Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 3: Drinnen und draußen)

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So viel Managementerfahrung hat bald einer, dass er weiß, dass man an der Spitze Informationen nur mehr sehr sehr gefiltert und gefärbt erhält.
Es sind ja keine Lügen, vielmehr selektive Auslassungen und etwas andere Gewichtungen, die die Inhalte erhalten, wenn sie mit persönlichem Interesse vorgebracht werden, nur gilt das für die eigenen Mitarbeiter in gleichem Ausmaß, wie für externe Berater.

Seit Jahren geben sich letztere im KAV die Klinke in die Hand und programmieren Software, instruieren Mitarbeiter und schließen sogar Verträge im Namen des KAV ab. All die Projekte hatten klingende Namen und füllten die Taschen der Berater mit klingender Münze für die ach so großen Einsparungen, die sie dem KAV eingebracht haben. Die meisten dieser Einsparung existieren aktuell aber nur in irgendwelchen Rechenmodellen:
War es 2020, 2030 oder erst 2050, wo sich die massive Neubautätigkeiten im Bereich der Pflegeheime amortisiert haben würden? Davor sind die jährlichen Kosten halt höher als davor.
Vereinheitlichte Softwareprogramme können natürlich ein Segen sein, nur summieren sich halt die Rechnungen für jede nachträgliche Anpassung, und die klinische Medizin ist ein sehr lebendiger Prozess, wo es immer wieder Neues einzupflegen und Altes zu entsorgen gibt.
Mag sein, dass die Massenlaborparameter nun billiger wurden, nur werden halt einige Spezialuntersuchungen deutlich teurer, diese waren aber nicht innerhalb des Sparziels.

Meine Erfahrungen mit all den externen Beratern war eine äußerst zwiespältige, zumal diese durch unsere Abteilungen und Labors wühlen durften, oft bessere Daten als wir selbst hatten und uns schließlich mitteilten, was unsere Dienstgeber denn von uns wollte und daraus gleich Anordnungen verkündeten, die man ja gerne in der Generaldirektion, oder im Lenkungsgremium oder wo auch immer rückbestätigen lassen könnte.
Verstehen Sie mich richtig, ich erfuhr von externen Firmen, was meine Dienstgeberin von mir will, und diese rechtfertigten ihre Anordnungen an mich, damit dass sie diese nur ihm Namen meiner Dienstgeberin an mich weitergab. Klar, man könnte in jedem Fall in der Generaldirektion nachfragen, ob das Gegenüber auch wirklich berechtigt wurde, jedes Datenmaterial einzusehen, aber schließlich fand das alles in einem klingenden Projekt statt, von dem man intern erfuhr wie viel Millionen schon eingespart wurden.

Wenn sich der KAV schon Dritter bedient, weil er seinen eigenen Mitarbeitern offenbar misstraut, dann scheint es mir nicht zu viel verlangt, dass entsprechenden Gespräche mit externen Beratern nur in Anwesenheit eines Vertreters der Dienstgeberin stattfinden, der genau über Inhalt und Ausmaß des Auftrags an die externe Firma Bescheid weiß.

Auch so eine Beraterfirma hat Interessen und diese müssen nicht immer ausschließlich zum Wohle des Klienten sein.

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Written by medicus58

5. Juli 2017 um 16:37

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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