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Ukraine: gegen das Chaos hilft nur Vorsorge

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Wurde schon einmal versucht Sie in der Öffentlichkeit zu bestehlen? Ich erlebte diese Versuche mehrfach, bestohlen hat mich letztendlich aber noch keiner.

Ganz typisch verlief es in einer relativ stark besetzten Lissaboner U Bahn. Plötzlich scharten sich um mich mehr Fahrgäste als im Rest des Wagons und begannen immer heftiger zu diskutieren.

Ich wurde immer bedrängter, Körper begannen sich an mir und meiner Tragetasche zu reiben. Bei der nächsten Station verließen plötzlich alle die Fahrgäste die um mich Chaos veranstalteten den Wagon, und einer der verbliebenen verkündete mir jetzt (!) sehr bedauernd, dass man mich nun wohl beraubt hätte und ich die Polizei rufen sollte.

Beraubt hat man mich nicht, aber wirklich, der Zipp in der Außentasche meiner Tragetasche war offen: das einzige, was aber dort drinnen war, war immer noch drinnen, ein Papiertaschentuch. Geldbörse, Pass und Wertgegenstände waren so verstaut, dass sie mir nicht entwendet hätten werden können, ohne mir die Tasche wegzunehmen oder an die Innentaschen der Weste zu gelangen, die ich unter dem Mantel trug.

Und der Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg?

Wer jetzt bedauernd frägt, was man da noch machen kann, agiert wie der Mitreisende in der Lissaboner U-Bahn. Zuschauen, wie grundlos Chaos inszeniert wird, um dann eine Lösung zu suchen, ist naiv und fahrlässig. Die Lösung nicht bestohlen zu werden, musste davor gefunden werden.

Erstens muss ich mir klar machen was passieren kann:

An Signalen, dass sich in der Ukraine eine gewaltsame Auseinandersetzung anbahnt, hat es wahrlich nicht gefehlt:

Gleiche undemokratische Entwicklung nach 1990 (Oligarchen, Staatsstreiche, ausländische Interessen und Interventionen), Münchner Konferenz

Zwei im Korruptionsindex benachbart sehr tief stehende Länder.

Zwei Länder mit starker Waffenindustrie.

Zwei sehr nationalistisch bis rassistisch geprägte Länder.

Zweitens muss ich erkennen, was der Zweck des Chaos ist:

Streit um verschwundene Gasmengen.

Massive Interventionen der Russischen Föderation und der USA, die mal diese mal jene Marionette an die Macht brachten.

Russische Separatisten (grüne Männchen) in mehreren Regionen der ehemaligen UDSSR und Vorrücken der NATO.

Hätte man vorher mehr Geld in echte Diplomatie statt in Destabilisierung gesteckt, wären Kompromisse möglich gewesen und man hätte, wie in der U Bahn, das inszenierte Chaos ruhig abwarten können.

Jetzt scheint mir nur mehr ein Ausbrennen des Konfliktes möglich, wenn man nicht eine weltweite Afghanistanisierung, Irakisierung, Syrisierung oder Libyanisierung riskieren möchte. Die USA beabsichtigen dies scheinbar, Europa sollte da nicht mitgehen.

Mich erinnert das alles an das Ende des kalten Krieges in den 80er Jahren, wo die nicht unbegründete Angst in Mitteleuropa zum Schauplatz eines atomaren Stellvertreterkrieges zu werden, zu einer massive Friedensbewegung geführt hat. Einige politische Gruppen, die sich damals formiert haben, scheinen diese Lektion wieder vergessen zu haben.

Übrigens sieht man, wer Pazifist ist, nie im Frieden sondern immer erst im Krieg.

Written by medicus58

30. April 2022 at 14:49

FAQ Corona, alles klar?

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Eigentlich reizte es ja statt FreqentlyAskedQuestions ein anderes F-Wort an den Beginn dieser Überlegungen zu stellen, denn ehrlich, kennen Sie sich noch aus in dem Stakkato an Gesetzen, Verordnungen, Erlässen und Empfehlungen mit dem uns unsere Regierung (von regere = führen) angeblich durch die Pandemie führt ?

Über die unklaren, z.T. unrichtigen und nur ungenügend wissenschaftlich zugänglichen Basisdaten dieser Epidemie, haben nicht nur ich schon mehrfach geklagt.

Über die Unklarheiten u.a. im Tourismus klagen schon viele Branchen, die gestern plötzlich verhängten Landeverbote für einige Fluglinien aus europäischen Ländern, nachdem die Hinflüge noch vor zwei Wochen erlaubt waren, werden wohl noch ein Nachspiel haben.

Wie schludrig und missverständlich das Gesundheitsministerium informiert zeigt (als pars pro toto) diese Empfehlung auf der Homepage von Anschobers Truppe: Empfehlung zur Entlassung von COVID-19-Fällen aus der Absonderung statt gleich das Original des deutschen Robert Koch Institutes zu verlinken, hat man (Stand: 09.07.2020; basierend auf Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts) drei Tage nach Erscheinen der deutschen Empfehlung auch eine in österreichischer Übersetzung mit eigenem Logo und Pomp ins Netz gestellt und referenziert hier in den Handlungsanweisungen mehrfach auf eine Ct-Wert. Erklärt wird dieser wert aber nirgends in dieser Empfehlung.

Googelt man hilflos nach cT-Wert, klärt einen Wikipedia zwar auf:

Der Ct-Wert, abgekürzt für engl. threshold cycle ist eine theoretische Größe, die den Anfang des exponentiellen Wachstums einer Kurve beschreibt.
und stellt die Verbindung zur  Real Time Quantitative PCR her, aber ich darf bezweifeln, dass die semiquantitative und quantitative Auswertung der PCR selbst in breiten Teilen der Ärzteschaft bekannt ist…

Die Falldefinitionen zwischen Gesundheits- und Innenministerium passten nicht immer zu denen der Krankenanstalten oder der AGES.

Während zu beginn der Pandemie die Maskenpflicht in den Supermärkten egal war, wurde sie dann (mit gewisser Berechtigung) verordnet, dann (ohne wirklicher Evidenz) wieder abgeschafft und soll nun auf Wunsch der SPÖ Vorsitzenden wieder eingeführt werden.

Während wir im ORF mit wohligen Schauer jeden Tag die Infektionszahlen aus den Länder verhaltensauffälliger Präsidenten bekopfschütteln dürfen und uns als Coronaweltmasta (Ö3 Originalton Prof. Wenisch) wähnen, erlaube ich mir folgende Annahmen:

Die erste Coronawelle war in Österreich noch gar nicht da (fast unerklärlich wenig schwer Kranke, keine Überlastung des Gesundheitssystems; hoffen wir, dass wir von ihr verschont werden).

Trotzdem haben wir bereits ein undurchsichtiges Chaos an missverständlichen, widersprüchlichen und zunehmend von Gerichten aufgehobenen Anzeigen, laufend wechselnden Erlässen, Empfehlungen, die als Anordnungen verkauft werden, eine Politik durch Drohungen statt mittels Recht.

Und einen Bundeskanzler der konsequenzlos sein Ego in einem Bad in einer gedrängten Menge nimmt, die nachträglich als, offenbar Inzucht-bedingt, als Familienverband aufgefasst wird.

Jetzt erheben Polizisten Gesundheitsdaten und das Bundesheer, dass seine Flieger nicht mehr hoch kriegt, hilft wieder an der Grenze.

Auch wenn man die ersten Hüftschüsse mit dem Zeitmangel in der Krise rechtfertigen wollte, fünf Monate nach Beginn des Problems könnte man vielleicht langsam eine andere Vorgangsweise erwarten.
Wenn nun dieses Chaos (Covid-19 verampelt) auch noch regionalisiert wird, kann man der pandemischen Zukunft nur mit größter Unruhe entgegensehen.

Aber zumindest wissen Sie nun, was der Ct-Wert ist ….

Written by medicus58

15. Juli 2020 at 15:52

Having a ball?

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Nur des Englischen Minderkundige halten diese Frage für eine nach den primären Geschlechtsmerkmalen des Mannes, aber irgendwie lägen sie damit auch nicht ganz falsch.
Eine nicht repräsentative Umfrage in meiner männlichen Umgebung ergab, dass die Ballsaison definitiv mehr Frauen als Männer anspricht. Oder um im Bild zu bleiben: Nein, nur wenige Männer unterhalten sich auf Ballveranstaltungen wirklich gut.

Das ist natürlich blödisch, denn zumindest bei den Standardtänzen ist es der Brauch als Pärchen anzutanzen.

Weshalb aber die Damen die Parade der Eitelkeiten so sehr schätzen bleibt mir unerklärlich, angesichts der Hektik (und Kosten) die die Aktion auslöst.

Hat man erst die überteuerten Karten ergattert, realisiert man, dass man in die Fetzen der Vorjahre nicht mehr hineinpasst (OK, gilt vielleicht ab einem gewissen Alter eher für uns Männer als unsere Begleiterinnen) und es muss schleunigst etwas Neues her. Nur dumm, dass das gerade in der sogenannten Ballsaison den meisten so geht, was die einschlägigen Geschäfte leer fegt und die Tauschbörsen zum Erliegen bringt.

Natürlich passt dann der mühsam ergatterte Traum in Polyester nicht zu all den Accessoires früherer Auftritte und die Jagd beginnt erneut nach Täschchen, Handschuhen, Schmuck und Make-up. Ist kurz vor dem Burn-out das alles zusammen gekauft, dann erkennt die böse Schwester Schneewittchens, dass nur drastische operative Eingriffe einen in die überpreisten und überhöhten Stöckelschuhe brächten, wozu man aber die laufende Blutverdünnung pausieren müsste, was einen unweigerlich in die Thrombose oder gar den Lungeninfarkt treiben würde, so dass man doch lieber nach neuen Tretern Ausschau hält.

Kein Wunder, dass nach all der Rennerei die Frisur sich mehr an der gängigen Wind- statt der aktuellen Moderichtung orientiert und dringend die Hilfe des Friseurs benötigt wird, zu dem auch alle anderen Ballbesucherinnen streben, die aber etwas cleverer waren und den Termin schon längst vereinbar haben.

Am Tag der Veranstaltung steigert sich die Panik zur grenzsuizidalen Erfahrung, da es regnet und der mühevoll auf toupierten Kopfschmuck willenlos in sich zusammenfällt, die Ohringe zwicken, die Strümpfe eine Laufmasche haben und der mittägliche Salat (eine echte Mahlzeit hätte den Traum in Polyester endgültig gesprengt) sich nun mit saurem Aufstoßen wieder ins Rampenlicht zwängt. OK, dann eben nur lateinamerikanische Tänze.

Die Ballkarten sind unauffindbar, die Tanzschulkenntnisse stärker verblasst als der Pythagoräische Lehrsatz und überhaupt geht einem der präsumptive Tanzpartner, der die ganze Dramatik der Situation nicht verstehen will schon jetzt ganz ordentlich auf den Geist.

Das Taxi verspätet sich, am Eingang wird so gedrängelt, dass irgendein Obertrottel auf den Saum des Kleides steigt und dieses in seiner Aussagekraft etwas verfremdet. Schließlich sitzen am Tisch wieder die unerträglichen Geschäftspartner und mokieren sich über jeden Patzer der Eröffnung, bis es endlich alles Waltzer heißt und gerade da der Begleiter dem dringlichen Bedürfnis sich seines Biers zu entschlagen Folge geleistet hat.

Mich interessiert ja Fussball auch nicht, der Sch.. ist aber wenigstens nach 90 Minuten vorbei …

Written by medicus58

16. Januar 2019 at 15:53

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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