Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Pflegepaket abzuholen

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Knapp zwei Monate im Amt und (nach Eigendefinition) und schon ein großer Wurf des Gesundheits- und Sozialministers, der die Vorarlberger Landesregierung verlassen hat, ehe ihm peinliche Fragen zur Mitwisserschaft über die Finanzströme seines Koalitionspartners stellen konnte.

Die Politik war säumig„, nicht seine zwei Vorgänger in dieser Regierung, natürlich nicht.

War es das nun wirklich? Der seit Jahresbeginn immer Regierungs-unkritischere ORF jubelt, verweist auf zufriedene Gewerkschaften und läßt den ebenfalls zufriedenen Wiener Gesundheitsstadtrat ausführlich zu Wort kommen.

1 Milliarde Euronen und alles paletti?

Gesundheitsminister Rauch passt in diese Bundesregierung genau so gut wie in das saubere Ländle, wo es mehr um den kurzfristigen Gewinn als ein längerfristiges Planen geht. Diese Regierung hat erst kürzlich 6,6 Milliarden für das Auffüllen der Gasspeicher beschlossen, von der sie nicht weiß woher sie kommen sollen, da ist es auch egal, woher die Pflegemilliarde kommen soll.

Klar müssen die Gewerkschaften erst einmal jubeln, wenn sie für heute Demonstrationen am Tag der Pflege veranstalten und schon rennt der Rubel, und Stadtrat Hacker hat jahrelang als Chef des FSW auch primär Geld verteilt, mal an diese mal an jene Hilfsorganisation, die natürlich heute auch einmal positiv gestimmt sein müssen, wenn ihr Geschäftsmodel querfinanziert wird, aber

Der Pflegenotstand hat eine jahrelange Entstehungsgeschichte, die mit ein paar Zuckerln für zwei Jahre (zusätzliches Monatsgehalt, Zuschuss für Ausbildung, Tätigkeiten auf Pflegeassistenz abwälzen…) nicht gelöst.

Erstens verlangen erwartungsgemäß jetzt alle einen weiteren Schritt, dessen Finanzierung noch unklarer sein wird.

Zweitens wird das Problem der Ausbildung nicht gelöst. Zuerst hat man sich unter dem Deckmantel der Akademisierung die an Krankenhäuser angeschlossen Schwesternschulen aus den Budgets geschossen und auf Fachhochschulen mit Schulgeld gesetzt, jetzt muss man Stipendien zahlen, hat nicht ausreichend Lehrpersonal, weder für die akademisierte Pflege noch die frisch erfundene Pflegeassistenz.

Wenn nun die Sprachprüfung für ausländische Pflege fällt, kann ich nur sagen: я не можу в це повірити

Drittens ist es schon nett jetzt den über 43-jährigen, die noch im Job sind, eine zusätzliche Ruhewoche zu geben, nur haben wir jetzt schon zuwenig Personal um alle Stationen zu betreiben, jede zusätzliche Woche Absenz tragen in Wirklichkeit die anderen. Gleiches gilt für die 2 Gutstunden pro Nachtdienst.

Viertens ist das Hauptproblem der komplizierten Verantwortlichkeiten im Gesundheitssystem nur vertieft worden, denn letztendlich betrifft das alles nur die Pflege in privaten und den Einrichtungen des Bundes.

Also doch wieder mehr Rauch als Reformfeuer beim auch nicht mehr so neuen tückisch-grünen Minister.

Written by medicus58

12. Mai 2022 at 18:24

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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MedUni brennt? Nein, aber der Steuerzahler

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Erinnern Sie sich noch an die Studentenproteste 2009/10: Uni brennt? Im Wesentlichen ging es damals um Studienbeschränkungen, um die Ausgaben der öffentlichen Hand für die staatlichen Universitäten zu senken.

Inzwischen regt es niemanden mehr auf, dass es kaum ein Studium ohne Knock-out Aufnahmeprüfung für beschränkte Studienplätze gibt. Diesen Wahnwitz an den Medizinischen Universitäten habe ich schon 2019 unter Es mangelt nicht nur an Ärzten, es mangelt auch an Ehrlichkeit und Verstand beschrieben.

Immer mehr private Medunis mit immer höheren Studiengebühren entstanden und wenn einem schon das Mitleid mit denen, die dort abgezockt werden, fehlt, könnte man sich wenigstens als Steuerzahler darüber freuen, dass man sich die Finanzierung dieser Studienplätze an den staatlichen Unis erspart, aber weit gefehlt.

All diese Privatunis benötigen den Spitalsbetrieb der öffentlichen Krankenhäuser für die praktische Ausbildung der Studierenden. Ja, sie zahlen auch etwas dafür, nur stehen die überwiesenen Summen in keiner Relation zu den Kosten, die eine selbst betriebene Universitätsklinik aufgeworfen hätte. Mit anderen Worten subventioniert so die öffentliche Hand die Ausbildung an den Privatunis.

Das ist aber nicht alles. Seit 2019 subventioniert das Land Burgenland 5 Studienplätze an der Donau Privatuniversität Krems (DPU) für burgenländische Medizinstudenten. Ab kommenden Herbst wird das Kontingent auf 55 aufgestockt und steht auch Nicht-Burgenländern frei, wenn sie danach im Bundesland bleiben.

In drei Jahren sponsert dann das Burgenland eine Metastase der DPU in Pinkafeld.

Noch teurer sind die Studiengebühren an der Sigmund Freud Universität (SFU). Das Land Steiermark übernimmt nun, ohne Rücksprache mit der Grazer Meduni, dort die Studiengebühren für 60 Studierende, 9.000.000 Euro.

2016 ergab überdies eine parlamentarische Abfrage, dass die meisten Privatuniversitäten gar nicht wirklich privat sind (Link). Damals galten aber zumindest die DPU und die SFU als nicht direkt von Bundesländern, Städten, Kammern, Kirchen oder öffentlichen Unis geführt. Zumindest für deren Medizinstudien fließt aber nun auch reichlich Steuergeld.

Es wäre mE längst an der Zeit nachzurechen, ob der jetzige Weg nicht dem Steuerzahler viel teurer kommt, als hätte man die staatlichen Unis, die übrigens auch die Vortragenden an den Peivatunis ausgebildet haben, nicht gleich ordentlicher dotiert und die offenbar fehlenden Ärzte dort ausgebildet hätte.

Und man kommt ins Grübeln ob der Wahnwitz nur passiert ist, oder sich da (frei nach W. Ambros) wer ins Fäustchen lacht.

Written by medicus58

3. April 2022 at 23:28

Hat Wien das bessere Pandemie-Management? Ja, aber…

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Bild aus SN vom Wiener Derby 3/22

Ein volles Allianz Stadion, also 26.000 maskenbefreite, schulterreibende, gröhlende Fans, alles legal, aber nicht gescheit in Zeiten von Omikron.

Beim Ukraine Benefiz im Ernst Happel Stadion wurden lt Standard (von dort auch das Bild) zwar blau-gelbe FFP2 Masken an die 40.000 Besucher verteilt, getragen hat sie aber kaum wer, bemerkte der Standard.

So wirklich gegen den bundesweiten Strom schwimmt man halt auch in Wien nicht gern, wenn es um mediale Großereignisse geht.

Die Infektionszahlen hatten schon längst Rekordwerte erreicht, als sich der Gesundheitsverbund noch weigerte, die Anzahl der Besucher pro Patient und Tag wieder zu beschränken. Einige von uns berieten verzweifelt, wie das ohnehin numerisch dezimierte Personal während der Besuchszeiten noch zu Frischoperierten und Immunsupprimierten ins Zimmer kommen könnte, wenn jedes Bett von Angehörigen belagert wird.

Fairerweise muss man aber auch auf das Ukraine Benefiz in der Wiener Stadthalle hinweisen, wo Masken getragen wurden.

Screenshot ORF Tvthek

Da angenommen werden darf, dass die eigene stimmliche Beteiligung beim Derby oder Seiler&Speer etwas intensiver als beim Schönbergchor oder Ronaldo Villazon war, hätte man sich aus epidemiologischer Sicht die Masken wohl eher dort als da gewünscht.

Wie schon gesagt, alles legal gewesen, und manches funktionierte in der Pandemie in Wien etwas besser als in anderen Bundesländern, aber eben nur etwas.

Written by medicus58

22. März 2022 at 19:02

Just another Day in Pandemia

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Während wir im Standard lesen können, wie sich sogenannte Experten von der Politik gängeln lassen (Corona-Kommission rudert nach „Anruf“ mit Empfehlung zurück), die Intensivstationen nicht genug Luft haben, um das Ersticken der anderen Bereiche verhindern zu können, und der Politprofi im Gesundheitsministerium zu den Öffnungsschritten das tut, was Politprofis halt so können, wortreich schweigen, schaut das woanders nicht viel anders aus.

In UK hebt die Regierung die Impfpflicht für Gesundheitspersonal im staatlichen Gesundheitssystem auf, die Berufsvertretung bezweifelt, dass das die zurück bringt, die längst gekündigt haben. BA.2 ist nicht gefährlicher als BA.1, die Rate der täglich neuen positiv Getesteten ist um 24%, die Hospitalisierung aber trotzdem nur um 8% gefallen.

In Frankreich fiel die Anzahl der täglich neu gemeldeten Fälle sogar um 27% und die Hospitalisierung um 15%, der Prozentsatz der kritisch Kranken liegt aber noch 60% über der als kritisch angesehenen Marke, um mehr zu öffnen.

Deutschland und Österreich haben inzwischen Novavax, aber wenige wollen es.

In der Schweiz fielen wie in Österreich die meisten Einschränkungen, nach einem Abfall steigen die positiven Tests wieder und die Zahl der kritisch Kranken bleibt hoch.

Belgien und Italien zeigen bei allen Pandemieindikatoren eine günstige Entwicklung, nur scheint in Italien ein Plateau in der Impfwilligkeit (auf hohem Niveau) erreicht und hat vielleicht überraschend noch kaum BA.2 des Omicron.

Auch Portugal und Spanien entwickeln sich gut, von der Maske verabschieden will man sich noch nicht.

Die USA setzten vermehrt auf eine Test to Treat Strategie, was die Pharmaindustrie freut, da sie zuletzt sowohl bei den Impfungen für die unte 5-Jährigen,noch mit den an Omicron adaptierten Impfungen erfolgreich war.

Brasilien hofft auch das Schlimmste hinter sich zu haben fürchtet aber noch allfällige Nachwirkungen illegaler Karnevalfeiern.

In Afrika bessern sich die Indikatoren, außer in Lesotho, der VR Kongo und Ghana. Marokko sperrt erstmals nach 2 Jahren die Fußballstadien auf.

In Asien erleben gerade die Staaten, die bislang mit einer No Covid Strategie (Hongkong, Neuseeland,..) gut durch die Pandemie kamen, eine starke Omicronwelle. Indien sieht fallende Indikatoren, Delhi hebt viele Sanktionen auf, behält aber die Maske bei.

In The Lancet glaubt man mit enormen statistischem Aufwand nachweisen zu können, dass weltweit zwei Drittel aller Covid Toten nicht erfasst wurden, kann die großen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Regionen auch nicht wirklich klären.

Und in der Ukraine sterben Menschen mit, an und trotz Corona vorzeitig.

Ein Teil der Meldungen stammen von hier, wo es auch weiterführende Links zu den Statements gibt.

Written by medicus58

11. März 2022 at 17:00

Nachruf auf Mückstein a la Kronen Zeitung

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Flüchtenden schießt man nicht nach, aber genau das tut Herr Prommer von der Kronen Zeitung heute.

Die Krone hat (in welchem Auftrag auch immer) seit Anbeginn gegen den „Hausarzt in Turnschuhen“ aus all ihren Auspuffen geballert. Die Krone war es auch, die gestern Abend schon wusste, dass Mückstein zurücktreten wird und als letztes Aufgebot, der Sozialarbeiter aus dem Ländle gerufen wird, der sich im Paarlauf mit seinem VP Landesvogt und als treuer Vasall des Vizekanzlers bewährt hat.

Die Journaille (in Ö1) preist den gewiften Politiker und ist sich einschließlich der Vertreterin der Kronen Zeitung einig, dass dieses Ministerium einen Politiker und keinen Fachmann benötigt.

Keine Stimme hinterfrägt, ob ein Ministerium, das nachweislich keine widerspruchslose Verordnung, keine evidenzbasierte Strategie auch gegen die PR Profis der türkis-schwarzen Kamptruppe zusammenbringt, nicht auch ein strukturelles Problem hat.

Auch unter der Führung einer gelernten Hygienikerin (und nunmehrigen SP Vorsitzenden auf Zu- und Abruf) brachte man dort kein vorausschauendes Pandemiekonzept, keine vernünftige Ärzteausbildung, keine vernünftige Pflegeplanung,… zusammen! Kommt es da keinem in den Sinn, dass es vermutlich egal ist, wer sich dafür politisch die Ohrfeigen abholt.

Das Gesundheitsministerium, auf das sich die Grünen auch noch das Sozialministerium draufpappen haben lassen, weil die grüne Resttruppe so geil darauf war an den Trog zu kommen, hat weder die gesetzliche noch die politische und intellektuelle Fähigkeit seiner Aufgabe nachzukommen, d. h. werden wir dort bald in Paraphrase auf einen Vorarlberger Werbespruch sagen können :

Mit Rauch geht’s auch nicht.

Written by medicus58

3. März 2022 at 21:30

Impfpflicht Lotterie

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Ein paar Tage in Absurdistan:

Die tückisch-grüne Regierung wollte, nachdem der frühere Häuptling die Pandemie für beendet erklärt hat im Herbst was tun, eine Impfpflicht einführen.

Die rötliche Rendi-Wagner wollte einen Impfprämie, damit die Menschen der Pflicht auch Neigung entgegen bringen.

Da man die Stimmen der Roten für die Einführung einer Impfpflicht brauchte, aber natürlich nicht deren Impfprämie übernehmen konnte, erfand man die Impflotterie.

Lotterie macht irgendwie schon Sinn, weil man zu einer Impfung mit Impfstoffen verpflichtete, die für die Virusvarianten, die grad aufkamen nicht mehr so wirklich wirkte, wenn die Impfpflicht scharf gestellt wurde, was man dann aber noch gar nicht wirklich überprüfen konnte, weil das Milliardengrab ELGA nicht automatisch erkennen konnte, wer impfbefreit, inzwischen genesen oder überhaupt mit dem falschen Impfstoff geimpft wurde.

Also alles wie bei einem Kapitän, dessen Befehle den Steuermann erreichen, wenn dessen Ruder längst gebrochen ist. Aber keine Panik auf der Titanic, wir sinken planmäßig.

Als die Zustimmung der rötlichen Hygienikerin erreicht wurde, fand verlässlich der gerade eingesetzte türkise ORF General, dass man einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk doch nicht vor den Karren einer rechtlich verordneten Impflotterie spannen kann. Vor unentgeltliche Einschaltungen im öffentlichen Interesse, weihnachtlichen Politikeraufmärschen zur LID Bettelei und einer eigenen Impflotterie zwar schon, aber sogleich war die Voraussetzung für Rendi-Wagners Zustimmung zur Impfpflucht wegadministriert, gern geschehen, hat halt nicht sein wollen.

Der Ex-Innenminister weiß aber sofort, dass man das Geld u. a. unter der Polizei verteilen soll, weil die ja mutig die Dutzenden Demos der Ungeimpften im Lockdown beschützt haben.

Wer da nicht an seinem Erbrochenen erstickt, der hat eine bleibende Immunität gegen das Zerrbild einer Politik aufgebaut und wohl in den letzten Jahrzehnten zu oft in Italien geurlaubt.

Apropos Grüne

Aktivisten beim Lernen zusehen macht auch keine Freude

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Es geht eine Woche zu Ende, in der zwei medial hochgeschriebene Umweltaktivistinnen an der realen Welt scheiterten. Gewinnen können wir dabei wenig.

Eine seit dem Lobaucamp medienbekannte Frau Schilling, Studentin der Politikwissenschaft, Friday-for-Future Aktivistin, wortgewaltig, von FM4 als „die vielleicht politisch aktivste junge Frau des Landes“ bezeichnet, musste erkennen, dass einen noch so viele Minuten im Scheinwerferlicht nicht davor bewahren, dass der zusammengezimmerte Robinson Spielplatz (ja sowas betreibt auch die Stadt Wien) irgendwann von Baggern geräumt wird, wenn man glaubt die Welt dadurch retten zu können, knapp über 3 km Straße zu verhindert.

WTF IS STADTSTRASSE?

Eine andere Aktivistin hat es sogar in ein Ministeramt gebracht. Die glühende Europäerin Frau Gewessler erkannte in diesen Tagen, dass in dieser EU Atomkraft plötzlich grün, nachhaltig und klimarettend ist, wenn Herr Macron seine staatliche Atomindustrie retten möchte.

Ich schäme mich nicht für den Gedanken, dass ich es beiden Maulheldinnen, von denen ich bisher überwiegend selbstgerechte Auftritte und einseitige Forderungen aber wenig Leistung bemerkt habe, irgendwie sogar vergönne, dass sie auch einmal an diese Wände knallen, an denen ich mir selbst schon zu viele Beulen zugezogen habe.

Freuen kann ich mich darüber nicht. Freuen können wir uns alle nicht, weil die Probleme, denen die beiden Damen ihre politische und mediale Präsenz verdanken ja durchaus real und schwerwiegend sind.

Um diese Probleme politisch zu lösen scheinen die beiden aber weniger geeignet als in NGOs und TV Studios zu brillieren.

Written by medicus58

4. Februar 2022 at 21:22

Hilfe, die Regierung durchseucht uns und unsere Kinder

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Während die einen unter dem Geleitschutz der Ultrarechten brüllend auf den Straßen vor dem Ende von Freiheit und Demokratie warnen, sitzen die anderen daheim und twittern zitternd vom vermeintlichen Beschluss der Regierenden uns alle unkontrolliert durchseuchen zu lassen.

Vorzugsweise sieht man im weiter aufrecht erhaltenen Schulbetrieb ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Früchte unserer Lenden zynisch in MIS-C, Long Covid und Myokarditis getrieben werden.

In Parenthese, damit haben sich beide Seiten übrigens in einem Punkt gefunden: SarsCov2 ist ein Projekt der Mächtigen die Weltbevölkerung auf das von Bill Gates vorgegebene Maß zu resetten.

Den in der Pandemie nachweislich chaotisch und unkoordiniert agierenden Regierungen überhaupt die Befähigung zu solchen Plänen zu unterstellen ist an sich ja schon absurd, aber angesichts eines Dickichts an widersprüchlichen Verordnungen, Milliardenausgaben für sinnlose Teste und mehr Krisenstäben als in allen bisherigen Krisen zusammen nur mehr vertrottelt.

Niemand der jetzt Besorgten hat sich darüber aufgeregt, als die Regierung sich vor 5 Jahren gegen den kostenlosen Impfschutz gegen HPV (HTA oder ob wir eine Diagnose bezahlen hängt nicht nur von deren Qualität ab) aus gesprochen hat, der unsere Kinder vor Gebärmutterhalskrebs, Genitalwarzen und Rachenkrebs geschützt hätte. Niemand sprach da von Durchseuchen.

Die Spitäler kamen alljährlich während der Grippewelle für einige Wochen an den Rand der Funktionstüchtigkeit. Kritik an der traditionell nur in einstelligem Prozentsatz wahrgenommenen Gratisimpfung kam nur spärlich und schon gar nicht aus dem alternativen Eck.

Als die Impflücken bei der Masernimpfung zu immer häufigen Ausbrüchen in Kindergärten und Schulen führten sprach niemand vom Durchseuchen lassen, sondern lutschte Globuli und immunisierte sich mit TCM.

Das einzige was uns wirklich unkontrolliert durchseucht ist Inkonsequenz, Halbwissen und Hysterie, und es beschleicht einen langsam die Befürchtung, dass dahinter ein Grand Design stehen muss.

Written by medicus58

30. Januar 2022 at 11:31

Wenn Du glaubst es geht nimmer, die Regierung unterbietet sich

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Erwartungsgemäß verlangen Branchenvertreter und einige verhaltensauffällige Landeshauptleute (Kaiser, Platter) Lockerungen, was trotz aktuell nur schwach steigenden Intensivbelegungen am Fuße einer Welle, die vermutlich (SA, US, UK) in 2 Monaten abgeebbt sein wird, klassischer Hasard mit einem weidwunden Gesundheitssystem ist. Ich glaube in der Wirtschaft wäre sowas grob fahrlässige Krida.

Erwartungsgemäß steigen mit Omicron die Infektionszahlen, weil sie das auch in allen vergleichbaten Ländern taten.

Glaubte man gestern noch, dass Kollege Mückstein auf der Seite der Vernunft wäre, als er in etwa das oben hier Geschriebene auch sagte, trat er heute zwischen Tür und Angel (neudeutsch doorstep) mit unserem Bundeskanzler hin und Verkündete ab Montag das Ende des Lockdowns für Ungeimpfte.

Nicht, dass sich bisher ernsthaft die Staatsmacht versichert hätte, dass ihre seit Wochen geltende Verordnung auch befolgt worden wäre (Demos), aber selbst ein Dutzend Expertenrunden hätten keinen närrischeren Zeitpunkt für diese Ankündigung finden können.

Nun sei man aber gemeinsam mit den staatlichen Krisenkoordinatoren der Gecko zu dem Schluss gekommen, dass das Gesundheitssystem trotz steigender Infektionszahlen nicht mehr unmittelbar bedroht sei.

Jetzt sind es plötzlich wieder die Intensivbetten, obwohl zB schon im Sommer im Wr. Gesundheitsverbund (vor Omikron) klar kommuniziert wurde, dass die offenen Stationen das Problem sein werden. Dort steigen die Zahlen, von potentiellen Problemen in der Pädiatrie wollen wir hier noch schweigen, die USA haben sie schon.

Alle bisherigen Daten deuten darauf hin, dass Omikron d. h. „milder“ verläuft, weil sich bei den meisten das Infektionsgeschehen in den Atemwegen hnd6 nicht im Lungengewebe (Alveolen) abspielen wird.

Mild heißt nicht der Sauerstoff ist für die meisten das Hauptproblem, aber trotzdem kann das Fieber und all das, was jeder schon mal als schweren grippalen Infekt oder Influenza durchgemacht hat, Menschen ziemlich belasten. Das alles in einer Situation, in der seit zwei Jahren den Menschen Särge und Covid medial eingetrommelt wurden, wie Pawlows Hunden die Magensekretion.

Nun zu verlangen, dass Ärzte schwer kranke Patienten nach Hause zu Essigpatscherln und Hühnersuppe schicken sollen, nur damit die Kitzlöcher dieses Landes ein paar Tage früher aufsperren dürfen und die dahinter stehenden Interessensgruppen mal wieder zeigen können, was man sich bei unserer Politik alles anschaffen kann, dafür gibt es Herr Mückstein schon sehr billig.

Erinnern wir uns bei der kommenden Wiener Ärztekammerwahl, wie sich der Königsmacher der Grünen Ärzte, auf Kosten des Gesundheitssystems instrumentalisieren lässt. Die Krone und einige konservative Medien haben sich ohnehin schon auf ihn eingeschossen, von dort ist ohnehin keine Unterstützung zu erwarten, vom Rest hat er sich aber spätestens ab heute auch keine mehr verdient.

Oder wie es einst André Heller formulierte, es muss einen Unterschied geben zwischen „am Strich gehen“ und „eine Linie haben“.

Written by medicus58

26. Januar 2022 at 14:19

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Das Ende der Grünen Alternative für Österreich

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Der krause Auftritt der ehemaligen Grünen Bundessprecherin MMag. Dr. Madeleine Petrovic bei der Anticorona-Demo am 15.1.22 (Redeausschnitt) zeigt einmal mehr auf, was, auch aus meiner, einstigen Hoffnung auf eine politische Erneuerung dieses Landes geworden ist, ein Sammelsurium aus schrägen Personen, die ihre persönlichen Überlegungen völlig kritiklos zur allgemeinen Wahrheit erklären. Mit anderen Worten eine diktatorische Kaderpartei mit dem Anspruch auf die alleinige Deutungshoheit komplexer gesellschaftspolitische Vorgänge.

Petrovic war zwischen 94 und 96 Bundessprecherin, dann etwas in der Versenkung und von 2002 bis 2015 Landessprecherin der Grünen in NÖ.

Wäre sie ein Einzelfall, der irgendwo politisch falsch abgebogen ist, dann wäre das keine besondere Sache, aber wir erinnern uns an Eva Glawischnig (Bundessprecherin zwischen 2008 und 2017), die sich beim von der eigenen Partei bekämpften Glückspielkonzern Novomatic verwirklichte.

Oder Petrovics Nachfolger als Bundesspreche zw. 1996 und 1997, Mag. Christoph Chorherr, der sich nun schon länger mit der Unachuldsvermutung herumschlägt. Bekannt wurde er auch als Fahrer eines Hochrades. Seine Fallhöhe war also nicht unbeträchtlich.

Mag. Ingrid Felipe war nur vom 26. Juni 2017 bis 17. Oktober 2017 Bundessprecherin der Grünen, was aber zu einer tiefen Erkenntnis genügte:

Grundsätzlich ist unsere Besserwisserei ein Problem.

Der längstdienendste Bundessprecher und zwar von 1997 und 2008, war unser jetzige Bundespräsident Univ. Prof. Dr. Alexander Van der Bellen, jetzt parteilos.

Während seiner Zeit als Bundessprecher schien er zwar seine auf eine rationale Position zu steuern (vom arroganten Antikapitalisten zum großzügigen Linksliberalen), nur hat er genauso wie seine Vor- und Nachgänger mehr die persönliche Taktik (als Wiener Lokalpolitiker) als die politische Vision perfektioniert.

Intellektuelle, ökologisch und humanistische Menschen, wie die erste Parteivorsitzende Frieda Meissner-Blau fehlen dieser Partei und es hat schon einen Grund, dass diese zwei Jahre vor ihrem Tod eine andere Partei als die Grünen unterstützte.

Written by medicus58

16. Januar 2022 at 17:30

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

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