Sprechstunde

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Das Ende der Grünen Alternative für Österreich

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Der krause Auftritt der ehemaligen Grünen Bundessprecherin MMag. Dr. Madeleine Petrovic bei der Anticorona-Demo am 15.1.22 (Redeausschnitt) zeigt einmal mehr auf, was, auch aus meiner, einstigen Hoffnung auf eine politische Erneuerung dieses Landes geworden ist, ein Sammelsurium aus schrägen Personen, die ihre persönlichen Überlegungen völlig kritiklos zur allgemeinen Wahrheit erklären. Mit anderen Worten eine diktatorische Kaderpartei mit dem Anspruch auf die alleinige Deutungshoheit komplexer gesellschaftspolitische Vorgänge.

Petrovic war zwischen 94 und 96 Bundessprecherin, dann etwas in der Versenkung und von 2002 bis 2015 Landessprecherin der Grünen in NÖ.

Wäre sie ein Einzelfall, der irgendwo politisch falsch abgebogen ist, dann wäre das keine besondere Sache, aber wir erinnern uns an Eva Glawischnig (Bundessprecherin zwischen 2008 und 2017), die sich beim von der eigenen Partei bekämpften Glückspielkonzern Novomatic verwirklichte.

Oder Petrovics Nachfolger als Bundesspreche zw. 1996 und 1997, Mag. Christoph Chorherr, der sich nun schon länger mit der Unachuldsvermutung herumschlägt. Bekannt wurde er auch als Fahrer eines Hochrades. Seine Fallhöhe war also nicht unbeträchtlich.

Mag. Ingrid Felipe war nur vom 26. Juni 2017 bis 17. Oktober 2017 Bundessprecherin der Grünen, was aber zu einer tiefen Erkenntnis genügte:

Grundsätzlich ist unsere Besserwisserei ein Problem.

Der längstdienendste Bundessprecher und zwar von 1997 und 2008, war unser jetzige Bundespräsident Univ. Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, jetzt parteilos.

Während seiner Zeit als Bundessprecher schien er zwar seine auf eine rationale Position zu steuern (vom arroganten Antikapitalisten zum großzügigen Linksliberalen), nur hat er genauso wie seine Vor- und Nachgänger mehr die persönliche Taktik (als Wiener Lokalpolitiker) als die politische Vision perfektioniert.

Intellektuelle, ökologisch und humanistische Menschen, wie die erste Parteivorsitzende Frieda Meissner-Blau fehlen dieser Partei und es hat schon einen Grund, dass diese zwei Jahre vor ihrem Tod eine andere Partei als die Grünen unterstützte.

Written by medicus58

16. Januar 2022 at 17:30

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

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Die behavioristische Begründung der PCR Manie

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Wenn inzwischen selbst Kollege Drosten, der Moses des virologischen Untergangs, an der der schwierigen Doppelbotschaft sich die Zähne ausbricht, wie man die pandemische Kurve in die Endemie kommunikativ hinkriegt, stellt sich immer dringlicher die Frage, die uns hier schon einmal beschäftigt hat: Warum verdoppeln wir die Anstrengung, wenn wir ein Ziel verloren haben?

Mit anderen Worten, warum verpulvern wir Milliarden in Teste, die bei Asymptomatischen zu wenig sensitiv sind, im Falle der PCRs bei kurzen Inkubationszeiten zu spät kommen und bei den gegebenen Fallzahlen kein Contactracing mehr ermöglichen ?

Generell lässt sich die Frage auch als, warum reagieren wir gesellschaftlich immer zu spät und dann überschießend auf Bedrohungen?

Viel ließe sich hier anführen, wobei die Unbedarftheit der Entscheidungsträger, die hysterisierende Wirkung der Medien, weniger der Sozialen Medien als der traditionellen, und die politisch motivierte Doppel- und Mehrgleisigkeit der Entscheidungshirarchien, die sich wechselseitig bis zum Dammbruch blockieren mE die wichtigsten Punkte darstellen.

Warum macht aber ein bestimmter Teil der Bevölkerung so eifrig bei der Testmanie mit? Salzwasser gurgeln, Nasenbohren ist ja nicht ganz angenehm.

Da hilft uns eine längst wieder aus dem psychologischen Mainstream verschwundene psycholigische Disziplin weiter, der Behaviorismus. Eysenck verwendet dessen Logik z. B. um zu erklären, weshalb viele von uns jeden Morgen zur Haustüre zurückkehren um sich zu versichern, dass sie wirklich versperrt ist, um dann glücklich mit dem gewonnenen Sicherheitsgefühl in den Tag gehen zu können. Leider ist das Sicherheitsgefühl nur kurzfristig wirksam und zwingt am nächsten Morgen zur Wiederholung.

So ähnlich scheint mir die Fesselung an die Covid-Tests zu laufen. Die Verunsicherung durch die täglichen Schreckensmeldungen versuchen wir durch den Ritus der Testung und das fast immer beruhigende Endergebnis kurzfristig zu vertreiben. Blöd nur, dass diese Sicherheit eine vermeintliche ist und dafür sehr viel Geld aus der Gesundheirsversorgung abfließt, das man besser verwenden könnte.

Bin neugierig, bis das Stadtrat Hacker begreift und wie er das dann politisch verkauft.

Die Lösung des Wiederholungszwanges an der Eingangstüre besteht übrigens darin sich zu zwingen ihn zu unterbrechen, um auch ohne das bißchen Glücksgefühl in den Amygdala weiterleben zu können.

Written by medicus58

15. Januar 2022 at 12:51

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Wurde das Ziel aus den Augen verloren, werden die Anstrengungen verdoppelt

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Vor über einem Jahr (Dez 2020) wurde hier unter Testen macht frei darüber geklagt, dass dem ungehorsamen Bürger, der bei den Massentests bei uns nicht wie im Corona Musterland Israel mitgespielt hat, die Alternativen Impfen oder Hausarrest angedroht wurden. Das geschah vor dem Hintergrund einer seit 11 Monaten von der WHO getrommelten Parole des Testen, Testen, Testen als Erlösungsmantra der Pandemie.

Unter Thinking, Thinking statt Testing, Testing?  aber ich angesichts der damaligen (Sept 2020) Pandemiesituation in Israel meine Bedenken gegen das Kreuz-und-Quer-Testen artikuliert.

Es gähnt das Murmeltier, wenn man vor diesem Hintergrund die aktuelle Diskussion des Raustesten aus der Pandemie verfolgt.

Für Israel stellt sich die Frage nach Massentests ohnehin nicht, weil die Ressourcen knapp sind, aber eine Reihe anderer Länder und Institutionen (WHO, CDC,..) hinterfrägt das ungerichtete Testen Asymptomatischer u. a. aus Gründen, die hier im September 21 unter Wien gurgelt, aber wozu?  angesprochen wurden, noch ehe wir bei Omikron angekommen waren.

Der Wiener Gesundheitsstadtrat verdoppelt aber die Anstrengungen (im Gesundheitsverbund müssen ab nächster Woche auch alle 3-fach geimpften Maskenträger 3x/Woche gurgeln) und im heutigen Radiodoktor auf Ö1 begründet die AKH Epidemiologin das Beibehalten der Testerei von Asymptomatischen mit dem Argument, das wir die Infektionen noch nicht unkontrolliert durchlaufen lassen dürfen, und uns dagegen stemmen müssen.

Welchen Hebel uns denn das Testergebnis nach 24h in die Hand gibt, wenn angesichts der kurzen Inkubationszeit von Omikron der Patient mit gewisser Wahrscheinlichkeit seit 12h schon symptomatisch ist, erklärt sie uns nicht.

Da beschleicht einem irgendwie das Gefühl, dass es weiterhin bei vielen Entscheidungen in der Pandemiebekämpfung mehr um den Erziehungseffekt als um eine evidenzbasierte Notwendigkeit geht.

Nur ein paar Wortmeldungen, die nach zwei Jahren Pandemie die Bandbreite der Zugänge zum selben Problem zeigen:

Biden kauft 500 Millionen Tests

Keine PCR-Tests mehr für Engländer ohne Covid-Symptome

„Die Frage ist aber, ob man selbst bei dreimaligem Testen noch eine einigermaßen sichere Umgebung herstellen kann„, sagt Komplexitätsforscher Peter Klimek

Gerald Gartlehner, Professor für Evidenzbasierte Medizin der Donau-Universität Krems: „Eine Teststrategie neu müsste sich auf die vulnerabelsten Gruppen, auf Personen mit Symptomen und stark betroffene Berufsfelder, wie Spitals- und Pflegepersonal sowie Altenheime, konzentrieren, und diese Personengruppen sollten PCR-Ergebnisse schneller als derzeit erhalten

Wien behält Teststrategie bei
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker widerspricht Top-Virologin

Angesichts der gesteigerten Gurgelfrequenz bleibt einem langsam die Spucke weg. Am 14.1.21 hinterfrägt inzwischen sogar Laborbetreiber DDr Mustafa die Sinnhaftigkeit der Massen PCTs und thematisiert im Ö1 Mittagsjournal die Qualitätsunterschiede österreichweit.

Und dann kommt dann ja noch die Impfpflicht. Auch dazu habe ich mir schon vor über einem Monat (Dez 2021) ein paar Gedanken gemacht: Wie schaffen wir denn die Impfpflicht wieder ab?

Written by medicus58

13. Januar 2022 at 19:12

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Burschen, ihr seid’s so lächerlich

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Allzeit bereit das bekannte Motto der Pfadfinder wurde dort durch eine besondere Handhaltung signalisiert.

In der Pandemie macht sich nun eine etwas weniger subtile Signalgebung breit, die die Dramatik der eigenen Person durch den Zauber der Montur, also der Berufskleidung signalisiert.

Der Co-Gecko Vorsitzende COO GenMjr Mag Striedinger mag darauf verweisen, dass er als Berufsmilitär zur Uniform gezwungen wird, aber warum er zur Pressekonferenz in Tarnuniform erscheint verwundert. Weshalb der Bundesrettungskommandant routinemäßig in der knallroten Thermojacke unter den Scheinwerfern des TV Studios seine Weisheiten verkündet ist nur mehr absurd. Sollte er mit dieser Jacke aber wirklich Kontakt zu Infizierten gehabt haben, ist es fahrlässig, mit und ohne Mundmaske.

Wenigstens muss man sich um den Testosteron Spiegel der Herren wenig Sorgen machen.

Written by medicus58

7. Januar 2022 at 12:13

Coronaregeln einfach zusammen gefasst

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Ich kann’s Ihnen jetzt nicht auswendig sagen, weil ich mir da nicht ganz sicher bin, antwortete die Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, das Kaninchen, dass der Ex-Gesundheitsminister aus dem Hut gezaubert hat und der Nachfolger des damaligen Bundeskanzlers gemeinsam mit einen befreundeten Bundesheerler zu den Obersten GECKOs gemacht hat.

Wenn Sie dieses System genauso wenig durchschauen wie die aktuellen Coronaregeln, dann sind Sie hier richtig.

Also, jetzt kommt Omikron, das altbekannte Coronavirus, dass sich ein paar neue Aminisäuren an den Hut, pardon Spike) gesteckt hat und dadurch infektiöser wurde. Aber eigentlich ist das falsch, denn das Ding ist längst da, in Europa, und u. a. am Innsbrucker Flughafen gelandet

Aber wir müssen was tun, und sei es nur wieder Zeit gewinnen, weil zwei Jahre Pandemie-Dauerübung war noch nicht genug Lehrzeit.

Kein Wunder, wenn wir dauern das Personal tauschen und noch eine Kommission dazu erfinden, meist mit den gleichen Leuten, weil soviele Experten haben wir dann doch nicht.

Fassen wir zusammen, seit zwei Jahren tagen Kommissionen in mehreren Ministerien um die Wette, interpretieren Landeshauptläute und Kammerpräsidenten schleissig gemachte Verordnungen und Gesetze klientelgerecht wie es ihnen beliebt und machen aus dem altbekannten drei Schrauben (Distanz, Maske, Impfung) ein pandemisches Pandemonium.

Bestiarium, also eine moralisierende Tierdichtung bzw eine Sammlung meist reich bebilderter, allegorischer Tiergeschichten, stabreimt zwar nicht so gut, wäre aber der Erfindung von GECKO (=gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination) adäquater, dem Reptilienzoo, der den Chor der bisherigen Debattierclubs vervollständigt.

Simon Rosner in der Wiener Zeitung hat das so zusammengefasst:

An Krisen- und Beraterstäben mangelt es während dieser Pandemie nicht: das Nationale Impfgremium, die Corona-Ampelkommission und das Prognose-Konsortium.

Auf Beamtenebene gibt es eine interministerielle Koordinierungsgruppe, dazu auch den Obersten Sanitätsrat, der im März neu konstituiert wurde. Das Innenministerium ist wiederum für das Staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM) zuständig und auch die Bundesländer unterhalten Berater- und Krisenstäbe.

Übrigens die AGES hat er da noch nichteinmal erwähnt.

Um also der Überschrift gerecht zu werden, nun zur versprichenen Handlungsanleitung: Machen Sie was Sie wilken und suchen Sie sich einen Experten, der das so irgendwann, irgendwo einmal empfohlen hat.

Wenn es Ihnen in all dem Wahnwitz aber doch auch noch um Ihre Gesundheit und jene ihrer Umgebung geht, dann machen Sie das weiter, was Sie hoffentlich bisher schon getan haben (und wenn Sie es bisher nicht getan haben, nehme ich jede Wette an, dass Sie es in dieser Pandemie nie mehr tun werden!)

Treffen Sie sich mit möglichst wenig und möglichst immer mit denselben Personen.

Halten Sie in Innenräumen Abstand, lüften Sie und Tragen Sie Maske wo eine dieser Bedingungen im Umgang mit Haushaltsfremden nicht möglich ist.

Unterschätzen Sie weder den Schutz noch das statistisch geringe Risiko von Impfungen nicht, seien Sie sich aber dessen bewusst, dass alle bislang verfügbaren Impfungen ihren hohen Schutz nach ein paar Monaten wieder verlieren.

Unterschätzen Sie die von den meisten als bewiesen angesehene höhere Ansteckungskraft der Omikron Variante nicht, aber vertrauen Sie den bisherigen Daten, dass diese Variante klinisch nicht gefährlicher wurde.

Diskutieren Sie nach Möglichkeit mit keiner der verschiedenen Seiten über all die Maßnahmen, denn ehe Sie ausdiskutuert haben, haben sie sich schon wieder geändert.

Written by medicus58

23. Dezember 2021 at 10:16

Foitik, unsere letzte Rettung?

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Dass Foitik im Studie mit Maske auftritt, mag ja epidemiologisch Sinn machen, dass er auch immer in seiner „Arbeitskleidung“ kommt ist unhygienisch oder einfach ein Zeichen dass es sich hier um einen selbsverliebten Egomanen handelt.

Vergleiche: Das Kreuz mit dem Roten Kreuz des Herrn Foitik

Written by medicus58

15. Dezember 2021 at 19:12

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Was einem wirklich wichtig ist liest man am besten vom Zettel ab. #w1112

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#NOT

Written by medicus58

11. Dezember 2021 at 14:06

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Wie schaffen wir denn die Impfpflicht wieder ab?

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Als 3x Geimpfter stellt sich die Frage für mich augenblicklich nicht, aber die Politik sollte sie sich stellen.

Wie es derzeit aussieht ist weder mit einer Ausrottung des Coronavirus zu rechnen, noch dass mit der dritten Impfung ein längerer Schutz zu erwarten ist.

Da die Pandemie nicht dort besiegt werden wird, wo man sich vielleicht einen vierteljährlichen Schutz leisten kann, sondern dort wo die Evolution neuer Varianten stattfindet, ist wohl mit kontinuierlichem Nachschub von Fluchtmutationen zu rechnen.

Zu welcher Impfung verpflichten wir denn in Zukunft?

Wenn wir Glück haben und es kommt zu extrem ansteckenden, aber klinisch milden Mutationen (Omicron versucht das möglicherweise), dann haben wir in einigen Monaten einen zusätzlichen Schnupfen. D.h. das Virus bleibt, aber das Kosten/Nutzen Verhältnis rechtfertigt die Impfung mit all ihren Kollateralschäden nicht mehr.

Stellt sich Omicron als gefährlicher heraus und entzieht sich den jetzt registrierten Impfungen, können wir uns den gültigen Impfnachweis im Februar schießen. Aktuell geht man in UK davon aus, dass Omicron noch heuer mind. 50% aller Infektionen verursachen wird.

Der Gesellschaft drohen dann Proteste mit verkehrten Vorzeichen.

Eine Impfpflicht war vor einem halben Jahr sicher einfacher zu argumentieren, (wirksamer gegen Delta) als jetzt und wenig scheint dafür zu sprechen, dass sich dieser Trend nicht noch bis zum Februar verstärken wird.

Selbst 3x mRNA (über andere Impfen schweigen wir) wird gegen Omicron nicht sehr gut wirken aber es ist besser als nichts. Kaum wer verspricht noch ernsthaft bei einer Durchimpfung von 90% bei uns das Ende der Pandemie, wenn die Evolution im Rest der Welt herumprobieren kann. Mit Strafen Menschen zu einer Impfung zu zwingen, die ihnen den weder Masken noch Distancing erspart ist gesellschaftspolitisches Harakiri.

D. h. es schiene mir sinnvoller und vielleicht politisch auch verträglicher eine Impfpflicht auf Zeit zu beschließen.

Keiner weiß wirklich welche Varianten an Viren, Impfungen und Medikamente in den nächsten zwei, drei Jahren kommen. Uns werden die Reevaluierungen nicht erspart bleiben, also in jedem Fall auch nicht eine Reevaluierung der Impfpflicht.

Written by medicus58

9. Dezember 2021 at 19:24

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Die Reise nach Jerusalem oder das Kurze Ende der Neuen Volkspartei

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Als in die politischen und biologischen Jahre gekommener Österreicher glaubt man ohnehin nicht mehr an sehr viel, aber auch das hat das Opus Kurz einem erfolgreich genommen.

Seit Wolfgang Schüssel sich nach einer verloren gegangenen Nationalratswahl zum Kanzler gemacht hat, beschäftigen sich Medien und Gerichte mit der Art und Weise wie unter Führung der ÖVP der Verfassungsbogen auf das äußerste überspannt wurde.

Natürlich haben die Schwarzen kein Patent auf Bereicherung, Postenschacher, Korruption und Freunderlwirtschaft; kaum haben es die Grünen an den Trog geschafft, fanden sich auch in ibren Reihen gerichtlich bekannte Schwarze Schafe. Von den roten und blauen Skandalen der letzten Jahrzehnte ganz zu schweigen, aber was sich die Familie geleistet hat sticht allein dadurch hervor, dass da nicht nur die Amtsinhaber sondern inzwischen auch die Ämter nachhaltig beschädigt wurden.

Ex-Ex-Kanzler Kurz, der den Papamonat nun auf unbestimmte Zeit verlängert, liebte ja die Reise zu seinem politischen Intimfreund Netanjahu, so dass nicht verwundert, dass er die Reise nach Jerusalem der österreichischen Innenpolitik hinterlassen. Die Art und Weise wie wir seit Monaten nun den oder die zum Bundeskanzler(in) machen, die grad noch einen Sitz ergattern kann:

KURZ-LÖGER-BIERLEIN-KURZ-SCHALLENBERG-NEHAMMER

lässt sich kaum noch durch Willenskundgebungen der Wähler legitimieren. Das wirkt in der Politik wie Wurmmittel in der Pandemie.

Wir haben in Österreich inzwischen italienische Verhältnisse ohne das dort herrschende Schönwetter.

Es wäre ja vielleicht alles ganz lustig und trüge zur politischen Bildung bei, was alles möglich ist, wenn es da nicht noch ein paar klitzekleine Problemchen, wie Pandemie, Arbeitslosigkeit, Inflation, Klima, Bildung,…. gäbe.

Auch ein Bundespräsident, der inzwischen im Akkord neue Minister und Kanzler vereidigt und ihnen damit formal das Vertrauen ausspricht, verlor inzwischen jede Glaubwürdigkeit. Ihm nimmt doch niemand mehr ab, dass er mit seinen Beschwichtigungsreden kaum mehr als den Anschein von rechtsstaatlicher Normalität aufrecht erhalten will, um seine Ex-Parteikollegen im Amt zu halten.

Gewählten und auf diesen Staat vereidigte Amtsträger, die scharenweise die Lust an ihren Ämter verlieren wenn ihr Leithammel abgetreten wurde, sollten ebenso wie ihre Mutterpartei nie mehr wieder von Werten labern dürfen, ohne dass ihnen Gelächter entgegen schallt. Das wäre die Neue Normalität, die dieser Staat dringend benötigen würde.

Written by medicus58

3. Dezember 2021 at 18:08

Von den Schrauben der Pandemiebekämpfung

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Bemerkenswert wieviele Experten über relativ wenig so oft und so viel zu sagen wissen.

Gegen Infektionen mit SarsCov2 kann man prinzipiell fünf Dinge in zwei Dimensionen  tun, die aber alle nie 100%-ig erreichbar sein werden:

Schrauben:

Kontaktbeschränkung (=Alleinsein), Aerosolbeschränkung (=Masken, Lüften), Immunisierung (=Impfung, Durchseuchung), Therapie (= aktuell subopti), Contactracing

Dimensionen:

Lokal – Weltweit

Da keine der Interventionsmöglichkeiten jeh zu annähernd 100% erreichbar sind, weder wird eine Impfpflicht alle erreichen noch, können wir uns in einer globalisierten Welt komplett distanzieren, oder hat uns Contactracing zu sinnhaften Konsequenzen (Schule ist/ist nicht Treiber, Virus fährt Auto, Familie ist Infektionsherd) für die Pandemiebekämpfung verholfen, wurde sinnlos heiße Luft produziert, in dem zahllose Experten ihre Kritik und Empfehlung immer nur auf eine der Schrauben konzentrierten und ihre Lösungen nur für ein lokales Publikum formulierten. Gut für zahllose TV Diskussionen, 10 Minuten Ruhm, sinnlos in der Sache.

Das Spiel können wir endlos fortsetzen, anagitieren, ausgrenzen, Schuld zuweisen und Scheiterhaufen für jede abweichende Meinung errichten. Zu viele verfolgten eine Agenda, die ganz etwas anderes im Sinne hatte, als die Bekämpfung der Pandemie.

Ohne dass ich es bedauere, aber es wird leichter sein die Türkisen zu stürzen als zur epidemiologischen Normalität zurück zu kommen.

Es wäre Zeit zu erkennen, dass nur eine über viele Monate aufrechtzuerhaltene Kombination der Maßnahmen sinnvoll ist, also keine Durchhalteparolen, jetzt einmal noch impfen und alles wird gut, sondern die unbequeme Wahrheit, dass der Musterschüler von gestern (Israel, Island,..) bald wieder der Problembär sein wird, weil es sich hier um eine Weltmeistetschaft und nicht die Regionalliga handelt.

Wenigstens einmal hatte die WHO 100%-ig recht, eine wesentliche Dimension, die in unserer ego-zentrierten Diskussion völlig fehlt, ist das Schraubendrehen auf globaler Ebene, um finanziell und logistisch insbesondere afrikanische Länder in ihrer Pandemiebekämpfung zu unterstützen (mit Impfstoff, Nadeln, Masken,…).

B1.1.529 sollte als hier endlich zum Umdenken führen, während sich in unserem kleinen Dorf noch versprengte Zero-Covidianer, Kinderdurchseuchungswarner und Verschwörungstheoretiker ins gegenüberliegende Bein verbeissen.

Sorry, wie es derzeit aussieht sollten wir uns für viele Monate auf eine an die lokale Situation abgestimmte Kombination aller Maßnahmen (Kontaktreduktion plus Maske plus Impfung plus Therapie) und auf die weltweite Situation abgestimmte Kooperation außerhalb unseres Schrebergartens einstellen.

Die Erstimpfung eines Gesundheitsdienstkeisters in Botswana hilft vermutlich unseren Kindern auf lange Sicht mehr als die Durchimpfung im Döblinger Kindergarten.

Written by medicus58

26. November 2021 at 10:11

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