Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘lockdown

Wie lange wollen wir uns noch fürchten und wie kommen wir aus der Geschichte wieder raus?

leave a comment »


Ein Jahr Pandemie und wir haben uns noch immer nicht einigen können, wie schlimm denn das alles ist und was und wie lange wir unser bisheriges Leben pausieren müssen, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen.
Eigentlich absurd, weil wir inzwischen relativ stabile Eckdaten haben.

Die Case Fatality rate (% Verstorbene/positiv Getesteter) liegt weltweit relativ konstant bei ca. 2,2%. Die Werte einzelner Länder streuen zwar (siehe Johns Hopkins Mortality Data) haben sich aber seit Monaten nicht wirklich geändert. Inzwischen ist wohl jedem klar geworden, dass dieser Parameter nur zum Teil vom Infektionsgeschehen abhängt sondern auch von Teststrategie, Krankheitsdefinition, sozio-ökonomischen Gegebenheiten, dem Gesundheits- und Sozialsystem und natürlich von der Alterspyramide in den einzelnen Ländern abhängt.

Auch die Diskussion, ob es eine Übersterblichkeit durch Sars CoV2 gibt, kann nach einem Jahr schon mit ziemlicher Sicherheit für viele Länder (Euromomo) und Österreich beantwortet werden. Auch hier handelt es sich natürlich um die Summe aus zusätzlichen Sterbefälle durch Sars CoV2 abzüglich der ausgefallenen Influenza 2020, den weniger Verkehrstoten, … etc. Die Statistik Austria fasste die Zeit vor der Pandemie so zusammen: Von 2007 bis 2018 betrug die Zahl der Gestorbenen zwischen 74.625 und 83.975. 2019 wurden insgesamt 83.386 Sterbefälle verzeichnet, um 0,7% bzw. 589 weniger als im Jahr davor.
Für 2020 vermeldete dann der ORF: 2020 in Österreich zumindest 90.123 Menschen verstorben – 10,9 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. 
Auch diese Zahlen unterliegen natürlich einigen Einflussfaktoren (Bevölkerungswachstum ca. 0,5%/a, Sterbefälle im Ausland, …) sie passen aber relativ gut zu den 6.312 angegebenen im Zusammenhang mit Covid-19 im Jahr 2020 Verstorbenen.

Schließlich hat sich trotz viel diskutierter Todesfälle in jüngeren Kohorten seit Monaten nichts an der Altersverteilung der an Covid-19 Verstorbenen geändert:

Es wäre also langsam an der Zeit angesichts

weltweit fallender Zuwachsraten an Neuerkrankungen
(The number of infections reported to the World Health Organization last week dropped for the third week in a row.),
immer mehr registrierter Impfstoffe und
in Relation zu den Fallzahlen fallenden Hospitalisierungsraten und Intensivbelegungen bei gleichzeitig
steigender Überlebenschance unter (symptomatischee) Therapie
sich auf eine gemeinsame Risikoeinschätzung und somit auch auf eine konsensuale Strategie zu einigen.

Versuchen Sie das mal in den Asozialen Medien und machen Sie sich auf verbale Erschießungskommandos von allen Seiten gefasst:

Für Sie sind Covid Todesfälle offenbar nur Zahlen (Ja, weil sich nur so Relationen formulieren lassen: The collateral damage in most really low-income countries is going to be greater than the direct impact of COVID, Peter Sands, executive director, Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria)
.
Sie leugnen Long Covid (Nein, ca 20% 5 Wochen nach der Erkrankung, wie bei vielen (Infektions-)erkrankungen auch)

Wir retten Leben, koste es was es wolle, alles andere ist unethisch (Hätten wir einen Bruchteil der Mittel, die jetzt investiert werden in den letzten Jahren in das Gesundheitssystem investiert, hätten wir (u.a. bei Spätfolgen von Diabetes, HPV-Infektionen, Darmkrebs,…) mehr Leben retten können. Reden wir weiter, ob wir in Zukunft auch bereit ein werden mit Lockdowns, Impfungen und Masken jährlich tausenden Influenzatoten verhindern werden.)

Ja, aber jetzt kommen die Britische-, Brasilianisch-, Südafrikanische-, Tschechische- Amazonas-Mutationen (Schwer zu widerlegen, aber bei inzwischen sind >300.000 Mutationen bekannt und nichts spricht dagegen, dass der weltweit enorme Virusload nicht zu weiteren Mutationen führen wird. Da die Mehrheit aller Wissenschaftler überzeugt ist, dass uns das Virus kaum mehr verlassen und endemisch werden wird, bleiben uns mit dieser Argumentation Lockdown, Schulschließungen, Homeoffice,… etc. auf ewig erhalten.

Das ist wissenschaftlich bewiesen, Sie Covidiot

Als Wissenschaftler ist es manchmal wirklich schlimm, sich Unwissenschaftlichkeit vorwerfen zu lassen, insbesondere von solchen, die ihre Überzeugungen aus Zitaten von Zitaten von wissenschaftlichen Studien beziehen. Beispiel gefällig?
Vor zwei Tagen grassierten solche Schlagzeilen durch manche Qualitätsmedien:
Pfizer vaccine ‘highly effective’ in reducing coronavirus transmission, study suggests
Liest man im Independent weiter kommt man aber ins Staunen, was heute so als Studie gilt:
A study conducted by Pfizer and the Israeli Health Ministry shows that the vaccine is 89.4 per cent effective at preventing infections, whether symptomatic or not. The results have not yet been publicly released or peer reviewed but come from a draft publication that was obtained by Ynet, an Israeli newspaper, and have also been confirmed by Bloomberg, the Financial Times and Der Spiegel.

Die Eckdaten dieser neuen Viruserkrankung sind aber trotz kleinerer Unabwägbarkeiten inzwischen gut bekannt und (abgesehen von einem wirksamen Virostatikum, das es aber für sehr wenige Viren gibt) unsere Gegenmittel scheinen auch weitgehend abgeklärt. Trotzdem ist bei vielen die Furcht vor dem Unbekannten ungebrochen und ein Konsens über das Leben mit SARS CoV2 nicht in Sicht.

Die derzeitige Verhaltensanpassung (Bequemes Einrichten für den Dauerlockdown in kinderlosen oberen Einkommens- und Bildungsschichten, schlichte Negierung der Regelflut am anderen Ende der Gesellschaft) wäre eine gefährliche Dauerlösung. Die gesellschaftlichen Spaltung durch eine Politik, die sich auf ein einzelnes Thema verengt (und damit von anderen Problemen ablenken kann) ist eine große Gefahr für viele demokratisch Denkende, während die Pandemie nur für einen Teil der Bevölkerung eine existenzielle Gefahr darstellt.

Nicht zuletzt die Art, wie politisch durch die Pandemie geführt wurde, hat die Ratio durch Angst, die Wissenschaft durch Stimmung ersetzt und das Argumentum ad hominem diskursfähig werden lassen.

Die nächsten Wochen werden entscheidend, das erspart uns jetzt zu entscheiden. Seit einem Jahr wurden wir trainiert, dass wir noch viel zu wenig über dieses neuartige Virus wissen, um längerfristige Regeln aufzustellen und wurden zwischenzeitlich so mit allerlei Leckerlis ruhig gestellt (nach den Semesterferien, Auferstehung zu Ostern, Pfingsten, Weihnachten, und wieder Ostern). dass viele noch immer glauben, dass das so weitergehen wird und muss.

Es wird spannend, wie die politischen und virologischen Experten aus dieser Geschichte wieder raus kommen wollen, um uns auf ein Leben mit dem Virus einzustimmen. No-Covid oder Zero-Covid sind ebenso nur PR Floskeln, wie alle bisher versprochenen erlösenden Lichter.
Hoffen wir, dass es nicht alzu hässlich wird, wenn so mancher erkennen muss, dass der Dauerlockdown und das Coviditoten-Geschimpfe niemanden vor den medizinischen, wirtschaftlichen, politischen und bildungspolitischen Kollateralschäden der bisherigen Strategie geschützt hat.

Written by medicus58

23. Februar 2021 at 17:41

Ja warum wirkt der Lockdown nicht, ihr schlimmen Bürger?

with 2 comments


Am 21.Jänner 2021 publizierte Eurostat eine Reihe hochinteressanter Daten über die ersten drei Quartale des letzten Jahres.

Die interessanteste Grafik in dieser Statistik ist wohl die über die Entwicklung des Bruttonationalprodukts der EU.

Wie wir sehen, führte der erste Lockdown in der EU zu einem kurzfristigen massiven Einbruch des GDP mit einer überproportionalen Erholung im gesamten dritten Quartal. Wenn ich meine persönliche Wahrnehmung als Ersatz für das (noch) fehlende 4.Quartal einsetze, nämlich den seither unvermindert gebliebenen Berufsverkehr, dann liegt für mich nahe, dass viele Gründe, die augenblicklich für die geringe Wirksamkeit des x-ten Lockdowns angeführt werden (Disziplinlosigkeit, falsche Masken, Parties,…) weitgehend irrelevant sind.

Die ungestörte Produktivität (trotz immer wieder lahmgelegter Dienstleistungsbetriebe) kann ja nur durch die weitgehend ungestört weiterlaufenden Baustellen, Fließbänder, Logistikcenter und Fabrikshallen erklärt werden, wo (auch wieder nach meiner natürliche nicht flächendeckenden Wahrnehmung) Masken und Babyelefanten im Aussterben liegen.

Natürlich ist es Wahnwitz den Wintertourismus und die Beherbergungsbetriebe augenzwinkernd weiter zuzulassen. Aber ich frage mich, weshalb jede andere Erklärung für die hohen Infektionszahlen (bei geschlossenen Schulen) viel mehr Beachtung geschenkt wird, als der Industrieproduktion und der Bauwirtschaft.

Natürlich können wir nicht alle Fabriken und Baustellen schließen, aber dort auf systematische Tests zu setzen schiene mir sinnvoller als die Nasenbohrer in den Schulen, irreale Abstandsregeln und weiterer Lickdown derer, die ohnehin schon im Homeoffice arbeiten.

Kann es sein, dass aber der politische Druck so groß ist, schließlich würde ein Stilkstand einzelner Fabriken und Bazstellen viel mehr kosten als eine geschlossene Schule, dass wir lueber mit anderen Verirdnungen abgelenkt werden ?

Written by medicus58

25. Januar 2021 at 22:59

Haben wir das Ziel aus den Augen verloren, verdoppeln wir die Anstrengungen

leave a comment »


Ist ja logisch, trotz hartem Lockdown bleiben die Neuinfektionszahlen hoch, die Statistik Austria verkündet eine Übersterblichkeit gegenüber dem Mittel der letzten 5 Jahre, die britischen Schilehrer-Schüler brachten B 1.1.7. ins schein-heilige Land Tirol, dss Ende der Welt wie wir sie kannten steht bevor, da muss es Verschärfungen geben.

Ein Patient leidet an einer Hypothyreose (zu wenig Schilddrüsen – Hormon) und bekommt eine entsprechende medikamentöse Ersatztherapie. Über mehrere Visiten wird die Tablettendosis immer wieder gesteigert, trotzdem bleiben die Blutwerte zu niedrig. Man verdoppelt die Dosis, obwohl bereits die letzte Dosis das Mehrfache des täglichen Bedarfs abgedeckt hätte. Fällt nur im Trubel der Schilddrüsen-Ambulanz niemand auf. Eigentlich gäbe es nur zwei Erklärungen: Der Patient schluckt die vorgeschriebenen Pulverl einfach nicht richtig (>90 Prozent aller Fälle) oder er resorbiert sie nicht richtig. Im letzten Fall wäre nicht die Dosissteigerung sondern die Abklärung der Resorptionsstörung sinnvoll. Das Beispiel können Sie auch gern für andere Therapiesituationen durchspielen. In der Arbeit mit Asthmatikern habe ich mir immer die Anwendung der Dosieraerosole (Pumperln) vorführen lassen, wenn sie wirkungslos blieben. Ein Patient hat sie dabei de facto als Raumspray benutzt und sich gewundert warum die Lunge noch immer pfeift.

Zurück zur politischen Pandemiebekämpfung:

Funktioniert die Ausgangssperre nicht, verordnen wir Eingangstests.

Kommen wir nach monatelangem Streit drauf, dass dem Virus auch Kinderkehlen schmeckt, verbarrikadieren wir den langjährigen Pisa-Versagern den Präsenzunterricht auf ewig aber führen die Schulen als Hort weiter, damit die letzten noch nicht arbeitslos gewordenen Eltern erwerbstätig bleiben können.

Glaubt man aktuellen Schätzungen sind im Handel 100.000 Menschen gefährdet sich zu den anderen fast 500.000 Arbeitslosen zu gesellen, u. a. weil der Einzelhandel (ich rede nicht von der SCS) seit Wochen geschlossen ist.

Still ist es seit dem Sommer geworden, um die gesundheitlichen Kollateralschäden geworden, die Herz-Kreislauf-, Diabetes- und Krebskranke erleiden, weil keine extramurale zusätzliche Betreuung von nicht intensivpflichtigen Covid-19 Patienten aufgebaut wurde und deshalb jeder weitere Anstieg die seit Jahren am Limit fahrenden Spitäler rettungslos verstopft.

Eine Erreger mit dem noch kein Mensch zuvor konfrontiert wurde erhöht den Bedarf an medizinischer Versorgung, aber daran kann keiner verdienen bzw. mitschneiden.

An immer mehr Masken, Tests, und EDV verdienen einige hervorragend. Deshalb wird in der politischen Pandemiebekämpfung hier der Aufwand exponentiell gesteigert, kollateral-koste es was es wolle.

Immer mehr fordert der Herr Foitik, FFP 2,3,4,5,6 Masken, Nasen-, Rachen- und Analabstriche für 250% Abdeckung für zuhause. Natürlich über das RK beschafft. Und dann fehlen die Nadeln für die Impfungen, nicht nur in Salzburg sondern auch in Wien.

Vielleicht müssten wir die Anstrengungen gar nicht verdoppeln, wenn wir die einfachen Regeln flächendeckend durchsetzen könnten. Vielleicht könnten wir uns Schulkontakte leisten, wenn wir sie in vollgestopften Gondeln und illegal geöffneten Beherbergungsbetrieben einsparen würden.

Vielleicht könnten wir Impfnadeln besorgen, wenn man nicht Millionen für das Kaufhaus Österreich verpulvern würden.

Vielleicht könnten wir uns auch auf das Ziel einigen, das medizinische, soziale, intellektuelle und ökonomische Überleben von Covid-19 und Nicht Covid-19 Kranken UND Gesunden zu optimieren.

Written by medicus58

14. Januar 2021 at 19:13

SarsCov2 macht blind, kann aber auch zu mehr Weitsicht führen

leave a comment »


Seit einem dreiviertel Jahr dominiert ein Virus und die erratischen Versuche der Politik es „zu besiegen“ unsere Medien.

Versuche dieses Problem im Verhältnis zu anderen zu sehen, werden inzwischen schärfer geahndet, als vergleichende Religionskritik.

Wer darauf hinweist, dass für viele Gruppen die Erkrankung wirklich einer schweren Grippe vergleichbar ist, der wird durch steigende Todeszahlen mundtot gemacht. Dazu ein paar Gedanken.

Jeden Tag bringen uns die Hauptnachrichten erschaudernd die Zahl der mit und an Covid-19 Verstorbenen ins Wohnzimmer. Aktuell lt. Dashboard sind das in Österreich 5127 von insgesamt über 83.000 Todesfällen in diesem Jahr.

Dass Peru eines der von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder der Welt ist, haben Sie sicher aus unseren Nachrichten gehört. Haben Sie aber in der ZIB oder in Ihrer Zeitung erfahren, dass unabhängig von der Pandemie, in Peru seit Jahresbeginn über 5000 Mädchen und Frauen vermisst werden? (Link)

Seit Beginn der Pandemie werden wir fast täglich darüber informiert, dass in den USA das Pandemiegeschehen außer Kontrolle wäre. Hat uns aber jemals ein betroffener Moderator mitgeteilt, dass in San Francisco 2020 mehr Menschen an einer Heroin Überdosis starben als an Covid-19?

 A record 621 people died of drug overdoses in San Francisco so far this year, a staggering number that far outpaces the 173 deaths from COVID-19 the city has seen thus far. (Link).

Ob die Pandemie schicksalhaft über uns kam, oder durch menschliches Versagen ist bis heute unklar. Bei den beiden genannten und zahllosen weiteren Beispielen handelt es sich aber eindeutig um menschliches Versagen und deshalb um prinzipiell vermeidbare Todesfälle über die es keinen politischen Diskurs mehr gibt.

Wir sollten uns nicht länger blenden lassen, dass es lösbare politische, wirtschaftliche aber auch medizinische Probleme gibt, die mindestens ebenso groß, oft sogar größer sind, als die Pandemie, die unser Denken (medial) beherrscht.

Wenn wir darüber während der Weihnachtsfeiertage und im kommenden Lockdown mal ernsthaft nachdenken und politische Lösungsansätze verlangen, dann hätte uns das Virus zwar blind, aber letztendlich sehr weitsichtig gemacht.

Dann hätten die Kollateralschäden der Pandemie Bekämpfung vielleicht mehr Sinn als nur den Wintertourismus während der Semesterferien zu ermöglichen, denn das wird wohl ebenso schief gehen, wie das vorweihnachtliche Verordnungswirrwarr.

Written by medicus58

20. Dezember 2020 at 10:31

Erbsünde Lockdown oder das Werk Gottes und Kurz’ens Beitrag

leave a comment »


So schön war es geworden, das Paradies, nur Adam und Eva mussten von den Äpfeln naschen und Gott erzürnen. Aus war es mit der Güte und die beiden Nackerpatzln waren draußen:

Der Lockout als Strafe Gottes.

Wer kein Paradies geschaffen hat, der kann auch niemanden aussperren, ihm bleibt nur das Einsperren, der Lockdown.

Wenn die Massen den Tiroler Adler die würdevoll Schisaison zu Weihnachten verschissen hat, weil er den Tests die Massen verweigert hat, den straft der Kurzzeit Gott mit Lockdown.

Vor Ablaufzeit der millionenhaft und überteuert gekauften AG-Tests, haben die Massentests 2021 ein Erfolg zu werden. Dafür kann man den Handel schon mal zu sperren, der an den postweihnachtlichen Umtauschorgien ohnehin nix mehr verdient.

So nebenher gibt uns der Werktätige auf Gottes Erdboden, unser gesalbten Kanzler, auch gleichmal einen Vorgeschmack was uns blüht, wenn wir die teuer eingekauft Impfungen auch so schmählich verweigern, wie die nasalen Schwangerschaftstest.

Das Opus Dei im Vorzimmer der Macht weiß, was schmerzhafte Buße für ein Wohlgefühl auszulösen vermag und so nebenher winkt eine Schisaison in den Semesterferien, wenn die Zahlen Lockdown bedingt weiter fallen. Ja, und wenn nicht, dann eben der nächste Lockdown für die Auferstehung zu Ostern.

Klar, man könnte mal eine extramurale Versorgung ernsthaft aber nicht lebensbedrohlich Erkrankte aufstellen, man könnte ein intelligentes Schulkonzept implementieren, um nicht ein weiteres Jahr im Bildungslockdown verbringen. Man könnte, wenn man wollte, doch das würde alles das Grand Design stören.

Testen macht frei

leave a comment »


Langsam kommt der alttestamentarische Hintergrund des Bundesmsturanten und einstigen Gailomobil-Chauffeurs zu Tage.

Auf den Sündenfall (gefloppte Massentests) folgt die Strafe (Freitestung oder Hausarrest).

Wenn die Weihnachtliche Schisaison wegen zu hoher Infektionszahlen ausfällt, dann erzwingen wir die Energieferien, auch wenn wir bis dahin das ganze Land in Zwangsferien schicken.

Das gibt wohl einen Vorgeschmack darauf, wie uns die Impfungen schmackhaft gemacht werden.

Gesundheit ist Pflicht und Impfen macht frei.

Written by medicus58

18. Dezember 2020 at 16:18

Zuviele Impfdosen sind zuwenig

leave a comment »


Ehe noch die Europäische Aufsichtsbehörde ohne Druck aber am besten schon gestern eine Notzulassung ausspricht, bringen sich so verlässlich wie unversöhnlich die Impfidioten und Covidioten in den Asozialen Netzen und Foren gegenüber, um der Regierung die Schuld zu geben, dass nicht schon 16 Milliarden Impfdosen am Christbaum baumeln, oder dass für Milliarden Produkte erstanden wurden, über deren Langzeitwirkung wenige Monate nach ihrer Entwicklung zu wenig bekannt ist.

Gefolgt von denen, die beklagen, dass der Dritten Welt nur konventionelle Impfstoffe zur Verfügung stehen, während die Erste Welt endlich auch mal als Versuchskaninchen agieren darf. Vor Covid wurde aus Kostengründen die meisten Zulassungsstudien in die Zweiten und Dritte Welt ausgelagert.

Dabei ist es doch so einfach. Sollte anfangs die Nachfrage die Kontingente übersteigen, erfahren wir risikolos, ob bislang Restrisken unbekannt blieben und werden weniger Probleme mit Impfskeptikern haben. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, dann bleiben die Kisten etwas länger im Kühlschrank.

So the fuck what. Für Monate bleibt die Maske auf der Nase und für die nächsten Lockdowns haben wir dann schon Verordnungen, die vielleicht mal vor dem Höchstgericht halten.

Written by medicus58

17. Dezember 2020 at 07:55

Geschichte und Lockdowns wiederholen sich mit unterschiedlichen Vorzeichen

with 2 comments


Link HP Neuwirth

Ob Marx nun Die Geschichte wiederholt sich immer zweimal – das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce gesagt hat oder

Hegel bemerkt irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen.
Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.

Ist für uns jetzt einerlei, Fakt ist jedoch, dass es sich bei der ersten und der zweiten Welle der Pandemie andersrum verhalten hat.

Wir fingen im Frühjahr mit der Farce an und erleben nun eine Tragödie:

Als es um den 30.März knapp 10.000 aktiv Infizierte (Gesamtzahl der positiv Getesteten minus Gesundeten minus Verstorbene) gab,

Ging der gesamte aktuelle Dienst des ORF in Wechselquarantäne,

waren die Straßen leer,

Schlugen sich viele ohne rechtliche Absicherung mit Homeoffice und Homeschooling herum

Applaudierten alle

Starben Menschen in Altersheimen

Würden ganze Krankenhausstation trotz negativen PCRs in Quarantäne geschickt.

Jetzt am 30. November, kurz nach dem Höhepunkt mit fast 80.000 aktiv Infizierten

Kehrte lächelnd wie immer Nadja Bernhard nach durchgemachte Covid-19 Erkrankung in das ZIB Studio zurück

Staut es auf österreichischen Straßen fast wie immer

Schlagen sich viele ohne rechtliche Absicherung mit Homeoffice und Homeschooling herum

Applaudierten der Bundespräsident

Sterben Menschen in Altersheimen

Dürfen symptomlose Ärzte und Pflege trotz positivem aber niedrig-titrigen PCR weiterarbeiten.

Written by medicus58

30. November 2020 at 18:10

Wenn alle ihre persönlichen Erfahrungen als allgemeingültig verbreiten, tu ich das auch mal, ausnahmsweise: Lockdown ist nicht Lockdown

leave a comment »


Unter Eminence based Medicine versteht man, im Gegensatz zur Evidenz basierten Medizin Entscheidungen, die primär auf persönlicher Erfahrung (Meinung) mehr oder weniger berühmter Leithammel (Ärzte, Pfleger, Gesundheitspolitiker,… Experten) beruht und nicht auf systematisch bewiesenen Nutzen, einer Entscheidung.

Auch wenn „Nutzen“ in der Medizin überraschend vielfältig interpretiert werden kann, und für viele notwendige Entscheidungen in der Medizin einfach keine ausreichende Evidenz (z. B. in Form von geeigneten Studien) vorliegt, hänge ich – wo geht – eher evidenzbasierten Entscheidungsprozesse an.

Wer sich da mehr vertiefen will, für den steht hier auf dem Blog eine entsprechende Online Vorlesung zur Verfügung (Links siehe unten).

Wenn ich aber ausnahmsweise meine persönlichen Erfahrungen in einem großen Spital für repräsentativ halten würde, dann würde ich davon ausgehen, dass sich die Patienten sich im zweiten Lockdown ganz anders als im ersten verhalten.

Im Frühjahr brachen in der Diagnostik, auch bereits terminlich vereinbarte, ambulante Kontrolluntersuchungen rasch auf ein sehr niedriges Niveau herunter und es verblieben überwiegend Patienten mit sehr schweren akuten Erkrankungen oder bereits laufenden Therapien. Geplante stationäre Aufnahmen für Spezialtherapien wurden überwiegend wahrgenommen, obwohl man sich im Spital oft nicht sicher fühlte. Zur Erinnerung, wir hatten damals viel weniger Virusträger im Lande als heute!

Applaus

Aktuell gibt es zwar vermehrte Anrufe, ob der Ambulanzbetrieb überhaupt aufrecht ist und vermehrte Umbuchungen durch Absagen und Neuanfragen, die Patientenzahl geht insgesamt aber kaum zurück.

Während im Frühjahr die ganzen „Ich möchte mir das mal anschauen lassen“ Selbstzuweiser mit einem Schlag von der Bildfläche verschwanden, ist es dazu bislang nicht gekommen.

Die Angst sich im Krankenhaus anzustecken scheint im Gegensatz zum Frühjahr aktuell kaum jemanden zu bekümmern.

Natürlich gilt das alles nur für geplante Termine und elektive (konservative) Therapien, jedoch scheint es mir plausibel, dass die Schützen wir die Spitäler Kampagne zu Jahresbeginn zu ganz anderem Patientenverhalten führte, als das jetzt im Vordergrund stehende Motiv der warnenden Intensivmediziner.
Da seit heute auch im Wiener Gesundheitsverbund (www.info.gesundheitsverbund.at vormals KAV) ein generelles Besuchsverbot und eine Aufforderung Ambulanzen nur bei medizinischem Erfordernis aufzusuchen (?!?) verkündet wurde wird sich das Verhalten ab heute auch wieder ändern.

Auf den ersten Blick könnte man die veränderte Reaktion der Patienten einfach als Ermüdungserscheinung abtun, ich finde aber das Experiment in dieser riesigen gesellschaftlichen Skinnerbox verdient aber eine eingehendere Analyse unter Einbeziehung verschiedener extra- und intramuraler Fächer, um vielleicht bei der nächsten Krise etwas zielgerichtetere PR zu betreiben.
Die Kollateralschäden der Kampagne im Frühjahr (COVID -19: Was hilft werden wir zu spät wissen, was schadet sehen wir gleich) sind ja schon einigermaßen aufgedeckt, ob die aktuell ausgelösten Reaktionen so viel weniger Kollateralschäden auslösen, mag bezweifelt werden.

Links zur Vorlesung Clinical Decision Making (zT aus den 90ern des vorherigen Jahrhunderts):

1 Am Anfang war die Diagnose – Clinical Decision making Not only for Dummies
2 Anamnese – aber
3 Anamnese – wer hat das Wort?
4 Wie denkt der Arzt, wenn er denkt? Daumenregeln
5 Die Pathognomie finden Sie nur im Lehrbuch
6 Erfahrung hat man immer zu spät
7 Der unverzeihende lineare Algorithmus
8 Information und Bias
9 Was ist schon normal
10 Regenwarnung und Rettung durch einen Presbyterianer
11 ROC around the clock
12 Quite mean, the Regression to the Mean
13 Symptoma – Symptom für eine falsche Entwicklung der Medizin
14 Zebras revisited

Der ökonomische Trugschluss mit der Überbefundung in der Medizin
Babylonische Zustände in der Medizin
Wie verhindern Sie unnötige Zuweisungen? Einfache Fragen statt komplexer Algorithmen
Dr. Google is a Liar: Falschmeldung über Gesundheitsthemen und typische Folgefehler
Ja was nun, oder was an der medizinischen Wissenschaft so verwirrt

Written by medicus58

18. November 2020 at 17:34

Kam der Totale Lockdown zu früh? oder „Z’weng und z’vü is Dene Narr’n earna Zü“

leave a comment »


Der Spruch stammt von meiner Großmutter, der Verdacht gründet sich auf Erich Neuwirths Zahlen, hier der ganze Tweet:

Am Freitag den 13. verlangte ich hier unter dem Eindruck steigender Neumeldungen positiver Testergebnisse eine kritische Auseinandersetzung mit den Prämissen der bisher gesetzten Maßnahmen ( Wenn die nächtliche Ausgangskontrolle nicht funktioniert hat, was sagt uns das?).

Als noch am Samstag Vormittag das Land vor der nächsten ZIB Spezial mit Pressekonferenz und Worthülsen-Angriff zitterte, weil der Totale Lockdown alternativlos schien, twittert Neuwirth (siehe oben), dass die Zahl der neu eingemeldeten positiven Teste im Vergleich zum Vortag (ca. 10.000 inkl. Nachmeldungen) gefallen waren.

Selbstverständlich wies Neuwirth darauf hin, dass man angesichts des Datenchaos (Nachmeldungen, unterschiedliche Zahlen zwischen den Ministerien, nur positiv Meldungen bei AG Schnelltests) aus dem einen Wert nicht zu viel ableiten sollte.

Heute Sonntag setzt sich der Trend aber sehr deutlich fort:

Bei allen berechtigten Einwänden gegen vorzeitigen Jubel (Zeitverschiebung zwischen Maximum der Neumeldungen und Spitals- und Intensivbelegung) und erwartbar punktuell schwierigen Situationen, wenn der Bundesmaturant in der gerade abgelaufenen Pressestunde von noch mehr Verschärfungen spricht, fällt mir wieder meine Großmutter ein (Hochdeutsch: Zuwenig und zuviel is der Narren Ziel) .

Gerade wenn man die zeitliche Verschiebung zwischen Ansteckung und Hospitalisierungspflicht im Hinterkopf hat, muss es doch klar sein, dass HEUTE jede weiter Verschärfung zu spät käme, wenn man befürchtet, dass die Maßnahmen vor 2 Wochen zu gelinde waren.

Ich behaupte mal auf Basis der jetzt vorliegenden (statistisch nicht signifikanten) Trends zwei Dinge und lasse mich in den nächsten Wochen gerne dafür prügeln.

Wenn man sich seitens der Verantwortlichen seit dem Sommer sicher war (medial wurde es so getrommelt), dass es die nächtlichen Umtriebe der Bevölkerung waren, die das Infektionsgeschehen befeuerten, dann hätten die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen mindestens eine Woche früher kommen müssen, um ihre Wirkung besser abschätzen zu können.

Es spricht einiges dafür, dass der erneute totale Lockdown, der Bildung, Wirtschaft und die Psyche der Gesellschaft erneut an die Wand fährt, eine Überreaktion der tückisch-grünen Regierung ist, die sich aus ihrem selbst gewählten Wolkenkuckucksheim aus PR-Beratern, handverlesene Experten und willfährigen Medien weder befreien will noch kann und damit mehr menschliches Leid zu verantworten hat, als es das Virus jeh geschafft hätte.

Written by medicus58

15. November 2020 at 12:28

%d Bloggern gefällt das: