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Der Mohr: Update 2011-2019

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Wir wollen auch heuer wieder die alljährliche Leseabstinenz des p.t. Publikums nützen, ein paar alte Beiträge auf den neuesten Stand zu bringen.
2011 haben wir uns mit den rechtlichen Schwierigkeiten eines gewissen Julius Meinl (Einen kleinen Braunen, bitte.) beschäftigt, die ihm bis Ende 2012 schon mehr gekostet hat als der lebenszeitliche Kaffeekonsums einer Kleinstadt. Ein paar Honorarnoten werden wohl noch dazu gekommen sein, aber passiert, also rechtlich passiert, ist ihm bis heute nichts unter der Unschuldsvermutung. Interessieren tut es auch niemanden mehr, so dass es ein super Thema für das Sommerloch darstellt.

Julius Lindbergh Meinl V. (* 9. Juli 1959 in Wien) ist ein seit 2013 in Prag wohnender Bankier mit britischer Staatsbürgerschaft, der mit seiner Immobilienfondsgesellschaft vielen Menschen viel Geld gekostet hat und der 2009 zwei Nächte gesiebte Luft atmen musste, ehe er die Rekordkaution von 100.000 € zusammengekratzt hat.
Vier Jahre rechnete die Justiz nach, um zu erkennen, dass die Kaution um 90.000 € zu hoch war und überwies diese großzügig zurück.


2015 hat das Oberlandesgericht überhaupt die Anklage wieder an die Staatsanwälte zurückgewiesen und im 2018 wurden die Ermittlungen in einem Teilbereich eingestellt. Die Staatsanwaltschaft Wien erhebt aktuell (nicht rechtskräftig) nur Anklage wegen Untreue, nur das zieht sich auch wie ein Strudelteig.

Im Jänner vermeldete der Standard , dass sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Causa European Land gegen J.M.V. trotz des im Herbst 18 vorgelegten Abschlussberichts noch um ein weiteres Gutachten erweitert werden müssen: Laut Schreiben vom 10. Jänner an die Beschuldigten soll ein Sachverständiger eine Expertise „zur Frage des hypothetischen (,richtigen‘) Börsenkurses“ der MEL-Zertifikate zwischen 1. Jänner 2005 und 23. August 2007 erstellen.

Ende Mai 2019 informierte die FMA, dass die Julius Meinl Investment Gesellschaft m.b.H (JMIG) ihre Konzession zurückgelegt hat. Die drei noch bestehenden Fonds der JMIG werden per 31. März 2019 an die LLB Invest Kapitalanlagegesellschaft m.b.H. als neue Verwaltungsgesellschaft und auf die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG als neue Depotbank übertragen. Es handelt sich um die Vehikel Meinl Capitol 1, Meinl Core Europe sowie Meinl Quattro, in die in den vergangenen Monaten die meisten anderen Fonds der Gesellschaft verschmolzen wurden. Neuer Portfoliomanager ist C-Quadrat.

Ja, 2012 hat sich unser seit 2009 geschiedener Banker erneut verheiratet und erscheint im Gegensatz zu seinem ehemaligen Partner KH Grasser nicht in österreichischen Gerichtssälen.

Was uns übrigens dazu bringt, dass wir auch den Eintrag des einstigen Herzensbubens von Ex- Kanzler Schüssel updaten müssten, und natürlich auch den des „lustigen Radfahrers“, … also ganz schön viel zu tun im Sommerloch.

Written by medicus58

15. Juni 2019 at 18:16

Reisemedizin oder der Arzt auf Reisen

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Flug
Unter Reisemedizin versteht man Prophylaxe, Diagnose und Therapie von auf Reisen erworbenen Krankheiten: http://de.wikipedia.org/wiki/Reisemedizin
 
Um sich dieses und natürlich auch anderes medizinisches Wissen anzueignen, entfalten die Ärzte selbst eine nicht unbeträchtliche Reisetätigkeit, die inzwischen nur mehr dann als steuerlich absetzbar geltende gemacht werden kann, wenn sie ausschließlich dem Wissenserwerb dient. 
Für allgemeine Teile der Reise, etwa das Freizeitprogramm, darf nur soviel Platz gelassen werden, wie auch im alltäglichen Leben neben der Arbeitszeit Freizeit­aktivitäten möglich sind.
Zitat aus Die steuerlich perfekte Ärzte-Reise
http://www.springermedizin.at/artikel/7074-die-steuerlich-perfekte-aerzte-reise

Die Gelegenheiten, wo die Ärztliche Fortbildung ein versteckter Urlaubstrip war (Die Kunst, Arbeit mit Erholung und Spaß zu verbinden, haben 484 Wissenschaftler, meist Ärzte, im November 1960 auf einer Kongreß-Kreuzfahrt im Mittelmeer auf die Spitze getriebenhttp://www.zeit.de/1961/30/aerzte-kongress-auf-dem-wasser) sind heute sehr selten geworden.

Dass ich der Gelddruckmaschine Ärztliche Fortbildung etwas distanziert gegenüber stehe, obwohl ich sowohl Konsument, Vortragender als auch Anbieter bin, habe ich hier schon thematisiert (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=91833).

Welche Ausmaße diese Form der „Reisemedizin“ angenommen hat, kann auch der Laie auf den entsprechenden Suchmaschinen überblicken:

Auf http://www.kongresse-medizin.de werden mir z.B. in den nächsten 
7 Tagen 126 Kongresse angeboten.
Neben den klassischen Kongressen der wissenschaftlichen Gesellschaften sprießen immer mehr Anbieter, die für Teilnahmegebühren von einigen Hundert Euro (http://www.fomf.at/de_AT/home?) ein Wissensupdate versprechen.

Aktuell fordert das DFP Programm der Österreichischen Ärztekammer (http://www.arztakademie.at/diplom-fortbildungs-programm/) 50 Punkte/Jahr, das entspricht 50 x 45 Minuten reiner Fortbildungszeit in einer approbierten Veranstaltung (oder einer aliquoten Beschäftigung z.B. e-learnning). Derzeit ist das programm noch freiwillig, ab September wird es de facto zur Pflicht und das Bundesministerium wird von der Ärztekammer jährliche Berichte einfordern. 
Überwacht wird das Fortbildungsprogramm von einer Ges.m.b.H. der Österr. Ärztekammer, der mit den Kammerbeiträgen der Ärzteschaft finanzierten Arztakademie.

Berücksichtigt man An- und Abreise entsprechen 50 DFP mindestens einer vollen Arbeitswoche, die ein Arzt sich pro Jahr fortzubilden hat; 
Um die Vollkosten dieser Aktivität abzuschätzen muss man zu den Kongresskosten (Reise-, Übernachtungskosten, Teilnahmegebühr), die weder Krankenkasse noch Dienstgeber zahlt, kommt, noch den Verdienstentgang (Ordination zu, keine Nachtdienste im Spital, …) dazu rechnen. 

Keine Frage, Qualität kostet, aber zur ärztlichen Fortbildung im eigentlichen Sinn, können in manchen Fällen noch weitere gesetzlich vorgeschriebene Hygiene-, Strahlenschutz-, Arbeitsmedizinkurse, Geräteeinschulungen, Diplomkurse für allerlei Alternativmedizin, Psychotherapie, etc., etc. ….

Die Lösung ist jedoch einfach und wird in Deutschland von ca. 50% in Österreich von ca. 30% aller fertigen Mediziner ergriffen:

Sie tauchen nicht mehr am Krankenbett auf.

So gesehen ist es wohl wirklich besser, mehr als Fortbildner, Vortragender, Scout oder Trainer zu arbeiten, als direkt am Patienten,
jedoch sind wir schon wieder bei einem Thema, das wir hier auch schon abgehandelt haben: 
Stop working, Start counselling:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56907 
Flug 2

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