Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘Reisen

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 12

leave a comment »


Terzeira

1 Woche nach unserer Abreise kehrte scheinbare Normalität ein. Bis lang haben die Reservierungen trotz anfänglicher Probleme (Teil 1) gehalten und nach einer Odyssee mit der portugiesische TAP mit abgesagten Flügen und für 5 bzw 6 Tage verschollener Koffer (Teil 6) suchen wir hier auf Terzeira (Azoren) Wale und vermeiden Quallen. Beides nicht so leicht, aber gegen Tumulte um 2 Uhr früh am Flughafen LIS fast schon idyllisch.

Was bleibt ist das schale Bauchgefühl, ob der nächste Flug, die nächste Teservierung klappt und ob der Heimflug etwas planmäßiger als der Herflug ablaufen wird.

Ich weiß nicht, ob es das Lebensalter mit sich brachte, oder die immer praller gebuchten Flüge heute, vielleicht ist es auch eine Art Post-Covid, dass ich immer mehr dazu neige Schwierigkeiten zu erwarten, aber auch zu bekommen, wenn ich mich auf Reisen begebe. Mit 15kg im Rucksack in den späten 80ern durch China oder Papua Neuguinea zu trampen war sicher ein größeres Risiko, als heute mit mehreren Kreditkarten, Mietauto und Google Maps durch die Welt zu streunen, aber absurderweise passierte damals weniger Außerplanmäßiges als heute.

Zugegeben benötigte man damals auch nicht mehrere Ladegeräte für Kamera (Knopfbatterie hielt Jahre), Handy (gab es nicht) und Reiseplaner (war aus Papuer).

Written by medicus58

8. Juli 2022 at 14:28

Veröffentlicht in Reisen

Tagged with , , ,

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 1

leave a comment »


Vor etwa einem Jahr lasen Sie hier: Wegen Corona reisen, warum nicht! und Reisen am Ende der Pandemie, my ass.

Im April dieses Jahres dann schon ziemlich ernüchtert: Und wieder ein Jahr mit Covid-19 auf Reisen.

In dem nun begonenen und in zwangloser Folge ergänzten Thread geht’s uuum meinen Sommerurlaub 2022, der äußerst holprig begann und dessen weiteter Verlauf zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar ist.

Alles begann jm Vorjahr mit dem Versuch endlich eine Rundreise durch die Azoren zu buchen. Unter normalen Umständen würde ich ja sowas nie einem Reisebüro von der Stange abkaufen, aber Corona, Sie wissen schon: Risikominimierung und so.

Kaum, also drei Tage nachdem ich mich online angemeldet habe, rief jemand von diesem Reisebüro zurück und riet mir dringlich von einer Buchung ab:

Die portugiesische Fluglinie hat noch immer keinen Flugplan herausgegeben, alles ist so unsicher, vielleicht im Herbst, vielleicht besser in einem Jahr,…

Ich verbrachte den Sommer 2021 an der Loire und abgesehen von einigen Hoppalas (Fliegen wird wieder zum Abenteuer) ganz erholsam.

Heuer flatterten mir aber wieder soviel Werbung über Inselhüpfen auf den Azoren ins Online Postfach, dass ich mir fest vornahm, heuer den Trip endlich zu wagen, der mir schon viele Jahre im Kopf herumspukte.

Und die Schwierigkeiten begannen…

Written by medicus58

23. Juni 2022 at 19:06

Veröffentlicht in Reisen

Tagged with , , , , ,

72 Länder und das war es?

leave a comment »


72 Länder waren es bis jetzt, in die Ihr Medicus gefahren ist, manche mehrfach, manche nur einmal.

Für die UNO gibt es 195 Staaten, 193 irgendwie richtige und, erraten Sie es? Darüber hinaus noch den Vatikan und Palästina.

Da gäbe es noch viel zu tun, nur ist seit Anfang 2020 damit Schluß und höchstwahrscheinlich anders als der Bundesministrant und sein Volkschullehrer uns glauben machen, wahrscheinlich auch das nächste Jahr.

Für eine wirkliche Reise, muss man aus dem eigenen Land kommen, in ein anderes kommen und dort rein und wieder raus kommen.

Was schon früher schwierig war, wie 1988 für ein individuelles Visum für die VR China zu bekommen, wird langsam zum Spießrutenlauf.

Das amerikanische CDC kam grad drauf, dass man im Flugzeug, für die richtige Schlagzeile spricht mal gleich mal von Tausenden Fluggäste, mit dem Coronavirus in Kontakt kommen kann. Medien erklären uns täglich wer grad mehr Tote mit oder ohne oder trotz Corona hat.

Gehen wir davon aus, dass ich es zu meinen Lebzeiten nicht schaffen werde, alle Länder dieser Welt zu besuchen. Aber OK, Vatikan und Palästina kenne ich schon.

Written by medicus58

23. September 2020 at 22:31

Veröffentlicht in Reisen

Tagged with , , ,

Urlaub von Corona in Kurzistan und daneben VI

leave a comment »


Der Gang der Geschichte wollte es, dass sich das Heilige Land Tirol in drei Bruchstücken und auf zwei Länder erstreckt. Vergleicht man in den drei Teilen den Umgang der Hotellerie mit dem Coronavirus, dann fallen einem doch gravierende Unterschiede zwischen drei Häusern der jeweiligen Topkategorie auf.

Am vorbildlichsten scheint der Süden: Fieber messen beim Check-in, Masken auf allen Wegen im Hotel, außer bei der unmittelbaren Nahrungsaufnahme. An jeder Ecke ein Desinfektionsspender, der NICHT leer ist! Alles am Buffet, Obstsalat, Müsli, Schinken, Käse,.. in mundgerechte Portionen und in Klarsichthülle verpackt.

Auch der Norden hat es begriffen (die Ischgl-Überlebenden haben dort ja Zwischenstation gemacht), auch dort Desinfektionsspender am Selbstbedienungsbuffet, nur verwendet sie keiner, mal Maske, mal oben ohne.

Im Osten und im höchst bepunkteten Haus gibt man sich lässig. OK, am Buffet gabs nach langer Suche einen winzigen Desinfekionsspender, aber: einheitliches Vorlegebesteck, Obstsalat und Müsli, sowie alle anderen Goodies offen. Zum Tragen von Masken wird man nur auf einem Selbstkleber im Lift aufgefordert, machen tut das niemand. Höchstzahlen für die gleichzeitige Benutzung von Liften, Pools, Saunen,… Hearscht, wos isn des

Ehe Sie sich aber nun (zu Recht) über die auf den ersten Blick ja wirklich haarsträubend unterschiedlichen Interpretationen einer adäquaten Hygiene das Maul zerreissen, dürfen Sie mal raten, wo ich mir meinen (selbstlimitierten) Durchfall (Montezumas Rache) zugezogen habe.

Ich erspare Ihnen Details und hoffe Sie vertrauen auf meine medizinische und reisetechnische Vorerfahrung, aber alles sprach für eine Lebensmittel indizierte Enteritis durch einen PVC verpacktern Obstsalat im vorbildlichsten aller Betriebe.

OK, SARS CoV2 scheinen mir alle drei Betriebe erspart zu haben, aber eine ähnliche Durchfallerkrankung hatte ich bislang nur außerhalb von Europa. Ich darf daher Zweifel anmelden, ob alles so g’scheit ist, was aus hygienischer Sicht Sinn macht.

Written by medicus58

3. August 2020 at 10:20

Das Sch….haus

leave a comment »


Sie werden es nicht glauben Ihr Medicus stöbert durch alte Fotos und schlürft einen Crémant aus dem Elsass, sie wissen, den Champagner von außerhalb der Champagne …

Glauben Sie mir, ein hiesiger Schlumpfi wär besser, aber teurer … egal.

Dazu gibt‘ es übrigens 5 Alben von Carole King um 9.90 €. Sag mal einer, dass man Qualität heute nicht auch billig kriegt, weil sie kein Trottel mehr als solche erkennt, gilt für den Crémant wie für Carol King.

Ich erzähle dass alles um Ihnen eine Entschuldigung zu liefern, wieso ich Sie gerade mit diesem Foto der rund 130.000 auf meiner Festplatte gespeicherten belästige.

Aufgenommen habe ich es an den Klippen of Mohar, einer der spektakuläreren Naturschönheiten unseres Kontinents, vor etwa 5 Jahren.

Seit damals quält mich die Frage, was denn wir Männer denn, schon Jahre vor der MeToo-Bewegung auf einem Klo hinterlassen könnten, das eine Klofrau erschüttern könnte.

Ich kann mich noch gut an die Bahnhofstoiletten in Helsinki (1978) erinnern, die mit einer Art Saloon-Türe geschlossen wurden und die Putze, die ihrem Reinigungsauftrag dadurch nachgekommen ist, indem sie mit ihrem Mob zwischen meinen Beinen schrubbte, als ich versuchte die Reste meines Kalakkukus von mir zu geben.

Please be advises, these toilets may be serviced by a female attendant.

Nur wird eine irische Häuselfrau einer finnischen in wenig nahe stehen, wenn es um die scheinbar menschlichen Bedürfnisse geht. Ich erspare ihnen meine Unterhaltung mit einer Glasgow-er Häuselfrau 1977, die mir damals erzählte, dass sie früher als Hure gearbeitet hat, aber der neue Job, ihr besser gefällt, aber bitte liebe Geschlechtsgenossen, was macht ihr, am Häus`l, dass der Putze Probleme macht, und wenn ihr Carol King nicht kennt, kauft euch im Wühlkasten des nächsten Saturn, die frühen Alben der Carol King.

Keine Ahnung wie das zusammengehört, aber es würde die Welt besser machen, wenn ihr es versteht.

Written by medicus58

10. November 2019 at 21:03

Reiseapotheke war gestern

leave a comment »


Früher, also wirklich früher als es weder Internet noch Smartphones gab, empfahlen selbst Reiseführer für den Hardcore Tramper die Mitnahme einer Reiseapotheke, zu deren Grundausstattung neben Mückenschutz, Pflaster, Antipilzsalbe, NSAR, Repellent auch Imodium für die lange Busreise zählte, nachdem einen Montezuma Rache erwischt hat. Erfahrene Reisende nahmen (auch schon für den Italienurlaub) etwas Toilettenpapier mit, und weibliche Tramper ihre Monatshygiene, spätestens nachdem sich für diesen Bedarf der pittoreske Souk als unergiebig und das frustran Fragen danach als peinlich erwiesen hat.

Im Gegensatz zu vielen anderen war die Reiseapotheke Ihres Medicus aber (abhängig von der angesteuert Region) vergleichsweise dürftig mit den von anderen oft tonnenweise mitgeschleppten typischen rezeptpflichtigen Medikamenten wie Antibiotika bestückt, da man diese (so man die wesentlichen Stoffnamen parat hatte) in den entferntesten Ecken kaufen konnte. Ich fand damals im „hintersten Indien“ althergebrachte Antibiotika, für die heute in Europa Lieferengpässe bestehen. Die oft ins Treffen geführte Gefahr von Fälschungen, schien mir weniger ein Problem, eher dass man klarerweise nicht gerade das neueste Panzerschrank Ding verlangen durfte.

Selbst im China der. 80er Jahre ließ sich Jodtinktur für die Hautdesinfektion auftreiben.

Nur, soll davon eigentlich gar nicht die Rede sein, so dass Sie Ihre Pulverln für die nächste Gruppenreise nach Verona gerne einpackt lassen können.

Was sich heute zum richtigen Notfall auswachsen kann ist ein defektes Mobiltelefon.

Und dafür müssen Sie nichtmal Ihr gutes Stück im Mekong versenken. Das, wie ich selbst vor einiger Zeit bestaunen konnte, halten moderne Handys heute aus. Dass der überglückliche (chinesische) Besitzer dem mutigen Kambodschaner nicht mal Trinkgeld gab, nachdem dieser das verlorene Stück aus der braunen Brühe rettete, sei nur am Rande erwähnt. Tun Sie es unserem chinesischen Freund also nicht gleich, denn wäre ich Kambodschaner, mir wäre Ihr Verlust nun egal.

Aber auch wenn Sie meinen doch nicht so ungeschickt zu sein (welcher Trottel wirft sein Handy in den Fluss?): Da gibt es eine ganze Reihe von Handydefekten, vor denen Sie sich nicht sicher fühlen können:

Der Akku platzt in der Hitze, das Ladegerät gibt seinen Geist auf, das Verbindungskabel hat einen Bruch, nachdem Sie es mehrfach irgendwie in eine Fototasche gepresst haben. Natürlich gibt es dafür auch schon im kleinsten Dorf Ersatz, wie es die früher erwähnten Medikamente gab, weil schließlich auch der lokale Häuptling sein Handy hat. Aber ob Sie gerade die richtige Anschlussbuchse finden? Sie kennen Sie allein schon all die USB Varianten?

Wenn es den Akku zerfetzt hat, finden Sie den fest verbauten Akku Ihres Highend Smartphones gar nicht mehr so smart. Leider haben weder Apple noch Samsung einen zertifizierten Händler im Ort.

Nun, mögen Sie sagen, wäre das ja nicht so schlimm, schließlich telefoniere ich ohnehin selten aus dem Amazonasdelta.

Das schon, aber wo sind denn Ihre Bordkarten? Ah, in der Airline-App am Handy? Und wie erfahren Sie von der Verschiebung der Abflugzeit, was bei Billigfliegern immer mehr in Mode kommt, oder Ihren Online-Check-in, wie geht denn der, außer Ihre Unterkunft hat einen allgemein zugänglichen PC.

Auch wenn Sie das alles glauben niemals zu brauchen, haben Sie sich vielleicht schon an Google Maps als Navigationstool gewöhnt. Geht halt nicht, oder das Aufladen über die Powerbank, wenn das Handy am frühen Nachmittag schlapp macht, wenn Ihr Ladekabel (siehe oben) einen Bruch hat.

Selbst wenn Sie Ihr Handy nur als Kompass, zur Restaurant-Suche oder zur Vorbestellung Ihrer nächsten Übernachtung, als Eintrittskarte für die online gebuchte Sehenswürdigkeit, Fähre, Ausweisersatz, Passkopie,… etc. verwenden müssen. Und mal Hand aufs Herz, kennen Sie noch die Telefonnummern, mit denen Sie sich im Notfall in Verbindung setzen müssen, oder weiß die auch nur mehr Ihr Phone?

Also, meinetwegen nehmen Sie die gute alte Reiseapotheke mit, aber denken Sie auch an die Bedürfnisse Ihres Handys:

Internationalen Reisestecker, vielleicht zwei Ladegeräte, Ersatzkabel, ggf. Adapter für den besonderen Micro-, Mini-USB A-C, Powerbank, wenn der Akku nicht tauschbar, ein aktuelles Backup Ihres Handys in der Cloud, sicheres Case und vielleicht zusätzliches Billigsmartphone mit Kopie der wichtigsten Daten…

Sollten Sie selbst erkranken, gibt es im Notfall Schamanen, wenn Ihr Smartphone schwächelt kann der Urlaub rasch zum Abenteuer werden.

Bis jetzt fühlte ich mich immer etwas paranoid, weil ich mir immer alle Urlaubsbuchungen auch als Papierausdruck mitnehme, nach diesem Text fühle ich mich schon fast clever.

Written by medicus58

5. November 2019 at 18:30

Veröffentlicht in Reisen

Tagged with , , , , , , ,

Online check-in: Geht es nur mir so?

with 2 comments


Früher ging man mit seinem Papierticket und einem Pass zum Schalter und das mehr oder weniger freundliche Personal erledigte den Check-in und beklebte das abzugebende Gepäck.
Der moderne Onan macht sich das heute selber.

Ich halte mich ja nicht gerade für einen kompletten Idioten im Umgang mit dem Internet, aber der Online Check-in löst bei mir zunehmend einen Merkel-schen Tremor aus.

Dass jedes Portal etwas anders aufgebaut ist, geschenkt, dass man im Zeitalter des Code-sharings letztendlich in ganz anderen Vögeln zu sitzen kommt, als man glaubte gebucht zu haben, mein Gott.

Auch das Abtippen von 99-stelligen alphanumerischen Codes und die Verwechslungsgefahr von E-Ticket-Nummer und Buchungscode, mit all dem lernt man zu leben, doch was mir kürzlich passierte parkinsonisierte mich dann doch krisenhaft:

Beim Versuch die Bordkarten für eine von einem deutschen Online-Reisebüro ( Bewertung 4.23/5.00 in trusted shops) gebuchten Flug auszudrucken erklärte mir sowohl das Portal der ersten Teilstrecke (LH) als auch jenes der zweiten (Condor, also auch irgendwie LH), dass es diese Buchungsnummer nicht in ihrem System gibt. Da auf der Rechnung noch so allerhand Codes zu finden waren (Kundennummer, Rechnungsnummer, eine Nummer ohne Bezeichnung und eine mit dem Präfix „EXP“) probierte ich diese ebenso frustran durch.

Der nachfolgende Dialog mit Deutschland könnte von einem begabten Kabarettisten ersonnen worden sein, und erinnert an Bestes von Ephraim Kishon („Hier ist kein Telefon„):

Ja, sie müssen versuchen über den Namen des Veranstalters einzusteigen.
Habe ich gemacht, das geht auch nicht.

Probieren Sie es einmal mit dem Namen dieses Veranstalters.
OK, aber gebucht habe ich bei Ihnen und mit dem Name des Mutterkonzerns habe ich es auch schon probiert. … Geht auch nicht.

Dann lassen Sie mal die zweite Stelle im Buchungscode weg und probieren Sie es nochmals.
Funktioniert auch nicht, aber ich starte das Portal einmal neu und versuche es dann nochmal mit dem kastrierten Buchungscode. ….. Jetzt klappt es.

Der junge Mann war sehr freundlich, ich versuchte es auch zu sein und ich hörte noch vom Umbau des EDV Systems, Anlaufschwierigkeiten, mit der neuen Version, … etc. und er wünschte mir einen schönen Flug.

Auf die Antwort, wie ich als Kunde drauf kommen kann, dass ich meine Tickets bei der Fluglinie nur finden kann, wenn ich einen Reiseveranstalter eingebe, mit dem ich nie bewusst in geschäftlichem Kontakt war und dann auch just die zweite Stelle des Buchungscodes weglassen soll, um an meine Bordkarten zu kommen, warte ich übrigens noch.

Ob ich nun zu blöd für diese Welt bin oder doch zu viele Blöde diese elektronische Parallelwelt im Griff haben, das dürfen Sie mir schreiben.

PS: Als schließlich der Online Check-in möglich wurde, sah ich zwar mein Ticket, bekam aber die Info, daß für DAS Ticket kein Online check-in möglich ist….

Written by medicus58

12. Juli 2019 at 09:31

Veröffentlicht in Reisen

Tagged with , , ,

Dazugehören: Oder vom Missbrauch des Selbstverständlichen

with 4 comments


Wir sind von Opfern umgeben. Ganz im Sinne W. Ambros: A jede is a Minderheit, an jeden geht wos oh ..

Egal ob es das sexuelle Selbstbild, die ethnische Herkunft, die ökonomische Situation (den Begriff der Klasse haben wir ja inzwischen erfolgreich ausreden lassen),
alles eignet sich zur argumentativen Selbstimmunisierung der eigenen Forderungen. meist ohne Berücksichtigung der Rechte derer, die diese Forderungen begleichen müssen.

Die Klageführer verlangen auf Grund eines einzelnen Merkmals für sich den Schutz durch (zumindest in viele in unserem Kulturkreis unstrittige) Prinzipien wie Menschen- und Asylrecht oder dem Recht auf Gleichbehandlung und Gleichberechtigung.
Ob sie selbst das auch anderen gegenüber gewähren würden, bleibt unhinterfragt.

Je nach sozialem Biotop reicht es aus, sich durch eine Kurzbio als sexuell bedrängt (#meetoo), rassistisch verfolgt (#meTwo), … zu bezeichnen, um verlässlich Freunde und Feinde zu generieren.
Bezeichnend ist dabei, dass es kaum mehr um die Schwere der vorgebrachten Übertretungen geht:
Wer über das Meer kommt, ist da prinzipiell mal Flüchtling, wer hinterfragt, ob diejenigen die sich die Schlepper leisten konnten, wirklich die Hilfsbedürftigsten sind, lernt die Denkweise der Offenheit fordernden Aktivisten auf das schmerzlichste kennen.
Wer abgelehnt wurde, erklärt sich das prinzipiell ob seiner Andersartigkeit und nicht weil er vielleicht prinzipiell ein fieser Typ ist, der halt zufällig von woanders her kam.
Wer aus einem Bürgerkrieg flieht ist natürlich dort immer auf der „richtigen Seite“ gestanden, zu hinterfragen, ob er nicht vielleicht vor seinen Opfern flieht, gilt als diskriminierend.

Respekt und Unterstützung für das eigene Weltbild wird gefordert ohne zu hinterfragen, ob denn auch das Weltbild der aufnehmenden Gesellschaft respektiert wird, bzw. wie man sich selbst in Konfliktfällen verhält.

Fragen Sie einmal einen Muslim (außerhalb der Tourismusindustrie), was er denn von Ihrer Freiheit hält, sich mit einem Gulasch und einem Krügel Bier zu entspannen,
recherchieren Sie mal ein wenig über die Diskussionen in Mumbai (Bombay) zwischen Muslimen, die nichts dabei finden sich ein T-Bone Steak von Shivas Reittier Nandi abzubraten und den Hindus der Region.

Mögen Sie Flüchtlinge?

Natürlich funktioniert der Prozess in beiden Richtungen, so dass wir in der Wikipedia nachlesen können, dass sich seit den 2000er Jahren im deutschen Sprachraum der Opferbegriff auch als Schimpfwort im Sinne einer abwertende und verächtlichen Haltung gegenüber anderen (= Andersartigen) oder Verlierern verwenden lässt.

Bei all dem geht es um die drinnen und jene die hinein wollen, was angesichts einer angeblich immer kleiner werdenden Welt eigentlich absurd wirkt.
Es geht aber auch immer mehr um die Forderungen derer, die hinein wollen und den berechtigten und unberechtigten Aversionen jener, die drinnen sind.

Wer glaubt, dass das alles ausschließlich mit dem Verweis auf die selbstverständliche Verpflichtung zur Hilfsbereitschaft gegenüber einem Individuum in Not ist, verwechselt Erste Hilfe mit dem Wohlfahrtsstaat.
Allein die an Absurdität nicht zu überbietende Diskussion um die Seerettung im Mittelmeer wenige km vor der afrikanischen Küste und dem Weitertransport über ein paar hundert Kilometer nach Europa, zeigt dies exemplarisch.

Wer gebetsmühlenartig wiederholt, dass wir uns das leisten können, sollte sich einmal die Frage stellen, welchen Beitrag er zu dem Kuchen geleistet hat, dessen Verteilung er nun allein bestimmen möchte.

Viele Konzepte des 20. Jahrhundert wurden unter dem Eindruck der politischen Katastrophen zweier Weltkriege formuliert, waren aber ohnehin stets Makulatur, wenn sie ökonomischen Interessen im Wege waren:
In den postkolonialen und antikommunistischen Kriegen in SO-Asien und Afrika, den politischen Umstürzen im Mittleren Osten, Afrika, Mittel- und Südamerika mit all den dort installierten Diktatoren wurden Menschen- und Asylrechte immer mit Füssen getreten, nur war die Mobilität der ökonomisch Bessergestellten noch nicht so groß wie heute, das Geschäftsmodel Flüchtling noch eher auf die Befüllung thailändischer Bordelle beschränkt und noch nicht globalisiert wie heute.

Wenn wir uns heute Gedanken machen sollten, wie wir diese Prinzipien anwenden können ohne den Grundprinzipien einer humanistischen Gesellschaft untreu zu werden, dann geht es eigentlich nicht so sehr um eine Änderung dieser Grundrechte, sondern um eine Formulierung, wie sie verbindlich umzusetzen sind, die aber für beide Teile, denen, die eine Gesellschaft mit aufgebaut (und finanziert) haben und jenen, die in diese Gesellschaft kommen wollen oder müssen, praktikabel werden.

Dazu gehören klare Regeln, wo und wie ein Asylantrag zu stellen ist.
Wenn ich als Tourist in immer mehr Ländern dieser Welt bei der Einreise meine Fingerabdrücke abgeben muss, dann ist dies einem Asylwerber m. E. ebenfalls zuzumuten.
Wenn ich als Tourist deklarieren muss, mit welchen Barmitteln ich einreisen möchte, und ob ich mir Aufenthalt und Abreise auch leisten kann, dann ist das auch für Asylwerber zumutbar, auch wenn NGOs das in der Vergangenheit stets bekämpft haben.
Wer das Schlepperwesen dadurch unterbinden will, dass er Asylanträge nur außerhalb Europas annehmen möchte, muss hingegen ein zugängliches Netz vor Ort ermöglichen und kann nicht von irgendwelchen Camps in der libyschen Wüste faseln.
Wer aber glaubt, dass sein Status und seine Finanzierung als NGO oder Flüchtlingshelfer als prinzipiell sakrosankt zu gelten haben und andere Meinungen (Auch die Guten müssen sich Fragen gefallen lassen) auf das aggressivste desavouiert, sollte einmal prüfen, wie weit er sich noch selbst innerhalb eines Grundkonsenses einer aufgeklärte Demokratie befindet.

Wer ausschließlich die Rechte der einen Gruppe durchsetzen möchte, verletzt sehr bald die Grundrechte der anderen Gruppe.

Wer wo dazugehören will, kann dies nicht erzwingen.
Wer auf seine Rechte pocht, sollte sich auch seiner Verpflichtungen bewusst sein.

Die Freiheit des Einzelnen endet an der Fluchtdistanz des anderen,
aber auch die Flucht großer Gruppen kann die Freiheit des Einzelnen gefährden.

Written by medicus58

30. Juli 2018 at 16:38

Diebe in Iguazu – eine Reisewarnung

with one comment


Vor Beginn der Reisesaison häufen sie sich, die Warnungen vor den Gefahren in der Ferne.

Wie Urlauber zu Opfern wurden und wie Sie sich schützen können.
Diebe stahlen Hotelgast Geld, Schmuck – und Waffe

Auflage-steigernd werden wir so heftig davor gewarnt, was die Bösen dieser Welt mit den armen Touris so anstellen, dass man beinahe glauben könnte, die Warner wollen einfach, dass wir unsere Euros lieber in Euroland lassen,
als sie zu den Devisen-geilen Ausländern bringen.
Ja, wenn da nicht auch solche Schlagzeilen wären:
So beklauen Räuberbanden Berliner und Touristen

Halten Sie mich für einen Lügner, aber in all den hier im Blog schon erwähnten Destinationen (und noch ein paar Dutzend mehr) wurde ich als Tourist (egal ob als Tramper oder Kongresstourist) noch nie bestohlen.
Also fast.
Also bis auf ein einziges Mal,
und davon soll heute die Rede sein.

Es ist über zwei Jahrzehnte her und es passierte im fernen Brasilien, für wahr keines der all zu sicheren Reiseländer. Geschah mir wohl recht.

Es passierte aber nicht (was viel wahrscheinlicher gewesen wäre) in der Bonde im Stadtteil Santa Teresa von Rio, nein, dort warnten mich nur die Einheimischen davor, dass man in der Straßenbahn immer bestohlen wird.
Aber fürchten Sie sich nicht, seit 2011 verkehrt die Tram ohnehin nicht mehr.

Es passierte auch nicht in der Altstadt von Salvador de Bahia, vor der andere Reiseblogs warnen und was nach Einbruch der Dunkelheit wirklich ein etwas härteres Pflaster war.

Es passierte bei den Wasserfällen von Iguazú und es waren wirklich unverschämte RäuberInnen, die einen durch ihr liebliches Aussehen ablenkten und dann blitzschnell mit Teilen meiner Fotoausrüstung das Weite suchten.
Geistesgegenwärtig gelang es mir aber den feigen Überfall zu dokumentieren – und das möchte ich heute mit Ihnen teilen.

Das Foto zu Beginn des Beitrags zeigt einen der niedlichen Nasenbären, der an den verschlossenen Taschen meiner Fototasche schnüffelte während ich die zu Tale stürzenden Wassermassen fotografieren wollte.
Ach wie süß dachte ich mir, als ich eines der Tiere zu meinen Füssen wahrnahm und drückte gleich einmal ab.

Meine emotionale Ablenkung ausnützend grabschte sich nahezu gleichzeitig ein anderes Bandenmitglied den lose in einem anderen Fach liegenden Objektivdeckel meines Olympus 135 mm Objektivs.
Ich hatte die Kamera ja ohnehin noch in der Hand und drückte ab, nur bekam ich deshalb das vorwitzige Vieh nicht mehr zu fassen.

Sie sehen, die Warnungen vor den Dieben in der Fremde kommen nicht von ungefähr. Diese hinterhältigen Kreaturen warten nur darauf uns Touristen zu bestehlen!

Wenn Sie mich nun nach dem Ausgang der Geschichte fragen, nein, ich musste meine Fotos nicht der Polizei zur Fahndung übergeben (was bei einem Dia-Film) auch gar nicht so leicht gewesen wäre.
Der Dieb verlor nach einigen Metern das Interesse an seiner Beute und ich fand den Objektivdeckel im Unterholz.

Ja, und wenn Sie sich weiter gruseln wollen, dann empfehle ich Ihnen dieses köstliche Fundstück aus dem Netz:
Wie der Nasenbär zu einem der gefährlichsten Tiere in Europa wurde

Written by medicus58

9. Juni 2018 at 12:37

Veröffentlicht in Reisen

Tagged with , , , , ,

Was für ein schräger Vogel

with 2 comments


Zwar muss man bisweilen aufpassen, um die fremde Welt nicht nur über den Sucher seiner Foto- u/o Videokamera zu sehen, aber auch für Ihren Medicus sind bildliche Urlaubserinnerungen Teil seiner Erholung.
Selbstverständlich gelten hier nicht die Anforderungen eines National Geographic Fotos oder einer Universum Folge aber einen gewissen Grad an technischer Perfektion muss so ein Urlaubsmitbringsel heute schon haben, um damit im realen Freundeskreis und den Sozialen Medien renommieren zu können.
Vielleicht eröffne ich hier einmal auch eine Rubrik über Videografie, um an die heroischen Frühzeiten zu erinnern, wo das verrauschte Urlaubsvideo nur durch das Überspielen von einem Gerät auf das andere möglich war. Auch wenn der Vergleich analoger mit digitaler Normen prinzipiell immer hinkt, löste die alte TV (PAL) Norm so ca. 450k Pixel pro Bild (allerdings interlaced) auf, von denen der VHS Standard ohnehin nur mehr weniger als 3/4 realisierte. Überspielungen machte das ganze nicht viel besser, so dass die stolzen Video-Erinnerungen aus den 80ern heute (ohne digitale Nachbearbeitung) kaum mehr herzeigbar scheinen.
(Für Versuche in Super 8 fehlte mir damals leider überhaupt das Geld und auch das analoge Dia(Film)material belastete das Urlaubsbudget schon ganz ordentlich. Andererseits, wer sich heute mit unkomprimiertem UHD oder echtem 4K Video spielt, legt für high-speed Speicherkarten auch schon einiges ab ….)
Egal was man sich diesbezüglich so antut, dem ambitionierten Urlaubsfilmer drohen auch noch ganz andere Probleme.
Trotz dem heute meist optimal funktionierenden Weißabgleich digitaler Aufnahmegeräte, den selbst Neonröhren oder hochalpine UV-Strahlung nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen, wird durch manche Erdbewohner bis ans äußerste gestresst. Ein Vertreter ist der Scharlachsichler ein quietschfarbener Piepser, dessen Signalfarbe selbst in freier Wildbahn irgendwie unwirklich wirkt.
Ein Blick auf Google zeigt, dass in den meisten seiner Abbildungen die Farbbalance irgendwie unnatürlich wirkt.
Als ich die Vögel zum ersten Mal erblickte glaubte ich kurzfristig einen Augenarzt zu benötigen, so knallte diese unwirkliche Farbe aus der Umgebung heraus.
Wenn Sie mir nicht glauben, der Zoo in Schönbrunn hat auch einige Exemplare zu bieten: https://www.zoovienna.at/tiere/voegel/roter-sichler/

Mein hier verwendetes Foto stammt aber nicht von dort 😉

Written by medicus58

27. Juli 2017 at 14:09

Veröffentlicht in Reisen

Tagged with , ,

%d Bloggern gefällt das: