Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Krisenbewältigung im 21.Jahrhundert: Jeder weiß was der andere tun muss

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Von der Klimakrise zur Migrationskrise zur Covid Pandemie kristallisiert sich ein absurdes Konstanzverhalten heraus, das den Eindruck engagierter Problemlösung erweckt, aber wenig mehr bewirkt als den Aktivisten selbst ein gutes Gefühl zu geben auf der richtigen Seite zu stehen.

Wenn Weterfrosch @marcuswadsak twittert: Wenn die Zusagen aller Staaten zum Klimaschutz bis 2030 umgesetzt  werden, klettert die Erderwärmung Forschern zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts immer noch auf etwa 2,4 Grad. Das ist zuviel

werden ihm wohl wenige widersprechen, aber da für das Problem ohnehin schon eine prinzipielle Akzeptanz besteht, wären wohl Lösungen jenseits des Veganismus und des E-biken gefragt, zu denen sich die Kassandras bekennen.

Schön, dass uns die Gretas dieser Welt immer erklären, dass die Politik was tun soll, nur solange sie nicht konkret sagen was und was sie dazu beitragen wollen, ist das so hilfreich, wie Appelle an die Menschlichkeit oder die Impfwilligkeit.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele von uns die Zustände im Mittelmeer, an der polnisch-weißrussischen Grenze oder in Flüchtlingslagern völlig egal sind, und Appelle an die Menschlichkeit prasseln seit Jahren auf uns herein, die jeweils ein paar Dutzend Menschen doch bitte aufzunehmen. Zahlreiche NGOs stellen dann kostenlosen Rechtsbeistand, die Übernahme der finanziellen Verantwortung für die Integration von Menschen, die bereits hohe Schutzgelder kriminellen Organisationen gezahlt haben, bietet aber keiner an.

Und auch in der Pandemie sehen wir das Muster, dass mit steigendem medialen Aufwand gewarnt, verhetzt und verbürokratisiert wird, ohne Lösungen auf Basis realistischer Szenarios anzudenken.

Natürlich wäre ein höherer Immunisierungsgrad hilfreich, nur haben auch Länder mit einer höheren Durchimpfungsrate als Österreich das Ende der Pandemie etwas vorzeitig ausgerufen.

Die Immunität nach durchgemachter Erkrankung hält kürzer als die Impfung, d. h. egal ob Durchseuchung oder Impfung das stachelige Ding bleibt uns.

Weiter auf Impfverweigerer medial hinzudreschen wird somit wenig bringen. Religionen und Kirchen mögen mit dem ewigen Versprechen, dass alles gut würde, wenn endlich alle einmal folgen würden, Jahrtausende überleben.

Von rationaler Politik erwarte ich mir Konzepte für den Ist-Zustand nicht moralische Appelle derjenigen, die glauben als Geimpfte alles getan zu haben, um ins Paradies eingehen zu dürfen.

Natürlich ist es bequemer sich über die echten und vermeintlichen Covidioten, Klimasünder und Nationalisten zu echauffieren, als sich mit der Tatsache anzufreunden, dass Krisen nicht bewältigt werden, weil jeder das beigetragen hat, was er eh gerne gemacht hat und glaubt, dass es jetzt für ihn keiner weiteren Einschränkungen mehr bedarf.

Mein Flughafentaxler zuletzt: Die Maske können’S abnehmen, ich bin eh geimpft.

Der grüne Bobo unterm Heizschwammerl: ich brauch kein Auto, ich bestell mir eh alles bei Amazon und Gurkerl.at.

Der Pfarrgemeinderat, der sich über den zum christlichen Glauben konvertierten Afghanen freut.

Alle sind sich sicher auf der richtigen Seite zu stehen und verlangen zu dürfen, dass sich nun für den Rest des Problems die anderen kümmern müssen.

Ergänzend sollten wur nun alle noch eine Online-Petition ausfüllen…

Written by medicus58

10. November 2021 um 16:39

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