Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Wo bleibt der Mensch? Noch eine Krake im Gesundheitssystem

leave a comment »


Gesundheitsimmobilien

Wer sich mit den Playern im Wiener Gesundheitswesen nur ein bißchen näher beschäftigt, stolpert immer wieder über die gleichen Namen und über ziemliche Unverfrorenheit.

Am Immobilien Magazin Online (http://www.immobilien-magazin.at/artikel/herausforderung_gesundheitsimmobilie/2014.2183/) liest man unter Herausforderung Gesundheitsimmobilie: Gesundheit, Immobilie und Planung – wo bleibt der Mensch? einen längeren Text, der zwischen einigen aktuellen Reizwörtern der Gesundheitsplanung mäandriert, um immer wieder auf die Entwicklungspotentiale einer Gesundheitsimmobilie hinzuweisen.

Selbstverständlich ist man anderswo, konkret angeblich in der Schweiz, da schon wieder viel weiter, wird in dem Artikel DI Krammer, der Präsident des Österreichischer Verband der KrankenhaustechnikerInnen zitiert. Im Vorstand dieses Verein sitzen übrigens Mitarbeiter einiger öffentlicher und privater Krankenanstaltenverbünde:

Was man sich aber auch in Österreich und insbesondere in Wien zu Herzen nehmen sollte, ist der Aufruf Krammers, die Krankenhäuser in den städtebaulichen Prozess einzubinden.

Wohl nicht nur die Krankenhäuser, sondern jede Gesundheitsimmobilie sollte nicht nur raumstrategisch, sondern darüber hinaus auch im raum­ästhetischen wie auch raumfunktionellen Sinne in das Städtebild eingewoben werden. Die Erkenntnis, dass Umgebung und deren Gestaltung nicht nur Einfluss auf die allgemeine Gesundheit, sondern vor allem auch auf den Genesungsprozess hat, lässt die Frage im Raum stehen, weshalb Krankenhäuser so lange Zeit am Patienten und damit am Menschen vorbei geplant und gebaut wurden. Gebaut mit einer Attitüde, die dem Patienten eher gnädigerweise am Schluss ins Gebäudekonzept Zutritt gewährte, denn gebaut für den Patienten und jene Menschen, die tagtäglich dort ihre Arbeit verrichten.

So weit so gut.

Sauer stossen diese Erkenntnisse aber auf, wenn man sie in einem Text aus der PR Abteilung von Bartosek Projektbetreuung (http://www.bartosek.com/) stammen, einem Unternehmen, dass seit Jahren innerhalb des Wiener Krankenanstaltenverbundes (nicht zuletzt auch im Zuge des Neubaus des krankenhauses Nord) tätig ist, aber auch privatfinanzierte Prestigeprojekte, wie das MED 22 Gesundheitszentrum (http://www.med22.at/) realisierte und mit einigen von Herrn DI Krammers Berufskollegen zusammenarbeitet.

Wenn denn in der Vergangenheit die Gesundheitsimmobilien so mies gebaut wurden, wie hier im Immobilien Magazin ausgeführt wurde, dann stellt sich doch die Frage, weshalb es die Beteiligten nicht besser zustande gebracht haben.
Und neben der Frage: Wo bleibt der Mensch?
Könnte die Frage aufkommen: Wo blieb das Steuergeld?
Möglicherweise findet sich ein Teil der Antwort im Norden Wiens.

Written by medicus58

4. September 2014 um 17:44

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: