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Was hat denn ein Virus mit der Politik zu tun?

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Ich stamme ja noch aus einer Zeit, in der das Credo galt, alles wäre irgendwie politisch. Seit ein paar Jahrzehnten macht man den Nachgeborenen vor, nichts wäre politisch, beides zeigt mehr über die Beweggründe der jeweiligen Prediger auf, als dass es zu im Alltag brauchbaren Alternativen führt.

Wenn wir uns aber die absurde Diskussion über die Nebenwirkungen des AstraZeneca Impfstoffes ansehen, dann wird schnell klar, dass die föderal-nationalistische Pandemiebekämpfung mit supranationalem Bestell- und Zulassungsverfahren, schon irgendwie was mit den politischen Zuständen in Europa zu tun hat:

Wenn am Ende alle glauben ihre Interessen durchgebracht haben, ist das Problem größer, statt kleiner geworden. Ein Rückblick:

Erste Fälle von eher seltenen Thromboseformen treten in engem Zusammenhang zur Impfung auf, eine junge Frau ist tot. Unser Nationales Impfgremium, bzw. einige seiner Vertreter negieren jeden kausalen Zusammenhang und (welche Vergewaltigung statistischer Methoden) vergleichen die Fälle mit der Gesamtinzidenz.

Richtig wäre zu diesem Zeitpunkt gewesen, einen Zusammenhang als nicht ausgeschlossen zu sehen und auf das höhere Risiko einer Erkrankung Ungeschützter zu verweisen.

Nationale Impfgremien in ganz Europa entscheiden ganz unterschiedlich, die Europäische Behörde sieht trotz neuer Fälle keinen kausalen Zusammenhang und das österreichische Impfgremium schließt sich, anders als die deutschen Weisen der EMA an.

Neue virale, erste politische (Auer) Leichen, neue nationale Entscheidungen in verschiedenen Ländern: war der Impfstoff für die Alten früher nicht zugelassen, soll er jetzt für die jüngeren Frauen Gift sein (harte Fakten dafür fehlten), nach langen Beratungen entscheidet sich das Nationale Impfgremium auf die Entscheidung der Europäischen Behörde.

Der Rest ist Geschichte: Europa sieht kausale Zusammenhänge und ändert den Beipacktext. Das nationale Impfgremium tagt lange, sorgfältig, wiegt ab und schließt sich der EMA an. Andere Länder entscheiden anders, erste kaufen Sputnik V.

Föderale Durchführung nationalistischer Alleingänge im Rahmen der Europäischen Union hat was von fucking for virginity.

Unter der Entscheidung, zwar freie Grenzen für Kapital und Dienstleistungen aber schon längst nicht mehr für Bürger, ihre Gesundheit und Wohlfahrt, bremst u. a. jede effektive Pandemiebekämpfung und sichert nichts als die Arbeitsplätze sinnloser Kleingremien.

Andererseits aber eh egal, weil AstraZeneca erneut Lieferschwierigkeiten hat.

Written by medicus58

8. April 2021 at 16:13

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Astrazeneca: Venen zu und durch, oder wie war das mit der Triage?

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Es ist immer verlockend komplexe Probleme über einfache Formeln zu kommunizieren, langfristig geht’s aber daneben.

Das „Schützen wir die Spitäler und unsere Ordinationen“, schien vor einem Jahr, zum Beginn der Covid-19 Pandemie, irgendwie logisch obwohl es die Messe Wien in ein gigantisches, jedoch nie benötigtes Lazarett transformierte. Aber wer wollte denn, dass sich das SarsCov2 in allen Ambulanzen, Bettenstationen und Arztpraxen unbehindert weitere Wirte suchen konnte. Nach Monaten, jetzt überraschender Weise weniger, lasen wir dann über nicht-infektiöse Kollateralschäden, der in der Ersten Welle medial geleerten Spitäler und Praxen.

Als die Bereitschaft der Bevölkerung nachließ sich an all die widersprüchlichen Verordnungen zu halten mit denen man jenseits der Arbeitswelt ein Distanzieren in der Freizeit erzwingen wollte, warnte man vor der Triage, also einem methodischem Verfahren zur Priorisierung medizinischer Maßnahmen, um am Ende das bestmögliche Ergebnis für die gesamte Truppe zu erzielen.

ZeroCovid und NoCovid war der Buzz, mit dem man das Virus in Schach halten wollte, bis es durch die Impfung (Pocken!) endgültig ausgerottet werden sollte, trotz Mutationen, Produktionsproblemen, Impfdränglern und nationalen Politrabauken.

Seit dem Jahreswechsel ging das mehr oder wenig Große Impfen los und es kam mit oder durch die Covid Impfung zu Todesfällen. Natürlich, wie auch in den Zulassungsstudien bei allen Vakzinen, nicht nur bei AstraZeneca.

Seither macht scheinbar jedes Land was seine Politiker, Impfgremien, Journalisten, Influencer und wer weiß wer noch will.

Zu glauben, dass es bald eine zwingende Evidenz für oder gegen einen Zusammenhang zwischen Medikament und Schaden gibt, wenn wir von Verhältnissen von 1:100.000 oder 1:500.000 reden, scheint mir optimistisch. Es dauerte Jahre bis der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Contergan, kindlichen Fehlgeburten und Totgeburten klar wurde.

Die Keine-Toten-koste-es-was-es-wolle – Versprecher finden sich plötzlich in einer anderen Art der Triage:

wieviel (potentieller) Impfschaden des Einzelnen wiegt wieviel (potentiellen) Nutzen für den Einzelnen und die Gemeinschaft auf

Das reflexartige, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen, in den ersten Reaktionen mancher war da ebenso hirnrissig, wie die diabolische Freude der Impfgeger.

Die aktuelle Reaktion der nationalen Impfkommission, die davor die europäische Zulassungsbehörde unbedingt ins Österreichische übersetzen musste (>65 impfen?) aber jetzt nach stundenlangen Beratungen zu einem: warten wir, was die EMA sagt, gelangt, läßt einen auch etwas kopfschüttelnd zurück. Gott sei Dank wird der Spiegel wohl nicht mehr nachfragen was der Ex- Impfkoordinator Auer dazu sagt, aber hoffentlich fragt er auch nicht dessen Nachfolgerin.

Aber ernsthaft, there is no free lunch. Egal, ob es diese oder eine andere (sehr, sehr seltene) Impfnebenwirkung sein wird, ganz ohne wird es nicht gehen.

Bei der Influenza-Impfung geht man davon aus, dass es 1:1 Million zu einem Guillain-Barré-Syndrom kommt, bei der Masern-Impfung kommt es 1:10.000-30.000 zu Blutungskomplikationen (wegen vorübergehendem Abfall der Blutplättchen). Trotzdem sind diese Impfungen sowohl für den Einzelnen als auch für den Schutz der Risikopersonen der Gruppe sehr sinnvoll.

Aber glauben Sie, dass der PR-getriebene Bundesmaturant, der unserer tückisch-grünen Regierung vorsteht, sich das jemals überlegt hat, dass der Preis mit dem man sehr viele Tote verhindern kann auch mal einige Tote inkludiert.

Egal was die Europäische Arzneimittelbehörde in den nächsten Stunden sagt, was die nationalen Experten in die jeweiligen Dialekte übersetzen und die Politiker daraus verordnen, wer den Menschen noch immer verspricht, dass niemand für die Pandemie in der einen oder anderen Art zahlen wird müssen, wird im zweiten Jahr der Pandemie eine Wut entfesseln, die wir im ersten Jahr noch nicht erlebt haben. Aber das wird, gerade jetzt wo es bei uns vielleicht ernster wird als im ganzen letzten Jahr, eine Krisenbewältigung nicht gerade erleichtern.

Written by medicus58

16. März 2021 at 17:46

Wer hat die Österreichische Impfstrategie eigentlich verbockt?

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Klar konnte vor Monaten niemand voraussehen, welcher der Dutzenden Impfstoffe (Regelmäßig aktualisierter Überblick über mögliche Impfungen gegen das Coronavirus) es bis zur Zulassung schaffen wird, aber Das Virus schaffte, was mehrere Wahlkämpfe nicht schafften, und die Wähler noch immer nicht wahrhaben wollen: Das Beste aus zwei Welten ist nicht gut genug.
Auch wenn Rudi Anschober schon wieder in der ZIB 2 überrascht tut, waren die Schwierigkeiten vorhersehbar: Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff, wer hätte das gedacht ?!?!

Aus dem EU Angebot hat sich die tückisch-grüne Regierung offenbar bewusst für den Wirkstoff der AstraZeneca entschieden, bei dem schon während der Zulassungsstudien Probleme offensichtlich wurden, so dass die Studien kurzfristig unterbrochen wurden.
Mit Stand Jänner 2021 hat die EU ihre Bestellungen eher gleichmäßig gestreut (AstraZeneca (400 Millionen Dosen), Sanofi-GSK (300), Johnson and Johnson (400), BioNTech-Pfizer (600), CureVac (405), Moderna (160) und begonnen mit Novavax über 200 Millionen zu verhandeln.
Die Shoppinglist unserer offensichtlich Kurz-sichtigeren Regierung setzte überproportional auf AstraZeneca:

AstraZeneca: 6 Mio. Dosen
SANOFI, Protein-Subunit 1,5 Mio. Dosen
Johnson&Johnson 2,5 Mio. Dosen
BioNTech/Pfizer 3,5 Mio. Dosen
CureVac 3 Mio. Dosen
Vergleiche: Das Covid-19 Impf-Dilemma hat schon Hippokrates vorhergesehen (Update 6.1.2021)

Ja, und wenn man dem Volk auf’s Maul schaut, dann scheint das auch immer mehr aufzufallen:
Privat bin I vielleicht a Trottel, aber beim Covid kenn I mi aus

Aber neben dem Gesundheitsminister, der noch immer unbeirrt von Impfdose statt -dosis spricht, dem Bundesbasti, der der europäischen Zulassungsbehörde sagen möchte, wie sie arbeitet, sind es auch die Spitzenbeamten des Gesundheitsministeriums, die im Ernstfall ohne Maske dastehen.

Nein, dabei meine ich nicht die frisch gekürte Chief Medical Officer (Im ORF wird nur in der ersten Wochenhälfte geköpft). Der oberste Koordinator des Chaos ist Clemens Auer, und der hat in unserem Gesundheitssystem schon so einiges verbockt (Link).

Written by medicus58

22. Januar 2021 at 22:18

Anything goes bei den SarsCov2 Impfstoffen, aber gehen Sie weiter, da gibt’s nichts zu sehen

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Dass es bei dem AstraZeneca Impfstoff in der Zulassungsstudie zu einem kleinen Hoppala gekommen war und eine in UK ansässige Produktionsfirma nur die halbe Stoffmenge in die Impfung gepackt hat, erwies sich als Glücksfall, denn dadurch war die Sensibilisierung gegen den Virusvektor geringer und die zweite Impfung mit der vollen Dosis plötzlich ebenso wirksam wie die Konkurenz.

Beim Biontech Pfizer Produkt läuft die Sache in der anderen Richtung schräg. Seit Mitte Dezember wunderte man sich, dass nach korrekter Verdünnung des Vakzins ein nicht unbeträchtlicher Rest im Fläschchen blieb und manche Apotheker jubelten, dass sie nicht 5 sondern bis zu 7 (?!?) Impfdosen ziehen konnten. Die FDA entschied sich pragmatisch für einen Resteverbrauch.

Die Pharmazeutische Zeitung schrieb das am 17.12.2020:

Biontech und Pfizer geben an, dass eine Ampulle des Impfstoffs BNT162b2 nach Verdünnung fünf Impfdosen à 0,3 Milliliter enthalten soll. Die 2-ml-Fläschchen sind laut britischer und US-Fachinformation mit 0,45 ml Konzentrat vorgefüllt. Dies muss innerhalb der Originalampulle mit 1,8 ml isotoner Kochsalzlösung verdünnt werden. Das ergibt 2,25 ml, was bei einer Einzeldosis von 0,3 ml rein rechnerisch mehr als sieben Dosen in der gewünschten Antigen-Konzentration ergibt.

Am 18.12. hieß es aber plötzlich in der Pharmazeutischen Zeitung:

BMG bestätigt
Biontech-Ampullen können sechs Impfdosen entnommen werden

Dem Wunder von Kanaan widerspricht jedoch Experte Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia und rät  davon ab zu improvisieren: „Wir hoffen tatsächlich eher darauf, dass wir jetzt in Kürze, der Impfstoff der Firma Moderna soll ja am 6. Januar zugelassen werden, mehr richtige Impfstoffdosen bekommen“, sagt er gegenüber RTL. „Also es sollte nicht versucht werden zu improvisieren, jetzt am Anfang.“

Also ist das deutsche Vorzeigeprodukt Biontech Pfizer keine richtige Impfdosis?

Gänzlich aus dem Ruder scheint die Sache in UK gelaufen, wo man (vermutlich wegen Lieferproblemen mit der Boosterimpfung) nicht nur das in der Zulassungsstudie getestete Intervall zwischen beiden Impfungen verlängert sondern ohne jede Evidenz auch verschiedene Impfstoffe kombinieren will.

Unser Exportimmunologe Florian Krammer am New Yorker Mt. Sinai sieht das zwar kritisch, andere offenbar weniger, weil sie, nicht zuletzt unter dem Eindruck einer infektiöseren Mutation des SarsCov2 lieber viele ein bisschen als weniger ganz immunisieren wollen.

Kann man alles machen, wenn die Apokalypse drohnt und eh schon alles geht. Nur sind wir angesichts der fatality rates nicht in einer Situation in der nach vielen rechtsstaatlichen nun auch wissenschaftliche Prinzipien über Bord geworfen werden müssen.

Einem immer stärker verängstigten Teil der Öffentlichkeit aber auch der Wissenschaft scheint wirklich schon alles egal zu sein, sonst wäre der Aufschrei gegen unklare Dosierungen, off label use und Vakzin-Cocktails größer. Von Millionen Arbeitslosen, mit Steuergeld verschleppten Konkursen und geschlossenen Bildungs- und Kultureinrichtungen ganz zu schweigen.

Written by medicus58

3. Januar 2021 at 22:27

Das Covid-19 Impf-Dilemma hat schon Hippokrates vorhergesehen (Update 6.1.2021)

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Desperate times require desperate measures,
ist zumindest im Englisch-sprachigen Raum ein geflügeltes Wort, das vermutlich auf den alten Hippokrates zurück geht, als ob der Alte schon geahnt hätte, was jetzt in der Pandemie so abgeht.

Seit Wochen, ja Monaten wird über Impfungen gesprochen, der Beginn von Massenimpfungen angekündigt, bzw. in einigen Ländern (Russland, China, UK,…) auch schon exekutiert, ehe andere Behörden (FDA in den USA, EMA für die EU) diese Impfungen zugelassen haben. Dort wo bereits außerhalb von Studien geimpft wird, beruft man sich auf eine Notfallzulassung, die eigentlich nicht für die Verabreichung neuer Medikamente an Gesunde gedacht war.

Sieh man sich die weiter unten verlinkten Daten zum medial seit längerem am lautesten gepriesenen Impfstoff an, der in den USA als amerikanische Leistung (Pfizer-BioNTech), in Deutschland als deutsche Leistung (BioNTech-Pfizer) gepriesen wird, dann sprechen wir von einem Median der Nachbeobachtung von 2 Monaten!

Dieser kleine Blog am Rande des weiten Netzes nimmt sich jetzt nicht so wichtig, dass er sich zu einer endgültigen Abwägung zwischen Nutzen und Risiko, sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft durchringen wird, aber er möchte den Zugang zu den vorliegenden Informationen erleichtern, was schwer genug ist, weil noch verdammt wenig Informationen jenseits von Pressekonferenzen und Ankündigungen bekannt wurde.

Wie unten verlinkt, beschäftigt sich die Europäische Zulassungsbehörder EMA erst seit Anfang Oktober in einem sogenannten Rolling Review mit dem Impfstoff von AstraZeneca, seit November mit den Produkten von drei anderen Herstellern. Einreichunterlagen haben erst am 1.12.2020 von Pfizer-BioNTech, Moderna und Janssen erhalten und veranstalten am 11.12.2020 ein Öffentliches Stakeholder Meeting. Auch hat die EMA im Gegensatz zur FDA, die aktuell die eingereichten Daten für den Pfizer-BioNTech offengelegt hat und für 15.12. Daten von Moderna offenlegen möchte, bis heute (9.11.)  noch keine der eingereichten Unterlagen zugänglich gemacht.

Gleichzeitig machen Politik und Medien Stimmung, als ob wir mitten im Winter vor einer g’mahten Wiesen stünden.
Um da wieder auf den Hippokrates zurück zu kommen, wirkt die politische und mediale Beschäftigung mit dem Thema jedenfalls schon sehr „desperate“ (= verzweifelt, zum Äußersten entschlossen, extrem lt. Collins Dictionary).

Als Beispiel möge hier die Österr. Impfstrategie  (Download 9.12.) genügen, um die entstehende Kognitive Dissonanz zwischen Medizinischer Evidenz und politischer Erwartungshaltung augenscheinlich zu machen:

Der Zeitpunkt des Starts der Covid-19-Impfung rückt näher. Die ersten Marktzulassungen könnten um den Jahreswechsel, möglicherweise noch in der zweiten Dezemberhälfte erfolgen

Auch wenn der Covid-Beauftragter Auer heute im Mittagsjournal eine Lanze für die transparente Information – nicht zuletzt der Ärzte – bricht, wird hier eine Erwartungshaltung aufgebaut, der möglicherweise nicht entsprochen werden kann: Neben den medial beworbenen Vaccinen (insbesondere von Pfizer-BioNTech und Moderna) wurden von der EU auch ganz andere Impfungen vorbestellt, ehe es abgeschlossene Studien in großen und repräsentativen Kollektiven gab:

AstraZeneca: 6 Mio. Dosen
SANOFI, Protein-Subunit 1,5 Mio. Dosen
Johnson&Johnson 2,5 Mio. Dosen
BioNTech/Pfizer 3,5 Mio. Dosen
CureVac 3 Mio. Dosen

Die meisten (6 Mill) wurden bei AstraZeneca vorbestellt, die den Impfstoff auf Basis eines Virusvectors gemeinsam mit der Uni Oxford entwickelt haben, aber offenbar große Probleme mit dem Herstellungsprozess erlebten (siehe Link). Nur in der Subgruppe, die fälschlich (!?!) eine zu niedrigen Dosierung in der ersten Impfung erhalten hat, konnte eine eine den mRNA Impfstoffen (Pfizer, Moderna) vergleichbare Erfolgsrate gefunden werden, in der geplanten Dosierung, war der Impfstoff deutlich schlechter.
Völlig still wurde es über die von vielen Fachleuten erhobene Forderung, dass das Impfkonzept mit zwei unterschiedlichen Dosierungen, eigentlich in einer nachfolgenden Studie verifiziert werden sollte. Auch handelte es sich um diesen Impfstoff, bei dem die Studie kurzfristig pausiert wurde, weil ein Fälle von Myelitis aufgetreten sind:
Ein Fall trat 14 Tage nach der 2. Impfung auf, wurde aber von neurologischen Experten als wahrscheinlich spontan aufgetreten klassifiziert. Ein weiterer Fall trat 10 Tage nach der ersten Impfung auf, wurde aber von neurologischen Experten als vorbestehende, aber unerkannte Multiple Sklerose klassifiziert. Ein dritter Fall trat in der Kontrollgruppe, 69 Tage nach einem Meningitisimpfstoff auf. Dieser Patient hat aber den Covid-Impfstoff nie erhalten.
Bei allen Impfstoffen sind in unterschiedlicher Intensität Lokalreaktionen und kurze Fieberperioden beschrieben. Wie auch bei anderen Impfungen sind vorübergehende Blutbildveränderungen (Neutropenie) beobachtet worden. Allein diese Unterschiede könnten zu durchaus berechtigten Diskussionen führen, dass sich prinzipiell Impfwillige für einen bestimmten Impfstoff entscheiden, der aber dann nicht unbedingt der sein wird, der gerade (gratis) verfügbar ist.

Mir fehlt die Phantasie, wie das die Gesundheitspolitik bis zum Jahreswechsel, möglicherweise noch in der zweiten Dezemberhälfte hinbekommen will, ohne indirekt Druck aus zu üben.

Nachfolgend habe ich einige Links zu vorliegenden wissenschaftlich haltbaren Informationen zu einzelnen Impfstoffen eingestellt und werde das in den nächsten Wochen noch ergänzen (Dank an @docmarton für den Tweet zur FDA Seite).

Stand heute sind m.E. noch sehr viele Frage offen, auf die wir mit Sicherheit bis zum Jahreswechsel keine Antwort haben werden:

Es kann zwar davon ausgegangen werden, dass keine Behörde einen Impfstoff zulässt, der wirkungslos (< 50%) ist aber wie lange der Impfschutz im Mittel anhält kann nur durch eine längere Beobachtungszeit ermittelt werden, als aktuell zur Verfügung stand.

Die akuten und lokalen Nebenwirkungen sind für die ersten Impfstoffe schon ziemlich klar (Schwellung an der Einstichstelle, Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit) und durchaus heftiger als für viele andere heute übliche Impfungen. Für den Ausschluss von seltenen Nebenwirkungen benötigt man Jahre.

Man kann aktuell davon ausgehen, dass einzelne Impfungen unterschiedlich wirken (nur humoral, also über Antikörperbildung oder auch zellulär (T-Lymphozyten) ob das eine Differentialindikation darstellt, ist augenblicklich offen.

Ich freu mich schon auf Antworten aus dem Gesundheitsministerium. Die augenblicklichen FAQ (unten verlinkt) geben darauf und auch auf weitere offenen Punkte noch keine Antwort.

Publikationen:

AstraZeneca (Nicht replizierender Adenocirus Vector)
Safety and efficacy of the ChAdOx1 nCoV-19 vaccine (AZD1222) against SARS-CoV-2: an interim analysis of four randomised controlled trials in Brazil, South Africa, and the UK
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32661-1/fulltext

Janssen (Nicht replizierender Adenocirus Vector)
Safety and immunogenicity of the Ad26.COV2.S COVID-19 vaccine candidate: interim results 2 of a phase 1/2a, double-blind, randomized, placebo-controlled trial
https://www.medrxiv.org/content/medrxiv/early/2020/09/25/2020.09.23.20199604.full.pdf

Pfizer-BioNTech (mRNA)
Phase I/II study of COVID-19 RNA vaccine BNT162b1 in adults
https://www.nature.com/articles/s41586-020-2639-4

Moderna (mRNA)
Safety and Immunogenicity of SARS-CoV-2 mRNA-1273 Vaccine in Older Adults
https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2028436? 

SANOFI (Protein-Subunit)
Sanofi hat mehrere Impfstoffe in verschiedene Phasen (u.a. auch einen mRNA Impfstoff)
Bei dem von der EU vorbestellte Impfstoff wurde gemeinsam mit GlaxoSmithKline entwickelt und steht in Phase 2. Das Prinzip beruht auf einem schon zugelassenen Influenza-Impfstoff (Flublok Quadrivalent). Erste Ergebnisse der Phase 1/2 wurden für Anfang Dezember versprochen.

Johnson&Johnson (Viral-Vector)
Musste seine im September begonnene klinische Studie 3 kurzfristig unterbrechen
Drugmaker Halts Vaccine Trial Because of Sick Volunteer
und hat bislang erste Interimresultate bekannt gegeben:
Safety and immunogenicity of the Ad26.COV2.S COVID-19 vaccine candidate: interim results
2 of a phase 1/2a, double-blind, randomized, placebo-controlled trial

Die Phase 3 begann in den USA mit 15.11.2020

CureVac (mRNA)
Beginn der Phase 3 im Dezember 2020
Phase 1 Assessment of the Safety and Immunogenicity of an mRNA- Lipid Nanoparticle
Vaccine Candidate Against SARS-CoV-2 in Human Volunteers

CureVac climbs on vaccine data despite tolerability questions


Allgemeiner Überblick:
A Review of the Progress and Challenges of Developing a Vaccine for COVID-19
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7591699/

NYT Corona Vaccine Tracker

CDC

Interim Considerations for Use of mRNA Covid-19 vaccines

FDA Aktivitäten

10.12.2020 Meeting
Pfizer-BioNTech
Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee Meeting December 10, 2020 FDA Briefing Document Pfizer-BioNTech COVID-19 Vaccine https://www.fda.gov/media/144245/download

Inhaltsstoffe des Pfizer-BioNTech Impfstoffs

Englisch

Standardartikel (Deutsch)
 
PFIZER-BIONTECH COVID-19 VACCINE (BNT162, PF-07302048) VACCINES AND RELATED BIOLOGICAL PRODUCTS ADVISORY COMMITTEE BRIEFING DOCUMENT MEETING DATE: 10 December 2020 https://www.fda.gov/media/144246/download

17.12.2020 Meeting
Moderna, Inc.
Event Material (seit 15.12.2020 online) hier: https://www.fda.gov/media/144452/download

Addendum

EMA Aktivitäten

Begründung der Registrierung von Comirnaty

1.12.2020
Janssen
EMA starts rolling review of Janssen’s COVID-19 vaccine Ad26.COV2.S https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-rolling-review-janssens-covid-19-vaccine-ad26cov2s

BioNTech-Pfizer
EMA receives application for conditional marketing authorisation of COVID-19 mRNA vaccine BNT162b2
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-receives-application-conditional-marketing-authorisation-covid-19-mrna-vaccine-bnt162b2

Moderna
EMA receives application for conditional marketing authorisation of Moderna COVID-19 vaccine
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-receives-application-conditional-marketing-authorisation-moderna-covid-19-vaccine

Public stakeholder meeting 11.12.2020:
https://www.ema.europa.eu/en/events/public-stakeholder-meeting-development-authorisation-safe-effective-covid-19-vaccines-eu#documents-section

16.11.2020
Moderna
EMA starts rolling review of mRNA COVID-19 vaccine by Moderna Biotech Spain, S.L.
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-rolling-review-mrna-covid-19-vaccine-moderna-biotech-spain-sl

6.10.2020
BioNTech-Pfizer
EMA starts second rolling review of a COVID-19 vaccine
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-second-rolling-review-covid-19-vaccine

6.1.2021
AstraZeneca 

NEU: Unterlagen zur UK Zulassung

https://t.co/mlno8ik4kv?


EMA starts first rolling review of a COVID-19 vaccine in the EU
https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-starts-first-rolling-review-covid-19-vaccine-eu

Österreich: Sozialministerium:

FAQ:  https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus—Haeufig-gestellte-Fragen/FAQ–COVID-19-Impfung.html

Written by medicus58

9. Dezember 2020 at 17:05

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