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Deshalb brennen noch wir und nicht die Paläste, pardon Unis.

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Krems 

Natürlich bestimmt, wie hier schon öfters festgestellt (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33160) die Position des Sprechenden seine Haltung zur Lage der medizinischen Universitäten.

Auch dass die Med-Unis eine beliebte Spielwiese von Provinzpolitikersind (http://wp.me/p1kfuX-l5) darf als sattsam bekannt vorausgesetzt zu werden.

Auch wie diese Inflationierung der Wissenschaft vom Plagiat über dieMeduni OÖ zu gesellschaftlichen Seilschaften führt, hat uns hier (http://wp.me/p1kfuX-A4) schon beschäftigt.

Auch wenn die Ärzteausbildung aktuell eine enorme Baustelle darstellt (Das Chaos der Ärzteausbildung http://wp.me/p1kfuX-GQ;Ärzteausbildung revisited oder leckt’s mich am 15ahttp://wp.me/p1kfuX-IC) verwirklichen sich unsere Politiker auch so gerne mit neuen Medunis, weil wir dafür ohnehin nicht nur über die sehr hohe Steuerquote brennen (für nicht Wiener = bezahlen) sondern zusätzlich auch aus unserem Privatportemonnaie dazuzahlen.

An Erwin Prölls Prestigeobjekt, nein nicht die Eliteuni Guggingsondern die Landsteiner Privatuniversität in Krems werdenStudiengebühren von bis zu 14.000 Euro erwartet, wie der Standard berichtet (http://derstandard.at/1385169166321/Krems-Landsteiner-Privatuni-akkreditiert).

Wieso Lehrgänge in „Neurorehabilitationswissenschaften“, sowie „Psychotherapie- und Beratungswissenschaften“ laut Pröll die „Nahversorgung im Gesundheitswesen“ verbessern sollen, bleibt zwar unklar, klingt aber gut und hat in Linz ja auch funktioniert …

Klar winkt der Landesvater mit üppigen Stipendien für die Landeskinder, aber (siehe die zunehmende Finanzierungslücke der FastHochschulen =Fachhochschulen) wie das nach der „Anschubfinanzierung“ in einigen Jahren weitergeht, weiß man natürlich noch nicht.

Und wieder ein Schritt in Richtung eines medizinischen Jodeldiploms
(http://youtu.be/zNRSp9M3b0g), den wir uns zahlen müssen, damit die gesellschaftspolitische Schimäre einer zunehmenden akademischen Elite, die wir unserer Politik zu verdanken haben, aufrecht erhalten bleibt….
oder mit anderen Worten, keiner hinterfragt was man denn mit all den Qualifikationen, Doktorrollen und schönen Namenszusätzen denn anfangen werden.

Auf dem Klavier unserer Eitelkeiten lässt sich trefflich spielen.

Wir zahlen gerne zusätzlich für die hohlen Versprechungen der Politik, statt dass wir für die bereits zu leistenden Abgaben etwas fordern.

Deshalb brennen noch wir und nicht die Paläste, pardon Unis.

Written by medicus58

29. November 2013 at 07:28

Unis heute: ausgebrannt

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Während
Herr Wissenschaftsminister Töchterle
unverdrossen die Gebetsmühle „Studiengebühren“ dreht:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56671
und vor weniger als einer Woche das Audimax besetzt wurde,
u.a. als Protest gegen die
Einstellung des Bachelorstudiums Internationale Entwicklung
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56548

rückt in diesen Augenblicken schon wieder die WEGA aus, um den bereits 150 Polizistinnen zu Hilfe zu kommen, die eine erneute Unibesetzung während einer Sitzung des Senats verhindern sollen.

Prinzipiell stimme ich dem Kommentar von Dominik Leitner (http://neuwal.com/index.php/2012/04/26/unibrennt-abgebrannt/) der kurz vor der erneuten Besetzung veröffentlicht wurde, schon zu, dass Unibesetzungen vermutlich kein geeignetes Mittel mehr darstellen, um die Probleme anzugehen,

ABER SOLANGE DIE POLITIK EIN WAHRNEHMUNGSPROBLEM HAT,

fiele mir auch nichts Besseres ein.

Bildnachweis: Twitter http://yfrog.com/ob31982672j von #unibrennt

Aktuelles Video: http://yfrog.com/5zf1vz

Written by medicus58

26. April 2012 at 15:59

Studiengebühren ein Töchterle der Zeit

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Im Online Standard wird zum x-mal Wissenschaftsminister Töchterle zitiert, der mantraartig die Universitäten zur Einführung von Studiengebühren drängt.
Wie bekannt ist diese Regierung ja nicht fähig gewesen dieses Problem nach Aufhebung ihrer letzen Gesetzgebung top down zu regeln.

Im Forum dokumentiert Diskussionsteilnehmer „Reich sein muss sich lohnen!“
http://derstandard.at/plink/1334795834987?sap=2&_pid=25770676#pid25770676 Töchterles Meinungsumschwung:

Als Fakultätsvorsitzender der Geisteswissenschaftlichen Fakultät sandte er noch ganz andere Signale:

Fakultätskollegium der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Uni Innsbruck lehnt Studiengebühren ab
Resolution des Fakultätskollegiums der Geisteswissenschaftlichen Fakultät an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck zur Bildungspolitik und zur Einführung von Studiengebühren:

1. Die Fakultät verurteilt aufs schärfste die Vorgangsweise zur Durchführung von bildungspolitischen Maßnahmen:
ohne Diskussion mit den Betroffenen
ohne Konsens mit den Sozialpartnern
undemokratisch
überfallsartig, da kurz zuvor eine Einführung von allgemeinen Studiengebühren noch verneint wurde.

2. Die Fakultät verurteilt die Inhalte der sogenannten Bildungsmaßnahmen:
sie sind bildungsfeindlich
sie bevorzugen finanzielle Eliten
sie führen zur Reduktion der ohnehin schon geringen AkademikerInnenquote in Österreich
sie dienen nur der Budgetkonsolidierung, machen aber junge Leute zu SchuldnerInnen

3. Die Fakultät lehnt daher die Einführung von Studiengebühren ab.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Karlheinz Töchterle (Fakultätsvorsitzender der Geisteswissenschaftlichen Fakultät)
Tel.: 0512 – 507-4086, bzw. Dekant: 0512 – 507-4001
http://www.uibk.ac.at/public-relations/presse/texte/2000/nov_00/48-00.html

Da stellt sich doch die Frage, wes Geisteskind dieser Geisteswissenschaftler ist!

Man kann natürlich gescheiter werden innerhalb von 12 Jahren, aber
welche Erkenntnis hat den Töchterle befallen, dass all diese Argumente sich ins Gegenteil verkehrten?

Wie schon öfters hier zitiert, hat mich mein Lehrer gelehrt, dass „Professor“ übersetzt „Bekenner“ heißt.

Möge BuMin Professor Dr. Töchterle bekennen, in welchem Ausmaß sein Argumentationsschwenk durch parteipolitische Rücksichtsnahmen bedingt war und nicht einem eigenen Erkenntnisgewinn.

Welche wissenschaftlichen Publikationen über sozio-ökonomische Zusammenhänge in den letzten 12 Jahren ihn überzeugt haben, dass es BILDUNGSFREUNDLICH ist, Geld für den Zugang zu Vorlesungen zu verlangen?

Ich bekenne,
dass ich BuMin Professor Dr. Töchterle für eine Flasche halte.

Links:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56548
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=52689
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=52765
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53526

Written by medicus58

21. April 2012 at 18:18

Die Uni brennt und im Spital raucht’s auch

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Gestern gab’s wieder eine Uni-Besetzung, von der die APA dann auch mit einiger Verspätung berichtete.
Der Grund war diesmal ein bemerkenswerter:
Studenten der Internationalen Entwicklung haben am Donnerstag das Audimax der Universität Wien für mehrere Stunden besetzt. Sie forderten ein Weiterbestehen des Bachelorstudiums Internationale Entwicklung.
Das Rektorat hatte angekündigt, nur das Masterstudium weiterführen zu wollen.
http://derstandard.at/1334530915494/Studenten-protestierten-gegen-Rektorat-Uni-Wien-Polizei-raeumte-besetztes-Audimax

Na wo gibt’s denn so was …. für mehr Studienbeihilfen und weniger –gebühren, für den Weltfrieden zu demonstrieren, war man von den akademischen Azubis schon gewöhnt, aber dass sie für MEHR Bolognia protestieren, das verwundert ebenso, wie das Fakt, dass dieser Beitrag hier in der Gesundheitssystems-Spalte gelangte …

Wir machen uns hier nun auch des „Überraschungsverbotes“ schuldig, das das Grazer OLG der ersten Instanz vorgeworfen hat und deshalb das Urteil gegen UWE Scheuch aufgehoben hat (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=34247) aber das gehört ja wieder ins Satanswinkerl, so dass auch für diesen Bereich wieder Werbung betrieben wird.

Zurück zum Gesundheitswesen und seinen Querverbindungen in die Welt der Bildung a la bolognese.

Es gab Zeiten, da wurde Krankenpflege und medizinisch-technische Berufe (RöntgenassistenIn, medizinisch Technische AssistentIn, …)
an Schulen und letztere später an Akademien unterrichtet,
die meist großen Spitäler angeschlossen waren und – das war vielen ein Dorn im Auge – letztlich aus dem Krankenhausbudget finanziert werden musste. So ganz falsch war das aber nicht, denn im Rahmen der praktischen Ausbildung „halfen“ die Azubis in eben diesen Spitälern mit bzw. die Ärzte, KrankenpflegerInnen, Techniker, Physiker, …etc. unterrichteten gegen sehr geringes Entgelt unmittelbar nach (manchmal auch während) ihres Hauptjobs im Spital. Eine österreichische Lösung halt.

Im Zuge des Bolognia-Prozesses, der für sehr vieles als Begründung herangezogen wurde wofür er vielleicht gar nicht gedacht war, sahen die Verantwortlichen der Gesundheitsbudgets die Möglichkeit, sich der Kosten dieses Schul- und Akademiebetriebes zu entledigen und verkauften das als dann den Betroffenen als Aufwertung, d.h. Akademisierung dieser Berufe.

Als äußerliches Zeichen wurde die „Assistenz“ aus den Berufsbezeichnungen der medizinische-technischen Dienste (MTD) entfernt, ein sachlich m.E. hinterfragbares Recht zur eigenständigen Berufsausübung wurde ins MTD Gesetz geschrieben (die „Physiko“ diagnostiziert die Ursache ihrer Rückenschmerzen, entscheidet welche Therapie hier angewandt wird und bestätigt sich gleich selbst in der Verlaufskontrolle) und aus den Radiologieassistenten (RTA) wurden die RadiologietechnologInnen (RT), aus den medizinisch-technischen AssistentInnen (MTA) im Labor wurden die die BAs (Biochemische AnalytikerInnen), .. .etc.

Die Fachhochschulen (FHs) waren geboren (http://de.wikipedia.org/wiki/Fachhochschule)
UND ein Wildwuchs im Angebot an Lehrgängen jeglicher Art
UND (trotz stattlicher Förderungen des FH Sektors durch die öffentliche Hand) Semestergebühren in stattlicher Höhe, die die Azubis natürlich nun selbst zu bezahlen haben.

Für die MTDs ist dieser Prozess abgeschlossen, für die Pflegeberufe beginnt er langsam wirksam zu werden.

Hat man sich z.B. in Wien entschlossen den Pflegeberuf zu ergreifen und hat mind. 10 Schulstufen der Grundschule erfolgreich absolviert, dann zahlt die Stadt Wien die nachfolgende 3-jährige Ausbildung und diese endete mit einem Diplom, das zur Berufsausübung im gehobenen Dienst der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege berechtigt.
Da aus einer Reihe von Gründen dieser Beruf nicht allzu attraktiv war bzw. viele AbsolventInnen den Beruf nur bis zur Familiengründung ausüben, wurden insbesondere in Wien seit Jahrzehnten ganze Horden von Pflegekräften von den Philippinen und dem ehemaligen Ostblock „importiert“.

Strebt man jedoch nach Höherem findet man nun an den FHs genügend Möglichkeiten sich, unabhängig der wirklichen Familienplanung, Bachelor zu nennen.
Zuerst z.B. 4 Semester berufsbegleitend bis zum Master of Science in Advanced Nursing Counseling (MSc) (
120 ECTS-Credits) für 10.800 € und dann 6 Semester Vollzeit, d.h. Sie scheiden aus dem Berufsleben aus) zum Bachelor of Science in Health Studies (BSc) (180 ECTS-Credits) für € 363,36 + ÖH Beitrag pro Semester.

Es würde den Platz hier sprengen, wenn man alle einschlägigen Kurse hier anführen würde, aber auf http://www.fh-campuswien.ac.at/studium/ können Sie sich gerne ein Bild machen.
Die FH Campus Wien ist mit ca. 3800 Studierenden eine der größten Fachhochschulen in Österreich, jedoch letztendlich nur eine von vielen: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Universit%C3%A4ten_und_Fachhochschulen, von denen die meisten Kurse im weiten Feld der Gesundheitswissenschaften bzw. der Life Science anbieten.

Jetzt mag man einwenden, dass denn das alles eh unheimlich supi wäre, denn ein mehr an Ausbildung kann doch nicht schlecht sein?!

Doch, das ist es:
Unterschiedliche Berufe haben einen unterschiedlichen Bedarf an

Kenntnissen“ = theoretische Wissen
Erfahrungen“ = empirischen Wahrnehmungen  in aktiver oder passiver Rolle
Fertigkeiten“ = Fähigkeit etwas auch (manuell) eigenverantwortlich zu tun

Selbstverständlich, handelt sich ja bei den FHs um „wissenschaftliche“ Einrichtungen, so dass wir von dort mit einer Fülle an „Arbeiten“ überschwemmt werden, die durchaus ambitioniert sein können, jedoch, in Zeiten da die universitäre Forschung im Bereich der Medizin kaum mehr finanzierbar ist, irgendwo oberflächlich bleiben müssen.

Nie wird nach der Evidenz gefragt, ob denn das Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit zu einer besseren Performance in einem Beruf führt, der im täglichen Leben keine „Forschung“ sondern „Handeln“ auf Basis der erforschten Wissensbasis erfordert.

Verstehen Sie mich nicht falsch, natürlich gibt es einen Bedarf an Forschung in den Pflegewissenschaften, jedoch ist für mich sehr hinterfragbar, ob die Mehrheit der Menschen, deren primärer Impuls es war „Menschen zu pflegen“, von tieferen Kenntnissen der Multivarianzanalyse profitieren, weder persönlich noch in ihrer täglichen Arbeit.

Und das führt uns wieder zum aktuellen Ausgangspunkt:

Sowohl in einem IMHO (in my humble opinion) mehr theoretisch als praktisch ausgerichteten Fach, eben den Internationalen Beziehungen, als auch in den überwiegend praktisch orientierten Ausbildungen nicht-ärztlichen Berufe in der Medizin gibt es einen extremen Trend in Richtung einer Akademisierung,.

In der Ärzteausbildung hingegen hält sich das Gespenst des „Medizin Bachelors“ http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/491057/MedizinBachelor_Aerzte-gegen-ein-bisschen-Medizin , wird auch auf europ. Ebene weiter diskutiert (http://www.wissenschaftsmanagement-online.de/converis/artikel/1210).

So weit sind wir in Ö noch nicht, aber der hier schon einmal angeprangerte OÖ Ärztekammerpräsident Niedermoser (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33516) hat diese Haltung gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit (Dr. Türk) durch dieModularisierung“ der postpromotionellen Ärzteausbildung weitergeführt, wo (Originalzitat:)

„Halt nicht mehr jeder Facharzt alles in seinem Fach können muss.“

Also stellt sich die Frage, ob sich nicht auch die Medizinstudenten mit den Audimaxbesetzern (#unibrennt) solidarisieren sollen, denn der Trend vom soliden Erlernen des Handwerks hin zu Theoretisierung und oberflächlichen „Akademisierung“ ist hier wie dort unübersehbar.

Das Büro der http://unibrennt.at/  befindet sich übrigens auch in der SPITALgasse, am Fuße des AKH….

Bildnachweis: HP Screenshot von #unibrennt

VideoDokuhttp://youtu.be/DMtgSoTva_I

Nachtrag 21.7.2012
Neues Angebot „Donau-Universität“ Krems
Spirituelle Begleitung in der globalisierten Gesellschaft
Akademische/r Experte/in
Master of Arts
http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/spirituelle_begleitung/index.php

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