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Wag the Dead

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Wer kennt sie nicht Berry Levingstons bitterböse 1997 Satire Wag the Dog über den inszenierten Krieg in Albanien, die dem US amerikanischen Präsidenten seine Wiederwahl sichern sollte. Der etwas schräge Titel zielte auf die mediale Machtmanipulation, die die wahren Verhältnisse auf den Kopf stellte, als ob es der Schwanz wäre, der den Hund wedeln würde.

Seit damals haben wir Ähnliches schon oft erlebt, vom zweiten Golfkrieg bis zur Lewinsky Affäre.

Wenn nun die Welt bewundernd auf einen ukrainischen Präsidenten blickt, der seine Wahl nicht zuletzt einer Politsatire (Diener des Volkes) verdankt, die die Ukraine in russischer Sprache für ein russisches Publikum als durch und durch korrupt und in der Hand ukrainischer Oligarchen porträtierte, kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass da erneut eine grausige Politsatire abläuft.

Selenskyjs Fernsehserie wurde u. a. von einem ukrainischen Oligarchen finanziert, gegen den sowohl in Russland als auch in der Ukraine Prozesse laufen, denen er sich durch Flucht entzogen hat.

The Guardian erinnert heute erneut daran, dass sich Selenskj mit den gleichen Beratern und Redenschreibern umgibt, die schon seine Fernsehserie schrieben.

Von Selenskyjs eigenen Finanzproblemen, Stichwort Pandora Papers ist nichts mehr zu hören, während dies noch letzten Herbst sogar im ORF Thema war.

Keine Frage, dass Russland die Ukraine völkerrechtswidrig angegriffen hat, nur ist der uns gebotene Plot, wenn wir in der Filmsprache bleiben, voller Löcher, Ungereimtheiten und Blendgranaten.

Wie schon so oft in der Geschichte werden das einzig Bleibende die Toten beider Seiten sein. Wofür sie auch immer geschlachtet wurden, für ihre Freiheit, für unsere Freiheit, für den Testfall aktueller und nicht mehr aktueller Waffensysteme, für EU und NATO Beitritt oder was auch immer, ob es das für sie wert war können wir sie nicht mehr fragen. Antworten werden uns vermutlich aber dieselben Drehbuchautoren, die sie in den Tod geschickt haben.

Written by medicus58

19. April 2022 at 11:44

Veröffentlicht in Renaissance der Aufklärung

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Causa Trump : Alle spinnen und wir fallen darauf rein : Wank the Dog

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Natürlich stimme ich Robert De Niro in seiner Einschätzung der menschlichen und politischen Qualität des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vollinhaltlich zu, auch wenn mein Wunsch „ihm in die Fresse zu hauen“ etwas weniger stark ist.

Vermutlich ist es auch kein Zufall, dass De Niros Video-Statement knapp vor dem Wahlgang und unmittelbar nachdem Trumps sexistisches Geschwätz aus dem Jahre  2005 (!) viral ging.

Selbstverständlich wird jeder mit einem Anflug an Anstand diese Aussagen als das sehen was sie waren, abstoßende Aussagen eines dirty old man.
Aber, hallo! Hat irgendjemand auf diesem Planeten je daran gezweifelt, dass sowas NICHT aus dem Mund eines Mannes kommen würde, der sein ganzes Leben mit „seinen  Eroberungen“, finanziell und sexuell prahlte?
Trotzdem diskutierte die halbe Welt darüber, übertraf sich in wohlmeinenden Statements und ratterte politisch korrekt rauf und runter, was man dazu immer zu sagen hat.

Und wieder muss man dem, wie schon Herrn De Niro, vollinhaltlich zustimmen, wollte man nicht als Verharmloser, oder sogar auch als sexistisches Arschloch gelten,aber nochmals:
Worin liegt der Neuigkeitswert erfahren zu haben, dass ein Rechter ein Rechter, ein Linker ein Linker, ein Arschloch ein Arschloch ist?

Wenn Ihnen aber die Medien etwas erzählen, an dem Sie ohnehin nicht zweifelten, dass Sie ohnehin mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wussten,
ja warum erzählen sie es Ihnen dann?
Cui bono, wie die Juristen gelernt haben zu fragen ….
Wenn Sie nichts dazugelernt haben, sollten Sie sich fragen, weshalb sich nun alle aufregen …
Das letzte Mal wo sich um mich herum alle aufregten, war übrigens in der Lissaboner U-Bahn, wo man versuchte mir etwas aus der Manteltasche zu stehlen.
Es regten sich aber nicht die anderen Fahrgäste auf, sondern die Komplizen des Taschendiebs, die dann alle nach dem missglückten Versuch gleichzeitig ausstiegen.

A propos Robert De Niro: Ich denke er kann sich noch an seine Rolle als Spindoktor in dem köstlichen Film Wag the Dog  aus 1997 erinnern:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wag_the_Dog_%E2%80%93_Wenn_der_Schwanz_mit_dem_Hund_wedelt

Wenn damals der Schwanz mit dem Hund wedelte, scheint mir jetzt wieder was ziemlich gewedelt, oder anders ausgedrückt: Wank the Dog

Die Anwendung dieser Erkenntnis auf die heimische Politik erlaube ich mir Ihnen zu überlassen,
aber vergessen Sie nie, dass in Zeiten des breitflächigen Vergessens so manche Sau immer wieder durchs mediale Dorf getrieben werden kann.

Sollten Sie aber zufälligerweise US-amerikanischer Wähler sein: Das ist natürlich KEINE Aufforderung Trump zu wählen, lesen Sie bitte den Text gegebenenfalls nochmals.

 

Written by medicus58

9. Oktober 2016 at 16:55

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