Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Ehe wir die Köpfe darüber einschlagen, ob die Gesellschaft gespalten ist, sollten wir ein paar Kleinigkeiten klar stellen

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Überzuckerten Rum für irgendeinen guten Zweck am Graben zu trinken vermittelt einem rasch die innere Wärme unter Gleichgesinnten zu sein. Stimmt ja auch irgendwie, denn alle um einen herum haben offenbar den gemeinsamen Wunsch zu punschen. So, what?

Ob es da aber um den Tratsch mit alten oder neugefundenen Freunden geht, um die gesellschaftlich saisonal akzeptierte Berauschung, den gute Zweck (welcher denn? , egal, Lions wird es schon wissen) oder einfach der Wunsch an einem der schönsten Orte der Wiener Innenstadt innehalten zu können, bleibt unklar. Jeder der Gründe ist OK , ich bezweifle aber ein gemeinsames Ziel der Mittrinker.

Ebenso unklar ist die inhaltliche Klammer der demonstrierenden Horden, die den heurigen Advent stärker prägen als die meist geschlossenen Weihnachtsmärkte, Punschbuden oder Beisln.

Über die wirre Mischung an Verfassungsschützenden, EsoterikerInnen, NeoNaziInnen, ImpfgegnerInnen und Berufsrandalierern habe ich schon gebloggt (Ich versuch Euch ja zu verstehen, liebe Demonstranten, Weihnacht in Wien, wie w1812, w1212, w0612,… ) nur scheint mir die Gegendemo vom letzten Sonntag Yes we care mindestens ebenso für das Missverständnis zu stehen, dass die, die gemeinsam demonstrieren nicht in sich ebenso gespalten sind wie die Adressaten ihrer Demo.

Es wurde der Toten der Pandemie gedacht, als ob uns deren Zahl nicht seit Monaten auf allen Kanälen mehrfach täglich in Erinnerung gebracht würde.

Es wurde der Gesundheitsberufen gedacht, und? Schloss sich irgendjemand der Forderung nach mehr Personal, besserer Arbeitsbedingungen, alters- und familiengerechten Arbeitszeiten an? Beschloss irgendwer der Demonstranten für eine bessere extramurale Versorgung einzutreten, damit nicht alles sofort in den Spitälern aufschlägt oder zukünftig nicht in der Nacht die Notaufnahme aufzusuchen, weil das irgendwie einfacher ist als sich mit chronischen Beschwerden einen Hausarzt zu suchen.

Haben die anwesenden Bedenkenträger im Taumel des Ereignisses beschlossen freiwillig ihre Krankenversicherungsbeiträge zu erhöhen? Oder werden sie morgen (hallo, ÖVP, NEOS, FPÖ) genauso überzeugt wieder die Senkung der Lohnnebenkosten fordern? Sie werden.

Wir waren, sind und werden immer gespalten sein, weil niemand sich die Mühe macht Voraussetzungen und Folgen jeder Forderung mitzudenken, weil genau das das wohlige Gemeinschaftsgefühl jeder Demo gefährden würde.

Ehe wir (hallo, Ärztekammer) jede abweichende Meinung mit Flamme und Schwert verfolgen nur um die Illusion des Gemeinschaftsgefühl, einer einheitlichen wissenschaftlichen Antwort oder des Guten und des Bösen aufrecht zu halten, täte es allen gut mit kleinen und mittleren Widersprüchlichkeiten zu leben und uns nur mehr gegen wirklichen Wahnwitz auszusprechen.

Eine Pandemie ist nicht dazu um Wahlen zu gewinnen oder Regierungen zu stürzen, nicht dazu Geld zu verdienen und die Abstände zwischen uns im Zentimetertakt per Verordnung festzulegen.

Eine Pandemie wird bekämpft in dem man das wenige, das man beeinflussen kann, rechtzeitig und dosiert anwendet.

Auch wenn der Typ neben einem am Punschstand freundlich rüber grinst. Gehen wir davon aus, dass uns möglicherweise nichts anderes mit ihm verbindet als der Alkoholspiegel.

Written by medicus58

21. Dezember 2021 at 11:09

Punsching Ball

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punsch

Vor vier Jahren fanden sich hier noch weihnachtliche Impressionen aus Paris: Ein wenig Weihnachtsmarkt und ein etwas deplazierter Löwe
https://medicus58.wordpress.com/2012/12/02/paris-2012-ein-wenig-weihnachtsmarkt-und-ein-etwas-deplazierter-lowe/
Seither ist viel in Paris passiert. Heuer blieb ich im Lande und knipste im Wiener Museumsquartier, Bratapfelpunsch statt Champagner ….

Paris mag seine Qualitäten haben, aber so richtig ohne schlechtes Gewissen saufen können Sie halt nur in Wien!

Der Urlaubshamster hat übrigens einen nicht uninteressanten Preis-Check auf den unzähligen Alkohol-Tankstellen der Stadt gemacht:
http://www.urlaubshamster.at/christkindlmarkt-wien/

Am günstigsten kommen Sie zu Ihrer Alkohol-Leber im Türkenschanzpark,  im Alten AKH gibt es die teuersten Ofenerdäpfel.
https://kurier.at/genuss/wien-christkindlmarkt-preisvergleich-wo-es-den-billigsten-punsch-am-christkindlmarkt-gibt/233.265.060

Um sich mit gutem Gewissen besinnungslos zu saufen, wenden Sie sich an die zahllosen karitativen Organisationen, von der Ute Bock bis zur Gruft.
Wenn Sie den Mahü Marathon durchstehen, haben Sie den Iron-Advent-Man geschafft und morgen hat Ihr Hausarzt ja wieder offen, um Sie in den Krankenstand zu schicken …

Ja, und für die meisten von uns ist das auch die einzige Zeit im Jahr, um zu wissen, was der Lion’s Club so treibt …

Und bald beginnt ohnehin die richtige Ball Saison, da ist der Alk so teuer, dass die Leber aufatmen kann.

Written by medicus58

14. Dezember 2016 at 18:31

Veröffentlicht in Reisen

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