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Fliegen wird wieder zum Abenteuer Teil 2 oder das vierte G

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Wie das so am Wiener Flughafen zu Coronazeiten abläuft habe ich hier begonnen zu erzählen.

Vom Betreten des Flughafens bis zum Platznehmen in der Maschine interessierte sich kein Schwein für irgendwelche Covid-19 Dokumente.

Typisch Wiener Schlamperei, denkt man sich und wundert sich noch mehr über die medialen Ankündigungen, dass zu Beginn der Hauptreisezeit das Bundesheer bei den Kontrollen unterstützt. Offenbar so effektiv, wie es uns vor einem Überfall der Liechtensteiner Streitkräfte beschützt.

Von VIE ging nach Paris, wo noch bis vor wenigen Tagen bei der Einreise auch von Geimpften ein Antigentest verlangt wurde. Penibel wurde sogar spezifiziert, welche Antigentests anerkannt werden und welche nicht.

Selbst von Geimpften verlangte man eine Eidesstattliche Erklärung noch 48h vor der Abreise gesund gewesen zu sein und mit keinem Kranken Kontakt gehabt zu haben. Ein entsprecheneds Formular konnte man auf Französich und Englisch aus dem Netz laden und sollte es bei der Einreise abgeben.

Sie erraten wohl, wie das die Grande Nation auf CDG handhabte: Auch hier interessierte sich kein Schwein für Impfpässe, QR-Codes in lächerlichen Apps oder das mitgebrachte Dokument.

Ich schlage also vor, dass zu den bekannten 3 Gs (Geimpft, Gesundet oder Getestet) ein 4.G kommt:

G wie Gefrozzelt

Ich bin wohl der Letzte, der einem hysterischen Covid-Alarmismus das Wort redet, aber wir können uns die Thinktanks, das Verordnungslabyrinth und das ganzen Europäische Abstimmungs-Blabla sparen, wenn es dann negiert wird.

Wer sagt den ganzen Schreibtischtätern, dass mit Verordnungen alleine keine Ordnung herbei geschrieben werden kann.

Wir sind am besten Wege den evolutionären Wettlauf gegen ein bisschen virale RNS zu verlieren.

Written by medicus58

12. Juli 2021 at 07:04

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

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Fliegen wird wieder zum Abenteuer

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Wer den legendären Sketch des unvergessen Loriot über das Fliegen nicht kennt, möge ihn hier nachsehen. In Zeiten der Pandemie hat das Unternehmen wieder an Unabwägbarkeit gewonnen und überrascht auch den gewieftesten Vielflieger.

Natürlich erwartet man, dass der G-Status penibel kontrolliert wird, ehe man sich in den Vogel begibt und erhält auch Tage vorhet mehrere Mails der AUA, dass man die Dokumente vorab zur Überprüfung hochladen möge. Funktionieren tut das natürlich weder mit der Buchungsnummer noch der Ticketnummer noch den e-ticket Nummern.

Längst ist man inzwischen gewöhnt sich den Gepäck-Aufkleber selbst ausdrucken zu müssen, nur funktioniert das dann am Flughafen weder mit dem Pass, noch dem Barcode des Boarding Passes.

Der Typ vor dem Baggage-drop sitzt zwar vor einem Kisterl mit dem Aufdruck Covid-19 Check, reagiert aber völlig desinteressiert, wenn ihm Zettel mit QR Code unter die Nase gehalten werden. Wozu man aufgefordert wird früher zum Flughafen aufzubrechen bleibt unklar. Die sinnlose Zeit sitzt man bei ejnem schlappen Jamie Oliver Brötchen ab.

Fortsetzung folgt.

Written by medicus58

11. Juli 2021 at 12:35

Wie lange wollen wir uns noch fürchten und wie kommen wir aus der Geschichte wieder raus?

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Ein Jahr Pandemie und wir haben uns noch immer nicht einigen können, wie schlimm denn das alles ist und was und wie lange wir unser bisheriges Leben pausieren müssen, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen.
Eigentlich absurd, weil wir inzwischen relativ stabile Eckdaten haben.

Die Case Fatality rate (% Verstorbene/positiv Getesteter) liegt weltweit relativ konstant bei ca. 2,2%. Die Werte einzelner Länder streuen zwar (siehe Johns Hopkins Mortality Data) haben sich aber seit Monaten nicht wirklich geändert. Inzwischen ist wohl jedem klar geworden, dass dieser Parameter nur zum Teil vom Infektionsgeschehen abhängt sondern auch von Teststrategie, Krankheitsdefinition, sozio-ökonomischen Gegebenheiten, dem Gesundheits- und Sozialsystem und natürlich von der Alterspyramide in den einzelnen Ländern abhängt.

Auch die Diskussion, ob es eine Übersterblichkeit durch Sars CoV2 gibt, kann nach einem Jahr schon mit ziemlicher Sicherheit für viele Länder (Euromomo) und Österreich beantwortet werden. Auch hier handelt es sich natürlich um die Summe aus zusätzlichen Sterbefälle durch Sars CoV2 abzüglich der ausgefallenen Influenza 2020, den weniger Verkehrstoten, … etc. Die Statistik Austria fasste die Zeit vor der Pandemie so zusammen: Von 2007 bis 2018 betrug die Zahl der Gestorbenen zwischen 74.625 und 83.975. 2019 wurden insgesamt 83.386 Sterbefälle verzeichnet, um 0,7% bzw. 589 weniger als im Jahr davor.
Für 2020 vermeldete dann der ORF: 2020 in Österreich zumindest 90.123 Menschen verstorben – 10,9 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. 
Auch diese Zahlen unterliegen natürlich einigen Einflussfaktoren (Bevölkerungswachstum ca. 0,5%/a, Sterbefälle im Ausland, …) sie passen aber relativ gut zu den 6.312 angegebenen im Zusammenhang mit Covid-19 im Jahr 2020 Verstorbenen.

Schließlich hat sich trotz viel diskutierter Todesfälle in jüngeren Kohorten seit Monaten nichts an der Altersverteilung der an Covid-19 Verstorbenen geändert:

Es wäre also langsam an der Zeit angesichts

weltweit fallender Zuwachsraten an Neuerkrankungen
(The number of infections reported to the World Health Organization last week dropped for the third week in a row.),
immer mehr registrierter Impfstoffe und
in Relation zu den Fallzahlen fallenden Hospitalisierungsraten und Intensivbelegungen bei gleichzeitig
steigender Überlebenschance unter (symptomatischee) Therapie
sich auf eine gemeinsame Risikoeinschätzung und somit auch auf eine konsensuale Strategie zu einigen.

Versuchen Sie das mal in den Asozialen Medien und machen Sie sich auf verbale Erschießungskommandos von allen Seiten gefasst:

Für Sie sind Covid Todesfälle offenbar nur Zahlen (Ja, weil sich nur so Relationen formulieren lassen: The collateral damage in most really low-income countries is going to be greater than the direct impact of COVID, Peter Sands, executive director, Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria)
.
Sie leugnen Long Covid (Nein, ca 20% 5 Wochen nach der Erkrankung, wie bei vielen (Infektions-)erkrankungen auch)

Wir retten Leben, koste es was es wolle, alles andere ist unethisch (Hätten wir einen Bruchteil der Mittel, die jetzt investiert werden in den letzten Jahren in das Gesundheitssystem investiert, hätten wir (u.a. bei Spätfolgen von Diabetes, HPV-Infektionen, Darmkrebs,…) mehr Leben retten können. Reden wir weiter, ob wir in Zukunft auch bereit ein werden mit Lockdowns, Impfungen und Masken jährlich tausenden Influenzatoten verhindern werden.)

Ja, aber jetzt kommen die Britische-, Brasilianisch-, Südafrikanische-, Tschechische- Amazonas-Mutationen (Schwer zu widerlegen, aber bei inzwischen sind >300.000 Mutationen bekannt und nichts spricht dagegen, dass der weltweit enorme Virusload nicht zu weiteren Mutationen führen wird. Da die Mehrheit aller Wissenschaftler überzeugt ist, dass uns das Virus kaum mehr verlassen und endemisch werden wird, bleiben uns mit dieser Argumentation Lockdown, Schulschließungen, Homeoffice,… etc. auf ewig erhalten.

Das ist wissenschaftlich bewiesen, Sie Covidiot

Als Wissenschaftler ist es manchmal wirklich schlimm, sich Unwissenschaftlichkeit vorwerfen zu lassen, insbesondere von solchen, die ihre Überzeugungen aus Zitaten von Zitaten von wissenschaftlichen Studien beziehen. Beispiel gefällig?
Vor zwei Tagen grassierten solche Schlagzeilen durch manche Qualitätsmedien:
Pfizer vaccine ‘highly effective’ in reducing coronavirus transmission, study suggests
Liest man im Independent weiter kommt man aber ins Staunen, was heute so als Studie gilt:
A study conducted by Pfizer and the Israeli Health Ministry shows that the vaccine is 89.4 per cent effective at preventing infections, whether symptomatic or not. The results have not yet been publicly released or peer reviewed but come from a draft publication that was obtained by Ynet, an Israeli newspaper, and have also been confirmed by Bloomberg, the Financial Times and Der Spiegel.

Die Eckdaten dieser neuen Viruserkrankung sind aber trotz kleinerer Unabwägbarkeiten inzwischen gut bekannt und (abgesehen von einem wirksamen Virostatikum, das es aber für sehr wenige Viren gibt) unsere Gegenmittel scheinen auch weitgehend abgeklärt. Trotzdem ist bei vielen die Furcht vor dem Unbekannten ungebrochen und ein Konsens über das Leben mit SARS CoV2 nicht in Sicht.

Die derzeitige Verhaltensanpassung (Bequemes Einrichten für den Dauerlockdown in kinderlosen oberen Einkommens- und Bildungsschichten, schlichte Negierung der Regelflut am anderen Ende der Gesellschaft) wäre eine gefährliche Dauerlösung. Die gesellschaftlichen Spaltung durch eine Politik, die sich auf ein einzelnes Thema verengt (und damit von anderen Problemen ablenken kann) ist eine große Gefahr für viele demokratisch Denkende, während die Pandemie nur für einen Teil der Bevölkerung eine existenzielle Gefahr darstellt.

Nicht zuletzt die Art, wie politisch durch die Pandemie geführt wurde, hat die Ratio durch Angst, die Wissenschaft durch Stimmung ersetzt und das Argumentum ad hominem diskursfähig werden lassen.

Die nächsten Wochen werden entscheidend, das erspart uns jetzt zu entscheiden. Seit einem Jahr wurden wir trainiert, dass wir noch viel zu wenig über dieses neuartige Virus wissen, um längerfristige Regeln aufzustellen und wurden zwischenzeitlich so mit allerlei Leckerlis ruhig gestellt (nach den Semesterferien, Auferstehung zu Ostern, Pfingsten, Weihnachten, und wieder Ostern). dass viele noch immer glauben, dass das so weitergehen wird und muss.

Es wird spannend, wie die politischen und virologischen Experten aus dieser Geschichte wieder raus kommen wollen, um uns auf ein Leben mit dem Virus einzustimmen. No-Covid oder Zero-Covid sind ebenso nur PR Floskeln, wie alle bisher versprochenen erlösenden Lichter.
Hoffen wir, dass es nicht alzu hässlich wird, wenn so mancher erkennen muss, dass der Dauerlockdown und das Coviditoten-Geschimpfe niemanden vor den medizinischen, wirtschaftlichen, politischen und bildungspolitischen Kollateralschäden der bisherigen Strategie geschützt hat.

Written by medicus58

23. Februar 2021 at 17:41

Covid-19, die neue Wiener Krankheit? Wie gut schlägt sich denn der Hacker?

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Ich weiß, treue Leser kann ich mit dem Studententeaser, was denn die Wiener Krankheit war (Spoiler: Schwindsucht wegen Tuberkulose), nicht mehr überraschen, aber gewisse Parallelen zu Covid sind unübersehbar.

Zur Jahrhundertwende lag die Sterblichkeitsquote (anderer Link) an dieser bakteriellen Erkrankung im ersten Bezirk bei ca. 10/1000 Bewohner, in manchen Arbeiterbezirken bei > 60/1000 Bewohnern.
Was in unserer Corona-Fixiertheit vergessen wird, sterben auch noch heute weltweit an dieser tödlichsten Infektionskrankheit der Welt jährlich 1,5 Millionen Menschen.
In Wien begann der Anatom, Eugeniker, Soziallamarckist und Stadtrat für Wohlfahrtswesen Julius Tandler  in den 1920er Jahren die Tuberkulose unter Einsatz von städtischen Budgetmitteln (während der Bund 1923 für Tuberkulosefürsorge nur 80.000 Schilling aufwendete, setzte die Gemeinde Wien eine Viertelmillion Schilling ein) systematisch zu bekämpfen. Inzwischen denkt wohl kaum jemand daran, dass die TBC einst weltweit als typisch für den schlechten Gesundheitszustand der Wiener galt.

Laut aktuellem Johns Hopkins Dashboard sind in etwas über einem Jahr der Sars Cov 2 Pandemie von den 102 Millionen gemeldeten Fällen 2,2 Millionen Menschen verstorben. Ob die Dunkelziffer bei der Tuberkulose und bei Covid-19 vergleichbar ist, darüber kann man wohl trefflich streiten.
Auch ob die mediale Aufmerksamkeit zwischen den einzelnen Infektionskrankheiten (Malaria 2019: rund 229 Millionen Fälle, eine halbe Million Tote, HIV 2019: 38 Millionen Erkrankte, trotz antiviraler Therapie fast 700.000 Tote, …) fair verteilt ist, soll hier nicht weiter verbreitet werden, weil eine medial und politisch sehr einseitig aufgeschreckte Bevölkerung sich dieser Diskussion seit Monaten verschließt.

Was hier etwas beleuchtet werden soll, ist die Frage, wie sich Wien im Vergleich mit anderen größeren Städten in der Pandemiebekämpfung so schlägt, wenn man ganz einfach Einwohnerzahl und Todesfälle in Relation setzt. Natürlich ist das ein sehr grobes Maß und die erhebbaren zahlen, selbst innerhalb der Länder differieren ganz gewaltig.
Es ist entgegen der landläufigen Meinung Großstädte wären die wahren Problemzonen aber vielleicht gar nicht so wichtig, was in den Ballungszentren so passiert. Bloomberg zeigte Ende Dezember Daten, dass in den USA gegen Jahresende mehr Menschen in kleinen Städen und am Land an Covid versterben, als in den großen Städten. Auch in Österreich wird immer wieder darauf verwiesen, dass sich die Inzidenzen in Wien viel besser entwickeln, als im Westen. Wirkt da der bärbeißige Stadtrat Wunder?

Vergleichen wir also wie sich Wien (im Vergleich zu anderen Großstädten, mit den jeweils aktuell verfügbaren Daten) in der Sars Cov2 Pandemie hält. Die Zahlen sind oft unterschiedlich und es lassen sich (Paris, Rom) nicht immer Zahlen ausschließlich für den dicht verbauten Bereich finden. Jedenfalls haben wir augenblicklich (Ende Jänner 21; Ratio = Todesfälle in % Einwohner) in

Regiao de Lisboa, ca 2,8 Millionen Einwohner, 1751 Todesfälle, Ratio: 0,06
Berlin, ca. 3,8 Millionen Einwohner, 2,195 Todesfälle, Ratio: 0,06
Amsterdam, ca 873.000 Einwohner, 604 Todesfälle, Ratio: 0,07

Wien, ca. 1,9 Millionen Einwohner, 1.427 Todesfälle, Ratio: 0,075

Rom (Regio Latium) , ca 5,9 Millionen Einwohner, 4918 Todesfälle, Ration: 0,08
Bern, ca. 1,0 Millionen Einwohner, 918 Todesfälle, Ratio: 0,09
Paris/Île-de-France, ca. 12,2 Millionen Einwohner, 13.244 Todesfälle, Ratio: 0,11
London, ca. 9,3 Millionen Einwohner, 12.677 Todesfälle, Ratio: 0,13
Madrid, ca. 6,7 Millionen Einwohner, 12.535 Todesfälle, Ratio: 0,19
Stockholms Län, ca. 950.000 Einwohner, 2.400 Todesfälle, Ratio: 0,25
New York City, ca. 8,4 Millionen, 26.763 Todesfälle, Ratio: 0,31

Überfliegt man die Beispiele, war schwierig genug diese zusammen zu suchen, fällt das Semesterzeugnis für das Wiener Gesundheitssystem nicht schlecht, aber vielleicht auch nicht so überragend aus, wie man es vielleicht angesichts der vielen Initiativen erwarten könnte.
Aber über dem Schnitt liegt es allemal.

Written by medicus58

30. Januar 2021 at 20:31

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff, wer hätte das gedacht ?!?!

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Wie hier zuletzt unter Zum Unterschied zwischen SarsCov2 Vakzin und Mon Chéri schon gesagt, gehört es zu den Todsünden im Marketing einen Bedarf (z.B. durch Showimpfungen) anzufeuern, dem dann das Angebot nicht entsprechen kann.
Genau das hat unsere tückisch-grüne Regierung gehörig versemmelt, aber wer hätte das den wissen können, dass Pfizer Biontech in Lieferrückstand kommen werden?

Klar setzt man sich mit einer solchen Frage der Besserwisserei im Nachhinein aus, nur hätte unsere Politik mehr auf Fachleute gehört als auf ihre PR Berater, wäre auch ihnen schon lange klar, dass die Probleme in der Bugwelle der Operation Warp Speed lauern. Ein kurzer Überblick, dass die Probleme der Massenproduktion und Distribution dieser Impfstoffe schon lange vielen klar war.

ARUP im Mai 2020: Producing the cure: how can the pharmaceutical industry meet global demand for a COVID-19 vaccine? Questions of supply chain management are always about how many elements interlock, and this challenge is no different. To succeed, and stay successful, producers will need to examine every upstream and downstream factor in the vaccine’s supply chain, from raw materials to energy supply to packaging, storage, security and fulfilment. It’s a case of designing in the resilience now, by exploring these factors and assessing risk.

Bloomberg schrieb im Juli 2020: The World’s Supply Chain Isn’t Ready for a Covid-19 Vaccine

PWC hat im September 2020 geschrieben: COVID-19 vaccines are being developed at a breakneck pace, but a broken supply chain could derail that momentum

Aircargo News im September 2020: This week, several logistics parties have cited that not only the development of the vaccine is a feat, but that rolling out the logistics chain for the distribution of a Covid-19 vaccine will be particularly challenging. IATA, the international airline federation, said this week that the transportation of the Covid-19 vaccines would require more than 8,000 747 jumbo freighters.

The last mile distribution: the potential quality killer …

ABC News November 2020: But with limited supplies of each vaccine available at first, enough to vaccinate only 20 million Americans by the end of the year, experts agree the U.S. needs multiple vaccines to fight the pandemic. That includes not only Pfizer and Moderna’s vaccine but also even more that are further behind in development.

Bruce Y. Lee, der seit 15 Jahren das Public Health Informatics, Computational, Operations Research (PHICOR) team leitet warnte im noch im Dezember 2020: The success of vaccines against it depends not only on the characteristics of vaccines but whether they are actually delivered to everyone. As history has shown, vaccine supply chains are far more complex than many people realize.

Global News 3. Dezember 2020: Pfizer had adjusted its supply outlook in 2020 from 100 million to 50 million in November in publicly available statements, but had promised up to 100 million doses as late as September.

Scientific American (!) 4. 1.2021: New COVID Vaccines Need Absurd Amounts of Material and Labor
Pfizer and Moderna have been building supply networks to shift from clinical to large-scale production. But each step in the manufacturing process requires raw materials that, before COVID, were only produced in the amounts needed for clinical research—“not sustained production of billions of doses.

NPR 17. Dezember 2020: Pfizer makes hundreds of medicines and vaccines and operates at least 40 manufacturing facilities registered with the FDA around the world. Despite being founded a decade ago, Moderna has never had a product win FDA approval. And it only has one factory registered with the FDA — and the registration occurred just this week.

DW 11.1.2021:

More shots per vial and new factories
A dilution of the vaccine was approved by EU regulators on Friday, which means each vial can now be used for six shots instead of five.
BioNTech also said it has added a new manufacturing site in Marburg, Germany, which is set to go online in February and will boost annual production capacity by up to 750 million doses.
The vaccine is currently being produced at BioNTech’s headquarters in Mainz, Germany, a location in Belgium, and at several factories in the US.
50 million doses already made.

Naja, treue Leser dieses Blogs haben das natürlich auch schon früher gewusst:

30. Dezember 2020: Was in dem Gezwitscher um die Wirksamkeit von Impfungen untergeht: Der Herstellungsprozess
13. Dezember 2020: Wann und wie wird die SarsCov2 Pandemie enden?
9. Dezember 2020: Das Covid-19 Impf-Dilemma hat schon Hippokrates vorhergesehen (Update 6.1.2021)
1. Dezember 2020: Regelmäßig aktualisierter Überblick über mögliche Impfungen gegen das Coronavirus

27. November 2020: Aus dem Lockdown in die Gondel: das Kleingedruckte, das der Bundesmaturant verschweigt
27. November: Einer der interessantesten Artikel über die Geschichte der mRNA Impfstoffe, die ich bis jetzt gelesen habe

Written by medicus58

19. Januar 2021 at 17:52

Testen macht frei

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Langsam kommt der alttestamentarische Hintergrund des Bundesmsturanten und einstigen Gailomobil-Chauffeurs zu Tage.

Auf den Sündenfall (gefloppte Massentests) folgt die Strafe (Freitestung oder Hausarrest).

Wenn die Weihnachtliche Schisaison wegen zu hoher Infektionszahlen ausfällt, dann erzwingen wir die Energieferien, auch wenn wir bis dahin das ganze Land in Zwangsferien schicken.

Das gibt wohl einen Vorgeschmack darauf, wie uns die Impfungen schmackhaft gemacht werden.

Gesundheit ist Pflicht und Impfen macht frei.

Written by medicus58

18. Dezember 2020 at 16:18

Wann und wie wird die SarsCov2 Pandemie enden?

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Wie wir wissen, ist die Schwierigkeit von Prognosen, dass man erst in der Zukunft weiß, ob sie stimmen und in der Zwischenzeit so viel passiert, dass man sich an die meisten Prognosen nicht mehr erinnert, wenn sie endgültig falsifiziert sind. Wissen Sie noch wer im Zusammenhang zu Corona gesagt hat: „Wir sind Weltmeister.“ „Wir haben alles richtig gemacht.“ „Schulen sind/sind nicht Pandemie relevant.“

Um auf den Zug der Zeit aufzuspringen, schauen wir zuerst nicht zu den Antworten, die uns die Medizin gäbe, sondern zu den Meinungsforschern:

McKinsey:
Eine Herdenimmunität durch spontane Durchseuchung wird es nicht geben, mit einer Impfung ist sie mit größter Wahrscheinlichkeit erst für die zweite Jahreshälfte 2021 zu erreichn. Also vergessen Sie Ihren normalen Sommerurlaub für 2021. Trotzdem verspricht McKinsey schon davor eine schrittweise Normalisierung.

Bloomberg:
legt sich da weniger fest, gibt aber in dem verlinkten Beitrag einen interessanten graphischen Überblick wo einzelne Impfstoffentwicklungen dzt. stehen und wohin 8. Milliarden Dosen weltweit distribuiert werden sollen.

Spaßverderber Donald Light:

Donald Light (Institute for Advanced Study) ist als Professor of psychiatry and health policy (York University Division of Medical Ethics) im Inquirer sehr skeptisch:

In theory, a safe and effective vaccine should protect the health of the population from serious illness, hospitalization, and deaths; it should enable the economy to revive and restore millions of jobs; and it could also restore some of the damaged reputation of the pharmaceutical industry. But based on my years of research on the industry’s policies and the FDA as its paid partner, I am concerned that COVID vaccines will generate billions in revenue without much reducing hospitalization or deaths. The public’s wariness about the rush to count on a COVID vaccine to end the pandemic is understandable. Our best hope is to learn from other countries that have used social isolation, masking, testing, and monitoring to drive down infections, serious cases, and deaths. In the near term, we cannot rely on vaccines to stop this pandemic.

WHO:
So ganz glaubt auch die WHO nicht, dass Impfungen (ohne die bisherigen Maßnahmen) die Pandemie rasch beenden kann. Vaccines Alone Won’t End Pandemic, WHO Official Says

Optimist und Aktieninhaber Bill Gates:
Gates, ein Investor in neue Impfstrategien, verspricht einen drastischen Rückgang der Fälle und die Normalität für Frühjahr 2021. Mit anderen Worten, Bill sieht das Ende der Pandemie durch das beste und sicherste Windows in der Pandemie.

Medizingeschichte:
Nükhet Varlik, Associate Professor of History, University of South Carolina, spricht mir mit Ihrer Kritik der ausschließlich Modell basierten Prognose aus der ärztlichen Seele und verweist auf die Erfahrungen mit anderen Pandemien, die auch früher (ohne Big Pharma) irgendwann, aber sehr langsam verdämmerten. Ausgerottet wurden bislang nur (mit Hilfe einer Impfung) die Pocken. Weltweit verstirbt etwa ein Drittel aller Menschen an Infektionserkrankungen. SARSCoV 2 wird irgendwann aus den Augen der Ersten Welt verschwinden, mit großer Wahrscheinlichkeit aber, wie Polio, Pest, HIV, … in bestimmten Regionen persistieren.

Virologe Fauci:
verspricht die Herdenimmunität auch erst für den Herbst, aber Normalität erst gegen Ende von 2021. Grund dafür sieht er in absehbaren Problemen mit der Durchimpfung. Seiner Meinung nach wird eine Durchimpfungsrate von 50% die Pandemie nur sehr sehr langsam beenden und 70% sind schwer zu erreichen.

Virologe Drosten:
Der Erklärer der Nation stößt ins selbe Horn, klingt aber, wie es sich für einen Deutschen Gelehrten gehört vorhersehbar düsterer:
Wir werden zu irgendeinem Zeitpunkt im Sommer eine Situation haben, in der man vielleicht konstatieren kann, diejenigen, die ein sehr hohes Risiko haben und die sich impfen lassen wollten, die sind jetzt geimpft

Also faustischer geht es nicht. Kein Wunder, dass deutsche Bundeskanzlerinnen im Risikoalter die Nerven verlieren.

Wir werden zu einem Zeitpunkt in eine Situation kommen, in dem die Infektionen in der Bevölkerung in großem Maße laufen. Und das haben wir bisher noch nicht erlebt

Aber ehe Sie jetzt gleich zum Strick greifen und die Nachbar daran aufknüpfen, weil ihre FFP3 Maske nicht richtig sitzt, fassen wir zusammen, wovon wir IMHO ausgehen können:

Ein einfaches Verschwinden des SARSCoV2 von der Weltbühne, wie wir es bei anderen WHO Pandemien erlebt haben (Schwein-, Vogelgrippe) ist nicht wahrscheinlich und es muss angenommen werden, dass es noch länger zu lokalen Ausbrüchen kommen wird.

Schauen wir uns die kürzlich veröffentlichten Daten der Statistik Austria an, blieben mit Stichtag zweite Oktoberhälfte drei von fünf Erkrankten unentdeckt und 4,7 % der Österreicher hatten eine immunologische Reaktion auf das Virus.
Das Contact-Tracing hat offenbar schon lange nicht funktioniert. Das Erreichen einer natürliche Herdenimmunität wird trotzdem unter den aktuellen Rahmenbedingungen (Lockdowns, Hygiene ,..) länger als die Geduld der Bevölkerung dauern, so dass das Argument Lasst Euch impfen, wenn Ihr Euer Leben wieder haben wollt allfällige Sicherheitsbedenken gegen die Impfung erschlagen wird, da die wirksamste Maßnahme, Social Distancing, eine Konsumgesellschaft ruiniert. Dass ein allfälliger Reset gerade einen seit Jahrzehnten globalisierten Kapitalismus beendet ist etwa so wahrscheinlich, wie dass regelmäßige Wirtschaftskrisen oder meteorologische Warnungen ein Umdenken erzwingen. Dazu ist das Problem noch zu wenig schmerzhaft.

Worauf überraschenderweise keine der oben angeführten Prognosen so in den Mittelpunkt stellt, ist die wirtschaftliche Situation 2021, die auf Politik und Bürger einen größeren Druck auf eine rasche wirtschaftliche Normalisierung ausüben wird, als das die Tiroler Adler vermochten. Wir sollten uns also auf unangenehme Diskussion vorbereiten, wie viele tägliche Todesmeldungen die persönliche Freiheit wert sind. Auch wenn es natürlich auch Jüngere treffen kann, was uns allenthalben an Einzelfällen gezeigt wird, sterben i.d.R. die Ältesten. Auch wenn zuletzt noch die persönliche Freiheit im Altersheim politisch hoch gehalten wurde, ist absehbar, dass wir auch die Diskussion bekommen werden, wie viel den Noch-Erwerbstätigen das Überleben der Pensionisten wert ist.

Und wenn der relative Wert der persönlichen Freiheit, der persönlichen Betroffenheit und der täglichen Todesfälle mit und an Corona ausgehandelt ist, wird sich (wie bei allen anderen Erkrankungen ein steady state der Akzeptanz heraus bilden, und die Pandemie auch sozial und wirtschaftlich für beendet erklärt werden.

Written by medicus58

13. Dezember 2020 at 17:03

Wie unterstützt man Ertrinkende oder sollte man ihnen nicht besser helfen?

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Diese Woche laufen auf Oe1 in der Serie Betrifft:Geschichte eine hörenswerte Geschichten der Behindertenbewegung und der Ersten österreichischen Krüppelarbeitsgemeinschaft.

Siegfried Braun setzte sich vor 100 Jahren für die Hilfe zur Selbsthilfe für diejenigen ein, die wir später als Behinderte bezeichneten und rezent nur mehr als Personen mit speziellen Bedürfnissen an zu sprechen haben.

Dass die Sendereihe quasi nebenher  aufdeckt, wie stark sich die Wortwahl und wie relativ wenig sich die sozialen Probleme ändern, passt sehr gut zu einem mich zunehmen verärgernden Phänomen.

Nicht erst seit der Pandemie, aber jetzt natürlich flächendeckend verspricht und verlangt jedermann und jederfrau Unterstützung.

Natürlich wollen alle Hilfe, und letztendlich Geld, das der Staat rausrücken soll, der es sich klarerweise wieder von denen zurückholen will, die ihn bisher schon finanzierten, also genaugenommen hilft und unterstützt da eh niemand irgendwen. Es handelt sich um einen höchst effizienten jedoch längst nicht mehr resilienten Tauschprozess von dem wir hoffen, und im Parlament beten, dass sich das irgendwann noch irgendwie ausgehen wird. 

Deshalb verlangt auch niemand Kredit, weil den müsste man ja selbst zurück zahlen. Sogar ein Ruf nach Ausgleich oder Konkurs, schiene mir eine bessere Umschreibung für das was abläuft, da im Rahmen der geltenden Rechtsnormen das eigene Problem auf andere, mehr oder weniger Willige, aufgeteilt wird.

Beim ubiquitären Unterstützen schwingt karitative Freiwilligkeit und teleologische Wiedergutmachung mit, aber es steht immer weniger dahinter.

Klar, Hilfe klingt so gönnerhaft und so will ein Staat nicht wirken, der stark sein will, der uns vermitteln will die Kontrolle zu haben.

Wer unterstützt wird, der darf sich oben wähnen, der Unterstützer ist unten und hebt, der Unterstützte wird gehoben.

Ja aber warum der ganze Tanz, das ganze rhetorische Gesülze, die begrifflichen Kunstgriffe im Randbereich des Religiösen?

Meiner Meinung nach nur aus einem Grunde, weil man den Begriff der Solidarität unbedingt vermeiden will.

Viel Steuerggeld zahlten Regierung und Rotes Kreuz an eine befreundete Agentur für die „Schau auf mich, schau auf dich Kampagne“, statt eine solidarische Gesellschaft einzufordern.

Immerhin hat zuletzt SP Gusenbauer mit der Forderung nach einer solidarischen Hochleistungsgesellschaft einen Spagat zwischen Klassik und Moderne versucht und sogar eine NR Wahl gewonnen, in seinen jetzigen Tätigkeiten für die Vereinigung der Oligarchen und Diktatoren aller Länder scheint er sich aber auch schon meilenweit davon entfernt zu haben.

Irgendwie führt das alles zum Schluss, dass viele Begriffe so desavouiert wurden, dass wir immer neue erfinden müssen, ohne dass wir noch an die Probleme selbst heran kommen. Auch deshalb beten wir im Nationalrat, dass die Ertrinkenden noch irgendwer von draußen aus dem Wasser ziehen möge, damit wir sie dann wieder unterstützen können.

Written by medicus58

11. Dezember 2020 at 13:50

Das Covid-19 Impf-Dilemma hat schon Hippokrates vorhergesehen (Update 6.1.2021)

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Desperate times require desperate measures,
ist zumindest im Englisch-sprachigen Raum ein geflügeltes Wort, das vermutlich auf den alten Hippokrates zurück geht, als ob der Alte schon geahnt hätte, was jetzt in der Pandemie so abgeht.

Seit Wochen, ja Monaten wird über Impfungen gesprochen, der Beginn von Massenimpfungen angekündigt, bzw. in einigen Ländern (Russland, China, UK,…) auch schon exekutiert, ehe andere Behörden (FDA in den USA, EMA für die EU) diese Impfungen zugelassen haben. Dort wo bereits außerhalb von Studien geimpft wird, beruft man sich auf eine Notfallzulassung, die eigentlich nicht für die Verabreichung neuer Medikamente an Gesunde gedacht war.

Sieh man sich die weiter unten verlinkten Daten zum medial seit längerem am lautesten gepriesenen Impfstoff an, der in den USA als amerikanische Leistung (Pfizer-BioNTech), in Deutschland als deutsche Leistung (BioNTech-Pfizer) gepriesen wird, dann sprechen wir von einem Median der Nachbeobachtung von 2 Monaten!

Dieser kleine Blog am Rande des weiten Netzes nimmt sich jetzt nicht so wichtig, dass er sich zu einer endgültigen Abwägung zwischen Nutzen und Risiko, sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft durchringen wird, aber er möchte den Zugang zu den vorliegenden Informationen erleichtern, was schwer genug ist, weil noch verdammt wenig Informationen jenseits von Pressekonferenzen und Ankündigungen bekannt wurde.

Wie unten verlinkt, beschäftigt sich die Europäische Zulassungsbehörder EMA erst seit Anfang Oktober in einem sogenannten Rolling Review mit dem Impfstoff von AstraZeneca, seit November mit den Produkten von drei anderen Herstellern. Einreichunterlagen haben erst am 1.12.2020 von Pfizer-BioNTech, Moderna und Janssen erhalten und veranstalten am 11.12.2020 ein Öffentliches Stakeholder Meeting. Auch hat die EMA im Gegensatz zur FDA, die aktuell die eingereichten Daten für den Pfizer-BioNTech offengelegt hat und für 15.12. Daten von Moderna offenlegen möchte, bis heute (9.11.)  noch keine der eingereichten Unterlagen zugänglich gemacht.

Gleichzeitig machen Politik und Medien Stimmung, als ob wir mitten im Winter vor einer g’mahten Wiesen stünden.
Um da wieder auf den Hippokrates zurück zu kommen, wirkt die politische und mediale Beschäftigung mit dem Thema jedenfalls schon sehr „desperate“ (= verzweifelt, zum Äußersten entschlossen, extrem lt. Collins Dictionary).

Als Beispiel möge hier die Österr. Impfstrategie  (Download 9.12.) genügen, um die entstehende Kognitive Dissonanz zwischen Medizinischer Evidenz und politischer Erwartungshaltung augenscheinlich zu machen:

Der Zeitpunkt des Starts der Covid-19-Impfung rückt näher. Die ersten Marktzulassungen könnten um den Jahreswechsel, möglicherweise noch in der zweiten Dezemberhälfte erfolgen

Auch wenn der Covid-Beauftragter Auer heute im Mittagsjournal eine Lanze für die transparente Information – nicht zuletzt der Ärzte – bricht, wird hier eine Erwartungshaltung aufgebaut, der möglicherweise nicht entsprochen werden kann: Neben den medial beworbenen Vaccinen (insbesondere von Pfizer-BioNTech und Moderna) wurden von der EU auch ganz andere Impfungen vorbestellt, ehe es abgeschlossene Studien in großen und repräsentativen Kollektiven gab:

AstraZeneca: 6 Mio. Dosen
SANOFI, Protein-Subunit 1,5 Mio. Dosen
Johnson&Johnson 2,5 Mio. Dosen
BioNTech/Pfizer 3,5 Mio. Dosen
CureVac 3 Mio. Dosen

Die meisten (6 Mill) wurden bei AstraZeneca vorbestellt, die den Impfstoff auf Basis eines Virusvectors gemeinsam mit der Uni Oxford entwickelt haben, aber offenbar große Probleme mit dem Herstellungsprozess erlebten (siehe Link). Nur in der Subgruppe, die fälschlich (!?!) eine zu niedrigen Dosierung in der ersten Impfung erhalten hat, konnte eine eine den mRNA Impfstoffen (Pfizer, Moderna) vergleichbare Erfolgsrate gefunden werden, in der geplanten Dosierung, war der Impfstoff deutlich schlechter.
Völlig still wurde es über die von vielen Fachleuten erhobene Forderung, dass das Impfkonzept mit zwei unterschiedlichen Dosierungen, eigentlich in einer nachfolgenden Studie verifiziert werden sollte. Auch handelte es sich um diesen Impfstoff, bei dem die Studie kurzfristig pausiert wurde, weil ein Fälle von Myelitis aufgetreten sind:
Ein Fall trat 14 Tage nach der 2. Impfung auf, wurde aber von neurologischen Experten als wahrscheinlich spontan aufgetreten klassifiziert. Ein weiterer Fall trat 10 Tage nach der ersten Impfung auf, wurde aber von neurologischen Experten als vorbestehende, aber unerkannte Multiple Sklerose klassifiziert. Ein dritter Fall trat in der Kontrollgruppe, 69 Tage nach einem Meningitisimpfstoff auf. Dieser Patient hat aber den Covid-Impfstoff nie erhalten.
Bei allen Impfstoffen sind in unterschiedlicher Intensität Lokalreaktionen und kurze Fieberperioden beschrieben. Wie auch bei anderen Impfungen sind vorübergehende Blutbildveränderungen (Neutropenie) beobachtet worden. Allein diese Unterschiede könnten zu durchaus berechtigten Diskussionen führen, dass sich prinzipiell Impfwillige für einen bestimmten Impfstoff entscheiden, der aber dann nicht unbedingt der sein wird, der gerade (gratis) verfügbar ist.

Mir fehlt die Phantasie, wie das die Gesundheitspolitik bis zum Jahreswechsel, möglicherweise noch in der zweiten Dezemberhälfte hinbekommen will, ohne indirekt Druck aus zu üben.

Nachfolgend habe ich einige Links zu vorliegenden wissenschaftlich haltbaren Informationen zu einzelnen Impfstoffen eingestellt und werde das in den nächsten Wochen noch ergänzen (Dank an @docmarton für den Tweet zur FDA Seite).

Stand heute sind m.E. noch sehr viele Frage offen, auf die wir mit Sicherheit bis zum Jahreswechsel keine Antwort haben werden:

Es kann zwar davon ausgegangen werden, dass keine Behörde einen Impfstoff zulässt, der wirkungslos (< 50%) ist aber wie lange der Impfschutz im Mittel anhält kann nur durch eine längere Beobachtungszeit ermittelt werden, als aktuell zur Verfügung stand.

Die akuten und lokalen Nebenwirkungen sind für die ersten Impfstoffe schon ziemlich klar (Schwellung an der Einstichstelle, Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit) und durchaus heftiger als für viele andere heute übliche Impfungen. Für den Ausschluss von seltenen Nebenwirkungen benötigt man Jahre.

Man kann aktuell davon ausgehen, dass einzelne Impfungen unterschiedlich wirken (nur humoral, also über Antikörperbildung oder auch zellulär (T-Lymphozyten) ob das eine Differentialindikation darstellt, ist augenblicklich offen.

Ich freu mich schon auf Antworten aus dem Gesundheitsministerium. Die augenblicklichen FAQ (unten verlinkt) geben darauf und auch auf weitere offenen Punkte noch keine Antwort.

Publikationen:

AstraZeneca (Nicht replizierender Adenocirus Vector)
Safety and efficacy of the ChAdOx1 nCoV-19 vaccine (AZD1222) against SARS-CoV-2: an interim analysis of four randomised controlled trials in Brazil, South Africa, and the UK
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32661-1/fulltext

Janssen (Nicht replizierender Adenocirus Vector)
Safety and immunogenicity of the Ad26.COV2.S COVID-19 vaccine candidate: interim results 2 of a phase 1/2a, double-blind, randomized, placebo-controlled trial
https://www.medrxiv.org/content/medrxiv/early/2020/09/25/2020.09.23.20199604.full.pdf

Pfizer-BioNTech (mRNA)
Phase I/II study of COVID-19 RNA vaccine BNT162b1 in adults
https://www.nature.com/articles/s41586-020-2639-4

Moderna (mRNA)
Safety and Immunogenicity of SARS-CoV-2 mRNA-1273 Vaccine in Older Adults
https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2028436? 

SANOFI (Protein-Subunit)
Sanofi hat mehrere Impfstoffe in verschiedene Phasen (u.a. auch einen mRNA Impfstoff)
Bei dem von der EU vorbestellte Impfstoff wurde gemeinsam mit GlaxoSmithKline entwickelt und steht in Phase 2. Das Prinzip beruht auf einem schon zugelassenen Influenza-Impfstoff (Flublok Quadrivalent). Erste Ergebnisse der Phase 1/2 wurden für Anfang Dezember versprochen.

Johnson&Johnson (Viral-Vector)
Musste seine im September begonnene klinische Studie 3 kurzfristig unterbrechen
Drugmaker Halts Vaccine Trial Because of Sick Volunteer
und hat bislang erste Interimresultate bekannt gegeben:
Safety and immunogenicity of the Ad26.COV2.S COVID-19 vaccine candidate: interim results
2 of a phase 1/2a, double-blind, randomized, placebo-controlled trial

Die Phase 3 begann in den USA mit 15.11.2020

CureVac (mRNA)
Beginn der Phase 3 im Dezember 2020
Phase 1 Assessment of the Safety and Immunogenicity of an mRNA- Lipid Nanoparticle
Vaccine Candidate Against SARS-CoV-2 in Human Volunteers

CureVac climbs on vaccine data despite tolerability questions


Allgemeiner Überblick:
A Review of the Progress and Challenges of Developing a Vaccine for COVID-19
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7591699/

NYT Corona Vaccine Tracker

CDC

Interim Considerations for Use of mRNA Covid-19 vaccines

FDA Aktivitäten

10.12.2020 Meeting
Pfizer-BioNTech
Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee Meeting December 10, 2020 FDA Briefing Document Pfizer-BioNTech COVID-19 Vaccine https://www.fda.gov/media/144245/download

Inhaltsstoffe des Pfizer-BioNTech Impfstoffs

Englisch

Standardartikel (Deutsch)
 
PFIZER-BIONTECH COVID-19 VACCINE (BNT162, PF-07302048) VACCINES AND RELATED BIOLOGICAL PRODUCTS ADVISORY COMMITTEE BRIEFING DOCUMENT MEETING DATE: 10 December 2020 https://www.fda.gov/media/144246/download

17.12.2020 Meeting
Moderna, Inc.
Event Material (seit 15.12.2020 online) hier: https://www.fda.gov/media/144452/download

Addendum

EMA Aktivitäten

Begründung der Registrierung von Comirnaty

1.12.2020
Janssen
EMA starts rolling review of Janssen’s COVID-19 vaccine Ad26.COV2.S https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-rolling-review-janssens-covid-19-vaccine-ad26cov2s

BioNTech-Pfizer
EMA receives application for conditional marketing authorisation of COVID-19 mRNA vaccine BNT162b2
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-receives-application-conditional-marketing-authorisation-covid-19-mrna-vaccine-bnt162b2

Moderna
EMA receives application for conditional marketing authorisation of Moderna COVID-19 vaccine
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-receives-application-conditional-marketing-authorisation-moderna-covid-19-vaccine

Public stakeholder meeting 11.12.2020:
https://www.ema.europa.eu/en/events/public-stakeholder-meeting-development-authorisation-safe-effective-covid-19-vaccines-eu#documents-section

16.11.2020
Moderna
EMA starts rolling review of mRNA COVID-19 vaccine by Moderna Biotech Spain, S.L.
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-rolling-review-mrna-covid-19-vaccine-moderna-biotech-spain-sl

6.10.2020
BioNTech-Pfizer
EMA starts second rolling review of a COVID-19 vaccine
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-second-rolling-review-covid-19-vaccine

6.1.2021
AstraZeneca 

NEU: Unterlagen zur UK Zulassung

https://t.co/mlno8ik4kv?


EMA starts first rolling review of a COVID-19 vaccine in the EU
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-first-rolling-review-covid-19-vaccine-eu

Österreich: Sozialministerium:

FAQ:  https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen/FAQ–COVID-19-Impfung.html

Written by medicus58

9. Dezember 2020 at 17:05

Aus dem Lockdown in die Gondel: das Kleingedruckte, das der Bundesmaturant verschweigt

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https://just-the-covid-facts.neuwirth.priv.at/2020/11/27/covid-19-oesterreich-aktuelle-daten

Während der Herbstferien zwischen 27. Oktober bis Allerheiligen am 1. November waren Österreichs Schulen geschlossen. Auf den geglätteten Verlauf der Inzidenzen hatte das ganz offensichtlich keinen entscheidenden Einfluss.

Das führte uns in den Lockdown light ab 3. November.
2 Wochen danach erlebten wir noch immer keinen Effekt sondern den bisherigen Peak der Inzidenzen.
Unter Wenn die nächtliche Ausgangskontrolle nicht funktioniert hat, was sagt uns das? habe ich damals eine Selbstreflexion der professionellen Hochrechnern eingefordert, die dann – nur scheinbar auf meinen Wunsch – vom einem internationalen Wissenschaftsteam rund um den Complexity Science Hub Vienna der Medizinischen Universität geliefert wurde:

6.068 Anti-Corona-Maßnahmen aus 79 Regionen weltweit hat diese Studie analysiert und festgestellt: Schulschließungen sind ganz weit oben mit dabei, was die Wirksamkeit angeht.

OK, eine Woche geschlossene Schule ist vielleicht zu wenig gewesen, aber auch viele Maßnahmen des Lockdown light (z.B. Beschränkung von Personenansammlungen Small gathering cancellation) haben einen überwältigenden Z-Score. Blöd nur, dass sich die Realität nicht an die prädiktive Statistik hält. Vermutlich war die Old School gar nicht so blöd, dass sie aus der Beobachtung Hypothesen generierte und diese nur einer statistischen Analyse unterwarf und nicht durch komplexe Rechnungen ihre Hypothesen generierte, aber vielleicht bin ich einfach zu blöd für sowas.

Ist aber scheinbar eh egal. Bundesmaturant Kurz und sein Volkschullehrer Anschober vertrauen auf den Komplexcity Forschern auch nicht und hören eher auf die westösterreichischen Tourismusmanager und verordneten ab 16. November, also 12 Tage vor dem Ende des lighten den harten Lockdown.

Schon am nächsten Tag fielen die Inzidenzen, obwohl inzwischen der letzte Hobby Virologe weiß, dass Effekte durch Inkubationszeiten und zusammengebrochenes Tracing erst verzögert messbar werden.

Aber eh egal, die Impfungen kommen, alles nur eine Frage ob vor Silvester (Kurz) oder danach (Anschober).

Und dazwischen
feiern wir Nikolo (ohne Krampus),
entladen die gebremste Kaufgier (so die Arbeitslose reicht) ab 8.12.,
feiern ein besinnliches Weihnachtsfest (ob wir wollen oder aus religiösen Gründen gar nicht müssen)
und stürmen die Gondeln, natürlich nicht in Venedig, weil den Italienern redet die Köstinger ja auch nicht in den Karneval sondern in die der einheimischen Seilbahnen.

Das Licht kommt also nicht vom Ende des Tunnels sondern schon von den weihnachtlichen Sternspuckern und den Tiroler Almhütten.

Was uns noch verschwiegen wird,

dass uns auch mit Impfung noch für Monate der Rotzfetzen im Gesicht und das Abstandhalten nicht erspart bleibt. Erstens weil es dauert, bis ein individueller Impfschutz aufgebaut wird, zweitens weil noch lange kein ausreichender Anteil an Geimpften vorliegen wird, drittens weil unklar ist, ob ein individueller Impfschutz das Spreaden verhindert und viertens weil die Durchimpfung mit großer Wahrscheinlichkeit durch Freiwilligkeit nicht erreichbar ist (siehe unten).

dass die Dosierung und die Wirksamkeit des AstraZeneca/Oxford University Impfstoffes durch Produktionsfehler irgendwo zwischen 62 und 90% liegt und erst durch eine weitere Studie geklärt werden kann und völlig unklar ist, wie er in älteren Risikogruppen wirkt. Egal, bestellt ist bestellt.

dass von Pfizer/Binotech und Modena, noch keinerlei Details über ihre mRNA Impfstoffe offen gelegt haben, obwohl beide behaupten, dass ihr Stoff auch bei Älteren gut wirkt.

dass die Studien aller drei Hersteller in dem Sinn nicht wirklich doppelblind waren, weil die Nebenwirkungen (bis 70% Schwellung an Einstichstelle, bis 40 % zum Teil schwere grippeähnliche Erscheinungen über wenige Tage) hatten.

Sehr still ist es um die Möglichkeit von autoimmunologischen Folgewirkungen (ähnlich einer MS) in der AstraZeneca Studie geworden,

Ob es unter all diesen Auspizien wirklich verantwortungsvoll ist, die Fremdenverkehrssaison anzuwerfen, darf ich heftig bezweifeln.

Die rasche Entwicklung der Impfstoffe ist vermutlich eine wissenschaftliche Großleistung, hat aber aktuell noch mehr offene Fragen als Antworten.
Eine Therapie der Erkrankung (aktuell werden – no na net – die größten Hoffnungen in Antikörper gesetzt) ist frühestens mit Herbst 2021 zu erwarten.
Unter diesen Aussichten führt die Strategie der Regierung in den nächsten Lockdown im Frühjahr, wird das Triageproblem um verunfallte Wintersportler und Influenzakranke erweitert und Österreich endgültig zum europäischen Schmuddelkind, das im Sommer alle mit Reisewarnungen eindeckte und jetzt wieder vor den Tiroler Adler Runde einknickt, koste es was es wolle.

Lesestoff:

SARS CoV2 Spiegel, CNBC, Nature, Science, Faktencheck Deutschlandfunk

Schweunegrippe: NTV

Written by medicus58

27. November 2020 at 21:54

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