Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Ehrlich gesagt habe ich Corona nie gemocht

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Und gesund war es auch nie, das Corona Bier, auch wenn sich die Gerüchte der 80er Jahre es enthielten Urin als Verleumdung eines Importeurs heraus stellten.

Eigentlich begann ich diesen Text mit der Intention Sie davor zu warnen, nicht jede Panikmache im Zusammenhang mit der aktuellen Coronavirus Verbreitung zu glauben, muss aber zugeben, dass der Wahnwitz inzwischen wirklich grenzenlos wütet.

Das Netz ist voll mit Erklärungen, dass das Corona Bier nichts mit dem Coronavirus zu tun hat: Selbst Forbes ist das einen Artikel wert.

Der ORF füllt inzwischen die Airtime mit einander scheinbar widersprechenden Experten wer welche Maske wann tragen soll, ungeachtet der Tatsache, dass die Dinger längst ausverkauft sind.

Das permanente Händewaschen ist nicht ganz zu Unrecht die kostengünstigste Waffe im Armatorium der Hygiene, wie sie bei täglicher U-Bahn Nutzung praktischerweise angewandt werden soll, bleibt noch offen. Sie dürfen jedoch davon ausgehen, dass Sie die Vermeidung der „totbringenden Haltegriffe“ Sie noch mit größerer Wahrscheinlichkeit auf der Unfall als auf der Infektion landen.

Wenn der Ärztekammer Präsident auf Facebook sagt,

es ist uns besonders wichtig, Menschen mit Infektionsverdacht von Arztpraxen und Spitalsambulanzen fernzuhalten

ist das epidemiologisch zwar sinnvoll, auf den ersten Blick aber für einen Arzt aber missverständlich. Natürlich ist der Satz aus dem Zusammenhang gerissen, aber so kam es zuerst über die Sozialen Medien daher.

Vermutlich ist augenblicklich ohnehin alles zu viel und zu wenig, zu ernst oder zu sarkastisch und in jedem Fall schon überholt, ehe Sie es lesen, d. h. noch ein Tipp:

Ob Mundmasken das Ansteckungsrisiko minimieren ist nicht völlig geklärt, Mundhalten ist gegen Tröpfcheninfektionen sicher wirksam.

Written by medicus58

27. Februar 2020 at 18:11

Generika und die bösen Ärzte

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Dutzende Medikamente, vor ein paar Tagen sprach der Kurier von 50, heute der ORF von 80 und der Standard von 1% von 13.000 Produkten, sind aktuell nicht lieferbar. Stand heute geht es um 210 Präparate.

Auch Ihr Medicus zählt zu denen, die schon stundenlang herumtelefonierten, um ein akut benötigtes und wirklich lebensnotwendiges Präparat herbeizuschaffen. Die Gründe sind komplex und finden sich alle irgendwo zwischen Globalisierung und Gewinnmaximierung der Pharma Industrie und dem Parallelhandel des Großhandels, was man zumindest ersterer, sorry politisch Gleichgesinnter, börsennotierten Unternehmen nicht wirklich verbieten kann ohne unser Wirtschaftssystem prinzipiell in Frage zu stellen. Wozu ja kaum jemand bereit zu sein scheint …

Warum man über den Parallelhandel nicht spricht ist mir unverständlich…

Wie immer wenn es ein für die Politik brisantes Problem gibt, taucht Patientenanwalt Bachinger auf und findet eine Lösung, die zwar denen hilft, die ihn eingesetzt haben, aber weniger den (berechtigten oder unberechtigten) Interessen der Patienten.

Vergleiche:
Wessen Anwalt ist denn ein Patientenanwalt?
Spitalsranking: Freut Euch nicht zu früh

Jurist Bachinger weiß natürlich sofort, dass die Lösung in der ärztlichen Verschreibung von Substanznamen statt der Verschreibung bestimmter Präparate die Lösung wäre und erntet natürlich das Wohlwollen der Apothekerkammer, während Ärztekammerpräsident Szekeres im Interview nur die Rolle des Bremsers bleibt, wenn er darauf hinweist, dass es schon noch Sache des Arztes wäre, Medikamente für ihre Patienten auszuwählen. Was er nicht anspricht, kommt (siehe unten) dann nach einer Schrecksekunde als APA-OTS, war aber im Ö1 Morgenjournal weder aus seinem Munde zu hören (politische Korrektheit?) noch Thema für die Moderatorin.

Jetzt ist die Frage, in welchem Ausmaß Generika den Originalpräparationen gleichwertig sind eine endlos diskutierte Frage und wird hier nicht zu beantworten sein. Wie die meisten ist auch Ihr Medicus der Meinung, dass es für viele Präparate wirklich egal ist, aber der Gesetzgeber misst bei der erleichterten Zulassung von gleichen Wirkstoffen mit unterschiedlicher Galenik mit zweierlei Maß (Beispiel Schilddrüsenhormone). Auch soll nicht unterschätzt werden, dass vor allem betagte Patienten oft schon durch eine andere Packungsfarbe verwirrt werden.

Wie so oft im Gesundheitssystem geht es aber den Mitspielern um anderes: So wie Bachinger eher der Anwalt politischer Interessen ist als der der Patienten, kommt häufig das Gute nicht aus sondern in die Apotheke (Vergleiche: Das Gute kommt aus der Apotheke ….).

Die Liebe der Apotheker zur E-Medikation in ELGA ist nicht ausschließlich der Sorge um medikamentöse Interferenzen geschuldet sondern einerseits, so wie der Wunsch einer Wirkstoffverschreibung, der vereinfachten Lagerhaltung (wie viele Generika des selben Wirkstoffs soll man sich den aufs Lager legen?) sondern auch der Abwehr von DM, BIPA et al, die schon längst (wie übrigens auch international sehr häufig) rezeptpflichtige Präparate abgeben. Da habe ich übrigens noch keinen Apotheker erlebt, der so wie jetzt bei der Wirkstoff-Verschreibung (aut-idem) auf internationale Beispiele verweist.

Da hilft es nur wenig, wenn die ÖÄK dann eine OTS-Aussendung nachschießt und auf die finanziellen Interessen der Apotheker in dieser Frage verweist. Das liest dann eh niemand mehr …

Aut-idem: Hier geht es nur um finanzielle Vorteile für die Apotheken

Verstehen Sie mich richtig, persönlich besorge ich mir die meisten Medikamente in der Apotheke auch über den Wirkstoff und nehme das Präparat, das gerade im Lager liegt, aber ich mache auch begründete Ausnahmen.

Was mich hier viel mehr ärgert, ist das Missverhältnis wie mit der beruflichen Qualifikation einzelner Berufsgruppen umgeht:

Nach meiner Erfahrung ist es in vielen Apotheken gängige Praxis, dass verschreibungspflichtige Medikamente ohne akuten Notfall nur auf Basis der diagnostischen Fähigkeiten des Apothekers abgegeben werden (Der Kunde ist König und der Patient Kaiser) und das wirkliche Geschäft im zusätzlichen Verkauf anderer Produkte (Homöopathika, Vitamine, Kosmetika, ….) liegt.

Wird beim üblichen Husten-Schnupfen-Heiserkeit-Magenschmerzen, Schlafstörungs-Patienten eh egal sein, nur wird die Qualifikation zur Diagnosestellung im Pharmaziestudium nicht annähernd so ausführlich vermittelt, wie im Medizinstudium. (Meine Ärztegeneration hat auch eine Pharmakologieprüfung absolviert, nur kenne ich keinen Arzt der auf die Idee käme sich nun als Apotheker zu betätigen.) Für die Apotheker ist hier die Hemmschwelle deutlich niedriger.

Oder ganz trivial: Was würde die Behörde sagen, wenn Sie auf die Dienste eines Architekten oder Statikers beim Bau Ihres Eigenheims verzichten wollten, weil schließlich der Maurer schon seit Jahren Häuser baut und schon wissen wird, wie das geht …..

Sollen sich die Apotheker was ersparen, aber dann sollen sie das eingesparte Geld an das öffentliche Gesundheitssystem zurück geben …

Written by medicus58

13. August 2019 at 16:25

KAV, und wer wird’s?

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Nachdem der Wiener Krankenanstaltenverbund seit über einem Jahr keinen Generaldirektor mehr hat
und auch die interimistische Führung seit der Nicht-Verlängerung des Siemens-Mannes Balázs nicht mehr so funktioniert, wie damals angekündigt,
teilen wir uns zwar mit dem AKH den Wetzlinger,
wissen aber noch nicht so genau, ob wir schon Wien Kliniken? so wie Wien Energie oder vorerst noch KAV heißen.
Nachdem Wehsely noch knapp vor ihrem Abgang ihrem neuen Arbeitgeber einen großen Auftrag zugeschanzt hat und auch ihre Nachfolgerin ein Ablaufdatum hat, wissen wir auch nicht wer die/der Nächste sein wird, der die politische Verantwortung für 30.000 Mitarbeiter und ein Problemspital an der Brünnerstraße übernehmen muss.

In den Medien geistern neben der  Ex-GM Pamela Rendi-Wagner, ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres auch immer wieder der Chef des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker, herum.

Österreich, „das für so was gar nicht Gratis-Blatt“, ruft eher eine Experten- als eine Politikerlösung aus:
Damit hat Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres die besten Karten, wenn er letztlich Ja sagt. Pamela Rendi-Wagner hat nur noch Außenseiterchancen. 

Die Krone, hält sich völlig unbestechlich noch bedeckt und beweint, dass die Stadtregierung zerbröckelt, nachdem sie knapp vor der SP Klausur (Energetiker Skandal) dazu die mediale Tapete geliefert hat. Auch sie spricht von Szekeres und Rendi-Wagner.

Der Standard beweint den zerpflückten linken (?) Flügel der SPÖ und zitiert gleich ein Who is Who:
Eine weitere Ex-Ministerin, die immer wieder für Ludwigs Team genannt wird, ist Pamela Rendi-Wagner. Für sie gilt jedoch dasselbe wie für Drozda: Sie steht auf der falschen Seite. Zudem ist die Ex-Gesundheitsministerin kaum in der Wiener Partei verankert. Der Chef des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker, wurde bereits als möglicher Nachfolger von Sonja Wehsely gehandelt. Auf Anfrage wollte er sich
nicht dazu äußern. Damals wie heute war auch Gemeinderätin Claudia Laschan aus Rudolfsheim-Fünfhaus im Gespräch. Ein weiterer
Externer ist Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres.

Auch die Wiener Zeitung geht es mit Der Nächste bitte etwas diffuser an und sieht im Gesundheitsresort neben Hacker, der aber auch Finanzer werden könnte, Rendi-Wagner und Szekeres.

Wer die Fährte in Richtung unseres Ärztekammer-Präsidenten gelegt hat, weiß ich nicht, aber weshalb der seine gut bezahlten Kammer- und Uni-Jobs aufgeben soll, um den Genossen, die ihn abgeschossen haben, die Kastanien aus dem sandigen Fundament des KH Nords zu holen, entzieht sich ebenso meiner Kenntnis, wie ob er denn schon wieder in die SPÖ eingetreten ist, aber beides bezweifle ich.

Rendi-Wagner halte ich für zu intelligent, um sich für die Faymann(!)-Fraktion in der Wiener SPÖ opfern zu lassen, obwohl sie wenigstens SPÖ Mitglied geworden ist, glaube ich.

Weshalb sich Hacker , der sich als Häupl-Intimus schon weigerte den Milliardentopf FSW zu verlassen, um sich im Scheinwerferlicht grillen zu lassen, mag sich mir im Gegensatz zur Presse auch nicht ganz erschließen, aber wer weiß.

Und wenn Ludwig sich wirklich mit Claudia Laschan politisch verbunden fühlt, wird er sie doch nicht so hinrichten?

Ich wundere mich nur, weshalb sich niemand an die ehemalige KAV Direktorin Susanne Herbek denkt, die 2016/17 überraschend von der ELGA Ges.m.b.H. in den FSW gewechselte und auch gleich von Wehsely zur Seniorenbeauftragten der Stadt Wien ernannt wurde.
Lang hätte sie ohnehin nimmer, so das das mit dem CV nicht sooo ein Problem wäre und das Gehalt würde passen.
Ich mein, wenn sich das sonst niemand antun will ….

Written by medicus58

16. April 2018 at 20:28

Aua, VA: weshalb sagt denn keiner das Richtige?

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Wer entweder aufmerksam das Regierungsübereinkommen von Tückisch-Blau oder um Zeit zu sparen am 17. Jänner diesen Blog gelesen hat:
Gesundheit: Zwischen den Zeilen des Regierungsprogramms
wusste, was man mit der Unfallversicherung vor hatte:

Und wieder hört man die Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer trappsen:
vereinbarten Lohnnebenkostensenkung im Ausmaß von 500 Millionen Euro
(Absenkung des Unfallversicherungsbeitrags auf 0,8%)
und der AUVA geht es an den Kragen, bzw. den Unfallpatienten!

Wer überdies schon am 22. Dezember 2017 hier das Porträt der Frau Gesundheits- und Sozialministerin überflogen hat:
Was das Christkind wirklich bringt ist nicht Rechtes Abbiegen bei Rot
wusste, dass jemand mit dieser Vita das Programm auf Biegen und Brechen exekutieren wird.

Wie schon beim augenblicklich schon wieder weitgehend verdrängten BVT Skandal, kommen zu all den ideologischen Beweggründen einer rechts konservativen, neoliberalen Regierung auch sehr persönliche Motive der Hauptakteure dazu.
Dass sich der Innenminister neben der üblichen Umfärbungsaktion auch ohne fragen zu müssen einen Überblick verschaffen wollte, was denn die Behörden über seinen eigenen rechten Rand alles weiß, ist ebenso nicht ausgeräumt wie der Verdacht,
dass sich die Gesundheitsministerin, die vor ihrer Berufung zur Ministerin erfolglos einen AUVA-Generaldirektorenposten einklagte (Kleine Zeitung),
bei ihrer vorzeitigen Verkündigung die AUVA aufzulösen auch noch ein paar persönliche Rechnungen begleichen will!

Wie immer, wenn es um regionale (föderale) Seilschaften geht, schließen sich akut die Reihen scheinbarer Gegner, um gemeinsam jede Änderung zu verhindern:
Föderalismus und Kammern, das unselige Pärchen
Föderalismus und Kammern, das unselige Pärchen Teil 2 oder deren Selbsthilfe

Einen guten Überblick über das, was hinter dem Konfliktherd AUVA faktisch steht, gibt heute der Standard.
Was aber ärgert ist die sachlich am Hauptthema vorbeigehende öffentliche Argumentation derer, die es besser wissen müssten, aber einiges Verschweigen, um ihre Schäfchen im Trockenen zu halten.

Ärztekammerpräsident Szekeres
greift sogar zu einer für seine Verhältnisse fast Kronenzeitung-reife Wuchtl„Man darf sich dann nicht mehr den Fuß brechen.“
Er weiß es aber als Wiener Kammerpräsident, dass für das Gangbettenproblem des Wiener Krankenanstaltenverbundes nicht nur die Grippeviren sondern zu einem großen Teil die schon in den letzten 10 Jahren zurückgefahrenen Leistungen der AUVA Unfallspitäler (Rettungskontingente, Stationssperren, Wochenendbetrieb, …)  verantwortlich waren. Das hat er weniger öffentlichkeitswirksam kundgetan.

Seit Jahren, also auch schon ganz munter unter Rot-Schwarz (Voll daneben: Lohnnebenkosten) haben Bundesregierungen alles versucht die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber zu senken,
aber ihren Wähler peinlich verschwiegen, dass es sich dabei um IHRE soziale Absicherung handelt, früher hätte man übrigens noch Wohlfahrtsstaat gesagt.:
Arbeitsübereinkommen 2017-18: 
Nach der schrittweisen Senkung der Lohnnebenkosten im Ausmaß von 1 Milliarde Euro werden die Lohnnebenkosten noch einmal gesenkt.
war übrigens hier auf diesem Blog schon im Februar 2017 zu lesen.
Also wenn sich nun die SPÖ medienwirksam gegen die Absicht von Tückisch-Blau aufregt, hätte sie auch vor einem Jahr gleich wieder ihren noch relativ frisch gebackenen Christian Kern wegputschen können!
Sorry, auch der  Doublespeak des Wirtschaftskämmerers Biach ist doch zum Kotzen, der im Gegensatz zur Ministerin jetzt schon weiß, wie die AUVA ein Drittel ihres Budgets, also die ominösen 500 Mille einsparen kann:
„100 Mille eh noch heuer, den Rest muss halt jemand anderer zahlen“.
Dass der jemand natürlich genau die Krankenversicherungen sein werden, die schon jetzt regelmäßig Miese schreiben, verschweigt er wortreich.

Dabei wäre es so einfach und ich ersuche sie einmal ganz scharf nachzudenken, weshalb das Folgende in KEINER WORTMELDUNG auch nur angedacht wird.

Klar, durch Veränderungen in der Arbeitswelt machen klassische „blutige“ Arbeitsunfälle am Hochofen und in der Künette nicht mehr 1,3 Prozent der Lohnsumme aus, die die Arbeitgeber nun einzahlen müssen.
Dass sie sich mit diesem Geld aber auch gleich eine Vollkaskoversicherung erkaufen, dass sie von den (im Rahmen ihrer Berufstätigkeit) zu Schaden gekommenen Arbeitnehmern nicht verklagt werden können, steht auf einen anderen Blatt.

Für die statutengemäße Versorgung der Arbeitsunfälle sind die aufgebauten Strukturen der AUVA mit ihren Spitälern, Ambulanzen und Rehazentren überdimensioniert
(die Ärztegehälter und -dienstzeiten zumindest früher übrigens auch viel komoder als in anderen öffentlichen Bereichen),
so dass es für alle Seiten, AUVA, Krankenversicherungen und Finanzminister von Vorteil war, auch die Versorgung von Verkehrs- und Freizeitunfällen zu übernehmen.
(als ich in den 80ern im Wiener Rettungswesen arbeitete, zumindest damals auch viel professioneller als im Hanusch oder KAV ….)

Im Gegensatz zu den klassischen „blutigen“ Arbeitsunfällen haben andere berufsassoziierte Erkrankungen (der Begriff Berufserkrankungen ist da zu eng gefasst), wie Burnout, Kontakt- und Inhalationsallergien, teilweise (nicht alle) Erkrankungen des Bewegungsapperates zugenommen und manche psychiatrische und psychosoziale Störungen werden vermehrt durch den Arbeitsalltag ausgelöst oder aggraviert. Diese zunehmenden Kosten werden aber fast ausschließlich vom öffentlichen Gesundheitssystem und nicht von den Arbeitgeberbeiträgen zur AUVA bezahlt. Um das nicht allzu laut werden zu lassen, hat man vorsorglich schon vor Jahren (und ohne hörbaren öffentlichen Aufschrei) die Arbeitsmedizinische Forschung eingedampft!
Schließt man nun auch die AUVA und ihre Strukturen ersatzlos, hat man nach der Bankenkrise wieder Gewinne privatisiert und Kosten kommunalisiert.

Die einzige Lösung dieses unwürdigen Herumgeschiebes von Rechnungen
Mein Patient, Dein Patient, das Budget ist nicht für alle da
wäre eine Finanzierung des öffentlichen Sozial- Pflege- und Krankenwesens aus einer Hand.
Das hören Sie aber von niemandem im augenblicklichen medialen Getöse.

Der einzige Nachteil, alle anderen medial geäußerten Gegenargumente von Kammern, Interessensvertretungen, Politikern, Selbsthilfegruppen, … gemachten Gegenargumente sind als Klientelpolitik leicht entlarvbar, wäre aber der Verlust von freundschaftlich vergebbaren Pöstchen in diesem undurchdringbaren Netzwerk!

Ja, und davor fürchten sich alle, die Kammerpräsidenten, die Landeskassen, die Gesundheitspolitiker, denn womit könnte man sich denn dann noch bei Freunden bedanken, ohne dies in der eigenen Bilanz zu offensichtlich werden zu lassen.
Wenn aber nun ein kleiner Teil dieses Netzwerkes gerade deshalb zerstört wird, weil sich eine Ministerin nun an denen rächen kann, die ihr kein Pöstchen gegeben haben,
dann hat das schon etwas Shakespeare’haftes.
Unser aller Eintrittskarten zu dieser Tragöde sind aber leider ziemlich teuer.
Wenn es aber – ungewollt – im Rahmen dieser Vendetta dazu kommt, dass immer mehr Menschen sich fragen, weshalb wir keine einheitliche Planung und Finanzierung für diese Kernaufgaben, dann könnte man sich ja fast schon mit dieser Regierung anfreunden ….

Written by medicus58

7. April 2018 at 14:29

Der Preis der Koalition

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Die Spatzen pfiffen es seit Wochen von den Dächern, mit erfolgreichen Koalitionsverhandlungen und seiner Wiederwahl als Wiener Ärztekammerpräsident hat Thomas Szekeres offenbar den Grundstein für seine Wahl zum Präsidenten der Österreichischer Ärztekammer gelegt.

Während der bisherige Kammerpräsident Wechselberger nach seiner fulminanten Wiederwahl in Tirol mit 32/49 Mandaten (=65%)  noch mit einer Wiederwahl in der Bundeskammer noch spekulierte:
Angesprochen auf eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt in der Bundeskammer, zeigte sich Wechselberger zwar interessiert, aber noch zurückhaltend. Die „Grundvoraussetzung“ sei mit dem Wahlerfolg bzw. der Bestätigung in Tirol nunmehr gegeben. In der Bundeskammer gebe es jedoch „andere Gesetzmäßigkeiten“, verwies Wechselberger etwa auf die Notwendigkeit, „Mehrheiten zu suchen“. Deshalb sei ein erneutes Antreten derzeit noch „Spekulation“.
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/5175211/AerztekammerWahl_Wechselberger-gewinnt-Heimspiel-in-Tirol

ließ er zuletzt ausrichten, nicht mehr für die Bundesärztekammer zur Verfügung zu stehen.

Auch andere (eher im ÖVP-Umfeld agierende LandesÄKpräsidenten, wie OÖ Niedermoser 32/45 Mandate =71%) wurden zwar ebenso glatt bestätigt, werden aber letztlich einem stillen Übereinkommen folgend, den Wiener Szekeres (49/90=54%) zum Präsidenten der Bundesärztekammer wählen.

So weit so gut und Gratulation zu einem erfolgreichen Powerplay, nur sollen wir nicht darauf vergessen, dass das alles auch seinen Preis hat,

…den wir mit unseren Kammerbeiträgen zu finanzieren haben.

Im Vorfeld der letzten Kammerwahl habe ich mich schon mit den meiner Meinung nach überborden Referatsstrukturen in verschiedenen Landes- und der Bundesärztekammer beschäftigt:
Relata refero: Wieder keine Wahlwerbung

https://medicus58.wordpress.com/2017/02/19/relata-refero-wieder-keine-wahlwerbung/

Den wenigsten der etwa 45.000  Mitgliedern der Ärztekammer ist wirklich bewusst, dass nicht nur die gewählten Kandidaten „in der Kammer arbeiten“, sondern viele zusätzliche Posten zu besetzten sind.

Rein prinzipiell ist das ja nichts Schlechtes, denn obwohl Landes- und Bundeskammern eine immer größere Anzahl an Personen anstellen, um den Eigenbetrieb aber auch den Betrieb ihrer „Töchter“ (Arztakademie, ÖQuMed, Ärzteverlag, …) zu gewährleisten und natürlich auch Rechts- und Finanzabteilungen fachlich qualifizierte Nicht-Ärzte benötigen, werden die Kammern auch mit vielen Anfragen oder Serviceleistungen befasst, für die die einschlägige Expertise bestimmter Ärzte erforderlich ist.
Während das für umwelt- oder arbeitsmedizinische Fragen leicht einzusehen ist, stellt sich die Frage bei Referaten wie „Ärzteball„, „Medizinalratsausschuss“ oder „Wartezimmer TV“ schon etwas dringlicher, da zum Teil die betreffenden Leistungen ohnehin von Externen erbracht werden bzw. wohl kaum in solcher Häufigkeit anfallen, dass die Kammern hier 12 Monate im Jahr ein Referat aufrecht erhalten müssen. Schon vor der Wahl beschlich einen deshalb  das Gefühl, dass mit den Referatsleitungen „verdiente Mitstreiter“ von der eigenen oder koalitionären Wahlliste belohnt werden mussten.

Nochmals, selbstverständlich sind Leistungen für die Kammer, die im Idealfall dem Berufsstand dienen, adäquat zu entlohnen, aber dafür gibt es Stundensätze und Sitzungsgebühren. Hier geht es aber um Pauschalen für mitunter exotisch anmutende Aufgabenbereiche und um Mehrfach-Einrichtungen, die effizienter nur einmal bundesweit in der ÖÄK eingerichtet werden sollten.

Wenn Handystrahlen gefährlich sind, dann am Boden- ebenso wie am Neusiedlersee.

VOR der Wahl haben alle Fraktionen, natürlich auch die, die jetzt in Wien eine Regierungskoalition eingegangen sind, eine schlanke Kammer versprochen:

Team Szekeres vormals Sozialdemokratische Ärztevereinigung

Wahlgemeinschaft Ärzte für Ärzte vormals allerhand

Die Fraktion ohne Ablaufdatum: Turnusärzte für Turnusärzte

Es grünt so grün – Schlaglichter aus der Wiener Fraktion Grüne Ärztinnen und Ärzte

Kammer light: Die Fraktion auf Diät

Während es auf der Homepage der Wiener Ärztekammer vor der Wahl eine Zusammenstellung aller Referate einschließlich der für Referatsleiter und Stv. bezahlten Entschädigungen auffindbar war, stellt sich augenblicklich die Lage nicht mehr so glasklar dar. Nur die Kurie der Niedergelassenen erwähnt einige wenige Referate, wieviel Entschädigungen bezahlt werden bleibt ein Geheimnis. Wie wir zahlenden Kammermitglieder denn im Bedarfsfall den zuständigen Service finden sollen, wenn wir diesen auf der Homepage gar nicht finden, erschliesst sich vermutlich nur Eingeweihten – und hoffentlich det hauseigenen Vermittlung.

Jedenfalls wendete die Wiener Ärztekammer vor der letzten Wahl allein für Leiter und Stv. ihrer über 40 Referate weit über 40.000€ pro Monat (!!!) auf! 

Nach den mir vorliegenden Unterlagen ist für die laufende Legislaturperiode die Anzahl der Referate in der WÄK um über 60% angehoben worden!

Natürlich erhielten auch Mandatare der Opposition ihre Referate, schließlich muss doch auch für Querschüsse aus den eigenen Reihen Vorsorge getroffen werden.
Was das kostet, müssen Sie Ihre Mandatare fragen, denn … (siehe oben) die Kammer wurde weder schlanker noch transparenter.

Written by medicus58

22. Juni 2017 at 19:55

WÄK Wahl: Die Würfel scheinen gefallen

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Gestern berichteten Presse  , heute der Standard und (online nicht auffindbar) offenbar auch der Wiener Kurier, dass wir in Wien erneut mit der Wiederwahl von Thomas Szekeres zum Wiener Ärztekammerpräsidenten rechnen können, da (da hat die Presse ein bisschen geschluddert)
insgesamt vier Fraktionen ein Koalitionsabkommen unterschrieben haben:

Team Szekeres: die Personenliste um den aktuellen WÄK Präsidenten
Wahlgemeinschaft: unter dem Personalvertreter Wolfgang Weismüller
Grüne Ärzte: mit dem Miteigentümer des von Wien hoch subventionierten PHCs in Mariahilf
Turnusärzte für Turnusärzte:  „die einzige Fraktion, die …. (sich laut ihres Wahlspruchs) zur Not auch gegen Ober-, Fach- und Stationsärzte wehren wird“
Kammer light: die Liste um das Kammer Urgestein Howanietz

Schauen wir uns nun die Zusammensetzung im Detail an, so stellt sich in erster Linie einmal die Frage, ob das die Breite Mehrheit ist, die nach der Wahl versprochen wurde: Nun ja, 47 : 43 Mandate ist nicht sehr breit ….
Die Grafik oben zeigt, dass die Opposition zu diesem, hinter den verschlossenen Türen einer Privatordination gezimmerten, Koalitionsabkommen eine deutlich ausgewogenere Zustimmung in den vier Wahlkörpern hätte.
Gruppiert man die beiden nach ihrer Verankerung in den beiden Kurien, den angestellten und den niedergelassenen Ärzten, so wird das noch deutlicher:

Wenn wir uns die Frage vorlegen, ob denn da die Wahlgewinner eine Koalition geschmiedet haben, oder wie das immer so genannt wird, dem Wählerwillen entsprochen haben, dann kommen einem profunde Zweifel.
Da es ja ein wildes Ringelspiel der Mandatare und Listennamen zwischen beiden Wahlgängen gab, sind die Wahlergebnisse aus 2012 nicht allzu leicht zu vergleichen, aber: Sieger sehen anders aus! 

Der amtierende Präsident hat zwar (im Vergleich zu den Sozialdemokratischen Ärzten) ein Mandat gewonnen, belegt aber trotzdem weit abgeschlagen hinter Steinhart Platz zwei.
Die Wahlgemeinschaft, hat zwar zwei Mandate gewonnen, dafür aber auch jede Menge Mandatare benötigt, deren standespolitisches Herz 2012 noch für anderen Fraktionen pochte.
Die Grünen Ärzte  haben ein Mandat, Kammer light gleich zwei Mandate verloren.
Wenigstens TfT haben die Anzahl ihrer Mandate gehalten.

Im Gegensatz dazu hat Steinhart, der Wahlsieger aus 2012 , heuer gleich mal drei Mandate dazu gewonnen und hält die absolute Mehrheit in der Kurie der niedergelassenen Ärzte und ist mit 10/47 Mandaten Drittstärkster bei den Angestellten.
Asklepios Union hat überhaupt aus dem Stand 11 Mandate gewonnen und wurde aus dem Nichts zur viertstärksten Fraktion!
So nebenbei ist AU auch gleich hinter TfT die zweitstärkste Vertretung bei den Turnusärzten geworden, ohne gleich den Kampf gegen alle anderen zu propagieren!

Ihr Medicus zählt auch zu denjenigen, die sehr viel an Herrn Steinhart kritisieren können.
Als langjähriger Schatten des ehemaligen Präsidenten Dorner ist nicht zuletzt er ein Symbol für vieles, was uns an der Wiener Kammer in der Vergangenheit störte. Ich empfand ihn stets als Meister der behende betriebene Spaltung der Ärzteschaft in Angestellte und Niedergelassene, nur um den eigenen Machterhalt zu sichern, nur muss man anerkennen, das das über 600 Wähler in der Kurie der Angestellten offenbar nicht so empfanden!

Ich halte es aber für demokratiepolitisch extrem gefährlich, eine Koalition zu schmieden, die primär gegen den Wahlsieger und die absolute Mehrheit der Mandatare gerichtet ist, die von Niedergelassenen gewählt wurden!

Und noch etwas:
Ich kann mich nicht entsinnen, dass viele von uns mit der aktuellen Kammerstruktur seit 2012 eine ungeteilte Freude hatten
,
alle, auch die Regierungsfraktionen versprachen schließlich nicht grundlos all die Änderungen:
schlankere, effizientere Strukturen,
weniger hochbezahlte Referate,
einen besseren Wohlfahrtsfond,
bessere Ausbildungsbedingungen,
…. kritisierten die fehlende Servicefunktion der WÄK,
fanden, dass wir kein Ansprechpartner mehr für die Politik sind …

Ja, und wer ist denn für das alles in der letzten Legislaturperiode verantwortlich gewesen?
Wer konnte sich erst nach Wochen daran erinnern, dass er Postenreduktionen im AKH unterschrieben hat?
Wer fand den unterschriebenen Vertrag mit Wehsely so lange gut, bis dieser endlich im Original leakte?
Wer glaubt denn wirklich, dass man gleichzeitig Personalvertreter und Kammerfunktionär sein muss?
Wer blieb bei allen Tiraden der Grünen Patientenanwältin gegen die Ärzte mäuschenstill?

Wer hat den aus dieser Koalition in der ÖÄK die Stimme Wiens eingebracht?
Und wer glaubt denn wirklich, dass das alles mit einem mehr vom Alten nun besser wird?

Steinhart und seine Vereinigung sind sicher für viele Fehlentwicklungen in der Vergangenheit verantwortlich,
aber dass sich Szekeres und seine alte/neue Koalition jetzt an ihre Sessel klebt, wird unsere Probleme vermehren, sicher nicht lösen …..

Schade …. ich beginne den geringen Grad an Wahlbeteiligung langsam zu verstehen …

Link: das Wahlergebnis im Detail:  Ohne Worte: Die Wahlergebnisse der Wiener ÄK Wahlen https://medicus58.wordpress.com/2017/03/26/ohne-worte-die-wahlergebnisse-der-wiener-aek-wahlen/

Written by medicus58

5. April 2017 at 18:58

Der Anfang vom Wahl-fang

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Wahl

War ein ziemliches Kunststück, dass Thomas Szekeres vor fast fünf Jahren da zusammengebracht hat:
Erstmals stellte „die SPÖ-Fraktion“ einen Wiener Ärztekammerpräsidenten und Kollege Steinhart, der ewige Kronprinz des bisherigen Wiener und Österreichischen Kammerpräsidenten Dorner konnte trotz Stimmenmehrheit seiner Fraktion die vermeintliche Erbpacht nicht antreten (http://wien.orf.at/news/stories/2531889/).
Die Mehrheit war knapp, Trotz Verdoppelung der persönlichen Mandate erreichte der bisherige Vizepräsident Szekeres nur 52 von 90 Stimmen in der Vollversammlung der Wiener Ärztekammer und hatte keine Chance auf die Führung in der Österreichischen Kammer, da er dort den letztendlich ebenfalls gescheiterten Reisner unterstützen musste.

Der Preis war hoch:

Erstens benötigte er eine heterogene Koalition von fast allem, was nicht „Vereinigung“ war:
„Sozialdemokratischen Ärzte“ (16 Mandate)
„Wahlgemeinschaft“ (13)
„Grüne Ärzte“ (7)
„Kammerlight“ (6)
„Turnusärzte für Turnusärzte und Assistenten“ (5)
„Wohlfahrtsfonds – Nein, Danke!“ (2)
„Team Reisner“ (2) um den Niederösterreichischen Kammerpräsidenten (!!!) = 51 Mandate.
Zweitens erhielt er erst durch die Stimme von Eva Raunig vom „Hausärzteverband“ die nötige Unterstützung auch der „Niedergelassenen“,
die Szekeres so wichtig war (ohne die er nicht das notwendige Viertel der Kurie bekommen hätte, der er selbst nicht angehört), dass er extra für sie das Amt einer Dritten Kammerpräsidentin schuf,
das wir seither zusätzlich bezahlen müssen.
http://diepresse.com/home/innenpolitik/755721/Machtwechsel-in-der-Aerztekammer-Wien_Szekeres-neuer-Chef

Trotz der zahlenmäßigen Stärke der Wiener Ärzteschaft wanderte die Führung der Österreichischen Ärztekammer an den farb- und bedeutunglosen Wechselberger.
Zum Glück muss man vermutlich sagen, denn die Alternative wäre der OÖ Kammerpräsident Niedermoser gewesen, über den und seine Rolle in der Ärzteausbildung konnte man hier schon mehrfach lesen:

Niedermoser: Who’s side are you on
https://medicus58.wordpress.com/2014/03/13/niedermoser-whos-side-are-you-on/
ÄrzteRausbildung neu https://medicus58.wordpress.com/2016/11/20/aerzterausbildung-neu/
Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick https://medicus58.wordpress.com/2014/12/28/arztemangel-nimmst-dus-mir-so-nehm-ichs-dir-eine-art-viele-jahre-ruckblick/
Kollege Niedermoser wurde mit der Führung der Arztakademie belohnt, wo er nun auf unser aller Kosten die Gelddruckmaschine Arztprüfung, ärztliche Fortbildung und Akkreditierung anwerfen darf.

Viel ist seither geschehen:

Von der ersten Vizepräsidentin Raunig (Hausärzteverband) war bald nichts mehr zu hören.
Der zweite Vizepräsiden Leitner (Wahlgemeinschaft) spielte keine allzu rühmliche Rolle in den Arbeitszeitverhandlungen mit Frau Wehsely und dies berät inzwischen ihren ehemaligen Lieferanten Siemens.
Der dritte Vizepräsident Steinhart (Vereinigung) ließ noch kurz vor Jahresende „seine Niedergelassenen“ streiken (Warum sowohl Ärztestreik als auch „Gesundheitsreform“ scheitern müssen https://medicus58.wordpress.com/2016/12/13/warum-sowohl-aerztestreik-als-auch-gesundheitsreform-scheitern-muessen/),
so wie das schon „die Angestellten“ schon im September taten (Alles keine Ärzte? – die Bilder zum Streiktag https://medicus58.wordpress.com/2016/09/13/alles-keine-aerzte-die-bilder-zum-streiktag/), schwang bei beiden Veranstaltungen markige Reden, vermied aber tunlichst beide Gruppen zu solidarisieren, um „der Gegenseiten“ nicht wirklich weh zu tun.
Ja und der Präsident ist schon längst aus er SPÖ ausgetreten und will angeblich bei der kommenden Wahl als eigene Liste antreten, obwohl er auf der HP der  „Sozialdemokratischen Ärzten“ (http://www.sozdemaerzte.at/servlet/ContentServer?pagename=X01/Page/Index&n=X01_3.a.a&cid=1151322337255 Abruf 22.1. 18:00 ) noch als 1. Stv . Vorsitzender genannt wird.

Beschädigt sind sie alle, die Spitzenfunktionäre und das Amt, so dass vor der kommenden Kammerwahl auch einige andere der bisherigen Akteure die Mäntelchen wechseln.
Um vielleicht diesmal großkoalitionäre Kontrahenden zu generieren, wurde inzwischen auf Vorschlag der Kammer vom Bundesministerium auch gleich einmal das Wahlrecht geändert, um es kleinen Gruppen schwieriger zu machen überhaupt in die Kammer zu kommen (http://derstandard.at/2000035713841/Aerztekammerwahl-Mindestzahl-fuer-Kandidatenlisten-vorgesehen).
Aber schließlich schwadroniert der Bundeskanzler ja auch plötzlich vom Mehrheitswahlrecht.

Wir alle werden höllisch aufpassen müssen, dass wir und unsere Mandatare nicht nachträglich unseren Kritikern die Bestätigung dafür liefern, dass an all den Unzulänglichkeiten im Gesundheitssystem nur die „steinharte Politik“ der Ärztekammer schuld ist.

 

 

Written by medicus58

22. Januar 2017 at 19:36

Zurück in die Zukunft des KAV

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unterschriften

Ich habe mich gestern (zurückhaltend, man will ja der eigenen Kollegenschaft nicht in den Rücken fallen) bereits verwundert über die medial etwas abrupte Trendwende im Konflikt zwischen den KAV Ärzten und ihrer Dienstgeberin gezeigt.

Auch der ORF in Wien heute zeigt sich verwundert, dass (O-Ton): das überraschenderweise positive Ergebnis hat die Ärztekammer offenbar dazu bewogen vorerst nicht zu streiken

Und lässt GD Janßen resümieren, dass man schauen wird eventuell kritische Momente eventuell noch zu korrigieren
http://tvthek.orf.at/index.php/program/Wien-heute/70018/Wien-heute/13755165/Aerztestreik-ist-abgesagt/13760271 

Auch die im Ärztestreik sehr solidarische Wiener Zeitung tut sich schwer in dem Zettel einen Fortschritt zu sehen: Neue alte Vereinbarung http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/846393_Neue-alte-Vereinbarung.html

Im zum Zentralorgan der Gesundheitsstadträtin mutierten Standard spricht man das alles noch viel klarer aus:

Fakt ist aber: Die Sachlage, also der Streitgrund zwischen den Ärzten und der Stadt Wien, die hinter dem KAV steht, hat sich nicht verändert.
Was zur logischen Schlussfolgerung führt:
Die Eskalation des Konflikts, für die Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres hauptverantwortlich zeichnete, war ebenso übertrieben wie die jetzt präsentierte Einigung, die eben keine ist.
  
http://derstandard.at/2000044800975/Wiener-Aerztestreit-Eskalation-und-Kuschelkurs

Also in meinen Worten: War uns allen nicht so ernst, wollen halt nur unsere eingefahrenen Bahnen nicht verlassen und sind dem Szekeres nachgetrappelt …

Dafür bin ich trotz massiver interner Drohung nicht auf die Strasse gegangen!

Ich darf nun eine Wette vorschlagen, wie das meiner Meinung nach weiter gehen wird und würde mich sehr freuen, wenn ich diese haushoch verliere.

Indiz ist eine bemerkenswerte Stelle in dem gestern hier zur Gänze mitgeteilten Text des sogn. Zwischenergebnisses, das medial für alle ein Schlussstrich ist :

Eine Änderung der Dienstzeit kann nur nach den Regelungen des Wiener Personalvertretungsgesetzes, insbesondere §39 Abs 2 ZA, erfolgen.

Was ich gestern mit Nix Neues kommentierte.

Bitte hier selbst nachzulesen: https://www.wien.gv.at/recht/landesrecht-wien/rechtsvorschriften/html/d3400000.htm

Der relevante Absatz lautet:

1. Kommt es in einem Verfahren gemäß Abs. 3 nicht zu der erforderlichen Zustimmung durch das gemäß Abs. 9 zuständige Organ der Personalvertretung oder zu keinem Einvernehmen über einen Antrag der Personalvertretung betreffend eine Maßnahme gemäß Abs. 2, so ist die Angelegenheit, sofern nicht ohnehin der Zentralausschuss zuständig ist,
a) auf Verlangen des Dienststellenausschusses (der Vertrauenspersonen) oder des Magistrats mit dem Hauptausschuss, der die Zustimmung erteilen kann, bzw.
b) auf Verlangen des Hauptausschusses oder des Magistrats mit dem Zentralausschuss, der die Zustimmung erteilen kann,
zu verhandeln.
2. Kommt es auch dann nicht zur Zustimmung der Personalvertretung oder zu keinem Einvernehmen über einen Antrag der Personalvertretung betreffend eine Maßnahme gemäß Abs. 2, so ist die Angelegenheit vor der Entscheidung oder Antragstellung an das zur Entscheidung zuständige Gemeindeorgan von der gemeinderätlichen Personalkommission zu beraten. Der Magistrat kann sodann ohne Zustimmung der Personalvertretung entscheiden oder den Antrag an das zur Entscheidung zuständige Gemeindeorgan stellen.
Im Klartext: Wenn alles schief läuft setzt sich die Arbeitgeberin, die schließlich einen „gewissen Einfluss auf den Magistrat  haben dürfte“ einfach ein halbes Jahr später durch!
Aber wie ich schon einmal hier über unseren Generaldirektor sagte: Mann, ist der Mann gut. der jetzt im KAV aufräumt https://medicus58.wordpress.com/2014/01/16/mann-ist-der-mann-gut-der-nun-im-kav-aufraumt/
PS: Hat Kollege Leitner das Schreiben verlernt oder war er in all der Eile 48h vor Ende des angeblichen Ultimatums grad nicht im Hause …..

Written by medicus58

22. September 2016 at 20:50

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Präsidenten kommen und gehen, der wirkliche Strippenzieher der Ärztekammer bleibt.

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Holzgruber

Die bemerkenswerte Karriere des Juristen Thomas Holzgruber (geb. 1968):

Seine Expertise war seinen Förderern offenbar so wichtig, dass sie den damals erst 21-Jährigen (1989) schon zwei Jahre vor seinem Studienabschluss in die Kammer holten.
1997 wurde er Leiter der Rechtsabteilung der Ärztekammer für Wien und schloss dann 1999 auch sein Doktoratsstudiums ab.
Gleich darauf erweiterte er seinen Tätigkeitsbereich über die Landesgrenze, wird 2000 „zuständiger Jurist für alle bildungspolitischen Aktivitäten der Österrreichischen Ärztekammer“ und ist seither bei der ÖÄK als Konsulent (!) der ÖÄK in Bildungsangelegenheiten. Damit ist er maßgeblich an den letzten beiden Ärzteausbildungsnovellen beteiligt gewesen und stand voll im Spannungsfeld zwischen Bundesministerium, Ländern, Versicherungen und all den anderen Nicht-ärztlichen Playern, die darüber entscheiden, wie schnell wie viele Ärzte produziert werden sollten und was die denn so können müssen.
2005 Holzgruber zum Kammeramtsdirektor Stellvertreter der Ärztekammer für Wien auf, seit 2009 selbst Kammeramtsdirektor zu werden.

Inzwischen hat Holzgruber mehr als die Hälfte seines Lebens (!) an einigen der wichtigsten Schnittpunkte der ärztlichen Standespolitik verbracht, saß mit unzähligen Bundesminister- und GesundheitsstadträtInnen, Krankenkassen- und PrivatversicherungsbossInnen und PatientenanwältInnen am Verhandlungstisch. Er netzwerkte in all den vergangenen Gesundheitsreformen, der  Wiener Gesundheitsplattform, vertrat seinen vielbeschäftigten Langzeitpräsidenten Walter Dorner in Brüssel bei der UEMS (European Union Of Medical Specialists), nahm Lehrverpflichtungen und Vorträge bei institutionellen und privaten Veranstaltern an und fand Zeit seinen Standpunkt in Fachbüchern (Rechtsgrundlagen der Allgemeinmedizin Verlagshaus der Ärzte, Der Weg in die Ärzte-GmbH/-OG Linde Verlag) darzulegen.
Daneben findet er auch genügend Zeit als Vizepräsident und Rechtsreferent und bis 2013 als Sektionsleiter Basketball des Post SV tätig zu sein und seine Erfahrungen in die European Society for quality in Healthcare (Vienna Office) und im Präsidium des Forschungsinstituts für Recht in der Medizin einzubringen, um nur ein paar der Positionen anzuführen.

Wer kann es sich denn heute leisten ohne rechtlichen Beistand eine einschneidende Änderung anzugehen?

Wenige können ihm widersprechen, wenn er von einer Sitzung berichtet, dass das wohl das letzte Angebot der Gegenseite gewesen wäre und man es wohl annehmen müsste.
Zeitdruck ist sein wichtigstes Argument!
Niemand kann ihn wiederlegen, weil er sicher in mehr Causen involviert war als die meisten Ärzte, die er zur späten Stunde schon mal mit unverhohlener Verachtung straft.

Viele Jahre spielte er mit Direktor Robert Karl von der UNIQA Tennis, um dann die Ärzte rechtlich in den Sonderklasse-Verhandlungen mit den Privatversicherungen zu betreuen.
Chefverhandler der Privatversicherungen war übrigens viele Jahre lang UNIQA Direktor Karl und die Sonderklassetarife der Wiener Ärzte sinken seit über einem Jahrzehnt.
Kein Wunder, dass er trotzdem am 11.1.2011 mit der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der Ärztekammer für Wien belohnt wurde, denn er muss sich nicht der direkten Wahl der Ärzteschaft stellen und kann beruhigt murmeln, dass es ihm ziemlich einerlei ist, wer unter ihm Ärztekammerpräsident ist. Damit das, was er in Wien mit der Versicherungswirtschaft ausdealt auch bundespolitisch etwas bedeutet, ist er natürlich auch „Leitender Angestellter des Sondergebühren Referates der Österreichischen Ärztekammer„.

Es besteht wohl kein Zweifel, dass er selbst politisch dem konservativen Flügel der Kammer nahe steht.
Nach Abgang von Walter Dorner (Vereinigung Österr. Ärztinnen und Ärzte), der als Langzeitprimar im Heerespital sich irgendwie auch den angestellten Ärzten verbunden fühlte, schwenkte „Holzis“ Sympathie unter dessen Nachfolger MR Steinhart (Spitzenkandidat Vereinigung; Vizepräsident der Ärztekammern für Wien und Österreich) sichtbar zugunsten der niedergelassenen Ärzte. Dass der Kurienobmann der Niedergelassenen Ärzte eigentlich Ärztlicher Direktor, Oberarzt und Geschäftsführer des Krankenhaus Göttlicher Heiland ist, zählt zu den vielen Ungereimtheiten der Ärztekammer, die nicht zuletzt dort die Personen hoch bringt, deren Aktionen wir täglich erleben.

Auch Holzgruber ist ein solcher Akrobat der Macht, und hat dies zuletzt auch beim abgeblasenen Streik im KAV bewiesen:

Es darf als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, wie die Verhandlungen, Nicht-Verhandlungen, Nachschärfungen und Nicht-Gespräche mit Stadträtin Wehsely zuerst das Genick des Wiener Ärztekammerpräsidenten (Szekeres) gekostet hat, der inzwischen sogar aus der SPÖ ausgetreten ist. Holzgruber vertrat „seinen Präsi“ sichtlich lustlos aber Schulter an Schulter mit Gemeindegewerkschafter Meidlinger (Ärztearbeitszeiten oder die Welt des ÖGB http://wp.me/p1kfuX-Z7) und verteidigte den Besoldungspakt schon im Februar als „das Maximum, was zu erreichen war„.

In der nachfolgenden Urabstimmung  (Dreimal NEIN bei der Urabstimmung http://wp.me/p1kfuX-UG) sahen das die angestellten Ärzte den Pakt etwas anders und Hermann Leitner (Wahlgemeinschaft), Vizepräsident der Wiener Ärztekammer wurde ins Rathaus geschickt und überlebte seinen Versuch die paar angebotenen Änderungen des Rathauses schön zu reden nur schwer angeschlagen. Über 90% der Ärzte antwortete ihm im Juni damit, dass sie sich für einen Streik aussprachen (Streikabstimmung: Die Frage – Die Forderungen http://wp.me/p1kfuX-Zh).

Somit waren Präsident (Sozaldemokratische Ärzte) und Vizepräsident der Wiener Ärztekammer (Wahlgemeinschaft) ausgeschaltet.

Auf einer scheinbaren Nebenfront montierte man jetzt auch Vizepräsidentin Raunig (Österr. Hausärzteverband) Anfang Juni ab (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/758473_Streit-innerhalb-der-Aerztekammer.html), deren Position ohnehin nur geschaffen wurde, damit Szekeres sich überhaupt zum Kammerpräsidenten machen konnte. Über die Rechtmäßigkeit hat das Wiener Magistrat als Aufsichtsbehörde eine etwas abweichende Meinung, jedoch ist dieser Punkt noch ungeklärt. Da dem Hausärzteverband eine gewisse FP-Nähe nachgesagt wird, wird sich das Rot-Grüne Rathaus zumindest jetzt nicht sehr für sie ins Zeug legen.

Somit gibt es im Präsidium in der Wiener Kammer nur einen Präsi, der dieses Jahr völlig unbeschadet überlebt hat:

Vizepräsident MR Steinhart (Spitzenkandidat der Vereinigung)

Ja, vielmehr, durfte das ÖVP-Urgestein Steinhart am 29.Juni sogar einen Durchbruch bei Honorarverhandlungen mit der tiefroten Wiener Gebietskrankenkasse vermelden (jährlichen Honorarsteigerung von rund 4 Prozent http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150629_OTS0164/durchbruch-bei-honorarverhandlungen-zwischen-wgkk-und-aerztekammer).

Ja, und kommen wir auf Thomas Holzgruber und die plötzliche Einigung im Besoldungsstreit mit dem Rathaus zurück.

Während sich Steinhart in dieser Sache, natürlich mit Berufung auf seinen Vertretungsauftrag für die niedergelassenen Ärzte, völlig bedeckt hielt und nur eine Entlastung für die angestellten Ärzte sah (Mehr Kassenstellen), ist der Kammeramtsdirektor natürlich in beiden Causen am Verhandlungstisch gesessen; auch jetzt, als drei Kammerfunktionäre unter der Führung von Jörg Hoffmann (ja, richtig Vereinigung) eine Diskussion über den Streikbeschluss durch ihren Brief an Gewerkschafter Meidlinger und Wehsely zu Fall brachten, war Holzgruber der Übermittler.
In den sozialen Netzen bestätigte Kammerpräsident Szekeres, dass das Papier vom Kammeramtsdirektor Holzgruber verhandelt wurde, aber er „informiert war“. Über den Zeitpunkt der Information schwieg er sich aus.

Fassen wir also zusammen:

Der Durchbruch im Wiener Besoldungsstreit gelang ganz offenbar auf Initiative eines Spitzenmandatars der Vereinigung, der bisher nicht Teil des Verhandlungsteams war und wurde vom Kammeramtsdirektor, der schon bisher Teil des Verhandlungsteams war, so erfolgreich ausverhandelt, dass die Kurie den Streikbeschluss nicht einmal mehr diskutieren musste und mit 93% zuschlug.

Alle genannten Kammerfunktionäre müssen sich bald wieder einer geheimen Wahl stellen. Dr. Holzgruber, der seit über einem Jahrzehnt allen standes-, bildungspolitischen und finanziell relevanten Querschnitsmaterien seinen Stempel aufdrückt, selbstredend nicht.
Um seine Zukunft muss man sich aber kaum Sorgen machen, da schützt ihn seine Vernetzung und das Insiderwissen.

Und übrigens: Das Argument, dass alle Forderungen der Streikabstimmung erfüllt wären ist nachweislich falsch: Punkt 1, die Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten ist nicht gesichert, das Down-sizing im KAV geht weiter!

Die Argumentationen des Präsidenten haben Unterhaltungswert

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Als die Vereinbarung über Besoldung und Arbeitszeit zwischen Gesundheitsstadträtin Wehsely, Personalvertretung/Gewerkschaft und Ärztekammer freudig präsentiert wurde, bejubelte man, dass nun das Problem ohne Opt out gelöst wäre.
Inzwischen zirkulieren die – noch immer nicht veröffentlichten – Papiere, in denen vereinbart wurde, dass die Unterzeichner die Dienstgeberin unterstützen werden, sollte sich am 1.Juli keine gesetzeskonforme Diensteinteilung ausgehen: Die, die eigentlich die Interessen der Ärzte vertreten sollten, verpflichteten sich per Unterschrift die betroffenen Ärzte zu einem Opt out zu motivieren.
Mit anderen Worten die Interessensvertreter werden Ärzte dazu bewegen, freiwillig auf den gesetzlichen Arbeitsschutz zu verzichten.
Wie Ärztekammerpräsident Szekeres dieser an sich ungeheuerlichen Vereinbarung auf Facebook argumentiert, erfreut den Anhänger des absurden Theaters:

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Written by medicus58

22. Februar 2015 at 10:53

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