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Nach 100% ist es aus, das Kasperltheater

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Zum dräuenden Jahrestag des Super-GAUs im AKW Fukushima lud Armin Wolf erneut Kasperl und Krokodil ein, damit sich die PT Zuschauer erneut ergözen mögen, wie sich die beiden nicht einigen.

Das war auch @ArminWolf via Twitter im Vorfeld klar:
Wird eine interessante Fukushima-Debatte jetzt zwischen den Herren Kromp und Steinhauser. Sind sich praktisch in nichts einig.

Georg Steinhauser, eloquenter und telegener Radiochemiker am Atominstitut der TU in statu habilitandi (2008 FAME LAB http://www.youtube.com/watch?v=19Vxg2ZWAlg ) und naturgemäß an der Weiterentwicklung der Reaktortechnik interessiert, sonst hätte er ja am Reinhardseminar inskripiert.

Wolfgang Kromp (Institut für Sicherheits- und Risikoforschung der BoKu) und laut Zeit Online, der Prophet der Apokalypse, die Kassandra der Republik (Der graue Wolf im Heimatlook erklimmt das Podium. Das Trachtenband um den Hals ist sein Amulett gegen die Globalisierung). http://www.zeit.de/2011/13/A-Kromp)

Persönlich hatte ich, der die Nutzung dieser Technologie zur Energiegewinnung seit den 70er Jahre ablehnt aber versucht die Mitte zwischen Verharmlosung und Alarmismus zu finden, die zweifelhafte Ehre in den rufschädigenden Bannstrahl von Kromp zu kommen, weil ich ihm vorwarf, dass seine Argumentation (bewußt?) zu vage bleibt, bzw. er bei seinem Lieblingsthema, das er auch gestern wieder angesprochen hat, (völlig unbekannt was mit Radionukliden im Meer passiert), wissenschaftliche Fakten entweder nicht kennt oder negiert.

Nach der üblich-saftigen Einmoderierung 
„würden Sie Gemüse aus Fukushima essen“ 
wurden gestern in der ZIB2 wieder die üblichen Standpunkte eingenommen:

Steinhauser: „es ist ja gar nicht so viel passiert“
Kromp: „ein Großexperiment, von dem wir nicht wissen was da noch kommt“

Hat das den Auftrag des öffentlich rechtlichen Rundfunks erfüllt?

Ich bezweifle es, denn die uns allen von vielen Journalisten gestellte Frage „Ist das schlimm?“ lässt sich naturgemäß die Medien nur befriedigend beantworten, wenn man sich auf ein Ja oder Nein beschränkt,
was aber ohne vorheriger Festlegung des Messsystems aber methodisch angreifbar bleiben muss.

Jedem, der sich jenseits der Baumschule gebildet hat, wurden die Kant’schen Kernfragen:
Was kann ich wissen??
Was soll ich tun??
Was darf ich hoffen??
eingebleut.
Heute müsste der Alte vermutlich seinen Kanon um die Frage des
Wovor soll ich mich fremdfürchten??
(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35227) ergänzen.

Öffentlich-rechtliche Information sollte meines Erachtens einmal die unbestreitbaren FAKTEN UND IHRE VERTRAUENSBEREICHE festmachen, wobei das Schwergewicht auf diesen Fakten zu ruhen hat, die auch für den hiesigen Medienkonsumenten entscheidungsrelevant sind.

Also konkret müsste man Armin Wolf antworten, dass jeder von uns jedes Gemüse auch aus der Sperrzone einmal essen könnte, ohne dass das sein sicherer Tod wäre, weil es für uns eine EINZELDOSIS wäre, das Problem aber im Dauerkonsum kontaminierter Nahrung der Anreiner liegt.

Theoretisch wird etwa 1 von etwa 1,6 Millionen Menschen, die eine Zigarette pro Jahr rauchen, genau an dieser Zigarette durch Lungenkrebs sterben, 
weil statistisch gesichert ist, dass unter 200 Menschen, die 8000 Zigaretten/Jahr rauchen einer pro Jahr daran sterben wird.

Ob aber diese LINEARE EXTRAPOLATION eiens gesicherten Risikos bei hoher Exposition auch bis gegen Null valide ist, kann keiner sagen.

ABER:

Es wäre zum Beispiel eine sinnvolle Anregung auf Basis der bekannt gewordenen Problemen der Informationsweitergabe (um es freundlich zu formulieren) zwischen Betreiber und Aufsichtsbehörde

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1576888/ZDFzoom:-Die-Fukushima-Lüge 

zu diskutieren, ob es gesellschaftspolitisch wünschenswert ist, dass Risikotechnologien im Bereich privater, zur Gewinnmaximierung ihrer Miteigentümer (share holder value) verpflichteter Firmen bleiben dürfen.

Dieses Problem liesse sich auch – und dann macht es Sinn und ist keine der üblichen Like/DisLike Schlachten – an Beispielen aus anderen Industrien abhandeln:

Bhopal/Union Carbide/Auslagerung in die Dritte Welt: http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Bhopal
Mexikanischer Golf/BP/Tiefseebohrung:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lpest_im_Golf_von_Mexiko_2010
ÖMV/Weinviertel/Fracking: http://derstandard.at/1330390280448/Weinviertel-OMV-lenkt-ein-Vorerst-keine-Schiefergasfoerderung

Das aufgewärmte Gruseln, ob der japanische Butterfisch im Shushi oder der japanische Blattspinat uns im Munde stecken bleiben soll, schafft wenig Erkenntnis.

Das Kasperltheater der streitenden Experten bringt wenig, egal ob das Wasser halbvoll oder halbleer ist.

Ein Risikoforscher Kromp ist für mich nicht sehr überzeugend, wenn er (siehe die Arbeitsgebiete seiner Institutshomepage:  nahezu ausschliesslich mit dem atomaren Risiko befasst.
https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.orgeinheit_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=201&id_in=H818

UND DOCH:

Ein fast nur gemurmelter Beitrag Kromps in seinem Rückzugsgefecht hat dann doch das wirklichee Problem angesprochen:

Wir können nicht 1 1/2 Welten für den Energiehunger der entwickelten Welt verbrauchen …..

Es gibt eine Möglichkeit, die Gefahren des Super GAUs auch ohne Übertreibung in eines der beiden Extreme zu diskutieren:

Ist ist ziemlich egal, ob die residuale Strahlenbelastung die japanische Krebsrate um 0,002% angehoben wird
(der Chemiker Steinhauser zitiert den Onkologen Gale mit einer Sterberate von 0,001%) oder
(meine worst case Annahme für eine seafood basierte Exposition auf Basis der Daten nach den Unfällen in Windscale/Sellafield http://de.wikipedia.org/wiki/Windscale
um maximal 0,5% für die betroffenen Küstenabschnitte ansteigt…

Am Ende der Fahnenstange haben wir alle als Gesellschaft „100% Risikolose“:
 
Wenn wir die verspielt haben ist es aus …

Links:
Versuch einer Kommunikation von Strahlenrisiko:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32224 
ZIB 2
http://tvthek.orf.at/programs/79134-Spaet-ZIB/episodes/3698623-ZIB-2

Gezwitscher im Zentrum

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Als Nachschlag zu meinem Beitrag übder das ungelöste Rätsel des Falles K. 

(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53054) möchte ich nachfolgend einen Auszug des Gezwitschere (Twitter) während dem gestrigen Im Zentrum publizieren.

Bemerkenswert ist der überproportionale Anteil an Journalisten (Klenk, Milborn, Wolf, …) die hier die Sau rauslassen … 

Der letzte der hier wiedergegeben Tweets bringt sehr gut auf den Punkt, was ich in meinem Beitrag versucht habe wortreich darzulegen:

@Finefranfine: Ich hab noch nicht ganz verstanden, worum es eigentlich _wirklich_ geht. #imzentrum #kampusch selbst kann es nicht sein.

Auch in der gestrigen Diskussion blieb die Frage nach der fehlenden Distanzlosigkeit aller Beteiligten, selbst für Herrn Petzner, offen.
@florianklenk: Wie konnte ein mann wie rzeszut ogh-präsident werden? #ImZentrum #Kampusch
@danimrich: #imZentrum Mein Gott, wie toll, dass man inmitten der ganzen Korruptionsgeschichten wieder mal den Kampusch-Fall aufwärmen kann! ….
@HubertSickinger: Übrigens war es nicht okay, den vollen Namen des Priklopil-Freundes H. zu nennen, denn allgemein bekannt war der nicht. #imzentrum
@corinnamilborn: Rzeszut unterstellt jetzt also tatsächlich, dass Kampusch lügt. #imzentrum
@corinnamilborn: Rzeszut hinterlässt mich fassungslos. Dieser Mann war ogh-Präsident? #imzentrum
@isabelledaniel: Der einzige – aus meiner Sicht – vernünftige im #imzentrum ist Haller. Mangelnde emotionale Distanz aller Seiten bzgl kampusch konstatiert.
@Groebchen: Könnte man dieses FP-Flintenweib nicht auf die Aktenvollständigkeit im Fall #KHG ansetzen? Liechtenstein ergibt sich freiwillig. #ImZentrum
@florianklenk: Die fpölerin ist total verrückt. Sie macht sich auf kosten kampuschs wichtig. Eine ekelerregende hysterikerin #Kampusch #ImZentrum
@ArminWolf: Jetzt schlägt Frau Jenewein von der FPÖ auch noch vor, der KGB solle im Fall Kampusch ermitteln. #ImZentrum – Wie bizarr wird’s noch?
@florianklenk: fall kampusch zeigt, wie progressive, dem opferschutz verpflichtete strafrechtler von reaktionären diskreditiert werden #ImZentrum
@corinnamilborn: meine vemutung, warum manche so sehr am vorwurf festhalten, kampusch verheimliche etwas http://www.news.at/articles/1209/512/320640/causa-kampusch-der-hass-opfer #imzentrum
@lisaigner: Wer zerrt Kampusch in die Medien? Die Diskussion ist echt zum Kotzen. #ImZentrum
@hplehofer: Super Synergie: Kampusch-Cover im News u News-Chefredakteur moderiert #imzentrum dazu. Verstehe jetzt das #imzentrumboykott in meiner TL
@stefan_petzner: unverständlich, warum KEINE der beiden seiten causa #kampusch sachlich, auf basis der fakten diskutieren kann… #ImZentrum
@joachimriedl: Und nach #Kampusch kommt im #ORF Farah Diba; glänzende Programmierung! Danach bitte Oliver Stone „JFK“: Sleepless Conspiracies
@florianklenk: Die FPÖlerin & Rzeszut: irreal kritiklos unkorrigierbar. #ImZentrum #Kampusch
@elisalexhenckel: Muehlbacher erinnert: das ist kein gesellschaftsspiel. #kampusch
@Finefranfine: schade, dass #kampusch nicht so interessant war, als sie noch verschwunden war. dann wäre sie vlt. schneller gefunden worden #imzentrum
@krisenfrey: Mühlbacher, Feuerstein & Co klingen einfach glaubwürdiger als die Verschwörer. Das ist entscheidend. #kampusch #imzentrum
‏@HubertSickinger: Ich habe größte Zweifel, dass österr. Abgeordnete die besseren Kriminalisten oder Staatsanwälte sind. Nach #imzentrum umso mehr #kampusch
@florianklenk: Die fpölerin ist total verrückt. Sie macht sich auf kosten kampuschs wichtig. Eine ekelerregende hysterikerin #Kampusch #ImZentrum
@MarcoWegleiter: Dagmar Belakowitsch-Jenewein veröffentlicht Foto aus dem #Kampusch-Akt. #ImZentrum
@joachimriedl: oh Gott, jetzt himmet der #imzentrum Moderator die journalistischen Hyänen im Fall #Kampusch an: zum Kotzen diese Branche mitunter
@Finefranfine: Ich hab noch nicht ganz verstanden, worum es eigentlich _wirklich_ geht. #imzentrum #kampusch selbst kann es nicht sein.

Wer sich hier noch frägt, weshalb ich diese Beiträge in der Rubrik „Gesundheitssystem“ veröffentliche, der möge diesen Beitrag nochmals überfliegen ….

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