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Natürlich gilt die Unschuldsvermutung, aber nicht für Wähler

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Wer einen von jeder fachlichen Qualität freizusprechenden, PR-getrimmten Egomanen wählt, der sich mit einer ebensolchen, treu ergebenen Schar an die Macht putschte, darf sich nicht wundern.

Wer Aufstieg und Fall der Haiders und Grassers miterlebte, die zu irgendeinem Zeitpunkt einem Herrn Schüssel den Platz an der politischen Macht verdankten, und dem der Aufstieg von Sebastian Kurz nicht nachdenklich machte, für den gilt keine Unschuldsvermutung. Mildernde Umstände könnte er nur geltend machen, wenn er sich und seine Wahl mit den Alternativangeboten rechtfertigt.

Bemerkungen zu Van der Bellen – und den Zustand der Umstände

Wodurch unterscheidet sich Türkis von schwarz?

Welche Weichenstellung ein Bundeskanzler Kurz wirklich geschafft hätte

Faket die Faker oder die weiche Birne der Populisten

Zu Werner Faymann An das Publikum (Eine Collage)

Zu Ernst Strasser Funkstille aus Pröllistan

Written by medicus58

8. Oktober 2021 at 07:29

(K)eine Wahlempfehlung oder die Wahl der Qual

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so-wahr

Da sich inzwischen jeder erdreistet dem angeblichen Souverän  eine Wahlempfehlung zu geben,
offenbar weil man dem mündigen Wähler sogar beim dritten Wahlgang noch immer keine eigene Entscheidung zutraut,
erlaubt sich auch Ihr Medicus seine unmaßgebliche Stimme zu erheben und Ihnen eine Entscheidungshilfe zu geben.

Also hoffen wir, dass diesmal wenigstens die „Sacklpicka“ ganze Arbeit geleistet haben und
wir den beiden Kandidaten und ihren Helfern weitere Selbstbeschädigungen ersparen.

Written by medicus58

27. November 2016 at 13:47

Change

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change

Die Älteren denken dabei vielleicht noch an ein Theaterstück des Wolfgang Bauer (https://www.film.at/change) bei dem es nach meiner Erinnerung, so wie in vielen Bauer Stücken
scheinbar nur darum gegangen ist, dass die Protagonisten rasch die Kleider wechselten um zu saufen oder Körpersäfte zu tauschen oder wieder von sich zu geben.

Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur 1994
Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, Klasse I, 2000

Wer heute nachliest, weshalb fast die Hälfte der US-Wähler und eine satte Mehrheit der Wahlmänner denn Horror Kandidaten Trump zum President elect machten (Bitte, wählt Trump https://medicus58.wordpress.com/2016/11/07/bitte-waehlt-trump/), dem bieten die Experten sehr häufig den Wählerwunsch nach „Change“  als ausschlaggebendes Motiv an.

Damit meinten sie nicht die notorischen Meinungs-Wechsel Trumps zu fast allen politischen Themen (Lesenswert: http://www.nbcnews.com/politics/2016-election/full-list-donald-trump-s-rapidly-changing-policy-positions-n547801), sie meinten, dass die Wähler das Politische Establishment, die Politische Correctness, …. so  satt hatten, dass sie vermutlich jeden gewählt hätten, wenn er nur was anderes wäre, als „die da oben“, auch wenn er selbst von da oben kommt….

Wer frustriert ist, will da raus, koste es was es wolle!

Koste es Le Pen, Berlusconi, Putin, Erdogan, … koste es selbst die Freiheit irgendwann wieder einen Change verlangen zu dürfen. So sind wir halt!

Wer in diese Liste nun auch Norbert Hofer aufnehmen möchte, wie die Wahlkampfstrategen Van der Bellens, der macht einen großen Fehler.

Er macht einen sachlichen Fehler, denn was man von Chemtrails, Rechtsnationalismus und angeblichen Überraschungen alles N.H. vorwerfen kann, zwischen den bizarrsten Aussagen des Nationalratspräsidenten und den politischen Albträumen Trumps liegen Ozeane.

Er macht aber auch einen gewaltigen strategischen Fehler!

Wer sich durch all die WikiLeaks Dokumente wühlt, findet eine Mail, die, wenn sie wahr ist, die gescheiterte Strategie der Clinton Kampagne enthüllt:

https://wikileaks.org/podesta-emails/emailid/1120 dann auf Attachments und 150407 Strategy on GOP öffnen!

Dort wurde bereits am 7.April 2015 empfohlen, durch geeignete Medienarbeit unter all den republikanischen Kandidaten den schlimmsten Pied Piper (=Rattenfänger) hochzujazzen, also ganz klassischen schmutzigen Wahlkampf zu betreiben:

In this regard, any information on scandals or ethical lapses on the GOP candidates would serve well. We won’t be picky.

denn gegen ein so aufgebautes Ungeheuer, hätte man die besten Chancen bei der Wahl. Donald Trump war einer von drei Vorschlägen, den man durch diese Strategie in die Endwahl hieven hätte wollen….

Dies all den Gutmenschen ins Stammbuch geschrieben, die glauben, durch Überspitzung dem Guten zum Durchbruch verhelfen zu können, in dem sie die Gefühlslage breiter Bevölkerungsschichten negieren.

Kaum einer dieser Wähler hätte Wolfi Bauer eines Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst würdig gefunden!

Ich habe als Jugendlicher die Bauer Stücke ziemlich komplett gelesen und mich königlich amüsiert, mit wie wenig Substanz man damals einen Skandal herauf beschwören konnte.
Für mich ist es völlig unerheblich, wen diejenigen auszeichnen, die für sich in Anspruch nehmen „es zu wissen“, und es beeinflusst mein Wahlverhalten vermutlich nicht.
Ich hätte auch lieber endlich einem Lobo Antunes den Literatur-Nobelpreis verliehen als Herrn Dylan, aber WTF ….

Solange wir aber breiten Schichten erklären, dass sie bei Brotmangel eher Kuchen essen sollen,
sie einfach zu dumm, zu verbohrt, zu fremdenfeindlich, zu intolerant, zu frauenfeindlich, zu rechts, zu links (OK, dafür qualifiziert sich eh niemand mehr) sind,
wenn sie diejenigen nicht mehr wählen wollen, die sie nachweislich bereits betrogen haben,
und glauben, dass diese durch Dämonisierung der Gegner besser da stehen,
dann werden sie auch wie Hillary Clinton ihre Enkerln beaufsichtigen,
früher wären sie unter dem Fallbeil geendet (Marie Antoinette).

Der Wähler will Change, und wenn es das etablierte Politiker nicht einsehen, dann wählt er inzwischen ALLES ANDERE.

 

 

Written by medicus58

10. November 2016 at 22:22

Veröffentlicht in Allgemein, Renaissance der Aufklärung

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F wie Fremdenhass?

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draht

 

Die Blue Meanies (https://en.wikipedia.org/wiki/Blue_Meanies_(Yellow_Submarine)) der FPÖ verdoppelten am Sonntag in Oberösterreich ihren Stimmenanteil und werden mit großer Wahrscheinlichkeit Ähnliches auch in Wien „schaffen“.

SPÖVP, Grün und die Meinungsforschung haben seit Jahren ein und dieselbe Erklärung parat und die scheint angesichts der aktuellen Wanderungsbewegungen durch Mitteleuropa auch plausibel:

Wähler sind verunsichert, aufgehetzt und lehnen Ausländer ab,
deshalb wählen Sie die Partei, die seit Jahrzehnten
„Ausländer raus“ brüllt.

Der Standard: Flüchtlingsthema dominierte klar
http://derstandard.at/2000022863113/Fluechtlingsthema-dominierte-klar

Die Presse: OÖ-Wahl: Flüchtlingskrise wichtigstes Wahlmotiv
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4830427/OOWahl_Fluchtlingskrise-wichtigstes-Wahlmotiv?

Tiroler Tageszeitung: Flüchtlinge brachten FPÖ Sieg bei der Oberösterreich-Wahl
http://www.tt.com/home/10564105-91/fl%C3%BCchtlinge-brachten-fp%C3%B6-sieg-bei-der-ober%C3%B6sterreich-wahl.csp

Bayrischer Rundfunk: FPÖ punktet mit Stimmung gegen Flüchtlinge
http://www.br.de/nachrichten/wahlen-oberoesterreich-landtag-100.html

EuroNews: Migrants a ‘key factor’ as far-right makes gains in Austria election
http://www.euronews.com/2015/09/27/migrants-a-key-factor-as-far-right-makes-gains-in-austria/ 

Mich wundert nur, weshalb niemand die Überlegung anstellt, ob nicht Regierungen dafür abgestraft werden, weil sie die (von Populisten) aufgezeigten Probleme nicht wirklich angegangen sind und nicht, weil sie sich der populistischen Lösungsstrategie (Zäune, Polizei, Militär, Zurückschießen, …) verweigern.

Dass kein Staat durch viele Wochen jeden Tag Quartiere für zusätzlich Tausende Asylwerber schaffen kann, leuchtet sicher auch dem Wähler ein, aber Google findet Dutzende Belege für die fehlende Lösungskompetenz der Regierenden ehe das Problem die heutigen Dimensionen angenommen hat.

z.B. aus 2012:
Erstaufnahmezentrum Traiskirchen überfüllt, Mikl-Leitner bittet Länder um Hilfe  http://derstandard.at/1342139589262/Erstaufnahmezentrum-Traiskirchen-ueberfuellt-Mikl-Leitner-bittet-Laender-um-Hilfe

Was ist, wenn sich mancher oberösterreichische Wähler die Frage gestellt hat, ob auch ihn seine Regierung im Katastrophenfall auf der Straße leben hätte lassen, wenn er und 20.000-30.000 andere Oberösterreicher plötzlich ihre Wohnungen oder Häuser verlassen hätten müssen (siehe Katastrophenpläne, grenznahe AKWs, Umweltkatastrophen, Grundwasserbelastungen, …), weil offenkundig auch für diesen Fall keine politische Lösungskompetenz existiert? Dem Feldbett ist es einerlei, wer drinnen liegt.

Vielleicht macht den Wähler gar nicht primär „der Syrer“ oder „der Afghane“ Angst sondern die Tatsache, dass Staatsgrenzen und Rechtsstaatlichkeit mit einfachem Schuhwerk niedergetrampelt werden können, für deren Schutz man sich schließlich – für viel Geld Landesregierungen, Bundesregierungen oder supranationale Organisationen hält. Vielleicht dämmert es dem Wähler, dass es den Regierenden bzw. ihren Lobbyisten in Europa nur wichtig war, dass sich das Kapital aussuchen kann, wohin es geht und die „Freizügigkeit“ der Bürger eher ein Kollateralschaden war. Da man zwar Glühlampen aber nicht Sozialsysteme standardisiert hat, wundert es auch nicht, dass Asylwerber dorthin gehen, wo die Sozialhilfen am höchsten sind.

Kurz, vielleicht wählt der Wähler einfach die Regierungen ab, die es nachweislich nicht einmal ernsthaft versucht haben ihren ureigensten Aufgaben (Rechtsstaatlichkeit, Gesundheitssystem, Bildungssystem) nachzukommen; auch und obwohl er von den Alternativen, wie der Zahntechniker-Partei, gar nicht so überzeugt ist.

Erst wenn die an der Macht befindlichen Politiker dazu stehen, dass sie abgewählt werden,
WEIL SIE Fehler gemacht haben,
weil sie Argumente durch Macht ersetzt haben,
weil sie Menschen anbrüllen, bedrohen und mit Hinauswurf bedrohen,
weil sie stadt- und staatsnahe Einrichtungen als Pfründe für Freunde und nicht als Dienstleistungseinrichtungen betreiben,
weil ihre Finanzskandale uns in Summe auch nicht viel billiger als die HypoAA kommen,…

nicht weil der Wähler
unaufgeklärt,
stumpf,
rechtsradikal,
islamophob und
xenophob ist,
dann bestünde Hoffnung auf eine wirkliche Alternative. 

Written by medicus58

28. September 2015 at 07:20

SMSen Sie die Ombudsperson

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Ombudsmannwahl

Da ich noch niemand in meinem Umfeld getroffen habe,
der WEISS, dass er WÄHLEN darf,
und weil die vereinzelt im Straßenbild auftauchenden Plakate mehr durch ihre grafische Schlichtheit als ihre Botschaft auffallen,
sei darauf hingewiesen, dass Sie ab heute eine von drei, von der Wiener Ärztekammer vorgeschlagene Ombudsperson SMS-en dürfen!

Was ich von der Aktion halte steht hier (http://wp.me/p1kfuX-DJ), soll Sie aber nicht abhalten zu telefonieren, pardon SMS-en.

Written by medicus58

14. Juni 2013 at 19:30

Erwin Pröll: The Sky is the Limit

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Pröll Erwin The sky is the Limit

Die Absolute für Pröll, da kann man machen was man will:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=88293
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=85991 
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogld=32557

Jetzt ist alles möglich, Hofburg, Oscar und in ein paar Jahren wird der nächste Papst auch wieder zurücktreten …

Für Erwin ist nur  „the sky the limit“ oder sollte man schon sagen „only heaven is the limit„?

Written by medicus58

4. März 2013 at 07:30

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ÖVP Wahlkampf in NÖ: Was ein Plakat alles sagt

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AntiStronachOEVPWahlwerbung

Aktuell betreibt die NÖ ÖVP mit einem nicht unwitzigen Plakat einen Negativwahlkampf gegen Stronach.
In der im Internet (z.B. in den Niederösterreichischen Nachrichten) verbreiteten Version ist das sogar animiert:
Zuerst fliegt das Flugzeug über den Tower von Schwechat und man liest dass hier die Wählerstimme in den Wolken verschwindet, dann erscheint für die schwer von Begriff seienden noch der Name Stronach ..
(hier sind zwei Screenshots ineinander kopiert.)
Klar hier wird darauf angespielt, dass der Spitzenkandidat des Team Stronach angeblich schon gleich nach der Wahl seinen Learjet besteigen wird, um sich wieder nach Kanada, oder in sein Schweizer Steuerparadies abzusetzen …
Witzige Umsetzung 
Nur beweist das Team um Pröll Mut, denn vielleicht denkt irgendein Wähler beim Anblick des charakteristischen Towers an das Skylink-Debakel, bei dem Pröll und Häupl Millionen versenkt haben:
Flughafen Wien: Das ist das Skylink-Millionengrab http://www.heute.at/news/wirtschaft/art23662,722912
Skylink: Der rot-schwarze Millionenskandal http://diepresse.com/home/panorama/wien/763175/Skylink_Der-rotschwarze-Millionenskandal
Aber eigentlich hat der Skylink schon bei den letzten Wahlen niemand interessiert. So gesehen, haben die Wahlwerber schon recht, wenn sie auf die Vergesslichkeit der Wähler setzen.

PS:
Stronach zu wählen halte ich übrigens um die absurdeste Variante …

Written by medicus58

27. Februar 2013 at 22:49

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USA 2012 – Patt für 6 Milliarden?

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In unseren Medien, aber auch in der Wahrnehmung der meisten US-amerikanischen Wähler geht es bei der aktuellen Präsidentenwahl (wie übrigens auch in fast allen vorhergegangenen) nur um die Wahl zwischen zwei Kandidaten, den der Demokraten und den der Republikaner

Barack Romney for President

Es werden ca. 6 Milliarden US$ dafür investiert, dass wenige Prozente, mitunter auch nur wenige hundert Stimmen den Ausschlag für einen der beiden Kandidaten geben. Obwohl bei den meisten Wahlen auch eine Reihe anderer Kandidaten zur Wahl stehen (z.B. 2012: http://www.politics1.com/p2012-ballot.htm) interessiert das anscheinend niemanden.

Würde man um das Präsidentenamt von zwei Kandidaten einfach würfeln
und zwar für jeden Wahlberechtigten einmal und berücksichtigt man die üblichen Probleme mit den Wählerlisten und Verwechslungen, dann käme es vermutlich ebenso -trotz ziemlich unterschiedlicher Programme beider Kandidaten zu den, für viele vergangenen Wahlen charakteristischen 49:51 Prozent.

Dass politische Entscheidungen in unseren „demokratischen Gesellschaften“ sich kaum von rein zufälligen Ereignissen unterscheiden, wirft ein trübes Licht auf unserer Entscheidungsalgorithmen.

Wäre man zynisch könnte man meinen, dass die 6 Milliarden US$ besser in Maßnahmen zu investieren wären,
die ein per Zufallsgenerator ausgewählter Präsident für sinnvoll erachtet.

Und kommen Sie mir nicht mit dem Gegenargument, dass dann ein US Präsident mit diesem Geld z.B. einen Krieg führen würde,
nur damit die Firmenkonsortien seiner Freunde Gewinne scheffeln können,
denn genau so etwas hat schon zu einer Wiederwahl geführt ….

http://www.amerikawaehlt.de/

Written by medicus58

5. November 2012 at 21:07

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