Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘lockdown

Rethink Corona or read my Swedish lips

leave a comment »


Solange PR-gesteuerte Politiker ihren Führungsanspruch durch die Pandemie festigen wollen, wird uns die Spirale aus Angst vor und durch drakonische Maßnahmen weiter hinunter ziehen.

Auf die Punkte, die seit dem Frühjahr klarer wurde als vorher, reagiert man überhaupt nicht adäquat.

Die Euphorie bald eine Impfung zu haben, hat inzwischen einige Dämpfer abbekommen:

Astra Seneca, Johnson&Johnson, Eli Lilly

Die Hoffnung auf eine stabile Immunität nach „natürlich durchgemachte“ Covid-19 wird durch Case Reports über zweimalige, in kurzem Abstand erlittene, schwerere und tötliche Infektionen, nicht bloß pos. Teste, erschüttert:

The Lancet, CNN, Nature

Und die WHO, die noch im Frühjahr Lockdowns als Sofortmaßnahmen forderte, warnt plötzlich Regierungen davor warnt Lockdowns als primäre Kontroll-Maßnahme zu nutzen.

Einiges hätte ja vielleicht Sinn gemacht, wenn man davon ausgehen hätte können, dass Covid-19 ein vorübergehende Problem werden würde, wie es zB SARS war. Seit Wochen scheint klar, dass es dies so nicht spielen wird.

Das Gesundheitssystem zu schützen statt die Kranken zu versorgen ist auf lange Sicht pervers.

Gesunde von der Parkbank zu flexen, ehe wir noch eine epidemiologisch wirklich bedrohliche Situation haben war autokratisch bis prädiktatorisch.

Das Durcheinander an lokalen und zentralen Maßnahmen (Sperrstunden, Personenzahl,…) und die permanente Drohung mit Lockdown, mit einem schwächer werdenden Licht am Ende des Tunnels ist weder medizinisch noch psychologisch sinnvoll.

Über die Problematik sich auf Tests und Contactracing zu verlassen, wurde schon hingewiesen: Thinking, Thinking statt Testing, Testing?

Was wir jetzt brauchen wäre das, was Tegnell und Giesecke schon zu Beginn der Pandemie forderten, auch wenn ihre Hoffnung auf Herden-Immunität sich nicht erfüllen wird.

Wenige verbindliche Regeln, allf. Zusatzmaßnahmen für gefährdete Gruppen und Akzeptanz, dass ein neuer Erreger zu zusätzlichen Krankheitsfällen und einzelnen Todesfällen führen wird.

Wer das als fatalistisch ablehnt möge Evidenz für ein besseres Konzept vorlegen.

Written by medicus58

14. Oktober 2020 at 12:53

Das umgekehrte Präventionsparadoxon oder auch das Gegenteil war umgekehrt falsch

with 2 comments


Kritikern des Lockdown im Frühjahr schleudert unser Gesundheitsminister und seine Berater gern das Präventionsparadoxon entgegen:

Ein Szenario steht in Aussicht – im aktuellen Fall der Coronavirus-Krise war das die Überforderung des Gesundheitssystems –, und um diesem zu entgehen, werden Präventionsmaßnahmen gesetzt, das Szenario dadurch wiederum verhindert.

Oder einfacher, wenn Maßnahmen im öffentlichen Gesundheitssystem wirksam werden, wird bezweifelt, dass es dieser Maßnahmen überhaupt bedurft hat.

So interpretiert das auch Martin Rümmele (einst?) einer der durchblickendsten Gesundheitsjournalisten des Landes:

Jetzt zeigt sich das Paradoxon der Prävention.

Wobei aber im Zitat des Begriffserfinders Geoffrey Rose schon klar wird, dass der damals was anderes gemeint hat, als jetzt insinuiert wird:

Rose behandelte eigentlich die Frage, ob sich ein Gesundheitssystem auf die Hochrisikogruppen konzentrieren soll, die dann auch einsehen, dass ihnen Ungemach zugemutet wird (wenig Patienten mit schwerer Angina bezweifeln den Sinn eines Herzkatheters), oder ob man nicht mehr erreicht, wenn mit breiten Maßnahmen auch Gruppen mit niedrigem Risiko erfasst werden, obwohl die viel schwieriger zu überzeugen sind, da sie einen geringeren Leidensdruck haben.

„a large number of people at a small risk may give rise to more cases of disease than the small number who are at high risk“

Egal welches Ende der Begriffsdefinition des Präventionsparadoxon man nun für sich verwendet, wundert mich, weshalb man eine wesentliche Frage heute nirgends hört:

Haben wir, von der WHO bis zu unserer tückisch-grünen Regierung nicht den maximal einmal möglichen Lockdown zum falschen Zeitpunkt ausgerufen und würden wir die bereits verpulverten Ressourcen jetzt notwendiger brauchen als damals im Frühjahr?

Für all die Länder mit sehr wenigen Covid-19 Fällen zu Beginn der Pandemie, also auch Österreich, würde ich das mal vorsichtig mit Ja beantworten.

Written by medicus58

7. Oktober 2020 at 17:11

Testing, testing, testing

with 2 comments


Man hüte sich von monokausalen Erklärungen in einer komplexen Situation, OK. Aber weil seit Monaten immer behauptet wird, dass mehr Testen die Explosion der SarsCov2 Infektionen verhindert.

In den letzten zwei Monaten testete Israel in Relation zu seiner Bevölkerung deutlich mehr als andere.

Erklärung?

Written by medicus58

18. September 2020 at 20:15

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

Tagged with , , , ,

%d Bloggern gefällt das: