Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘Wahlkampf

Twitter Wahlkampf Wien Absurd

leave a comment »


Twitter ist eine der lustigeren Varianten der Social Media. Dort stolpert man immer wieder über lustige Fundstücke.
Da geht im Februar 2020 der Wiener Bürgermeister auf Twitter ohne bislang einen Tweet abgesetzt zu haben, folgt er bereits 96 anderen Nutzern:

Wenig überraschend finden sich da neben vielen Journalisten, Zeitungen und Newsportalen auch die @wienerlinien und seine Parteichefin @rendiwagner. Dass er (oder diejenigen, die seinen Account betreuen) auch Andreas Schieder (@SCHIEDER) folgt mag da schon wundern, aber vermutlich will er der erste sein, der weiß, wenn dieser aus Brüssel zurückkehrt.

Noch mehr wundert, dass der neue Account des Bürgermeisters vor seinem ersten Gezwitscher bereits 669 Follower hat. Neben ein paar Journalisten, die offenbar vorab von dem noch stummen Account gehört haben, einige Parteifreunde und ein buntes Nest „verschiedener Vögel“. Irgendwie scheint man dem Account selbst im Inneren nicht zu trauen, denn es folgt ihm auch @sandraheissenb2 (#CISO#Chief Information Security Officer der Stadt Wien#WienCERT#IT-Security#MINT#TU Wien) und natürlich auch Andreas Schieder (@SCHIEDER).

Was glauben Sie wie viele Follower unser Bürgermeister erst haben wird, wenn er etwas sagt, oder auch nicht ….

 

Written by medicus58

8. Februar 2020 at 09:43

EU Wahl: Idioten voten

leave a comment »


Wer’s kann, kann über zwanghaftes Reime spotten wie einst Christian Morgenstern im

ÄSTHETISCHEN WIESEL:

Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
inmitten Bachgeriesel.
Wißt ihr weshalb?
Das Mondkalb verriet es mir im stillen:
Das raffinierte Tier
tat´s um des Reimes Willen.

Wer mit weniger zufrieden war, den mögen schon die Islam-Daham Verse der FPÖ belustigt haben, nur stellt sich mir beim aktuellen Plakat zur EU Wahl schon die Frage, weshalb die tratitionsbewahrende Heimatpartei sich nun englischen Vokabulars bedient, um

für Österreich auf zu stehen?

Offenbar früher aufzustehen, als die anderen Wiener dies laut unseres Bundeskanzlers zu tun pflegen.

Weshalb fordert der photo-geshoppte Spitzenkandidat nicht auf:

ihn zu wählen, damit er uns gegen die angeblichen EU-Chaoten beschützt.

Also gegen Chaoten, die laut Duden ihre politischen Ziele auf radikale Weise mit Gewaltaktionen und gezielten Zerstörungsmaßnahmen durchzusetzen versucht.

Nein, der Beschützer des christlichen Abendlandes, der deutschen Leitkultur und der gasmaskenkompatiblen Kopfbehaarung will

nicht gewählt sondern gevotet werden.

Warum nur?

Morgenstern hätte da so eine Vermutung gehabt.

Written by medicus58

7. Mai 2019 at 10:36

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

Tagged with , , , , ,

Geht’s bei der (Standes-)Politik wirklich um so viel?

with one comment


bulls

Der US amerikanische Präsident verdient im Jahr 2015 (brutto) 436.065 Dollar, soviel verzockte der Pleitier Donald Trump zu seinen besten Zeiten innerhalb weniger Minuten.
Das kann also kaum der Grund sein, weshalb im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 beide Kandidaten jeden Rest menschlicher Würde verloren.

Im Jahr 2015 verdiente der österreichische Bundespräsident brutto 336.462 Euro.
War das ein hinreichender Grund dafür, dass sich beide (!!) Kandidaten im TV-Studio in unglaublicher Art selbst beschädigten:

Es kann nicht das Gehalt gewesen sein, weshalb sich der dritte Nationalratspräsident Hofer dazu hinreißen ließ, seinen Mitbewerber in ein familiäres Nazi-Eck zu rücken,
etwas wovor übrigens der nunmehr gewählte Bundespräsident auch gegenüber seiner Mitbewerberin Griss nicht zurückschreckte.

Auch wenn uns der Wiener Bürgermeister, der 2015 die „Mutter aller Schlachten“ unter enormen (Steuer-)mitteleinsatz gewonnen hat, noch im Dezember 2016 versicherte,
in aller „Pracht und Herrlichkeit“ dazustehen, ist ihm der Preis mehr als an zu sehen und in der wiener Stadtregierung scheint es zu einem Rien ne va plus gekommen zu sein.
So eine Art politisches Verdun.

Wir wollen alle hoffen, dass es Kandidaten darum geht, „ihre Vorstellungen umsetzen zu können“,
insgeheim befürchten wir aber ohnehin, dass es ihnen „um die Macht“ geht.

„Macht“, die augenblicklich Präsident Trump ganz exemplarisch durch das schamlose Ausnutzen von „Dekreten“ ausübt, lässt sich aber nur ausüben, wenn es die Strukturen zulassen.
Würde der Artikel II der US amerikanischen Verfassung nicht „Executive Orders“ erlauben, könnte Trump nicht andere demokratische Instanzen einfach ausschalten.
Man soll die Parallelität nicht zu weit treiben, aber ohne Möglichkeit der Notverordnung hätten die Nazis auch die Machtübernahme in den dreißiger Jahren geschafft.

Wir müssen also zur Kenntnis nehmen, dass es immer auch die vorbestehenden Strukturen sind, die ungebremste Machtausübung erst ermöglichen.
Das exkulpiert die um die Macht Ringenden nicht, aber während wir kopfschüttelnd den immer schärferen Selbstbeschädigungen in verschiedenen Wahlgängen zusehen,
sollten wir uns eher damit beschäftigen, weshalb das alles so leicht möglich ist.

Von der mehr oder weniger großen Politik zurück in die Niederungen der Standespolitik.

Nicht einmal zwei Monate vor der Ärztekammerwahl wird das Klima rauer (Der Anfang vom Wahl-fang https://medicus58.wordpress.com/2017/01/22/der-anfang-vom-wahl-fang/).

Und wieder („Mutter aller Schlachten“) scheinen sich die Protagonisten zu bemühen, ihre Kritiker zu bewahrheiten:
Mantra-artig erklärten uns die Gesundheitspolitiker, die den angestellten Ärzten jahrelang eine der europäischen Gesetzgebung konforme Arbeitszeitregelung vorenthalten haben,
dass die Proteste und Streiks nur Inszenierungen von Kammerfunktionäre wären, die sich im Vorwahlkampf  positionieren.
Selbstverständlich waren auch jede Kritik an ELGA und den PHCs nur Ausdruck des Kammerwahlkampfes und auch mit den Argumenten für den rezente Streik in vielen Ordinationen brauchte sich die Politik nicht auseinandersetzen,
„das war alles Vorwahlkampf für die Pfründe in der Ärztekammer“.

Weshalb ist das alles so? Weshalb folgen wir in der großen und kleinen Politik wie Lemminge den Prophezeiungen unserer Widersacher?

Ich will gar nicht versuchen, alle möglichen Ursachen aufzuzählen, aber zwei Punkte scheinen mir sehr wichtig:

Erstens sind wir alle durch Jahrzehnte der politischen Hirnwäsche („der Tüchtige setzt sich durch„) zu Einzelkämpfern mutiert und haben den Wert von Solidarität verlernt.
Wer glaubt es ohnehin selbst schaffen zu können, braucht die Unterstützung anderer nicht.
Bei uns Ärzten war das ohnehin immer schon ausgeprägt, sonst hätten wir uns kaum auch in isolierten (Land)praxen „Tag- und Nacht für unsere Patienten verantwortlich“ fühlen können;
Gesetze akzeptiert, die den Allgemeinmediziner (so er keinen Ärztenotdienst aufbaut) verpflichten Tag und Nacht ans Krankenbett zu eilen!
Selbst in großen Krankenhäusern gibt „der Kliniker“ selten zu, dass es sehr selten seine „Blickdiagnose“ war, die zur richtigen Diagnose und Therapie geführt hat,
sondern da im Hintergrund eine ganze Reihe anderer Fächern und nicht zuletzt die Pflege ganz wesentliche Beiträge leisteten.
Es gibt auch für die Mächtigen genug Gründe, alles zu tun, um Solidarität zu unterbinden („divide et impera„)

Zweitens sind auch Interessenvertretungen wie die Ärztekammern zu riesige Strukturen aufgebläht worden, in denen Machtausübung und Postenvergaben einen nicht unwesentlichen Sog auf viele ausüben.
Gebühren, Aufwandsentschädigungen, Entscheidungen in ausgelagerte Betriebe, politische und kommerziell nutzbare Kontakte, ….
Es wäre völlig falsch zu glauben, dass irgendwer ernsthafte Arbeit leisten kann, ohne dass er dafür auch gerecht entlohnt werden muss, aber es wäre auch blauäugig zu übersehen, dass gerade aufgeblähte, intransparente Strukturen Missbrauch begünstigen und Begehrlichkeiten wecken
und es sich innerhalb dieser Strukturen auch ganz gut leben lässt.

Wahlkampf ist Kampf, aber was sich augenblicklich in der großen und kleineren Politik unter dem Deckmantel demokratischer Auseinandersetzungen abspielt, verspielt am Ende die Demokratie und die Möglichkeit der Zusammenarbeit nach dem Kampf.
Es wäre schön, wenn wir nicht die Arbeit unserer Widersacher übernehmen würden und bei allen berechtigten und weniger berechtigen Meinungsverschiedenheiten am Ende weder demokratische Einrichtungen noch uns selbst beschädigen.

 

Zur Problematik demokratisch gewählter Interessensvertretungen am Beispiel der ÄK https://medicus58.wordpress.com/2015/07/08/zur-problematik-demokratisch-gewahlter-interessensvertretungen-am-beispiel-der-ak/

 

6 Year Anniversary Achievement

Happy Anniversary with WordPress.com!
You registered on WordPress.com 6 years ago.
Thanks for flying with us. Keep up the good blogging.

Written by medicus58

1. Februar 2017 at 21:35

Wahlkampfthema Wohnen, damit kennt sich jeder aus

leave a comment »


Balkon 2

Ich bin ein misstrauischer Mensch, ich weiß.

Wenn einer der größten Immobilienmakler der Stadt (http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/kordiconomy/57921/Muzicant_Realitaeten-verkaufen-Realitaeten-schaffen) ein Plädoyer für gerechteres und billigeres Wohnen verfasst (http://derstandard.at/1363706690905/Plaedoyer-fuer-gerechteres-und-billigeres-Wohnen),
wenn sich die Grün Stadträtin Vassilakou aus der Parkpickerl Diskussion mit dem Geniestreich von Mietzinsobergrenzen von 7 €/m2 (http://diepresse.com/home/panorama/wien/1311289/Gruene_Wiener-sollen-ueber-Mietobergrenze-abstimmen) verabschiedet und
sich plötzlich ÖVP und SPÖ gegenseitig erinnern, dass die Wohnbauförderung doch eher für den Wohnbau und nicht fürs Spekulieren und Kreisverkehreröffnen zu verwenden wäre, dann werde ich misstrauisch.

 

Tausende Wohnungen mehr (wie vor jeder Wahl), die maroden Pensionskassen sollen den Wohnbau fördern (nachdem sie Ihr Geld an der Börse verlieren durften), die Vermieter sollen die Makler zahlen (tun sie eh schon)  http://orf.at/stories/2174781/2174756/ und bald wird wieder erwähnt werden, dass der Abgeordnete Peter Pilz widerrechtlich im Gemeindebau logiert (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1296111/Oesterreich_Pilz-hat-sich-Wohnung-erschwindelt).

Neu war in diesem Zusammenhang nur die „schwarze Regurgitation“ von Ex-FPÖ/BZÖ Vizekanzlerin Susanne Riess (http://www.heute.at/news/politik/art23660,864524), die man sicher beim Bausparer Wüstenrot verwahrt glaubte.

 

Fast reflektorisch will man bei den im Minutentakt einschlagenden Vorschlägen im beginnenden Wohnwahlkampf (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/top_news/536217_Koalition-startet-Wohnwahlkampf.html) ausrufen:
Bitte, helfen Sie mir nicht, es ist schon jetzt schwer genug!

Weil was am Ende stehen wird, egal wessen Vorschläge die meisten Stimmzettel einfangen, lehrt uns die Geschichte der letzen 30 Jahre:

Es geht nur darum, neue Geldmittel aus den gesellschaftliche Bereiche, die noch nicht gänzlich für private Kapitalspielchen geöffnet wurden, dem Zugriff der Finanzindustrie zu öffnen. Der Staat soll dies alles mit Steuermittel fördern und den Bürgern vorspielen, dass das alles zu ihrem Besten wäre.

Nach dem Pensionssystem, das vom Umlageverfahren zu großen Teilen in ein Kapitaldeckungssystem umgebaut wurde und seine Beiträge in Börsenspekulation verbrannt hat, und dem Gesundheitssystem, das zur angeblichen Effizienzsteigerung mit öffentlichen Geldern privatisiert wird, sollen nun auch der Wohnbau neoliberal eingefärbt werden: Der Steuerzahler zahlt Förderungen, die Privaten kassieren die Gewinne solange es gut geht, am Ende zahlen wir alle für die Scherben. 

 

(Haben Sie die Revolution verpasst? Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten Kapitals http://wp.me/p1kfuX-l1)

 

 

  

Written by medicus58

3. April 2013 at 17:01

%d Bloggern gefällt das: