Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Supermarkt statt Superkrankenhaus

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Es ist ja nicht so, dass ich mich maßlos vor dem frühen Korona-Tod ängstigte, obwohl ich schon ziemlich an die oberen Risikogruppen schramme, aber natürlich habe ich mich auch an die Vorgabe meiner Dienstgeberin gehalten und trage seit über einer Woche bei jedem Patientenkontakt nun eine Mund-Nasen-Maske.

Warum das zwar im Wiener Krankenanstaltenverbund (oder wie der gerade heißt) so vorgeschrieben wurde, im Niederösterreichischen Schwesterbetrieb (noch) nicht, wollen wir jetzt mal nicht hinterfragen, die ganz großen Tröpfchen wird es schon aufhalten, in beiden Richtungen, also gut.

Seit heute wissen wir, dass der kreisenden Krisenstab um unseren Bundesmaturanten, solche Masken ab Mittwoch verbindlich in allen Supermärkten vorschreiben wird, auch gut, wenn Billa und Co. die rechtzeitig auftreiben und die Menschen lernen damit umzugehen.

Was ich aber dann nicht mehr so ganz verstehe ist, weshalb, wenn wir im Supermarkt schon aufrüsten, wir nicht auch im Patientenverkehr (in Praxen und Spitälern) auf ein etwas höheres Sicherheitsniveau gehen. Noch würde ich annehmen, dass die Vortestwahrscheinlichkeit im Gesundheitssystem auf Kranke zu treffen etwas höher sein sollte, als im Supermarkt.

Written by medicus58

30. März 2020 at 16:38

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Wer über 80 ist wird nicht mehr beatmet

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Der Standard kombiniert seinen Bericht über die Triage in Elsässischen Intensivstationen zielsicher mit der richtigen Werbebotschaft.

Written by medicus58

29. März 2020 at 09:13

COVID -19: Was hilft werden wir zu spät wissen, was schadet sehen wir gleich

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Am 13.3. habe ich hier schon die Cassandra gegeben:
Covid 19: Möge die Kur nicht schlimmer als die Krankheit werden

Mediale Hiobsbotschaften aus norditalienischen Intensivstationen in Norditalien (In Bergamo wird der Platz auf den Friedhöfen knapp) und Leichenfunden in Spanien (Spanische Soldaten entdecken Leichen in Altersheim) mögen vielleicht dem Informationsbedürfnis der Gesellschaft entsprechen, offenbar will man sie auch zur Disziplinierung („Und die Strafen sind heftig, das kann ich Ihnen garantieren“) nutzen, und das kann ins Auge gehen.

Solange sich die Menschen nur mit sinnlosen, überteuerten Masken, Klopapier und Instant-Suppen versorgen, um sich sicher zu fühlen, kostet das nichts, außer Geld und Nerven. Erinnern wir uns wie vor ziemlich genau 9 Jahren nach dem AKW Unfall in Fukushima bei uns (!) alle Kaliumjodidkapseln aufverkauft und vermutlich (Daten sind dazu kaum vorhanden) zum Teil auch sinnlos eingenommen wurden.

Ob die derzeit diskutierten Medikamente (inkl. Chloroquin) gegen SARS-Cov2 helfen, ist noch völlig unklar und die WHO startet gerade eine weltweite Beobachtungsstudie und das ist gut so.

Welchen Kollateralschäden die mediale Dauerinformation über die Covid 19 Pandemie in einer verunsicherten Bevölkerung bewirken können, berichteten aktuell die US Medien:

Ein Ehepaar in der Nähe von Phoenix (Arizona) schluckte Aquarien-Chemikalien, weil diese einen Chloroquin-Zusatz (Chloroquinphosphat, nicht das Medikament) hatten und Präsident Trump Chloroquin es als mögliche Therapie gegen das „chinesische Virus“ gelobt hat. Der Mann starb sofort, seine Gattin ist noch am Leben und beschuldigt nun Trump weil dieser Chloroquin als sichere Therapie beschrieben hat.
„We saw Trump on TV—every channel—and all of his buddies said that this was safe,“ the woman told NBC. „Trump kept saying it was basically pretty much a cure.“
Aktuell ist nicht bekannt, dass die beiden überhaupt krank waren.

Ehe Sie sich nun über die dummen Trumpwähler mokieren, gehen Sie auf die CNN Hompage. Dort wird aus Nigeria berichtet, dass drei Personen wegen einer Überdosis Chloroquin hospitalisiert wurden, obwohl der Preis des Medikamentes inzwischen auf 400% des ursprünglichen Preises gestiegen ist.

Die Opposition schäumt gerade gegen das bärbeißige Falter Interview des Wiener Gesundheitsstadtrates Hacker („Du kannst Wien nicht wie im Film abdrehen“):
NEOS Wien: Hacker verunsichert Wienerinnen und Wiener,
FPÖ Nepp: Hackers skandalöse Beleidigung von Ärzten darf nicht ohne Konsequenzen bleiben
Ich bin sicher kein großer Hacker Fan stelle mir aber die ernsthafte Frage, ob seine Kommunikationsweise nicht zumindest die Kollateralschäden in der Bevölkerung besser minimiert, als die atemlosen Information anderer.

Auch wenn seine Replik, Wien hätte einen Jahresbedarf von Mundmasken, viele von uns verärgerte, weil ein früherer Jahresbedarf, wo nicht jeder Mitarbeiter im Patientenkontakt arbeitstäglich so einen Fetzen benötigte, die heutige Situation nicht entspannt; von den Journalisten wurde das ohnehin nicht mehr hinterfragt und sie hasteten zum nächsten Thema … Möglicherweise rettet das ebenso Leben, wie wenn Sie heute daheim im Home Office verweilen.

Written by medicus58

25. März 2020 at 16:16

WISSEN im Zeitalter des Coronavirus

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Aktuell trendet in Österreich nicht mehr COVID 19 sonder Weiß. Ehe Sie nun hinterfragen, ob denn das die Trendfarbe diese Mode-Frühlings wäre und Ihre Garderobe bleichen sei Ihnen versichert, es geht hier nicht um Farben sondern Wissen.

Auch gut, mögen Sie meinen, endlich dominiert nicht mehr die Haltung, dass wir nichts Genaues wissen über das Virus sonder wir wissen endlich was darüber.

Schließlich hat die Regierung auch ein paar Millionen ausgelobt, damit wir in Österreich mal auf die Schnelle ein Wundermitteln gegen das Coronavirus entwickeln. Auch wenn das schon seit Jahrzehnten gegen das Schnupfenvirus nicht funktionierte, werden das die paar Millionen aus dem Kurz’schen Füllhorn doch hinkriegen.

Um Ihnen auch diese Hoffnung zu nehmen, darf ich Ihnen den aktuellen Top-Tweet vorstellen:

Wissen mag früher Macht bedeutet haben, im Zeitalter der Sozialen Medien heißt Wissen nur mehr einen halbgaren Witz gewusst zu haben.

Written by medicus58

23. März 2020 at 19:36

Fail? : Schützen wir wirklich die Alten, schützen wir die Spitäler?

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21.3.2020

Wie man auf der Verteilung am 21.3. betrachtet, stellten die über 65-Jährigen die dritthäufigste Gruppe an Erkrankten dar.

22.3.2020

Am 22.stellen sie die zweithäufigste Gruppe dar.

23.3. 17:50

Heute nachmittags würde dad noch deutlicher, die über 65-Jährigen sind weiterhin die zweithäufigste Gruppe.

Jetzt ist diese, wie alle anderen Häufigkeiten sicher einem nicht unbeträchtlichen Selection Bias (Ältere werden vielleicht vorsichtshalber bevorzugt getestet) aber erfreulich ist die Entwicklung nicht gerade.

Und wenn man den Engpass an Schutzkleidung in den Spitälern kennt, fragt man sich, ob die Spitäler bis jetzt „gerettet“ wurden….

Written by medicus58

22. März 2020 at 23:50

Überleben Sie Covid-19: Was Ihnen die Virologen vergessen zu sagen

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Erwarten Sie nicht eine der unzähligen Anleitungen zum richtigen Händewaschen oder zur Herstellung von Gesichtsmasken. Ich werde auch nicht von irgendwelchen Wundermitteln schwafeln, die diese oder jene Klinik im Panzerschrank hat.

Auch die hier auf diesem Blog schon am 15.3. angesprochenen Probleme des Social Distancing können Sie inzwischen in allen Medien nachlesen. Worum es mir heute geht sind scheinbar kleine Dinge, die zwar nicht Ihr physisches aber sehr wohl Ihr praktisches Überleben in Zeiten von Home Office und Hausarrest gefährden können.

Röhrensehen, also der ausschließe Fokus auf ein vermeintliches Hauptproblem, koste es was es wolle, ist ja gerade im Gesundheitssystem grad in Mode, d. h. soll es hier um die nicht minder wichtigen Nebenaspekte gehen, um die nächsten Wochen, sagen wir mal bis Pfingsten, zu überstehen:

Brillen und Seh- und Hörbehelfe

Achten Sie auf Ihren Sehbehelf, wie auf Ihren Augäpfel. Legen Sie ihn so ab, dass er nicht runterfallen und zerbrechen kann, dass sich niemand draufsetzen kann und keine Katze an ihm die Schwerkraft austesten kann, am besten in einem festen Etui. Zwar haben Hartlauer, Fielmann, Pearl et al. einen Online Service, aber selbst wenn Sie die Spezifikationen Ihrer letzten Brille noch wo finden, mag bezweifelt werden, dass Ersatz rasch verfügbar sein wird.

Handy et al.

Achten Sie darauf, dass Ihre Smartgurke intakt bleibt. Immer mehr Menschen haben auf Ihren Festnetzanschluss verzichtet, so dass die sprachliche Kommunikation mit der Außenwelt ausschließlich von Mobiltelefonen abhängt. Sie erlauben überdies das Surfen im Internet und wenn Sie Ihr Transistorradio schon längst auf den Müllplatz geworfen haben, auch Radio (und TV). Klar, man kann einfache Handys schon an manchen Automaten erstehen und online sowieso. Blöd halt, wenn ihre aktuelle Sim-Karte die falschen Dimensionen hat.

Ausweise, Netzkarte, Bankomat- und Zugangskarten

Es ist immer blöd sowas zu verlieren, aber aktuell kann das zum Desaster werden. Der Ersatz verlorener Karten ging im Inland sehr rasch, es mag bezweifelt werden, dass das aktuell ebenso ist. Gerade für Zugangsberechtigungen (Garage, Arbeitsplatz) kann Sie ein Verlust rasch in eine nervtötende Schleife versetzen.

Unfälle

Schön wenn die Kisten funktionieren (viele Werkstätten haben auch einen Notbetrieb) aber vermeiden Sie durch besondere Vorsicht Unfälle. Klingt auf den ersten Blick dumm, aber auch im Haushalt sollten Sie sich so verhalten, dass Sie sich nichts tun, was eine Spitalsbehandlung erfordert. Auch so entlasten Sie das Gesundheitssystem und die Blaulichtorganisationen. Defensives und risikoarmes Verhalten ist angesagt.

Ich hab alles online

Vielleicht haben Sie wie ich auch alle wichtigen Passwörter, Zugangscodes, Kontonummern,… online gespeichert und längst hat sich nur mehr Ihr PC oder Handy das Zugriffspasswort gemerkt, praktisch. Unpraktisch aber, wenn Ihr aktuelles Gerät den Geist aufgibt und Sie auf ein anderes ausweichen müssen,auf dem Sie seit Monaten nicht mehr gearbeitet haben. Sicherheits-Paranoiker wie ich verweigerten Microsoft und Google das Synchronisieren aller meiner „Devices“. Wenn Sie sich hier wiederfinden, sollten Sie etwas Zeit investieren sich all die notwendigen Daten wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Wäre doch blöd, wenn Sie diesen Blog nicht mehr erreichen könnten…

Written by medicus58

22. März 2020 at 08:24

Das Coronavirus ist nicht unser einziger Gegner

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Ich hatte ja schon ganz zu Beginn der Covid-19 Epi-/Pandemie so meine Bedenken dass sich die Entscheidungsträger zu sehr von Rechenmodellen leiten lassen (Coronavirus: Künstliche Intelligenz vs. Menschenverstand) und mir wurde Angst und Bang bei manchen Selbstdarstellern, die ihre und unsere Angst durch ein Stakkato immer drastischer Maßnahmen besänftigten (Covid 19: Möge die Kur nicht schlimmer als die Krankheit werden).

Die verordnete gesellschaftlich Schockstarre, um uns nicht alle gleichzeitig erkranken zu lassen kann durchaus Sinn machen und soll hier ebenso nicht hinterfragt werden, wie der Hausarrest für alle, wenn auch bezweifelt werden kann, dass dieser zwei bis drei Monate lückenlos aufrecht erhalten werden kann, wenn der Herd kaputt geht oder das WC verstopft ist. Da wird es wohl noch Nachbesserungen geben müssen, wenn wir nicht virusfrei aber trotzdem vor die Hunde gehen wollen.

Wenn sich aber nun jede und jeder verpflichtet fühlt alle anderen zu bespitzeln (Achtung! Die digitalen Corona-Blockwarte sind unterwegs) und jeder Gartenzwerg zum Krisenmanager heranwächst:

In den letzten Tagen erklärten mir

Servicetechniker großer Hard- und Softwarekonzern, dass ihnen verboten wurde ein Krankenhaus zu betreten, eine

Behörde bis auf weiteres keine „Plaketten“ zur Personalkontrolle aus Spitäler mehr auswerten wollen, der

bedarfsgerechte Personaleinsatz an bürokratischen Hürden scheitert und

die Regierung scheinbar Milliarden an Förderungen verspricht, andererseits klammheimlich ihre Schadenersatzpflicht aus dem Epidemiegesetz ruhen stellte (Link) und

inzwischen Röntgeninstitute Untersuchungen und niedergelassene Physiotherapeuten Therapien kranker Menschen ablehnen,

während wir alle davon ausgehen, dass andere an der Supermarktkasse und in der Trafik hunderte unkontrollierte Personenkontakten haben.

Und als Spezifikum im öffentlichen Dienst erinnert die Personalvertretung, dass natürlich auch sie noch „das Virus genehmigen muss“.

In den nächsten Monaten werden die meisten von uns mit dem Virus in Kontakt kommen und 80% davon werden ihn auch ohne Spitzenmedizin so gut überleben wie Tom Hanks.

Ob all die anderen Kranken und die wenigen, für die das Virus lebensbedrohlich ist, das gut überstehen wird davon abhängen, ob wir unsere hirnlose Bürokratie und stures Beharren auf längst überholte Formalismen in den Griff kriegen.

Auch ob aktuell die Priorisierung stimmt mag hinterfragt werden (die Namensnennung erfolgt lt Klenk mit Genehmigung)

Written by medicus58

18. März 2020 at 18:42

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