Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Fliegen fliegen auf Scheiße, warum soll es in der Pandemie anders sein.

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Verschwörungstheorien blühen, Falsch-Informationen über Covid-19 füllen ganze Webseiten. Qualitätsjournalismus und Google warnen vor Portalen, die diesen Mist verbreiten.

Niemand warnt aber vor denen, deren Inserate diese Seiten finanzieren. Eine rezenten Analyse von Newsguard zeigt, dass sich darunten viele der bekanntesten Konzerne und Marken ebenso finden wie so manche russische oder chinesische Propaganda-Abteilung:

Thousands of the world’s most trusted brands—including Pepsi, Starbucks, Comcast, Verizon, Marriott, and even the CDC—have funded COVID-19 misinformation, including Chinese and Russian propaganda websites.

So ganz unrecht hat der alte Lenin auch heute nicht, als er sagte Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, mit dem wir sie aufknüpfen.

Von Februar 2020 bis heute haben 4,315 Markennamen über 42,000 Einzelwerbeeinschaltungen auf Webseiten geschaltet, die COVID-19 Falschmeldungen brachten.

Allein 105 der bekanntesten Krankenversicherer und – versorger, plazierten (oft auch nur algorithmenbasiert) ihre Werbung dort, darunter Stanford Health Care, Emory Healthcare, Northwell Health, RWJ Barnabas, Oscar Health Insurance, United Healthcare, Beaumont Health, the University of Pittsburgh Medical Center, New York Presbyterian und die Mayo Clinic.

Sogar Pfizer zahlte für seine Werbung inmitten der Covidleugner und Impfverweigerer. Der zitierte (englische) Artikel erwähnt noch viel mehr dieser Absurditäten.

Hauptsache hoher Datenverkehr, Inhalte völlig blunzn. Doch, so sind wir.

Written by medicus58

17. Februar 2021 at 23:17

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Hilft die SPÖ oder benötigt sie Hilfe?

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Schwierige Frage und nicht einfach zu beantworten in Zeiten, wo ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Thema ob man sich in Österreich Posten und Gesetze kaufen kann (btw zweifelt irgendwer daran?) niemanden interessiert.

Wenn man aber im Stau steht, weil just im Nachmittagsverkehr das obige Plakat affichiert wird, dann dämmert einem die Antwort.

Written by medicus58

18. Juli 2020 at 15:33

Verarschende Transparenz

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Ich weiß, dass wir augenblicklich drängendere Probleme haben, aber es  ist für mich sowas von symptomatisch:

Wir sind von Gütezeichen, Helpdesks und Kundendiensten umzingelt, als wären wir Schwachsinnige im Narren Turm. In einer endlosen Prozession von Pressekonferenzen, – aussendungen, Ombudspersonen und Verbraucherschützern will man uns das Gefühl vermitteln, dass alles getan wirde uns maximale Unterstützung angedeihen zu lassen, damit wir uns über alles und jedes umfassend informieren können.

Vor diesem Hintergrund nahm ich während des Genusses eines Hofer Produktes, mit dem Wunsch das Objekt des Genusses an seinen Ursprung zurück zu verfolgen, das Angebot der Kette an:

Ich checkte mein Produkt auf check-your-product

Wenig überraschend erfuhr ich, dass das Tier, das in meinem Salzburger Scherz’l, es war offenkundig eine aufgeschnitten Schweinestelze, gelandet ist, ein Schwein war. Ein anderes Vieh, z. B. einen Springbock oder ein Känguru hätte mich auch überrascht. Dass  es einer Erwähnung bedarf, dass eine Salzburger Spezialität aus Österreich kommt, scheint in Zeiten, wo nord- und osteuropäische Sauen nur zweimal den Brenner passieren müssen, um als Parmaschinken zu gelten, wohl notwendig.

Was aber wirklich nervte, ist die kleingedruckte Info, dass diese Info letztlich unverbindlich wäre, weil ein großer Händler sich auch nur darauf verlassen kann, was andere ihm sagen.

Schad um die Betriebskosten dieser Website. Unverbindliche Transparenz ist so sinnvoll wie Treueschwüre im Swingerclub.

Written by medicus58

5. Juli 2020 at 12:12

Gott wirbt um Werbung

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Ich kann mich nur an wenige Wochen in den „letzten beiden Jahrhunderten“ erinnern, wo die Votivkirche nicht eingerüstet war, und als Medizinstudent kam man dort besonders in der „Vorklinik“ täglich vorbei. Das kostet Geld und das wird auch durch unterschiedlich große Werbeflächen eingeworben.

Selbst, wie jetzt gerade, einmal keine Werbung dort affichiert wird, wird dort geworben, diesmal eben um Werbung.

Blöd wenn noch irgendwer sich ein vollständiges Bild der Kirche machen will, dem bleibt wohl nur das Internet, doch auch da finden sich manche Fotos mit einem Brett vor der Kirche.

Written by medicus58

9. Januar 2020 at 19:17

Veröffentlicht in Reisen, Was im Alltag so alles nervt

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Genial und armselig zugleich

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Bei so manch einer PR Kampagne fragt man sich, was der Slogan mit dem Produkt zu tun hat

(Fraaanz von Humanic, für die Älteren)

Bei der geringen Auslastung des Wiener Volkstheaters unter der gerade geschassten Führung und dem immer für sich reklamierten revolutionären Zugangs (auch wenn der rote Stern des VorVorgängers schon längst abmontiert wurde) trifft der aktuelle Slogan voll, ins Herz und in den Unterleib.

Written by medicus58

27. Juni 2019 at 07:38

Veröffentlicht in Allgemein

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Rote Rüben mit Kren

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Damit Sie mich für einen alten Trottel halten dürfen:
Es gibt viele Dinge, die es zu meiner Jugend nicht gegeben hat, die aber heute völlig unhinterfragt akzeptiert werden.

Ich bezweifle, dass ein großer Teil des Publikums regelmäßig an der Börse spekuliert, jedoch werden wir seit mindestens zwei Jahrzehnten verlässlich von den Massenmedien mit all den Dow Joneses, Nikkeis und FTSEs versorgt.

Es gab noch Zeiten, in denen in öffentlich-rechtlichen Sendern die Produktionformationen nicht mit Spuren von Programmen verunreinigt wurden.

Und, wie absurd es Ihnen auch heute erscheinen mag, ich arbeitete schon im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, als es dort noch niemanden gab, der sich um Public relation bemühte. Das Neue AKH unter seinem Direktor Krepler benötigte selbstverständlich jede Menge externe und interne Mitarbeiter um sich entsprechend zu präsentieren.

Ich habe hier schon im September 2016 unter dem Titel Miniwahr KAV: Recht v.s. Propaganda und noch was anderes in dem Zusammenhang darüber berichtet, dass der Vorstandbereich Kommunikation im KAV mehr Mitarbeiter hat, als die Rechtsabteilung.
Kritik wird meistens entgegen gehalten, dass auch öffentliche Einrichtungen in einem Wettbewerb, um die Gunst des Steuerzahlers, um das Wohlwollen der Politik, … etc., stehen und daher an ihrer Außenwirkung arbeiten müssen. Allein im Rahmen meiner Managementausbildung hörte ich dazu zwei Stunden Frontalvortrag, übrigens von einem Ex-ORF Journalisten, der zufällig eine auf gerade diese Dienstleistung spezialisierte Firma gegründet hat.

An all das musste ich denken, als ich auf Twitter die oben abgebildete Zwitscherei von @wienkav sah:
Rote Rüben mit Kren
Halten Sie mich wirklich für einen alten Trottel, ich sehe die Aufgabe einer öffentliche Gesundheitseinrichtung nicht darin, sich mit pürierten Suppen bekannt oder beliebt zu machen, auch wenn sie farblich ansprechend sein mögen.
Auf Wienerisch bezeichnet man übrigens auch als Kren denjenigen, der die Rechnung übernehmen muss, jedoch wollen wir die Analogie nicht zu weit treiben.

Übrigens wenn Sie das Rezept vielleicht doch benötigen: http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?ID=34676
Ich finde übrigens, dass ein säuerlicher Apfel den Geschmack verbessern würde ……

Written by medicus58

15. Januar 2018 at 21:23

Vom Wollen wollen müssen

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History of Medicine

Die Weltliteratur wäre um so manchen Band ärmer,
hätten uns die (meist männlichen) Dichter ihr vergebliches Schmachten nach der (meist weiblichen) Erhörung vorenthalten und
Pfizer hätte sich nicht (bis 2012) zum weltgrößten Pharmariesen erigiert,
hätten seine kleinen blauen Pillen es nicht nicht nur den Dichtern ermöglicht auszuführen,
worüber sich der männliche Wille und das weibliche Gegenüber einigten
aber der männliche Körper verweigerte.

Rechtzeitig zur jetzigen FDA Genehmigung der rosa Lustpille für die Frau (Filbaserin) teilen uns die Experten mit, dass
– trotz erektiler Bereitschaft der Männer
die psychische Bereitschaft der Frauen
– für die mechanische Möglichkeit sorgen seit Jahrhunderten diverse Gleitmittel –
zu wünschen lässt und
Millionen Frauen keine Lust beim Sex empfinden.
(http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/viagra-fuer-die-frau-lustpille-addyi-erhaelt-zulassung-in-den-usa-a-1048768.html)

Die Gratiszeitschrift heute erschüttert uns mit der Mitteilung, dass
bis zu einem Drittel der Frauen unter vermindertem sexuellem Verlangen (hypoactive sexual desire disorder) leiden.
Und mit einem Mal erweisen sich alle literarischen und pharmakologischen Investitionen der Männer als krasse Fehlinvestition,
wenn nicht auch den Frauen auf die Seitensprünge geholfen wird.

Wir würden nicht in der besten aller kapitalistischen Welten leben,
hätten die Verursacher eines Problems nicht auch die (selbstverständlich für sie gewinnbringende) Lösung im Angebot:

Weshalb nun Filbaserin das mediale Rennen macht und nicht das gute alte Raucherentwöhnungsmittel und Antidepressivum Bupropion (https://de.wikipedia.org/wiki/Bupropion) weiß wer auch immer, den schließlich glauben Eingeweihte schon längst zu wissen, dass seine dopaminerge Wirkung auch die Libido antreibt (http://www.drugs.com/answers/does-wellbutrin-increase-your-sex-drive-13980.html) und sogar die Gewichtsabnahme begünstigt, also gleichsam das Überraschungsei der modernen Frau darstellt,
das mehr als drei Wünsche auf einmal erfüllt:
https://www.youtube.com/watch?v=yGKUJ3Bv_Ro .

Allen gesellschaftlichen Befreiungsversprechungen der Neuzeit zum Trotz
MÜSSEN wir alle in unserem Arbeits- und Sozialleben vieles tun ohne es wirklich zu WOLLEN.

Sollten wir uns nicht langsam fragen, ob wir uns dem gesellschaftlichen Leistungsdruck nicht wenigstens im Privatleben entziehen sollten,
um nicht auch noch WOLLEN zu MÜSSEN, was wir nicht KÖNNEN,
weil wir es vielleicht gar nicht WOLLEN,
weil wir schon ZU VIEL anderes MÜSSEN?

Zum Abschluss beschäftigt mich noch die Frage, ob diejenigen, denen wir unser
fickt euch ins Knie
zurufen sollten, auch für diese Tätigkeit zur pharmakologischen Krücke greifen müssen,
oder zu Bach’sche Blüten, oder zu Schüssler Salzen ,…..

Written by medicus58

20. August 2015 at 07:32

www.Wer?bung: Der fehlerhafte Algorithmus

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wwwWerbung

Ich gestehe hiermit zum wiederholten Male, mich zu wiederholen,
aber die Internetwerbung nervt nicht nur, die personalisierte und kontextbezogene Werbung ist nach meiner täglichen Erfahrung einfach unausgereift und zielsicher daneben.
Schon im Februar 2012 habe ich unter Wir sind alle reich – die nächste Blase – die nächste Krise (http://wp.me/p1kfuX-5E ) versucht nachzuweisen, dass das Finanzierungskonzept der Internetmedien durch kontextbezogene Werbung nicht rechnen kann.

Eine Reihe absurder Fehlgriffe des jeweiligen Algorithmus wurden hier dokumentiert:

Billigflüge Jordanien und Jungfernhäutchen nähen in München:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=39118

Michael Häupls Beziehungskisten:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32139

Kritischer Artikel gegen die Privatmedizin und Werbung dafür auf medianet.at
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53958
Ich greife das Thema erneut auf, weil mich eigene persönliche Erlebnisse in meiner Meinung bestärken, dass die personalisierte Werbung nichts anderes ist, als eine riesige Blase falscher Versprechungen einer Industrie, die unsere Printmedien killt, unsere Browser verlangsamt und unseren unfreiwilligen Datentransfer erhöht.

Beispiel eins: Seit ich über booking.com einige Hotels für eine Urlaubsrundreise gebucht habe, werde ich seit Wochen mit Angeboten, exakt dieses Servers für bombardiert, die mir Hotels zu diesen Städten und Zeitpunkten, an denen ich schon dort gebucht habe, angepriesen. Dass man die mitgeschickten Promocodes, die nachträglich eine Rabattierung genau für diese, bereits gebuchten, Hotels als Verarschung empfinden könnte, hat der Algorithmus offenbar übersehen.

Beispiel zwei: Ein vor einem Jahr von mir frequentiertes Hotel im schönen Bergamo schickte mir heute unaufgefordert eine Einladung für eine verbilligte Übernachtung mit Gratisdrink zum Tag der Deutschen Einheit. Offenbar unterscheidet dieser Algorithmus nicht zwischen der deutschen Sprache und der Nationalität. Als Ösi gehen die Feiern zum Tag der  deutschen Einheit mir ziemlich am Pürzel vorbei und meine Arbeitgeberin würde sich wundern, wenn ich – ohne meinen Urlaubsanspruch zu schmälern aus dem 03.10.2014 ein verlängertes Wochenende in Italien machen wollte.

Beispiel drei: Die emotionale Bindung an einen großen Versandhändler wird nicht gerade gestärkt, wenn er seiner Kundschaft gerade diese Schuhe nochmals anbietet, die erst kürzlich erstanden wurde.

Ebenso wenig wie sich der XXXLutz offenbar darüber Gedanken macht, dass der aufwendig produzierte Werbespot bei seiner dritten Wiederholung innerhalb eines Werbeblocks eher zu einer Versöhnung mit der alten Sitzecke führt, als dass man losspringen möchte, um sich ein neues Stück zu zu legen, scheinen die Programmierer des immer elaborierter funktionieren Internet-Targetings keinen Gedanken auf den Unterschied zwischen Koinzidenz und Kausalität zu verschwenden.
Ich frage mich, wie lange die Werbeindustrie in dieses Konzept noch Milliarden lehrt. Möglicherweise aber solange, bis wir alle beschließen nur mehr dort zu kaufen, wohin uns keine Werbung jemals gelockt hat.

Written by medicus58

24. Juli 2014 at 07:10

Die andere Weihnachtsgeschichte

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Rom

Dass der Mensch um den astronomischen Höhepunkt der kalten, dunklen Jahreszeit herum das dringliche Bedürfnis nach Wärme und Freude empfindet, verwundert vermutlich ebenso wenig wie die Erkenntnis der Manipulierbarkeit der Bedürftigen.

Die Geschichte lehrt uns, dass sich stets die Mächtigen dieses Versprechens der Bedürfnisbefriedigung bedienten um ihre Macht zu sichern, wobei das Erfüllungsversprechen mindestens ebenso wichtig ist, wie das letztendliche Fehlen der Bedürfnisbefriedigung.

Der ausreichend bezahlte Krieger verlässt das Schlachtfeld,
der Glückliche verlangt nicht nach mehr,
der Erhörte verlangt nicht nach dem Wort.

Auf diesen Felsen lässt sich keine Kirche bauen,
damit lassen sich die Menschen nicht mehr einspannen,
da rollt kein Rubel mehr.

Seit Jahrtausenden war es für die an der Macht Befindlichen hilfreich, sich mit dem Ultimativen, dem Göttlichen zu verbinden, um allzu vorwitziges Hinterfragen der Berechtigung ihrer Rolle zu unterbinden. Religiöse Feste festigten dadurch ihren Machtanspruch so dass es letztendlich egal wurde, wem man zu einem bestimmten Datum eigentlich huldigte:

Ob es nun Aion war den zu dieser Zeit eine Jungfrau (Kore) geboren haben soll,
ob das Julfest zu feiern geboten wurde oder zu Chanukka der Version 2.0 des Tempels zu gedenken angesagt war, der Zeitpunkt schien für viele Religionen zwingend und alle Erwartungen, Anstrengungen und Vorbereitungen konnten darauf fokussiert werden;
natürlich unter der Regie der jeweils Mächtigen und alle „hatten sich in den Dienst der guten Sache zu stellen“.

Wenn wir uns heute fragen, weshalb zwar der scheinbar unhinterfragte Glaube an all die Sagen und Erzählungen geschwunden ist, nicht jedoch die Intensität der Erwartungen, Anstrengungen und Vorbereitungen, dann verrät uns dies erneut, dass es bei Weihnachten nicht so sehr um das Krippen- als um das Machtspiel geht.
Ich bezweifle,
dass uns die Angst vor dem drohenden „Fegefeuer“ oder vor „ew’ger Verdammnis“ die Regale abräumen lässt.
Wir beschäftigen nicht Heerscharen von Amazon-Verpackern aus Verehrung oder gar Liebe zu unserer Regierung, ganz sicher nicht!
Die Macht, die uns antreibt ist unser ungestilltes Bedürfnis nach etwas und das verhängnisvolle Versprechen der Märkte, die die individuellen politischen Machthaber inzwischen abgelöst haben, zu befriedigen. Und wie schon zu früheren Zeiten „stellen sich alle in den Dienst der Sache“:

Die Aufgabe eines öffentlichen Rundfunk wäre es nicht unsere Erwartung seit Wochen durch Gewinnspiele („Wir übernehmen Ihre Weihnachtsrechnung“) in Kauflaune zu putschen.

Die Aufgabe öffentlicher Schulen kann es nicht sein, zu vorweihnachtlichen „Engerl/Bengerl“ Geschenkspielen zu animieren, damit die ökonomischen Unterschiede der Schüler deutlich werden.
Das Reinvestbudget der öffentlichen Spitäler schrammt an der Null, aber der jährliche Weihnachtsbaum (wenn schon nicht das Gans’l) „wor jedes Joahr do, hob i zu dem Richter g’sagt“.

Das elektronische Postfach verstopft durch Weihnachts-Mails in GB-Größe von schon längst verschwundenen Geschäftspartner, deren EDV es offenkundig verabsäumt hat Outlook ein Update der aktuellen Geschäftsbeziehungen mitzuteilen, erhöht weniger die Besinnlichkeit als den Adrenalinspiegel.

All das gehorcht offensichtlich einem höheren Plan, der sich kaum aus schizoiden Erleuchtungen jüdischer Zeltmacher, zufällig aufgefundenen orientalischen Schriftrollen oder der Gewissheit eines jungfräulichen Überangebots nach persönlichem Absalutieren aus den Heiligen Kriegen dieser Welt erschließt.

Nach ein paar Weihchnachtsfesten sollte auch dem Verblendetsten klar geworden sein, dass die angeblich glücklich strahlenden Kinderaugen verlässlich erlöschen, wenn nicht die richtige Version des I-Phones unter der Nordmannstanne liegt.
Die Erkenntnis allgemeiner Entfremdung sollte spätestens beim Anblick der Themenverfehlung in den Weihnachtspakerl reifen, wenn entweder erneut geschenkt wird, was bereits voriges Jahr wenig Freude ausgelöst hat oder der Buch- oder Musiktitel aufdeckt, dass der Beschenker sich über die Bedürfnisse des Beschenkten offenkundigst falsche Vorstellungen macht.
Irgendwann hat sich die Leber durch die Unmengen an betrieblicher Weihnachtsfeiern gearbeitet und die verbliebenen Neuronen aus ihrem Alkoholbad geschaufelt, so dass die Erkenntnis unvermeidlich sein wird, dass es auch heuer, bei allem „aber schön war es doch“, nicht annähernd zu dem gereicht hat, was aus allen Kanälen versprochen wurde.
Es zeigt sich nur erneut, dass es für Massenphänomene ausreichend ist, wenn Bedürfnisse und Versprechen groß genug sind und irgendwer dabei gewinnt, „dann stellen wir uns alle in den Dienst der guten Sache.“.
Waren es früher die den Göttern gleichgestellten Herrscher, ist es heute der Zwischenhandel.

In diesem Sinne, Silvester kommt bestimmt.

 

Links:

Noch eine Weihnachtslegende:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33336

Vor einem Jahr ein Geburtstagsfest:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=49416

Was Besinnliches:
http://www.youtube.com/watch?v=b1qb-p05EBM

Na, was nun? Nennt mich Linsenzähler, aber …

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Man möge mich nicht falsch verstehen und mir nationalistisches Gedankengut am Teller zu unterstellen, aber eigentlich sollte die Herkunftsbezeichnung der Vorderseite nicht in diametralem Gegensatz zur Hinterseite stehen.

Solange Uncle Frank (Stronach) unser kleines Österreich noch nicht gekauft hat, können 100%-ig österreichische Linsen NICHT aus Kanada stammen, nicht?

Linsen 1

 

Linsen: Die was zu 100% aus Österreich sind

Linsen 2

Ursprungsland: Kanada- Ziemlich weit weg vom Ursprung …

 

Written by medicus58

10. Mai 2013 at 20:14

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