Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Das Ende der Welt wie wir sie fotografieren: virtuell-virtueller-without virtue

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https://youtu.be/K_jWJ7Z-tKI

Bei manchen Aufnahmen war es gar nicht so schwer den Himmel auszumaskieren und einen neuen reinzukriegen. Der Anfänger hat sich meist dadurch verraten, dass er den Rest des Fotos nicht an die neue Lichtstimmung angepasst hat.

Jeder digitale Fotograf hat schon an ausgebleichten, überbelichteten oder dem Wetter geschuldet scheußlichem Himmel herumgespielt.

Adobe hat nun ein Feature in seine Creative Cloud gepackt, das das alles mittels AI automatisiert.

Klass, bei dem miesen Familienfoto hat man nun im Handumdrehen einen dramatischen Himmel drinnen. Jetzt warte ich nur auf die nächste App, die auch den Vordergrund austauscht.

Written by medicus58

25. September 2020 at 10:43

Sterbehilfe erlauben wir nur dem Virus

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In einem Plädoyer für das Leben spricht sich Ex-Gesundheitsstadträtin Pittermann im aktuellen Standard gegen die Sterbehilfe aus und mischt verlässlich den Holocaust mit einer ohnehin nirgends verlangten Verpflichtung der Ärzte zur Tötung.

Vor dem Verfassungsgerichtshof argumentierte der Paliativmediziner Watzge ernsthaft (zitiert im heutigen Ö1 Abendjournal), dass schwer Kranke ohnehin häufig Infektionen entwickeln und dann das Recht hätten Antibiotika zu verweigern.

Und nach der ersten Welle der SarsCov2 Pandemie bezeichnete die Volksanwaltschaft die Regeln für Seniorenheime, die zum Schutz der am stärksten an Leib und Leben gefährdeten Personen erlassen wurden als gesetzwidrig und dem Selbstbestimmungsrecht der Menschen widersprechend. Natürlich verwies heute auch Patientenanwältin Pilz darauf, dass man doch die Betroffenen fragen sollte, bei Corona, nicht bei der Sterbehilfe.

Natürlich ist das Thema moralisch und praktisch nicht ganz einfach zu beurteilen, aber die heute geäußerten Gegenstimmen richten sich meines Erachtens selbst.

Written by medicus58

24. September 2020 at 19:20

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Mich würde es wundern, wenn Sie überhaupt noch was über die Coronaampel lesen würden

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Ich glaube auch nichts mehr zu dem Thema beitragen zu können, das noch nicht gesagt, widerlegt, zerlegt oder wiederholt oder verworfen wurde.

Es geht in dieser Phase der Covid-19 Pandemie, auch wenn es Sie vielleicht jetzt überrascht, auch nicht mal so sehr um Medizinisches, nichtmal um Politisches, denn auch da werden wir kaum mehr so viel praktisch Verwertbares (außer Impfung und/oder antiviraler Therapie) dazulernen wie wir jetzt nicht ohnehin schon wissen. Oder glauben Sie, dass die Erkenntnis auf wieviele Meter welche Tröpfchen noch krank machen können, zu im täglichen Leben brauchbaren Handlungsanweisungen führen, wenn Sie sich in einer U-Bahn zusammendrängen müssen ?

Was wir in dieser Phase endlich erkennen müssen, sind vielleicht zwei Punkte:

Erstens sollten wir uns von Politikern fern halten, die ihren PR-Beratern mehr folgen, als Fachexperten für das eigentliche Problem.

Zweitens sollten wir erkennen, dass es sind, mit denen ich Gruppen führen kann. Natürlich ist es verführerisch für jede Situation, jedes Geschlecht, jedes Lebensalter und jede Himmelsrichtung immer noch detailliertere Regeln zu verordnen. Das scheint Handlungsfähigkeit und Macht zu demonstrieren, nur führt es nach einiger Zeit zu solcher Verwirrung, dass am Ende nichtmal die wichtigsten Regeln mehr befolgt werden.

Exemplarisch hat das heute Hubert Sickinget auf Twitter sehr pointiert zusammengefasst:

Für das meiste, was nun weltweit verordnet wird, fehlt harte Evidenz Lesen Sie dazu die Stellungnahme des Deutschen  EbM Netzwerkes, wenn Sie Sätze wie folgende aushalten:

Eine erste gesundheitsökonomische Modellierung aus Großbritannien beziffert die Kosten für ein durch den Lockdown gerettetes Lebensjahr (QALY) mit 220.000 bis 3,7 Mio Pfund. Im englischen Gesundheitssystem wird als maximaler für die Solidargemeinschaft sinnvoller und zumutbarer Wert 30.000 Pfund pro QALY angenommen.

Aber auch wenn es Sie irritiert, daß man mal nicht mit „Koste es was es wolle“ argumentiert sondern zur Überlegung anregt, dass manches nicht mehr geht, wenn man das Pulver für anderes verschossen, ist die Lektüre allein deshalb zu empfehlen, weil sie so manche von der Politik verordnete Maßnahmen auf ihre wissenschaftliche Evidenz abklopft.

Auch das ist ein Argument für weniger aber konsequent eingehaltene Verhaltensregeln und weniger PR Geschwurbel.

Written by medicus58

11. September 2020 at 20:03

Urlaub von Corona in Kurzistan IX: Die Ruhe vor dem Sturm

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Anfang August und irgendwie geht’s eh noch ganz gut. St. Wolfgang wird administriert, na klar am Wörthersee machen’s Party, vergunnt, aber zu Sicherheit tragen die wenigen, die in Museen gehen Maske. Uns geht’s eh viel besser als den anderen.

Im Gegensatz zu allen Ankündigungen testen wir nicht viel mehr oder nicht viel weniger als früher und das medial vor der Saison angekündigte große Testen im Tourismus floppte, aber auch egal.

Safe A Gütesiegel

Wofür all die externen Berater ihr Geld kassierten bleibt im Dunkeln, aber wir schummeln uns medizinisch gesehen noch immer gut durch die Pandemie und nur das scheint zu zählen.

Du glückliches Österreich maskiert Dich.

Schon werden Pläne für den Herbst geschmiedet (Schulmasken statt Schulmilch oder auch nicht) und zumindest verordnungstechnisch haben wir den Babyelefant aus dem Zimmer. Bemerkenswert ist jedoch, dass ein viel größerer Elefant unbemerkt oder zumindest politisch und medial übersehen wird, ob oder weil er viel beunruhigender ist, als sein Baby.

Egal ob und wie stark uns die nächste Infektionswelle treffen wird, wirtschaftlich wird sie uns weitgehend mittel- und hilflos treffen.

Für oft dubiose Maßnahmen geleerte Budgets, wegbrechende Steuereinnahmen, Arbeitslosigkeit, weniger Konsum, schrumpfende Wirtschaft werden ein größeres Problem darstellen als alle bisherigen und zukünftigen Gesundheitsprobleme, nur das Gegensteuern wird schwer, wenn man in den Nachrichten nicht jedem PCR-positiven Asymptomatischen einen arbeitslos gewordenen Unselbsständigen oder Konkurs reifen  Gewerbetreibenden gegenüber stellt.

Aber auch dafür wird sich unsere Regierung mit dem letzten Geld ein paar Berater holen.

Written by medicus58

7. August 2020 at 13:17

Urlaub von Corona in Kurzistan IV

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Heute kümmern wir uns mal nicht um das Virus, die Tiroler Hotellerie tut das am Buffet auch nicht, sondern widmen uns einem eklatanten Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz.

Die Tiroler standen ja schon immer im Verdacht sich weniger um den einheimischen (insbesondere Wiener) Gast zu kümmern als um den ausländischen, aber diese Ungleichbehandlung bei den Öffnungszeiten hurts.

Oder haperts einfach am Germish (Denglish) ?

Written by medicus58

30. Juli 2020 at 09:11

Veröffentlicht in Reisen

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Urlaub von Corona – Söderland statt Kurzistan III

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Neue Variante des Corona-traceing knapp hinter Kurzistan im Söderland entdeckt. http://www.s.darfichrein.de eine scheinbar einfache Lösung für ein optimales Nachverfolgen der vom Tode Bedrohten, die innerhalb der letzten 14 Tage mit einem Covid-19 Erkrankten Kontakt hatten.

Ein Projekt des Bayrischen Gaststättenverbandes und der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung zu dem man sich einmal elektronisch anmelden muss. Supi, für die Einheimischen, blöd für den Ausländer ohne Online Zugang. Nach einigen Misserfolge ist man dann in einem lokalen WLAN, nur lädt der QR-Scanner nicht die Seite.

Der Kellner erkundigt sich nach den Getränke-Wünschen.

Irgendwann und irgendwie hat man dann seine Daten eingetippt, Ankunftsdatum und – Uhrzeit muss man natürlich selbst eingeben, das kann man offenbar online nicht…

Schließlich, der Kellner hat auch die Getränke gebracht und die Speisewünsche aufgenommen, bekommt man ein Zertifikat, dass man sich angemeldet hat.

Dieses soll der Kellner dann abfragen, tut er aber nicht, weil es ihm egal ist..

Ein anderes IT-Tool, das Beruhigt und wohl garnix im Kampf gegen SARS CoV2 bewirkt.

Manchmal glaube ich, die EDV ersetzt heute nur die Amulette des Mittelalters. Wir wollen in unserer Hilflosigkeit an was glauben.

Written by medicus58

28. Juli 2020 at 20:37

Covid-19 verampelt

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Berlin hat schon eine, Dresden schon eine seit Mai, jetzt haben auch wir, eine Corona-Ampel.

Seit die Hoffnung auf rasche Herdenimmunität gescheitert ist und der nationale Lock down ohne so richtig Erster Welle wirtschaftlich in den gesellschaftlichen Scheintod führte, ist jetzt Regionalisierung die Lösung.

Auf den ersten Blick macht das ja Sinn, wenn man weniger von homogenen Infektionswellen und mehr von Clustern um Superspreader ausgeht, nur liegt wie immer der Teufel im Detail.

Erstens die Datenqualität

Verschiedene Stellen hatten (nicht nur in Ö) unterschiedliche Zahlen, das kann durchaus verwirren wenn das immer sogleich zu Verordnungen führt.

Zweitens die Datenkinetik

Wir erinnern uns an die vergangenen Sprünge in den Modellen, weil die Daten oft unregelmäßig eingepflegt werden und die Herkunft nicht immer geografisch klar zugeordnet werden konnte. Da muss ein „Stoßdämpfer“ eingebaut werden

Drittens die Datenunschärfe

Erinnern wir uns an das lächerliche Gezeter, ob die Fälle im Verteilerzentrum nun Wien oder NÖ betreffen.

Viertens die fehlenden Vorgaben

Wenn, was bei uns leider Tradition hat, jeder Bezirkskaiser aus den Daten wieder andere Entscheidungen fällt (Föderalismus Alarm), weil es keine bundesweitenRegeln gibt, katapultiert uns das in die Pest Bekämpfung des Mittelalters zurück.

Wenn da nicht rasch nachgebessert wird, wird bald jeder einen Fall kennen, der von Ankündigungspolitik und nicht vom Virus umgebracht wird.

Written by medicus58

10. Juli 2020 at 20:10

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Verarschende Transparenz

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Ich weiß, dass wir augenblicklich drängendere Probleme haben, aber es  ist für mich sowas von symptomatisch:

Wir sind von Gütezeichen, Helpdesks und Kundendiensten umzingelt, als wären wir Schwachsinnige im Narren Turm. In einer endlosen Prozession von Pressekonferenzen, – aussendungen, Ombudspersonen und Verbraucherschützern will man uns das Gefühl vermitteln, dass alles getan wirde uns maximale Unterstützung angedeihen zu lassen, damit wir uns über alles und jedes umfassend informieren können.

Vor diesem Hintergrund nahm ich während des Genusses eines Hofer Produktes, mit dem Wunsch das Objekt des Genusses an seinen Ursprung zurück zu verfolgen, das Angebot der Kette an:

Ich checkte mein Produkt auf check-your-product

Wenig überraschend erfuhr ich, dass das Tier, das in meinem Salzburger Scherz’l, es war offenkundig eine aufgeschnitten Schweinestelze, gelandet ist, ein Schwein war. Ein anderes Vieh, z. B. einen Springbock oder ein Känguru hätte mich auch überrascht. Dass  es einer Erwähnung bedarf, dass eine Salzburger Spezialität aus Österreich kommt, scheint in Zeiten, wo nord- und osteuropäische Sauen nur zweimal den Brenner passieren müssen, um als Parmaschinken zu gelten, wohl notwendig.

Was aber wirklich nervte, ist die kleingedruckte Info, dass diese Info letztlich unverbindlich wäre, weil ein großer Händler sich auch nur darauf verlassen kann, was andere ihm sagen.

Schad um die Betriebskosten dieser Website. Unverbindliche Transparenz ist so sinnvoll wie Treueschwüre im Swingerclub.

Written by medicus58

5. Juli 2020 at 12:12

Personalvertretung Younion: zwischen Tragödie und Komödie

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Was da gestern ins Postfach flatterte erheiterte und erzürnte. Mit großer Geste (Dank gepaart mit Eigenlob) versandte das Team Gesundheit eine Stoffmaske, deren Sitz in etwa so passt wie der Zeitpunkt ihres Eintreffens: einfach nur daneben.

Als es in den Einrichtungen des KAV, vulgo Wiener GV, zu Beginn der Pandemie kaum genug Schutzbekleidung gab, verschickte die  lokale Personalvertretung Fresspakete mit Knabbergebäck und Süßigkeiten, nun, nachdem in öffentlichen Bereichen die Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen aufgehoben wurde, bekommen wir Masken nach Hause geliefert, die ausdrücklich nicht im Spital sondern in der Öffentlichkeit getragen werden sollen. Sie sollen auch kein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, obwohl sie uns für mehr Sicherheit in der Öffentlichkeit verhelfen sollen…

Verstehe diesen Koan wer kann.

Also irgendwie ist das Großes Theater, das wir da für unseren Mitgliedsbeitrag bekommen. Die Entscheidung fällt aber mit Sicherheit schwer, ob das noch komisch oder nur noch tragisch ist, wie sehr die Genossen neben der Spur sind.

Written by medicus58

28. Juni 2020 at 08:54

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Political Correctness: der Jungfernspieß

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Aus einer Tripadviser Kritik über ein „gutbürgerliche Restaurant“ :

The Jungfernspiess which was pork medallions wrapped in bacon in mushroom sauce which was delicious.

So weit so gut.

Sitze grad in Bobotown, wo vor lauter politischer Korrektheit der öffentliche Raum von parkenden PKWs geräumt und mit Schanigärten zugerammelt wird und frage mich, ob dieses Gericht nicht gemeinsam mit den kürzlich noch angebotenen Mohren im Hemd (die Autokorrektur will mich hier zu Möhren zwingen) und schon längst gestrichenem Zigeunerschnitzel (wohlgemerkt ein Gericht der und nicht aus dieser Volksgruppe) irgendwen kränkt.

Eine Googelsuche bringt auf Wikipedia et al. keine etymologische Erklärung, außer eine Liste der Restaurants, in denen das Gericht auf der Karte steht.

Der Duden online kennt den Begriff auch nicht und lässt mich grübeln zurück:

Ist es korrekt ein Gericht anzubieten, dem per definitionem noch niemand beigewohnt hat?

Written by medicus58

26. Juni 2020 at 14:29

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