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WEGWERF-ARBEITER

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Unsere mediale Hysterie hat für die verbliebenen Arbeiter im Kernkraftwerk Fukushima, nachdem sie von der NY Times und anderen Medien zu Helden der Neuzeit erklärt wurden und wahlweise von „Strahlenexperten“ als „verheizt„, „sinnloses Menschenopfer„, „dem Tode geweiht„, also Dead Man Walking, erklärt wurden, nun ein neues Attribut ausgedacht:

WEGWERF-ARBEITER

auf YouTube scheint der Begriff zuerst (17.3.) in einem WDR Bericht auf: http://www.youtube.com/watch?v=GmwSpyX8n_Q  

In unseren Zeitungen (z.B. Gratisblatt Heute vom 21.) wird das mit Verspätung wiederholt: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/japan/2704379/wegwerf-arbeiter-japan.story  http://www.bild.de/BILD/news/2011/03/21/japan-beben-schwere-vorwuerfe/schicken-japaner-obdachlose-ins-horror-akw.html http://deutschlandwelle.com/index.php/2011/03/wegwerf-arbeiter-in-japan/ http://www.aargauerzeitung.ch/international/schickt-tepco-wegwerfarbeiter-ins-strahlengebiet-106154394 http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article12901818/Schickt-Tepco-Obdachlose-ins-AKW.html

Natürlich habe ich keine Ahnung, ob der Vorwurf stimmt, dass die Betreiberfirma „Obdachlose und Minderjährige“ auch schon vor der jetzigen Katastophe in ihrem Werk arbeiten ließ, nur kommen mir halt Zweifel, ob ungelerntes Personal ünerhaupt eine Hilfe bei der Arbeit im Normalbetrieb sein kann, und ob die japanischen Aufsichtsbehörden sich derartig an der Nase vorbeiführen lassen. Beruflich Strahlenexponierte Personen (vom Spital bis zum AKW) sind zumindest bei uns in Mitteleuroper namentlich den Behörden bekannt und messtechnisch und gesundheitlich monitiert. M.W. ist das auch in Japan so, so dass mir der Vorwurf eines moderne Sklaventums etwas unwahrscheinlich vorkommt, ABER
Wenn wir uns schon über Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit der AKW-Industrie den Kopf zerbrechen wollen, dann hätt’ ich schon einen Vorschlag, DENKEN WIR ÜBER DIE ARBEITER IN DEN URANBERGWERKEN NACH! Hoffen wir, dass das Monitoring in Kanada, Australien und den USA in Ordnung geht, aber in Kasachstan, Russland, Niger, Namibia und Usbekistan?
Und wieder das Bild der 300 Kämpfer in der Schlacht an den Thermopylen: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_den_Thermopylen_(Perserkriege)  

Wir können offenbar Leid nur transportieren, wenn wir es auf 50 „versklavten Obdachlosen und Minderjährigen“ oder „300 letzten Kämpfern“ projizieren. Tausende Tote durch zwei Naturkatastrophen (Erdbeben, Tsunami) und eine Technologiekatastrophe (mehrere Reaktoren und Zwischenlager in der Präfektur Fukushima) scheint uns unbegreiflich. Ob die Medien aber das mit ihren Gruselstories lösen können, bezweifle ich.

Written by medicus58

22. März 2011 at 16:48

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