Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Der Anfang vom Wahl-fang

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Wahl

War ein ziemliches Kunststück, dass Thomas Szekeres vor fast fünf Jahren da zusammengebracht hat:
Erstmals stellte „die SPÖ-Fraktion“ einen Wiener Ärztekammerpräsidenten und Kollege Steinhart, der ewige Kronprinz des bisherigen Wiener und Österreichischen Kammerpräsidenten Dorner konnte trotz Stimmenmehrheit seiner Fraktion die vermeintliche Erbpacht nicht antreten (http://wien.orf.at/news/stories/2531889/).
Die Mehrheit war knapp, Trotz Verdoppelung der persönlichen Mandate erreichte der bisherige Vizepräsident Szekeres nur 52 von 90 Stimmen in der Vollversammlung der Wiener Ärztekammer und hatte keine Chance auf die Führung in der Österreichischen Kammer, da er dort den letztendlich ebenfalls gescheiterten Reisner unterstützen musste.

Der Preis war hoch:

Erstens benötigte er eine heterogene Koalition von fast allem, was nicht „Vereinigung“ war:
„Sozialdemokratischen Ärzte“ (16 Mandate)
„Wahlgemeinschaft“ (13)
„Grüne Ärzte“ (7)
„Kammerlight“ (6)
„Turnusärzte für Turnusärzte und Assistenten“ (5)
„Wohlfahrtsfonds – Nein, Danke!“ (2)
„Team Reisner“ (2) um den Niederösterreichischen Kammerpräsidenten (!!!) = 51 Mandate.
Zweitens erhielt er erst durch die Stimme von Eva Raunig vom „Hausärzteverband“ die nötige Unterstützung auch der „Niedergelassenen“,
die Szekeres so wichtig war (ohne die er nicht das notwendige Viertel der Kurie bekommen hätte, der er selbst nicht angehört), dass er extra für sie das Amt einer Dritten Kammerpräsidentin schuf,
das wir seither zusätzlich bezahlen müssen.
http://diepresse.com/home/innenpolitik/755721/Machtwechsel-in-der-Aerztekammer-Wien_Szekeres-neuer-Chef

Trotz der zahlenmäßigen Stärke der Wiener Ärzteschaft wanderte die Führung der Österreichischen Ärztekammer an den farb- und bedeutunglosen Wechselberger.
Zum Glück muss man vermutlich sagen, denn die Alternative wäre der OÖ Kammerpräsident Niedermoser gewesen, über den und seine Rolle in der Ärzteausbildung konnte man hier schon mehrfach lesen:

Niedermoser: Who’s side are you on
https://medicus58.wordpress.com/2014/03/13/niedermoser-whos-side-are-you-on/
ÄrzteRausbildung neu https://medicus58.wordpress.com/2016/11/20/aerzterausbildung-neu/
Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick https://medicus58.wordpress.com/2014/12/28/arztemangel-nimmst-dus-mir-so-nehm-ichs-dir-eine-art-viele-jahre-ruckblick/
Kollege Niedermoser wurde mit der Führung der Arztakademie belohnt, wo er nun auf unser aller Kosten die Gelddruckmaschine Arztprüfung, ärztliche Fortbildung und Akkreditierung anwerfen darf.

Viel ist seither geschehen:

Von der ersten Vizepräsidentin Raunig (Hausärzteverband) war bald nichts mehr zu hören.
Der zweite Vizepräsiden Leitner (Wahlgemeinschaft) spielte keine allzu rühmliche Rolle in den Arbeitszeitverhandlungen mit Frau Wehsely und dies berät inzwischen ihren ehemaligen Lieferanten Siemens.
Der dritte Vizepräsident Steinhart (Vereinigung) ließ noch kurz vor Jahresende „seine Niedergelassenen“ streiken (Warum sowohl Ärztestreik als auch „Gesundheitsreform“ scheitern müssen https://medicus58.wordpress.com/2016/12/13/warum-sowohl-aerztestreik-als-auch-gesundheitsreform-scheitern-muessen/),
so wie das schon „die Angestellten“ schon im September taten (Alles keine Ärzte? – die Bilder zum Streiktag https://medicus58.wordpress.com/2016/09/13/alles-keine-aerzte-die-bilder-zum-streiktag/), schwang bei beiden Veranstaltungen markige Reden, vermied aber tunlichst beide Gruppen zu solidarisieren, um „der Gegenseiten“ nicht wirklich weh zu tun.
Ja und der Präsident ist schon längst aus er SPÖ ausgetreten und will angeblich bei der kommenden Wahl als eigene Liste antreten, obwohl er auf der HP der  „Sozialdemokratischen Ärzten“ (http://www.sozdemaerzte.at/servlet/ContentServer?pagename=X01/Page/Index&n=X01_3.a.a&cid=1151322337255 Abruf 22.1. 18:00 ) noch als 1. Stv . Vorsitzender genannt wird.

Beschädigt sind sie alle, die Spitzenfunktionäre und das Amt, so dass vor der kommenden Kammerwahl auch einige andere der bisherigen Akteure die Mäntelchen wechseln.
Um vielleicht diesmal großkoalitionäre Kontrahenden zu generieren, wurde inzwischen auf Vorschlag der Kammer vom Bundesministerium auch gleich einmal das Wahlrecht geändert, um es kleinen Gruppen schwieriger zu machen überhaupt in die Kammer zu kommen (http://derstandard.at/2000035713841/Aerztekammerwahl-Mindestzahl-fuer-Kandidatenlisten-vorgesehen).
Aber schließlich schwadroniert der Bundeskanzler ja auch plötzlich vom Mehrheitswahlrecht.

Wir alle werden höllisch aufpassen müssen, dass wir und unsere Mandatare nicht nachträglich unseren Kritikern die Bestätigung dafür liefern, dass an all den Unzulänglichkeiten im Gesundheitssystem nur die „steinharte Politik“ der Ärztekammer schuld ist.

 

 

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Written by medicus58

22. Januar 2017 um 19:36

2 Antworten

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  1. schöner rant.
    aber was wollen sie uns jetzt sagen?! wen wählt medicus?

    ich als Angestellte in Wien fand die Szekeres Performance, vor allem aber den Einsatz von Weismüller in den letzten 2,5 jahren, gewaltig.
    ich hab mich auch bei beiden Herren schon bedankt und hoffe sie schneiden bei der wahl gut ab.

    gästin

    22. Januar 2017 at 20:13

    • Ich fand es von beiden weniger prickelnd, dass es Wochen dauerte, bis sie endlich (als die Vertragskopie schon kursierte) zugaben im KAV eine Posten und Dienstradreduktion verhandelt zu haben. Sie wissen offensichtlich, von wem Sie vertreten werden wollen und das ist gut. Wahlempfehlungen wird es auf diesem Blog nie geben!

      medicus58

      22. Januar 2017 at 21:25


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