Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Würden nicht Menschen dran sterben, dann müsste man der tückisch-grünen Regierung und uns zu unserem Humor in der Pandemie gratulieren.

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Es ist schon absurd, wie Ösi-Land der Pandemie einen KURZen Prozess macht.

Während der ORF das Verimpfen der ersten Impfdosen auf Wagnerische Dimensionen dehnt und Kanzler Kurz mehr Airtime zugesteht, als der Aufklärung über die Impfung an sich, drängen sich Tausende im harten Lockdown vor den Liften, weil das von Anschober so erlaubt wurde. Würdige Weihnacht eben.

Im Frühjahr schickte der ORF seine Journos in Quarantäne als man die täglichen Covid-19 Todesfälle an einer Tischlerhand abzählen konnte, jetzt kündigt die genesene Nadja Bernhard die Operübertragung mit der genesenen Netrebko ebenso an, wie den Gesang des von Covid-19 genesenen Jonas Kaufmann. Also wer sich da noch vor Long Covid fürchtet, der muss schon schwer schreckhaft sein.

Der Herr Außenminister warf seit dem Sommer mit Reisewarnungen nur so um sich, zwischenzeitlich hat es Ösi-Land an die Weltspitze der täglichen Todesfälle gebracht, trotzdem hoffen die Tiroler Adler auf den fremden Gast. Da sind wir Ösis unsern Schweizer Nachbarn fast so ähnlich wie beim Geldwaschen. Wie weiland in Ischgl nehmen es auch die Eidgenossen mit der Quarantäne nicht so ernst und lassen Briten im Scharen abhauen. Würde es jemand wundern, wenn einige von denen in Privatunterkünften bei uns Aufnahme fänden?

Die tückisch-grüne Regierung hat das Stakkato von weichem und harten Lockdown und seine Regeln mit dem Ermöglichen eines würdigen (christlichen) Weihnachtsfests begründet, obwohl man dadurch eher 2020 Chanukka (10.-18.12) ermöglicht und das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest (7.1.) verunmöglicht hat.

Egal, wen kümmert meine Pressekonferenz von gestern.

Beschlossen hat man auch, dass alle über 65-Jährigen 10 FFP2-Masken kriegen sollen. Soll so 24 Millionen Euronen kosten. Während über die durchschnittliche Verwendbarkeit sehr unterschiedliche Angaben gemacht werden, sind sich die meisten darüber einig, dass diese Masken nur einmal getragen werden sollen, was die Frage aufwirft, ob man mit 10 Masken bis zum Ende der Pandemie durchkommen soll, oder iv das der PR Abteilung der Regierung ohnehin egal ist. Die Frage, ob man dieses Geld nicht sinnvoller in andere Initiativen zum Schutz älterer Bürger investieten hätte sollen, wären mir nicht aufgefallen.

Wir retten, koste es was es wolle:

Eine vergeigte App, eine verschwurbelde Ampel, eine weitere für die Schulen, die auch nichts wirklich regelte, leere Massentests und Gedränge danach,…. es ist schon großes (absurdes) Theater, was uns da geboten wird.

Da passte das Saxophon Solo von Corona Erklärer Günther Mayr gegen Ende des Interviews schon ganz gut, um dieses Jahr ausklingen zu lassen

Corona-Erklärer Günther Mayr

Früher hat man was gelernt, etwas getan, viel publiziert und wurde vielleicht Experte, heute reicht Kommunikationswissenschaft

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Written by medicus58

26. November 2020 at 19:55

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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COVID-19: Müssen wir uns fürchten?

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Staatstragend meldet sich Bundespräsident heute in der ZIB zu Wort und spricht uns Mut zu: Wir müssen uns nicht fürchten.
Man kann annehmen, dass das eine vorsichtige Kritik an der tückisch-grünen Regierung darstellen sollte, die seit über zwei Monaten unverschämt Angst als Erziehungsmittel genutzt haben.

Nur waren sie nicht die einzigen Täter.

Die Rede wird zur Primetime vom ORF in die, nach Ende der Ausgangssperre, die nie eine war, nicht mehr so vollen Wohnzimmer geschickt. Streng auf Linie des Staatsoberhauptes legt man die guten Nachricht nach, dass auch in Spanien die die Erkrankungen abnehmen.

Aber ein guter Journalist weiß natürlich, dass nur bad news good news sind, so dass gleich die Warnung vor den zunehmenden Fällen in Russland on air geht. Ein Muster, dass wir auch schon seit Wochen und auch aus früheren Krisenberichterstattungen kennen:
Ja bei uns ist es eh noch supi, aber bei denen …
Alles formal ja richtig, nur geht der spin halt immer wieder in Richtung Leichenberge. Sage einer noch nur sex sells.

Der Screenshot oben zeigt die Google-Abfrage nach „Corona + Särge“ und man findet darunter Angst einflößenden Headlines angeblichen Qualitätsmedien:

Süddeutsche, FAZ, DW, Focus, Tagesschau, APA, Die Welt, Kleine Zeitung, Volksblatt, Der Standard, ORF, …

Der ORF Salzburg verbreitet die Information:
Särge sehr gefragt: Fabrik braucht mehr Tischler
Geschäftsführer Reinhard Moser sagt, es sei am 16. März losgegangen: „Da begann die Lawine. Am Wochenende zuvor wurden wir schon von vielen Seiten kontaktiert. Nahezu alle unsere Kunden haben sich gemeldet, waren nervös und haben Bestellungen aufgegeben.“

Am 16.3. hat es 3 (in Worten drei) Tote in ganz Österreich gegeben (vergleiche coronatracker.at) und 1.063 bekannte Fälle gegeben!

Mit Stand heute (3.5.) werden auf info.gesundheitsministerium.at für ganz Salzburg 34 bestätigte Todesfälle angegeben.

Verstehen Sie, wenn ich diese Form von Journalismus als verlogen empfinde und mich davor viel mehr fürchte als vor dem Virus.

Natürlich gibt hecheln da jede Menge Trittbrettfahrer mit. Am 20.4.2020 liest man auf einer mir bislang unbekannten Seite (Leadersnet by Opinion Leaders Network) :
Nachfrage nach Särgen erreicht ungeahnte Höhen
Sargfabrik Moser: „So viele Bestellungen gab es in den 63 Jahren Firmengeschichte noch nie“

Zu den Kunden des „Opionionleadersnetworks“ zählen u.a. die Bezirksblätter, Die Presse, Orf, OÖN, ÖBB, SN, SKY, ServisTV; W24, Verlagsgruppe News, Kurier, Allianz, BAWAKPSK, Bundesministerium für Finanzen, Hypo NÖ, UniCredit, Wirtschaftskammer NÖ, Wirtschaftskammer Wien, Wien Energie, Wiener Stadtwerke, … und MEDICLASS Privatmedizin für alle

Hier konnten Sie im März folgende Artikel lesen und ich würde jeden einzelnen auch in Kenntnis der späteren Entwicklungen so wieder schreiben:
1.3.2020: Hilfe, immer mehr Coronavirus Fälle
12.3.2020: Coronavirus: Künstliche Intelligenz vs. Menschenverstand 13.3.2020: Covid 19: Möge die Kur nicht schlimmer als die Krankheit werden
18.3.2020: Das Coronavirus ist nicht unser einziger Gegner
19.3.2020: „Die Leute begreifen das nicht“: Eigenverantwortung, Schockieren oder Entmündigung
20.3.2020: Mundmasken für die Regierung gefordert
22.3.2020: Überleben Sie Covid-19: Was Ihnen die Virologen vergessen zu sagen
22.3.2020: Fail? : Schützen wir wirklich die Alten, schützen wir die Spitäler? 25.3.2020: COVID -19: Was hilft werden wir zu spät wissen, was schadet sehen wir gleich
26.3.2020: Dashboard: Zur Covid-19 Pandemie haben wir auch seit Jahren eine Epidemie der Gesundheitsdaten
27.3.2020: Monothematisches Denken in der Krise gefährdet auch das Gesundheitssystem
28.3.2020: Zwei Beobachtungen zur aktuellen Covid-19 Situation
29.3.2020: Die lügen doch alle die Chinesen
30.3.2020: Supermarkt statt Superkrankenhaus
31.3.2020: Nachdem wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen oder die Amulette in Zeiten von Covid-19


Written by medicus58

3. Mai 2020 at 20:40

Best of Böse

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Seit Jahren listet Der Falter die nach Meinung der Redaktion 100 wesentliche Bösewichter des Jahres auf. Die Inseratenpreise für 2020 stehen übrigens schon fest.

Wenig überraschend führte 2019 Der Heilige Christian Strache die Liste an, nur scheint dies ungerecht:

Wirklich Böse sind erfolgreich, vom Auftritt im Ibizavideo bis zur Auswahl seiner Leibwächter hatte Strache kein erfolgreiches Händchen und letztendlich selbst in die Bedeutungslosigkeit gesprengt. Ja, er hat seiner Partei und den Rechten geschadet, aber noch ist unklar, wie nachhaltig das war.

Wenn man in der österreichischen Politik einen Oberbösen sucht, dann würde ich einen anderen Christian vorschlagen: Christian Deutsch

Der gescheiterte Medizinstudent schafft es seit mindestens einem Jahrzehnt die SPÖ zu ruinieren.

Ob er als Konsulent für Marketing und Werbung der SPÖ-nahen Zentralsparkasse maßgeblich an deren Ende mitarbeitete, entzieht sich meiner Kenntnis, seine Beteiligung am Sturz von Bürgermeister Häupl (Wer nix ist und wer nix kann, der patzt den Bürgermeister an) ist amtsbekannt. Er brachte für seine Rache weniger als vier Jahre, dass er von Häupl 2014 abgesetzt wurde, nachdem er offenbar kein Interesse an einer Parteireform hatte.

Letztlich hat sich Ex-SP-Chef Kern im Oktober 2018 selbst in die Luft gesprengt, jedoch half Deutsch kräftig mit ihn sturmreif zu schießen.

Als Belohnung durfte Christian Deutsch dann für die SPÖ und Rendi-Wagner die Nationalratswahl 2019 versemmeln.

Was den Matura ten eines privaten katholischen Gymnasiums zu all seinen Jobs in der Zentralsparkasse, der ARWAG, Bezirks- und Gemeinderat und dazwischen der Mietervereinigung, fachlich befähigt, ist unklar, alle aufgelegten Elfer (Ibiza, ÖVP Schulden, Kurz Freundeskreis, FPÖ Zwistigkeit um HC,…) hat der Wahlkampfleiter der SPÖ verschossen.

Die Groteske um das Gehalt von SP Lercher hätte nichtmal einem Politik-Frischling do aus der Hand gleiten dürfen.

Hilflos den maroden Parteifinanzen gegenüber tappte er in den Spin „Kündigung per Mailund ließ Rendi-Wagner uninformierte Interviews über Verhandlungen geben, obwohl die Personen, die gekündigt werden sollen, schon hinter ihrem Rücken ausgemacht wurde.

Im Dezember überstand die SPÖ nur knapp einen offenen Putsch und das Betteln um Parteispenden wurde an die ZIB geleakt.

Sowas passiert nicht, sowas muss beabsichtigt sein. Sowas ist nicht dumm, sowas ist Best of Böse.

Wenn Bruno Aigner sagt: Deutsch ist Partei in der Partei, dann ist das euphemistisch, eher ist er ein Torpedo mit Umkehrschub: Es sprengt zielsicher seine Abschussbasis und überlebt das bereits mehrfach.

Legen Sie Machiavelli zur Seite und nehmen Sie das Deutsch-Buch zur Hand, da können Sie noch was lernen, das selbst den Borgia zu brutal gewesen wäre.

Written by medicus58

23. Dezember 2019 at 13:53

Generika und die bösen Ärzte

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Dutzende Medikamente, vor ein paar Tagen sprach der Kurier von 50, heute der ORF von 80 und der Standard von 1% von 13.000 Produkten, sind aktuell nicht lieferbar. Stand heute geht es um 210 Präparate.

Auch Ihr Medicus zählt zu denen, die schon stundenlang herumtelefonierten, um ein akut benötigtes und wirklich lebensnotwendiges Präparat herbeizuschaffen. Die Gründe sind komplex und finden sich alle irgendwo zwischen Globalisierung und Gewinnmaximierung der Pharma Industrie und dem Parallelhandel des Großhandels, was man zumindest ersterer, sorry politisch Gleichgesinnter, börsennotierten Unternehmen nicht wirklich verbieten kann ohne unser Wirtschaftssystem prinzipiell in Frage zu stellen. Wozu ja kaum jemand bereit zu sein scheint …

Warum man über den Parallelhandel nicht spricht ist mir unverständlich…

Wie immer wenn es ein für die Politik brisantes Problem gibt, taucht Patientenanwalt Bachinger auf und findet eine Lösung, die zwar denen hilft, die ihn eingesetzt haben, aber weniger den (berechtigten oder unberechtigten) Interessen der Patienten.

Vergleiche:
Wessen Anwalt ist denn ein Patientenanwalt?
Spitalsranking: Freut Euch nicht zu früh

Jurist Bachinger weiß natürlich sofort, dass die Lösung in der ärztlichen Verschreibung von Substanznamen statt der Verschreibung bestimmter Präparate die Lösung wäre und erntet natürlich das Wohlwollen der Apothekerkammer, während Ärztekammerpräsident Szekeres im Interview nur die Rolle des Bremsers bleibt, wenn er darauf hinweist, dass es schon noch Sache des Arztes wäre, Medikamente für ihre Patienten auszuwählen. Was er nicht anspricht, kommt (siehe unten) dann nach einer Schrecksekunde als APA-OTS, war aber im Ö1 Morgenjournal weder aus seinem Munde zu hören (politische Korrektheit?) noch Thema für die Moderatorin.

Jetzt ist die Frage, in welchem Ausmaß Generika den Originalpräparationen gleichwertig sind eine endlos diskutierte Frage und wird hier nicht zu beantworten sein. Wie die meisten ist auch Ihr Medicus der Meinung, dass es für viele Präparate wirklich egal ist, aber der Gesetzgeber misst bei der erleichterten Zulassung von gleichen Wirkstoffen mit unterschiedlicher Galenik mit zweierlei Maß (Beispiel Schilddrüsenhormone). Auch soll nicht unterschätzt werden, dass vor allem betagte Patienten oft schon durch eine andere Packungsfarbe verwirrt werden.

Wie so oft im Gesundheitssystem geht es aber den Mitspielern um anderes: So wie Bachinger eher der Anwalt politischer Interessen ist als der der Patienten, kommt häufig das Gute nicht aus sondern in die Apotheke (Vergleiche: Das Gute kommt aus der Apotheke ….).

Die Liebe der Apotheker zur E-Medikation in ELGA ist nicht ausschließlich der Sorge um medikamentöse Interferenzen geschuldet sondern einerseits, so wie der Wunsch einer Wirkstoffverschreibung, der vereinfachten Lagerhaltung (wie viele Generika des selben Wirkstoffs soll man sich den aufs Lager legen?) sondern auch der Abwehr von DM, BIPA et al, die schon längst (wie übrigens auch international sehr häufig) rezeptpflichtige Präparate abgeben. Da habe ich übrigens noch keinen Apotheker erlebt, der so wie jetzt bei der Wirkstoff-Verschreibung (aut-idem) auf internationale Beispiele verweist.

Da hilft es nur wenig, wenn die ÖÄK dann eine OTS-Aussendung nachschießt und auf die finanziellen Interessen der Apotheker in dieser Frage verweist. Das liest dann eh niemand mehr …

Aut-idem: Hier geht es nur um finanzielle Vorteile für die Apotheken

Verstehen Sie mich richtig, persönlich besorge ich mir die meisten Medikamente in der Apotheke auch über den Wirkstoff und nehme das Präparat, das gerade im Lager liegt, aber ich mache auch begründete Ausnahmen.

Was mich hier viel mehr ärgert, ist das Missverhältnis wie mit der beruflichen Qualifikation einzelner Berufsgruppen umgeht:

Nach meiner Erfahrung ist es in vielen Apotheken gängige Praxis, dass verschreibungspflichtige Medikamente ohne akuten Notfall nur auf Basis der diagnostischen Fähigkeiten des Apothekers abgegeben werden (Der Kunde ist König und der Patient Kaiser) und das wirkliche Geschäft im zusätzlichen Verkauf anderer Produkte (Homöopathika, Vitamine, Kosmetika, ….) liegt.

Wird beim üblichen Husten-Schnupfen-Heiserkeit-Magenschmerzen, Schlafstörungs-Patienten eh egal sein, nur wird die Qualifikation zur Diagnosestellung im Pharmaziestudium nicht annähernd so ausführlich vermittelt, wie im Medizinstudium. (Meine Ärztegeneration hat auch eine Pharmakologieprüfung absolviert, nur kenne ich keinen Arzt der auf die Idee käme sich nun als Apotheker zu betätigen.) Für die Apotheker ist hier die Hemmschwelle deutlich niedriger.

Oder ganz trivial: Was würde die Behörde sagen, wenn Sie auf die Dienste eines Architekten oder Statikers beim Bau Ihres Eigenheims verzichten wollten, weil schließlich der Maurer schon seit Jahren Häuser baut und schon wissen wird, wie das geht …..

Sollen sich die Apotheker was ersparen, aber dann sollen sie das eingesparte Geld an das öffentliche Gesundheitssystem zurück geben …

Written by medicus58

13. August 2019 at 16:25

Platz #2 auf Nature IST gut, aber

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ORF und Print Medien berichten (sichtlich) selbst verblüfft, dass das unter Orange-Blau auf Prölls „Wunsch“ nach Gugging/Klosterneuburg verortete AUSTRIAN INSTITUTE OF TECHNOLOGY (IST) von der renommierten Zeitschrift Nature auf Platz 2 aller wissenschaftlichen Institute weltweit gerankt wurde.

In jedem Fall ist das ein bemerkenswertes Ergebnis, nur sollte man halt dazu sagen, dass dieser Platz nur dadurch zustande kommt, weil DIESE Liste den Output auch durch die Größe der Einrichtung dividiert:

Normalized Ranking

Ehe Sie nun Ihre Berufung an das MIT kübelieren und sich einen Fahrschein nach Gugging lösen sei hinzugefügt, dass das IST im nicht-normalisierten Ranking den 410.Platz einnimmt.

Auch gut, dass die Fördermillionen das ermöglichten, klingt aber weniger spektakulär.

2. Institute of Science and Technology Austria

Fractional count: 23.57, Article count: 54, Nature Index rank: 410

Written by medicus58

20. Juni 2019 at 18:51

Veröffentlicht in Allgemein

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Unvereinbarkeit ist in der Politberatung ein Fremdwort: Don’t be evil

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Weil wir schon wieder wählen durften/mussten wer die nächsten Sondierungsverhandlungen und Koalitionsverhandlungen führen darf, um dann auch die kommende Legislaturperiode vorzeitig beenden zu können, sollte man sich auch einmal darüber Gedanken machen, wer da aller vor und nach einer Wahl unsere Meinung macht.

Sie haben dauernd Hochkonjunktur, all die Experten und Erklärer der politischen Verhältnisse vorallem auch auf den Kanälen des ORF.

Peter Filzmaier, Thomas Hofer und andere erklären, welcher Politiker welche Chancen hat und welchen Aussagen zu trauen ist und welchen nicht.

Ersterer als geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Strategieanalysen, das sich auf seiner Homepage u. a. für

STRATEGIEPAPIERE ZUR ÖFFENTLICHEN POSITIONIERUNG VON POLITAKTEUREN

anbietet und zweiter, der sich wenigstens ganz offen als Politikberater bezeichnet aber natürlich auch noch Geschäftsführer der H&P Public Affairs GmbH ist.

Auch deren Web auftritt ist explizit:
Politische Erfolge von Personen oder Institutionen passieren selten zufällig. Und ohne professionelle Beratung sind sie jedenfalls weniger wahrscheinlich.

Beide sind sehr beliebte Studiogäste, weil rasch auf den Punkt kommend und oft eine Wuchtel nachschiebend;

sowas freut Wolf und Co. nur stellt sich die Frage, ob es nicht doch unvereinbar ist Geld von seinen Klienten zu nehmen und deren Performance dann mit der Attitüde wissenschaftlicher Unabhängigkeit zu analysieren.

Gerade wir in der Medizin wissen, wie schmal der Grad ist auf den man da wandelt, deshalb hat es sich eingebürgert vor Vorträgen und Publikationen die eigenen Sponsoren und allf. Aktienbesitz offen zu legen.

Würde ich auch den Politkommentatoren/-Beratern empfehlen.

Gestern 25.11.19 durfte Thomas Hofer, übrigens Ex-Journalist, in Wien Heute, dem Studio Wien Chefredakteur Paul Tesarek und Häupl Intimus minutenlang erklären, warum die Zeit von Rendi-Wagner abgelaufen ist und was sie politisch alles falsch gemacht hat.

Vermutlich weil er sie nicht beraten hat, weil sie nicht auf ihn gehört hat oder möglicherweise sogar, weil kein Geld mehr für Beraterverträge da ist…

Klar sind The Filz und Hofer elequent und fachlich versiert, nur stellen sie die Politik als eine Frage der besser beratenen Strategie dar und nicht mehr als eine Frage der Inhalte.

Neue Köpfe müssen her, was drinnen ist wohl egal.

Irgendwie befördern sie, wovor sie warnen, Berater eben.

Sie schwadronieren endlos über Politikmüdigkeit und Wählerströme und präsentieren gemeinsam mit den Medien, die sich über billigen Content freuen, Politik als Show, über die wie be Germany’s Next Top Model das Publikum am Ende abstimmen darf.

Kaum ist die Diskussion vorbei, beginnen sie die Performance spitzzüngig zu kritisieren.

Ob man aus sozialpolitischen Gründen alleinerziehende Mütter unterstützen soll?

Inhaltlich egal, nur eine Frage, was es an Stimmen bringt.

Wer den Mix an Scheinobjektivität und Selbstdarstellung am prägnantesten rüber bringt, wird immer wieder eingeladen. Im kleinen Kreis spricht Armin Wolf ganz offen darüber, weshalb ihm live Filzi lieber ist als Sickinger, der kommt in einem Satz auf die Wuchtel, pardon Punkt.

Wenn Baron Cohen zu Recht kritisiert, dass Facebook gegen Geld auch Hitler eine Plattform bieten würde, und Kritiker des SPÖ Schamanen Zeiler diesem zu Recht vorwerfen, schon lange kein Fernsehen sondern nur mehr Gewinn zu machen, dann weist das alles auf den gleichen Sachverhalt hin:

Heute ist alles irgendwie wie Google und Alexa; die vorgeben uns informieren und helfen zu wollen, verfolgen mindestens noch eine weitere Agenda.

Bei der Gründung von Google nahm man sich noch folgendes Motto vor:

Don’t be evil.

Inzwischen verkaufen sie unsere Kreditkartendaten an die Werbeindustrie.

Thomas Hofer präzisiert auf der Homepage seiner Firma H & P:
Nicht angeboten werden Tätigkeiten des direkten Lobbying.

Über indirektes Lobbying steht weder bei ihm noch anderen seiner Gilde etwas.

PS: Gilt sinngemäß auch für die Rosams, Glücks, Kalinas … und all die anderen weniger oft ins Studio geladenen und noch eindeutiger für bestimmte Parteien agierenden Berater.

Written by medicus58

20. Mai 2019 at 18:04

Veröffentlicht in Nationalratswahlen 2019

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Falsche Spuren im Nebel: Der Endbericht des Bundesheeres kann noch nicht das Ende sein

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Am 28. November 2018 übertrug des Österreichische Bundesheer die Präsentation seines Endberichtes über den Bootsunfall im Rahmen des Girl’s Day vom 1. September 2018 auf seinem Facebook-Kanal.

Auch wenn dieser Bericht in den letzten fast drei Monaten immer wieder hinausgezögert wurde, schien dieses Vorgehen nun meine Kritik an der Intransparenz 
Im Nebel der Öffentlichkeitsarbeit oder die Grenze zwischen selektiver Information und Lüge 
ebenso zu widerlegen, wie die Vertreter des Bundesheeres danach den Bericht von zwei Journalisten aus dem ORF Landesstudie NÖ, das Bundesheer hätte zu lange auf die Suche nach zwei Vermissten vergessen (Girls‘ Camp cont.; ORF NÖ verliert die Geduld) als haltlos abtaten. Zumindest für Letzteres

Am Podium nahmen Platz:
der Generalsekretär Mag. Dr Wolfgang Baumann, 
der Sektionsleiter für Personal- & Rechtsangelegenheiten Mag. Christian Kemperle,
der Sachverständige Univ. Prof. DI Dr. Hermann Steffan und
der Kommissionsleiter Oberst Herbert Walzer.

Sehr ausführlich wurde der Unfallhergang aufgearbeitet, kein Wunder es existieren neben den Handy-Aufnahmen vieler Beteiligten auch Videoaufnahmen des Bundesheeres, schließlich sollte der Event auch PR-technisch verarbeitet werden.
Ob der Kamera-führende Soldat durch diese Aufgabe vielleicht auch abgelenkt war hat übrigens bis heute noch niemand öffentlich hinterfragt.

Für den Sachverständigen Univ. Prof. Dr. Dipl.Ing. Steffan war das
um 9:49:26 „in ungünstigen Winkel“ erfolgte
Durchfahren der Heckwelle bei starker Frontbeladung
(alle Girl’s Day Teilnehmerinnen saßen im vorderen Bootsteil)
ein „normales und an sich unproblematischen Fahrmanöver, das mit mittlerer Gleitgeschwindigkeit“ ausgeführt wurde, kein Fahrfehler.
Als man das Manöver am 5.Okt. nachstellen wollte, gelang es erst nach 30 bis 40 Versuchen, dass das Boot Wasser nahm. 
Ob es dabei auch zum Kentern gebracht werden konnte, wurde nicht angesprochen, mag aber bezweifelt werden. Weshalb das Unglücksboot nach rechts die Heckwelle der vorderen Boote durchfahren hat, obwohl die anderen Boote nach links fuhren, wurde erst von einem Journalisten hinterfragt und blieb nicht ganz klar.

Viele, die Erfahrung mit diesen Booten hatten gaben mir gegenüber an, dass „das halt so richtig Spaß machen“ würde, so wie man es auch im PR Video mit Herrn Kratky (mit anderen Bootstypen) sehen kann.

Auch das Eintreten des Wassers (Hunderte Liter pro Sec)
war für den Gutachter nicht der entscheidende Vorgang, der zum Überkentern führte.
Dass das Boot innerhalb von 13 Sekunden nach rechts überkippte und 09:49:45 erklärte der Gutachter mit dem beibehaltenen Schub,
der  das Boot weiter unter die unter die Welle tauchte und ein 
ungünstiges Fahrmanöver danach.
Der Gutachter legte aber Wert, sich nur bis zum Zeitpunkt des Durchkentern mit der Angelegenheit befasst zu haben.

Das legte die (gewünschte?) Fährte und von der APA abwärts stand für alle Medien nun fest:
Bootsunglück hätte verhindert werden können 
Es war ein Fehler des Bootsführers

Bereits vor Tagen gaben die Medien ohnehin bekannt, dass die Staatsanwaltschaft ohnehin schon gegen den Bootsführer ermittelt,
also alles rechtens im Rechtsstaat.

Wie ich aber hier schon am 15. September
(Das war der Girls’ Day beim Bundesheer, eine Materialiensammlung für alle, die sich ein Urteil bilden wollen)
darlegte, und was kurz danach vom ORF NÖ mit Fotomaterial und Aussagen der anwesenden Feuerwehren dokumentiert wurde,
handelt es sich bei dem tragischen Ausgang dieses Unfalls eben
nicht nur um die Frage des Unfallhergangs sondern viel eher um die vom Bundesheer als Organisation zu verantwortenden Rettungskette,
und da blieb man erneut bei aller sonstigen Detailtreue (bewusst?) vage. Gleich zu Beginn aber auch im Abschlussstatement sprach man von einer unübersichtlichen Lage, wo eben mancher auch einen falschen Blick haben konnte. Also können es ohnehin nur ein paar Leute genau wissen und die haben nun einen Abschlussbericht vorgelegt.
Die Kritik des Bundesheer an den angeblich widerlegten Berichten der ORF Journalisten ist bemerkenswert, weil sich die zeitlichen Angaben der Recherche des ORF NÖ mit der jetzt veröffentlichten Zeitleiste des Bundesheers decken. 
Ganz schön viel Arbeit für die Staatsanwaltschaft Korneuburg, die übrigens auch die Vorgänge im BVT untersuchen muss ….

Aber weiter zu den Fakten:
Bei der PK zeigte man auf einem Foto, dass sich 
um 9:51:10 fünf Insassen unterhalb des umgekippten Bootsrumpfes befanden.
So klar war diese Anzahl bis jetzt nicht kommuniziert worden. Auch schien der Präsentator bei der PK jetzt keinen Zweifel daran zu haben, dass eben 5 Leute noch im Boot waren.
Entlarvend auch, wie er die Art der nachfolgenden Rettung beschreibt:
„Es sind 3 Boote hingefahren, jedes hat Leute aufgenommen, es war natürlich nicht übersichtlich wer wen aufgenommen hat“. (=Originalkommentar PK)

Die Bugklappe des gekenterten Bootes wurde geöffnet. „Drei Teilnehmerinnen waren im vorderen Teil des Bootes in einer Luftblase, die so groß war, dass man reden konnten“. Innerhalb kürzester Zeit konnten sie von den beiden Bootsführern, die unter das Boot tauchten, gerettet werden.  Innerhalb von zwei Minuten wurden alle in Boote gezogen und mit den anderen auf das linke Donauufer gebracht. Niemand möchte den Einsatz der Soldaten mindern, die da ohne Westen in die Donau sprangen, aber es veranschaulicht, dass das bei einem treibenden Boot sehr wohl möglich ist, da Boot und Schwimmer annähernd gleich schnell abgetrieben werden! Auch das zeigten die präsentierten Fotos. 
Inzwischen ist das manövrierunfähige Boot innerhalb von 5 Minuten ca 1,5 km stromabwärts getrieben.
Um eine Eigen- und Fremdgefährdung der Schifffahrt zu verhindern wurde es dann mit Hilfe anderer Boote um 9:59 an die Sandbank geschoben. Wir werden sehen, dass die vielleicht fatalste Entscheidung war und bius heute wissen wir nicht, wer sie getroffen hat.
Die Kernfrage, ab wann das Fehlen der beiden Teilnehmerinnen nun wirklich klar war, versucht das Bundesheer so zu beantworten:

Es erfolgt eine mehrmalige Überprüfung der Vollzähligkeit durch Abzählen der Teilnehmerinnen am linken Donauufer.
Mehrmals lässt auf einen falschen Blick schließen, diesmal aber beim Bundesheer, denn so groß war die Zahl kaum, dass man sich verzählen konnte, es sei denn, die Personen befanden sich nicht in einem engen Umkreis.
Weshalb die früher vom ORF NÖ zitierte Aussage des Bundesheersprechers „Der Offizier (am Boot) hat mir versichert, dass noch auf der Donau eine Standeskontrolle durchgeführt worden ist.“ in der PK klar gestellt wurde mag durch den Zeitdruck erklär werden. Im schriftlichen Protokoll steht nur:
Suche nach den Vermissten auf der Donau, am Ufer stromabwärts und durch Tasten unter das Boot (Tauchen war nicht möglich)

Es werden aber nun (für mich erstmals)  Aussagen der Teilnehmerinnen (!) zitiert (die eigentlich von der Polizei verhört wurden), dass die Soldaten gleich mit der Suche nach den beiden Vermissten gesucht hätten.  Und man widerspricht der Darlegung, in der Rettungskette etwas Wesentliches falsch gemacht zu haben, räumte aber ein 
nicht selbst einen Notruf abgegeben zu haben,
vielleicht die Schulung der Bootsführer zu verbessern, bzw.
zukünftig kein weiteres Girl’s Camp veranstalten zu wollen.

Fast unter geht übrigens, dass sehr wohl ein Notruf innerhalb des Bundesheeres („SanReal“ durch den Kommandanten am Strom, also die Mitteilung nun einen Ernstfall zu haben) abgesetzt wurde, der aber von der übrigen Organisation offenbar nicht als so schwerwiegend interpretiert wurde, dass man sich weiterer Helfer versichern hätte müssen.
Man gestand auch zu, dass man keine Kontaktadressen der Teilnehmerinnen hatte aber betonte eine Unfallversicherung abgeschlossen zu haben, „die Tod, Invalidität und sonstige Maßnahmen, wie z.B. die Bezahlung des Rettungsfluges, abdecken würde„.
Ob diese Aussage so in der Vorbereitung trainiert wurde, mag bezweifelt werden, zumindest machte es unbeabsichtigt klar, was die Verantwortlichen über den Gesundheitszustand der beiden wissen.
Zum Abschluss äußerte der Generalsekretär Verständnis für das Verhalten des Bootsführer, wollte aber der Staatsanwaltschaft nicht vorgreifen.

Der Unfallhergang war klar und ging so durch die Medien. Die Rettungskette interessierte da nicht mehr.
Wird auch die Staatsanwalt nicht interessieren, wenn sie so oder so über das rein strafrechtliches Fehlverhalten des Bootsführers entscheidet. 
Ja, und durch die lange Zeitspanne ist das öffentliche Interesse auch schon gering. Die Materialzusammenfassung auf diesem Blog hatte damals ein Vielfaches der Zugriffe, die sich bis heute die Pressekonferenz auf Facebook ansahen.
Auch der verständliche Wunsch der Eltern nichts über den Zustand der beiden Teilnehmerinnen zu verlauten, erspart den Verantwortlichen vermutlich auch weitere unangenehme Fragen.
Litigation-PR, wie das @florianklenk immer nennt, macht privatrechtliche Klagen gegen das Bundesheer auch nicht leichter.

Von meinen früher hier gestellten Fragen wurden durch die PK, der Endbericht ist nicht veröffentlicht, nur wenige beantwortet:

Welche Einschulung haben die Teilnehmerinnen für den Fall eines Unfalls erhalten? 
Man zeigte ein Foto mit Teilnehmerinnen am Ufer und gab an, dass für die 15 minütige Fahrt eine Instruktion erfolgte.

Erhöhten Wetter und Sicht zum Unfallzeitpunkt das Risiko maßgeblich und wie wurde darauf reagiert?
Die Fotos zeigten, dass das Unwetter zu diesem Zeitpunkt offenbar bereits aus dem Raum Hainburg abgezogen war. Man sah nur relativ flache Wellen.
Obwohl noch lange nach dem Unfall der Sprecher des Ministeriums von „Wellen-“ und anderen -Gutachten und einzuholenden Daten sprach, hörten wir heute, dass es sehr rasch klar war, dass weder andere Schiffe noch Niederwasser ursächlich für den Unfall war. 
Warum es so lange dauerte, bis sich diese Nebelgranaten verzogen, darüber kann nur gemutmaßt werden. Die Erklärung wird wohl dieselbe sein wie die, weshalb andere, eigentlich unmittelbar nach dem Ereignis klare Fakten, wie Auffindungszeitpunkt und -ort der beiden der Öffentlichkeit verschwiegen wurden, davon aber noch später.

Ab wann ist das Fehlen der beiden Frauen wem bekannt geworden?
Hier gabt es nur die Aussage des Bundesheeres und das Zitat der anderen Teilnehmerinnen. Das ist bemerkenswert, denn schließlich wurden alle rasch vom Unfallort weggebracht. Andere Aussagen hatten wohl einfach einen falschen Blick.

Wer hat mit welchen Mitteln versucht zu klären wo sie sich befinden?
Wäre man der Annahme gewesen, dass sie (mit ihren Schwimmwesten) flussabwärts geschwemmt wurden, hätte eines der Boote sie sehen oder suchen müssen.

Da erfuhren wir nur: 
Da nicht klar war, wo die Vermissten wären, habe man „in mehreren Bereichen gesucht“.
Das halte ich für den zweiten Fehler, denn nach menschlichem Ermessen (Siehe Foto 9:51) konnten die zwei nur innerhalb des Bootes sein, und eigentlich hat das der Präsentator zu diesem Zeitpunkt auch so gesagt!

Welche Maßnahmen (Namensschilder, …) wurden für die Identifikation der Teilnehmerinnen getroffen.
Unklar.

Stimmt der mediale Eindruck, dass die Einsatzleitung federführend von anderen Organisationen und nicht dem Bundesheer selbst übernommen wurde und entspricht das der zu erwartenden Sorgfaltspflicht den Teilnehmerinnen gegenüber?
Nun, das scheint beantwortet …

Ganz am Ende der Pressekonferenz ergab eine Journalistenfrage noch ein ganz bemerkenswertes Detail: Es stellte sich heraus, dass die beiden Teilnehmerinnen, die wie alle anderen Girl’s Camp Teilnehmerinnen im vorderen Bootsteil saßen, aus dem Heck geborgen wurden. Als Erklärung bot man die Strömung beim Kentern an, die die beiden nach hinten gedrückt hätte, wo sie, anders als die drei gleich aus einer Luftblase im Bug geborgenen, schlechter gefunden werden konnten. 

Dies wird für mich eine weitere Frage auf, die weniger den Unfallhergang als den Ablauf der Rettungskette als maßgeblich für das tragische Ende erscheinen lassen, und damit hat der Bootsführer rein gar nichts zu tun.

Nur Außenstehende (die Mannschaft des Rettungsbootes und der anderen beiden nicht gekenterten Boote) konnten wissen, wer (noch am Fluss) geborgen werden konnte und ob noch wer im Umfeld im Wasser treibt. Die Demonstration der Schwimmwesten machte auch klar, dass selbst Bewusstlose durch die Westen über Wasser gehalten werden. Bei dem geringen Wellengang wären sie leicht zu sehen gewesen. 
Die explizite Erwähnung einer mehrmaligen Zählung am Ufer legt nahe, dass dieser wesentliche Schritt vielleicht doch noch nicht am Fluss erfolgt war. Da schien mir die Gesamtorganisation wirklich versagt zu haben. 
Dafür spricht auch ein veröffentlichter Text des Bundesheeres:

Wann war bekannt, dass sich die beiden fehlenden Frauen unter dem umgekippten Boot befinden?
Es wurde bereits nach dem Umkippen vermutet, dass noch Teilnehmerinnen fehlen. Ob diese unter dem Boot waren oder vielleicht abgetrieben wurden war nicht klar. Es wurde die Donau auch stromabwärts abgesucht.
Es wurden auch die Donau und der Uferbereich mit Stangen abgesucht. 

Wie man zur Einschätzung kam, dass der Uferbereich abgesucht werden muss, wenn jemand in voller Strömung über Bord geht, nimmt Wunder.
Warum das alles keiner der anwesenden Journalisten so zu Papier brachte erschließt sich mir nicht.
Der Anprall auf die Heckwelle würde Insassen eher Richtung Bug schleudern. Die Strömung wirkt sich auf Boot und den in ihm gefangenen Personen annähernd gleich aus. Auch ein von außen Mitschwimmender wird ähnlich beschleunigt. Deshalb konnten die Retter ja mit den drei Eingeschlossenen vorne gut sprechen und sogar ins Boot hinein tauchen.
Erst wenn von außen eine weitere Kraft auf das Boot einwirkt, entsteht eine Strömung, die Personen in das Heck spülen kann.
Das führt mich zur Annahme, dass erst das Abdrängen des Bootes auf die Sandbank zur Verlagerung der beiden noch eingeschlossenen Personen geführt haben könnte. 
Um das genau zu beurteilen, müsste aber mitgeteilt werden, in welcher Position (relativ zur Strömung) das Boot abgedrängt wurde.

Wären aber die mindestens 10 Minuten seit dem Kentern genützt worden um klar zu stellen, dass sich die beiden nur innerhalb des Bootes befinden konnten, hätte es wohl niemand, der bei Sinnen war es abgebremst und in den Schotter gesetzt.
Auch wenn man dem Bundesheer Glauben schenkt, dass den Verantwortlichen bereits um 9:51 das Fehlen von zwei Teilnehmerinnen klar war und sie die Möglichkeit, dass die beiden noch im Boot waren, nicht gänzlich ausschließen können (was sie bis heute auch nicht behaupten) , dann war das Verbringen auf die Schotterbank ein fataler Fehler.
Aber wie gesagt, das hatte der anwesende Gutachter ja nicht zu beurteilen, der untersuchte nur bis zum Durchkentern.

Die selektive Auslassung von bereits vorliegenden Informationen schrammt ebenso messerscharf an der offen Lüge vorbei, wie ein Limited Hangout (Unentschieden, oder was?).

Weitere Antworten des Bundesheeres finden sich hier
Aus Sicht des BH wird der Endbericht in einer APA Aussendung so zusammengefasst. 

Darüber hinaus wird der Bund seinen rechtlichen Verpflichtungen nachkommen.

Written by medicus58

1. Dezember 2018 at 19:41

Girls‘ Camp cont.; ORF NÖ verliert die Geduld

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Ich habe hier kürzlich eine Medienübersicht über den Bootsunfall im Rahmen des Girls‘ Day des Bundesheeres (Das war der Girls’ Day beim Bundesheer, eine Materialiensammlung für alle, die sich ein Urteil bilden wollen) zusammengestellt, weil sich die Medien damals, 14 Tage nach dem Unfall seit dem zwei Teilnehmerinnen noch immer in intensivmedizinischer Behandlung stehen, offenbar nicht mehr über den wahren Unfallhergang zu interessieren schienen und die Informationen aus dem Bundesheer mehr als unbefriedigend waren: Im Nebel der Öffentlichkeitsarbeit oder die Grenze zwischen selektiver Information und Lüge Der Sprecher (@Bundesheerbauer) kritisierte mich postwendend, dass ich nicht alle Medienberichte und somit einseitig zitiert..

Nun stellt der ORF (!) NÖ ähnliche Fragen: Bootsunfall: Lage falsch eingeschätzt? Dem ORF liegen mehr als drei Wochen nach dem Unfall Aussagen, Unterlagen und Fotos vor, die vor allem die Rettungsaktion in einem neuen Licht erscheinen lassen. 10.11 Uhr: Sollte zu dieser Zeit nach den vermissten Frauen gesucht worden sein, wurden nicht alle Soldaten eingebunden 10.17 Uhr: Ein Soldat kniet in einem Boot, zwei weitere Soldaten stehen im Wasser. Anscheinend werden die beiden Frauen, die zum Zeitpunkt dieser Aufnahme unter dem Boot gefangen sind, weiterhin nicht vermisst

Auch die Theorie der Wellen durch ein vorbeifahrendes Frachtschiff, das eines von vier Booten im Verband umgekippt hätte, scheint nicht zu halten. Das Bundesheer verantwortet sich weiterhin, so wie unmittelbar nach dem Unfall damit, dass man „schnell“ bemerkt haben will, dass zwei Teilnehmerinnen gefehlt hätten. Ungeachtet eines eventuellen Fahrfehlers wird es davon abhängen, was das Bundesheer unter „schnell“ versteht. Auch der ORF NÖ spricht jetzt, wie bereits OE24 am 6.9. (Bundesheer-Boot: Frau erst nach 40 Minuten befreit) von 40 Minuten unter Wasser, während alle offiziellen Stellungnahmen und APA Abschreibeübungen in den ersten Wochen von 20 Minuten sprachen. Medizinisch ist das leider auch schon unerheblich, wie ich am Ende meiner Mediensammlung dargelegt hat, aber es wird immer unerträglicher, wie eine Einrichtung, die uns schützen sollte, in ihrer Medienarbeit vor allem sich selbst zu schützen scheint. Angesichts der offenkundig vorliegenden medialen Dokumentation der Ereignisse (Video, Fotos, Dutzende Einsatzkräfte), ist dies besonders kühn. Wenn man sich aber nun nur auf Einzelpersonen „abputzen“ wollte, würde das meine Meinung vom Bundesheer nachhaltig ändern: Am Mittwochabend meldete sich der Sprecher des Bundesheeres, Michael Bauer, noch einmal zu Wort und teilte nach Rücksprache mit einem Offizier, der sich auf einem der Boote befunden hatte, telefonisch mit: „Der Offizier hat mir versichert, dass noch auf der Donau eine Standeskontrolle durchgeführt worden ist.“ Hut ab, vor dem ORF NÖ (Gernot Rohrhofer und Werner Fetz), dass er sich der Angelegenheit angenommen hat.

Nun „wachen auch andere Medien aufHeeresboot-Drama: War alles ganz anders? O1 Morgenjournal  Bootsunglück: Warten auf Berichte

Written by medicus58

27. September 2018 at 07:59

Veröffentlicht in Allgemein

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Haltet die Polizei

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Beim letzten Wiener Derby zwischen Austria und Rapid ist es wieder zu Ausschreitungen mit Verletzten gekommen.
Dass für den einheimischen Boulevard von ÖSTERREICH
Polizei schuld an Derby-Krawallen
http://sport.oe24.at/fussball/Polizei-schuld-an-Derby-Krawallen/82641334)

bis HEUTE
Etwa 200 der rund 1.000 Rapid-Anhänger hatten sich versammelt und waren (von der Polizei Anm. medicus58) fehlgeleitet über einen Verbindungsweg zum Parkplatz und zum Austria-Fanshop marschiert, wo sie auf den violetten Anhang vor der Osttribüne trafen.
http://www.heute.at/sport/fussball/art23663,809450

der Schuldige klar ist, verwundert nicht:
Die Kiberer
(http://de.wikipedia.org/wiki/Kiberer)

Aber für die Sportwelt scheint klar, dass es sich da um ein Versäumnis der Exekutive handeln muss:

Der Weg, sowie der Bereich hinter der Fantribüne dürfte von der Exekutive nur schwach gesichert gewesen sein. „Da muss man schauen, wie das passieren konnte“, musste auch Polizei-Sprecher Roman Hahslinger zugeben.
http://sport10.at/home/fussball/bundesliga/1304162/DerbyAusschreitungen_Wer-war-schuld

Und auch der angeblich qualitätsvollere Journalismus schiebt der Polizei die Schuld in die ungesponserten Schuhe:

KURIER: Inoffiziell gesteht die Polizei Fehler ein
http://kurier.at/sport/fussball/4516658-offene-fragen-aber-keine-zeit-fuer-rapid.php

DERSTANDARD: Polizei ortet Fehler bei sich
http://derstandard.at/1350259068055/Polizei-ortet-Fehler-bei-sich

ORF: Wiener Polizei jetzt damit beschäftigt zu analysieren, wo Fehler passiert sind
http://wien.orf.at/news/stories/2555551/

HALLO, geht’s noch?

Nur weil nicht noch mehr Steuergeld dafür aufgewendet wurde,
damit jeder einzelne dieser gewaltsuchenden (nicht gewaltbereiten) Wahnsinnigen mit einem persönlichen Aufpasser daran gehindert wird,
andere zu verletzen, sprechen wir nicht mehr von deren Schuld sondern von einem Versagen der Exekutive? Das ist krank!

Als ich im Mai 2011 selbst unfreiwilliger Zeuge der Zustaände beim Abmarsch der sogenannten „Fans“ nach dem damaligen Derby wurde,
verlangte ich hier
Verbietet Fussball(fans)!
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38253
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38325

Auch die Zeichen an der Wand die offenbar einer der RAPID Ultras 1988 hinterließ:
I FICK DEI MOTTER
von dem ich ein Jahr später bloggte (http://wp.me/p1kfuX-dS), erweckten in mir erneut den Wunsch nach einem rigorosen Verbot dieser Veranstaltung.

Die jetzige Schuldumkehr läßt mich aber zweifeln, dass dieser Wunsch jeh in Erfüllung gehen wird.

Obwohl es für mich völlig klar scheint, dass Veranstaltungen, die offenbar ein so großes Sicherheitsrisiko darstellen, dass sie trotz Großaufgebot der Polizei
immer wieder zu Ausschreitungen und Verletzten führen, gehören endlich verboten.

Ich sehe es nicht ein, weshalb das nächste Mal für diese paar Deppen aus Steuergeldern ein Polizeischutz aufgeboten wird, wie für einen Staatsbesuch.

In diesem Zusammenhang möchte ich zu meinem Beitrag vom 8.12.2011
Geld hamma ja, aber nur für Brot und Spiele – Regenbogenkoalition  (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=48679)
in dem ich aus dem FALTER zitierte, dass die Wiener Stadtregierung mitten in der Krise noch schnell Herrn EX-SPÖ-Finanzminister Edlinger und seiner RAPID
fast 8 Millionen Euro nachgeschmissen hat, um das Weststadion erneut zu renovieren und auszubauen.
Ein aktueller Presseartikel (http://diepresse.com/home/sport/fussball/1269354/RapidChef-Edlinger-hofft-weiter-auf-HanappiAusbau-) spricht nun von
26,4 Millionen Euro und zitiert Edlinger:
„Aus subjektiver Sicht kann man nie genug Förderung bekommen. Aber aus objektiver Sicht sind 26 Millionen Euro in Zeiten wie diesen sensationell“

Da sind die paar Überstunden für die schuldbewussten Kiberer auch schon egal, oder?

Written by medicus58

23. Oktober 2012 at 18:13

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