Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Jesus on the Web

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René Descartes (http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Descartes) „Ich denke also bin ich“ hat ausgedient,
Existenz wird heute nicht durch kognitive Leistung sondern durch virtuelle Präsenz bewiesen.

Hätte daran noch irgendein Zweifel bestanden, wäre ich bei einem kürzlichen Spaziergang durch den Mailänder Dom eines
Besseren belehrt worden:
Jesus ist nicht nur bereits auf Facebook von täglicher Verfügbarkeit (http://www.facebook.com/JesusDaily?)
sondern auch in den anderen Weiten des WWW: http://www.jesuschrist.it/Pages/en_jesus1_home_page.aspx

Nun, alter René, benagen mich trotz augenblicklicher Lektüre deiner „Abhandlung über die Methode des richtigen
Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Wahrheitsforschung
“, die ich wohlfeil für knapp 5€
im Doppelpack mit deinen „Meditationen über die Grundlagen der Philosophie“ erstehen konnte, herbe Zweifel:

War dein Gottesbeweis nicht etwas voreilig?
Nicht die Erkenntnis, dass ein vollkommener Schöpfer von einem unvollkommene Mensch gedacht werden kann, beweist beider Existenz,
sondern die „Klickbarkeit“ in der Virtualität macht heute deren Realität aus …
zumindest bis zum Stromausfall …
Links:
http://www.jesus-christus.at/
http://www.jesuschrist.net/
http://www.debwebonline.com/Mercy_in_Jesus/
http://www.christushealth.org/
http://www.facebook.com/JesusDaily?#!/pages/Jesus-Christus/105591289474514?
http://www.facebook.com/JesusDaily?#!/jesusmylord

 

Written by medicus58

4. November 2012 at 15:25

Füttern und Streicheln unserer Patienten ist ausnahmslos verboten

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Das Ende der Therapeutic Touch Bewegung? 

Nein, Tag der offenen Tür am 2.6.2012 in der Veterinärmedizin. Univ. Klinik, Wien

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Therapeutic_Touch

Written by medicus58

3. Juni 2012 at 07:23

Das Neue Europa

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Surft man die „Kinderecke“ der Europäischen Union an,
ja sowas gibt’s wirklich (http://europa.eu/kids-corner/countries/flash/index_de.htm), lesen wir:

Die EU: Worum geht es da eigentlich?
Als der Zweite Weltkrieg im letzten Jahrhundert zu Ende ging, beschlossen die Politiker in Europa zusammenzuarbeiten, um ihre Probleme zu lösen. Sie wolltem dem Krieg ein für allemal ein Ende bereiten, damit die Menschen ihr Leben wieder aufbauen konnten …
Eine Möglichkeit, dies zu tun, so dachten sich die Politiker, bestand darin zu kontrollieren, wie viel Kohle und Stahl jedes Land bekommen würde…
Die Politiker hofften aber auch, dass Länder die so viel miteinander zu tun haben, keinen Grund mehr haben würden, sich zu bekriegen, eben weil die Wirtschaft in der ganzen Region stärker sein würde und die Menschen gute Arbeitsplätze, Nahrung und Sicherheit hätten.
Und weißt Du was? Sie hatten Recht. …
Um in Frieden zu zusammenzuleben, muss jeder den anderen so akzeptieren, wie er ist. Jedes Land lebt nach seinen eigenen Traditionen, seiner Sprache und seiner Kultur.
Dies ist im Motto der EU „In Vielfalt geeint“ ganz treffend zusammengefasst.

Liest man aber aktuelle Wortmeldungen die von Grexit bis zur Ablösung der gesamten PIIGS (http://de.wikipedia.org/wiki/PIIGS) Staaten ( Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien),
verfolgte man die gestrige Diskussion Im Zentrum (http://tvthek.orf.at/programs/1279-Im-Zentrum) in der auch die Mutmaßungen des Kronen Zeitung Kolumnisten Kurt Seinitz als Diskussionsbeitrag galten, der mutmaßte, dass die Demokratie für die griechische Gesellschaft vielleicht gar keine adäquate Regierungsform mehr wäre *) bzw. dem Exkurs der Journalistin Alkyone Karamanolis lauschte, die die griechische Geschichte seit dem oströmischen Reich als Beweis für eine persitierende Orientalisierung und politische Rückständigkeit interpretierte, dann,

ja dann kommen einem schon Zweifel, über die moralischen Grundlagen dieses Neuen Europas.

Blicken wir auf die Karte dieses Europas MINUS PIIGS und lesen wir nochmals in der Kinderecke, was denn das ganze eigentlich soll, dann

ja dann kommen einem Zweifel, oder besser,

dann verzweifelt man.

Dieser Eintrag ist die Fortsetzung zum gestrigen Blog: http://wp.me/p1kfuX-il

*) Der Text ist nicht online zu finden, lautete aber so: „Immer öfter stellt sich die Frage, ob die Demokratie wirklich die geeignete Staatsform für das militant-anarchische Volk dieses pseudoeuropäischen Staates ist“( „Kronenzeitung, 18.05.2012, „Klartext“ Kurt Seinitz )

Written by medicus58

21. Mai 2012 at 08:17

Pirat Stronach

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Piratenparteien sind „in“. 

Derzeit geistern Umfragen durch die Medien, dass
Sechs Prozent der Österreicher dzt. Piraten“ wählen würden.
http://futurezone.at/netzpolitik/8816-umfrage-sechs-prozent-wuerden-piraten-waehlen.php 
Profil Herausgeber Rainer zitiert einer eigene Umfrage, wonach sogar 
25 Prozent sich vorstellen könnten, die Paraten zu wählen
:
http://www.profil.at/articles/1217/568/326261/christian-rainer-piraten-piraten

Onkel Frank bekehrt uns wieder und hat an der Stelle, an der er seine 200m große Weltkugel (http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Stronachdamals NICHT aufgestellt hat und wo ihm seither die Pferde mit dem Geld durchgehen, ein Institut für
„SOZIALÖKONOMISCHE GERECHTIGKEIT“ gegründet.

http://www.stronachinstitut.at/ .

In den Medien wird schon seit Monaten spekuliert, dass Stronach bei einer Partei einsteigen will und vieles spricht dafür, dass er sich die 
Orangen, das BZÖ ausgesucht hat.. http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/art385,877774
Nachdem er ohnehin praktisch Politikern jedwelchen Colours irgendwan einmal auf seiner Payroll hatte, geht er offenbar jetzt den direkten Weg.

Nun hat er seine Thesen in Form eines Broschüre den österreichischen Leitmedien Kronen Zeitung und Heute beigelegt. http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/753836/Stronach-mit-einem-politischen-Wegweiser-fuer-Oesterreich?

Meine Broschüre und die Informationen auf der Website des Stronach Instituts für sozialökonomische Gerechtigkeit sollen ein Wegweiser sein, wie man die Dinge in Österreich zum Positiven wenden könnte.

UND JETZT DER PAUKENSCHLAG! 

Dass das BZÖ bereits jetzt die Parteifarbe der (deutschen) Piratenpartei belegt, hat dieser Blog schon aufgedeckt: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56811 

ONKEL STRONACH WIRD DIESMAL AUF DAS RICHTIGE PFERD SETZEN UND SICH AN DIE SPITZE DER PIRATENPARTEI STELLEN, UM ÖSTERREICH WIEDER AUF 
DEN   R-E-C-H-T-E-N   WEG   ZU F-Ü-H-R-E-N.

Unser Bild zeigt exklusiv das neue Testimonial dieser Partei,
was mit Pepi Bucher wird ist noch unklar ….

Apfeltasche mit Melange

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Ist Ihnen sicher auch schon aufgefallen:

Äußert man bei irgendwelchen internationalen Fast Food Ketten (McDonalds, BurgerKing, KFC, …. und so) seinen Kaufwunsch („einen Tripple Cheese Burger mit Grukerl und Mayo“), dann sind die Mitarbeiter offenkundig strengstens dazu angehalten, Ihren Einkauf zu maximieren.

Dabei geht es nicht, wie bei dem sprichwörtlichen „Darf’s a bisserl mehr sein“ des kleinen Fleischhauers, der ihnen so 14 statt der verlangten 10 dag „Extra“ anhängen will, um ein „Mehr des Verlangten“, sondern um das Wecken eines zusätzlichen Kaufwunsches:

Vielleicht eine Apfeltasche dazu?

 OK, US-amerikanischer Konsumzwang, wisssen wir eh.

Szenenwechsel: Seit Jahren wieder im Cafe Landtmann (http://de.wikipedia.org/wiki/Caf%C3%A9_Landtmann), einem der elegantesten und größten Café-Localitäten Wiens

Zugereisten oder Noch-nie-da-gewesenen sei erklärt, dass es zum artabhebenden Merkmal des Wiener Kaffehauses gehörte, dass man sich dort bei einem kleinen Braunen, der selbstverständlich mit einem Achterl Leitungswasser serviert wurde, stundenlang durch die ganze Weltpresse lesen konnte. Also war das Wiener Kaffehaus praktisch die Antithese zum US-amerikanischen Ketten-Konsumismus.

Gestern also, vernahm ich in genannter Weihestätte der Wiener Kaffeehauskultur folgendes Gespräch:

Gast: Eine Melange, bitte.

Ober: Darfs ein Mineral(Wasser) dazu sein?

Gast: Nein, danke, nur Leitungswasser!

Ober: Das is sowieso dabei.

Gemischte Gefühle bei mir.

Einerseits erfüllt mich die freude, dass hier noch die Tradition beibehalten wurde, dem Gast zu seinem Bohnengetränk ein Gläschen unseres hochgelobten Wiener Hochquellwassers zu zapfen,
andererseits scheint der Zwang zur Umsatzmaximierung auch hier der Kellneria bereits eingetrichtert worden zu sein. Jetzt haben das frühere Kellnergenerationen etwas eleganter durch das zusätzliche Angebots eines Butterkipferls vielleicht auch betrieben, aber ein Mineralwasser, vielleicht noch dazu ein stilles, on top des Wiener Hochquellwassers anzubieten, hat eine deratrige Überflüssigkeit, dass es auf gut Wienerisch schon einer Chuzpe (http://de.wikipedia.org/wiki/Chuzpe) gleichkommt.

Is ja eh klar und die müssen halt auch auf ihr Einkommen schauen, aber wo wäre denn der Platz, sich über sowas aufzuregen, wenn nicht in dieser Spalte des Blogs.

Written by medicus58

24. April 2012 at 07:31

Der diskursive Reflexbogen oder PC = das Ende der Aufklärung

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Als Reflexbogen (http://de.wikipedia.org/wiki/Reflexbogen_%28Physiologie%29)  wird die kürzeste Verbindung zwischen Reiz aufnehmender und die Antwort steuernder  Nervenzelle bezeichnet. Typischerweise werden hier – um Zeit zu sparen – die Nervenzellen der Großhirnrinde gar nicht einbezogen.

Als politische Korrektheit (PC; http://de.wikipedia.org/wiki/Political_correctness) hat sich – ausgehend von den USA – eine Haltung auch zu uns verbreitet, die bestimmte Begriffe tabuisiert und durch scheinbar „neutrale“ zu ersetzen sucht.

Dagegen ließe sich erstens einwenden, dass dadurch die Ungerechtigkeiten nicht aus unserer Welt geschafft wurden, sondern nur deren Benennung, zweitens, dass uns schon Freud vor der Ausbreitungstendenz von Tabus gewarnt hat (früher: „Krüppel“ , dann: „Behinderter“, heute: „Personen mit besonderen Bedürfnissen“; morgen: ??) und drittens, dass dieser „Neusprech“ durchaus nicht neutral sein muss, sondern ebenso missbräuchlich verwendet werden kann (G. Orwell 1984).

Der Zusammenhang mit der „physiologischen Einleitung“ ist einfach: Hat man sein „korrektes Vokabular“ drauf, dann kann man pfeilschnell Zensuren verteilen, ohne sich durch den Gebrauch seiner Großhirnrinde verunsichern zu lassen. Eine „philosophische Kritik“ dieses Phänomens stammt von Rudolf Burger( „Wiener Zeitung“ vom 2. Juni 2007): „Es ist erstaunlich, in welchem Maße politische Korrektheit als gesellschaftliche Selbstzensur um sich greift. Man kann vieles an der heutigen kulturellen und diskursiven Entwicklung nur verstehen, wenn man nach Amerika schaut. Um Europa zu verstehen, muss man Amerikanist werden, hat Sloterdijk einmal sehr richtig gesagt. Die Political Correctness ist ein Produkt des amerikanischen Diskurses, im Zusammenhang mit der Bürgerrechtsbewegung, mit der Affirmative-Action-Bewegung und dem amerikanischen Feminismus entstanden, der über sprachlichen Puritanismus versucht hat, gravierende Klüfte in der amerikanischen Gesellschaft abzubauen.  …. Wir erleben heute eine zunehmende Mikronormierung und Pädagogisierung des Alltags bis in die Sprache hinein. Das kann beängstigend sein. …. Das Beunruhigende ist, dass etwas Entscheidendes der europäischen Aufklärung damit zurückgenommen wird. Das wissenschaftliche, moderne Denken zeichnet sich vor dem vormodernen, theologisch imprägnierten u.a. dadurch aus, dass es in sich selber nicht häresiefähig ist. Einer, der eine abweichende Position hat, wird nicht als moralisch verwerflich gesehen. In der Physik gibt es immer noch Spinner, die glauben, die Relativitätstheorie ist falsch. Aber entweder argumentiert man gegen sie, oder man lässt sie links liegen. Nie werden sie als Häretiker, als Ketzer, als moralisch verwerfliche Individuen angesehen. Diese Errungenschaft wird jetzt zurückgenommen. Abweichende sind jetzt moralisch schlechte Menschen. Das gilt in der Geschichtspolitik, aber auch selbst in den Naturwissenschaften, in der Klimaforschung, der Meteorologie.“
Im Schutz eines Tabus lebt es sich bequem, die Kritiker müssen schweigen (http://www.zeit.de/2010/16/Sprache-Tabu/seite-1).
Wer glaubt, dass er mit dem

„Binnen-I“ für die geschlechtsübergreifenden Zungenbrecher, dem „N-Wort“ für die dunkle Schokolade mit Nüssen, dem „M-Wort“ mit dem dunklen Gugelhupf mit Schlagobersgupf, und dem „Z-Wort“ für den aus dem heutigen Indien stammenden Volksgruppen
schon alle Fallgruben erkannt hat, dem kann frau/man noch folgende Lektüre empfehlen: http://de.uncyclopedia.org/wiki/Political_correctness  http://relevant.at/meinung/64625/kleines-woerterbuch-political-correctness.story http://derstandard.at/3070872/Von-Negerkuessen-und-Mohrenkoepfen http://www.textfeld.ac.at/text/1251
Derartig auf munitioniert, korrekt gegendert und korrekt bis zum geht nicht mehr, lade ich Sie dann auf eine Reise nach Kapstadt ein und beobachte Sie dann prustend, wie sie die dortigen Personengruppen korrekt ansprechen …

Link: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54758

Now for something completely different

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unter all den politischen Irrwitzigkeiten bin ich heute über eine Meldung gestolpert, die mich wieder daran erinnerte, dass unser ganzes 
Geblogge, GeTwittere und GeMaile eine Infrastruktur erfordert, 
deren wir uns in den seltensten Fällen mehr bewußt werden: Kabel

Bereits 1811 schickte der Deutsche Samuel Thomas Soemmering elektrische Signale durch einen Kautschuk-isolierten Draht, welcher bei München durch die Isar verlegt worden war. Am 28. August 1850 wurde zwischen Dover und Cap Gris-Nez bei Calais das erste Seekabel verlegt. Die ersten Transatlantiuschen Kabel lagen in den 1860-ern, die ersten transpazifischen Kabel wurden zu Beginn des 20.Jahrhunderts gelegt …. alles lange vor dem „Internet“. (http://de.wikipedia.org/wiki/Seekabel)

Inzwischen ist eine Flotte von Spezialschiffen damit beschäftigt, diese Unterwasserkabel in Stand zu halten, wenn sie wieder durch einen Wal oder etwas anderes unterbrochen wurden.
http://www.extremetech.com/computing/96827-the-secret-world-of-submarine-cables

Nun werden die ersten Transarktischen Kabel 
(ARCTICFIBRE http://www.arcticfibre.com/who-we-are.html
ARCTIC LINK http://www.arcticlink.com/  und 
ROTACS
gelegt, die die Verbindung zwischen 
London und Tokyo um 60Millisekunden beschleunigen werden. 
Die Kostenschätzungen liegen pro Kabel zwischen 
0,6 und 1,5 Milliarden US$.

Und wenn Sie nun glauben, dass all diese Investitionen gemacht werden, damit Sie meinen Blog schneller lesen können, muss ich Sie leider enttäuschen.

Worum es hier geht ist die 
Reaktionsschnelligkeit des Algorithmen-basierten Börsenhandels 
mittels Hochleistungsrechnern zu erhöhen. 
Das rasche Reagieren (mit enormen Mengen an Buchgeld) auf minimale Kursschwankungen scheint das investierte Geld wieder herein zu bringen. Bei diesen Kabelbetreiber handelt es sich schliesslich um Privatfirmen und die haben bekanntlich 

Nix zu Verschenken ®Niki Nationale

Wir sehen, unsere Welt hat nicht nur politische Irrwitzigkeiten zu bieten ….

http://www.extremetech.com/extreme/122989-1-5-billion-the-cost-of-cutting-london-toyko-latency-by-60ms

Written by medicus58

21. März 2012 at 10:44

Wetten werden angenommen: Wie lang gibt es noch unsere Regierung?

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Der parlamentarische Untersuchungsausschuss fördert von A wie Werner Amon (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54333) bis Z wie Zypriotische Scheinfirmen derzeit eine derartige Fülle an „ÖVP Leichen“ aus dem Keller, dass man sich fragen muss, wie lange es dauert, bis man erneut, so wie schon beim Innenministeriums-Untersuchungsausschuss 2008 die Arbeits eines Untersuchungsausschusses durch Parlamentsauflösung in beiderseitigem Einverständnis der Großparteien beendet, wenn die Dinge zu heiß werden.

Daran könnte auch die SPÖ großes Interesse haben, wenn z.B. die Justiz auf Basis des nun vorliegenden Forensic-Reports des Wirtschaftsprüfers Deloitte (http://www.format.at/articles/1211/525/322267/kommunalkredit-die-zombiebank) entscheidet, ob die Ermittlungen gegen Frau Bundesminister Claudia Schmied in eine Anzeige wegen Untreue münden.
Im Deloitte-Bericht wird der „spekulative Charakter“ der CDS-Geschäfte, die „ausschließlich der Ertragssteigerung“ dienten, festgehalten. Auch die Relation von CDS-Business zu Bilanzsumme macht den Zockercharakter deutlich. So lag das CDS-Exposure 2008 bei einem Drittel der Kommunalkredit-Bilanzsumme von 33 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Erste Group von Andreas Treichl bringt 210 Milliarden Euro auf die Bilanzwaage, jonglierte aber nur mit fünf Milliarden Euro Credit Default Swaps.

Na wollen wir doch hoffen, dass das nächste Zeichen unserer Regierung (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54244) nicht genau diese Verkündigung der Regierungsauflösung ist und sie sich vor einem Wahlergebnis noch mehr fürchten als vor der eigenen Vergangenheit.

Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftsordnung_des_%C3%96sterreichischen_Nationalrates

Wer A sagt muss auch D sagen, D wie Diderot

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Denis Diderot (http://de.wikipedia.org/wiki/Denis_Diderot) war gemeinsam mit Jean-Baptiste le Rond d’Alembert (http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Baptiste_le_Rond_d%E2%80%99Alembert) Herausgeber der großen „Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers“ („Enzyklopädie oder (alphabetisch) geordnetes Lexikon der Wissenschaften, Künste und Gewerbe, von einer Autorengemeinschaft“).

Wenn Philipp Blom, der sich mehrfach mit dem den Anfängen der (bürgerlichen) Aufklärung auseinandergesetzt hat (http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6se_Philosophen), über Diderot kritisch meinte:
„Das Werk war ein Vehikel für seine Ideen; es gab ihm ein Einkommen, und sollte ihm einen Namen geben, und es gab Gegenständen eine Würde, die nie zuvor Druckseiten zierten; doch systematische, alles umarmende Akribie gehörte nicht zu seinen Interessen.“

so scheint mir das, sollte es wahr sein, weniger als Makel als der Beweis für die ungestüme Leidenschaft, mit der man sich einer allgemein zugänglichen, systematischen und kritischen Darstellung der Welt, so wie sie der aufgeklärte Mensch sehen konnte, verschrieben hat.

Auch nicht schlecht …

Dass die (bürgerliche) Aufklärung daran gescheitert ist, wie Blom schließt, dass sie dem damals herrschenden Imperialismus die Grundlage entzogen hat, in dem sie die „Gleichwertigkeit aller Menschen und Kulturen“ postulierte, scheint nachvollziehbar.

Dass Diderot et al. „die Leidenschaften des Menschen (im Sinne Epikurs) nicht verleugnen, sondern erkennen, verfeinern und so lenken wollten, dass der Mensch das eigenen Glück in dieser Welt finden kann und während er möglichst viel Gutes schafft der eigenen Umwelt möglichst wenig schaden soll„, das macht sie zu den 
Wegbereitern einer säkularen Moderne:

Es grenzt sie ab, von den Religiösen, die in dieser Welt das Böse eliminieren wollen, um das Glück in der nächsten Welt zu finden.

Es markiert die Mitte zwischen den heutigen Neokonservativen, die postulieren, dass „der Mensch eben prinzipiell schlecht wäre“ und nur durch drakonische Strafen von dem Schlechten abgehalten werden muss und den Linken, für die der „Mensch prinzipiell gut wäre“, würde er nicht durch seine sozio-ökonomische Umgebung an seiner Entwicklung gehindert werden.

In den Enzyklopädisten steckt die Wurzel, der heute so gut wie vergessenen Strömung der Existentialisten:
 
Nur aus der Sinnlosigkeit entsteht Ethik.

(Oh, wie wird es da die Gläubigen gruseln …)

Jedoch schon am Lebensende der französischen Enzyklopädiker kam den Protagonisten Zweifel, ob ihres optimistischen Ansatzes. 
Diesen Verlust an Optimismus kennzeichnet auch die „Linke“ am Ende des 20. und am Anfang des 21. Jahrhunderts. Die „Rechte“ scheint davon zu profitieren.

Die Idee einer „umfassende Bearbeitung aller Wissenschaften und Künste, nach ihren einzelnen Theilen und Gegenständen, gemäß dem seit etwa drei Jahrzehnten ungemein veränderten Zustande der Literatur und Kunst, von Schriftstellern, deren Namen die Achtung und das Vertrauen der literarischen Welt längst sich erworben haben, so viel möglich für das ganze gebildete Publikum, und zwar in alphabetischer Folge“ (Einleitung zu http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Encyclop%C3%A4die_der_Wissenschaften_und_K%C3%BCnste) krallte sich jedoch im europäischen Geiste fest und mündete über den „Ersch-Gruber“ in die http://www.wikipedia.org/ .

Was jedoch langsam aus den Köpfen der Bürger diffundiert und durch die Erkenntnis, dass Networking und Korruption die wahren Motoren des sozialen und ökonomischen Aufstiegs sind, weiter verdrängt wird, ist Francis Bacons Losung:

WISSEN = MACHT
(http://de.wikipedia.org/wiki/Wissen_ist_Macht)

Also mit anderen Worten:
Für die (Ohn)mächtigen ist Bildung der einzig evolutionäre Weg zum Aufstieg in der sozialen Hierarchie,

Somit führt uns unser Weg wieder zurück zu einem der Fundamente „linken Denkens“.

Wilhelm Liebknecht (1826–1900, einer der Gründer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands) berief sich auf dieses Konzept („Wissen ist Macht – Macht ist Wissen“) in dem er forderte, dass 
große Teilen der Bevölkerung den Zugang zu Wissen, Bildung und Kultur erhalten müssen.
1891 dichtete Max Kegel im „Sozialistenmarsch„:

„Des Geistes Licht, des Wissens Macht,
Dem ganzen Volke sei’s gegeben!“

Möge sich die heutige Sozialdemokratie (und konkret die Frau Unterrichtsministerin und Ex-Bankerin Schmied (http://www.meineabgeordneten.at/Abgeordnete/Claudia.Schmied) bei den bevorstehenden Verhandlungen um ein neues Lehrerdienstrecht) an diese Wurzeln erinnern.

Nicht die regelmäßigen Umbenennungen alter Schulformen und 
die phänomenalen Karrieren korrupter Flachwurzler, die den oben genannte Spruch breit grinsend in eine saftiges:

Nichts wissen macht auch nix

verwandelten, sondern

Chancengleichheit
Allgemeine Zugänglichkeit Wissen
Karriere auf Basis von Kompetenz und Leistung

sind die Garanten für eine friedliche und positive Entwicklung der Gesellschaft.

Setzt sich die allgemeine Erkenntnis durch, dass die Engagierten und Motivierten in dem (österreichischen) Korruptions- und Netzwerksumpf auf diese Weise keine Aufstiegchancen haben, dann werden sie früher oder später andere Wege beschreiten.

Bildnachweis: Wikipedia

Schwarmintelligenz benötigt Freiheit und Unabhängigkeit

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Der Begriff der Schwarmintelligenz, also dass das Ergebnis einer kollektiven Anstrengung qualitativ zu einer Lösung führt, die höherwertiger ist, als es sich die Intelligenz aller Gruppenmitglieder hätte vorstellen können (http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektive_Intelligenz )
ist inzwischen zu einem Modebegriff geworden.

Gerade das Web 2.X, also die Möglichkeit zur Partizipitation (Wikipedia, Like-Dislike,Tweet-Retweet, Blog-Kommentar) wird hier als proof-of-principle genannt. 
In einem interessanten Beitrag im gestrigen Online-Standard berichtet der Digitalexperte des „Guardian“ über eine neue Spielart („Open Journalism„), indem z.B. die Redaktion die User/Leser aufgefordert hat, eine nahezu unübersehbare Menge an Dokumenten zu sichten und die Journalisten dann gezielt auf die Wesentlichen Fakten aufmerksam zu machen. (http://derstandard.at/1331207355363/Public-Lecture-Chris-Moran-Interessante-oder-nuetzliche-Schlagzeilen-sind-tot)

Es entspricht auch meiner Erfahrung, dass in bestimmten Fällen die Forumdiskussionen innerhalb von Minuten kleine aber amüsante Tippfehler (Bundeshymen Diskussion: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=40176) und grobe faktische Fehler (Copy and Paste Journalismus: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35333) aufzudecken.

Ein netter Fall war auch der Artikel über die Cheopspyramide im Online-Standard, bei der bereits der erste Forumuser (RaphaelHythlodeus) darauf hingewiesen hat, dass auf dem ursprünglichen Bild die Cheopspyramide nur im Hintergrund zu sehen war. (http://derstandard.at/1331206810811/Berechnung-Was-es-kosten-wuerde-die-Cheops-Pyramide-heute-zu-errichten?seite=3#forumstart)
Die Redaktion hat dann 29 Minuten gebraucht um das zu beheben…

Ich bezweifle zwar, dass es bei der zusätzlichen Partizipationsmöglichkeit des Web 2,0 der Wille im Vordergrund stand, die Schwarmintelligenz zu nutzen, vielmehr stand der Wunsch nach mehr „Traffic“ im Vordergrund; a
us dem selben Grund hören wir in vielen Radiosendungen permanent die Aufforderung, doch im Studio anzurufen und müssen dann mithören, das Herr oder Frau Mustermann gerade frühstücken oder das Mittagessen verdauen …
Bezweckt wird da kaum die Schwarmintelligenz sondern die Hörer-Bindung. Außerdem muss sich die Redaktion auch kein Thema (content) ausdenken, wenn sie auf die Einsamkeit, Eitelkeit und das Mitteilungsbedürfnis der User setzt … (wer an Talkshows denkt, denkt bisher richtig mit)

Einerlei, sehr oft verdanken wir bahnbrechenden Erfindungen nicht zielgerichteter Forschung sondern sie sind ein Abfallprodukt des wohlbeobachtetet Zufalls:

Cyclosporin wurde nicht als Immunsuppressivum sondern als Antibiotikum erforscht,
Viagra sollte eigentlich ein Herzmittel werden,
die Linzertorte war angeblich ein mißglücktes Rezept
und der Klebstoff der Post-it war initial auch ein Flop (http://de.wikipedia.org/wiki/Klebezettel).

Der wesentliche Punkt bei unser „digitalen Schwarmintelligenz“ ist, dass all die digitalen Medien, neben der Möglichkeit, dass
 viele Individuen gleichzeitig eine Information gegenlesen können, 
aber auch über das selektive Weiterleiten von Informationen, die man als richtig empfindet (Like, Retweet, …) 
AUCH OHNE MODERATION über Inhalte abgestimmt wird. 
Das entspricht dem Selektionsprinzip der klassischen Evolution. 
„Was passt vermehrt sich“

Dass natürlich auch der Like-Algorithmus nur als Werkzeug für user-spezifische Bewerbung entwickelt wurde, versteht sich von selbst …

Ganz risikolos ist das natürlich nicht.

Erstens (z.B. umstrittene Inhalte wie Politikerbios auf Wikipedia) ist das demokratische Prinzip nicht garantiert, dass jedes Individuum nur eine Stimme hat. 
Die digitale Verfielfältigung einer individuellen Meinung (multiple Useridentitäten) kann zu enormen Verzerrungen führen (http://derstandard.at/1319183453741/Woher-Faymann-seine-falschen-Facebook-Freunde-bekam ).

Entsprechendes Geld und anwaltliche Hilfe vorausgesetzt, können und werden immer häufiger mißliebige Stimmen durch Drohungen aus dem digitalen Diskussionsraum entfernt
http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Scheuch-Anwalt-droht-Internet-Usern-mit-Klage/59699227
http://reimon.net/2012/03/15/zur-vermischung-von-partei-und-staat/

Auf ein anderes Problem, die Beeinflussbarkeit des individuellen Urteils durch das Bekanntwerden anderer Meinungen, wies eine vom Spiegel zitierte Studie an der ETH-Zürich hin.
(http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,762837,00.html , http://www.pnas.org/content/early/2011/05/10/1008636108.abstract?sid=1baaf087-335e-49e9-8bcb-7bde4cbd8bdf )

Das Experiment zeige, dass sozialer Einfluss die Diversität der Antworten verringere, nicht jedoch den kollektiven Fehler. 

Oder anders ausgedrückt: 
Verlassen wir uns auf unsere individuelle Schätzung, dann entspricht der Mittelwert der so abgegebene Schätzungen einer Gruppe meist sehr gut der Wahrheit. Erfahren wir aber, was andere bereits vor uns geschätz haben, dann verzerrt der Herdentrieb unser Urteilsvermögen so sehr, dass unsere Schätzungen auch auf einen Wert konvergieren, dieser ist jedoch falsch.

Um die Weisheit der Vielen trotzdem nutzen zu können, ist es wichtig, dass der Einzelne bei seiner Entscheidung nicht weiß, wie die anderen entscheiden. „Das ist auch Grundlage der repräsentativen Demokratie“, sagt Helbing. Die kollektive Weisheit funktioniere gut, solange Menschen unabhängig voneinander wählen könnten.

Die Evolution hat diese Prinzip seit Jahrmillionen verfolgt:
Viele von einander weitgehend unabhängige Versuche zur Problemlösung ohne göttliche Moderation dem Realitätscheck zu unterwerfen. 

Kurzfristige Fehlentwicklungen sind nicht auszuschliessen, auf lange Sicht garantiert dies eine bessere Anpassung an aktuelle Erfordernisse des Schwarms.

Sperren wir aber einen Schwarm ein (Bild) 
dürfen wir uns nur nach einiger Zeit einen üblen Geruch erwarten …

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