte sind mittlerweile zur Auflösung gekommen. 

Wenn beispielsweise gewisse Männer und Frauen sich wochenlang in den Kurorten herumräkeln, sich dort Gerüchte zutratschen und schwer Kriegsversehrten und Arbeitern and Arbeiterinnen, die nach einjährigem, hartem Einsatz Anspruch auf Urlaub haben, den Platz wegnehmen, so ist das unerträglich und deshalb abgestellt worden.

Über die gesetzliche Verpflichtung hinaus also gilt jetzt die Parole: Freiwillige vor!

Ich frage euch:

Wollt ihr den totalen Krieg? Wollt ihr ihn, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt noch vorstellen können?

Ich frage euch: Ist euer Vertrauen zum Führer heute größer, gläubiger und unerschütterlicher denn je? Ist eure Bereitschaft, ihm auf allen seinen Wegen zu folgen und alles zu tun, was nötig ist, um den Krieg zum siegreichen Ende zu führen, eine absolute und uneingeschränkte?

(Die Menge erhebt sich wie ein Mann. Die Begeisterung der Masse entlädt sich in einer Kundgebung nicht dagewesenen Ausmaßes. Vieltausendstimmige Sprechchöre brausen durch die Halle: „Führer befiehl, wir folgen!“ Eine nicht abebbende Woge von Heilrufen auf den Führer braust auf. Wie auf ein Kommando erheben sich nun die Fahnen und Standarten, höchster Ausdruck des weihevollen Augenblicks, in dem die Masse dem Führer huldigt.)

Quelle: Sportpalast Rede Joseph Goebbels, Auslassungen mit … gekennzeichnet, Änderungen kursiv

Written by medicus58

9. Oktober 2020 at 08:17

Sterbehilfe erlauben wir nur dem Virus

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In einem Plädoyer für das Leben spricht sich Ex-Gesundheitsstadträtin Pittermann im aktuellen Standard gegen die Sterbehilfe aus und mischt verlässlich den Holocaust mit einer ohnehin nirgends verlangten Verpflichtung der Ärzte zur Tötung.

Vor dem Verfassungsgerichtshof argumentierte der Paliativmediziner Watzge ernsthaft (zitiert im heutigen Ö1 Abendjournal), dass schwer Kranke ohnehin häufig Infektionen entwickeln und dann das Recht hätten Antibiotika zu verweigern.

Und nach der ersten Welle der SarsCov2 Pandemie bezeichnete die Volksanwaltschaft die Regeln für Seniorenheime, die zum Schutz der am stärksten an Leib und Leben gefährdeten Personen erlassen wurden als gesetzwidrig und dem Selbstbestimmungsrecht der Menschen widersprechend. Natürlich verwies heute auch Patientenanwältin Pilz darauf, dass man doch die Betroffenen fragen sollte, bei Corona, nicht bei der Sterbehilfe.

Natürlich ist das Thema moralisch und praktisch nicht ganz einfach zu beurteilen, aber die heute geäußerten Gegenstimmen richten sich meines Erachtens selbst.

Written by medicus58

24. September 2020 at 19:20

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Urlaub von Corona VIII: Ist Österreich ausgestorben?

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Social Distancing ist vermutlich die sicherste Möglichkeit eine Ansteckung zu verhindern. In der österreichischen Provinz wird einem dies fast spukhaft vereinfacht, so ausgestorben ist alles, auch an manchen touristischen Anziehungspunkt.

Das abgebildete Stillleben wurde an einem der Orte geschossen von dem die Wikipedia schreibt, dass hier eines der bedeutendsten romanischen Bauwerken in Europas steht. Nicht nur der Busparkplatz ist leer, wie auch an vielen anderen Sehenswürdigkeiten, auch der Ort ist fast menschenleer. Eine Handvoll älterer Einheimischer sitzt in einer der beiden Konditoreien bei einem Bier, die Bäckerei hat nur am Vormittag kurz offen, die Kipferln und Schnecken in der Auslage werden morgen wohl etwas altbacken schmecken.

Auf der Straße trifft man niemand, Schuh- und Sportgeschäft haben mehrere Stunden Mittagspause, ein anderer Fachhändler Betriebsurlaub. Kein Wunder, dass Kärnten wenig Covid-19 Kranke hatte, das Virus hat sich selbst tot gelaufen. Und nochmals zur Erinnerung, das erlebt an nicht irgendwo, sondern neben wirklichen Sehenswürdigkeiten ersten Ranges.

Ähnliches findet sich auch in vielen anderen kleineren Orten, die mitten unter der Woche wie ausgestorben wirken, Gastwirtschaften und Händler geschlossen, kaum wer auf der Straße.

Es ist ein Gefühl, wie 2008 in London, als dort schon die Lokale leer standen als man bei uns noch nichts von einer Wirtschaftskrise wahrnahm.

Written by medicus58

6. August 2020 at 07:54

Urlaub von Corona in Kurzistan VII: Nahrungsaufnahme

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In Velden, am Donau Kanal,… viele beklagen, dass „die Leute, besonders die Jungen, feiern als gäbe es keinen Virus.“

Das mag an den genannten Orten wohl so sein, da fehlt mir die eigene Erfahrung, aber selbst auf den schönsten Plätzchen unseres Kurzistans hat man schon vor Anbruch der Dunkelheit, also gegen 19:00 bzw. 19:30 echt Schwierigkeiten noch ein normales Abendessen zu bekommen, geschweige sich im Trubel der Massen anzustecken.

Keine Einzelfälle, so erlebt im nördlichen Niederösterreich, in der Wachau, im Inntal, in Osttirol und selbst heute an einem der kleineren Kärntner Badeseen.

Ein kleiner, angeblich (Google Rezensionen) engagiert kochender Kleinbetriebe, der um 17:30 aufsperrt, hat um 17:35 leider keinen Platz mehr auf seinen 6 Tischen im Inneren. Draußen regnet und stürmt es, also keine Option.

Also nach nebenan ins leere Restaurant des leeren (kalt, Regen, Sturm) Seebades. Zwei einheimische Pensionisten vor je einem Bier, ein junger Mann (definitiv kein Einheimischer, Slowene?) macht sich am Zampfhahn zu schaffen und würdigt uns keines Blickes. Meine Frage, ob es was zum Essen gäbe, beantwortet eine der einheimischen Pensionistinnen „de haum so vü z’an trinken, de verkaffn es sogoar.“

Der junge Mann kommt nach weniger als 10 Minuten und bejaht freudig meine Erkundigung, ob es eine Speisekarte gibt. Bei der späteren Bestellung kam nochmal kurzfristig Ratlosigkeit auf, als er nachfragte, ob ich die Fritattensuppe „als Vorspeise“ haben wollte.

Am Ende waren Fritattensuppe und Kärntner Kasnudeln gar nicht mal so schlecht und das „Villacher“ eh außer Streit, nur Halligalli war es nicht. Sogar zum Zahlen musste man der, auch nicht einheimischen Kassiererin im inzwischen menschenleeren Lokal auflauern. Der Wind riss die Eingangstüre auf und wehte allfällige Viren aus der Gaststube, so dass virologische gesehen alles OK war, abgesehen von Salz und Pfefferstreuer am Tisch, aber das hatten wir eh schon in der Vergangenheit ventiliert.

Written by medicus58

4. August 2020 at 21:16

Veröffentlicht in Reisen

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