Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘Wissenschaft

Früher hat man was gelernt, etwas getan, viel publiziert und wurde vielleicht Experte, heute reicht Kommunikationswissenschaft

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Written by medicus58

26. November 2020 at 19:55

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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Intellektuelle Bescheidenheit

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Ein sehr empfehlenswerter Text über eine wichtige Voraussetzung für wissenschaftliches Denken jenseits p<0.05 und etwas Trump-Bashing

https://www.vox.com/science-and-health/2019/1/4/17989224/intellectual-humility-explained-psychology-replication

Written by medicus58

8. Januar 2019 at 08:50

Das Schöne an der Naturwissenschaft: Conchitas PSA Wert

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GENDER

 

Nach immer bunter und größer werdenden Regenbogenparadenund Lebensbällen, ertrinken wir nach Conchita Wursts Sieg beimeuropäischen Wettträllern (Oral Sex mit Conchita am Life Ballhttp://wp.me/p1kfuX-Nz) in einem Meer an verbaler Toleranzgegenüber allerlei Geschlechtsdefinitionen außerhalb des traditionellen Dualismus.

Mich beschleicht zwar immer mehr die Scham ob meiner eigenenHeteronormativität, jedoch wird dies durch das gute Gefühl aufgewogen, dass die beiden von mir hochgeschätzten Zugänge zur Welt, die der Kunst und die der Naturwissenschaft, dieses Thema schon längst und weitgehend unaufgeregt aufgearbeitet haben:

In der medizinischen Informatik besiegte die Notwendigkeit nach einer klaren Kodifizierung möglicher Zustände allfällige gesellschaftliche Ressentiments.
Der internationale Standard ISO 5218 kodiert

0 für unbekannt
 (z.B. das Ungeborene voreiner eindeutigen sonografischen oder genetischen Diagnose)
1 für männlich (was die Femen wohl zum Schäumen brigen wird)
2 für weiblich (was die Femen wohl bestärken wird in ihrer nicht unberechtigten Kritik unserer Männergesellschaft)

und vorausschauend 9 für nicht anwendbar (um Platz für das zu lasen, was sich die „Schulweisheit“ noch nicht erträumen konnte.

Der Common Data Element Implementation Guide (CDC) des Center for Disease Control and Prevention subsummiert neben M und F unter O noch all das andere“ während der ASTM 1633 (Standard Specification for Coded Values used in the Electronic Health Record) schon zwischen

M männlich
W weiblich
U unbekannt
MP männlicher Pseudohermaphrodit
WP weiblicher Pseudohermaphrodit
H Hermaphrodit
MC transsexuel von m auf w geändert
FC transsexuell von f auf m geändert und
A nicht zuordenbar

differenziert.

Der DICOM Standard, mit dem die Kodierung und der Austausch digitaler Bildber in der Medizin geregelt wird benötigt schon 11 Klassifikationen, der UBIF der Taxanomic Databases Working Group, die eine über den Menschen hinausgehende Kodierung anstrebt, kommt auf 14 Einteilungen.

All diejenigen, die sich nicht von ELGA abmelden, müssen natürlich ebenfalls in ein Kodierungsschema gepresst werden. Grandlage ist hier die Clinical Document Architecture (CDA), ein von einer internationalen Gruppe (HL7) erarbeiteter, auf XML basierender Standard für den Austausch und die Speicherung klinischer Inhalte, wie Arztbriefe oder Befundberichte.

Un wer sich nun frägt,weshalb denn dieser ganze Aufwand betrieben wird, der möge einmal auf seinen letzten Blutbefund schauen, wo neben seinen eigenen Werten i.d.R. Normalbefunde angeführt werden. Damit das Laborsystem automatisch zu jedem Lebensalter, aber natürlich auch zu jedem Geschlecht die passenden Normalwerte hinzufügen kann, ist eine möglichst eindeutige Kodifizierung unerlässlich.

Auch Tom Neuwirth würde sich bedanken, wenn man ihr den PSA-Normalwert Normalwert von Conchita zuordnen würde.

Und das ist das Schöne an der Naturwissenschaft, man muss von ihr nicht Toleranz verlangen, in ihrem Inneren benötigt sie dieses Konzept gar nicht!

Der Algorithmus macht Menopause

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PowerUterus

Das nun endlich auch meteorologisch eingetretene publizistische Sommerloch wird seit Tagen mit einer gar bemerkenswerten Erkenntnis gefüllt:

Forscher aus Kanada beweisen mittels Computersimulation: Männer treiben Frauen in die Menopause, weil sie jüngere Frauen bevorzugen:

http://www.ploscompbiol.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pcbi.1003092;jsessionid=760AF62187AC3B7FFD0501DAB58B2B8F

Da das Ganze in einem Journal mit relativ hohem Impact factor (PLOS Computational Biology 5,2) erschienen ist, hat es eine hohe Überzeugungskraft und gibt allerlei pseudowissenschaftliche Erklärungen scheinbar eine gewisse Glaubwürdigkeit:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/frauenmedizin/news/forscher-aus-kanada-maenner-treiben-frauen-in-die-menopause_aid_1014492.html
http://www.heise.de/tp/artikel/39/39327/1.html
http://www.sueddeutsche.de/wissen/evolution-des-menschen-sind-maenner-schuld-an-der-menopause-1.1696518
http://medicalobserver.com/news/2013067495/studie-belegt-menopause-entstand-aus-evolution
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/317289.html

Liest man sich aber die Annahmen des geprüften Modells durch, befällt einen irgendwie doch der Eindruck, dass es sich (notwendigerweise) um eine sehr vereinfachte Annahme handelt, die ausschließlich darauf beruht, dass die weibliche Fertilität genetisch determiniert wäre, wofür aber m.W. noch kein Nachweis existiert.
Viele im Laufe des Lebens auftretenden Veränderungen im menschlichen Körper sind eben nicht direkt genetisch bedingt sondern Sekundärfolge anderer Prozesse.

Blickt man so in die Wissenschaftsgeschichte der Menschheit zurück, dann erkennt man bald, dass monokausale Erklärungsmodelle stets mehr über den jeweils aktuellen Entwicklungszustand der Wissenschaft ausgesagt haben als über die „Wirklichkeit“ selbst. 

Wir erlebten Jahrhunderte, in denen alles mit dem „Göttlichen“ erklärt wurde. Es folgte die hohe Zeit der Mechanik, der Chemie, der Quantenphysik, der Biologie und nun die der Computerwissenschaften, die jeweils innerhalb ihrer Annahmen schlüssige Erklärungsmodelle präsentieren konnten.

Jetzt halte ich den heutigen Stand der Naturwissenschaften schon für etwas beweiskräftiger, als irgendwelche Papierrollen aus dem „Heiligen Land“, jedoch sollte man sich stets bewußt sein, dass „Beweise“ immer nur so gültig sein können, wie ihre Voraussetzungen („Prämissen“) und dann ist es wieder ziemlich egal, ob sie von der Kanzel gepredigt oder von einem Power Macintosh G5 personal computer (running OS X 10.5.8) ausgespuckt wurden.

Garbage in = Garbage out

PS: Gratulation zu den PR Aktivitäten der Autoren und des Verlags dieser Studie!

Written by medicus58

18. Juni 2013 at 18:34

Ein Hospiz für den Sozialismus?

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Ein Sozialist ist heutzutage in der gleichen Lage wie ein Arzt, der einen hoffnungslosen Fall behandelt.
Als Arzt ist es seine Pflicht, den Patienten am Leben zu erhalten und davon auszugehen, dass er mindestens eine Aussicht auf Genesung hat.
Als Wissenschafter ist es seine Pflicht, sich mit den Tatsachen abzufinden und daher zuzugeben, dass der Patient wahrscheinlich sterben wird.
George Orwell (1905-1950)
http://de.wikipedia.org/wiki/George_Orwell (zitiert nach Fritz Senn,
Das George Orwell Lesebuch, Zürich 1988, S.178

 

Bildnachweis: Wikipedia

Written by medicus58

6. Mai 2012 at 09:33

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