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Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s

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ReischWehs

In unzähligen Gesundheitsreformen waren sich alle „Stakeholder“stets in einem Punkt einig:

Alles nur keine Finanzierung aus einer Hand!

Die hanebüchenen Begründungen wechseln, aber eins muss bleiben:
Die Krankenkassen finanzieren überwiegend den extramuralen Bereich (Ordinationen, Kassenambulanzen und in Wien das gesamte Hanusch-Krankenhaus), die Steuerzahler die Spitäler und die Spitalsambulanzen. Wär übrigens so, wie wenn ihre PKW Haftpflichtversicherung nur die auf der Fahrbahn entstandenen Schäden übernehmen würde, der Parkschaden aber über die Mineralölsteuer abgedeckt würde. Klingt absurd, ist es auch.

Während medial unentwegt über die „teuren Spitäler“ gesprochen wird und z.B. das Wiener Spitalskonzept 2030 trotz  „wehsentlicher“ Wandlungen seiner Produktdeklaration http://wp.me/p1kfuX-K9, darin besteht 6 Schwerpunktspitäler auf drei Schwerpunktspitäler (an 6 Standorten) einzudampfen, schienen die Krankenkassen unter der wohltätigen Führung des nunmehrigen Finanzministers (Familie Putz geht zum Gesundheitsdienstleister http://wp.me/p1kfuX-12) auf Erfolgskurs:

Krankenkassen erzielten 2013 Millionenüberschuss

Für 2013 haben die Kassen laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger einen Überschuss von insgesamt 186,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Bemerkenswert ist dabei, dass der Löwenanteil des Überschusses von der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) gekommen ist – sie erbrachte 118,5 Mio. der insgesamt 186,3 Mio. Euro. Allerdings ist das nicht allein auf die Konsolidierungsleistungen der WGKK zurückzuführen, sondern zu einem Gutteil auf öffentliche Mittel. Die Kassen haben nämlich eine Umsatzsteuerrückvergütung für Medikamente bekommen. Diese wird in Form einer Pauschale ausbezahlt und machte für das Vorjahr 100 Mio. Euro aus. http://orf.at/stories/2218411/

Nach den zehn aufeinanderfolgenden Verlustjahren 1999 bis 2008 konnte die Wiener Gebietskrankenkasse zum fünften Mal in Folge einen Bilanzgewinn ausweisen. las man noch im Jahresbericht 2013 der Wiener Gebietskrankenkasse von deren GD Sulzbacher und der Obfrau Reischl.
http://www.wgkk.at/portal27/portal/wgkkportal/content/contentWindow?contentid=10008.602659&action=b&cacheability=PAGE&version=1412760547

JuHu

Jahresbericht 2014 liegt noch keiner vor,  aber Zeitungsmeldungen sprechen für 2014 noch von einem Plus von 11,6 Milliarden in der Wiener Gebietskrankenkasse http://www.vol.at/vorarlberger-gebietskrankenkasse-rechnet-2015-mit-49-mio-euro-defizit/4236597

JuHuJuHu

Nachdem das Finanzgenie Schelling aber ins Finanzministerium aufgestiegen ist, verdüsterten sich plötzlich österreichweit die Wolken über der Erfolgsstory der Krankenkassen:

2015 Krankenkassen rechnen mit 129-Millionen-Defizit
 … alle anderen Kassen rutschen ins Minus – am stärksten die Wiener Gebietskrankenkasse mit 64,1 Millionen Euro.
http://www.krone.at/Oesterreich/Krankenkassen_rechnen_mit_129-Millionen-Defizit-Prognose_fuer_2015-Story-439190

Letztendlich ist das eine politisch gewollte Querfinanzierung der Gebietskrankenkassen via asymmetrischer Steuerrückerstattung, über deren Begründung man nur mutmaßen kann. Letztlich hilft man den Kassen ihren Versicherten vorzugaukeln, dass sie für ihre (nicht so niedrigen) Kassenverträge eine Vollversorgung bekämen.

Im roten Wien“ wird dies aber von der Gesundheitsstadträtin Wehsely noch weiter getrieben, sehr zum Schaden ihrer Angestellten in den Spitälern des Krankenanstaltenverbundes, aber auch auf Kosten der Steuerzahler.

Die Ambulanzen und Bettenstationen der KAV Häuser sind auch deshalb so voll, weil von den Spitälern Leistungen übernommen werden, die eigentlich ein gut funktionierendes extramurales System (Ordinationen, Hausbesuche, Ärztenotdienst) abdecken müsste, für das – ja Sie raten richtig – die Krankenkassen verantwortlich wären.

Weniger Vertragsordinationen trotz Bevölkerungswachstum,
zum Teil lächerliche Kassentarife, für die kein Handwerker einen Finger rühren würde,
fehlenden Kassenverträgen für  Leistungen, die problemlos auch in Ordinationen erbracht werden könnten,
monatelangen Wartezeiten in den Spitalsambulanzen, weil die entsprechenden Fachärzte keine Kassenverträge bekommen,
versteckte Selbstbehalte bei Wahlärzten, die überhaupt nur 80% der Tarife von Kassenvertragsärzten bekommen,

… die Liste der absichtlich von den §2 Kassen offen gelassenen Defizite, die die Patientenströme in die Spitäler leiten, könnte endlos fortgeführt werden und die Gesundheitspolitiker schauen zu, weil sie mit den Verantwortlichen der Kassen allzu oft ein gleichfärbiges Parteibuch verbindet.

Wien ist anders.

Nicht dass Gesundheitsstadträtin und Gebietskrankenkassen-Leitung ein anderes Parteibuch haben, Wien ist anders, weil hier noch unverfrorener das Defizit der Gebietskrankenkasse durch Querfinanzierungen aus der Stadtkasse vermindert wird.
In den seit Ende letzten Jahres immer wieder (Wie oft wird kann man die Sau durchs Dorf jagen, ohne dass es den Medien auffällt? http://wp.me/p1kfuX-Tw) als großer Vorgriff auf die Gesundheitsreform abgefeierten Primärversorgungszentren (Primary Health Care Center: PHC) nimmt die Stadträtin Wehsely Geld in die Hand, um die Arbeit von Obfrau Reischl zu machen.

Offiziell liest sich das natürlich anders:
Nun haben sich Stadt Wien, Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) – gemeinsam mit den bundesweiten Versicherungsträgern – und die Wiener Ärztekammer auf die Grundsätze für zwei konkrete Pilotprojekte zur Umsetzung des Primärversorgungskonzeptes in Wien verständigt. https://www.wien.gv.at/rk/msg/2014/12/18016.html

Die beiden PHCs, eines vor dem Donauspital für das gerade Mitarbeiter gesucht werden, eines, das aus einer bestehenden Gruppenpraxis in Mariahilf umgewandelt wird, werden nicht die Spitalsambulanzen entlasten, wie es Wehsely den ob der angekündigten Personalreduktion aufgebrachten Spitalsärzte vormachen will, dafür sind PHCs nämlich nicht da! Ihre Aufgabe umfasst (nach den Grundsätzen der Gesundheitsreform) maßgeblich die Mitwirkung an öffentlich finanzierten Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogrammen und die Teilnahme an Disease-Management-Programmen (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150216_OTS0052/wehselyreischl-stadt-wien-und-wgkk-starten-pilotprojekt-integrierte-versorgung-bei-chronischer-herzschwaeche).

Es ist eine Verhöhnung der Spitalsärzte zu behaupten, eine solche Einrichtung, die 50 Stunden pro Woche offen hält und mit ein paar Allgemeinmedizinern und Pflegepersonen bestückt wird, könnte eine spürbare Entlastung in all den (onkologischen, neurochirurgischen, orthopädischen, dermatologischen, thyreologischen, radio-onkologischen, osteologischen, psychiatrischen, pädiatrischen, ….. ) Spezialambulanzen eines Schwerpunktspitales bewirken.  

PHCs sind vom Konzept her ja nichts Schlechtes, nur stellen sie in weiten Teilen ein anderes Versorgungskonzept dar, als jenes, das in Österreich bisher verfolgt wurde. Jedenfalls decken sie die extramurale Krankheitsversorgung (viele wollen auch hoffen, die Krankheitspävention) ab und dafür wären eigentlich die Krankenkassen verantwortlich.

Ob man für die 2,4 Millionen Euro, so viel sollen die beiden PHCs kosten, nicht auch im bestehenden System die gewollten Leistungen bekäme, scheint ja niemand zu hinterfragen.

Zum Vergleich die aktuelle Dienstzeit- und Besoldungsänderungen aller 3600 angestellten Ärzte im KAV ist der Gesundheitsstadträtin 19,9 Mill € wert gewesen und dann hat sie im Kurier ihren Kritikern gedroht, dass sie keinen Cent mehr locker machen werde, wenn man nicht  in ihren Jubel einstimmt.
Jedenfalls zahlt die Stadt Wien kräftig mit, bei den 480.000 €, mit denen der Mehraufwand gefördert wird, um die ambulanten Patienten der Krankenkassen zu versorgen, die nicht in die Kassenordination gehen können, weil die WGKK diesen Zugang nicht ermöglicht.

So ganz neu ist das ja nicht, denn schon vor über 5 Jahren hat das Doppelte Lottchen Wiener Gebietskrankenkasse/KAV vulgo Reischl/Wehsely ein Dialysezentrum in die grüne Wiese (eigentlich auf den asphaltierten Spitalsparkplatz des Donauspitals) gestellt. Kasse und Stadt teilen sich die Investition im Verhältnis 30 zu 70, die Betriebskosten im umgekehrten Verhältnis. Betrieben wird es von den Barmherzigen Brüdern, weil die geringere Gehälter zahlen …. http://www.wien.gv.at/rk/msg/2009/1202/008.html.
Günstig ist das Projekt auch deshalb, weil man sich mit Risikodialysen gleich gar nicht beschwert und Komplikationen umgehend ins öffentliche Spital gelegt werden können.

Auch bei diesem Projekt haben sich Reischl und Wehsely bewundern lassen, die eine zu Recht, denn ihr wurden Kosten abgenommen. Über Wehsely kann man sich aber auch wundern, denn es scheint niemand aufzufallen, wie sie das ohnehin klamme Gesundheitsbudget der Stadt nicht nur in Richtung unzähliger Berater und Baufirmen ausfließen lässt, sondern auch zur Defizitabdeckung der Wiener Gebietskrankenkasse benutzt.

Auch eine Form der Finanzierung aus einer Hand, nur halt der falschen.

Written by medicus58

27. Februar 2015 at 23:19

Wir, vom Wienerberg, sind die Guten: Bemerkungen zu einer Verarschung

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WGKK CT MR

Gestern verkündete der ORF in seinen Nachrichtensendungen die frohe Botschaft der am Wienerberg residierenden Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse Mag.a Ingrid Reischl(http://www.bkkommunikation.com/fileadmin/user_upload/people/2013/People113WGKK.pdf) , dass „ab sofort für eine Computer- oder Magnetresonanztomographie kein Chefarzt mehr benötigt wird„.

JUHU

Es entzieht sich zwar meiner Kenntnis, weshalb diese „Neuigkeit“ gerade am 29.11.2014 verkündet wurde, während die neue Regelung (siehe Screenshot der Homepage der WGKK) schon ab 1.9. 2014 gilt,
http://www.wgkk.at/portal27/portal/wgkkportal/content/contentWindow?contentid=10007.724452&action=2

aber wurscht,

JUHU – Wien ist bei der Abschaffung der Chefarztpflicht Vorreiter

Auch das ist übrigens falsch, ich selbst erlebte ein ähnliches Modell der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse, wo die Chefarztpflicht VOR einer teuren Untersuchung abgeschafft wurde, aber das soll nicht das Thema sein – Wien ist eben anders!

Unser Staatsrundfunk übernimmt die Propagandaarbeit der WGKK ohnedrei wesentliche Punkte zu erwähnen:

1. Durch die Aktion spart Reischl vielleicht ein paar Chefarztposten ein, die bisher völlig sinnlos einen Stempel unter 200.000 Überweisungen klopften, sie wird aber keinen zusätzlichen Cent für die Versicherten ausgeben müssen, weil die Anzahl der den extramuralen Instituten vergüteten CT- und MR-Untersuchungen ohnehin gedeckelt sind; d.h. für jede zusätzliche Untersuchung bekam der Radiologe auch bisher keine Refundierung vom Wienerberg.

2. Mit diesem genialen Schachzug verlageren sich die Diskussionenvom Chefarzt an den Empfang der Röntgenistitute. Während es früher für den Patienten transparent war, dass sich  „die Kasse“ zurecht oder nicht weigert für die CT- oder MR-Untersuchung aufzukommen, darf sich nun der Betreiber der Vertragsintitute mit dem Ärger seiner Kunden herumschlagen.

3. Schon bisher verweigerten „die Kassen“ (die privaten Zusatzversicherungen ebenso wie die Pflichtversicherungen) in einem zweistelligen Prozentsatz ihre Zahlungen im Nachhinein, da sie die Indikation anzweifelten.

Das Ergebnis wird also dasselbe sein, wie schon bisher in den überfüllten Krankenhausambulanzen, die die Insuffizienz des extramuralen Bereichs auffangen müssen: Management bei Wartezeit

Bemerkenswert, das die verbliebenen Vertragsinstitute (deren Zahl wurde ja vorsorglich vor Monaten reduziert, RSG!) so ruhig scheinen. Vermutlich rechnen sie insgeheim, dass sich eben noch mehr Patienten „ihr Knie-MR“ einfach privat zahlen werden und die Institute sich die nachträglichen Streiterein mit den Versicherungen ersparen. Immerhin ist der Privattarif bei einem orthopädischen Wahlarzt ja noch viel teurer gewesen, als die Bildgebung.

Written by medicus58

30. November 2014 at 12:09

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