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Das pandemische Versagen der Verantwortlichen erschließt sich aus jedem Detail

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Ehe ich versuche die Überschrift zu beweisen, möge man mir eine Präambel verzeihen, um nicht von den allzu treuen Befehlsempfängern wieder als „Besserwisser“ gebrandmarkt zu werden.

Mein Interesse an der Infektiologie (zugegeben nicht primär der Virologie) erstreckt sich über Jahrzehnte und war auch damals mein publikatorischer Schwerpunkt, ehe mich mein weiterer medizinischer Weg in eine andere Richtung führte. Ich war also (Gott-sei-Dank) nie Teil der zahlreichen Krisenstäbe, die in endlosen Sitzungen Krisenpläne für das Eintreffen der großen Katastrophe zusammenbastelten, im wohligen Bewusstsein, dass diese ohnehin nie gebraucht würden. Mein weiterer Berufsweg brachte mich aber in Kontakt mit mehreren nationalen und einer internationalen Einrichtung, die viel Papier produzierten, um sich gegen einen andere Katastrophen zu wappnen. So viel sei verraten, um die letzten Reste meiner Anonymität nicht zu verlieren, es handelte sich um das A in der Dreifaltigkeit der A-B-C-Bedrohung. Wenn ich nun in der weiteren Folge das Potemkinsche Dorf der behördlichen Krisenvorbereitung kritisiere, dann basiert das auf meiner tiefen Überzeugung, dass wir nicht nur in der COVID Pandemie erschreckend unvorbereitet und dilettantisch agieren, sondern dass sich das auch bei jeder anderen Krise so abspielen wird, für die zahlreiche Krisenpläne in den Schubladen unserer Verwaltung schlummern.

Auf die Widersprüchlichkeiten zwischen behördlicher Ankündigung bezüglich der Gültigkeit der Covid Impfung (12 > 9 Monate) und der App zum Grünen Pass habe ich bereits kürzlich hingewiesen (Wie der Grüne Covid Pass zum Altpapier gemacht wird). Heute darf ich jedenfalls berichten, dass meine App weiterhin grün leuchtet und mich in die Nachtgastronomie einlädt, ja nicht einmal darauf Hinweist, dass die drei Wochen Übergangszeit begonnen haben. Ob das so ist, weil die Verordnung noch fehlt, oder niemand die App umprogrammiert, oder die EU weiterhin von 12 Monaten Gültigkeit ihres QR-Codes ausgeht, ist eigentlich belanglos.

Als nicht mehr der Jüngsten einer, hat sich Ihr Medicus also pflichtschuldig einen Wien Impft Termin für den Booster, vulgo in einfacher Sprache Dritten Stich, vereinbart und wie auf der Homepage empfohlen, dort auch gleich die Einverständniserklärung heruntergeladen, um die sicher nicht unbeträchtliche logistische Herausforderung einer Impfstraße nicht über Gebühr zu entlasten. Beim Ausfüllen des Dokuments (Versionsdatum 3.9.2021) stolpert man aber über den Bereich „Von der Impfstelle auszufüllen“ der ausschließlich die Felder 1. und 2. Dosis enthält. Ein aktuelleres Dokument bietet die Homepage nicht an.
Da macht es sich halt bezahlt auch noch an der Nabelschnur der Alma mater zu hängen, denn für die Impfaktion im AKH wird auch die Version des Formulars vom 21.10.2021 mitgeschickt, wo zwar nicht mehr nach rezenten weiteren Impfungen gefragt wird, aber dafür nach den Reaktionen nach der Grundimmunisierung und die Impfstelle nun auch 3.Dosen oder off-label vermerken kann.
Dass die flächendeckenden PCRTestungen von Wien gurgelt durch ihre lange Turn-around-Zeit (Wien gurgelt, aber wozu?) und logistischen Probleme (Wien gurgelt, grad nicht) hinterfragt werden können, ist hier schon diskutiert worden.

Das Millionengrab Corona-App (Der grüne Pass und die Deppen App: Die Digitalisierung analoger Schwächen) haben wir schon längst verdrängt und ich kenne nur noch wenige, die gebannt auf Pressekonferenzen warten, um sich zu informieren. Und dass zwar alle jetzt irgendwie Gesundheitsdaten der Forschung zur Verfügung stellen wollen, wir aber noch immer nicht so genau wissen, wer von den positiv Getesteten wie schwer erkrankt und wie die Hintergrundimmunität unseres Landes aussieht, sei nur noch kurz nachgeschoben.

Häme ist jedoch fehl am Platz.

Es gibt sie, die Pandemien, AKW-, EDV und Umwelt- Katastrophen. Es wird den urplötzlich von allen mit wohligem Gruseln diskutierten Black out geben und von fast 10 Jahren konnten Sie auf diesem Blog schon ein Zitat von Prof. Zeilinger (Zeichen an der Wand) lesen: Das Ereignis, dass diese Welt seiner Meinung nach am nachhaltigsten verändern wird, alle Telefone zum verstummen bringen wird, alle Supermärkte leeren und alles zusammenbrechen lassen wird, ist ein Absturz aller Computer (ausgelöst durch einen elektromagnetischen Puls).

Es spricht nichts dafür, dass wir durch eine zu Tode verschlankte, verpolitisierte, nur noch auf mediale und politische Verträglichkeit ausgerichtete Verwaltungsbürokratie für diese Szenarien besser vorbereitet wurden als auf den dritten Stich.

Nur wenn zwei Jahre nach den ersten Fällen von Sars Cov2 in Wuhan wir es nicht einmal schaffen die richtigen Formulate auf die Homepage zu stellen, dann mag ich mir gar nicht ausmalen, was sonst hinter den Kulissen alles nicht funktioniert.

Wie der Grüne Covid Pass zum Altpapier gemacht wird

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Mit viel Geld wurde eine App entwickelt, mit der man sich in ganz Europa als Genesener, Geimpfter oder Getesteter ausweisen konnte.

Wirklich brauchbar war das nicht, weil der QR Code entweder niemand interessierte. Aus hygienischer Sicht nicht gerade Hochintelligente tippten auf alle Handys um dann befriedigt ein 2/2 zu konstatieren, was manchen J&J Geimpften fälschlich den Eintritt verwehrte. Nicht mal die Bundesheerler am Flughafen haben anfänglich den QR Code via Scan verifiziert, wobei mir mein Lieblingsgrieche versicherte, dass auch das nicht immer gut gemachte Fälschungen aufdeckte.

Flog man nach Frankreich, interessierte der QR Code niemand, dafür musste man eine Eidesstattliche Erklärung ausfüllen eh gesund zu sein und die Spanier verlangten letzte Woche, den lokalen Nachweis hoch zu laden, um dann eine spanische Variante ausdrucken zu können.

Bis zum Sonntag versicherte mir der Gültigkeitsrechner (siehe Bild oben) auf der Himepage des Gesundheitsministeriums noch, dass mein Impffpass noch bis nächstes Jahr gültig ist,

Selbst heute erfahre ich noch vom Ministerium: Die Zweitimpfung gilt für maximal 360 Tage ab dem Zeitpunkt der Zweitimpfung.

Dabei wissen wir seit dem Wochenende, dass das inzwischen politische Makulatur ist. Wenigstens der Gültugkeitsrechnet wurde heute der Homepage genommen.

Nein, ich habe rezente Studien über die abnehmende Wirkung der Impfungen nicht überlesen und mir ist auch klar, dass auf neue Erkenntnisse reagiert werden muss, nur sind die hektischen Bocksprünge in der Pandemiebekämpfung inzwischen auch für den Gutmeinenden ermüdend und lässt kaum noch Vertrauen aufkommen, dass die Verantwortlichen wissen was sie tun.

Vielleicht sollte man in den neuen Gültigkeitsrechner auch gleich die Optionen 6 Monate gültig oder bei jedem Vollmond, wenn er auf einen Wochentag fällt einbauen, dann können wir rasch auf alle Eventualitäten reagieren.

Written by medicus58

9. November 2021 at 18:34

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Eine pandemische Farce: Bundesheer als Gesundheitsbehörde schaut sich QR Code an

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Wer aktuell in Wien Schwechat landet wird über Lautsprecher informiert, dass ihn die Gesundheitsbehörde einem Gesundheitscheck unterziehen wird.

Am Ende des Gedränges trifft man auf einen offensichtlichen Grundwehrdiener, der nach dem Pass greift, wohl über 100-mal pro Stunde, und dann den Zettel oder das Handy mit dem QR Code antappt.

Ob es für ein „Infiziert im Dienst“ einen Orden gibt, kann ich nicht sagen, aber gescannt und überprüft wird der QR Code nach meiner Erfahrung nicht.

Will heißen, eine gescannte Vorlage und etwas Photoshop, um den eigenen Namen einzufügen reicht wohl um einzureisen.

Natürlich wurde ich auch gefragt woher ich komme, was abet wenig zweckdienlich war, weil zu dieser späten Stunde ohnehin nur eine einzige Flugzeugladung an der „Gesundheitsbehörde“ vorbeidrängte.

Einheimische wundert eh nix mehr, aber Fremde mögen argwöhnen in einer Militärdiktatur gelandet zu sein, wenn schon die Gesundheitsbehörde Uniform trägt; und was die wirklich checken, hinterlässt einen voller Fragen.

Written by medicus58

23. Juli 2021 at 23:03

Fliegen wird wieder zum Abenteuer Teil 2 oder das vierte G

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Wie das so am Wiener Flughafen zu Coronazeiten abläuft habe ich hier begonnen zu erzählen.

Vom Betreten des Flughafens bis zum Platznehmen in der Maschine interessierte sich kein Schwein für irgendwelche Covid-19 Dokumente.

Typisch Wiener Schlamperei, denkt man sich und wundert sich noch mehr über die medialen Ankündigungen, dass zu Beginn der Hauptreisezeit das Bundesheer bei den Kontrollen unterstützt. Offenbar so effektiv, wie es uns vor einem Überfall der Liechtensteiner Streitkräfte beschützt.

Von VIE ging nach Paris, wo noch bis vor wenigen Tagen bei der Einreise auch von Geimpften ein Antigentest verlangt wurde. Penibel wurde sogar spezifiziert, welche Antigentests anerkannt werden und welche nicht.

Selbst von Geimpften verlangte man eine Eidesstattliche Erklärung noch 48h vor der Abreise gesund gewesen zu sein und mit keinem Kranken Kontakt gehabt zu haben. Ein entsprecheneds Formular konnte man auf Französich und Englisch aus dem Netz laden und sollte es bei der Einreise abgeben.

Sie erraten wohl, wie das die Grande Nation auf CDG handhabte: Auch hier interessierte sich kein Schwein für Impfpässe, QR-Codes in lächerlichen Apps oder das mitgebrachte Dokument.

Ich schlage also vor, dass zu den bekannten 3 Gs (Geimpft, Gesundet oder Getestet) ein 4.G kommt:

G wie Gefrozzelt

Ich bin wohl der Letzte, der einem hysterischen Covid-Alarmismus das Wort redet, aber wir können uns die Thinktanks, das Verordnungslabyrinth und das ganzen Europäische Abstimmungs-Blabla sparen, wenn es dann negiert wird.

Wer sagt den ganzen Schreibtischtätern, dass mit Verordnungen alleine keine Ordnung herbei geschrieben werden kann.

Wir sind am besten Wege den evolutionären Wettlauf gegen ein bisschen virale RNS zu verlieren.

Written by medicus58

12. Juli 2021 at 07:04

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

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Der grüne Pass und die Deppen App: Die Digitalisierung analoger Schwächen

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Je älter man wird, je mehr beschleicht einen der Verdacht, dass sich wenig ändert und die alten Narren nur die Kappen wechseln.

Gerade wer als Arzt neben seinem klinischen Alltag auch (die heute angeblich wissenschaftlich so wertlosen) retrospektiven Studien betrieb, hat sich immer wieder gewundert, wieviele Fehlinformationen in Krankengeschichten mitgeschleppt wurden:

Die laut Patientin Krebsoperation im Unterleib war laut pathologischer Unterlagen eine Kürettage mit gutartiger Histologie, das Nierenversagen eine leichte und vorübergehende Funktionseinschränkung wegen Dehydrierung, und der eingeordnete pathologische Blutbefund eigentlich von Mayr und nicht von Meier etc., etc.

Aufgefallen ist das nur mehr wenn man einzelnen Krankengeschichten retrospektiv nachgegangen ist und die vor Zetteln überquellenden Mappen erneut aus dem Archiv geholt hat. In der Praxis waren diese Hoppalas selten ein Problem für den Patienten, denn reflektorisch ließen Ärzte Befunde, die nicht dazu passten, ohnehin wiederholen. Die falschen Einträge wurden einfach negiert, aber doch mitarchiviert.

Die Häufigkeit all dieser Fehlern, Verwechslungen und Fehlinformationen,.. hat sich vermutlich nicht wesentlich geändert in den letzten Jahrzehnten, nur führt ihre Digitalisierung und rasche Zugänglichkeit dazu, dass sie nun ein Patientenleben begleiten und negativ beeinflussen.

In Österreich wurde die Corona-App ohnehin negiert, in Israel schickte die dortige App 12.000 Menschen irrtümlich in Quarantäne.

Wenige Tage nach der (verspäteten) Einführung des Grünen Passes häufen sich die Beschwerden, dass ein an sich gültiges G, also getestet, genesen oder geimpft, an einer Kontrolle nicht richtig erkannt wurde und inzwischen werden in ELGA rund 10.000 Falscheinträgen zum Covid-Status pro Woche (!) identifiziert.

Jetzt wird ein Korrekturtool entwickelt, statt endlich bereits an der Eingabe automatische Plausibilitätschecks vorzusehen. Dafür müssten aber die heute so forcierten medizinischen IT Lösungen nur annähernd das leisten können, was ihre Hersteller der Gesundheitspolitik und – ökonomie versprechen.

Vergleiche:

Kunstfehler waren gestern, heute haben wir die EDV

Babylonische Zustände in der Medizin

Written by medicus58

10. Juli 2021 at 08:58

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