Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘lockdown

Sowas will mitten in einer Pandemie niemand lesen

leave a comment »


Nach Jahrzehnten im öffentlichen Gesundheitssystem hat man schon manches erlebt, das einem inzwischen im Schwall hochkommt. Wenn jetzt Spitäler wieder Alarm schlagen, das hässliche Wort Triage im Boulvarde hoch kommt und WissenschafterInnen und ExpertInnen warnen, dass wieder was an der Kippe steht, es grad noch geht, aber bald und man schon vor Wochen Warnungen erhoben hat grüßt das Murmeltier.

Nein, ich bin nicht so blöd jetzt zu verlangen, dass wir eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt für eine zwei Jahre andauernde Grippewelle auslegen hätte sollen. Und nein, ich vergleiche jetzt nicht SarsCov2 mit den Influenza-Viren, nur standen wir fast jährlich zum Jahreswechsel an der Kippe und wurden nur durch die Saisonalität der konventionellen Grippe vorm Kollaps bewahrt.

Aber nichteinmal für eine kräftige Influenzawelle waren extra- und intramurale Gesundheitsversorgung so ausgelegt, um nicht zu Gangbetten, stiller Triage und Erschöpfung von Personal, Kranken und deren Angehörigen zu führen. Niemand hat das gekümmert von den universitären Experten. (Shit, bin ja auch so einer, aber…. andere Geschichte)

2015 gab es die Schützen wir unsere Spitäler Kampagne der Ärztekammer, die unser Titelbild zeigt und da schnupften wir die damals zirkulierenden Coronaviren einfach weg.

Die Kampagne wurde geführt, weil seit 2-3 Jahrzehnte externe Berater Effizienz ins System brachten. Qualitäts-, OP-, Hygienemanager und Heerscharen von IT-Spezialisten gemeinsam mit aufgeblähten Verwaltungsstrukturen  Posten aus der Primärvsrsorgung abzogen.

Der Pflegeberuf war seit Jahrzehnten unattraktiv, sonst hätten wir nicht seit Jahrzehnten in Wellen Pflegekräfte aus dem Osten, Nahen Osten und Fernen Osten importieren müssen. Die jenigen, die halbwegs fehlerfrei tippen konnten, wurden mit sinnentleehrten Dokumentationspflichten vom Patienten ferngehalten. Und kommen Sie mir jetzt nicht, dass die Millionen Vermerke, die die elekteonischen Krankenakten vollmüllen (Patient hat gut geschlafen, Krankengeschichte angelegt und abgelegt, Medikamente nach Schema verabreicht,…) nur einen Deut zur Verbesserung der Pflegeleistung führten.

Als Lösung wurde die Akademisierung der Pflege verlangt, was den praktischen Nebeneffekt hatte, dass sich Interessenten ihre FH Ausbildung selbst zahlen mussten, während die alten Schwesternschulen aus dem Spitalsbudget abgedeckt wurden. Seither finden sich immer mehr akademisierte Krankenschwestern patientenfern im Qualitätsmanagement.

Ärzte schlagen sich mit insuffizienter Software und Spracherkennung (einen € für jede Verwechslung von ein und kein) herum.

Wir dokumentieren dass wir was tun müssen, tun was und müssen dokumentieren, dass und was wir getan haben.

Der Zustrom von Ärzten wurde durch die Kontigentierungen im Studuen gedrosselt und jeder der später konnte entwich in Privat- und Wahlarztordinationen, Kassenverträge wurden zurück gegeben.

Diese Prozesse liefen seit vielen Jahren, Betten wurden gestrichen, Räume enger gemacht. Ich erinnere mich an stundenlange Diskussionen mit einem der meistbeschäftigten Berater des Wiener Gesundheitsverbundes, dass ein ambulanter Untersuchungsraum in einer Spezialambulanz so groß sein muss, dass auch eine Patientenliege Platz hat, auch wenn das die Errichtungskosten des Krankenhauses um weniger verteuert, als er für seine Schwachsinnigkeiten abzieht. Ja, das ist der, der auch Bücherregale und Aufenthaltsräume im Krankenhaus Nord wegrationalisierte, weil Ärzte ja Bildschirmarbeitsplätze haben…

All das und vieles mehr ist seit vielen Jahren Thema dieses Blogs und wird weder durch Impfungen noch durch Lockdowns gebessert, bedingt diese aber nicht zu einem unbeträchtlichen Teil.

Written by medicus58

16. November 2021 at 19:56

Wissenschaft ohne Evidenz ist jetzt was gerade?

leave a comment »


Dass die binäre Pandemiebekämpfung der tückisch-grünen Bundesregierung, also die   Shut down Shut up Taktik, uns bei 2/3 Geimpfter 2021 höhere Panik als im letzten Jahr ohne Impfung und ohne damals (nach den veröffentlichten Zahlen) nennenswerter Hintergrundimmunität bringt, ist schon ein schlagender Beweis dafür, dass das alles nicht ganz opti lief.

Etwas weniger Evidenz haben oder verlangen wir für das was sonst noch so an Heilslehren herumschwirrt:

Kickln für alle: Jeder weiß es besser

Krisenbewältigung im 21.Jahrhundert: Jeder weiß was der andere tun muss

Wie der Grüne Covid Pass zum Altpapier gemacht wird

Über die Grundlagen, des auf manchen (a) sozialen Kanälen fast herbeigesehnten Lockdowns für alle, habe ich mir schon vor fast einem Jahr (Erbsünde Lockdown oder das Werk Gottes und Kurz’ens Beitrag) Gedanken gemacht, denen nichts hinzuzufügen ist und nur der damalige Bundeskanzler gehört rausgestrichen.

Da uns die Erfahrung lehrte, dass nur der erste Lockdown wirkte, weil die erste Welle in Österreich eigentlich keine war und er auch die konsequente Kontaktbeschränkung am Arbeitsplatz der Baustellen umfasste, darf bezweifelt werden, dass der vom Bundeskanzler Stv. gegen seinen Gesundheitsminister ausgerufene landesweite Lockdown für Ungeimpfte viel bewirken wird. Evidenz haben wir dafür keine, nur den Glauben.

Ja warum wirkt der Lockdown nicht, ihr schlimmen Bürger?

Eine lokale Pandemiebekämpfung, erinnern Sie sich noch an die Pläne und Ampeln, Kommissionen und Fleckerlteppiche, die ist trotz wissenschaftlicher Evidenz grad wieder von einem ungewählten Bundeskanzler beendet worden. Gary Glitter hätte dazu gesagt: I’m the leader of the Gang, und scheiß auf die Verfassung.

Zeit endlich auf Experten zu hören, die nach den Haslauerschen Watschen nun zurück schlugen?

Die 30%-ige Kontaktbeschränkung, die modellbasiert gefordert wird, ist eine Binsenweisheit der Infektiologie, 100% wär besser, aber dann gilt das Haslauersche Diktum.

Die zweite Forderung des Testing-Testing-Testing wurde ja seit Beginn sehr zur Freude der beteiligten Firmen massiv durchgeführt. Ob mit dem Geld am Konto der Gesundheitsberufe in den letzten zwei Jahren nicht einige weniger gekündigt hätten und manche Ressourcen noch vorhanden wären, lassen wir mal unhinterfragt. Aber wo bleibt die Evidenz, dass das und das Kontaktracing einen modifizierenden Effekt auf das pandemische Geschehen hatte? Als es im Sommer 20 und 21 kaum positive Tests gab, hätten die Tracer ja genug Zeit gehabt, die dann ab Oktober steigenden Zahlen zu dämpfen. Aber außer Reiserückkehrerbashing gab es 20 nix und 21 noch weniger.

Jeder kennt inzwischen jemanden, den die Behörde nie, zu spät oder unsinnig angerufen hat. BTW fließen auch hier Millionen hinein, so dass man sich etwas Evidenz wünschen dürfte, nicht?

AG Teste waren rasch aber relativ insensitiv, PCR Teste sind sensitiv aber es dauert zu lange, bis man seinen Status erfährt. Dieser ist dann für alle 3G, 2,5G und 2G plus Etiketten zu spät.

Wären Sie im Supermarkt über ein Ablaufdatum in der Art Gestern war es noch mit größter Wahrscheinlichkeit gut zufrieden?

Liest man bei der AGES nach, nährt das die Zweifel:

12.11.21 Derzeit nehmen die Cluster-Analysen mindestens zwei Wochen nach Beendigung der untersuchten Kalenderwoche in Anspruch.

Mit anderen Worten, die Kontaktpersknen sind entweder noch oder schon wieder gesund, oder haben längst im Spital eingecheckt.

Fassen wir also zusammen:

Totale Kontaktvermeidung ist das einzige Mittel, das gegen Ansteckung hilft, dazu brauchen wir keine Experten.

Lockdowns bringen was, wenn sie alle Lebensbereiche umfassen, nur ist das in der Praxis halt nicht so einfach: Intensivpfleger im Homeoffice?

Die dzt. Impfungen schützen relativ kurz das Individuum und werden das Spiel nicht verändern.

Ungezieltes Testen bindet Kräfte und hat selbst bei niedriger Inzidenz nicht gezeigt, dass es etwas bringt.

Die Gängelung der Bevölkerung ohne klare Evidenz führt zu einer Spaltung in Inquisitoren und Teufelsanbetern. Beides ist kontraproduktiv.

Wenn die nach zahllosen Medienauftritten nun gekränkten Virologen, Immunulogen, Infektiologen, Modellierer und Rot Kreuz Lobbyisten noch ernst genommen werden wollen, sollten sie die Evidenz (und allf. ökonomische Befangenheit) ihrer Empfehlungen offen legen, wie in jeder ordentlichen wissenschaftlichen Meinungsäußerung.

Und angesichts der vielen Unterschriften auf dem Papier fällt mir noch etwas anderes auf: I. d. R. sind Arbeiten mit sehr vielen Co-Autoren immer hinterfragbar, so dass jedes gute Journal inzwischen verlangt, den Beitrag aller Co-Autoren anzugeben. Wäre für so Unterstützungslisten auch zu überlegen.

Lösungsvorschläge:

Testen und forcierte Impfaufforderung auf Risikogruppen beschränken, dort aber konsequent.

Da uns Covid-19 noch Jahre nicht verlassen wird, brauchen wir ein (schwedisches?) Konzept, das über Jahre funktioniert und finanzierbar ist.

Nach Jahrzehnten an Schulversuchen im Gesundheitssystem ist dieses (extra und intramural) resilient zu gestalten, wenn Grippewellen einmal nicht nach 2 Monaten vorbei sind. Das auch all den aufgeregten Journalisten ins Stammbuch geschrieben, die zwar jeden Winter über Gangbetten schrieben, aber sonst nicht um die politische Durchlöcherung der gesundheitlichen Versorgung recherchierten.

Und akut wird es halt zu, wie die Politik zu sagen pflegt, unschönen Bildern kommen, wenn man zu lange ein Problem durchzutauchen versucht.

Written by medicus58

14. November 2021 at 13:41

Wie lange wollen wir uns noch fürchten und wie kommen wir aus der Geschichte wieder raus?

leave a comment »


Ein Jahr Pandemie und wir haben uns noch immer nicht einigen können, wie schlimm denn das alles ist und was und wie lange wir unser bisheriges Leben pausieren müssen, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen.
Eigentlich absurd, weil wir inzwischen relativ stabile Eckdaten haben.

Die Case Fatality rate (% Verstorbene/positiv Getesteter) liegt weltweit relativ konstant bei ca. 2,2%. Die Werte einzelner Länder streuen zwar (siehe Johns Hopkins Mortality Data) haben sich aber seit Monaten nicht wirklich geändert. Inzwischen ist wohl jedem klar geworden, dass dieser Parameter nur zum Teil vom Infektionsgeschehen abhängt sondern auch von Teststrategie, Krankheitsdefinition, sozio-ökonomischen Gegebenheiten, dem Gesundheits- und Sozialsystem und natürlich von der Alterspyramide in den einzelnen Ländern abhängt.

Auch die Diskussion, ob es eine Übersterblichkeit durch Sars CoV2 gibt, kann nach einem Jahr schon mit ziemlicher Sicherheit für viele Länder (Euromomo) und Österreich beantwortet werden. Auch hier handelt es sich natürlich um die Summe aus zusätzlichen Sterbefälle durch Sars CoV2 abzüglich der ausgefallenen Influenza 2020, den weniger Verkehrstoten, … etc. Die Statistik Austria fasste die Zeit vor der Pandemie so zusammen: Von 2007 bis 2018 betrug die Zahl der Gestorbenen zwischen 74.625 und 83.975. 2019 wurden insgesamt 83.386 Sterbefälle verzeichnet, um 0,7% bzw. 589 weniger als im Jahr davor.
Für 2020 vermeldete dann der ORF: 2020 in Österreich zumindest 90.123 Menschen verstorben – 10,9 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. 
Auch diese Zahlen unterliegen natürlich einigen Einflussfaktoren (Bevölkerungswachstum ca. 0,5%/a, Sterbefälle im Ausland, …) sie passen aber relativ gut zu den 6.312 angegebenen im Zusammenhang mit Covid-19 im Jahr 2020 Verstorbenen.

Schließlich hat sich trotz viel diskutierter Todesfälle in jüngeren Kohorten seit Monaten nichts an der Altersverteilung der an Covid-19 Verstorbenen geändert:

Es wäre also langsam an der Zeit angesichts

weltweit fallender Zuwachsraten an Neuerkrankungen
(The number of infections reported to the World Health Organization last week dropped for the third week in a row.),
immer mehr registrierter Impfstoffe und
in Relation zu den Fallzahlen fallenden Hospitalisierungsraten und Intensivbelegungen bei gleichzeitig
steigender Überlebenschance unter (symptomatischee) Therapie
sich auf eine gemeinsame Risikoeinschätzung und somit auch auf eine konsensuale Strategie zu einigen.

Versuchen Sie das mal in den Asozialen Medien und machen Sie sich auf verbale Erschießungskommandos von allen Seiten gefasst:

Für Sie sind Covid Todesfälle offenbar nur Zahlen (Ja, weil sich nur so Relationen formulieren lassen: The collateral damage in most really low-income countries is going to be greater than the direct impact of COVID, Peter Sands, executive director, Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria)
.
Sie leugnen Long Covid (Nein, ca 20% 5 Wochen nach der Erkrankung, wie bei vielen (Infektions-)erkrankungen auch)

Wir retten Leben, koste es was es wolle, alles andere ist unethisch (Hätten wir einen Bruchteil der Mittel, die jetzt investiert werden in den letzten Jahren in das Gesundheitssystem investiert, hätten wir (u.a. bei Spätfolgen von Diabetes, HPV-Infektionen, Darmkrebs,…) mehr Leben retten können. Reden wir weiter, ob wir in Zukunft auch bereit ein werden mit Lockdowns, Impfungen und Masken jährlich tausenden Influenzatoten verhindern werden.)

Ja, aber jetzt kommen die Britische-, Brasilianisch-, Südafrikanische-, Tschechische- Amazonas-Mutationen (Schwer zu widerlegen, aber bei inzwischen sind >300.000 Mutationen bekannt und nichts spricht dagegen, dass der weltweit enorme Virusload nicht zu weiteren Mutationen führen wird. Da die Mehrheit aller Wissenschaftler überzeugt ist, dass uns das Virus kaum mehr verlassen und endemisch werden wird, bleiben uns mit dieser Argumentation Lockdown, Schulschließungen, Homeoffice,… etc. auf ewig erhalten.

Das ist wissenschaftlich bewiesen, Sie Covidiot

Als Wissenschaftler ist es manchmal wirklich schlimm, sich Unwissenschaftlichkeit vorwerfen zu lassen, insbesondere von solchen, die ihre Überzeugungen aus Zitaten von Zitaten von wissenschaftlichen Studien beziehen. Beispiel gefällig?
Vor zwei Tagen grassierten solche Schlagzeilen durch manche Qualitätsmedien:
Pfizer vaccine ‘highly effective’ in reducing coronavirus transmission, study suggests
Liest man im Independent weiter kommt man aber ins Staunen, was heute so als Studie gilt:
A study conducted by Pfizer and the Israeli Health Ministry shows that the vaccine is 89.4 per cent effective at preventing infections, whether symptomatic or not. The results have not yet been publicly released or peer reviewed but come from a draft publication that was obtained by Ynet, an Israeli newspaper, and have also been confirmed by Bloomberg, the Financial Times and Der Spiegel.

Die Eckdaten dieser neuen Viruserkrankung sind aber trotz kleinerer Unabwägbarkeiten inzwischen gut bekannt und (abgesehen von einem wirksamen Virostatikum, das es aber für sehr wenige Viren gibt) unsere Gegenmittel scheinen auch weitgehend abgeklärt. Trotzdem ist bei vielen die Furcht vor dem Unbekannten ungebrochen und ein Konsens über das Leben mit SARS CoV2 nicht in Sicht.

Die derzeitige Verhaltensanpassung (Bequemes Einrichten für den Dauerlockdown in kinderlosen oberen Einkommens- und Bildungsschichten, schlichte Negierung der Regelflut am anderen Ende der Gesellschaft) wäre eine gefährliche Dauerlösung. Die gesellschaftlichen Spaltung durch eine Politik, die sich auf ein einzelnes Thema verengt (und damit von anderen Problemen ablenken kann) ist eine große Gefahr für viele demokratisch Denkende, während die Pandemie nur für einen Teil der Bevölkerung eine existenzielle Gefahr darstellt.

Nicht zuletzt die Art, wie politisch durch die Pandemie geführt wurde, hat die Ratio durch Angst, die Wissenschaft durch Stimmung ersetzt und das Argumentum ad hominem diskursfähig werden lassen.

Die nächsten Wochen werden entscheidend, das erspart uns jetzt zu entscheiden. Seit einem Jahr wurden wir trainiert, dass wir noch viel zu wenig über dieses neuartige Virus wissen, um längerfristige Regeln aufzustellen und wurden zwischenzeitlich so mit allerlei Leckerlis ruhig gestellt (nach den Semesterferien, Auferstehung zu Ostern, Pfingsten, Weihnachten, und wieder Ostern). dass viele noch immer glauben, dass das so weitergehen wird und muss.

Es wird spannend, wie die politischen und virologischen Experten aus dieser Geschichte wieder raus kommen wollen, um uns auf ein Leben mit dem Virus einzustimmen. No-Covid oder Zero-Covid sind ebenso nur PR Floskeln, wie alle bisher versprochenen erlösenden Lichter.
Hoffen wir, dass es nicht alzu hässlich wird, wenn so mancher erkennen muss, dass der Dauerlockdown und das Coviditoten-Geschimpfe niemanden vor den medizinischen, wirtschaftlichen, politischen und bildungspolitischen Kollateralschäden der bisherigen Strategie geschützt hat.

Written by medicus58

23. Februar 2021 at 17:41

Ja warum wirkt der Lockdown nicht, ihr schlimmen Bürger?

with 2 comments


Am 21.Jänner 2021 publizierte Eurostat eine Reihe hochinteressanter Daten über die ersten drei Quartale des letzten Jahres.

Die interessanteste Grafik in dieser Statistik ist wohl die über die Entwicklung des Bruttonationalprodukts der EU.

Wie wir sehen, führte der erste Lockdown in der EU zu einem kurzfristigen massiven Einbruch des GDP mit einer überproportionalen Erholung im gesamten dritten Quartal. Wenn ich meine persönliche Wahrnehmung als Ersatz für das (noch) fehlende 4.Quartal einsetze, nämlich den seither unvermindert gebliebenen Berufsverkehr, dann liegt für mich nahe, dass viele Gründe, die augenblicklich für die geringe Wirksamkeit des x-ten Lockdowns angeführt werden (Disziplinlosigkeit, falsche Masken, Parties,…) weitgehend irrelevant sind.

Die ungestörte Produktivität (trotz immer wieder lahmgelegter Dienstleistungsbetriebe) kann ja nur durch die weitgehend ungestört weiterlaufenden Baustellen, Fließbänder, Logistikcenter und Fabrikshallen erklärt werden, wo (auch wieder nach meiner natürliche nicht flächendeckenden Wahrnehmung) Masken und Babyelefanten im Aussterben liegen.

Natürlich ist es Wahnwitz den Wintertourismus und die Beherbergungsbetriebe augenzwinkernd weiter zuzulassen. Aber ich frage mich, weshalb jede andere Erklärung für die hohen Infektionszahlen (bei geschlossenen Schulen) viel mehr Beachtung geschenkt wird, als der Industrieproduktion und der Bauwirtschaft.

Natürlich können wir nicht alle Fabriken und Baustellen schließen, aber dort auf systematische Tests zu setzen schiene mir sinnvoller als die Nasenbohrer in den Schulen, irreale Abstandsregeln und weiterer Lickdown derer, die ohnehin schon im Homeoffice arbeiten.

Kann es sein, dass aber der politische Druck so groß ist, schließlich würde ein Stilkstand einzelner Fabriken und Bazstellen viel mehr kosten als eine geschlossene Schule, dass wir lueber mit anderen Verirdnungen abgelenkt werden ?

Written by medicus58

25. Januar 2021 at 22:59

Haben wir das Ziel aus den Augen verloren, verdoppeln wir die Anstrengungen

leave a comment »


Ist ja logisch, trotz hartem Lockdown bleiben die Neuinfektionszahlen hoch, die Statistik Austria verkündet eine Übersterblichkeit gegenüber dem Mittel der letzten 5 Jahre, die britischen Schilehrer-Schüler brachten B 1.1.7. ins schein-heilige Land Tirol, dss Ende der Welt wie wir sie kannten steht bevor, da muss es Verschärfungen geben.

Ein Patient leidet an einer Hypothyreose (zu wenig Schilddrüsen – Hormon) und bekommt eine entsprechende medikamentöse Ersatztherapie. Über mehrere Visiten wird die Tablettendosis immer wieder gesteigert, trotzdem bleiben die Blutwerte zu niedrig. Man verdoppelt die Dosis, obwohl bereits die letzte Dosis das Mehrfache des täglichen Bedarfs abgedeckt hätte. Fällt nur im Trubel der Schilddrüsen-Ambulanz niemand auf. Eigentlich gäbe es nur zwei Erklärungen: Der Patient schluckt die vorgeschriebenen Pulverl einfach nicht richtig (>90 Prozent aller Fälle) oder er resorbiert sie nicht richtig. Im letzten Fall wäre nicht die Dosissteigerung sondern die Abklärung der Resorptionsstörung sinnvoll. Das Beispiel können Sie auch gern für andere Therapiesituationen durchspielen. In der Arbeit mit Asthmatikern habe ich mir immer die Anwendung der Dosieraerosole (Pumperln) vorführen lassen, wenn sie wirkungslos blieben. Ein Patient hat sie dabei de facto als Raumspray benutzt und sich gewundert warum die Lunge noch immer pfeift.

Zurück zur politischen Pandemiebekämpfung:

Funktioniert die Ausgangssperre nicht, verordnen wir Eingangstests.

Kommen wir nach monatelangem Streit drauf, dass dem Virus auch Kinderkehlen schmeckt, verbarrikadieren wir den langjährigen Pisa-Versagern den Präsenzunterricht auf ewig aber führen die Schulen als Hort weiter, damit die letzten noch nicht arbeitslos gewordenen Eltern erwerbstätig bleiben können.

Glaubt man aktuellen Schätzungen sind im Handel 100.000 Menschen gefährdet sich zu den anderen fast 500.000 Arbeitslosen zu gesellen, u. a. weil der Einzelhandel (ich rede nicht von der SCS) seit Wochen geschlossen ist.

Still ist es seit dem Sommer geworden, um die gesundheitlichen Kollateralschäden geworden, die Herz-Kreislauf-, Diabetes- und Krebskranke erleiden, weil keine extramurale zusätzliche Betreuung von nicht intensivpflichtigen Covid-19 Patienten aufgebaut wurde und deshalb jeder weitere Anstieg die seit Jahren am Limit fahrenden Spitäler rettungslos verstopft.

Eine Erreger mit dem noch kein Mensch zuvor konfrontiert wurde erhöht den Bedarf an medizinischer Versorgung, aber daran kann keiner verdienen bzw. mitschneiden.

An immer mehr Masken, Tests, und EDV verdienen einige hervorragend. Deshalb wird in der politischen Pandemiebekämpfung hier der Aufwand exponentiell gesteigert, kollateral-koste es was es wolle.

Immer mehr fordert der Herr Foitik, FFP 2,3,4,5,6 Masken, Nasen-, Rachen- und Analabstriche für 250% Abdeckung für zuhause. Natürlich über das RK beschafft. Und dann fehlen die Nadeln für die Impfungen, nicht nur in Salzburg sondern auch in Wien.

Vielleicht müssten wir die Anstrengungen gar nicht verdoppeln, wenn wir die einfachen Regeln flächendeckend durchsetzen könnten. Vielleicht könnten wir uns Schulkontakte leisten, wenn wir sie in vollgestopften Gondeln und illegal geöffneten Beherbergungsbetrieben einsparen würden.

Vielleicht könnten wir Impfnadeln besorgen, wenn man nicht Millionen für das Kaufhaus Österreich verpulvern würden.

Vielleicht könnten wir uns auch auf das Ziel einigen, das medizinische, soziale, intellektuelle und ökonomische Überleben von Covid-19 und Nicht Covid-19 Kranken UND Gesunden zu optimieren.

Written by medicus58

14. Januar 2021 at 19:13

SarsCov2 macht blind, kann aber auch zu mehr Weitsicht führen

leave a comment »


Seit einem dreiviertel Jahr dominiert ein Virus und die erratischen Versuche der Politik es „zu besiegen“ unsere Medien.

Versuche dieses Problem im Verhältnis zu anderen zu sehen, werden inzwischen schärfer geahndet, als vergleichende Religionskritik.

Wer darauf hinweist, dass für viele Gruppen die Erkrankung wirklich einer schweren Grippe vergleichbar ist, der wird durch steigende Todeszahlen mundtot gemacht. Dazu ein paar Gedanken.

Jeden Tag bringen uns die Hauptnachrichten erschaudernd die Zahl der mit und an Covid-19 Verstorbenen ins Wohnzimmer. Aktuell lt. Dashboard sind das in Österreich 5127 von insgesamt über 83.000 Todesfällen in diesem Jahr.

Dass Peru eines der von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder der Welt ist, haben Sie sicher aus unseren Nachrichten gehört. Haben Sie aber in der ZIB oder in Ihrer Zeitung erfahren, dass unabhängig von der Pandemie, in Peru seit Jahresbeginn über 5000 Mädchen und Frauen vermisst werden? (Link)

Seit Beginn der Pandemie werden wir fast täglich darüber informiert, dass in den USA das Pandemiegeschehen außer Kontrolle wäre. Hat uns aber jemals ein betroffener Moderator mitgeteilt, dass in San Francisco 2020 mehr Menschen an einer Heroin Überdosis starben als an Covid-19?

 A record 621 people died of drug overdoses in San Francisco so far this year, a staggering number that far outpaces the 173 deaths from COVID-19 the city has seen thus far. (Link).

Ob die Pandemie schicksalhaft über uns kam, oder durch menschliches Versagen ist bis heute unklar. Bei den beiden genannten und zahllosen weiteren Beispielen handelt es sich aber eindeutig um menschliches Versagen und deshalb um prinzipiell vermeidbare Todesfälle über die es keinen politischen Diskurs mehr gibt.

Wir sollten uns nicht länger blenden lassen, dass es lösbare politische, wirtschaftliche aber auch medizinische Probleme gibt, die mindestens ebenso groß, oft sogar größer sind, als die Pandemie, die unser Denken (medial) beherrscht.

Wenn wir darüber während der Weihnachtsfeiertage und im kommenden Lockdown mal ernsthaft nachdenken und politische Lösungsansätze verlangen, dann hätte uns das Virus zwar blind, aber letztendlich sehr weitsichtig gemacht.

Dann hätten die Kollateralschäden der Pandemie Bekämpfung vielleicht mehr Sinn als nur den Wintertourismus während der Semesterferien zu ermöglichen, denn das wird wohl ebenso schief gehen, wie das vorweihnachtliche Verordnungswirrwarr.

Written by medicus58

20. Dezember 2020 at 10:31

Erbsünde Lockdown oder das Werk Gottes und Kurz’ens Beitrag

leave a comment »


So schön war es geworden, das Paradies, nur Adam und Eva mussten von den Äpfeln naschen und Gott erzürnen. Aus war es mit der Güte und die beiden Nackerpatzln waren draußen:

Der Lockout als Strafe Gottes.

Wer kein Paradies geschaffen hat, der kann auch niemanden aussperren, ihm bleibt nur das Einsperren, der Lockdown.

Wenn die Massen den Tiroler Adler die würdevoll Schisaison zu Weihnachten verschissen hat, weil er den Tests die Massen verweigert hat, den straft der Kurzzeit Gott mit Lockdown.

Vor Ablaufzeit der millionenhaft und überteuert gekauften AG-Tests, haben die Massentests 2021 ein Erfolg zu werden. Dafür kann man den Handel schon mal zu sperren, der an den postweihnachtlichen Umtauschorgien ohnehin nix mehr verdient.

So nebenher gibt uns der Werktätige auf Gottes Erdboden, unser gesalbten Kanzler, auch gleichmal einen Vorgeschmack was uns blüht, wenn wir die teuer eingekauft Impfungen auch so schmählich verweigern, wie die nasalen Schwangerschaftstest.

Das Opus Dei im Vorzimmer der Macht weiß, was schmerzhafte Buße für ein Wohlgefühl auszulösen vermag und so nebenher winkt eine Schisaison in den Semesterferien, wenn die Zahlen Lockdown bedingt weiter fallen. Ja, und wenn nicht, dann eben der nächste Lockdown für die Auferstehung zu Ostern.

Klar, man könnte mal eine extramurale Versorgung ernsthaft aber nicht lebensbedrohlich Erkrankte aufstellen, man könnte ein intelligentes Schulkonzept implementieren, um nicht ein weiteres Jahr im Bildungslockdown verbringen. Man könnte, wenn man wollte, doch das würde alles das Grand Design stören.

Testen macht frei

leave a comment »


Langsam kommt der alttestamentarische Hintergrund des Bundesmsturanten und einstigen Gailomobil-Chauffeurs zu Tage.

Auf den Sündenfall (gefloppte Massentests) folgt die Strafe (Freitestung oder Hausarrest).

Wenn die Weihnachtliche Schisaison wegen zu hoher Infektionszahlen ausfällt, dann erzwingen wir die Energieferien, auch wenn wir bis dahin das ganze Land in Zwangsferien schicken.

Das gibt wohl einen Vorgeschmack darauf, wie uns die Impfungen schmackhaft gemacht werden.

Gesundheit ist Pflicht und Impfen macht frei.

Written by medicus58

18. Dezember 2020 at 16:18

Zuviele Impfdosen sind zuwenig

leave a comment »


Ehe noch die Europäische Aufsichtsbehörde ohne Druck aber am besten schon gestern eine Notzulassung ausspricht, bringen sich so verlässlich wie unversöhnlich die Impfidioten und Covidioten in den Asozialen Netzen und Foren gegenüber, um der Regierung die Schuld zu geben, dass nicht schon 16 Milliarden Impfdosen am Christbaum baumeln, oder dass für Milliarden Produkte erstanden wurden, über deren Langzeitwirkung wenige Monate nach ihrer Entwicklung zu wenig bekannt ist.

Gefolgt von denen, die beklagen, dass der Dritten Welt nur konventionelle Impfstoffe zur Verfügung stehen, während die Erste Welt endlich auch mal als Versuchskaninchen agieren darf. Vor Covid wurde aus Kostengründen die meisten Zulassungsstudien in die Zweiten und Dritte Welt ausgelagert.

Dabei ist es doch so einfach. Sollte anfangs die Nachfrage die Kontingente übersteigen, erfahren wir risikolos, ob bislang Restrisken unbekannt blieben und werden weniger Probleme mit Impfskeptikern haben. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, dann bleiben die Kisten etwas länger im Kühlschrank.

So the fuck what. Für Monate bleibt die Maske auf der Nase und für die nächsten Lockdowns haben wir dann schon Verordnungen, die vielleicht mal vor dem Höchstgericht halten.

Written by medicus58

17. Dezember 2020 at 07:55

Geschichte und Lockdowns wiederholen sich mit unterschiedlichen Vorzeichen

with 2 comments


Link HP Neuwirth

Ob Marx nun Die Geschichte wiederholt sich immer zweimal – das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce gesagt hat oder

Hegel bemerkt irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen.
Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.

Ist für uns jetzt einerlei, Fakt ist jedoch, dass es sich bei der ersten und der zweiten Welle der Pandemie andersrum verhalten hat.

Wir fingen im Frühjahr mit der Farce an und erleben nun eine Tragödie:

Als es um den 30.März knapp 10.000 aktiv Infizierte (Gesamtzahl der positiv Getesteten minus Gesundeten minus Verstorbene) gab,

Ging der gesamte aktuelle Dienst des ORF in Wechselquarantäne,

waren die Straßen leer,

Schlugen sich viele ohne rechtliche Absicherung mit Homeoffice und Homeschooling herum

Applaudierten alle

Starben Menschen in Altersheimen

Würden ganze Krankenhausstation trotz negativen PCRs in Quarantäne geschickt.

Jetzt am 30. November, kurz nach dem Höhepunkt mit fast 80.000 aktiv Infizierten

Kehrte lächelnd wie immer Nadja Bernhard nach durchgemachte Covid-19 Erkrankung in das ZIB Studio zurück

Staut es auf österreichischen Straßen fast wie immer

Schlagen sich viele ohne rechtliche Absicherung mit Homeoffice und Homeschooling herum

Applaudierten der Bundespräsident

Sterben Menschen in Altersheimen

Dürfen symptomlose Ärzte und Pflege trotz positivem aber niedrig-titrigen PCR weiterarbeiten.

Written by medicus58

30. November 2020 at 18:10

%d Bloggern gefällt das: