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über alles was uns krank macht

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Bei Vassilakou gingen die letzten Lichter aus

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Gedenkstätte

Als ich als langjähriger Grünwähler begonnen habe meiner Enttäuschung Luft zu machen, wie geschmeidig sich die Wiener Grünen an das politische Selbstverständnis der Wiener SPÖ angepasst haben, zeigte ich in meinem Beitrag (Nov/2012) Vassilakou untergräbt Glaubwürdigkeit der Grünen (http://wp.me/p1kfuX-vN) einen eigenartigen Werbeauftritt der Vizebürgermeisterin in der Passage der U2/U3 Station Volkstheater, wo die Verkehrsstadträtin in einem multimedialen “Plakat” mit zwei Flachbildschirmen und 24h Endlosvideo den Vorbeieilenden mitteilt, dass 2011 der größte Teil des innerstädtischen Verkehrs in Wien auf die Öffis entfiel, auch wenn eigentlich für das Radfahren geworben werden sollte.

Vor einigen Monaten war der eine Schirm bereits ausgefallen und die Bilder der fröhlichen Radfahrer entfielen ersatzlos, was offensichtlich die Betreiber kalt ließ, so wichtig war ihnen diese Berieselungskapelle.

Nun ist auch seit einigen Wochen der zweite, verbliebenen Bildschirm ausgefallen, was nicht einmal den Radfahrbeauftragten Martin Blum (http://derstandard.at/1381371977232/Wiener-Radbeauftragter-praesentierte-falsche-Zahlen) mehr zu interessieren scheint.

Gewiss, eine Marginalie, aber für mich ein trauriges Beispiel für den geistlosen Aktivismus der Wiener Grünen, die die einzigartige Chance verpasst haben, den roten Rathausfilz etwas zu konterkarieren.

Written by medicus58

30. September 2015 at 18:47

Veröffentlicht in Satanswinkel SKANDALTRACKER

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Blaumilchkanal oder Schildbürger auf der Mahü

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Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass ich am 15.8.2013 unter 

Maria, hilf: Ein Augenschein auf der Mahü http://wp.me/p1kfuX-FB
u.a. darüber meuterte, dass “G’scheit” und sicher von langer Hand “geplant” die Markierungen für die Schrägparker Schottenfeldgasse/Mariahilferstrasse an Stellen angebracht wurden, wo vor gar nicht langer Zeit eigentlich Fahrradständer in den Asphalt versenkt wurden.

Schrägparker_Radständer

Am 14.10.2013 habe ich dann unter
MaHü: Learning by doing http://wp.me/p1kfuX-Hz berichtet, dass im mindestens dritten Anlauf zwei Radständer aus der PKW Zone entfernt und vor den anderen Radständern in den Asphalt gebohrt wurden.

Nach der Mahü-Befragung habe ich mir eigentlich vorgenommen, dieses Thema nicht mehr anzusprechen, aber die aktuellen Ereignisse ließen mich meinen Vorsatz brechen:
Wie auf dem Foto deutlich zu erkennen ist, wurden nun sowohl Fahrradständer als auch die mehrfach umgepinselten Bodenmarkierungen weggefräst. 

Mahü Foot Locker small

So wie schon angesichts des verwirrenden Schilderwalds (Schilder in Schilda: Neues von der Mahü http://wp.me/p1kfuX-G6) angemerkt, denkt man bei diesen Maßnahmen unweigerlich an die Bürger von Schilda, auch wenn die augenblicklichen Grabungsarbeiten eher anEphraim Kishons Blaumilchkanal (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Blaumilchkanal) erinnern.

Jedenfalls wird langsam klar, weshalb sich die Kosten des Projekts auf geplante 25 Millionen Euro belaufen (http://www.dialog-mariahilferstrasse.at/faq/).
Aber einen Teil der Kosten bekommt der Bezirk ja wieder dadurch herein, dass in diesem Abschnitt der Schottenfeldgasse kürzlich drei(DREI!!) Schanigärten aufgestellt wurden (Hurra, die Schanigärten werden aufgestellt http://wp.me/p1kfuX-Nn), von denen nun die Gäste ganz entspannt dem schweren Gerät zusehen können, das eben Aufgestelltes wieder platt macht.

Written by medicus58

20. Mai 2014 at 17:56

Schilder in Schilda: Neues von der Mahü

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Auch wenn uns Stadträtin und Bezirksvorsteher, beide in grün, seit einer woche über alle Kanäle ausrichten, dass ein NEIN zu Ihrem Jahrhundertprojekt (Fuzo Mahü) einem ökologischen Hochverrat gleichkommt, wird dadurch nur eine Nebelwand errichtet, um der Kernfrage auszuweichen:
 
Wenn die Fußgängerzone Mariahilferstraße schon so ein wichtiges Projekt ist, dass jeder Einwand als „Raunzertum„, „Autofetischismus„, „Veränderungsanst“ oder überhaupt als „Unwissenheit“ abgetan wird, weshalb ist das Projekt so fahrlässig schlampig angegangen worden und was sagt das über die politische Kompetenz der Wiener Grünen in anderen Projekten, deren Langzeiteffekte noch nicht absehbar sind?

Konkret habe ich schon vor einer Woche unter Maria, hilf: Ein Augenschein auf der Mahü (http://wp.me/p1kfuX-FB) auf Einiges hingewiesen. Im laufenden Betrieb stellt sich nun heraus, dass an der Ecke Mahü/Schottenfeldgasse ein besonders gefährlicher Schildbürgerstreich geglückt ist, der sich gegen die Zielgruppe Vassilakous richtet: Die Radfahrer

MaHü
Das Teilstück der Mariahilferstraße zwischen Schottenfeld- und Zieglergasse ist für Autos nur stadteinwärts befahrbar (siehe Bilder im Album), Radfahrer dürfen es in beiden Richtungen befahren.
Die Schottenfeldgasse ist wie vor der Umstellung eine Einbahn Richtung Mariahilferstrasse, im Gegensatz zu früher, wo sowohl eine Durchfahr auf die Webgasse als auch ein beidseitiges Abbiegen in die Mahü erlaubt war, gebieten nun ein Gebotspfeil stadteinwärts in die Mahü zu fahren.

Jetzt kommts: Radfahrer, die stadtauswärts die Mahü heraufkommen, DÜRFEN gegen die Fahrtrichtung in die Schottenfeldgasse einbiegen und finden dort einen vor einer Woche neu aufgepinselten Radweg vor. Dass sie dabei entweder durch die Begegnungszone vor dem C&A fahren müssen oder mit den zwangsweise linksabbiegenden Autofahrern aus der Schottenfeldgasse kollidieren ist nicht das wahre Problem.

Schaut gut aus, is es aber nicht

Das sieht der Radfahrer, der statauswärts die Mahü fahrend nach rechts in die Schottenfeldgasse einbiegt: Einfahrtsverbot ausgenommen Radfahrer und ein frisch gestrichener Radweg. Das dicke Ende kommt nach wenigen Metern!

Schottenfeld Mahü

Alt und Neu

Das Foto zeigt deutlich die alten Parkraummrkierungenund die neue weiße Linie des vor einer Woche „geschaffenen“ Radwegs, auch wenn er nur wenige Meter lang ist …

Schottenfeld alt und neu
Schon nach ca. 40m hört der frisch gepinselte Radweg abrupt vor einer Ausfahrt auf und die Radler stehen plötzlich MITTEN AUF EINER EINBAHNSTRASSE GEGEN DIE FAHRTRICHTUNG. 

Schottenfeld Ende Radweg
Es kommt noch schlimmer. Etwa an dieser Stelle verengt sich die Fahrbahn durch eine Baustelle (links) und Betonschwellen (rechts). An dieser Stelle ist kein Platz für Auto UND Rad insbesondere wenn sie sich aufeinander zubewegen.
Die meisten Radler weichen nun illegalerweise auf den Gehsteig aus, der dort durch die Betonschwellen ebenfals eng ist und kreuzen die Ausgänge von drei Geschäftslokalen.

Fassen wir zusammen: Das geniale Verkehrskonzept lockt Radfahrer legal gegen die Einbahn , nur um sie dann mitten auf der Straße gegen die Fahrrichtung „verhungern“ zu lassen. 
Wenn es nicht eine stillschweigende Trendwende in der grünen Verkehrspolitik ist, dann ist es reine Fahrlässigkeit.

Written by medicus58

26. August 2013 at 07:37

Maria, hilf: Ein Augenschein auf der Mahü

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Ob der Wunsch Maria Vassilakous, sich just in Wien- Mariahilf ein Denkmal setzen zu wollen, wo sie als Verkehrsstadträtin gerade einer der Straßen Wiens, die die breitesten Gehsteigen hat, mit Gewalt zur Fußgängerzone umfunktionieren möchte, mit dem Gleichklang von Vor- und Straßennamen zusammen hängt, soll hier nicht erörtert werden.

Ein Lokalaugenschein am Vormittag des 15.8. zeigte, dass das unausgegorene Projekt nicht einmal von der Exekutive verstanden wird und zeigte einige absurde Details auf.

Begegnungszonen mit 20km/h:

Für Vassilakous Justament-Experiment sind Dutzende Verkehrsschilder notwendig, weil alle 150-200m die sogenannte Fuzo für Querstraßen unterbrochen wird und sich am Ende keiner auskennt, was da Begegnungszone, Kiss and Drive oder Fuzo ist… Grüne Ménage-à-trois?

Begegnungszone

Begegnen wir halt einander

Am 15.8. wirkte das ganze noch ziemlich absurd: Radfahrer fuhren auf und ab und vereinzelte Autos meandrierten zwischen ostentativen Fußstehern (gegangen wurde kaum auf der Fahrbahn).

Begegnungen

Nach eigenen Beobachtungen hielten sich 9/10 Autofahrern nicht an das schon ausgeschilderte Abbiegewirrwarr, das notwendig ist, damit die Anrainer nicht sofort in den Speckgürtel übersiedeln. Schottenfeldgasse/Mariahilferstrasse sollte es nach den Vorstellungen von Vassilakous Verkehrsexperten nur mehr erlaubt sein, nach LINKS in die die Begegnungszone MaHü abzubiegen: Tat aber keiner!

Ziemlich verwirrend:

Rechtsabbieger


Wie dieses und das nächste Foto zeigen, hat auch die „He“ noch nicht das Rechtsabbiegeverbot Schottenfeldgasse/Mariahilferstrasse verinnerlicht und fährt (locker einhändig!) gegen die Einbahn, natürlich ohne im Einsatz zu sein!

Rechtsabbieger Pol1

Locker am Volant

Mir san Radlfahrer und fahren gegen die Einbahn, basta!

Rechtsabbieger Pol2


Der Schani bleibt, er bringt dem Bezirk Geld

Schanigarten und Markierungen

Offenbar war die Aktion Mahü der grünen Verkehrsstadträtin nicht mit der grünen Bezirksvorstehung des 7. Bezirks abgesprochen, so dass in den Seitengasse der Mariahilferstrasse Autos und Schanigärten standen, als gestern (14.7.) nachts die Bodenmarkierer ausrückten. Was das für einen Sinn haben soll, die Schrägparkerzonen gerademal vor zwei (!)Radständern enden zu lassen, wo an anderen Stellen ohnehin ganze Batterien von Radständern errichtet wurden,  entzieht sich meinem Verständnis.

Schilda schau oba
Schrägparker_Radständer

Die Markierungen für die Schrägparker Schottenfeldgasse/Mariahilferstrasse wurden an Stellen angebracht, wo eigentlich Fahrradständer in den Asphalt versenkt wurden; „G’scheit“ und sicher von langer Hand „geplant“ …..

Oder ist das ein neuer Tandemstandplatz?

Written by medicus58

15. August 2013 at 22:45

V for Vendetta Jahresrückblick 2

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2012

Im zweiten Teil unseres Jahresrückblicks geht es um eine politische Enttäuschung, die uns auch in den folgenden Jahren noch beschäftigen wird; deren Wurzeln liegen aber bereits in den Wiener Gemeinderatswahlen 2010 und der Kür von Maria Vassilakou (http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Vassilakou) zur Vizebürgermeistern.
V for Vendetta (http://de.wikipedia.org/wiki/V_wie_Vendetta_(Film) ) heißt der Beitrag, weil damals schon diejenigen Wähler, die den Spitzenkandidaten Van der Bellen ihre Stimme gegeben haben, ungefragt Vassilakou bekommen haben.
Ich wunderte mich damals schon in meinem Blogbeitrag Professor …(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32221) wie sang und klanglos dieser Wortbruch hingenommen wurde.
Als die Grünen im November 2011 ihr 25-jähriges Bestehen feierten, da fehlten einem in böser Vorahnung schon die Worte (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=47854).

Als dann im Juli 2012 die Grünen der Regierung trotz schwerer rechtlicher Bedenken die Zweidrittelmehrheit für den ESM beschafften, konnte man nur mehr Rot für die Grünen sehen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=74748). Was noch mehr als die eigentliche Politik der Grünen ärgert, ist das Superkalifragilistigexpialigetisch, die Märchenprobaganda, ihrer Aussendungen: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=74196
Während die Bundesgrünen Peter Pilz und Gabi Moser im Untersuchungsausschuss wetterten, dass die mit Steuergeld finanzierten Imageinserate von Kanzler Faymann nicht untersucht werden konnten, kam von den Wiener Grünen um Vassilakou kein Wort dagegen, dass die Stadt Wien weiterhin Steuergelder für sinnlose Imageinserate zum Fenster hinaus wirft (6,4 Mill € allein im III.Quartal 2012), nein man plakatierte sich einfach selbst (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=81799).

Über Vassilakous Meisterstück, die ParkraumbeSAUwirtschaftung in Wien, haben wir gestern schon Bilanz gezogen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=84633).

Die wahre Gesinnung einer Partei zeigt sich auch in ihrer Personalpolitik. Wer da nicht aller schon und mit welchen Mitteln abmontiert wurde, würde den Raum hier sprengen.

Erinnern wir uns,

Parteigründerin Meissner-Blau erleidet nach einer Abstimmungsniederlage in der eigen Partei einen Herzinfarkt. 1988 tritt sie zurück: http://www.mediathek.at/oe1_journale/popup/popup_media_manager.php?fileId=1118831

Auch der von allen abgefeierte und nun in den Ruhestand gegangene Leiter der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft Walter Geyer (http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Geyer) warf 1988 das Handtuch bei den Grünen.

Der nun ebenfalls gefeierte Aufdecker des Hypo-Alpe Adria Skandals in Kärnten, Rolf Holub (http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Holub) wurde 2011 von den Grünen als Landessprecher abgewählt und erst nachdem seine kontinuierliche politische Arbeit doch ein nicht zu übersehenden Erfolg wurde, mit großem Getöse wiedergewählt.

Johannes Voggenhuber war schon 1977 Sprecher der Salzburger Bürgerliste, als die derzeitige Führungsspitze der Grünen noch in der Sandkiste spielte. Als Europapolitiker war er lange Zeit der einzige, der auch in Österreich so sprach, wie er in Brüssel handelte. 2009 wurde er dann gegen die bis heute farblose Ulrike Lunacek nach Brüssel geschickt, wo sie FP Mölzer den Rang der „faulsten Abgeodneten“ abnahm (http://www.news.at/a/gruene-lunacek-eu-abgeordnete-hans-peter-martin-fleiss-ranking-260043). Die Desavourung Voggenhubers geht aber noch weiter: 2010 hatte er mit einigen anderen Ex-Politikern ein Demokratie-Volksbegehren MeinOE angekündigt, dass dann ab März 2012 unterstützt werden konnte. (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/745022/DemokratieVolksbegehren-liegt-zur-Unterschrift-auf ) Nachdem man genügend Unterstützer sammeln konnte, um das Volksbegeheren österreichweit auflegen zu können, preschten die Grünen mit einem eigenen Volksbegehren vor. http://derstandard.at/1350261396599/MeinOE-empoert-ueber-Gruenen-Volksbegehren  Schließlich musste auch Karl Öllinger (http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_%C3%96llinger), einer der prfundesten Kenner und Kritiker des österr. Sozialsystems erkennen, dass diese Arbeit nicht mehr gewünscht wird. Der Sozialexperte verlor seinen Platz auf der Wiener Liste für die nächste Nationalratswahl 2013 gegen den Kultursprecher Wolfgang Zinggl, dessen politische Leistung darin bestand, Gerald Matt als Direktor der Kunsthalle Wien wegzuputschen; kürzlich bekam Matt jedoch vor Gericht recht, dass sein Handlungen vertraglich gedeckt waren. Auch auf der Bundesliste erreichte er keinen wählbaren Platz, auch hier wurden ihm „Jüngere“ vorgezogen. „Sozialpolitik gilt leider als nicht so wichtig. Weil sie angeblich traditionell von der SPÖ abgedeckt wird und alles, was wir in dem Bereich machen, nur der SPÖ helfe“, sagt Öllinger zum STANDARD http://derstandard.at/1353208452759/Oellinger-Gruene-Spitze-zeigt-wenig-Interesse-an-Sozialpolitik

Peter Pilz hat es gerade noch auf die Bundesliste geschafft, in Wien hat man ihn ja schon längst abserviert. (http://derstandard.at/1353207934613/Das-Ringen-um-neue-Koepfe)

Andererseits muss man sich ansehen, wer von den Grünen in den Vordergrund gehoben wird: Sigrid Pilz, die seit Jahren Einkommensweltmeisterin des Wiener Gemeinderats, wurde zur hoch bezahlten Patientenanwältin, um ab sofort alles von Gesundheitsstadrätin Wehsely jubelnswert zu finden: von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=82486
Auch andere Freunde werden mit Beraterpöstchen versorgt: den Anfang machte Van der Bellen als Unibeauftragter, seither gibt es Radfahrbeauftragte, Fussgängerbeauftragte, … WTFE http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=81126

Halten wir nun inne und fassen wir zusammen: Viel Wähler suchten nach einer Alternative zu den Parteien, die Österreich einen Selbstbedienungsladen für ihre eigenen Interessen und Parteigänger gesehen haben. Jahrzehnte waren dies SPÖ und ÖVP, nach „der Wende“ kamen FPÖ/ BZÖ/FPK dazu.
2012 hat leider gezeigt, dass die bislang nachweisliche Sauberkeit der Grünen im politischen Sumpf Österreichs nicht so sehr auf eine höherwertige Gesinnung sondern auf bisher fehlende Gelegenheiten zurück zu führen ist. In welchem Ausmaß das auf ein den anderen Politikern vergleichbares moralisches Defizit oder einfach auf Dummheit zurückzuführen ist, kann noch nich tabschließ beurteilt werden:

Schade ist es vor dem Wahljahr 2013 allemal.

2012

Jahresrückblick 1

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2012
Es gibt ja nichts Abgedroscheneres als den Jahresrückblick zum Jahreswechsel, darum wollen wir den Dreschflegel in die Hand nehmen und ebenfalls drauflos dreschen:

Parkpickerl:

Es gab in den letzten Jahren selten eine Einzelentscheidung der Rathauspersonen, die für mich so negative Auswirkungen hatte. Dass ich ein überzeugter Verfechter und Nutzer des öffentlichen Verkehrs und fallweise des Fahrrads bin, sowie meine Argumente gegen die Abzocke für die Nicht-Benutzung des PKWs habe ich mehrfach hier kommentiert. Im Jahresrückblick möchte ich Sie an meinen persönlichen Erfahrungen teilhaben lassen:

Wer in einem Gründerzeithaus ohne Tiefgarage in einem Wiener Innengürtelbezirk wohnt, war sich immer klar, dass die Aufbewahrung seiner „Kiste“ ein Problem darstellt. Aus diesem Grund garagiert er das Auto, das ohnehin nur für berufliche Akutfahrten, größere Einkäufe und Reisen zu Zielen außerhalb Wiens genutzt wird, in einer zahlungspflichtigen Garage am Arbeitsplatz. Verbleibt das Auto doch einmal wochentags im Innengürtelbezirk, dann lief man früher alle 2 Stunden (bis 22.00) um ein paar Blocks und erneuerte den Parkschein bzw. freute sich über die Einführung des Handy-Parkens. War man freitags sehr früh dran, dann stellte man das Auto in einem der angrenzenden Außengürtelbezirke ab, ersparte sich zwar die Parkgebühr, hatte aber doch einen Spaziergang von 20 Minuten oder so vor sich. Auch alle Parkgelegenheiten an günstigen gelegenen U-Bahnstationen kannte man aus dem FF.

Zumindest nach Ende des Einkaufswahnsinns, also freitags ab 19:00 gab es in der näheren Umgebung durchaus einige Parkplätze, da die eingependelten Einkäufer (kein Arbeits-Pendler fährt in einen Innengürtelbezirk) bereits weg waren und einige der Bewohner ihre Autos, vermutlich wie ich weiter draußen geparkt hatten.

Dann kam der Geniestreich der fast flächendeckenden ParkRAUMbeSAUwirtschaftung und es machte für Einwohner wie mich keinen Sinn mehr das Auto draußen zu parken, die Einkäufer führen weiterhin in die Innengürtelbezirke (die 2-3 Stunden Parkgebühr machten ihnen wenig, schließlich hatten sie das Problem ja nicht regelmäßig, so wie die Ansässigen.

Nach stundenlangen Umkreisungen des Wohnortes auch in den Abendstunden des Wochenendes platzte mir der Kragen und ich entschied mich für die Miete einer Garage.
Ein Parkpickerl kam für mich aus mehreren Gründen nicht in Frage:

1. es gab ja keine Parkplätze mehr, wofür hätte ich zahlen sollen. Die Idee bestimmte Parkplätze für die im Bezirk gemeldeten frei zu halten, kam ja den Rathhauspersonen nicht.

2. Der Innengürtelbezirk ist eigentlich mein Nebenwohnsitz, da mein Hauptwohnsitz für die Unterbringung eines alten Familienmitgliedes benötigt wird. Deshalb erwartete ich auch Schwierigkeiten, wenn ich der Behörde erklären müsste, weshalb ich ein Parkpickerl am Neben- und nicht am Hauptwohnsitz (dort gibt übrigens auch keine Parkplätze mehr, weil die weitgehend unbenutzten Radwegen zum Opfer gefallen sind, um das P&R Haus zu füllen) benötige.

3. Als Garagenbesitzer (am Arbeitsplatz, auch wenn der am anderen Ende von Wien liegt) hätte ich eigentlich auch kein Anrecht auf ein Pickerl, das (siehe (1) aber ohnehin zu keinem Parkplatz verhilft.

Seit Dezember bin ich einschliesslich der Kaution, den 3 Mieten für den Makler und der notwendigen Vergebührung des Vertrags um ca. 600€ ärmer aber für 120€/Monat stolzer Besitzer einer Garage in einem der Neubauten ca 250 m neben meiner Wohnung. Die Garage ist eng, aber Reversieren lernt man ohnehin, wenn man in einem Innengürtelbezirk wohnt.
Aus beruflichen Gründen behalte ich vorerst die Garage am Arbeitsplatz, die ist etwas billiger …

Kurz vor Weihnachten, der Tag an dem es noch kalt war und regnete, musste ich nach all den Einkäufen und Vorbereitungen noch einen „Krankenbesuch“ eines Familienmitglieds am anderen Ende von Wien machen. Medikamente mussten angepasst und neu eingeschachtelt werden.

Eingeplant waren für Hin- und Rückfahrt insgesamt 20 Minuten (24 Minuten nach www.maps.google.com) .
Bald wäre ich wieder zurück. um den „Weihnachtsputz“ meines Schreibtisch beenden zu können.

Ich stand im Regen vor der Garagentüre, nur dieses weigerte sich aufzugehen.
Offenbar gab es ein Problem mit der Elektrik. Die Handkurbel befand sich aber innen, nur zum Inneren des Hauses hatte ich, ich war ja kein Mieter, keinen Zutritt.

Am Telefon sagte mir die Hausverwaltung, dass sie am Montag wieder für mich da sein würde – was mir augenblicklich wenig half.
Montag, den 24.12. war sie natürlich auch unerreichbar.
Ich machte mich also auf den  Weg mit den Öffis: 68 Minuten reine Fahrzeit 

Während so einer Fahrt hat man lange Zeit nachzudenken,
wenn man nicht den Beziehungsdramen der Mitreisenden lauschen,
über herumrollende Bierdosen stolpern oder
in den zurückgebliebenen Fetzen der Gratispresse blättern möchte …

Links 2012:
Was im Alltag nervt
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=65272
PARKpickerl Reloaded oder konsequentes grünes Denken
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75443
Vermummungsverbot für Vassilakou
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=78799
Schwerpunktbildung: Öffis und das neue Mantra der Gesundheitspolitik: Schwerpunktbildung
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=83524

Written by medicus58

25. Dezember 2012 at 12:47

Gut gemeint aber dumm oder einfach nur PR? Aufgeklärter Stalinismus in Wien

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Charta

Nach großem PR-Aufwand,
651 offiziellen Gespräche,
13.000-Stunden-Diskussion,
> 2000 Online-Beiträge und
450.000 Euro Kosten später
präsentierten Vizebürgermeisterin Mag.a  Maria Vassilakou und Stadträtin Sanda Frauenberger am 27. November 2012 den Inhalt der
Wiener Charta: https://charta.wien.gv.at/start/charta/

Belangloses Gewäsch, gefiltert durch allerlei parteipolitische Rücksichtnahmen, dachte ich mir.

„Ein Stück Wirklichkeit von dem, was man derzeit in der Stadt denkt und fühlt“ ist das, wenn man Vassilakou oder ihrem Redenschreiber Glauben schenken will.

Unsere gemeinsame Grundlage sind die Menschenrechte
wird vollmundig verkündet, alles andere wäre ja wohl ein Rückschritt ins vorige Jahrhundert, oder?

Noch absurder wird es, wenn man sich die Liste der sogenannten 325 Partnerorganisationen des Projekts durchliest (https://charta.wien.gv.at/start/charta/partnerorganisationen/liste/),
die in Einzelgesprächen mit 10-20 Personen all diese Themen erarbeitet haben, die nun auf eine großbedruckte A4 Seite passt.

Die zugänglichen Erfahrungsberichte sind nicht frei von Komik und Tragik:

Ich habe selber Chartagespräche geleitet was für mich persönlich eine tolle Erfahrung war
http://derstandard.at/plink/1353207429854?sap=2&_pid=29125778#pid29125778
Ich war bei drei offenen- also von keiner Gruppe und keinem Verein- angebotenen Gesprächen- beim ersten waren 3 Teilnehmer plus 2 Moderatoren, beim zweiten hatte ich eine Privatunterhaltung mit den Moderatoren und beim dritten haben die Moderatoren einige ihnen bekannte Leute, die teilweise kaum Deutsch sprachen, nur ihre persönlichen Probleme mit Formularen vorbrachten und offenbar den Sinn der Veranstaltung nicht begriffen hatten, eingeladen.
http://derstandard.at/plink/1353207429854?sap=2&_pid=29129732#pid29129732

Originaltext auf https://charta.wien.gv.at/start/charta/das-projekt-im-uberblick/projekt/:
Stadt Wien ermöglichte Gespräche vor Ort und Online-Diskussion

Das ist „Aufgeklärten Stalinismus“, den unser rot-grünes Rathaus uns als Demokratie verkaufen möchte.
Wenn die Stadt Wien ein Gespräch ermöglicht, gibt sie uns zu verstehen, dass sie auch anders könnte, denn

SIE bestimmt was ein Problem ist,
SIE lässt UNS mit viel Aufwand diskutieren und
SIE schreibt dann die IHR genehme Zusammenfassung und
beauftragt SICH,
was zu tun ist,
Basta …

Hieß es einmal
KRAFT DURCH FREUDE
erleben wir heute ein
KUSCH DURCH DISKUSSION

da sag noch einer, dass sich die Methoden der Macht seit Machiavelli nicht verfeinert hätten …

 

Written by medicus58

17. Dezember 2012 at 19:48

Schwerpunktbildung: Öffis und das neue Mantra der Gesundheitspolitik: Schwerpunktbildung

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Zwischen KHs in Wien

In den letzten Wochen hat diesen Blog neben dem Dauerbrenner „Gesundheitssystem“ noch eine weiteres Thema dominiert:

Parkpickerl in Wien

Parkpickerl Reloaded oder konsequentes Grünes Denken http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75443 
Das Rathhaus ist eine Fluglinie und mein Auto wird zum Beisl
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=65272 
Vermummungsverbot für Vassilakou 
http://wp.me/p1kfuX-tc   
Vom Mobilitätsversprechen zum Mobilitätsverbrechen 
http://wp.me/p1kfuX-vx  

Heute zeigt sich, dass beide Themen sehr eng miteinander verknüpft sind, wenn man eines aktuelen Mantras der Gesundheitsökonomie dazu denkt:

Schwerpunktbildung im Krankenhaus

Kaum einer der aus dem Gesundheitsbudget bezahlten Einflüsterer, pardon Experten, unserer Politiker versäumt darauf hinzuweisen, dass sich enorme Sparpotentiale durch eine Schwerpunktbildung in der medizinischen Versorgung ergeben:

Nicht jedes Spital muss immer alles anbieten!
Wo etwas häufiger gemacht wird, da ist die Qualität höher!

Und auf den ersten Blick ist ja da nix einzuwenden. 
Was in der Fertigungsindustrie funktionierte, muss ja auch im Krankenhaus funzen,
fragen Sie Onkel Strohsack, der hat sein Geld genau damit verdient hat, dass er Rückblickspiegel für einen Autozusammenschrauber in Tripstrü produzierte und sie um den halben Globus zu dessen Fließband schickte, während er wieder Spiegel und 1000+1 Teil einer anderen Firma in seinem Magnawerk zum Auto eines Markenherstellers zusammenschraubte.

Was hat das aber nun alles mit der Parkpickerlabzocke von Grün-Rot in Wien zu tun?

Einfach, auch im aktuellen Spitalskonzept sollen viele Spezialambulanzen nur mehr an wenigen Standorten angeboten werden und Stadträtin Wehsely verweist immer darauf, dass in Wien der öffentliche Verkehr so gut wäre, dass das für die Patienten kein Problem darstellen würde.

Und das führt uns zu einem Hauptdefizit der Öffis in Wien:

Während radiale, also von der Peripherie ins Zentrum und zurück laufende Wege sehr effizient mit den Öffis zurück zu legen sind, schaut es bei tangentialer Bewegung sehr trüb aus.

Gerade in der hektischen Diskussion mit grünen Kampfpostern (Parkpickerl wirkt) habe ich die Erfahrung gemacht, dass dieser Punkt völlig unbekannt scheint. Zynisch könnte man argumentieren, dass der BoBo ohnehin nur zwischen Loft und angesagter Innenstadt Location pendelt, aber zynisch wollen wir doch nicht sein.
Obwohl ich darauf hinweise, selbst Netzkartenbesitzer und -nutzer zu sein, aber eben nicht ganz auf ein Auto verzichten kann, wird mir irgendwann immer Taxfrei erklärt, dass man in Wien ohnehin ohne Auto auskommen könnte, weil eben die Öffis so supi wären.

Zurück zum Gesundheitssystem:

Für die Patientenströme ist dieser Punkt aber sehr relevant, denn die Verbindung zwischen den großen Wiener Spitälern bedeuten eine tangentiale Bewegung und da stinken die Öffis zeitmäßig grausig gegen den PKW ab.

Ich habe mich der Mühe unterzogen die durchschnittliche Dauer der Reise zwischen drei großen KAV Spitälern (Donauspital, Kaiser-Franz-Josef-Spital und Wilhelminenspital) mittelswww.maps.google.atund www.wienerlinien.at zu analysieren. Die Ergebnisse sind auch im Eigenversuch verifizierbar, wenn nicht die Tangente komplett steht oder eine U-Bahn einen Totalausfall hat.

Die Originalzahlen:

DSP-KFJ 14,4 km
Auto 19 min
Öffi 55 min
Rad 58 min

WSP-DSP 14,8 km
Auto 28 min
Öffi 55 min
Rad 70 min

KFJ-WSP 7,6 km
Auto 15 min
Öffi 39 min
Rad 32 min
Die Graphik ergab sich durch eine einfache Addition der drei einzelnen „Reisen“.

Was lernen wir daraus:

Für Bewegungen an den den „Rändern“ der Stadt, benötigen die Öffis 2,4x länger als der PKW!
Für Menschen, die einem Zeitdruck UND Mobilitätszwang unterliegen, sind diese Reisen NICHT adäquat durch die Öffis (oder <LOL> das Fahrrad) substituierbar.
Da Vassilakous Parkraumbewirtschaftung das PArken und nicht das Bewegen eines PKWs bestraft, begünstigt sie unökologisches Fahrverhalten.
Wehselys Aussage, dass die Öffis die Wiener rasch genug zu ihren jeweiligen Spezialambulanzen bringen ist so wie vieles andere aus Ihrem Mund Propaganda.

Natürlich ließe sich durch geeignete Software ein viel exakteres Bild der Zeiterfordernisse mit unterschiedlichen Mobilitätsformen berechnen, jedoch fehlt mir dazu der Zugang (hallo, TU?!?!). Ich war aber selbst in einem großen Wiener Spital treibende Kraft hinter einer Mobilitätsanalyse von Personal und Patienten, um die Möglichkeiten zu prüfen, ob es möglich wäre, durch geeignete Anreizsysteme mehr Personen in den öffentlichen Verkehr einzuschleusen. Die Ergebnisse waren ebenso ernüchternd wie unser kleines Beispiel. 
Ich persönlich kann Ihnen also nur raten, sich (wie ich) nahe einer U-Bahn Station anzusiedeln, dann haben Sie – mit durchaus einigen Einschränkungen- eine praktikable Möglichkeit täglich 2-5 Wege mit den Öffis zu erledigen, oder Sie werden Stadtrat mit Chauffeur und Dienstwagen.

Ein STOP BEAUFTRAGTER für WIEN muss her

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Dem regelmäßigen Leser sollte meine wachsende Abneigung gegen die allenthalben eingesetzten

BERATER (stop working start counselling) http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56907

bekannt sein. Die rot-grüne Stadtregierung in Wien teilt diese Vorbehalte offenbar nicht:

Nach der Installation von VDB als UNIBEAUFTRAGTEN http://wien.gruene.at/alexandervanderbellen
nach Ernennung von Horst Tschaikner zum SCHULSCHWÄNZBEAUFTRAGTEN http://www.wien.gv.at/bildung-forschung/schulschwaenz-beauftragter.html
und der schon längst dringlich eingeforderten Installation von Martin Blum als RADFAHRBEAUFTRAGTEN http://www.wien.gv.at/verkehr-stadtentwicklung/radverkehrsbeauftragter.html
wurde nun das unstillbare Bedürfnis nach einer FUSSGÄNGERBEAUFTRAGTEN mit Petra Jens gestillt.(http://diepresse.com/home/panorama/wien/1304306/Wien_Fussgaengerbeauftragte-tritt-im-November-Dienst-an)

Ich weiß nicht, was mich mehr ärgert, dass das alles ein Ergebnis von Rot-Grün in Wien ist, oder dass das auch auf Martin Grafs Homepage kritisiert wird. (den Link suchen Sie sich bitte selbst, weil ich mache hier sicher keine Werbung für den)
Stoppt irgendjemand den Wahnsinn der Grünen in Wien? Die scheinen mit Gewalt den Beweis erbringen zu wollen, dass sie bisher nur die Partei waren, die den wenigsten Postenschacher betrieben haben, weil sie es nicht konnten und nicht weil es ihnen ideologisch widerstrebt.

Written by medicus58

8. November 2012 at 22:12

Parken und Pudern in Wien – Beispiele einer erfolgreichen Stadtverdrängung

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Sorry, für den Ausrutscher in die Doppelbedeutungen französischen Lehnworte (http://de.wiktionary.org/wiki/pudern),
aber der Zwang zum Stabreim ist mitunter ununterdrückbar, ebenso wie manch anderes gesellschaftliche Grundbedürfnis.

Zwei dieser Bedürfnisse, hat die rot-grüne Stadtpolitik nun in der ihr eigenen Art gelöst: Verdrängung statt Lösung

Weil die wahren Absichten ohne politischen Suizid nicht auszusprechen sind, verdrängt man Probleme am besten aus dem Gesichtsfeld.
Würde man seine wahre Meinung aussprechen, dass man am liebsten allen den Ankauf von Autos verbieten würde, dann wäre es aus mit dem Platz am politischen Futtertrog,
also machen wir es „gut bürgerlich“, indirekt über die Bande mit einem verbindlichen Lächeln…

Keine Frage hat Wien wie alle Großstädte ein Parkproblem, das aber nicht ausschließlich durch die „bösen Pendler“ (OK, der Stabreim ist daneben gegangen) bedingt ist,
sondern auch durch den politisch beabsichtigten Bevölkerungszuwachs im Premiumsegment:
Hätten sich in den unzähligen, politisch genehmigten Dachbödenausbauten nur Langzeitarbeitslose oder radfahrende Studenten angesiedelt und
nicht zahlungskräftiges Publikum mit Hand zum Zweit-SUV (OK, das war polemisch), dann wäre der Parkplatzbedarf nicht so rasant gesteigen!
Statt intelligenteren Lösungen, wie z.B. den Anrainern Parkplätze zu garantieren, wenn Sie sich eine Netzkarte lösen besteht Vassilakous Politik im Verdängen des Problems:
Die lokalen Parkplätze werden durch zusätzliche Maßnahmen (Vermietung an Schanigärten, Langzeitbaustellen zum Dachbodenausbau, Ohrwascheln an Kreuzungen, Radständer auf der Fahrbahn, …) verknappt und die Kurzparkzonen auf ganz Wien ausgeweitet, so dass es in den bestehenden Kurzparkzonen noch weniger freie Parkplätze gibt, da es attraktiver wird gleich im Zentrum zu parken, wenn man schon nach Wien hereinstaut. Mögen doch Anrainer wie Pendler am besten gleich im Wiener Umland ihre Kisten parken:
Problem zum Nachbarn verdrängt!

Wenn wir zum zweiten Teil unser Überschrift kommen, das angeblich älteste Gewerbe der Menschheit, so war es ebenfalls weder für Anrainer noch Durchreisende allzu ersprießlich, schon vor Einbruch der Dunkelheit dem geschäftlichen Treiben zuschauen zu müssen. Auch hier kollidiert der Wunsch nach einem generellen Verbot mit der eigenen Wählbarkeit. Überdies muss ja am Klischee der eigenverantwortlichen, emanzipierten Sexarbeiterin festgehalten werden, nur möge diese halt, bitte, nicht vor der gerade günstig erworbenen und aufwendig restaurierten Bleibe in der Felberstrasse „alles ohne Gummi“ anbieten (http://felberstrich.wordpress.com/).
Verdrängen, egal wohin, jedenfalls weg aus Wien!
Wie der Standard (http://derstandard.at/1350260127521/Das-Mega-Laufhaus-vor-den-Toren-Wiens?) berichtet, sind die Pläne einschlägig Vorbekannter für ein Superlaufhaus (klingt jedenfalls besser als PuderPalast, was aber den wahren Zweck deutlicher umschrieben hätte) schon weit gediehen. Ob es nun in Klosterneuburg, Korneuburg oder im Süden an der A2 errichtet wird ist einerlei, wieder hat die Wiener Stadtregierung ein Problem aus der Stadt verdrängt, denn dafür wurde sie gewählt:

Vor den Vorhang Frau Vassilakou und Frau Frauenberger unsere stärksten Kräfte in der Wiener Stadtverdrängung, oder hätte es hier Stadtregierung heissen sollen?
Wuarscht, ich hab’s verdrängt.

Links:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75443
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=78799

Written by medicus58

4. November 2012 at 12:29

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