Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Fall David cont.

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Ich habe im August 2018 über einen Vorfall in Salzburg unter dem Titel:
Es ist richtig dass über Zwischenfälle im Gesundheitsbereich diskutiert wird über die Berichterstattung sollte man aber auch diskutieren berichtet und versprochen über neu Ergebnisse zu berichten. Aktuell hat die Krone den Fall erneut aufgenommen:

29.1.2019 Krone Tod nach Routine-OP Fall David: Verzweifelter Kampf um Gerechtigkeit

30.1.2019 Krone „Sehr nachlässig“ Keiner will Schuld an Davids Tod auf sich nehmen

30.1.2019 Heute 17 Monate alter Bub nach Muttermal-OP gestorben

31.1.2019 Krone Fall David Narkose bei vollem Magen: Ärzte in Erklärungsnot

Bemerkenswert haben keine anderen Print-Medien die Geschichte so konsequent versorgt, nur die Tiroler Nachrichten berichtet über eine Stellungnahme 17 Monate altes Kind 2 – Stellungnahme des LKH Salzburg

Salzburg (APA) – Das Salzburger Landesspital nahm gegenüber der APA am Mittwochabend noch einmal zu den Medienberichten über den Tod des 17 Monate alten David Stellung, der nach einer kleinen Operation gestorben war, weil er bei der Entfernung eines kleinen blutenden Muttermals in der Narkose Erbrochenes eingeatmet hatte und erstickte. Das Kind sei damals zwar tatsächlich als Sonderklasse-Patient eingewesen worden, allerdings sei dieser „Status“ zwei Tage später auf Wunsch der Eltern zurückgestuft worden, sagte eine Sprecherin der Klinik.

Geht man so mit einer schwerwiegenden Anschuldigung vor?

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Written by medicus58

6. Februar 2019 at 17:28

Alles paletti in Wien?

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Seit Tagen dröhnt es aus allen medialen Rohren, dass im KAV alles seinen vereinbarten Gang zum Wohle der Patienten ginge.

Heute macht Heute, das vom PR-Etat des Wiener Rathauses gut gefütterte „Gratis-Blatt“ eine Onlineumfrage, ob denn die Proteste der Ärzte gerechtfertigt wären, und nach 900 abgegebenen Stimmen schaut das Ergebnis so aus (Briefwähler wird es da keine geben ….):

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Aber laut Wehsely und Janßen bleibt alles immer besser!

Nachfolgend noch ein Screenshot der ganzen Seite (http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/politik/art85916,1334654):

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Written by medicus58

29. August 2016 at 16:17

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Gendern muss HEUTE noch üben

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Aber bemühen tun sie sich wenigstens ….

 

Link: Meine Dienstgeberin gendert: KarteireiterInnen http://wp.me/p1kfuX-OD

Written by medicus58

15. Juni 2015 at 13:59

Rudolfstiftung: Nichts scheint mehr unmöglich

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Heute 20_1_2014

 

Sie kennen vielleicht den alten Witz, wie man einen misstrauischen Patienten in Panik versetzen kann? Sagen Sie ihm einfach, dass alles in Ordnung ist!

So ähnlich kommt mir die mediale Aufarbeitung der Gratiszeitung heute.at vor, wenn sie titelt:

Rudolfstiftung: Stadt nennt Gerüchte „Blödsinn“

Natürlich ist es nicht wahr, dass das kürzlich renovierte Spital ersatzlos geschliffen wird, wird Stadträtin Wehsely zitiert …
http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/art23652,976181

BTW, ich kann mir das auch nicht vorstellen, aber in der Belegschaft scheint das vor Ort so befürchtet zu werden. Wie Leser dieses Blogs wissen, befürchte ich zwar eine Aushöhlung, nicht aber die komplette Schließung …

Aber letztendlich ist dies egal, wenn ein System einmal so instabil ist, dann ist alles befürchtbar und nichts scheint unmöglich …

Für gefahrengeneigte Bereiche, wie die Medizin, ist es hochproblematisch, wenn die Beschwichtigung der Belegschaft über den Boulvard und nicht über interne Kanäle erfolgen.
Wozu leistet sich der KAV eine Presseabteilung und die Stadt Wien für viele Millionen eine ständige PR Berieselung?

Klartext und das was gesagt wird, sollte mal für ein paar Jahre halten, wäre so eine Strategie, aber Weihnachten ist vorbei …

Written by medicus58

20. Januar 2014 at 17:34

Heute: Dummheit zum Anfassen

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Das schon öfters hier zitierte Gratisblättchen HEUTE aus dem Hause Dichand,
bewirbt sich auf seinen Ständern, die zu einer konstanten Verschmutzung der Wiener U-Bahn verleiten, mit den Worten:

GRATIS ABER NICHT UMSONST

Da ja bekanntlich jedes Beispiel zu irgendetwas gut ist und sei es nur als abschreckendes Beispiel, wollen wir diesen Slogan auch gar nicht hinterfragen, zumal mir in der heutigen Ausgabe (nach einem anstrengenden Arbeitstag bei der „öffentlichen“ Heimreise zur Hand genommen) eine wahre Perle des österreichischen Journalismus in die Augen stach.

Obama würde von den Europäern zum Präsidenten gewählt werden, da jeder Dritte für ihn stimmen würde.

So anstrengend kann ein Arbeitstag gar nich gewesen sein, dass einem da nicht sofort Fragen peinigen:

Weiß HEUTE, dass die USA bei den Präsidentschaftswahlen plötzlich das Wahlsystem geändert hat?

Hat man sich verlesen und steht dort eigentlich die Negation (übrigens völlig unmöglich für eine Schlagzeile): Jeder Dritte Europäer würde Obama NICHT wählen und deshalb würde er in den USA Präsident, ….

Wenn jeder Dritte einen wählt, dann hat man 33% der Wählerstimmen und nicht 75%, wie es weiter im Text heißt.
ErGoggelt man die Sache ein bißchen, kommt man drauf, dass schon vor Tagen nach der „Transatlantic Trends“ Umfrage gemeldet wurde, dass die Europäer Obama wählen würden wenn auch die erhobene Zahlen nicht ganz den im Heute kolportierten 75% entsprechen:http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j9NwiAPMiGW6dadCR47VKpuocIVA?docId=CNG.dba1457e25dcd69993828012efeb188b.801 http://derstandard.at/1345166955572/Europaeer-wuerden-Obama-waehlen http://www.bernerzeitung.ch/ausland/amerika/Mehrheit-der-Europaeer-wuerde-Obama-waehlen/story/21657639

Egal, wir lernen hier:
Erstens sind unsere PISA-Ergebnisse in Mathematik nachvollziehbar und
Zweitens sind Redakteure, die Druckwerke kritisch überfliegen, ehe die Druckpresse angeworfen wird,
HEUTE dem Sparstift zum Opfer gefallen.

Written by medicus58

18. September 2012 at 18:16

Heute: Die medizinische Fachzeitschrift schlechthin

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Wer sich über aktuelle medizinische Trends informeiren möchte, der greife in der Wiener U-Bahn zu HEUTE:

Der auch hier (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=67855) diskutierte Plan eines kompletten Neubaus des Wiener Wilhelminenspitals, wurde vor einigen Tagen auch in Heute thematisiert.

Wer heute das Machwerk zur hand nahm, wurde bereits auf der Titelseite informiert: „Geldnot! Wiener Spital spart bei Operationen

und durfte auf Seite 12 weiterlesen, dass es sich hierbeit um eine Weisung an das Orthopädische Spital Gersthof handelt, die teuren Hüftoperationen einzuschränken.

Viel bemerkenswerter aus meiner Sicht ist aber eine bezahlte Anzeige des Hanuschkrankenhauses, das bekanntlich unter der Leitung der Wiener Gebietskrankenkasse steht, das um mehr Staroperationen an seiner Augen-Tagesklinik wirbt.

Während den Fondspitälern der öffentlichen Hand das Geld ausgeht, 
wirbt jetzt sogar die Krankenkasse mit dem Geld ihrer Versicherten darum, dass ihre Versicherten ihr eigenes Haus frequentieren

Bislang kannte man das nur von den Privatversicherungen, die ein ausgesuchtes Klientel in ihre Privatkliniken lotsen wollten.

Ergänzung: 
Der KAV verteifigte sich auf seiner HP wie folgt gegen die Vorwürfe

Krankenhaus Gersthof: Tolles Teamwork verkürzt OP-Wartezeiten
Eine Boulevardzeitung konstruiert einen Zusammenhang zwischen Sparmaßnahmen und Leistungsverkürzung im Orthopädischen Krankenhaus Gersthof, der keiner sachlichen Prüfung standhält.
Wie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KAV wissen, ist die Patientinnen- und Patienten-Frequenz in allen KAV-Häusern im Juli und August geringer. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass viele ihre planbaren Operationen lieber auf die kalte Jahreszeit verschieben und ihre Urlaubszeit nicht im Krankenhaus verbringen möchten. Sinnvollerweise legte die KOFÜ daher die Anzahl der planbaren Hüft- und Gelenksprothesenoperationen in dieser Zeit auf drei pro Tag fest. Ein Blick auf die Jahre 2010/11 zeigt, dass es durchschnittlich drei Operationen pro Tag im Juli und August gegeben hat. Diese Zeitspanne wird für Urlaubskonsumation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Überstundenabbau und Renovierungsarbeiten genutzt. Ab Herbst startet wieder der OP-Alltag mit durchschnittlich vier Hüft- und Gelenksprothesen. 
Gerade das KH Gersthof hat seine Vormerkzeiten für Hüft- und Knieendoprothesen in den vergangenen Jahren deutlich verringert. „Die Patientinnen und Patienten kommen heute durchschnittlich innerhalb von drei bis vier Monate zu ihrem OP-Termin. Früher betrug die Anmeldezeit noch durchschnittlich ein Jahr“ freut sich Generaldirektor Wilhelm Marhold. „Tolles Teamwork“, zollt er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine Anerkennung. Beitrag vom: 27.06.2012 

George Orwell  hätte seine Freude mit dem Neusprech!

Kein Wort von einer (für alle Häuser) geltenden Kontigenten für die maximale Anzahl an teuren Prothesen, Schrittmachern, … etc.

Und eine Chuzpe sondergleichen:
Wenn es -wie vom KAV behauptet- 
es durch den Patientenwunsch keinen Bedarf an mehr OPs im Sommer gibt,
durch urlaubs- und Überstundenbedingte Personalengpässe nicht genug Personal für die Operationen anwesend ist und
wenn Umbauarbeiten in den OPs stattfinden, dann kann ohnehin keine OP angesetzt werden, unabhängig von irgendwelchen Anordnungen,
dann bestünde für die Kollegiale Führung (KoFü) keine Veranlassungen eine Maximalzahl an Operationen festzulegen. 

NotLügenPolitik wie gehabt: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33820

Written by medicus58

27. Juni 2012 at 16:59

Klassenkampf in den Ordinationen

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Wir hatten das Logo von MEDICLASS schon einmal hier im Blog, nur ging es damals um ganz etwas anderes (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958) und ich gebe es zu,
ich klicke nicht auf alles, was mir unter die Maus kommt.

Als ich nun in der gestrigen Ausgabe von HEUTE über einen (nicht als Werbung gekennzeichneten) Artikel von www.mediclass.com stolperte, war ich zwar auch noch mehr von
Onkel Frank’s gedrucktem Schwachsinn
EINE REVOLUTION FÜR ÖSTERREICH
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=57408
fasziniert und musste zuerst meinem Tagtraum einer Symbiose von
Frank Stronach und Captain Jack Sparrow
zu ihrem digitalen Leben verhelfen.

Heute kam ich erstmals dazu den Artikel (nochmals keine Werbung) zu lesen:

Private Fachärzte für jeden leistbar!
Längst ist die Zweiklassenmedizin in Österreich Realität. Erstklassige und schnelle Behandlung gibt es nur bei privater (und teuerer) Vorsorge.
Doch das muss nicht so sein. Ein neues Konzept bietet jetzt exklusive Top-Medizin – leistbar, persönlich und zeitsparend.
Der mediclass-Gesundheitsclub mit Sitz in der Wiener Vorgartenstrasse 206C hat die patientenfreundliche Idee umgesetzt: hochwertige ambulante Privatmedizin mit einfachem und leistbarem Zugang.
Ab 24,90 Euro im Monat stehen in einem einzigen Haus (mediclass-Zentrum) selbstständige private Fachärzte aller Richtungen zur Verfügung ….

Na endlich, kann man da nur sagen und surft die Seite an und liest Vertrauenserweckendes:

Offizieller Gesundheits-Partner der Österreichischen Fußball-Bundesliga
Ausgezeichnet von der Kronen-Zeitung
Offizieller Gesundheits-Partner des Alpenverein Edelweiss

Unter Presse erfährt man dann, dass die Pläne der Betreiber hoch fliegen:

Investiert wurde eine Summe von rund 2,5 Millionen Euro.

Im nächsten Jahr soll ein weiteres Zentrum, im darauffolgenden Jahr zwei bis drei mediclass Zentren entstehen. „Bis zum Jahr 2021 sollen 21 Zentren eröffnet sein, davon zehn bis 15 in Österreich, der Rest im umliegenden Ausland.

Na dagegen wirkt ja das Geschäftsmodell von DrEd, wir haben kürzlich berichtet (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56206), echt mickrig.

Aber wie rechnet sich das?
Allein, um die Investitionen herein zu bringen müssen über 100.000 Monatsbeiträge eintrudeln.

Und bei den üblichen Privathonoraren der „Professorenmedizin“ von 100-200 € pro Ordination müssen da schon ganz viele Leute einzahlen, ohne im Zentrum aufzutauchen, damit Sie den „Herr Univ.Prof.“ sprechen können.

Und wieso „macht’s Ihr Arzt plötzlich persönlich UND billiger“,
etwas was Ihnen nichteinmal Ihr Tischler verspricht?

Da aber die Homepage jedem Clubmitglied einmal pro Jahr einen Gesundheitscheck im Wert von 400 € verspricht, der nichteinmal durch den Jahresbeitrag von 298,80€ (=12*24,90) abgedeckt wird, haben wir es offenkundig mit einem Club von echten Menschenfreunden zu tun…

Also, da Zyniker wie meinereins an so ein Geschäftsmodell nicht glauben können: WAS STECKT DAHINTER?

Lesen wir das Kleingedruckte:

Die Mitgliedschaft bietet eine optimale privatmedizinische Versorgung im Zentrum mit bis zu 80 % Rabatt auf die Privatpreise der Ärzte
(Beispiel: Patientin in Wien, WGKK versichert, Erstordination beim Internisten inkl. EKG: Privatpreis € 120,-, mediclass Mitglied zahlt nur € 35,-.
Ihre Ersparnis beträgt € 85,-).

„WGKK versichert“ will wohl heissen, dass man sich zusätzlich der Refundierung des Wahlarzttarifes (=80% des Kassentarifes) bedient.
Hat der Versicherte aber bereits einen Facharzt in diesem Quartal aufgesucht, dann wird die Gebietskrankenkasse KEINEN WAHLARZTTARIF refundieren; vermutlich auch für Folgebesuche…

Außerdem bietet mediclass regelmäßige kostenlose Informationsveranstaltungen und Informationen zum Thema Gesundheit an.

Also offenkundig kann sich das Geschäftsmodell nur rechnen, indem man ZUSÄTZLICHE LEISTUNGEN anbietet, für die dann keine Teilrefundierung durch die Krankenkasse angeboten wird …. erinnert uns das an die bekannten Busreisen mit reissendem Wärmedecken-Absatz?

Also die Hoffnung, dass man nun für den Gegenwert einer besseren Flasche Wein ein Doc-Hopping und -Shopping betreiben kann, muss wohl wieder einmal begraben werden.

Aber woher kommt den das alles?
Weshalb schalten immer mehr Patienten das Hirn aus und glauben, das Staubsaugervertreter Gewäsch: (wir zitieren wir aus dem Artikel von HEUTE)

Erstklassige und schnelle Behandlung gibt es nur bei privater Vorsorge.

Jahrzehntelange Berichterstattung über

massive PR für sogenannte alternative Methoden,
Bittere Pillen,
Versagende Gesundheitsreformen,
Spitalskandale,
pleitegeredete Krankenkassen, … etc.

haben es geschafft, dass das Vertrauen der Bürger in das öffentl. Gesundheitssystem absichtlich zu untergraben, um sie in den Privatsektor zu lenken.
Die gefühlte Diskrepanz zwischen überzogenen Versprechungen der Politik und die Konfrontation mit einer durch Einsparungen immer unzugänglicheren öffentlichen Medizin in den Ordinationen und Spitälern hat viele Menschen verunsichert.

Bereits der erste Beitrag dieses Blogs beschäftigte sich mit diesem Problem:
Österreicher haben Angst vor Kürzungen im Gesundheitswesen

http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56206

Es wäre auch hoch an der Zeit, dass auch die Gesundheitspolitik das Vertauen in die öffentliche Gesundheitsversorgung wieder herstellt und sich nicht insgeheim freut, dass die verunsicherten Patienten von derartigen Versprechungen, wie wir es auf mediclass.com lesen können, in den privaten Sektor gelockt werden.
Wenn wenn sie dann wirklich krank sind,
dann kommen sie ohnehin wieder sehr schnell in das öffentliche System zurück,
dann wird der freundliche Herr Professor darauf verweisen, dass halt nur die Erstordination zu so guten Tarifen möglich war, die jetzige Begutachtung aber etwas teurer kommen wird …

Oder glaubt irgendwer, dass Ärzte in solchen Geschäftsmodellen arbeiten würden,
wenn sie nicht dort mehr verdienen würden, als im hergebrachten System, eben.

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