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Schafft die Matura endlich ab, nachdem ihr sie schon längst abgeschafft habt

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Alle Jahre wieder sitzt eine Generation von Gymnasiasten mehr oder weniger abgeschnitten von Schummelzetteln, Schmierer und seit einiger Zeit auch WLANs in mehr oder weniger gut bewachten Klassenzimmern und schreiben ihre schriftliche Matura. In etwa einem Monat sprudeln oder stammeln sie dann Antworten auf mehr oder weniger vorbekannte Fragen bei der mündlichen Matura.

In all den Jahrzehnten in denen ich nach meiner eigenen Reifung dieses Treiben – mehr oder weniger persönlich engagiert – beobachte, hat sich viel geändert. Nein, nicht die jetzt so oft besprochene vorwissenschaftliche Arbeit, die gab es unter anderem Namen auch schon bei meiner Matura, aber Zentralmatura, Benotungssysteme, …. all das hat sich zumindest stark verkompliziert, ob verbessert mag jemand anderer beurteilen.

Aber was ich mir erlaube zu beurteilen ist die bedrückende Erkenntnis, dass all der Aufwand für die Katz ist, weil der Zettel weitgehend bedeutungslos wurde:

Noch ist in der Wikipedia zu lesen:

Mit dem Maturazeugnis (oder Maturitätszeugnis) besitzt der Maturant (in Österreich) bzw. Maturand (so die in der Deutschschweiz übliche Bezeichnung) die Hochschulreife und damit die Berechtigung für ein Studium an einer Universität oder sonstigen Hochschule.

Unser hoffnungsvoller Nachwuchs, dem durch die primär Matura-zentrierte Vorbereitung in der letzten Schulstufe sehr viel produktive Lehrzeit gestohlen wurde, in der Neues gelehrt werden hätte können, von all den Maturabällen, Maturastreichen und vorverlegten Maturareisen und –ausflügen rede ich gar nicht, wird aber schmerzhaft erfahren, dass sie das Maturazeugnis zu immer weniger Inskriptionen berechtigt. Auch sind die Zeiten längst vorbei, wo sich ganze Sektoren (Banken, Pharma, ..) noch gerne mit Maturanten geschmückt haben.

Das ganze wird noch absurder, weil man schließlich über eine Studienberechtigungsprüfung schon längst auch ohne Matura studieren kann.

Wozu all der Aufwand weiter betrieben wird, erschließt sich mir nicht, zumal es auch mit dem staatlich attestiertem Reifungsgrad, nach eigener Erfahrung, nicht weit her ist.

Also schlechte Nachrichten an alle (zu Recht) stolzen Maturanten und ihre Eltern:
Unser Bildungssystem wurde (beabsichtigt ?) so durchlöchert und verquert, dass ihr euch mit viel Aufwand durch die Matura keinen besseren Startplatz im Leben mehr erarbeiten konntet, so wie das noch zu meiner Zeit der Fall war.

Aber immerhin seid ihr berechtigt nun viel Geld in Vorbereitungskurse, Paukerkurse und letztendlich in Studiengebühren an dubiosen Privatuniversitäten und FHs zu stecken um zu erkennen, dass Euch auch diese Papierln weniger bringen als ein paar gute Freunde zum richtigen Zeitpunkt, jedenfalls in diesem Land.

Written by medicus58

12. Mai 2019 at 18:18

Veröffentlicht in Generationen, Schule Uni Bildung

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Das Lachen am Weltenrand über Fukushima in fünf Bänden über den ersten offiziellen Toten

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Gerade beschäftigen sich die Kulturnachrichten ausführlich mit dem ersten großen Roman des Wiener Schriftstellers Philipp Weiss:
Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen
Nach eigener Aussage war der Auslöser für seine Beschäftigung mit der zentralen gestaltenden Kraft des Menschen zwischen dem 19. und dem 21. Jahrhundert, die Nuklearkatastrophe von Fukushima aus dem Jahre 2011.
Ich habe die rund 1000 Seiten der fünf Bände nicht gelesen und werde das vermutlich auch nicht tun, jedoch juckt es mich zu all den anderen hier schon erschienen Beiträgen noch einen aktuellen Nachschlag abzuliefern,
der wohl weniger literarische als sehr praktische und jedenfalls erschreckende Einblicke erlaubt und
wenn Sie wollen können Sie vom Weltenrand darüber lachen..

Am 5. September 2018 verbreitete die Nachrichtenagentur Reuters: Japan acknowledges first radiation death among Fukushima workers 
Konkret hat gerade das japanische Ministerium für Arbeits-, Gesundheits- und Sozialministerium beschlossen der Familie eines ehemaligen AKW Mitarbeiters eine Kompensation zu zahlen, der inzwischen an seinem im Februar 2016 diagnostizierten Lungenkarzinom verstorben ist. Die Lebenszeitdosis, die er bei seiner Arbeit in Fukushima und anderen AKWs erhalten hat wird mit 195 mSv angegeben.
Um für die Größenordnung einen Begriff zu geben: Das entspricht etwas der Lebenszeitdosis eines alten Waldviertlers durch die natürliche Strahlung  in seiner Heimat bzw. in der Annahme einer linearen Beziehung zwischen Exposition und Krebsrisko (100 mSv = 0,5% zusätzliches Krebsrisiko) einem Zuwachs des etwa 20%-igen Krebsrisikos der japanischen Allgemeinbevölkerung auf ca. 11%.

Jedenfalls wurde die behördlich in Japan festgesetzte Expositionsgrenze für beruflich strahlenexponierte Personen im Rahmen einer „radiologischen Notfallsituation“ in seinem Fall nicht überschritten.
Egal, er ist verstorben und seine Angehörigen bekommen eine finanzielle Entschädigung, zwar nicht vom Betreiber des AKW Fukushima Daiichi sondern offenbar vom japanischen Staat, aber davon später.

Aktuell verlangten laut einem von der NYT zitierten Bericht der japanischen Zeitung Asahi Shimbun 17 ehemalige Arbeiter des AKWs eine Kompensation.
5 Fälle wurden zurückgewiesen und 2 haben ihren Antrag zurückgezogen.
In insgesamt in vier Fällen wurde ein Zusammenhang zwischen den Arbeitsplatzbedingungen in dem 2011 havarierten AKW und der malignen Erkrankung (zumindest in 3 Fällen Leukämie) anerkannt, ein direkter Zusammenhang mit der Strahlenexposition jedoch offen gelassen.
2017 übersetzte das die BBC so:
„While the causal link between his exposure to radiation and his illness is unclear, we certified him from the standpoint of worker compensation. „

Der Artikel der Nachrichtenagentur Reuters schloss dann mit der Erwähnung der über 160.000 Personen, die nach dem AKW Unfall evakuiert wurden und den daraus folgenden, vor allem psychischen Traumata, die bislang nicht von der Regierung als „Strahlenfolgen“ aber in einigen Fällen vor Gericht als entschädigungspflichtig anerkannt wurden (2017: TEPCO ordered to pay evacuees of Fukushima nuclear disaster). Schätzungen sprechen allein von über 2.000 Menschen, die an den Folgen der Evakuierungsmaßnahmen nach der Naturkatastrophe (unabhängig vom AKW Unfall) durch Stress, Infektionserkrankungen und eingeschränkte Versorgung verursacht wurden. Selbstverständlich sind die beiden Größen vernünftigerweise nicht in Relation zu setzen, jedoch müssen sie mitbedacht werden, zumal vergleichbare Entschädigungen für diese Gruppe in jedem Fall ein Vielfaches der Summe ausmachen würden, die an Krebs erkrankte AKW Mitarbeiter bezahlt werden.

Die New York Times übernahm am selben Tag das Thema des „anerkannten Krebstoten“ und ergänzte, dass der betreffende Mann seit über 28 Jahren, also schon vor dem Unfall, in Fukushima Daiichi gearbeitet hat. Bereits 2015 hat die japanische Regierung zusätzliche Gesundheitskosten eines Mannes übernommen, der zwischen 10/12 und 12/13 an den Aufräumungsarbeiten beteiligt war und an Leukämie erkrankt ist.

Der Unterschied zu dem rezenten Fall besteht aber darin, dass damals mit der Kompensation der Zusammenhang mit der Strahlenbelastung nicht ausdrücklich anerkannt wurde, das aber nun – wider besseres naturwissenschaftliches Wissen – ein Prejudiz geschaffen wurde.
Schon 2015 hat die NYT auf das prinzipielle Problem solcher Entscheidungen hingewiesen, weil ein Zusammenhang zwischen Strahlenexposition und Folgeerkrankungen immer nur auf Basis von Wahrscheinlichkeiten gezogen werden kann, aber in der Regel im Einzelfall nicht zwischen einem durch Strahlung oder durch andere (genetische, Verhaltens- oder Umweltfaktoren) differenziert werden kann. Es gibt zwar erste wissenschaftliche Erkenntnisse, dass sich die Genetik von strahleniduzierten Schilddrüsenkarzinomen nach Tschernobyl und spontanen papillären Schilddrüsenkarzinomen nicht nur im klinischen Verlauf sondern evtl. auch genetisch differenzieren lassen. Ganz abgesichert ist dies mW jedoch noch nicht.

Auch in dem dem Fall mit Leukämie eines AKW Arbeiters hatte dieser sogar eine geringere Strahlenexposition erhalten hat als andere, nicht erkrankte Mitarbeiter (15.7 millisieverts of radiation during his 14 months), was die Schwierigkeiten eines Kausalzusammenhanges in diesen Fällen deutlich macht.

In diese Kerbe schlug auch Dr. James Conca auf Forbes eine Tag später:
Why The Cancer Death Of A Fukushima Worker Was Likely Not Due To Fukushima 

Obwohl auch seine Argumentation Widerspruch hervorruft:

Lungenkrebs ist kein “typischer” Organkrebs für eine Exposition, die während des Unfalls auftraten
; was mE so nicht ganz haltbar ist, weil jede Exposition gegenüber ionisierender Strahlung prinzipiell das allgemeine Risiko der Krebsentstehung erhöht.
Nur ganz wenige Expositionen, i.d. Regel dort, wo das „strahlende Material“ ganz spezifisch in bestimmten Geweben angereichert wird (z.B. Jod > Schilddrüse) lässt sich darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen Exposition und bestimmtem Organ-Karzinomen annehmen.

Es benötigte Jahre, bis in den Überlebenden der A-Bomben-Abwürfe im II. WK die ersten Lungenkarzinome auftraten.
Das ist so nach den neuesten Auswertungen der Life-Span-Study (Lit 1, Lit2) ebenfalls nicht richtig.
Es stimmt zwar, dass es 5 Jahre dauerte, bis statistisch gesichert mehr Organkrebse (i, Ggs. zu Leukämien, „sogenanntem Blutkrebs“) erkennbar waren, als es dem Erwartungswert in dieser Bevölkerung entsprochen hätte (Excess Cases/Death). Für Leukämien war das bereits deutlich früher nach der Exposition der Fall war, nur heißt das nicht, dass keines der früher aufgetretenen Karzinome nicht doch strahleninduziert war, man konnte dies mit statistischen Methoden eben nicht von den „anderen“ Karzinomen unterscheiden, die spontan oder auf Grund anderer Risikofaktoren entstanden sind.

Die Geschichte verbreitete sich dann durch viele Kanäle und kam bei uns verkürzt so an:
Krebserkrankungen durch Fukushima-GAU: Erster offizieller Todesfall
Todesfall bestätigt Nach Fukushima-GAU: Arbeiter erlag Lungenkrebs
Offiziell erster Strahlentoter nach Fukushima-Havarie

Keine Ahnung, welche Schlüsse Herr Weiss auf 1000 Seiten zum Lachen brachten, es darf jedoch aus seinen Interviews und dem pointierten Titel geschlossen werden, dass ihm das Lachen ebenso im Halse stecken bleibt wie mir, wenn man sich mit der offensichtlichen Unfähigkeit von Politik, Justiz, Medien und Gesellschaft beschäftigt, mit einer Katastrophe wie in Japan 2011 umzugehen.
Ohne zu große Parallelen zur Nuklearkatastrophe von Tschernobly ziehen zu wollen, Ursache und Verlauf der beiden Ereignisse unterscheiden sich doch sehr, reichten die über 32 Jahre offenbar nicht aus, um zu erkennen,
dass es hier (medizinisch) nicht nur um die Strahlenwirkung geht,
dass (wie im Finanzwesen und (vermutlich) der privatisierten italienischen Autobahn) die privaten Betreiber zwar die Gewinne einstreifen, aber für die Gesamthaftung nicht gerade stehen, um
letztendlich im Hinblick auf Haftung und Entschädigungen zu einem ausgewogeneren Bild zu kommen.

Natürlich ist aber sonst Herrn Dr. Conca zuzustimmen, dass niemand gegen die Entschädigung für Menschen ist, die Leid erlitten haben, aber es vergeht einem das Lachen, dass naturwissenschaftliche Erkenntnisse offenbar negiert werden, wenn der entschädigt wird, der mit einem Dosimeter einen „spontanen oder strahleninduzierten Krebs“ bekam und der nicht, dessen Gesundheitsgefährdung im Rahmen der Evakuierungsmaßnahmen nicht im mSv ausgedrückt werden kann, vielleicht weil das so billiger kommt und der Boulevard dann zur nächsten Headline hastet.

Written by medicus58

11. September 2018 at 17:00

Dazugehören: Oder vom Missbrauch des Selbstverständlichen

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Wir sind von Opfern umgeben. Ganz im Sinne W. Ambros: A jede is a Minderheit, an jeden geht wos oh ..

Egal ob es das sexuelle Selbstbild, die ethnische Herkunft, die ökonomische Situation (den Begriff der Klasse haben wir ja inzwischen erfolgreich ausreden lassen),
alles eignet sich zur argumentativen Selbstimmunisierung der eigenen Forderungen. meist ohne Berücksichtigung der Rechte derer, die diese Forderungen begleichen müssen.

Die Klageführer verlangen auf Grund eines einzelnen Merkmals für sich den Schutz durch (zumindest in viele in unserem Kulturkreis unstrittige) Prinzipien wie Menschen- und Asylrecht oder dem Recht auf Gleichbehandlung und Gleichberechtigung.
Ob sie selbst das auch anderen gegenüber gewähren würden, bleibt unhinterfragt.

Je nach sozialem Biotop reicht es aus, sich durch eine Kurzbio als sexuell bedrängt (#meetoo), rassistisch verfolgt (#meTwo), … zu bezeichnen, um verlässlich Freunde und Feinde zu generieren.
Bezeichnend ist dabei, dass es kaum mehr um die Schwere der vorgebrachten Übertretungen geht:
Wer über das Meer kommt, ist da prinzipiell mal Flüchtling, wer hinterfragt, ob diejenigen die sich die Schlepper leisten konnten, wirklich die Hilfsbedürftigsten sind, lernt die Denkweise der Offenheit fordernden Aktivisten auf das schmerzlichste kennen.
Wer abgelehnt wurde, erklärt sich das prinzipiell ob seiner Andersartigkeit und nicht weil er vielleicht prinzipiell ein fieser Typ ist, der halt zufällig von woanders her kam.
Wer aus einem Bürgerkrieg flieht ist natürlich dort immer auf der „richtigen Seite“ gestanden, zu hinterfragen, ob er nicht vielleicht vor seinen Opfern flieht, gilt als diskriminierend.

Respekt und Unterstützung für das eigene Weltbild wird gefordert ohne zu hinterfragen, ob denn auch das Weltbild der aufnehmenden Gesellschaft respektiert wird, bzw. wie man sich selbst in Konfliktfällen verhält.

Fragen Sie einmal einen Muslim (außerhalb der Tourismusindustrie), was er denn von Ihrer Freiheit hält, sich mit einem Gulasch und einem Krügel Bier zu entspannen,
recherchieren Sie mal ein wenig über die Diskussionen in Mumbai (Bombay) zwischen Muslimen, die nichts dabei finden sich ein T-Bone Steak von Shivas Reittier Nandi abzubraten und den Hindus der Region.

Mögen Sie Flüchtlinge?

Natürlich funktioniert der Prozess in beiden Richtungen, so dass wir in der Wikipedia nachlesen können, dass sich seit den 2000er Jahren im deutschen Sprachraum der Opferbegriff auch als Schimpfwort im Sinne einer abwertende und verächtlichen Haltung gegenüber anderen (= Andersartigen) oder Verlierern verwenden lässt.

Bei all dem geht es um die drinnen und jene die hinein wollen, was angesichts einer angeblich immer kleiner werdenden Welt eigentlich absurd wirkt.
Es geht aber auch immer mehr um die Forderungen derer, die hinein wollen und den berechtigten und unberechtigten Aversionen jener, die drinnen sind.

Wer glaubt, dass das alles ausschließlich mit dem Verweis auf die selbstverständliche Verpflichtung zur Hilfsbereitschaft gegenüber einem Individuum in Not ist, verwechselt Erste Hilfe mit dem Wohlfahrtsstaat.
Allein die an Absurdität nicht zu überbietende Diskussion um die Seerettung im Mittelmeer wenige km vor der afrikanischen Küste und dem Weitertransport über ein paar hundert Kilometer nach Europa, zeigt dies exemplarisch.

Wer gebetsmühlenartig wiederholt, dass wir uns das leisten können, sollte sich einmal die Frage stellen, welchen Beitrag er zu dem Kuchen geleistet hat, dessen Verteilung er nun allein bestimmen möchte.

Viele Konzepte des 20. Jahrhundert wurden unter dem Eindruck der politischen Katastrophen zweier Weltkriege formuliert, waren aber ohnehin stets Makulatur, wenn sie ökonomischen Interessen im Wege waren:
In den postkolonialen und antikommunistischen Kriegen in SO-Asien und Afrika, den politischen Umstürzen im Mittleren Osten, Afrika, Mittel- und Südamerika mit all den dort installierten Diktatoren wurden Menschen- und Asylrechte immer mit Füssen getreten, nur war die Mobilität der ökonomisch Bessergestellten noch nicht so groß wie heute, das Geschäftsmodel Flüchtling noch eher auf die Befüllung thailändischer Bordelle beschränkt und noch nicht globalisiert wie heute.

Wenn wir uns heute Gedanken machen sollten, wie wir diese Prinzipien anwenden können ohne den Grundprinzipien einer humanistischen Gesellschaft untreu zu werden, dann geht es eigentlich nicht so sehr um eine Änderung dieser Grundrechte, sondern um eine Formulierung, wie sie verbindlich umzusetzen sind, die aber für beide Teile, denen, die eine Gesellschaft mit aufgebaut (und finanziert) haben und jenen, die in diese Gesellschaft kommen wollen oder müssen, praktikabel werden.

Dazu gehören klare Regeln, wo und wie ein Asylantrag zu stellen ist.
Wenn ich als Tourist in immer mehr Ländern dieser Welt bei der Einreise meine Fingerabdrücke abgeben muss, dann ist dies einem Asylwerber m. E. ebenfalls zuzumuten.
Wenn ich als Tourist deklarieren muss, mit welchen Barmitteln ich einreisen möchte, und ob ich mir Aufenthalt und Abreise auch leisten kann, dann ist das auch für Asylwerber zumutbar, auch wenn NGOs das in der Vergangenheit stets bekämpft haben.
Wer das Schlepperwesen dadurch unterbinden will, dass er Asylanträge nur außerhalb Europas annehmen möchte, muss hingegen ein zugängliches Netz vor Ort ermöglichen und kann nicht von irgendwelchen Camps in der libyschen Wüste faseln.
Wer aber glaubt, dass sein Status und seine Finanzierung als NGO oder Flüchtlingshelfer als prinzipiell sakrosankt zu gelten haben und andere Meinungen (Auch die Guten müssen sich Fragen gefallen lassen) auf das aggressivste desavouiert, sollte einmal prüfen, wie weit er sich noch selbst innerhalb eines Grundkonsenses einer aufgeklärte Demokratie befindet.

Wer ausschließlich die Rechte der einen Gruppe durchsetzen möchte, verletzt sehr bald die Grundrechte der anderen Gruppe.

Wer wo dazugehören will, kann dies nicht erzwingen.
Wer auf seine Rechte pocht, sollte sich auch seiner Verpflichtungen bewusst sein.

Die Freiheit des Einzelnen endet an der Fluchtdistanz des anderen,
aber auch die Flucht großer Gruppen kann die Freiheit des Einzelnen gefährden.

Written by medicus58

30. Juli 2018 at 16:38

Wenn man dieses Land mit einem Wort beschreiben sollte, wäre es Ludwig

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Liebhaber von  Douglas Adams Romanserie Per Anhalter durch die Galaxie wissen, dass man die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ am besten mit 42 beantwortet.
Wollte man die politischen Entscheidungen in Österreich mit einem Wort beschrieben wollen, dann wäre es LUDWIG.

Ein außerordentlicher Parteitag der Wiener SPÖ wählte den Wiener Wohnbaustadtrat Michael LUDWIG zum neuen Vorsitzenden und (Wahlen sind überbewertet einer Parteiendemokratie) Wiener Bürgermeister, vielleicht auch weil er keine bessere Wahl hatte.
Er folgte dem in Niederösterreich geborenen Michael Häupl, der Wien länger als alle anderen, außer einem gewissen Josef Georg Hörl einem Stadtdiener unter Maria Theresia, dominierte.
Michael LUDWIG ernannte sich schon vor Monaten zum logischen Nachfolger (was gemeinhin als schwerer politischer Fehler gilt) und wurde es trotz aller Anfeindungen und gegen den kaum verhohlenen Willen seines Vorgängers.
Schrecklich nett, wie ihn nicht nur die OÖN bezeichnen, keine groben Fehler, wie eben sein Vorbild und Vorgänger als Wohnbaustadtrat Werner Faymann.
Gut mit dem Boulevard, die Nase im politischen Wind, nie dagegen, um zum Schluss eigentlich logisch zu scheinen.

LUDWIG, hat auch in Niederösterreich einen politischen Klang. Siegfried LUDWIG (1926-2013) war dort zwischen 1981 und 1992 Landeshauptmann und trat dann urplötzlich zurück, eigentlich am Höhepunkt seiner Karriere,
nach dem Spatenstich für eine eigene Landeshauptstadt in St. Pölten. Eine eventuelle Mitschuld am WBO-Skandal konnte nie überprüft werden, da die ÖVP NÖ eine Untersuchung ablehnte. Manche geben als Grund den schwindenden Einfluss der ÖVP NÖ an, was sie Karriere seines Nachfolgers (und vormaligen Stellvertreter) Erwin Pröll (LH 1992-2017) eigentlich ad absurdum führte. Sogar als vor seiner letzten Wiederwahl der nächste Wohnbauskandal platzte, was die Presse so nett als niederösterreichischen Wohnbaugeld-Voodoo bezeichnete, erreichte Pröll bei der niederösterreichischen Landtagswahl 2013 die absolute Mehrheit mit 50,79 Prozent der abgegebenen Stimmen! Aber auch er trat, zwischenzeitlich als Bundespräsidentschaftskandidat ohne Vorankündigung zurück als über Weinköniginnen und Stiftungen diskutiert wurde, um seiner Nachfolgerin und Stv. Landeshauptfrau Mikl-Leitner einen von vielen unerwarteten Erhalt der absoluten Mehrheit zu ermöglichen.
Die Mehrheit der „Politexperten“ wissen nun auch, dass der kurz vor der Wahl vom Falter ausgelöste Skandal um antisemitische Lieder in der Burschenschaft des FPÖ Kandidaten Landbauer ohne wesentlichen Einfluss auf die Wahl blieb.

Kommen wir zu den Schlussfolgerungen:
1.) Politische und moralische Skandale beeinflussen den österreichischen Wähler wenig.
2.) Es gewinnen meisten Leute, die seit Jahrzehnten im System etabliert sind und an ihren Seilschaften weben.
3.) Der Ruf nach „Veränderung“ führt in diesem Land fast immer zu „Watzlawicks „More of the same„.
4.) Mitgliedschaften in „Verbindungen“ sind notwendig um Karriere zu machen:

 

LUDWIG S. war Mitglied in mehreren Verbindungen des MKV (KÖStV Aggstein St.Pölten, KÖMV Nibelungia St. Pölten u. a.) und des ÖCV (KÖStV Austria, KÖAV Floriana u. a.).
PRÖLL ist Ehrenmitglied der Ö.k.a.V. Rhaeto-Danubia Wien, der K.Ö.H.V. Franco-Bavaria Wien, der K.Ö.A.V. Floriana St. Pölten im Österreichischen Cartellverband (ÖCV) und bei der K.Ö.Agr.St.V. Bergland zu Wieselburg im Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV). Außerdem ist er Mitglied der Rotarier.
MIKL-LEITNER ist Mitglied der Studentenverbindung KÖMMV Babenberg Klosterneuburg
HÄUPL M. war Mitglied und Sprecher der schlagenden Schülerverbindung Jungmannschaft Kremser Mittelschüler Rugia Krems, danach jedoch beim VSStÖ
LUDWIG
 M. bekam scheinbar ungefragt und überraschend schon vor dem Parteitag die Unterstützung der sozialistischen Gewerkschafter

5.) Wir bleiben ein Land der Sekretäre und Nachfolger
6.) Wien und Niederösterreich können als Kernland der Österreichischen Seele bezeichnet werden, unterscheidet sich weniger als die glauben und der Rest ist quantitativ zu vernachlässigen …
7.) Der Name LUDWIG leitet sich von althochdeutsch hlud = ‚berühmt‘ und wig = ‚Kampf, Krieg‘ ab, in Österreich steht er hingegen für das berühmte Beharrungsvermögen, das auch den Träger überdauert.

Oder mit anderen Worten: 42

 

Written by medicus58

28. Januar 2018 at 22:03

Ehe für alle: Konservative haben gesiegt, ohne es zu begreifen

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Während in Deutschland die Politik die Ehe für alle einführte, ließ man bei uns den Formalisten im Verfassungsgerichtshof  den Vortritt. Irgendwie passend zu dem Land in dem Prozesse über politische Verantwortung (z.B. BUWOG) über viele Jahre an Formalfehlern scheitern müssen, um sich nur ja nicht direkt mit der Materie auseinandersetzen zu müssen.

Die „fortschrittlichen Kräfte“ jubeln über den vermeintlichen Sieg, die FPÖVP grummeln und der Erzbischof von Wien badet genüsslich im Fettnäpfchen und schwadroniert von der „besonderen Natur der Ehe“ und denkt ans Kinder machen bzw. wie er es formulierte:
Kinder hervorzubringen, zu hüten und aufzuziehen und damit die Generationenfolge zu sichern.

Natürlich scheint es gut nachvollziehbar, dass es niemandem zuzumuten ist, wie es Günter Tolar gestern in der ZIB2 sagte, sich outen zu müssen, wenn er am Amt angeben muss, dass er verpartnert und nicht verheiratet ist, nur nimmt Wunder, wie wenig geschichtsbewusst, der sozialdemokratisch engagierte Tolar ist, wenn er glaubt, dass das Dilemma durch die Ehe für alle gelöst werden soll und sich damit zum Fürsprecher der Staatsgewalt macht.

So sehr hat die Sozialdemokratie (und die Grünen) den Staat verinnerlicht, sieht sich schon selbst als Staat, der ihr nur durch ein Missverständnis der Wähler immer kurzfristig weggenommen wird (NRW17), als dass sie noch im entferntesten daran denken, dass es Dinge gibt, die die Staatsmacht einfach nix angehen sollen.

Die staatliche Ehe gehört abgeschafft! forderte Alexander Grau (Philosoph, Kultur- und Wissenschaftsjournalist) schon 2013 und erklärte in einem lesenswerten Artikel die Gründe, weshalb die Ehe (egal zwischen wem) Privatsache sein sollte und für alle (steuer- und erbschafts)rechtlichen Dinge der Notar die bessere Anlaufstelle für alle wäre.

Fragt man sich aber, weshalb denn der Staat so sehr auf der Institution Ehe geharrt, dann fällt einem doch rasch das geflügelte Wort von der Ehe als Keimzelle des Staates ein, das seit mindestens zwei Jahrhunderten gerade von konservativer Seite tradiert wird. Auch wenn – der Entwicklung sei Dank – sich die Fortsetzung der staatlichen Autorität im Familienvorstand rechtlich nicht mehr fortschreiben hat lassen, war auch das ein klares Signal, weshalb die Autorität so interessiert war, Menschen nicht als Individuen sondern als Paare bzw. Familienverbände zu sehen.
Eine fehlende Pflegevorsorge hätte der Staat auch nicht so lange übersehen können, wenn er sich nicht lange auf pflegende Angehörige und auf deren Mitfinanzierung verlassen hätte wollen.

Einerseits hat unser konservativer Erzbischof nicht Unrecht, dass es auch dem Staat um die geschützte Nachproduktion von Staatsbürgern geht.
Andererseits ist die gegenseitige Versorgungs- und Unterhaltsverpflichtung von Ehepartner ein Garant dafür, dass nicht in jedem Fall der Staat einspringen muss, wenn eine Person nicht mehr selbst für sich sorgen kann.

Also aus Sicht von Kirche und Staat ist die Institution Ehe nicht zu Unrecht wichtig. Auch aus diesem Grund wurde es (rechtlich) viel einfacher gemacht eine Ehe zu beginnen, als sie zu beenden!

Ein Sieg individueller Lebenskonzepte wäre es gewesen, wenn der Staat die Verpartnerung für alle als Rechtsinstitut eingeführt hätte und allfällige Eheschließungen danach den jeweiligen Religionen, Sekten, Gurus, Predigern oder wem auch immer überlassen hätte.

Dass sich nun, sollte es Basti und Bumsti nicht gelingen ein rechtliches Hintertürl zu finden, auch gleichgeschlechtliche Partner unter das staatlich gewollte Joch begeben dürfen, um im Trennungsfall viel Geld in Rechtsanwälte zu investieren, um eine allfällige Schuldfrage klären zu können und vielleicht erstmals erfahren, wie den die gesetzlichen Vorgaben der Gütertrennung aussehen, das scheint mir kein wirklicher gesellschaftspolitischer Fortschritt zu sein. Das zu glauben ist wohl eher die Folge einer katholisch/autoritären Indoktrinierung als einer aufgeklärten Geisteshaltung.

Written by medicus58

6. Dezember 2017 at 18:21

Welche Weichenstellung ein Bundeskanzler Kurz wirklich geschafft hätte

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Nein, ich will hier nicht auf die Jugend unseres Wahlsiegers hinaus, noch ihn wie deutsche Medien mit allerhand halblustigen Namen punzieren.
Ob „der Basti“ seine Mutterpartei nicht nur äußerlich umgefärbt sondern nachhaltig reformiert hat, werden wir erst in vielen Monaten beurteilen können.
Ob der Wahlsieger die Machtstrukturen in diesem Land wirklich aufbrechen und nicht nur an sich reißen will, wird ebenfalls erst die Zukunft weisen.
Wenn es der eloquente Meidlinger und stud. jur. schafft, sich an die Spitze einer türkis-blauen Bundesregierung zu hieven, und Zahntechniker HC Strache zum Vizekanzler zu küren, dann hätte aber damit etwas ganz anderes geschafft:
Er hätte die erste österreichische Regierung der Zweiten Republik gebildet, in der

WEDER DER (BUNDES)KANZLER NOCH DER VIZEKANZLER EIN ABGESCHLOSSENES STUDIUM HÄTTEN.

Als Kind einer Nicht-Akademiker Familie bin ich wirklich nicht der Überzeugung, dass man ohne akademischen Grad keine Führungsposition einnehmen soll und ob wir der Fülle an Juristen im Parlament nicht unseren proliferierenden Vorschriften Dschungel verdanken.

Es relativiert aber das jahrzehntelange Geschrei über die OECD unterdurchschnittliche Akademikerquote (2016 Anteil der Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss im Alter von 25 bis 64 Jahren 32 Prozent (OECD-Schnitt: 37 Prozent), wenn die beiden wichtigsten Positionen in einer neuen Regierung mit Nicht-Akademikern besetzt werden, und erleichtert nicht die Position aller jener Eltern wenn ihr Nachwuchs jenseits der Pflichtschule wenig Motivation für weitere schulische Bemühungen zeigen.

In diesem Sinne: es ist Zeit

Karl Renner
Dr. jur.
27. April 1945 –20. Dezember 1945

Leopold Figl
abgeschlossenes Studium an der Bodenkultur
20. Dezember 1945 – 11. Oktober 1949 (Vize: Dr. jur. Adolf Schärf)
8. November 1949 – 28. Oktober 1952 (Vize: Dr. jur. Adolf Schärf)
28. Oktober 1952 – 25. Februar 1953  (Vize: Dr. jur. Adolf Schärf)

Julius Raab
Dipl.ing.

2. April 1953 –14. Mai 1956 (Vize Dr.jur. Adolf Schärf)

29. Juni 1956 – 12. Mai 1959 (Vize Dr.jur. Adolf Schärf/Dr. phil. Bruno Pittermann)
16. Juli 1959 – 3. November 1960 (Vize Dr. phil. Bruno Pittermann)
3. November 1960 – 11. April 1961 (Vize Dr. phil. Bruno Pittermann)

Alfons Gorbach
11. April 1961 –20. November 1962 (Vize Dr. phil. Bruno Pittermann)
27. März 1963 – 25. Februar 1964 (Vize Dr. phil. Bruno Pittermann)

Josef Klaus
Dr.iuris.
2. April 1964 –25. Oktober 1965 (Vize Dr. phil. Bruno Pittermann)
19. April 1966 – 3. März 1970 (Vize Dr.jur. Fritz Bock/Dr.jur. Hermann Widhalm)

Bruno Kreisky
Dr. juris
21. April 1970 – 19. Oktober 1971 (Vize Ing Rudolf Häuser)
4. November 1971 –8. Oktober 1975 (Vize Ing Rudolf Häuser)
28. Oktober 1975 – 9. Mai 1979 (Vize Ing Rudolf Häuser/Dipl.Kaufm.Dr. Hannes Androsch)
5. Juni 1979 – 24. Mai 1983 (Dipl.Kaufm.Dr. Hannes Androsch/Dr.phil. Fred Sinowatz)

Fred Sinowatz
Dr. phil
24. Mai 1983 – 16. Juni 1986 (Vize Dr.jur. Norbert Steger)

Franz Vranitzky
Dipl.Kaufm. Dr.
16. Juni 1986 – 25. November 1986  (Vize Dr.jur. Norbert Steger)
21. Jänner 1987 –9. Oktober 1990 (Vize Dr.jur. Alois Mock)
17. Dezember 1990 – 11. Oktober 1994 (Vize DI. Josef Riegler/Dr.jur. Erhard Busek)
29. November 1994 – 12. März 1996 (Vize Dr.jur. Erhard Busek/Dr.jur. Wolfgang Schüssel)
12. März 1996 – 20. Jänner 1997 (Vize Dr.jur. Wolfgang Schüssel)

Viktor Klima
Mag. (Betriebs- und Wirtschaftsinformatik)
28. Jänner 1997 – 4. Februar 2000  (Vize Dr.jur. Wolfgang Schüssel)

Wolfgang Schüssel
Dr.jur.
4. Februar 2000 –28. Februar 2003 (Vize Dr.jur. Susanne Riess)

28. Februar 2003 – 11. Jänner 2007 (Vize Herbert Haupt, Hubert Gorbach)

Alfred Gusenbauer
Dr. phil.
11. Jänner 2007 – 2. Dezember 2008 (Vize Mag.rer.soc.oec. Wilhelm Molterer)

Werner Faymann
2. Dezember 2008 – 16. Dezember 2013 (Vize DI Josef Pröll/Dr.jur. Michael Spindelegger)
16. Dezember 2013 – 9. Mai 2016 (Vize Dr.jur. Michael Spindelegger/Dr.jur. Reinhold Mitterlehner)

Reinhold Mitterlehner
Dr. jur.
9. Mai 2016 – 17. Mai 2016

Christian Kern
Mag. phil.
seit 17. Mai 2016 (Vize Dr. jur. Reinhold Mitterlehner/Dr.jur. Wolfgang Brandstetter)

Written by medicus58

17. Oktober 2017 at 21:01

Mampfurbastion – ein Trend der durch den Magen geht

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Nix, gegen gute Nahrung, aber irgendwie kommt mir der Grad an Aufmerksamkeit, den viele der Art ihrer Kalorienzufuhr widmen, schon etwas pathologisch vor.
Pizza war gestern, heute belegt man Naan.
Bekämpfte man in unseren Breiten noch bis vor einer halben Generation die Grün- und Rotalgen ausschließlich im heimischen Aquarium, gelten Grün- Rot- und Braunalgen inzwischen als unumgängliches Powerfood.

Pulverisierte Früchte des Affenbrotbaums binden unsere die Saucen,
Die Jackfruit ersetzt das gequälte Huhn aus der Massentierhaltung,
ja, eh gut.
Wer sich an den Meriten einheimischer Körndeln satt gegessen hat, greift ungeniert zu Quinoa, das in den letzten Jahren eine solche Preissteigerung hingelegt hat, dass es für den Indio vor Ort kaum mehr zu bezahlen ist.

Ich entsinne mich noch des abschätzigen Blicks, den man früher für die Erwähnung von Kokosfett erntete, so von wegen Amazonas-Abholzen und so.
Heute schwärmen die Propheten gehobener oraler Befriedigung von seinem Gehalt an Eiweiß, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink, Eisen, Selen, Kupfer, Phosphor, sowie den Vitamine A, B1, B2, B6, C und E,
es muss natürlich natürliches Kokosfett sein, nicht dieses raffinierte.

Die Fokussierung auf die eigenen Ernährung war schon immer als der Sex des Alters verschrien, jedoch ist die besessene Beschäftigung mit immer neuen Brain- und Superfruits heute das Hobby der Jüngeren, zumindest in Bobo-affinen Land- und Stadtstrichen.
Liefen früher die gesellschaftliche Trennlinien zwischen Marcuse und Spengler, trennen uns heute Burger und Baobab.
Die Aufmerksamkeit, die dem eigenen Gemampfe, also letztendlich dem eigenen Körper gegenüber gegenüber aufgewandt wird, erinnert in seiner Ich-Bezogenheit schon daran,
wie Woody Allen einmal die Selbstbefriedigung definiert hat:

Sex mit einem Menschen den man wirklich liebt.
Also im vorliegenden Fall: Mampfurbastion

Und kommen Sie mir jetzt nicht mit Onan, dem Gatten der Tamar, denn dass war, wie Otto Grünmandl gesagt hätte, etwas ganz anderes.

PS: Das Bild zeigt übrigens eine Brotfrucht, nur falls Sie Ihren Gemüsehändler in den Wahnsinn treiben wollen.

Written by medicus58

8. April 2017 at 17:43

Voll daneben: Lohnnebenkosten

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arbeitsprogramm

Der Neustart-Weltmeister unter Europas Regierungen, die unsere, hat in ihrem Arbeitsübereinkommen wieder einmal unter dem Jubel aller eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten angekündigt:

Arbeitsübereinkommen 2017-18: http://archiv.bundeskanzleramt.at/DocView.axd?CobId=65201
Nach der schrittweisen Senkung der Lohnnebenkosten im Ausmaß von 1 Milliarde Euro werden die Lohnnebenkosten noch einmal gesenkt.

Dies scheint gut und richtig, wenn man sich vor Augen hält, dass z.B. für Metaller die WKO diese Nebenkosten für ausgelernte Kräfte (je nach Urlaubsanspruch) zwischen 84,7 % und 91,6% des Anwesenheitsentgeltes (!) ausmachen, für Lehrlinge (Lehrlingsentschädigung) sogar 127,2%.
Föderal und unübersichtlich ist das natürlich in jedem Bundesland immer etwas anders und die verschiedenen Rechner im Netz spucken etwas unterschiedliche Werte aus
http://www.bruttonetto-rechner.at/arbeitgeber-lohnkostenrechner/
https://www.siart.at/steuerinfo/berchnungstools/lohnnebenkostenrechner/

Klar ist jedenfalls, dass dem Arbeitgeber ein Arbeitnehmer nicht unwesentlich mehr kostet, als dieser selbst vor Steuern erhält und dass Arbeitnehmer weitgehend kommentarlos hinnehmen, wenn die Lohnnebenkosten gesenkt werden, denn sie fühlen sich dadurch nicht betroffen. Nur irren sie da gewaltig!

Lohnnebenkosten setzen sich überwiegend aus dem zusammen was das Soziale Netz des Sozial- und Wohlfahrtsstaates ausmacht:

Dienstgeberanteil zur Sozialversicherung:
Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung

IESG-Zuschlag (Zuschlag zum Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz)
Wohnbauförderungsbeitrag 
Kommunalsteuer (in Wien z.B. sogar eine U-Bahnsteuer)
Mitarbeitervorsorgekasse
Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (dieser finanziert Familienbeihilfe, Kindergeld, Freifahrten, Schulbücher, Unterhaltsvorschüsse, Familienberatung, ….)
Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (je nach Bundesland zwischen 0,36% und 0,44%)
Lohn während des Urlaubs, der Feiertage und der Krankenstände, Weihnachts- und Urlaubsgeld und Abfertigungen

Also alles Leistungen, die die Arbeitnehmer glauben „ihrer Regierung zu verdanken“ in Wirklichkeit zahlen sie es sich eigentlich selbst.
Ob es sich dabei eigentlich um einen Lohnverzicht handelt, denn den Arbeitgebern könnte es wohl egal sein, ob sie das Geld nun in einen der vielen Töpfe einzahlen oder ihren Mitarbeitern auszahlen,
oder ob man das als zusätzliche Besteuerung der Wirtschaft auffasst, wie es deren Vertretungen natürlich hinausposaunen,
Fakt ist, dass wir damit unseren Sozialstaat finanzieren.

Politiker, die also eine Senkung der Lohnnebenkosten beschließen oder gleichzeitig festlegen, woher das Geld dann kommen soll,
demontieren nicht nur Spitäler und Arztpraxen
sondern mindern auch die Mittel der Arbeitslosenversicherung,
des kommunalen Wohnbaus,
die Absicherung der unselbständig Erwerbstätiger gegen die plötzliche Insolvenz ihres Arbeitgebers,
des Kindergeldes und der Absicherung alleinerziehender Mütter gegen zahlungsunwillige Väter.

Eu-weit betragen die Lohnnebenkosten im Mittel 31%,  Österreich liegt im oberen Drittel, Deutschland etwa im Mittelfeld, der Anteils  wird aber in den meisten Ländern seit Jahren unter dem Argument der Wettbewerbsfähigkeit zur Freude der Arbeitgeber langsam reduziert.
Wenn schon die Mehrheit der Betroffenen nicht erkennen will, das ohne gesicherter Gegenfinanzierung ihr soziales Netz immer mehr durch hängt, sollten vielleicht die im Gesundheitssystem Tätigen erkennen, woher u.a. der immer größere Kostendruck an ihrem Arbeitsplatz kommt.

 

 

 

Written by medicus58

4. Februar 2017 at 19:45

Fragt einmal, was der Staat für Euch tun muss …

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sparefroh

Als Babyboomer glaubt man ja so an einiges,
an den Sparefroh und die Sicherheit der Sparbücher
(http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/deutsche-einlagensicherung-selbst-ein-sparbuch-ist-nicht-sicher-13937441.html),
an die Unkapputbarkeit von Staaten, Länder und Kommunen, OK, Kärnten, aber sonst… , 
an die Unabhängigkeit der Universitäten (http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/5105470/Ist-die-Leitung-einer-Denkfabrik-nur-eine-Nebenbeschaeftigung)
und nur mehr vereinzelt an die Sicherheit der Daseinsvorsorge
(Pensionen + 0,8% http://derstandard.at/2000046565131/Kommission-empfiehlt-Pensionserhoehung-um-0-8-Prozent, Metallerverhandlungen: Gewerkschaft forder 3%, Arbeitgeber bieten 1,5% http://orf.at/stories/2363663/).

Bei allem Skeptizismus glauben wir uns aber sicher, dass wenigstens die anderen Komponenten der Daseinsvorsorge (https://de.wikipedia.org/wiki/Daseinsvorsorge) von unseren angeblichen Wohlfahrtsstaaten garantiert werden!

Mit anderen Worten, dass wir für all die Abgaben und Steuern, die die Mittelschichte zu leisten hat, bestimmte für die Allgemeinheit wichtige Infrastruktur entweder „vom Staat“ betrieben oder zumindest garantiert wird:
Verkehrs- und Beförderungswesen,
Gas-, Wasser-, und Elektrizitätsversorgung, Müllabfuhr, Abwasserbeseitigung,
Bildungs- und Kultureinrichtungen,
Feuerwehr, Krankenhäuser, Friedhöfe, Bäder , …

Die gerade in Österreich und vor allem in Wien erlebbare Dominanz der Kommunalen Unternehmen (https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunales_Unternehmen) scheint uns auch zu versichern, dass da eine gütige Hand über uns wacht.

Und auf den ersten Blick scheint das ja alles wirklich so:

Selbstverständlich regelt die Bundesverfassung, dass  z.B. Wachkörper, also bewaffnete oder uniformierte oder sonst nach militärischem Muster eingerichtete Formationen, denen Aufgaben polizeilichen Charakters einschließlich der Feuerwehr (Artikel 78 d) einzurichten sind und die Länder haben eigene Feuerwehrgesetze, die regeln,
dass selbstverständlich eine Orts-(Stadt)feuerwehr einzurichten ist.
Die Besorgung der Aufgaben der örtliche Feuer- und Gefahrenpolizei obliegt der Gemeinde. Sie hat sich hiezu der Feuerwehr zu bedienen. (z.B. §2 Burgenländisches Feuerwehrgesetz)

Ja und in Wien regelt die Wiener Stadtverfassung sogar, dass die Stadt fast alle Toiletten zu errichten und zu betreiben hat:
§103 (1) Die Bezirksvertretung, der Finanzausschuss der Bezirksvertretung und der Bezirksvorsteher verwalten die Haushaltsmittel in folgenden Angelegenheiten:
19. Errichtung von städtischen Bedürfnisanstalten, ausgenommen Bedürfnisanstalten in Fußgängerpassagen, auf der Donauinsel, auf dem rechten und linken Donaudamm sowie die Anlagen am Großmarkt Wien.
20. Betrieb der städtischen Bedürfnisanstalten, ausgenommen Bedürfnisanstalten auf der Donauinsel, auf dem rechten und linken Donaudamm sowie die Anlagen am Großmarkt Wien.

Aber wo steht, dass die öffentliche Hand dafür zu sorgen hat, dass der Bürger im Bedarfsfall ein Spitalsbett vorfindet?

Also ich stelle seit langem vielen Personen in meinem Umfeld diese Frage und bekam natürlich jede Menge Antworten, die sich aber bei genauer Recherche als unzureichend herausgestellt haben.

Auch das vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen betriebene Öffentliche Gesundheitsportal (www.gesundheit.gv.at) bleibt vage:

Die Sicherung der Gesundheit ist in Österreich eine öffentliche Aufgabe und das Gesundheitssystem ist öffentlich organisiert.
Das bedeutet: Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherung und gesetzliche Interessenvertretungen (z.B. Kammern, Patientenanwaltschaft etc.) sind für verschiedene Teilbereiche des Gesundheitswesens verantwortlich: z.B. Gesetzgebung, Verwaltung, Finanzierung, Leistungserbringung, Qualitätskontrolle, Ausbildung etc.
Die Gesundheitsleistungen werden aber sowohl von öffentlichen als auch von privaten Einrichtungen erbracht.

Geht man aber all den Fährten nach, findet man meist, wer welche Gesetze und Verordnungen erlassen kann, aber nicht wirklich wer was leisten muss!

Natürlich haben alle Patienten das Recht auf einen gleichen Zugang und ihre Rechte sind in vielen Gesetzen verankert:

  • Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
  • Allgemeines Sozialversicherungsgesetz (ASVG)
  • Ärztegesetz (ÄrzteG)
  • Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG)
  • Hebammengesetz (HebG)
  • Heimaufenthaltsgesetz (HeimAufG)
  • Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz (KAKuG)
  • Krankenanstaltengesetze (KAG) der Länder
  • Patientenverfügungsgesetz (PatVG)
  • Psychologengesetz (PsychologenG)
  • Psychotherapiegesetz (PsychotherapieG)
  • Sachwalterrechts-Änderungsgesetz 2006 (SWRÄG 2006)
  • Strafgesetz (StGB)
  • Unterbringungsgesetz (UbG)
  • Zahnärztegesetz (ZÄG)

und selbstverständlich findet man auch eine Patientencharta (wie eh alles im Gesundheitswesen ein Art 15a BVG Vereinbarung), die letztendlich aber auch nur regelt, wer und wie das Bestehende in Anspruch nehmen darf. Natürlich hat jedes Bundesland seine eigene Patientencharta, weil alles ist im Föderalismus teilbar, sogar die Patientenrechte ….

Seit der Jahrtausendwende gab sich die öffentlich Hand sogar gewissen Vorgaben, in dem sie ihre eigenen Berater-Thinktanks z.B. in der Gesundheit ÖSterreich GmbH (https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/GesundheitOesterreich_LN.html) gründete,
um den von öffentlichen Aufträgen abhängigen Einrichtungen einfach diktieren zu können, was sie gerade für adäquat, effektiv und effizient hält.
Sicher, im Gegensatz zum 20. Jahrhundert existieren nun erste echte Planungsansätze, die theoretisch der Bürger dann auch einfordern könnte, aber tut er das?
Natürlich nicht! Über- und Unterversorgung existiert trotz ÖSG (=Österr. Strukturplan Gesundheit) und RSGs (=Regionale Strukturpläne für Gesundheit in jedem Bundesland), ohne dass hier irgendjemand Handlungsbedarf sieht.

Auf Wunsch kann ich gerne Gutachten verschiedener dieser Berater beibringen, in denen sie sich gegen ihre eigenen Pläne aussprechen …..

Aber das ist in Zeiten, in denen die Kommunen Pleite sind und verzweifelt versuchen, sich der Bürde einer kostenintensiven stationären Gesundheitsversorgung zu entledigen, nicht die wirkliche Frage.
https://www.fiskalrat.at/dam/jcr:9e18a2cc-360b-4d24-9a44-b221a968e582/studie-gemeindeausgliederungen-final-5_juni_2012_tcm163-248845.pdf

Wenn all die Gerüchte der „KAV-Privatisierung„, also irgendeine Form der Ausgliederung, Auslagerung, Übertragung bis zur kompletten Verschenkung an Befreundete, dann gewinnt die Frage dieses Beitrags ganz plötzlich eine hohe Aktualität.

Fragt einmal, was der Staat für Euch tun muss …

Weil wir kein Recht mehr darauf haben, dann ist es schnell weg.

Written by medicus58

29. Oktober 2016 at 16:45

Kennen Sie Medistart der UNIRAG?

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NEOS

 

Ob die EU nun ein Friedensprojekt ist oder man sich ein derartig fehlkonstruiertes Gebilde nur in friedlichen Zeiten leisten kann, sei einmal beiseite gelassen. Gerade den Jüngeren wird immer wieder in Erinnerung gerufen, dass sie es der EU zu verdanken haben, Teile oder ihr ganzes Studium überall in Europa absolvieren zu können.

Selbstverständlich ist das Kennenlernen anderer Mentalitäten  am besten dadurch möglich, dass man eine gewisse Zeit in anderen Ländern lebt, so dass ein einheitlicher europäischer Studienraum im Prinzip eine gute Sache darstellt, jedoch zeigt sich auch hier ein Konstruktionsfehler der gegenwärtigen EU.

Die Möglichkeit zum Studium in anderen Ländern wird zentral verordnet, die Bezahlung und die Durchführungsbestimmungen bleiben Ländersache: 

Auf dem Deutschen Ärztetag in Düsseldorf am 29.05.2014 hat sich der
Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, bei der
Auslandsagentur MediStart über das Medizin-Studium im Ausland informiert.
Der Ärztepräsident zeigte sich beeindruckt von den Möglichkeiten des
Auslandsstudiums ohne Numerus Clausus und Wartezeit
. Mit MediStart ist für deutsche und österreichische Studienbewerber ohne Rücksicht auf die Abiturnote bereits der Studienbeginn zum Oktober 2014 an einer EU-Universität in englischer Sprache möglich, z.B. in Valencia,
Budapest, Bratislava oder Riga.
MediStart berät in Deutschland und Österreich Abiturienten, Studenten
und ihre Eltern zum Studium in Humanmedizin, Zahnmedizin und
Tiermedizin an EU-Universitäten ohne Numerus clausus und Wartezeit.
Zu den MediStart-Beratern zählen renommierte Hochschullehrer und
erfahrene Studienplatzberater mit vielfältigen Kontakten im In- und
Ausland. Als 100%iges Tochter-Unternehmen der UNIRAG
Aktiengesellschaft mit Sitz in Hamburg ist MediStart unabhängig von
den Interessen in- und ausländischer Hochschulen und damit
ausschließlich dem Abiturienten selbst verpflichtet.
UNIRAG ist übrigens die „Akademische Prozessfinanzierungs Aktiengesellschaft“
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140601_OTS0008/medizin-studium-im-ausland-aerztepraesident-montgomery-informiert-sich-bei-medistart-auf-dem-deutschen-aerztetag-zum-auslandsstudium-ohne-nc-wartezeit-bild

Fassen wir also zusammen:

Von oben wird ein einheitlicher Studienraum verordnet ohne für die finanzielle Bedeckung zu sorgen.
Bezahlt werden die Universitäten natürlich weiterhin von den Steuerzahlern der einzelnen Länder.
Privatwirschaftlich agierende Beraterfirmen entstehen und lenken die Studentenströme dorthin, wo die Hürden (Numerus Clausus, Sprachbarriere, Anerkennung, …) am geringsten sind.
Die finanziell ausgehungerten Universitäten helfen sich dadurch, dass sie Teile ihrer Lehrverpflichtung (und die entstehenden Kosten) auf die öffentlichen Spitäler überwälzen (Wie sich die Medunis auf Kosten der öffentlichen Spitäler abbürsten http://wp.me/p1kfuX-NQ).

Irgendwann wird man sich dann kopfschüttelnd beschweren, dass die Steuerzahler die Politik wieder hin zu mehr Nationalität drängen.

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