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Covid-19: Wer hat Angst vorm kleinen Mann

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Vorab, ich habe keine persönliche Meinung dazu, ob wir die Welt dadurch retten, dass wir die Schulen sperren und sich die Lehrer von ihren Schülern distanzieren oder nicht. In Ermangelung von schulpflichtigen Kindern in meinem Haushalt tangieren mich allfällige Entscheidungen nicht wirklich.
Der stete Wechsel der Schuldigen für die zweite Infektionswelle (Urlaubsrückkehrer, Donaukanalfeten, Garagenparties, …) lässt zwar prinzipiell an einer kongruenten Theorie zweifeln, jedoch ist mir das auch ziemlich schnuppe, da ich (leider heuer) Österreich-Urlaub machte, die Lokalmeile am Donaukanal nie so prickelnd empfunden habe und zwar zwei Garagenplätze für einen einzigen 12 Jahre alten Kübel mieten muss, weil ich ihn vor lauter Parkraumbewirtschaft nirgends stehen lassen kann, während ich öffentlich verkehre und beide Stellplätze in öffentlichen Massengaragen liegen, in denen eine Party doch ziemlich unpassend wäre.

Trotzdem erlaubte ich mir kurz in die PubMed zu schauen und suchte nach Metaanalysen in Bezug auf Covid-19/Coronavirus, Schulen, Übertragung und Kinder:

Das erste, so treffsicher waren die Terms offenbar nicht, fiel mir eine Cochrane Analyse aus dem April in die Hände, die bereits im Frühjahr die im Sommer von unserer und anderen Regierungen gesetzten Reisewarnungen und Quarantänen als ziemlich sinnlos darstellte, aber jetzt zum eigentlichen Thema.

Im August stellte eine andere Metaanalyse von Übertragungen im Haushalt fest, dass Kontakte im eigenen Haushalt 10x häufiger für Infektionen verantwortlich sind, als andere Kontakte und dass die Übertragung zwischen Erwachsenen 3x häufiger statt finden als zwischen Kindern.

Nicht uninteressant auch die Frage, ob man Kinder maskieren soll:
To mask or not to mask children to overcome COVID-19
Die Antwort ist ein vielleicht überraschend klares JA.

School closure and management practices during coronavirus outbreaks including COVID-19: a rapid systematic review
Hier fand man in den Untersuchungen keinen zwingenden Beweis, dass Schulschließungen einen großen Effekt haben. In Modellrechnungen waren Schulschließungen weniger (2-4% Tote verhindert) effektiv als andere Maßnahmen.

Children are unlikely to be the main drivers of the COVID-19 pandemic – A systematic review

In COVID-19 and the re-opening of schools: a policy maker’s dilemma wird auch darauf hingewiesen, dass Schulschließungen sozio-ökonomische Chancenunterschiede zwischen Schülern verstärken.

Einig sind sich alle, dass selbstverständlich auch Kinder das Coronvirus mit sich tragen können, auch (meist weniger schwer) in Covid-19 erkranken können und es natürlich auch weitergeben können. Schon aus diesem Grunde sind sie in jeder Hygienemaßnahme zu berücksichtigen.

Ob man sie aber nur aus den Schulen draußen haben möchte (und damit viel mehr unkontrollierte Kontakte zu anderen Personen riskiert), oder sie in den Schulen belassen will, scheint, wie so vieles in dieser Pandemie eher durch den eigenen Standpunkt, die eigenen Ängste und das eigene Kopfkino bestimmt.

Written by medicus58

11. November 2020 at 07:34

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Schmutziger Stein statt schönem Schein: Die Mahü nimmt Gestalt an

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Mahü0614

 

Es ist soweit, das erste Stückerl der Neuen Mahü nimmt Gestalt anund man erkennt schon langsam, worauf man sich zu freuen hat.

Die Kreuzung Schottenfeldgasse/Webgasse wurde eröffnet (http://www.dialog-mariahilferstrasse.at/baustellen-informationen/) und alle, die sich gefreut haben, nun weniger „im Kreis geschickt zu werden“ wenn sie vom 7. in den 6. wollen, lernen plötzlich auf ihrer Fahrt dieSeidengasse im 7. und den idyllischen Loquaiplatz im 8. kennen, die bislang vom Durchzugsverkehr verschont wurden.
Pikanterweise wird der Verkehr an beiden Stellen an öffentlichen Schulen vorbeigegeführt, die bislang davon verschon geblieben sind, aber hier wird verkehrsberuhigt, auf wes Kosten auch immer.

Zitat: Mariahilfer Straße Neu > Projekt > die Vision
Aber auch das gesamte Gebiet, inklusive Seiten- und Querstraßen erfährt eine Verkehrsberuhigung und Entschleunigung.

Aber eigentlich wollte ich Ihnen einen Blick auf die fertiggestellte Kreuzung Schottenfeldgasse/Webgasse erlauben, wo schon am Tag nach der Eröffnung der Gummiabrieb schöne schwarze Streifen auf dem frischen Steinpflaster hinterließ. Im hellen Sonnenlicht blendet die Fläche trotzdem so stark, dass man seine Augen zukneifen muss,
aber vielleicht ist das auch Teil der Vision:

Um die Neue Mahü genießen und an den Visionen der Grünen Verkehrspolitik teilhaben zu können, muss man wohl die Augen verschliessen, dann wird alles wieder gut.

Written by medicus58

11. Juni 2014 at 07:17

Der Teufelskreis der Auslagerung – oder wie macht man Cash?

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AKH Skandal ?

Ich habe die Übersicht verloren, wieviele „Antikorruptionserlässe“ sich in den letzten Jahren mit den korrupten Ärzten beschäftigt haben.

Eine Fortbildungsveranstaltung, die von einer Firma unterstützt wurde war selbstverständlich anrüchig, auch wenn die Firma keinen Einfluss auf den Inhalt der Vorträge hatte aber den Kaffee in der Pause sponserte.

Endlose „Unbedenklichkeitserklärungen“, wenn ein Turnusarzt eine Tageskarte zu einem internationalen Kongress von einem Pharmabetreuer entgegen genommen hat.

UND JETZT DAS ?!?

Verwaltungsbeamte, Putzfirmen und Millionenaufträge …

Kann es wirklich sein, dass die große Korruption im Bereich der Ausschreibungen, Auslagerungen, Privatisierungen stattfindet und dabei nicht einmal die Ärzte schuld sind?

http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=1262

Erinnern wir uns noch an den „ersten“ AKH Skandal? Schuld war nur der Herr Winter (auch kein Arzt), der so lange im „Häfn“ war, bis niemand mehr an die Sache dachte, sonst niemand. Und die VOEST-Tochter VAMED hat das AKH gerettet und ist seither an vielen Stellen in Form der KMB an der Betriebsführung des AKH beteiligt.

Was kann man denn schon verdienen, wenn man für ein wenig Gegenleistung dem „Buam der Hausmasterin“ an „Posten“ verschafft, z.B. im AKH beim Putztrupp. Und wenn der Bua net kündigt, dann geht der Deal erst wieder nach seiner Pensionerung.

Wenn man aber so alle paar Jahr gleichzeitig ein paar hundert Posten verschaffen kann, d.h. eine Ausschreibung vergibt für das ganze AKH (oder das Rathaus, oder den KAV oder die öffentlichen Schulen, …) da geht was weiter, da geht’s um viele Millionen auf einmal und immer wieder. So viel Dankbarkeit kann man von der Hausmeisterin net erwarten.

Und nun zur Moral:

Hatten die mit ihrem Motto weniger Staat, mehr privat oder mit Einsparen durch Auslagern, eigentlich den Weitblick endlich das Kleinvieh hinter sich zu lassen und sich nur mehr größere Brötchen zu befassen?

Ich sollte diesen Gedanken einmal mit der Privatisierung der Altersvorsorge und der Krankenversicherung weiterspinnen
… da könnt ma ja auf was draufkommen

Gesundschrumpfen

Trotz massiver Inseratenkampagne (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35009) schrumpft sich der KAV ganz unbemerkt (finanziell) gesund.

Gemeinsam mit dem grünen Koalitionspartner, der bereits am Tag vorher prophylaktisch den Schulterschluss zeigte ( http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110317_OTS0237/gruene-wienpilz-spitalsreform-ist-meilenstein-fuer-moderne-gesundheitsversorgung-in-wien , http://wien.gruene.at/2011/03/17/spitalsreform ) posaunte auch Stadträtin Wehsely ihre Sparpläne für den KAV heraus. http://wien.orf.at/stories/504757/

7 statt 12 Spitalstandorte

Man beachte den vorauseilenden Gehorsam der Grünen, wie dies schon hier einmal ausgeführt wurde: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34517

Aber weshalb regen wir uns auf, sowohl die Opposition als auch die Ärztekammer jubelten und natürlich ist eine Konzentration der Stadorte prinzipiell gescheit, ABER natürlich wird das durch die schon begonnene Reduktion der personellen Nachbesetzung und die Schwerpunktsetzung (d.h. Angebotsreduktion) zu mehr Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter und schlechterer Versorgung für die Bevölkerung führen.

Die Ärztekammer ist ja ohnehin nur dafür, weil sie glaubt für die Kassenärzte bessere Bedingungen herausschlagen zu können, aber diese haben am Wochenende zu, ebenso wie immer mehr Spitalsambulanzen und -abteilungen (siehe nochmals die KAV Werbung).

FINANZIELL IST ES GESUND, WENN DER KRANKENANSTALTENVERBUND GESUND SCHRUMPFT, ICH BEZWEIFLE ABER, DASS ES DER GESUNDHEIT DER PATIENTEN EBENFALLS ZUTRÄGLICH IST.

Written by medicus58

21. Februar 2012 at 15:46

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