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Hart geht`s weiter in der Wiener Ärztekammer, Steinhart

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Eine Reformkoalition kürt offenbar den bisherigen Stv. Wiener Ärztekammerpräsident Johannes Steinhart zum Wiener Ärztekammerpräsidenten und kippt Szekeres, den ersten SPÖ-nahen Präsidenten auch der Österr. Ärztekammer.

Die Mehrheit in Wien ist knapp. Von 90 Mandaten bringen

Steinharts Vereinigung 26, We4you 6, Turnusärzte für Turnusärzte 6, Grüne Ärzte 4, Asklepios 2,  Wahlärzten Wien 1 und die Liste Integrative Medizin 1 Mandate, also insgesamt 46 Mandate ein.

Wenn es, wie bei der letzten Wahl, nach der Wahl erneut zu einem Wechsel von Kandidaten in eine andere Liste kommt kippt diese Koalition, auch wenn die 6 Mandate der MfG, mit denen niemand zusammen arbeiten will, einen gewissen Stoßdämpfer bedeuten.

Weshalb 2017 die Grünen Ärzte unter dem damaligen Fraktionsführer Mückstein unbedingt Szekeres krönen wollten und nun Steinhart küren, zählt zu den vielen Unstimmigkeiten unserer Standesvertretung.

Ob Steinhart, der seit 1989 Kammerrat ist, nach 33 Jahren die Kammerstruktur reformieren kann und will, mag zumindest hinterfragt werden. Ob der ehemalige (1993-1999) Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des Wohlfahrtsfonds, nun die Forderung seines neuen Koalitionspartners We4U Wohlfahrtsfond abschaffen umsetzen wird, mag ebenso bezweifelt werden, wie dass die Liste Integrative Medizin das richtige Signal auf da mediale Dauerfeuerwerk ist, die Ärztekamme würde paramedizinische Aktivitäten (Homöopathie, TCM, …) noch fördern.

Wir lehnen die Diffamierung einzelner bewährter komplementär-medizinischer Therapiemethoden ab. Wir unterstützen vielmehr die Referate für traditionelle und integrative Medizin in den Landes- Ärztekammern und betonen den Wert komplementärmedizinischer Zusatzausbildung für die tägliche Praxis und unser Recht auf einen respektvollen, wertschätzenden Umgangston gegenüber allen Diplominhaber*innen.

So wirklich weint in ersten Stellungnahmen in den (A)Sozialen Medien kaum jemand Szekeres eine Träne nach, aber ob die neue Koalition in Wien nicht erneut viel Kammerbeiträge verschlingen wird, um die unterschiedlichen Listen bei der Stange zu halten, darf nur gehofft werden. Möge sich mein Beitrag nach der Ärztekammerwahl 2017 Der Preis der Koalition nicht mit anderen Mitspielern auch 2022 wiederholen,

Ja, und was ich 2017 bezüglich einer gleichberechtigten Vertretung von Niedergelassenen und Angestellten KollegInnen unter WÄK Wahl Die Würfel scheinen gefallen geschrieben habe, scheint mir 2022 in der anderen Richtung eine Schieflage zu haben, zählt man die Ergebnisse beider Lager bei den Angestellten Ärzten zusammen: https://www.aekwien.at/wahlergebnis-2022

Written by medicus58

28. März 2022 at 18:40

WÄK Wahl: Die Würfel scheinen gefallen

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Gestern berichteten Presse  , heute der Standard und (online nicht auffindbar) offenbar auch der Wiener Kurier, dass wir in Wien erneut mit der Wiederwahl von Thomas Szekeres zum Wiener Ärztekammerpräsidenten rechnen können, da (da hat die Presse ein bisschen geschluddert)
insgesamt vier Fraktionen ein Koalitionsabkommen unterschrieben haben:

Team Szekeres: die Personenliste um den aktuellen WÄK Präsidenten
Wahlgemeinschaft: unter dem Personalvertreter Wolfgang Weismüller
Grüne Ärzte: mit dem Miteigentümer des von Wien hoch subventionierten PHCs in Mariahilf
Turnusärzte für Turnusärzte:  „die einzige Fraktion, die …. (sich laut ihres Wahlspruchs) zur Not auch gegen Ober-, Fach- und Stationsärzte wehren wird“
Kammer light: die Liste um das Kammer Urgestein Howanietz

Schauen wir uns nun die Zusammensetzung im Detail an, so stellt sich in erster Linie einmal die Frage, ob das die Breite Mehrheit ist, die nach der Wahl versprochen wurde: Nun ja, 47 : 43 Mandate ist nicht sehr breit ….
Die Grafik oben zeigt, dass die Opposition zu diesem, hinter den verschlossenen Türen einer Privatordination gezimmerten, Koalitionsabkommen eine deutlich ausgewogenere Zustimmung in den vier Wahlkörpern hätte.
Gruppiert man die beiden nach ihrer Verankerung in den beiden Kurien, den angestellten und den niedergelassenen Ärzten, so wird das noch deutlicher:

Wenn wir uns die Frage vorlegen, ob denn da die Wahlgewinner eine Koalition geschmiedet haben, oder wie das immer so genannt wird, dem Wählerwillen entsprochen haben, dann kommen einem profunde Zweifel.
Da es ja ein wildes Ringelspiel der Mandatare und Listennamen zwischen beiden Wahlgängen gab, sind die Wahlergebnisse aus 2012 nicht allzu leicht zu vergleichen, aber: Sieger sehen anders aus! 

Der amtierende Präsident hat zwar (im Vergleich zu den Sozialdemokratischen Ärzten) ein Mandat gewonnen, belegt aber trotzdem weit abgeschlagen hinter Steinhart Platz zwei.
Die Wahlgemeinschaft, hat zwar zwei Mandate gewonnen, dafür aber auch jede Menge Mandatare benötigt, deren standespolitisches Herz 2012 noch für anderen Fraktionen pochte.
Die Grünen Ärzte  haben ein Mandat, Kammer light gleich zwei Mandate verloren.
Wenigstens TfT haben die Anzahl ihrer Mandate gehalten.

Im Gegensatz dazu hat Steinhart, der Wahlsieger aus 2012 , heuer gleich mal drei Mandate dazu gewonnen und hält die absolute Mehrheit in der Kurie der niedergelassenen Ärzte und ist mit 10/47 Mandaten Drittstärkster bei den Angestellten.
Asklepios Union hat überhaupt aus dem Stand 11 Mandate gewonnen und wurde aus dem Nichts zur viertstärksten Fraktion!
So nebenbei ist AU auch gleich hinter TfT die zweitstärkste Vertretung bei den Turnusärzten geworden, ohne gleich den Kampf gegen alle anderen zu propagieren!

Ihr Medicus zählt auch zu denjenigen, die sehr viel an Herrn Steinhart kritisieren können.
Als langjähriger Schatten des ehemaligen Präsidenten Dorner ist nicht zuletzt er ein Symbol für vieles, was uns an der Wiener Kammer in der Vergangenheit störte. Ich empfand ihn stets als Meister der behende betriebene Spaltung der Ärzteschaft in Angestellte und Niedergelassene, nur um den eigenen Machterhalt zu sichern, nur muss man anerkennen, das das über 600 Wähler in der Kurie der Angestellten offenbar nicht so empfanden!

Ich halte es aber für demokratiepolitisch extrem gefährlich, eine Koalition zu schmieden, die primär gegen den Wahlsieger und die absolute Mehrheit der Mandatare gerichtet ist, die von Niedergelassenen gewählt wurden!

Und noch etwas:
Ich kann mich nicht entsinnen, dass viele von uns mit der aktuellen Kammerstruktur seit 2012 eine ungeteilte Freude hatten
,
alle, auch die Regierungsfraktionen versprachen schließlich nicht grundlos all die Änderungen:
schlankere, effizientere Strukturen,
weniger hochbezahlte Referate,
einen besseren Wohlfahrtsfond,
bessere Ausbildungsbedingungen,
…. kritisierten die fehlende Servicefunktion der WÄK,
fanden, dass wir kein Ansprechpartner mehr für die Politik sind …

Ja, und wer ist denn für das alles in der letzten Legislaturperiode verantwortlich gewesen?
Wer konnte sich erst nach Wochen daran erinnern, dass er Postenreduktionen im AKH unterschrieben hat?
Wer fand den unterschriebenen Vertrag mit Wehsely so lange gut, bis dieser endlich im Original leakte?
Wer glaubt denn wirklich, dass man gleichzeitig Personalvertreter und Kammerfunktionär sein muss?
Wer blieb bei allen Tiraden der Grünen Patientenanwältin gegen die Ärzte mäuschenstill?

Wer hat den aus dieser Koalition in der ÖÄK die Stimme Wiens eingebracht?
Und wer glaubt denn wirklich, dass das alles mit einem mehr vom Alten nun besser wird?

Steinhart und seine Vereinigung sind sicher für viele Fehlentwicklungen in der Vergangenheit verantwortlich,
aber dass sich Szekeres und seine alte/neue Koalition jetzt an ihre Sessel klebt, wird unsere Probleme vermehren, sicher nicht lösen …..

Schade …. ich beginne den geringen Grad an Wahlbeteiligung langsam zu verstehen …

Link: das Wahlergebnis im Detail:  Ohne Worte: Die Wahlergebnisse der Wiener ÄK Wahlen https://medicus58.wordpress.com/2017/03/26/ohne-worte-die-wahlergebnisse-der-wiener-aek-wahlen/

Written by medicus58

5. April 2017 at 18:58

Der Anfang vom Wahl-fang

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Wahl

War ein ziemliches Kunststück, dass Thomas Szekeres vor fast fünf Jahren da zusammengebracht hat:
Erstmals stellte „die SPÖ-Fraktion“ einen Wiener Ärztekammerpräsidenten und Kollege Steinhart, der ewige Kronprinz des bisherigen Wiener und Österreichischen Kammerpräsidenten Dorner konnte trotz Stimmenmehrheit seiner Fraktion die vermeintliche Erbpacht nicht antreten (http://wien.orf.at/news/stories/2531889/).
Die Mehrheit war knapp, Trotz Verdoppelung der persönlichen Mandate erreichte der bisherige Vizepräsident Szekeres nur 52 von 90 Stimmen in der Vollversammlung der Wiener Ärztekammer und hatte keine Chance auf die Führung in der Österreichischen Kammer, da er dort den letztendlich ebenfalls gescheiterten Reisner unterstützen musste.

Der Preis war hoch:

Erstens benötigte er eine heterogene Koalition von fast allem, was nicht „Vereinigung“ war:
„Sozialdemokratischen Ärzte“ (16 Mandate)
„Wahlgemeinschaft“ (13)
„Grüne Ärzte“ (7)
„Kammerlight“ (6)
„Turnusärzte für Turnusärzte und Assistenten“ (5)
„Wohlfahrtsfonds – Nein, Danke!“ (2)
„Team Reisner“ (2) um den Niederösterreichischen Kammerpräsidenten (!!!) = 51 Mandate.
Zweitens erhielt er erst durch die Stimme von Eva Raunig vom „Hausärzteverband“ die nötige Unterstützung auch der „Niedergelassenen“,
die Szekeres so wichtig war (ohne die er nicht das notwendige Viertel der Kurie bekommen hätte, der er selbst nicht angehört), dass er extra für sie das Amt einer Dritten Kammerpräsidentin schuf,
das wir seither zusätzlich bezahlen müssen.
http://diepresse.com/home/innenpolitik/755721/Machtwechsel-in-der-Aerztekammer-Wien_Szekeres-neuer-Chef

Trotz der zahlenmäßigen Stärke der Wiener Ärzteschaft wanderte die Führung der Österreichischen Ärztekammer an den farb- und bedeutunglosen Wechselberger.
Zum Glück muss man vermutlich sagen, denn die Alternative wäre der OÖ Kammerpräsident Niedermoser gewesen, über den und seine Rolle in der Ärzteausbildung konnte man hier schon mehrfach lesen:

Niedermoser: Who’s side are you on
https://medicus58.wordpress.com/2014/03/13/niedermoser-whos-side-are-you-on/
ÄrzteRausbildung neu https://medicus58.wordpress.com/2016/11/20/aerzterausbildung-neu/
Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick https://medicus58.wordpress.com/2014/12/28/arztemangel-nimmst-dus-mir-so-nehm-ichs-dir-eine-art-viele-jahre-ruckblick/
Kollege Niedermoser wurde mit der Führung der Arztakademie belohnt, wo er nun auf unser aller Kosten die Gelddruckmaschine Arztprüfung, ärztliche Fortbildung und Akkreditierung anwerfen darf.

Viel ist seither geschehen:

Von der ersten Vizepräsidentin Raunig (Hausärzteverband) war bald nichts mehr zu hören.
Der zweite Vizepräsiden Leitner (Wahlgemeinschaft) spielte keine allzu rühmliche Rolle in den Arbeitszeitverhandlungen mit Frau Wehsely und dies berät inzwischen ihren ehemaligen Lieferanten Siemens.
Der dritte Vizepräsident Steinhart (Vereinigung) ließ noch kurz vor Jahresende „seine Niedergelassenen“ streiken (Warum sowohl Ärztestreik als auch „Gesundheitsreform“ scheitern müssen https://medicus58.wordpress.com/2016/12/13/warum-sowohl-aerztestreik-als-auch-gesundheitsreform-scheitern-muessen/),
so wie das schon „die Angestellten“ schon im September taten (Alles keine Ärzte? – die Bilder zum Streiktag https://medicus58.wordpress.com/2016/09/13/alles-keine-aerzte-die-bilder-zum-streiktag/), schwang bei beiden Veranstaltungen markige Reden, vermied aber tunlichst beide Gruppen zu solidarisieren, um „der Gegenseiten“ nicht wirklich weh zu tun.
Ja und der Präsident ist schon längst aus er SPÖ ausgetreten und will angeblich bei der kommenden Wahl als eigene Liste antreten, obwohl er auf der HP der  „Sozialdemokratischen Ärzten“ (http://www.sozdemaerzte.at/servlet/ContentServer?pagename=X01/Page/Index&n=X01_3.a.a&cid=1151322337255 Abruf 22.1. 18:00 ) noch als 1. Stv . Vorsitzender genannt wird.

Beschädigt sind sie alle, die Spitzenfunktionäre und das Amt, so dass vor der kommenden Kammerwahl auch einige andere der bisherigen Akteure die Mäntelchen wechseln.
Um vielleicht diesmal großkoalitionäre Kontrahenden zu generieren, wurde inzwischen auf Vorschlag der Kammer vom Bundesministerium auch gleich einmal das Wahlrecht geändert, um es kleinen Gruppen schwieriger zu machen überhaupt in die Kammer zu kommen (http://derstandard.at/2000035713841/Aerztekammerwahl-Mindestzahl-fuer-Kandidatenlisten-vorgesehen).
Aber schließlich schwadroniert der Bundeskanzler ja auch plötzlich vom Mehrheitswahlrecht.

Wir alle werden höllisch aufpassen müssen, dass wir und unsere Mandatare nicht nachträglich unseren Kritikern die Bestätigung dafür liefern, dass an all den Unzulänglichkeiten im Gesundheitssystem nur die „steinharte Politik“ der Ärztekammer schuld ist.

 

 

Written by medicus58

22. Januar 2017 at 19:36

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