Sprechstunde

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Jahresrückblick 1

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2012
Es gibt ja nichts Abgedroscheneres als den Jahresrückblick zum Jahreswechsel, darum wollen wir den Dreschflegel in die Hand nehmen und ebenfalls drauflos dreschen:

Parkpickerl:

Es gab in den letzten Jahren selten eine Einzelentscheidung der Rathauspersonen, die für mich so negative Auswirkungen hatte. Dass ich ein überzeugter Verfechter und Nutzer des öffentlichen Verkehrs und fallweise des Fahrrads bin, sowie meine Argumente gegen die Abzocke für die Nicht-Benutzung des PKWs habe ich mehrfach hier kommentiert. Im Jahresrückblick möchte ich Sie an meinen persönlichen Erfahrungen teilhaben lassen:

Wer in einem Gründerzeithaus ohne Tiefgarage in einem Wiener Innengürtelbezirk wohnt, war sich immer klar, dass die Aufbewahrung seiner „Kiste“ ein Problem darstellt. Aus diesem Grund garagiert er das Auto, das ohnehin nur für berufliche Akutfahrten, größere Einkäufe und Reisen zu Zielen außerhalb Wiens genutzt wird, in einer zahlungspflichtigen Garage am Arbeitsplatz. Verbleibt das Auto doch einmal wochentags im Innengürtelbezirk, dann lief man früher alle 2 Stunden (bis 22.00) um ein paar Blocks und erneuerte den Parkschein bzw. freute sich über die Einführung des Handy-Parkens. War man freitags sehr früh dran, dann stellte man das Auto in einem der angrenzenden Außengürtelbezirke ab, ersparte sich zwar die Parkgebühr, hatte aber doch einen Spaziergang von 20 Minuten oder so vor sich. Auch alle Parkgelegenheiten an günstigen gelegenen U-Bahnstationen kannte man aus dem FF.

Zumindest nach Ende des Einkaufswahnsinns, also freitags ab 19:00 gab es in der näheren Umgebung durchaus einige Parkplätze, da die eingependelten Einkäufer (kein Arbeits-Pendler fährt in einen Innengürtelbezirk) bereits weg waren und einige der Bewohner ihre Autos, vermutlich wie ich weiter draußen geparkt hatten.

Dann kam der Geniestreich der fast flächendeckenden ParkRAUMbeSAUwirtschaftung und es machte für Einwohner wie mich keinen Sinn mehr das Auto draußen zu parken, die Einkäufer führen weiterhin in die Innengürtelbezirke (die 2-3 Stunden Parkgebühr machten ihnen wenig, schließlich hatten sie das Problem ja nicht regelmäßig, so wie die Ansässigen.

Nach stundenlangen Umkreisungen des Wohnortes auch in den Abendstunden des Wochenendes platzte mir der Kragen und ich entschied mich für die Miete einer Garage.
Ein Parkpickerl kam für mich aus mehreren Gründen nicht in Frage:

1. es gab ja keine Parkplätze mehr, wofür hätte ich zahlen sollen. Die Idee bestimmte Parkplätze für die im Bezirk gemeldeten frei zu halten, kam ja den Rathhauspersonen nicht.

2. Der Innengürtelbezirk ist eigentlich mein Nebenwohnsitz, da mein Hauptwohnsitz für die Unterbringung eines alten Familienmitgliedes benötigt wird. Deshalb erwartete ich auch Schwierigkeiten, wenn ich der Behörde erklären müsste, weshalb ich ein Parkpickerl am Neben- und nicht am Hauptwohnsitz (dort gibt übrigens auch keine Parkplätze mehr, weil die weitgehend unbenutzten Radwegen zum Opfer gefallen sind, um das P&R Haus zu füllen) benötige.

3. Als Garagenbesitzer (am Arbeitsplatz, auch wenn der am anderen Ende von Wien liegt) hätte ich eigentlich auch kein Anrecht auf ein Pickerl, das (siehe (1) aber ohnehin zu keinem Parkplatz verhilft.

Seit Dezember bin ich einschliesslich der Kaution, den 3 Mieten für den Makler und der notwendigen Vergebührung des Vertrags um ca. 600€ ärmer aber für 120€/Monat stolzer Besitzer einer Garage in einem der Neubauten ca 250 m neben meiner Wohnung. Die Garage ist eng, aber Reversieren lernt man ohnehin, wenn man in einem Innengürtelbezirk wohnt.
Aus beruflichen Gründen behalte ich vorerst die Garage am Arbeitsplatz, die ist etwas billiger …

Kurz vor Weihnachten, der Tag an dem es noch kalt war und regnete, musste ich nach all den Einkäufen und Vorbereitungen noch einen „Krankenbesuch“ eines Familienmitglieds am anderen Ende von Wien machen. Medikamente mussten angepasst und neu eingeschachtelt werden.

Eingeplant waren für Hin- und Rückfahrt insgesamt 20 Minuten (24 Minuten nach www.maps.google.com) .
Bald wäre ich wieder zurück. um den „Weihnachtsputz“ meines Schreibtisch beenden zu können.

Ich stand im Regen vor der Garagentüre, nur dieses weigerte sich aufzugehen.
Offenbar gab es ein Problem mit der Elektrik. Die Handkurbel befand sich aber innen, nur zum Inneren des Hauses hatte ich, ich war ja kein Mieter, keinen Zutritt.

Am Telefon sagte mir die Hausverwaltung, dass sie am Montag wieder für mich da sein würde – was mir augenblicklich wenig half.
Montag, den 24.12. war sie natürlich auch unerreichbar.
Ich machte mich also auf den  Weg mit den Öffis: 68 Minuten reine Fahrzeit 

Während so einer Fahrt hat man lange Zeit nachzudenken,
wenn man nicht den Beziehungsdramen der Mitreisenden lauschen,
über herumrollende Bierdosen stolpern oder
in den zurückgebliebenen Fetzen der Gratispresse blättern möchte …

Links 2012:
Was im Alltag nervt
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=65272
PARKpickerl Reloaded oder konsequentes grünes Denken
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75443
Vermummungsverbot für Vassilakou
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=78799
Schwerpunktbildung: Öffis und das neue Mantra der Gesundheitspolitik: Schwerpunktbildung
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=83524

Written by medicus58

25. Dezember 2012 at 12:47

Krone vs. Ärzte und die PK von Wehsely und Häupl, jetzt wirds brutal ..

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Vielleicht ist es paranoid, aber wer von Berufs wegen zu Assoziationen neigt, glaubt nicht an den reinen Zufall:

Vor einer Woche feuert Wiens Gesundheitsstadträtin eine Breitseite gegen die ÄrztekammerÄrzte machen Patienten Angst http://derstandard.at/1350260839480/Wehsely-Kein-Verstaendnis-fuer-Aerztekammer

Vor 2 Tagen
berichtete die Kronen Zeitung über angedrohte Kampfmaßnahmen der Ärztekammer gegen die (von Wehsely mitverhandelte)Gesundheitsreform des roten Gesundheitsministers: Ärztekammer geht gegen Reform auf die Barrikaden http://www.krone.at/Oesterreich/Aerztekammer_geht_gegen_Reform_auf_die_Barrikaden-Mein_Arzt_ist_weg-Story-340589 In diesem Artikel wird auch Stadträtin Wesehly mit einem „Jetzt reicht’s“ zitiert.

Heute
schlägt die KZ gleich doppelt zu: Auf der linken Seite regt sie sich über die Spesenvergütung auf die die Ärztekammer an ihre Funktionäre auszahlt, auf der rechten Seite stimmt sie in Wehselys Jubel über den Totalabriss und Neubau des Wilhelminenspitals auf. http://www.aekwien.at/aekmedia/121114_KronenZeitung.pdf

Sich über die Spesenabgeltung der Ärztekammer aufzuregen, käme wohl den Ärzten zu, da sich diese mit ihren (leider sehr üppigen) Zwangsbeiträgen ihre Kammer selbst zahlen.

Dass das Wilhelminenspital abgerissen wird ehe das Krankenhaus Nord fertig ist und sich der gesamte Wiener Krankenanstaltenverbund inzwischen mehr als Bauherr als als Krankenhausträger generiert, wurde hier schon seit Monaten thematisiert: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=67609
Ebenso, dass Frau Bürgermeister (die ärztl. Direktorin des Wilhelminenspitals ist ja zufällig Frau Häupl) zwar Stationen eröffnet, aber sie durch Personalmangel nicht betreiben kann, ist auf diesem Blog auch schon besprochen worden: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=80809 Davon schreibt die Krone nichts, das überläßt sie ihrem Gratisblatt: Heute.

Aber was mich hier abstößt ist die Kombination, dass man pflichtschuldig die Pressekonferenz von Wehsely und Häupl prominent ins Blatt rückt, und gleichzeitig in Wehselys Horn stösst, dass die Ärztekammer ein Klüngel hochbezahlter Funktionäre ist und nur gegen Stögers Gesundheitsreform und sein Lieblingsprojekt ELGA ist, weil sie um ihre Pfründe fürchten.

Dass hier Wiener Ärztekammer und Österreichische Ärztekammer in einen Topf geworfen werden,
dass SPÖVP die Kammern in der Vergangenheit sogar in die Verfassung geschrieben haben, weil die Zwangsmitgliedschaft so gut in ihr Staatsbild passt,
dass es zwar uns Ärzte aber nicht die Krone und nicht die Wiener Stadträtin etwas angeht, wie hoch die Funktionsentschädigungen der Ärztekammer sind, das alles wäre kaum einen Blogeintrag wert!

Wenn man aber 2008 im Zuge der damaligen Ärzteproteste von den Ärztekammerfunktionären hinter vorgehaltener Hand erfahren hat, dass die benevolente Berichterstattung der Kronenzeitung einen Preis hatte …

Seids krank? Nicht nur die Ärzte richten an die Regierung die Frage „Seids krank?“, sondern auch viele Menschen in diesem Land. Da wird eine Gesundheitsreform in Angriff genommen, ohne den wichtigsten Faktor -die Spitäler – einzubeziehen. Kronen Zeitung Gesamtausgabe 04.06.08/S 3
zitiert (und die Tippfehler verbessert) aus Pressespiegel des Hauptverbandes http://www.hauptverband.at/mediaDB/MMDB133022_Pressespiegel%20vom%204.%20Juni%202008%20Nr.%20128.pdf

dann hinterfrägt man die Koinzidenz der beiden Artikel in der heutigen Krone.
Übrigens darf ich darauf hinweisen, dass ich KEIN Ärztekammerfunktionär bin … 😉

Written by medicus58

14. November 2012 at 20:09

Vermummungsverbot für Vassilakou

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Es gibt Wichtigeres aber wenig Symptomatischeres als das
was sich aktuell in Wien im Zuge der Erweiterung der Kurzparkzonen abspielt.
Bis heute kann ich ja nicht verstehen, weshalb die Kostenpflicht für das Abstellen (!) nicht den Gebrauch des PKWs für die Wiener Grünen etwas mit Ökologie zu tun hat (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=65272).

Auch wenn ein sich um logisches Denken bemühter Mensch die prinzipielle Möglichkeit eines eigenen Denkfehlers immer zu bedenken hat, spricht die Fülle der, na sagen wir, schwer nachvollziehbaren Argumentationen der grünen Führungsschicht, vielleicht doch dafür, dass gerade sie diese Regel behende mißachten. Eine Auswahl gefällig?

Van der Bellens spätes Antreten im Gemeinderat, Verweigerung einer Volksabstimmung, Parkpickerl für Wiener in NÖ
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75443
ESM https://medicus58.wordpress.com/2012/07/04/ich-sehe-rot-fur-die-grunen/
Atominstitut http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=61135
Wohldotierter Seitenwechsel der Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=77432

Aber kehren wir zurück zum eigentlichen Thema: Der Auswirkung des Parkpickerl

Unmittelbar nach dem Inkrafttreten der Ausweitung schon bildreich mit der Logik der Weight Watchers (Vorher-Nachher) zu twitterten, dass sich nun Autos in Luft aufgelöst haben und die Sonne heller scheint, weil Vassilakkou die Pickerlzonen erweitert hat(https://twitter.com/gruenewien/status/253443444352106496/photo/1) ist eine Beleidigung jedes denkenden Menschen.
Auch wenn sich meiner Wahrnehmung nach an den beiden Orten, die ich „wohnbedingt“ gut überblicke, nichts geändert hat, ist mir, im Gegensatz zur Werbeagentur der Wiener Grünen klar, dass Auswirkungen einer einzelnen Maßnahme in einem so komplexer Prozess nicht nach drei Tagen beurteilbar sind. Diese Jubelpolitik kennen wir in Wien zur Genüge von der roten Rathausmehrheit in ihren zahlreichen (steuerfinanzierten) Druckwerken, die uns die Briefkästen verstopfen.

Ich habe schon in einem früheren Eintrag darauf hingewiesen, dass die Grünen schlecht beraten wären darauf hoffen, dass sie allein durch mangelnde politischen Alternativen irgendwann einmal zu einer bestimmenden politischen Kraft in diesem Land werden. Während nahezu alle Polit-Kommentatoren bescheinigen, dass die Grünen, die einzige Partei in Österreich sind, die nicht bis zum Hals in irgendwelchen Korruptionsskandalen stecken, schlägt sich dies auch in aktuellen Wahlen (z.B.: burgenländische Gemeinderatswahlen + 0,4% http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/492171_Burgenland-Wahlen-mit-einigen-Ueberraschungen.html) nicht wieder.

Sich wie Vassilakou nur hinter frisch gewonnenen Macht zu verstecken (keine Volksbefragung weil die Rathausjuristen einen Paragrafen gefunden haben), sich hinter dem Parkpickerl zu vermummen und Schönreden, was das Zeug hält, von diesem Politikertyp haben wir genug, das ist keine Alternative.
Jetzt kann man den Stil von ÖVP- Bezirksrat Peter Zauner, der twitterte : „Vassilakou lacht sich über Währing tot (hoffentlich bald).“ durchaus kritisieren, nur ist er vermutlich nur die geschönte Variante dessen, was sich die Mehrheit der Bevölkerung denkt (und wählen wird). (http://www.krone.at/OeVPler_hoffte._dass_sich_Vassilakou_bald_totlacht-Parkpickerl-Streit-Story-336779

Getreu der Watzlawick’schen Erkenntnis, dass die klassische Reaktion auf ein Scheitern, ein Mehr von demselben ist, wird nun an eine Ausweitung der „Parkraumbezahlung“ auf ganz Wien angedacht. http://derstandard.at/1348285134529/Wiener-Parkpickerl-Vassilakou-wuenscht-sich-Ausweitung-der-Ausweitung
Auch wenn die ersten „Kriegserklärungen“ aus Niederösterreich eintreffen (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1298840/Pickerlausweitung_Kriegserklaerung?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do) verwundert es mich doch, dass offensichtlich die Wiener, die aus verschiedenen Gründen noch in dieser Stadt leben, d.h. nicht in ein Häuschen im Grünen im billigeren Umland angestrebt haben, nun dafür bestraft werden, dass sie ihren fahrbaren Untersatz nur gegen Bezahlung in der Nähe ihres Wohnortes abstellen können.

Natürlich gibt es kein Menschenrecht auf einen Parkplatz, aber dafür bestraft zu werden, im Machtbereich einer Grünpolitikerin zu wohnen, die unter den billigenden Augen der roten Finanzstadträtin eine geldbringende Möglichkeit gefunden hat, ihr Stammklientel zu bedienen, das haben sich wohl die wenigsten der 95445 Grünwähler verdient, insbesondere die, die nicht so viel verdienen, dass sie sich einen Dauerparkplatz in den wenigen Parkgaragen im Stadtkern leisten können, denn Parkplatz kriegen sie mit und ohne Pickerl ohnehin nicht, dafür sorgt schon die Verkehrspolitik.
http://wien.orf.at/news/stories/2553545/

Aktuell halten 66.57% der Befragten auf ORF.at die „Parkpickerlausweitung“ das für eine reine Geldbeschaffungsaktion der Stadtregierung
http://wien.orf.at/news/stories/2552935/

Bis dato nimmt man den Wienern alleine nur für die Beantragung des Pickerls 50 EUR weg, sperrt sie im eigenen Bezirk ein, erschwert es Leuten, zur Arbeit zu kommen und bereichert GrünSPÖ und die Stadtkasse, auf Kosten derer, deren Lebenserhaltungskosten bereits täglich steigen.
http://derstandard.at/plink/1348285406066?sap=2&_pid=28355355#pid28355355

Glauben ist eben nicht wissen….…den meisten Menschen, mit denen ich mich über das unsägliche PP unterhalte, ist die FP/ÖVP vollkommen wurscht- es geht vielmehr darum, dass teilweise einschneidende Veränderungen ohne die Zustimmung der BÜRGER erfolgt sind. Und das, ohne irgendeine Rücksicht auf die Bedürfnisse ALLER Betroffenen. So ist es jetzt nur für manche besser, insgesamt aber für ALLE schlechter!
http://derstandard.at/plink/1348285406066?sap=2&_pid=28355202#pid28355202
 

Lauft doch aller bestens: Die Bürger streiten sich über eine völlig unbedeutendere Nichtigkeit und niemand kümmert sich mehr um die Verbrecher der Polit-Bagage. Häupl, Strache und der Typ von der ÖVP, wer auch immer das gerade ist, leeren sicher gemeinsam beim Heurigen die ein oder andere Flasche, nachdem sie auf ihren genialen Einfall angestoßen haben.
http://derstandard.at/plink/1348285406066?sap=2&_pid=28354794#pid28354794

Es geht nicht darum zu zahlen (also zumindest mir nicht) – es geht darum, dass hier etwas verkauft wird OHNE reale Gegenleistung UND zusätzlich, noch bei der Argumentation gelogen wird.
Die Behauptung, mit dem PP die „Verkehrsströme“ lenken zu wollen ist – bewiesenermaßen Stumpffug.
Es ist eine „Argumentationsbehübschung“ für „kassieren“. Denn es wird für etwas bezahlt, was realistisch
a) mittels Steuern schon mal bezahlt wurde
b) auch nicht real verfügbar ist (zumindest nicht einklagbar). In jeder Garage bekomme ich, für mein Geld, auch einen Platz! Beim PP bekomme ich nur das Versprechen, es „wäre“ mehr Platz.
Diese Kombination – zuzüglich der unerträglichen Lobpreisung des PPs (auf Steuerkosten) – nervt unheimlich.
http://derstandard.at/plink/1348285406066?sap=2&_pid=28355827#pid28355827

Wäre doch mal interessant, .. … wenn sämtliche Pendler eine Woche lang nicht nach Wien fahren = auch eine Art Demonstration. Dann möge die werte Frau Vassilakou den Firmenleitungen/chefs den Sinn des Parkpickerls erklären …
http://derstandard.at/plink/1348285406066?sap=2&_pid=28353752#pid28353752
 
 

Written by medicus58

8. Oktober 2012 at 19:01

Ein Philosoph im Untergrund

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Gerade in diesen Tagen hat man auf Wien Öffis nicht viel zu lachen. Regelmäßige Verspätungen, Ausfälle, (bis vor kurzem) Teilsperre der U1, …
Dazu kommt noch, dass bei manchen Bediensteten das „Amtskappl“ extrem tief sitzt, wie man ja selbst als überwiegend im öffentlichen Dienst arbeitender Blogger so manchen Vor-Urteilen den österreichischen Beamten gegenüber nur sehr zögerlich zu widersprechen vermag, so vielen veränderungsresistenten Vollkoffern (http://www.ostarrichi.org/oesterreich-742-de-Idiot.html) ist man schon in seinem Beruf begegnet,

ABER
gerade deshalb erfüllt es einen mit tiefster Befriedigung, wenn man mit einem Mal bemerkt, dass in den unergründlichen Tiefen der Wiener Verkehrsbetriebe, vulgo in der U-Bahn, auch denk- und sprachbegabte Wesen ihren Dienst tun.

KONKRET

heute U2 gegen 15:30 nach der spürbar verzögerten Abfahrt aus der Haltestelle Universität mit sonorer Stimme aus den Lautsprechern, die uns wahlweise verkünden, dass wegen einer Betriebsstörung wieder mal nix weitergeht oder uns in absurdem Hang zur internationalen Konformität mit dem nachbarlichen Sprachgebrauch zum „Zurückbleiben“ auffordern, nur weil beabsichtigt ist die Türen zu schließen:

Sehr geehrte Fahrgäste!
Diese Zugsgarnitur hat annähernd die Länge der Votivkirche und Ihnen stehen unglaubliche 18 Einstiege zur Verfügung. Aus Gründen, die sich mir in meiner 40-jährigen Berufslaufbahn bislang nicht erschlossen haben, versucht die Mehrzahl der Fahrgäste sich stets in die ersten Einstiege zu quälen. Ich bin ja vielleicht ein schlichtes Gemüt, aber ich verstehe das nicht.
Andererseits sind Sie ja frei, sich Ihre eigene Unbequemlichkeit zu wählen und ich wünsche Ihnen noch eine gute Weiterfahrt!

(aus dem Gedächtnis aber ziemlich im Original)

Ja, was soll man da noch sagen:
HE MADE MY DAY!

Written by medicus58

19. September 2012 at 16:16

Die Stadt Wien will nur das Beste für Patienten

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schreibt heute www.heute.at.
Das klingt doch ganz anders als hier im Mai, als ich die Wiener Gesundheitspolitik als „planlose Planwirtschaft“ (http://wp.me/p1kfuX-jr ) charakterisierte.
Liest man aber den Artikel weiter erfährt man, dass
das gesamte Wilhelminenspital bis 2024 völlig neu gebaut werden soll.

Nicht nur, dass man davon im lautstark verkündeten Wiener Spitalskonzept 2030 nichts erfahren hat, sondern der Neubau schließt auch die 2003 (!) um 15 Millionen € errichtete Spitalsküche, die im Frühjahr eröffnete Herzstation und die aktuell eröffnete Palliativstation ein. Na wenn schon, denn schon …. es geschieht ja nur zum Besten der Patienten!
Dass andererseits Millionen € in den Reinvestitions- und Sachaufwandbudgets fehlen interressiert ja niemand.

Aber, der heute-Bericht verschweigt, dass das ja alles System hat:

Im Kaiserin Elisabeth Spital, dessen Schließung im Vorjahr im Rahmen des Wiener Spitalskonzeptes 2030 verkündet wurde, aber schon seit vielen Jahren in Diskussion stand, wurden erst 2003 mit großem Getöse und für 12,2 Millionen Euro ein OP-Trakt errichtet, den man sich gegen Jahresende schenken kann:
Am 27. Juni 2003 eröffnete Stadträtin Prim. Dr. Pittermann in Anwesenheit hochkarätiger Prominenz aus dem Krankenanstaltenverbund und der Gemeindepolitik offiziell das neue OP-Gebäude, das Platz für drei hochmoderne OP-Säle sowie einen Aufwachraum mit 4 Plätzen und eine Zentralsterilisation bietet. Ein verglaster Gang verbindet 3 der 5 Bettenpavillons mit dem OP-Neubau.
http://www.wienkav.at/kav/kes/texte_anzeigen.asp?id=2042

Neben dem Donauspital wird augenblicklich das 1982 eröffnete Geriatriezentrum nicht, wie noch 2008 berichtet (http://www.krone.at/Wien/Geriatriezentrum_Donaustadt_wird_voellig_umgebaut-Senioren_zittern-Story-116374) umgebaut
sondern nach 30 Jahren großteils abgerissen und neugebaut, auch wenn im Siegerprojekt erklärt wird, dass „das Objekt zu jung zum Abriss“ wäre (http://www.vasko-partner.at/news/media/pdf/185.pdf).
Das Bild läßt aber wohl etwas anderes vermuten, oder?


„Bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2015 investiert die Stadt Wien rund 1,8 Milliarden Euro in den Gesundheits- und Pflegebereich“ frohlockt http://www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/investitionen-gesundheit.html noch immer. Das Datum dieser Meldung ist unklar, aber offenkundig vor 2011 ins Netz gestellt …
wenn der Link nimmer funktioniert, weil das doch jemand gelesen hat, habe ich sicherheitshalber ein PDF angefertigt 😉

Ehrlicher wäre es zuzugeben, dass man mit diesem Geld Bauunternehmen, Medizintechnikunternehmen, etc. fördert NICHT den Gesundheits- und Pflegebereich.

Relativ junge Gebäude abzureissen, frisch eröffnete Stationen dem Erdboden gleich zu machen und daneben diplomiertes Pflegepersonal gegen Abteilungshelferinnen zu ersetzen, Ausbildungsplätze für Ärzte einzusparen, das sind keine Investitionen, die Patienten spüren, das ist
Planlose Planlosigkeit

Klassenkampf in den Ordinationen

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Wir hatten das Logo von MEDICLASS schon einmal hier im Blog, nur ging es damals um ganz etwas anderes (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958) und ich gebe es zu,
ich klicke nicht auf alles, was mir unter die Maus kommt.

Als ich nun in der gestrigen Ausgabe von HEUTE über einen (nicht als Werbung gekennzeichneten) Artikel von www.mediclass.com stolperte, war ich zwar auch noch mehr von
Onkel Frank’s gedrucktem Schwachsinn
EINE REVOLUTION FÜR ÖSTERREICH
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=57408
fasziniert und musste zuerst meinem Tagtraum einer Symbiose von
Frank Stronach und Captain Jack Sparrow
zu ihrem digitalen Leben verhelfen.

Heute kam ich erstmals dazu den Artikel (nochmals keine Werbung) zu lesen:

Private Fachärzte für jeden leistbar!
Längst ist die Zweiklassenmedizin in Österreich Realität. Erstklassige und schnelle Behandlung gibt es nur bei privater (und teuerer) Vorsorge.
Doch das muss nicht so sein. Ein neues Konzept bietet jetzt exklusive Top-Medizin – leistbar, persönlich und zeitsparend.
Der mediclass-Gesundheitsclub mit Sitz in der Wiener Vorgartenstrasse 206C hat die patientenfreundliche Idee umgesetzt: hochwertige ambulante Privatmedizin mit einfachem und leistbarem Zugang.
Ab 24,90 Euro im Monat stehen in einem einzigen Haus (mediclass-Zentrum) selbstständige private Fachärzte aller Richtungen zur Verfügung ….

Na endlich, kann man da nur sagen und surft die Seite an und liest Vertrauenserweckendes:

Offizieller Gesundheits-Partner der Österreichischen Fußball-Bundesliga
Ausgezeichnet von der Kronen-Zeitung
Offizieller Gesundheits-Partner des Alpenverein Edelweiss

Unter Presse erfährt man dann, dass die Pläne der Betreiber hoch fliegen:

Investiert wurde eine Summe von rund 2,5 Millionen Euro.

Im nächsten Jahr soll ein weiteres Zentrum, im darauffolgenden Jahr zwei bis drei mediclass Zentren entstehen. „Bis zum Jahr 2021 sollen 21 Zentren eröffnet sein, davon zehn bis 15 in Österreich, der Rest im umliegenden Ausland.

Na dagegen wirkt ja das Geschäftsmodell von DrEd, wir haben kürzlich berichtet (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56206), echt mickrig.

Aber wie rechnet sich das?
Allein, um die Investitionen herein zu bringen müssen über 100.000 Monatsbeiträge eintrudeln.

Und bei den üblichen Privathonoraren der „Professorenmedizin“ von 100-200 € pro Ordination müssen da schon ganz viele Leute einzahlen, ohne im Zentrum aufzutauchen, damit Sie den „Herr Univ.Prof.“ sprechen können.

Und wieso „macht’s Ihr Arzt plötzlich persönlich UND billiger“,
etwas was Ihnen nichteinmal Ihr Tischler verspricht?

Da aber die Homepage jedem Clubmitglied einmal pro Jahr einen Gesundheitscheck im Wert von 400 € verspricht, der nichteinmal durch den Jahresbeitrag von 298,80€ (=12*24,90) abgedeckt wird, haben wir es offenkundig mit einem Club von echten Menschenfreunden zu tun…

Also, da Zyniker wie meinereins an so ein Geschäftsmodell nicht glauben können: WAS STECKT DAHINTER?

Lesen wir das Kleingedruckte:

Die Mitgliedschaft bietet eine optimale privatmedizinische Versorgung im Zentrum mit bis zu 80 % Rabatt auf die Privatpreise der Ärzte
(Beispiel: Patientin in Wien, WGKK versichert, Erstordination beim Internisten inkl. EKG: Privatpreis € 120,-, mediclass Mitglied zahlt nur € 35,-.
Ihre Ersparnis beträgt € 85,-).

„WGKK versichert“ will wohl heissen, dass man sich zusätzlich der Refundierung des Wahlarzttarifes (=80% des Kassentarifes) bedient.
Hat der Versicherte aber bereits einen Facharzt in diesem Quartal aufgesucht, dann wird die Gebietskrankenkasse KEINEN WAHLARZTTARIF refundieren; vermutlich auch für Folgebesuche…

Außerdem bietet mediclass regelmäßige kostenlose Informationsveranstaltungen und Informationen zum Thema Gesundheit an.

Also offenkundig kann sich das Geschäftsmodell nur rechnen, indem man ZUSÄTZLICHE LEISTUNGEN anbietet, für die dann keine Teilrefundierung durch die Krankenkasse angeboten wird …. erinnert uns das an die bekannten Busreisen mit reissendem Wärmedecken-Absatz?

Also die Hoffnung, dass man nun für den Gegenwert einer besseren Flasche Wein ein Doc-Hopping und -Shopping betreiben kann, muss wohl wieder einmal begraben werden.

Aber woher kommt den das alles?
Weshalb schalten immer mehr Patienten das Hirn aus und glauben, das Staubsaugervertreter Gewäsch: (wir zitieren wir aus dem Artikel von HEUTE)

Erstklassige und schnelle Behandlung gibt es nur bei privater Vorsorge.

Jahrzehntelange Berichterstattung über

massive PR für sogenannte alternative Methoden,
Bittere Pillen,
Versagende Gesundheitsreformen,
Spitalskandale,
pleitegeredete Krankenkassen, … etc.

haben es geschafft, dass das Vertrauen der Bürger in das öffentl. Gesundheitssystem absichtlich zu untergraben, um sie in den Privatsektor zu lenken.
Die gefühlte Diskrepanz zwischen überzogenen Versprechungen der Politik und die Konfrontation mit einer durch Einsparungen immer unzugänglicheren öffentlichen Medizin in den Ordinationen und Spitälern hat viele Menschen verunsichert.

Bereits der erste Beitrag dieses Blogs beschäftigte sich mit diesem Problem:
Österreicher haben Angst vor Kürzungen im Gesundheitswesen

http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56206

Es wäre auch hoch an der Zeit, dass auch die Gesundheitspolitik das Vertauen in die öffentliche Gesundheitsversorgung wieder herstellt und sich nicht insgeheim freut, dass die verunsicherten Patienten von derartigen Versprechungen, wie wir es auf mediclass.com lesen können, in den privaten Sektor gelockt werden.
Wenn wenn sie dann wirklich krank sind,
dann kommen sie ohnehin wieder sehr schnell in das öffentliche System zurück,
dann wird der freundliche Herr Professor darauf verweisen, dass halt nur die Erstordination zu so guten Tarifen möglich war, die jetzige Begutachtung aber etwas teurer kommen wird …

Oder glaubt irgendwer, dass Ärzte in solchen Geschäftsmodellen arbeiten würden,
wenn sie nicht dort mehr verdienen würden, als im hergebrachten System, eben.

hEUte hOErt dEr fAScHinG AuF

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In den SN erfährt man Bemerkenswertes:

Der in Deutschland gebräuchlichere Begriff Karneval leitet sich ab von Fleisch – lateinisch carne – und vale – lateinisch für ade. Das heißt also ’Lebe wohl Fleisch’

Die bei uns gebräuchlichere Bezeichnung Fasching, bezeichnet hingegen einfach den letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit. Na, Prost.

http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/chronik/artikel-welt-chronik/artikel/die-wurzeln-des-verkleidens-4545/

Vienna Online, weiß dafür ganz genau, was wir Wiener so im Fasching treiben: Knapp die Hälfte, nämlich 48% der Bewohner der Bundeshauptstadt, besucht heuer Faschingsfeste, Umzüge, Bälle oder veranstaltet private Partys.Vor allem jüngere Menschen und Personen mit Kindern im Haushalt unternehmen häufig etwas in der Faschingszeit – so eine aktuelle Telefon-Umfrage von Makam, bei der 500 Personen interviewt wurden. http://www.vienna.at/1090/umfrage-so-feiern-die-wiener-den-fasching/3174045

Die Süddeutsche titelt fröhlich „Fasching in Dachau Nüchtern betrachtet“ und schwadroniert weiter: „Es ist Fasching in Dachau und das Blut ist rote Farbe. Diese Schnittwundenoptik ist einer der Trends auf dem diesjährigen Fasching. So wie auch Sträflingskleidung und Bauarbeiteranzüge, …“

So ähnlich wie unlängst mit dem Ball der Oberösterreicher und seinem Plakat über Braunau (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51269) finde ich es bemerkenswert, dass offenbar die Konnotationen zu bestimmten Ortsnamen verloren gegangen sind. Wie auf (http://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/) nachzulesen, diente das KZ Dachau als Modell für alle späteren Konzentrationslager und als „Schule der Gewalt” für die Männer der SS, unter deren Herrschaft es stand. In den zwölf Jahren seines Bestehen waren hier und in zahlreichen Außenlagern über 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. 41.500 wurden ermordet.

Der Trend der „Schnittwundenoptik“ im Dachauer Fasching kommt mir etwas deplaziert vor, aber andererseits ist Dachau halt eine „Große Kreisstadt“ im gleichnamigen oberbayerischen Landkreis und für viele inzwischen kein Synonym mehr, für Konzentrationslager … http://de.wikipedia.org/wiki/Dachau

Man kann sich darüber freuen oder man kann sich darüber wundern … In jedem Fall: Im Gegensatz zum Leben, hört der Fasching nie auf, oder der Karneval.

Written by medicus58

21. Februar 2012 at 16:36

Stoppt die Impertinenz

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Dass die Gemeinde Wien seit Jahren Millionen an Steuergelder unter dem Deckmantel der Information für Eigenwerbung rauswirft, wurde hier schon mehrfach angeprangert: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31858

Die an der Wahrheit vorbeischrammende Eigenwerbung der Wiener Gesundheitsstadträtin und des formal eigenständigen Wiener Krankenanstaltenverbundes wurde auch hier schon kritisiert: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35008

Seit Wochen werden endlich die horrenden Ausgaben verschiedenster Ministerien in den Medien kritisiert. Peter Pilz adelt (nicht ganz korrekt aber auch nicht gänzlich falsch) den ehemaligen Stadtrat Faymann als Erfinder dieses Inseratenunwesen: Seinerzeit, als Wohnbaustadtrat in Wien, hat er die Inseratenkorruption erfunden. Sein erster Versuch galt dem Kurier. Der Stadtrat zahlte die neue Wohnungsbeilage und der Kurier lobte die schönen neuen Wohnungen. Die Beilage wurde noch von echten Journalisten verfasst – aber Faymann lernte, dass man erste Grenzen straflos überschreiten kann. Als Verkehrsminister machte Faymann den nächsten großen Schritt. Er begann, sich den Boulevard zu kaufen. Jetzt ging es schon um offene Geschäfte: Gefälligkeitsinserat gegen Gefälligkeitsgeschichte. Längst Gewohnheitstäter, glaubte er, im Bund könne ihm ebenso wenig passieren wie in Wien. Sein Instrument war die ÖBB, die er zu Gefälligkeitsinseraten an befreundete Zeitungen gezwungen hat.

http://www.peterpilz.at/ Eintrag 16.September

Nun sorgt ein Inserat Faymanns in seinem neuen Zentralorgan heute (Gratisblatt in der Wiener U-Bahn, das im Dunstkreis der Krone produziert wird) für Aufregung, wo er sich unter dem Deckmantel eines redaktionellen Beitrags gemeinsam mit dem Gesundheitsminister als „Stopper der 2-Klassen-Medizin“ abfeiert.

(siehe Bild, das ich aus der Online-Presse habe, da ich heute in der U-Bahn was anderes als  heute gelesen habe) http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/695348/Faymann-das-destruktive-Element

Impertinent ist das deshalb, weil sich der Bundeskanzler (auch im Abendjournalinterview) uneinsichtig zeigt, dass sowas einfach nicht tragbar ist und zweitens (und das ist nun meine ureigenste Überzeugung) dieses Inserat, weil inhaltlich deckungsgleich mit der Kampagne des Wiener Krankenanstaltenverbundes, nur eine mediale Entlastung des Rathhauses ist, um den organisierten Aufschrei der Bediensteten über die finanzielle Misere der Wiener Spitäler vergessen zu machen. siehe: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=43804

Das Operationsplanungssystem im KAV wird nach außen als großer Transparentmacher bejubelt, die damit arbeiten müssen, sind genervt von den vielen Bugs und Unzulänglichkeiten. Dass das nun Faymann als „seinen Sieg“ gegen die angebliche Bevorzugung von Klassepatienten feiert, kann kein Zufall sein, sondern zeigt, dass hier die PR Maschine des Wiener Rathhauses nun auch mit Bundesgeldern betrieben wird.

„Ohne die Partei wäre ich nichts“, hat einmal ein hoher SPÖler gesagt. Auch Werner weiß wem man Dankbarkeit schuldet. Da ist so ein kleiner Gefallen schon mal drinnen. Wir zahlen’s ja.

Written by medicus58

16. Februar 2012 at 18:52

WGKK nur ned hudln

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Im Juni 2011 schickt die Wiener Gebietskrankenkasse einer Versicherten einen Erlagschein und fordert sie damit erstmals auf, die Kostenbeteiligung (10 €) an zwei Krankentransporten aus dem Februar 2010 (!) zu begeichen.

Ich frage mich, was man von all den immer wieder veröffentlichten Horrormeldungen über die Defizitte der WGKK, aber auch von den immer wieder vermeldeten Überschüssen eigentlich halten kann, wenn die Buchhaltung für die Vorschreibung von 10 € sechzehn (16!) Monate benötigt?

2007: WGKK ist laut Obmann Bittner zahlungsunfähig http://www.krone.at/Oesterreich/WGKK_ist_laut_Obmann_Bittner_zahlungsunfaehig2008-Wir_sind_pleite!-Story-84771

2008: WGKK: 140,6 Millionen Euro Defizit http://kurier.at/nachrichten/115150.php

2009: WGKK steht 2009 erneut vor der Pleite http://derstandard.at/3409132

2011: Alle GKKs im Plus, am größten jener der Wiener GKK mit 59,8 Mio. http://oesterreich.orf.at/stories/499036/

Written by medicus58

16. Februar 2012 at 18:34

Des Packl Tschick in da Lockn

with one comment


Jetzt muss nicht ein jeder einen Spruch führen, der so wie der meinige  -Gemeindebau-geschult – sich mannigfach eines umgangsprachlichen Vokabulars bedfleißigt, das sich so mancher untergriffiger Anklänge aus der untersten Lade ebensowenig schämt wie seiner dezenten Anklänge an schon längst vergessenes Vokabular des Rotwelschenhttp://de.wikipedia.org/wiki/Rotwelsch , 
http://www.yauh.de/files/hausarbeiten/rotwelsch.pdf ).

Aber nun konkret:

Was man unter einem Tschick (=Glimmstengel für den außerbajuwarischen Lesergreis (sic)) versteht, sollte klar sein. 
Wenn nicht birgt: http://www.ostarrichi.org/woerterbuch.html?search=tschick vielleicht noch einige Überraschungen.

Dass „eine an unvorhergesehener Stelle plazierte Flüssigkeitsfläche“ im eben genannten Trans-Weißwurstanien als Pfütze oder Lache bezeichnet wird, sollte auch als bewußt voraussetzbar sein. 
In Östereich geht auch die Lacke noch als Hochdeutsch durch (niederdeutsch Lusche, schweizerdeutsch Glungge oder Gunte).
Wer es fast-akademisch will, den klärt die Wiki auf, dass: Pfützen die kleinste Form der Stillgewässer bilden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pf%C3%BCtze 

Bei uns in Wien und Umgebung, die man k&k-nisch sehr weit fassen kann, is des a Lockn und ein Paket a Packl, und aus.

So weit, so keinen Blogeintrag wert und schon gar kein Ärgernis, 
ABER:
Da hörte ich neulich im Siebenten Hieb (= 7.Wiener Gemeindebezirk) den männlichen Teil eines eben aus dem Auto aussteigenden Pärchens, seine vielleicht etwas umständlich wirkenden Bewegungen dahingehend zu rechtfertigen, indem er sprach:

Ich muaß jo aufpassn, dass ma des Packl Tschick net in die Pfütze follt.

 Na und das geht nun einmal gar nicht. 
Das widerspricht meinem sprachlich ästhetischen Empfinden wie ein
Kevin Kratochvil“ in der Sandkiste oder ein
Hausschwein namens Mustafa“ ….

Wie gesagt, es muss ja nicht jeder das Arschleckn ständig im Munde führen und (so die englischsprachige Variante) die umganssprachliche Bezeichnung des Geschlechtsverkehr in alle grammatische Formen pressen:

Interjektion: What the fuck!
Adjektiv: You are a fuck up!
Adverb:  It’s fucking cold. 
Verb: I was fucked up.
Substantiv: You are a great fuck. 

aber wenn man sich aus der Berliner Wenzel Lüdecke Synchron (http://de.wikipedia.org/wiki/Wenzel_L%C3%BCdecke) Tonspur entfernt, der möge darin bleiben und nicht zwischen den Tonarten meandrieren wie vollfett (= ziemlich betrunken).

Möge all denen da Ochta (= ein Achter, Handschellen im Wiener Umfeld) angelegt werden, die als sprachliche Hybride zwischen wohl abgegrenzten Territorien taumeln.

Des Packl Tschick follt in de Lockn oder das Päckchen landet in der Lacke.

Alles andere verwirrt und verwirrend is eh scho ollas irgendwie.

Written by medicus58

15. Februar 2012 at 10:00

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