Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘Spö

Hilft die SPÖ oder benötigt sie Hilfe?

leave a comment »


Schwierige Frage und nicht einfach zu beantworten in Zeiten, wo ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Thema ob man sich in Österreich Posten und Gesetze kaufen kann (btw zweifelt irgendwer daran?) niemanden interessiert.

Wenn man aber im Stau steht, weil just im Nachmittagsverkehr das obige Plakat affichiert wird, dann dämmert einem die Antwort.

Written by medicus58

18. Juli 2020 at 15:33

1.Mai 2020: was Jazz und die Sozialdemokratie verbindet und das Coronavirus damit zu tun hat

leave a comment »


Gestern, den 30.April,feierte Ö1 den International Jazz Day der UNESCO, heute, am 1.Mai, kann kein Genosse mehr den Bundeskanzler auspfeifen. Letzteres, weil das Coronavirus den Mai-Aufmarsch verhinderte, aber irgendwie auch, weil die SPÖ nicht mehr den Bundeskanzler stellt, und kein Genosse willens ist einen anderen in diesen Job hochjazzt.

Die Koinzidenz, die Jazz und Sozen Rücken an Rücken stellt, bringt uns zu mehreren Parallelen:

Weder Jazz noch Sozialismus reißen die Jungen zu Begeisterungsstürmen hin, und was mal radikal war, mutierte zum gepflegten Gesprächsthema innerhalb von Risikogruppen.

Die Geburtsstunden beider Patienten (Jazz und SPÖ) lagen zeitlich eng beisammen. Viel wurde in sie bis zur Unkenntlichkeit hinein verfrachtet, von Satchmo zu Sade, von Viktor Adler zu Viktor Klima. Tribute an vergangene Heroen und Leistungen vermeiden die unbequeme Konfrontation mit der Gegenwart.

Gestern in der Ö1 Kinderuni wird den staunenden Kleinen die Verjazzung von Kinderlieder vorgeführt, die SP Kritik an der Türkis-grünen Basti-Regierung erschöpft sich in einem noch more of the same als in der Beweisführung, dass andere Maßnahmen die Kollateralschäden minimiert hätten.

Im virtuellen Mai-Aufmarsch feiern alte Apparatschniks und karrieregetriebene auch nicht mer so Jungpolitiker die früheren Leistungen und wollen deshalb kampflos wieder an die Macht. Den Kampf gegen die Indoktrinierung neokonservativer/neoliberaler Gehirnwäsche vermeiden Sie tunlichst und die Mitschuld vieler vergangener Entwicklungen an der gegenwärtigen Krise erklären Sie lieber nicht, um Sponsoren und Wähler nicht zu verschrecken:

Überbesteuerung der Arbeitskraft, Begünstigung der Auslagerung wesentlicher Produktionen in Billiglohnländer, Explosion einer unproduktiven Beraterindustrie mit geringer Bedeutung für die Kernprozesse, Ökologische Maximalforderungen lokal, Negieren der Produktionsbedingungen vor Ort, Subventionsbedingte Verzerrungen, staatlich tolerierte Steuervermeidung, Demontage der Kleinproduzenten und – Dienstleister,…

Jazz und Sozialdemokratie verbindet, dass sie eh von vielen irgendwie geschätzt werden, aber sie in der Traditionspflege erstarrt sind, weil es ihren heutigen Missionare an intellektueller Radikalität fehlt.

Das Coronavirus sollte den letzten im Publikum klar gemacht haben, dass beide, Jazz und Sozialismus Publikum brauchen, um zu funktionieren, weil sie einen solidarischen Ansatz haben, der im Home Office eben nicht funktioniert, weil gegenseitige Ansteckung eine Grundvoraussetzung wäre.

Written by medicus58

1. Mai 2020 at 11:57

Best of Böse

leave a comment »


Seit Jahren listet Der Falter die nach Meinung der Redaktion 100 wesentliche Bösewichter des Jahres auf. Die Inseratenpreise für 2020 stehen übrigens schon fest.

Wenig überraschend führte 2019 Der Heilige Christian Strache die Liste an, nur scheint dies ungerecht:

Wirklich Böse sind erfolgreich, vom Auftritt im Ibizavideo bis zur Auswahl seiner Leibwächter hatte Strache kein erfolgreiches Händchen und letztendlich selbst in die Bedeutungslosigkeit gesprengt. Ja, er hat seiner Partei und den Rechten geschadet, aber noch ist unklar, wie nachhaltig das war.

Wenn man in der österreichischen Politik einen Oberbösen sucht, dann würde ich einen anderen Christian vorschlagen: Christian Deutsch

Der gescheiterte Medizinstudent schafft es seit mindestens einem Jahrzehnt die SPÖ zu ruinieren.

Ob er als Konsulent für Marketing und Werbung der SPÖ-nahen Zentralsparkasse maßgeblich an deren Ende mitarbeitete, entzieht sich meiner Kenntnis, seine Beteiligung am Sturz von Bürgermeister Häupl (Wer nix ist und wer nix kann, der patzt den Bürgermeister an) ist amtsbekannt. Er brachte für seine Rache weniger als vier Jahre, dass er von Häupl 2014 abgesetzt wurde, nachdem er offenbar kein Interesse an einer Parteireform hatte.

Letztlich hat sich Ex-SP-Chef Kern im Oktober 2018 selbst in die Luft gesprengt, jedoch half Deutsch kräftig mit ihn sturmreif zu schießen.

Als Belohnung durfte Christian Deutsch dann für die SPÖ und Rendi-Wagner die Nationalratswahl 2019 versemmeln.

Was den Matura ten eines privaten katholischen Gymnasiums zu all seinen Jobs in der Zentralsparkasse, der ARWAG, Bezirks- und Gemeinderat und dazwischen der Mietervereinigung, fachlich befähigt, ist unklar, alle aufgelegten Elfer (Ibiza, ÖVP Schulden, Kurz Freundeskreis, FPÖ Zwistigkeit um HC,…) hat der Wahlkampfleiter der SPÖ verschossen.

Die Groteske um das Gehalt von SP Lercher hätte nichtmal einem Politik-Frischling do aus der Hand gleiten dürfen.

Hilflos den maroden Parteifinanzen gegenüber tappte er in den Spin „Kündigung per Mailund ließ Rendi-Wagner uninformierte Interviews über Verhandlungen geben, obwohl die Personen, die gekündigt werden sollen, schon hinter ihrem Rücken ausgemacht wurde.

Im Dezember überstand die SPÖ nur knapp einen offenen Putsch und das Betteln um Parteispenden wurde an die ZIB geleakt.

Sowas passiert nicht, sowas muss beabsichtigt sein. Sowas ist nicht dumm, sowas ist Best of Böse.

Wenn Bruno Aigner sagt: Deutsch ist Partei in der Partei, dann ist das euphemistisch, eher ist er ein Torpedo mit Umkehrschub: Es sprengt zielsicher seine Abschussbasis und überlebt das bereits mehrfach.

Legen Sie Machiavelli zur Seite und nehmen Sie das Deutsch-Buch zur Hand, da können Sie noch was lernen, das selbst den Borgia zu brutal gewesen wäre.

Written by medicus58

23. Dezember 2019 at 13:53

Was sollte uns mehr aufregen

leave a comment »


So wie ohnehin alle über Fünfjährigen in Österreich ist sich Neos Meinl-Reisinger sicher, dass es ohnehin immer Parteibuch-geförderten Postenschacher gab, weist aber nach Wochen der Sidlo-Festspiele darauf hin, dass es eigentlich um den Kauf von Gesetzen geht.

Das Profil enthüllt die Aussage von Straches Sekretärin, dass sie doch Privatrechnungen für den gefallenen Retter der FPÖ zu Cash gemacht hat, obwohl dieser und sein Rechtsanwalt heute morgens noch gar nicht wusste, um welche Rechnungen es sich gehandelt hat. Das Profil ist aber insofern „objektiv“ weil es den inzwischen beglichenen Rückstand an Parteisteuern vermeldet, wenn Rendi-Wagner grad weggeputscht werden sollte.

Hopperla, sagt der gelernte Österreicher, wenn Süddeutsche und Neue Zürcher fast Wort gleich, denn (noch nicht gelungenen) politischen Abschuss PRWs damit erklären, dass die SPÖ eben noch keine Alternative zur Parteivorsitzenden hat, eh irgendwo wie auch bei der SPD, die Sozen von der traurigen Gestalt.

Jetzt sollen ja all die Vorwürfe gar nicht bezweifelt werden, so wie bei allen anderen Parteien und Personen, nur passt der Spin halt so gut, dass ich an keinen Zufall sondern nur mehr an Regie glauben kann.

So blöd kann keiner sein, dass die Kündigungen in der SP Zentrale SO nicht ablaufen dürfen. Bei aller vermuteten Korruption des HC, kann er nicht allein agiert haben, so wie den Wiener Grüninnen die Grad Wanderung Chorherrs, die berufliche Verbesserungen mancher anderer SpitzenfunktionärInnen nicht völlig verborgen geblieben sein könnten.

Nur was hat uns Wähler mehr gekostet?

Straches Whirlpool oder die Entourage Kickls?

PRWs Parteischulden, oder Kurz‘ Freundschaft mit Benko et al?

Ein Energetikergutachten oder die komplette Fehlplanung eines Krankenhauses?

Ein Einbahn- und Parkchaos oder eine angebliche Patientenanwältin?

Bei all den inzwischen hoch professionell inszenierten Leaks und Skandalen am politischen Futter Trog geht völlig unter, dass wir uns über das echauffieren dürfen, was uns die Spin-Doktoren erlauben, um das zu übersehen, was uns wirklich weh tut.

Written by medicus58

29. November 2019 at 19:48

Wie Sie Dich blöd aussehen lassen oder was Jimmy Carter über Pamela weiß

with 2 comments


Jimmy Carter (95), der 39. US Präsident hat sich vor zwei Tagen bei einem Sturz das Becken gebrochen und wurde hospitalisiert. Nein, das ist nicht die Parallele zur glücklosen SPÖ Vorsitzenden weil sie Ärztin ist, sondern weil sich Leitartikel (Rauscher Standard) Online-Foren und Partei“freunde“ aktuell so sehr über ihre vermeintliche Unfähigkeit verständigen.

Als Carter mit knapper Mehrheit gegen Ford ins Amt gewählt wurde, war er ungeachtet einer erfolgreichen akademischen, militärischen und politischen Karriere in den Augen vieler nur der frömmelnde Erdnussfarmer, der zwar einer der wenigen US Präsidenten war, der in keinen großen Krieg und keine großen Skandale verwickelt war, und Camp David und Salt II Abkommen besiegelte, aber letztlich der Versager der weder die Islamische Revolution im Iran noch den sowjetischen Einfall in Afghanistan verhindern konnte und der die Verantwortung dafür trug, dass bei der Operation Eagle Claw nicht nur die Befreiung der Geisel in der Teheraner Botschaft misslang sondern sich zum Teil die US Helikopter ohne Feindeinwirkung selbst außer Gefecht setzten.
Als er dann in der malaise speech vor zunehmenden Materialismus und Konsumismus warnte und harte Maßnahmen zur Lösung der Energiekrise forderte, sanken bald seine Beliebtheitswerte ins Bodenlose und er wurde bei der nächsten Wahl von Reagan beseitigt. Es hält sich das Gerücht, dass diese Rede aber so gehalten wurde, weil ihm falsch interpretierte Meinungsumfragen nahelegten, dass augenblicklich die US Amerikaner hören wollten/sollten, um ihm die Möglichkeit von Bezinrationierungen einzuräumen.

Americans, as “an act of patriotism,” should “take no unnecessary trips. There is simply no way to avoid sacrifice.” Kam nicht gut.

Kaum jemand zweifelte damals daran, dass Carter ein dummer, blauäugiger Farmer war, den nur die Verzweiflung über Watergate und das unrühmliche Ende des Vietnamkrieges ins weiße Haus gespült hat und seine Ablöse durch den optimistischen Westernhelden Ronald Reagan wurde bds. des Atlantiks als Erlösung empfunden.

Was wir Herrn Reagan so alles zu verdanken haben ( „Reich des Bösen“, Reagan-Doktrin, Kirkpatrick-Doktrin, Strategic Defense Initiative, Iran-Contra-Affäre, Grenada Invasion Operation Urgent Fury, We begin bombing in five minutes ) sollte ebenso bekannt sein wie seine gemeinsam mit Thatcher begonnenen Neoliberale Revolution. Für seine unbelehrbaren Fans darf aber auch sein Mr. Gorbachev, tear down this wall!“ erwähnt werden.

Ja und was wurde aus dem Erdnussfarmer Carter nach seiner verlachten Präsidentschaft: ein 2002 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneter allgemein anerkannter und erfolgreicher Vermittler.

Nun habe ich auch schwere Zweifel, dass Rendi-Wagner so bald irgendeinen Nobelpreis bekommen wird. Es sollten aber alle süffisant die Ablösefrage wiederkäuenden innerparteilichen Freunde, plötzlich um das Wohl der Sozialdemokratie besorgten konservativen und liberalen Journalisten, und Forum-Tratscher und Zwitscherer einmal die Geschichtsbücher zur Hand nehmen und überlegen, wie sehr die Öffentlichkeitswirkung und scheinbare Performance in jeder Führungsposition davon abhängt, wie sehr man von seiner Umgebung unterstützt oder aufs Glatteis geführt wird.

Kann übrigens auch ein Arzt in Führungsposition nachvollziehen.

Und wenn man sich die (früher nur bei der ÖVP gepflegte) Praxis des Obmannstürzens in der SPÖ genauer ansieht, dann findet man vielleicht die richtige Einschätzung der poltischen Fähigkeiten Rendi-Wagners nicht im Augenblick sondern in der Frage nach den Beweggründen derer, die Gusenbauer gestürzt haben und gegen Faymann ausgetauscht haben, um ihn gegen Kern auszutauschen, der sich selbst in die Luft sprengte.

Ja, und wenn man (vermutlich zu Recht) glaubt, dass da Netzwerke am Werke waren, sollte man eigentlich froh sein, dass PRW ganz offenbar nicht auf die Unterstützung solcher Freunde zählen kann.

Written by medicus58

24. Oktober 2019 at 15:44

Nach Jahrzehnten doch wieder SPÖ Teil 2

leave a comment »


Zuletzt habe ich hier einige Gedanken zur kommenden Nationalratswahl zusammen getragen, die mich dazu bringen können nach Jahrzehnten wieder SPÖ zu wählen. Wen es interessiert, der kann nun auch den Teil 2 lesen. Im Gegensatz zu anderen Äußerungen auf diesem Blog ist dieser Text rein subjektiv, wie alle anderen aber politisch unabhängig (ich war nie und werde nie Mitglied einer politischen Partei werden).

Von den seit 5 Jahrzehnten von den Sozen verschließenen Parteivorsitzenden habe ich zwei etwas persönlicher (Sinowatz, Rendi-Wagner), zwei (Kreisky, Gusenbauer) zumindest in direkter persönlichen Interaktion und einen (Vranitzky) sehr genau aus zweiter Hand erlebt. Müßig hier Vergleiche anzustellen, aber bei einigen unterschied sich ihr mediale Bild schon sehr deutlich von meinem persönlichen Eindruck.

Als Beispiel sei hier nur an den (wohl nur den Ältesten noch erinnerliche) peinliche Ballettauftritt von bin-nichts-ohne-die-Partei und alles-ist-kompliziert Sinowatz mit Marlene Charell erinnert.

Erlebte man Fred Sinowatz aber in kleiner Runde privat oder als Patient, dann überraschte er als feinsinniger, gebildeter und bescheidener und humorvoller Mensch, keine Spur vom Polit-Apparatschnik den er bisweilen im Amt zu verkörpern schien.

An diese Diskrepanz erinnern mich die bisherigen Medienauftritte der aktuellen SP Vorsitzenden Rendi-Wagner, die abgehoben und verbiestert rüber kommt, so dass ihre Inhalte kaum wahrgenommen werden.

Dabei habe ich auf die naheliegende Kombination von Arzt und linker Politik schon mehrfach hingewiesen: Heilberuf und Berufung

Zugegeben, das Ausmaß an persönlichem Ehrgeiz muss schon ziemlich groß gewesen sein, um sich von Drodza in dieses Amt bugsieren zu lassen, weil er selbst völlig chancenlos gewesen wäre, aber ganz ohne Ehrgeiz klettert niemand ein paar Sprossen des Peter Prinzips hinauf.

So sehr es mich gejuckt hat, die Pam mit der ikonischen Fotografie des Ché zu kombinieren, so wenig glaube ich natürlich, dass sie die alte Tante SPÖ weiter nach links führen wird, nur was wäre die Alternative?

Doskozil?

Der Gendarm, der Migranten- und Flüchtlingsströme so lange nach Deutschland schleuste, bis er den Hardliners in sich entdeckte, um daraus politische Karriere zu machen und plötzlich von den weltfremden Deutschen schwadronierte? Ein paar seiner Wuchteln gefällig?

An BK Kern konnte und sollte man aus linker Sicht einiges kritisieren, aber wer ihn wie Doskozil grün-linken Fundi-Politik bezichtigt, scheint sich IMHO in der falschen Partei, wenn nicht sogar im falschen Land zu befinden. Im Burgenland, wo Landeshauptleute traditionell wie Landesherren agierten und früher auch schon mal zum Spaß mit einem Panzer herum dröhnten, scheint derartige Devianz ja nicht aufzufallen; als Parteivorsitzende gäbe Doskozil der österreichischen Sozialdemokratie endgültig den Rest.

Da alle Umfragen nahelegen, dass wir bei der kommenden Wahl ja ohnehin nur entscheiden können, mit wem der türkise Balkanrouten-Schließer seine message control fortsetzen kann, überlegen wir uns mal, wenn sich FPÖVP Kickl-bedingt und Türkis-NEOS-Grün arithmetisch nicht ausgeht, wen wir denn als SP Widerpart wollen.

Für mich spricht das sehr dafür Rendi-Wagner durch ein gutes Wahlergebnis auch innerparteilich zu stärken.

Written by medicus58

10. August 2019 at 08:48

Veröffentlicht in Nationalratswahlen 2019

Tagged with , , , , ,

%d Bloggern gefällt das: