Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Der KAV ist tot, welchen Namen er trägt ist nebensächlich

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Der Wiener Krankenastaltenverbund, der seit etwas über 17 Jahren als „Unternehmung der Stadt Wien“ das Dach aller verbliebenen städtischen Krankenhäuser, Pflegeheime und Ausbildungsstandorte für Pflegepersonal und der nicht-ärztlichen Strukturen des Allgemeinen Krankenhauses (exklusive Meduni Wien) bildet, ist kaputt gemacht worden. Wie er und seine einzelnen Standorte dann im Nachruf genannt werden ist einerlei; das sei denen ins Stammbuch vermerkt, die jetzt dazu aufrufen einen Krieg mit Gesundheitsstadtrat Hacker über dessen Umbenennungpläne vom Zaun zu brechen, weil sie lieber im Wili als in der Klinik Ottakring arbeiten wollen (Klinik unter Psalmen).

Das ist ein Nebenschauplatz und wenn die PR Maschine des Rathauses die KH Nord Geschichten durch Umbenennung aus dem kollektiven Gedächtnis streichen wollen, sei ihr dieses Scheitern vergönnt.

Worüber wir diskutieren sollten wäre, wie ein zwar behäbiger und nicht ganz billiger Betrieb durch permanente politische Interventionitis an Kopf und Gliedern systematisch kaputt gemacht wurde. Beginnen wir mit den Köpfen in der Generaldirektion:

Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Eugen Hauke (1997-28.2.2005) , ein universitärer Theoretiker schien durch seine Ausbildung als Krankenhausökonom und Tätigkeit im Kontrollamt der Stadt Wien zumindest fachlich prädestiniert den „Konzern“ zu managen. Überdies hat er seit 1997 den Übergang von einer Magistratsabteilung zu einer Unternehmung verantwortet. Mit einer Übergangszeit von 3 Monaten durfte er ab Dezember 2004 noch bleiben, aber nun glaubten Bürgermeister Brauner und Gesundheitsstadträtin Brauner, dass der Konzern besser durch den Gynäkologen, Gewerkschafter und ehemaligen Ärztlichen Direktor der Rudolfstiftung
Dr. Wilhelm Marhold (1.3.2005-31.5.2014) geführt werden sollte. Ob die in seiner Ära getroffenen Entscheidungen zum KH Nord nun gut oder schlecht waren, bemühen sich viele Kontrollamts/Stadtrechnungshofberichte und ein U-Ausschuss zu klären, doch darum geht es nicht. Hier geht es um den drastischen Führungswechsel von einem gelernten Wirtschafter zu einem gut vernetzten Arzt.

Wie Marhold zuerst als Teildirektor installiert wurde, kam der nächste Kurswechsel mit dem auf diesem Blog hinlänglich besprochenen multi Prof. Gynäkologie, Gerontologie, Betriebswirt, Wirtschaftsjurist, Arbeits- und Organisationspsychologe Dr. Udo Janßen (1.11.2014 -20.3.2017) (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt …. ), in gleicher Weise. Die Politik setzte den Nachfolger dem amtierenden Generaldirektor als Teildirektor in den Nacken, um eine politisch gewollte Radikalwende (Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration) durchzuboxen.

Der Rest (Skandale, Beraterkosten, Abgang Janßen, Abgang Wehsely, Ausslagerungsdiskussion, Abgang Frauenberger) darf dem Kurzzeitgedächtnis als bekannt vorausgesetzt werden. Irgendwann hat man nach einem Führungsvakuum dann die jetzige Direktion auf Abruf berufen und alle warten, wie und durch wen eine noch unbekannte ausgelagerte Struktur zukünftig geführt werden soll, und das auch schon seit fast zwei Jahren.

Natürlich können und müssen sich Führungsstrategien in einem Großkonzern an geänderte Rahmenbedingungen anpassen, aber nicht um 180° alle vier Jahre und nicht um den parteipolitischen Wünschen, sondern den medizinischen Bedürfnissen zu folgen.

Mein und Ihr Zeitbudget (sollten Sie nach einem unvorsichtigen Mausklick bis hier her weitergelesen haben) verbietet es auf noch mehr Details einzugehen, aber kein Betrieb mit rund 30.000 Mitarbeitern, die übrigens nach wie vor und auch in Zukunft von der MA 2 verwaltet werden, können dieses Hü und Hott unbeschadet überleben.

Darüber müsste man mit dem Gesundheitsstadtrat streiten, dass er endlich klar stellt, welche Struktur der KAV haben wird, wer in der Generaldirektion das Sagen hat, damit die Horden sündteurer externer Berater uns im Kernprozess nicht mehr von der Arbeit abhalten.

Den Namen auf dem Totenschein füllt ohnehin ein Turnusarzt aus, verdammt, die gibt es ja auch nicht mehr ….

Sollten Sie weiterlesen wollen:

Die stillste Zeit im KAV: revisited
KAV, und wer wird’s?

KAV wird Anstalt öffentlichen Rechts ab 1.1.2019

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 1: Kafkaeskes Prozessmanagement )

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 2: Hilfe gegen den Helpdesk)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 3: Drinnen und draußen)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 4: Primaten raus)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 5: Persönliches zum Personal)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 6: Der Dank)

Written by medicus58

24. März 2019 at 14:28

KAV Mitarbeiter erfahren es immer zuerst aus der Krone

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Paukenschlag: Wiens KAV-Chef Janßen zurückgetreten
http://www.krone.at/oesterreich/paukenschlag-wiens-kav-chef-janssen-zurueckgetreten-nach-skandalserie-story-560151

auch eine Form der Kommunikation ….

Written by medicus58

20. März 2017 at 10:52

Hat der weiße Murl seine Schuldigkeit getan?

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kh-nord

Noch ehe der Endbericht des Rechnungshofs vorliegt und noch ehe die neue Organisationsform des KAV gefunden wurde, gibt sich der Mann, der nun im KAV aufräumt …. https://medicus58.wordpress.com/2014/01/16/mann-ist-der-mann-gut-der-nun-im-kav-aufraumt/) mit 1.1.2017 (!) eine neue Geschäftsordnung.
Es mag auf den ersten Blick bezweifelt werden, dass GD Janßen das Schriftstück freiwillig herausgegeben hat.
In gewisser Weise bindet ihn die Neufassung zwar mehr an das Spitalskonzept 2030 seiner Stadträtin und schreibt ihm ein paar zusätzliche Aufgaben („integrierte Managementsysteme„) hinein, um der RH Kritik, er bekäme sein Salär für nix, da er alle Agenden an seine Vorstandskollegen abgetreten hätte, zu entkräften.

Angesichts all seiner Ausbildungen kann ihm kaum entgangen sein, dass ein zusätzlicher Absatz auf Seite 7 der neuen Geschäftsordnung geeignet ist seine Rolle als Opferlamm festzuschreiben:

Darüber hinaus obliegt dem Generaldirektor bzw. der Generaldirektorin die Bauherrenfunktion für das Programm Krankenhaus Nord.

Es könnte natürlich auch sein, dass sich der studierte Arbeits- und Organisationspsychologe auf diese Weise einen Job auf Lebenszeit sichern wollte, denn dass irgendjemand im Vollbesitz seiner geistigen und politischen Kräfte Janßens Job unter diesen Rahmenbedingungen anstrebt, nur um die Verantwortung für dieses Desaster (Krankenhaus Nord: Am teuersten Rohbau Wiens http://www.krone.at/wien/krankenhaus-nord-am-teuersten-rohbau-wiens-krone-vor-ort-story-539522) zu schultern, würde wundern.

Also entweder fällt Janßen hier dem Überlebenswillen seiner Stadträtin zum Opfer, oder sein Studienschwerpunkt Krisenmanagement an der  European Business School trägt Früchte ….

 

PS: Das Bild zeigt die vergleichbaren Stellen beider Dokumente, das bis zum Jahreswechsel gültige und das neue
PPS: Murl ist Wienerisch für den (schwarzen) Mohren

 

Written by medicus58

1. Januar 2017 at 23:05

Woran es im KAV krankt ist nicht nur die Arbeitszeit, und wofür wir streiken sollten

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Für ein Ende der politischen Nebelgranaten!

Die Stadt Wien ist pleite und spart massiv in den öffentlichen Krankenanstalten und Pflegeheimen.
Die Patientenversorgung wird herunter gefahren.
Hinter dem Titel der Schwerpunktbildung werden Kontingentierungen für die Patientenversorgung eingeführt.

Die Potemkinschen Spitäler https://medicus58.wordpress.com/2012/07/11/die-potemkinschen-spitaler/

Schwerpunktbildung ist das gesundheitspolitische Codewort für Einsparung https://medicus58.wordpress.com/2015/12/04/schwerpunktbildung-ist-das-gesundheitspolitische-codewort-fuer-einsparung/

Schwerpunktbildung: Öffis und das neue Mantra der Gesundheitspolitik: Schwerpunktbildung https://medicus58.wordpress.com/2012/12/07/schwerpunktbildung-offis-und-das-neue-mantra-der-gesundheitspolitik-schwerpunktbildung/

Für eine Gesamtreform der extra- und intramuralen Versorgung dieser Stadt

Die extramurale Versorgung in Wien funktioniert nur mehr durch die Spitalsambulanzen und für einige Fächer durch die stillen Selbstbehalte in Wahlarzt- oder Privatordinationen, da die Kassenordinationen durch unbesetzte Stellen, Kontingentierungen, Bürokratie und nicht mehr kostendeckende Tarife die Versorgung nicht-spitalsbedürftiger Patienten nicht mehr leisten können.
PHCs werden nicht im Sinne der Versorgungswissenschaften als additive Versorgungsstruktur geplant, sondern, um den freien Beruf des Arztes und die freie Arztwahl des Patienten zu umgehen.

Wartezeiten, stilles Regulativ im Gesundheitssystem https://medicus58.wordpress.com/2016/02/08/wartezeiten-stilles-regulativ-im-gesundheitssystem/
PHC: Für wie blöd halten uns die eigentlich? https://medicus58.wordpress.com/2015/08/31/phc-fuer-wie-bloed-halten-uns-die-eigentlich/ 

Für eine echte Interessenvertretung von Patienteninteressen

Jeder Steuerzahler wird früher oder später zum Patienten. Die sogenannten Patientenanwälte sind aber parteipolitisch von den Landesregierungen ausgewählte Personen, um individuelle Streitfälle zu schlichten, sich aber – im Gegensatz zur ihrer Bezeichnung – einer strukturellen Kritik der Gesundheitsversorgung enthalten, da sie damit in Konflikt mit den Personen geraten, deren Bestellung sie zu verdanken haben.

Wessen Anwalt ist denn ein Patientenanwalt? https://medicus58.wordpress.com/2016/06/29/wessen-anwalt-ist-denn-ein-patientenanwalt/
Patientenanwaltschaft muss dringend reformiert werden https://medicus58.wordpress.com/2015/06/12/patientenanwaltschaft-muss-dringend-reformiert-werden/
Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://wp.me/p1kfuX-wh

Für eine echte arbeitsrechtliche Vertretung von Ärzte und Pflege

Weder eine politisch mit der Arbeitgeberin personell und ideologisch verlinkte Gewerkschaft/Personalvertretung noch eine
durch gesetzlich vorgegebene Bruchlinien (Kuriensystem) an inneren Konflikten scheiternde Ärztekammer
konnten sich in den letzten eineinhalb Jahren gegen eine Arbeitgeberin durchsetzen.
Der Maulkorb des Dienstrechts erleichtert es der Dienstgeberin ohne sachlichen Widerspruch die mediale Meinungshoheit zu behaupten.
Kritiker werden mundtot gemacht.

PSST: Ohne Worte https://medicus58.wordpress.com/2016/04/21/psst-ohne-worte/

Räderwerk der Macht: Wie das alles zusammenhängt https://medicus58.wordpress.com/2016/03/02/raederwerk-der-macht-wie-das-alles-zusammenhaengt/

Für eine neue politische und organisatorische Führung des Wiener Krankenanstaltenverbundes 

Diese sicher sehr weitgehende Forderung muss Außenstehenden detaillierter erklärt werden, um zu erkennen, wie hier mit Hilfe gut dotierter Berater und eines kleinen „parteipolitischen Freundeskreises“ seit Jahren die intramuralen Strukturen demontiert wurden und der Schein einer früheren Versorgungsqualität nur noch durch die Selbstausbeutung von Ärzteschaft und Pflege aufrecht erhalten wird.

Die verspätete Umsetzung einer EU Richtlinie wird in Wien für Personalabbau missbraucht, da die Stadt Pleite ist, wird das aber mit enormem PR Aufwand als Qualitätsverbesserung (mehr Ärzte tagsüber) verkauft.
Wer sich dem entgegenstellt wird desavouiert und politisch kalt gestellt (Fall Rainer):

Im August 2014 wurde von SPÖVP das Österr. KA-AZG verspätet und unter Strafandrohung aus Brüssel an die seit 2003 (!) geltenden EU Ärztearbeitszeiten angepasst. Selbst jetzt vermeidet die Politik, wie im Jahrzehnt vorher, jede Diskussion mit den Betroffenen und der ehemalige ÖGB Chef und damalige Sozialminister Hundstorfer peitscht die Novelle ohne der üblichen Begutachtung durch.

Ärztearbeitszeitgesetz: Die Chronologie des Wahnsinns im KAV https://medicus58.wordpress.com/2015/01/15/arztearbeitszeitgesetz-die-chronologie-des-wahnsinns/

Die verzögerte Umsetzung passierte nicht zufällig, sondern war der politische Wille der Gesundheitspolitiker, allen voran Stadträtin Wehselys, um möglichst lange die ärztliche 24/7 Anwesenheit kostengünstig in den öffentlichen Spitälern anbieten zu können. Natürlich hatten die Arrivierten (nicht die Turnusärzte) auch daraus Vorteile, dass die Tagespräsenz durch die verpflichtenden Nachtdienste reduziert wurde (Privatprdination, -krankenhaus), aber in 11 Jahren wäre ein konsensualer Umbau des Wiener Krankenhausverbundes leicht möglich gewesen, hätte das die Politik gewollt.
Jetzt ersetzen rasch aus dem Hut hochbezahlter externer Berater gezauberter Konzeptpapiere eine konsensuale Sachpolitik und niemand kann verstehen, weshalb gesetzlich reduzierte Anwesenheit, gleichzeitig zu keiner Leistungsreduktion und zu einer höheren Tagespräsenz führen sollte. Das sprangen aber die hoch bezahlten externen Berater und der vom Schreibtisch aus Deutschland weg-engagierte Generaldirektor hilfreich zur Seite (siehe c) unten).
Bis auf den heutigen Tag bleibt aus der medialen Diskussion überdies heraus, dass eine höhere Tagespräsenz der Ärzte oder vermehrte (verlängerte) Präsenz von Pflege, Verwaltung und anderen Berufsgruppen überhaupt ein Schildbürgerstreich ist!

Als der Versuch sich alles zwischen KAV und SP-dominierter Gewerkschaft (GdG bzw. HG II) auszuschnapsen fehl schlug, wurden nach in Kraft treten des KA-AZG plötzlich Ärztekammer und Personalvertretungen zu (Schein-)verhandlungen geladen und unter enormen Zeitdruck und medialer Propaganda mehreres gleichzeitig „gelöst“:

a) die Umsetzung des KA-AZG, mit einer Reduktion der maximal möglichen ärztlichen Gesamtarbeitszeit
b) eine Neuberechnung und Neu-Entlohnung der ärztlichen Arbeitszeit, um den durch a) drohenden Gehaltsverlust und die absehbare Kündigungswelle abzufangen
c) eine Kostendämpfung durch eine Reduktion von Überstunden und Nachtdiensträdern und 24h-Diensten
d) implizit auch der neue Masterplan (Masterplan: Wir sparen, koste es was es wolle https://medicus58.wordpress.com/2016/03/16/masterplan-wir-sparen-koste-es-was-es-wolle/) nur schien dies den Verhandlern nicht so ganz bewusst ..

 

c) basierte wesentlich auf der Rechnung externen Berater, die Wehselys Problem zu lösen schienen, indem sie vorrechneten, dass die Stadt im Falle eines 24h-Dienstes auch für die gesetzlich zustehenden Ruhezeiten (wie viele das waren wurde sehr unterschiedlich kommuniziert) bezahlen müsse (Wehsely Originalton: „Bezahlen Ärzte nicht fürs Schlafen„) und eine Umstellung auf einen 12,5h Wechseldienst, wie in der Pflege, plötzlich pro Nachtdienst 5 Stunden ersatzlos einzusparen wären. Somit schien das Wiener Perpetuum mobile [ a)-d) ] wundersamerweise ins Laufen gebracht: Weniger Ärzte, mit weniger Arbeitszeit, leisten einfach mehr!
Insgesamt sollen so 112 Nachtdienste und somit 382 VollzeitÄquivalente (also Arztposten) eingespart werden können, wenn bis 2018 zusätzliche Rahmenbedingungen erfüllt würden:

Schwerpunktsetzungen in der Akutversorgung (=Reduktion des lokalen Leistungsangebotes)
Reduktion der Leistung nach 20 Uhr (=Notversorgung bis zum folgenden Morgen aller Patienten, die nicht sofort operiert oder auf einer Intensivstation landen, also eine Versorgungstiefe wie beim Praktiker, halt nicht im eigenen Bett)
Reduktion der Rettungszufahrten (=was die Stadt Wien nicht wirklich beeinflussen kann, insbesondere weil sie die Strukturprobleme bei der Wiener Rettung und in der extramuralen Versorgung durch die politisch gleichgefärbte Gebietskrankenkasse negiert)
Ausbau der Zentralen Notaufnahmen (= überall 4 ND Räder, nur im Donauspital ging es auch mit weniger ….)
Pooldienste bei chirurgischen Fächern (=Assistenzen assistieren Operateuren bei schwierigen Operationen, die sie gar nicht kennen ….)
Skill & Grade (=Übernahme von Blutabnahmen und Infusionsdiensten durch die Pflege, etwas was schon längst in anderen Spitälern umgesetzt wurde, aber nun der Pflege überfallsartig umgehängt wurde …)
eine allfällige Reduktion des  Personalstandes… durch Nichtnachbesetzung bei Pensionierungen und Nichtverlängerungen befristeter Dienstverträge sowie Reduktion der Aufnahmezahl von Turnusärzten analog des zukünftigen Versorgungsbedarfs.“

Die Gewerkschaft machte die Mauer und die Gehaltsreform (Wehsely: 30%-ige Gehaltserhöhung bei weniger Arbeitszeit)wurde im Gemeinderat mit Regierungsmehrheit beschlossen.
Die in sich zerstrittene Kammerführung zog ihre (unter Vorbehalt gegebenen?) Zustimmung nach Protesten und einer Mitgliederbefragung zurück und stimmte, nach einem Alleingang einiger weniger Kammerfunktionäre und des Kammeramtspräsidenten
im Juni 2015 knapp vor einer Entscheidung für den Streik, plötzlich Wehselys „Vereinbarung zum Paket Dienstzeitmodell und Besoldung der ÄrztInnen im KAV“ zu.

Seither scheint aber unklar, welche der vielen Schriftstücke nun gilt oder nicht, einig scheint man sich aber zu sein, dass es zu einer Reduktion der ND-Räder kommen wird und dass eine Arbeitszeitflexibilisierung von beiden Seiten gut geheißen wird. Klar wird aber immer mehr, dass alle Beteiligten nicht ganz wussten, worunter sie ihre Unterschriften setzten.

Nachträglich sagen alle (einschließlich der FSG Gewerkschafter) , außer natürlich die Stadträtin und ihre Berater, dass sie ohnehin wussten, dass das Model durch den Wegfall früherer Pauschalen zu einer massiven Kostensteigerung führen würde, gesagt hat es aber offenbar damals keiner.
Obwohl die Arbeitgeberin schon zu Beginn 2015 offenbar genau wusste, wie viele Ärzte es braucht, um die erforderliche Leistung zu erbringen, versuchte sie (wiederum unterstützt vom roten gewerkschaftlichen Trachtenpärchen: Meidlinger und Jonak) im Frühsommer 2016 die ärztliche Arbeitsleistung erstmals via App zu erheben.
Für die Ärztekammer und eigentlich jeden gesundheitspolitisch Interessierten waren der Ausbau der zentralen Notaufnahmen die wichtigste Rahmenbedingung, um in der Nacht mit einer geringeren ärztlichen Präsenz das Auslangen finden zu können, der KAV und einige ärztliche Direktoren sahen das plötzlich anders.

In der unübersehbare Finanznot der Stadt Wien (http://kurier.at/chronik/wien/wien-startet-groesste-verwaltungsreform-der-geschichte/194.075.741) und bei
steigenden Ausgaben für das KH Nord (Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt https://medicus58.wordpress.com/2015/04/30/nordlichter-weshalb-der-stadt-fur-arzte-und-pflege-kein-geld-mehr-bleibt/), sowie die
Verzögerungen bei den Begleitmaßnahmen (Personalmisere Wiener Rettung, Flop  des PHCs beim Donauspital, keine Ausbaumöglichkeiten für einige Notfallaufnahmen, ….), bliebt nun nichts anderes mehr übrig,
als die Notbremse (Abteilungssperren, sofortige Nachtdienstreduktionen, 40 Stunden-Woche ungeachtet der anschwellenden Patientenströme, fehlendes Personalbudget, …. ) zu ziehen.

Auch wenn die APA und Gratismedien mit anderslautenden Wortmelden überschwemmt werden, letztendlich blieb von allen Planungen unter dem Diktat der leeren Kassen nur die Schnapsidee (Umstellung auf 12,5 h ND ohne Schlaferlaubnis) übrig.

Natürlich hat der Ärztekammerpräsident Szekeres Recht, wenn er der KAV Führung Unfähigkeit vorwirft, wie es heute GD Janßen in Wien heute beklagte).
Wer ernsthaft behauptet, dass es unter diesen Rahmenbedingungen (reduzierte Wochenarbeitszeit, mehr Dienstantritte und Übergaben, vermehrte gesetzliche Ruhephasen) ohne Personalaufstockung bei gleicher Leistung zu einer vermehrten Tagespräsenz der Ärzte kommen kann, der sollte Grundrechnungsarten üben und den Beratern, die sowas vorrechneten keine Millionen zahlen. Wenn es sowas bei den Metallern gegeben hätte, wären ÖGB und Arbeiterkammer Sturm gelaufen.

Wenn wir nun erneut über Streik abstimmen, dann geht es (im Gegensatz zu den Medienberichten) NICHT NUR um Ärztearbeitszeiten.

Es geht auch um den Umgang mit hochqualifizierten Mitarbeitern, deren dienstrechtlichen Maulkorb man ausnützt um unverfrorenen Agitprop zu betreiben.

Letztendlich haben sich in diesen eineinhalb Jahren alle Verhandlungspartner (Stadträtin, Gewerkschaft, Personalvertretung, Ärztekammer) in einem durch bewusstes politisches Versagen unter unnötigem Druck abgehaltenden Verhandlungen so lange gegenseitig über den Tisch zu ziehen, bis nichts mehr ging und die PR-Maschine der rot-grünen Stadtregierung nur mehr auf tiefstem Niveau foulte.

All das müsste die Wiener nicht interessieren.
Da diese Ereignisse  aber nur der vorläufige Schlusspunkt einer systematischen Aushöhlung der öffentlichen Gesundheitsversorgung dieser Stadt darstellen, handelt es sich nun
NICHT UM EINEN ARBEITSKAMPF UM ÄRZTEDIENSTZEITEN,
SONDERN OB UNS ÄRZTEN ODER EINER STADTRÄTIN UND IHREN MIT STEUERGELDERN HOCHDOTIERTEN MIETMÄULERN,  BERATERN UND PARTEIGENOSSEN GEGLAUBT WIRD,
DASS SIE UM EINE GUTE PATIENTENVERSORGUNG IN DIESER STADT KÄMPFEN.

 

Natürlich haben hier alle auch Partikularinteressen:
Wenn aber gerade Wehsely ihrem ehemaligen Parteimitglied Szekeres ausrichtet, dass es ihm nur um die nächste (Kammer-)Wahl gehen würde, klingt das aus dem Munde einer Berufspolitikerin nicht unlustig.

Natürlich wollen auch angestellte Ärzte ein gerechtes Gehalt und eine annehmbare Work-Life-Balance.
Aber lassen wir es einmal darauf ankommen, wenn alle Karten auf dem Tisch liegen, die wir aus dienstrechtlichen Gründen nicht öffentlich machen können, wem dann mehr geglaubt wird.
Jeder von uns kennt die Situation im Aufklärungsgespräch mit unseren Patienten, wenn diese uns die Frage stellen:

Und was würden Sie an meiner Stelle tun?

Ich bezweifle, dass dies Frau Wehsely, Herr Janßen oder Herr Hohenauer so oft hört!

 

PS: Frau Stadträtin, ich kandidiere für keine Fraktion bei den Kammerwahlen …..

Written by medicus58

17. August 2016 at 20:15

Wer lange schläft, ist früher tot

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Koelldorfer

wer gestern Heute las,
der stolperte auf der Webseite der Gratiszeitung auf obige Pressekonferenz,
wo Frau Magistra Direktor Kölldorfer-Leitgeb sich u.a. über den Schlafrhythmus der Ärzte verbreitete.
Vermutlich unter das Redaktionsgeheimnis fiel, weshalb dieser Beitrag gemeinsam mit zwei anderen gelistet wurde:

Eine Schock-Studie hat die Universität von Sydney veröffentlicht, nachdem Untersuchungen an 200.000 Personen durchgeführt wurden.
Untersucht wurde das erhöhte Sterberisiko bei Alkoholkonsum, Rauchen und Bewegungsmangel. Eigentlich nichts Neues, würde das Ergebnis nicht heißen,
dass langes Sitzen und langes Schlafen ebenso tödlich wie Saufen und Rauchen wäre.
http://www.heute.at/lifestyle/gesundheit/Wer-laenger-schlaeft-ist-frueher-tot;art23696,1243039

Vermutlich hat das inhaltlich ebenso wenig mit den Ärzten zu tun, wie die gleich darunter verlinkten Essstörungen von Schülerinnen,
andererseits führt uns der Link zum lachenden Konterfei unserer Gesundheitsstadträtin (http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/Drei-Viertel-der-Schuelerinnen-wuenschen-sich-Untergewicht;art23652,1227678),
so dass dass man ob der inhaltlichen Zusammenhanglosigkeit der gebotenen Informationen ins Grübeln kommen könnte.

Aber zurück zur Frau Direktor K-L für Organisationsentwicklung , der Generaldirektor ist in der augenblicklichen Diskussion ja ebenso wie Frau Wehsely im medialen Mariannengraben abgetaucht.

Magistra Kölldorfer-Leitgeb, die es durch bemerkenswertes Engagement schaffte, parallel zum Hauptjob als Pflegedirektorin des KFJ auch Akademische Health Care ManagerIn zu werden und ein Studium für Gesundheitswissenschaften zu absolvieren, weiß,
dass die ganze Aufregung in ihrem Konzern ausschließlich von der Ärztekammer angefacht wurde:

Man darf aber auch nicht vergessen, dass es im kommenden Jahr Ärztekammer-Wahlen gibt. Es gibt jedenfalls in unseren Häusern sehr viele engagierte Ärzte, die den Kopf darüber schütteln, dass hier permanent versucht wird, nötige Veränderungen zu blockieren und zu verhindern.

Kein Wort von den Einsprüchen der Personalvertretungen.
Den „Führungsstil“ des KAV kritisiert auch Wolfgang Weismüller, Personalvertreter der Ärzte im KAV und Vorsitzender des Personalgruppenausschusses Ärzte. Der KAV wolle die wöchentliche Arbeitszeit der Ärzte um jeden Preis von wöchentlich rund 55 Stunden auf 42 reduzieren, was zu einer „unglaublichen Arbeitsverdichtung“ führe und die Aufrechterhaltung des Spitalsbetriebs gefährde.
http://diepresse.com/home/panorama/wien/5043300/Aerzte-drohen-nach-Kurzungen-mit-Streik?from=suche.intern.portal

So ganz sicher ist sie im geforderten Neu-Sprech noch nicht, lässt sie doch durchblicken, wie einseitiger der Prozess war:

Seit einem Jahr sind wir mit den Mitarbeitern im Gespräch, haben unzählige Workshops veranstaltet und dargestellt, wie das neue Dienstzeiten-Modell umzusetzen ist.

http://kurier.at/chronik/wien/krankenhaus-managerin-es-geht-nicht-um-einsparungen/209.260.728

Die ganze Verhöhnung geht aus der Pressemappe zum Thema, die der KAV am 4. Juli verteilt hat hervor:

Die Generaldirektion hat die Umsetzung massiv unterstützt und den Stand der Umsetzung genau beobachtet. Ergebnisse:

  • In den Abteilungen, die auf das neue Dienstzeitmodell umgestellt haben, sind die Vorteile für die MitarbeiterInnen und die PatientInnen evident.

Liest sich doch nach dem wohlwollenden Auge von Big Brother und delegiert wie immer die Schuld nach unten:

  • In vielen Bereichen ist noch nicht gelungen, die Dienstpläne der ÄrztInnen gemäß dem neuen Modell umzugestalten

Warum wohl, weil es nicht genug Ärzte mehr gibt?
Weil sich die Patienten noch immer in den Nachtstunden einbilden akut zu erkranken?
Weil da die Rahmenbedingungen doch noch nicht so erfüllt sind, wie behauptet?

OK, da kann man wirklich nur mehr den Kopf schütteln …

Wir wollen aber auch nicht vergessen, wer bei dieser Pressekonferenz neben Frau Direktor saß und ebenfalls „im Namen der KAV Ärzte sprach“::

Dr. Lothar Mayerhofer,
Ärztlicher Direktor (und ehemaliger OA auf der Notaufnahme, machte seine Managementausbildung auch neben seinem Direktionsjob), Donauspital
Donauspital: Ein Arzt weniger in der Nacht auf der Notaufnahme
http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/Donauspital-Ein-Arzt-weniger-in-der-Nacht;art23652,1302344
Die in Notfallambulanzen notwendige Vorhalteleistung für unvorhersehbare Spitzenbelastungen wird durch die Zusammenarbeit mit der Internistischen Stammabteilung sichergestellt“, betont Mayerhofer.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160620_OTS0120/donauspital-weist-oevp-und-aerztekammer-kritik-an-fehlenden-nachtdiensten-zurueck

… die gerade Dienste einspart und (siehe unten) nicht einmal mehr am Tag genügend Ärzte hat …

Prim. Prof. Dr. Christian Sebesta
2.Medizinische Abteilung, Donauspital UND
Medizinische Abteilung KH Floridsodorf
In den Monaten Juli und August 2016 sind an der Onkologischen Ambulanz der 2. Medizinischen Abteilung keine planbaren Neuvorstellungen von Patienten möglich.“
http://diepresse.com/home/panorama/wien/5048195/Aufregung-um-Sommersperre-im-SMZ-Ost
http://kurier.at/chronik/wien/machtkampf-um-wiens-spitaeler/82.938.022

Prim. ao. Univ.-Prof. Dr. Andreas Steiner 
Dermatologische Abteilung, Wilhelminenspital UND
Dermatologische Abteilung, Krankenhaus Hietzing
http://hautarzt-wien.at/ordination/

Prim. Univ.-Doz. Dr. Christoph Wenisch
Medizinische Abteilung, Kaiser-Franz-Josef-Spital
Seine Ordinationszeiten (gemeinsam mit seinem eigenen  OA Dr. Hermann Laferl)
Mo und Do 15:00 – 18:00

http://www.praxisplan.at/17117/Christoph-Wenisch

Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe 
Medizinische Abteilung, Wilhelminenspital
Seine Ordinationszeiten im Privaten Ordinationszentrum Döbling
Montag: 16:00 – 18:00

 

Written by medicus58

12. Juli 2016 at 20:16

Was ist der Unterschied zwischen einem Diskonter und einem öffentlich Krankenanstaltenbetreiber?

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Ludl

Wenn Sie nun gleich Schwachsinn der höheren Form hinter der Frage vermuten, liegen sie vielleicht falsch, aber entscheiden Sie selbst…..

Als sich heute Ihr ungefragter Berater in Sachen Gesundheitswesen für seine gefräßigen Mitbewohner durch das Tierfutter bei seinem nächstgelegenen Diskonter wühlte, machte er zwei bemerkenswerte Erfahrungen, die ihn fatal an seine eigene Arbeitgeberin erinnerten:

Ein Mitarbeiter rief einer Mitarbeiterin, die aus der Mittagspause kam und gerade begann große Kartons in den Verkaufsraum zu wuchten, zu:
Meld‘ dich zuerst bei „ihr“ (=Filialleiterin) aus der Pause z’ruck, sunst glaubt’s wieder wir san nur auf Pause ….

Ich schloss daher, der Betrieb hat ein Problem mit seiner Personalpolitik, da es für den Mitarbeiter sinnvoller ist sich zu melden als zu arbeiten ….

Bei der Kasse kam dann die zweite Erleuchtung, ich muss aber für Ihr besseres Verständnis etwas ausholen.

Nachdem sich mein Pelzgetier an den meisten Nobelmarken satt gefressen hat, stolperte ich im Zuge einer generalstabmäßigen Testung auf die Eigenmarke besagten Diskonters, die zwar überwiegend freudig angenommen wurde, aber für zwei Sorten doch nicht ganz unter das Stupsnäschen gehen wollte.

Ersparen Sie mir Erklärungsversuche, alle Dosen riechen grauenhaft und ich bezweifle, dass in den klingenden Gerichten nur ein Bruchteil des versprochenen Lachses, der Hühnerfilets oder der Wild-Pasteten drinnen ist, aber egal.
Zwei der Sorten müssen immer mühevoll aussortiert werden, sonst wandern sie unangetastet und ausgetrocknet am Folgetag in den Müll.
Bei meinen Einkäufen in immer derselben Filiale bemerkte ich, dass die eine Hälfte der Kassenkräfte eine Dose einscannt und mit der Gesamtzahl an gekauften Dosen multipliziert,
während die andere Hälfte von jeder Sorte eine Dose einscannt  und sie dann mit der jeweils gekauften Anzahl multipliziert.
Ich schloss daher, der Betrieb hat ein Problem mit der Mitarbeiterschulung und seinem Warenwirtschaftssystem. Letzteres wird der Generaldirektion kaum die Frage beantworten können, welche Sorten besser gehen und früher nachzubestellen sind.

Und jetzt zu Onkel Udos Gesundheitsladen und zum ersten Punkt:
Personalüberwachung:

Der KAV kam in den letzten Monaten immer wieder in die Schlagzeilen, weil er nach seiner finanziell und organisatorisch in den Sand gesetzten Dienstzeitreform nachträglich versucht seine Mitarbeiter elektronisch und mit selbst zu führenden „Stricherlisten“ zu überwachen, um Stelleneinsparungen rechtfertigen zu können.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151222_OTS0125/ueberwachung-der-arbeitsbelastung-im-nachtdienst-aerztekammer-korrigiert-kav
Nichts hat sich seither an der Praxis geändert, es gilt die Schuldvermutung.

Auch Lidl hatte hier vor Jahren massive Probleme, vielleicht erinnern Sie sich noch:

2008 Spitzel-Skandal: Lidl entschuldigt sich für Stasi-Methoden
Lidl preist sich für eine Firmenkultur der Fairness, des Lobs, der Anerkennung. Nun kommt heraus: Der Discounter ließ Mitarbeiter systematisch ausspionieren – mit Methoden, die an die Stasi erinnern. Datenschützer und Gewerkschafter sind entsetzt – der Konzern bittet nun um Entschuldigung.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/spitzel-skandal-lidl-entschuldigt-sich-fuer-stasi-methoden-a-543597.html

Zumindest in Deutschland scheint die Trendwende geschafft:

2016 Neue Lidl-Kultur: Vertrauen statt Angst
http://www.stimme.de/heilbronn/wirtschaft/wirtscha/Neue-Lidl-Kultur-Vertrauen-statt-Angst;art86979,3648767

Irgendwann wird sich das vielleicht auch in jede Wiener Filiale durchgesprochen haben.
Der Wiener Krankenanstaltenverbund setzt „seine Personalpolitik“ jedoch auch gegen die Kritik der Volksanwaltschaft (http://derstandard.at/2000038666609/Causa-Rainer-Volksanwaltschaft-kritisiert-Vorgangsweise-des-KAV) unbehindert fort.

Vielleicht sollte der Herr Generaldirektor wieder mal in sein Heimatland fahren und nachlernen, dass man sich dort schon längst von den Konzepten löst, für die er nach Ösi-Land geholt wurde, aber egal.

Und nun zum Problem der Mitarbeiterschulung und dem Warenwirtschaftssystem:

Möglicherweise ist es Lidl ohnehin egal, ob er weiß, welche Futterdosen die Kundschaft bzw. ihre Vierbeiner enthusiasmieren, weil er den Mist ohnehin palettenweise einkauft, aber dann verzögert die eine Hälfte seiner Mitarbeiter die Abfertigung an der Kasse völlig unnötig, aber das ist nicht mein Problem. Ein schon größeres Problem ist es, dass ich hier seit Jahren schreibe, dass Statistiken in unserem Gesundheitssystem nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie stehen, noch die vielen Berater und Expertenstunden, in denen auf Basis dieser Luftschlösser Entscheidungen gefällt und Prognosen getroffen werden.

Ich stolperte schon vor über einem Jahrzehnt im ÖBIG (jetzt Gesundheit Österreich) über Haarsträubendes:

Die Versorgung von Schilddrüsenpatienten basierte auf der Annahme von knapp über 2000 codierten Fällen, obwohl auch damals alle Schilddrüsenambulanzen überquollen und alle wissen, dass die Zahl der morphologisch fassbaren Schilddrüsenveränderungen mit zunehmendem Alter mehr als die Hälfte der Bevölkerung erfasst..
Kein Wunder, dass sich nun alle wundern, dass es vor allem in Ostösterreich die Wartezeiten für die Erstbegutachtungen im Bereich von 6 -12 Monaten bewegen.
http://kurier.at/wissen/schilddruese-sechs-monate-wartezeit-auf-untersuchung/26.982.141

Deutschland hatte auch das Problem, scheint es aber jetzt zu lösen:
Für uns SchilddrüsenpatientInnen ist das monatelange Warten auf einen Facharzttermin beim Endokrinologen oder Nuklearmediziner in der Vergangenheit nichts Ungewöhnliches gewesen. Aber ab heute soll das anders werden. Die regionalen kassenärztlichen Vereinigungen sind zur Einrichtung von sogenannten Terminservicestellen verpflichtet worden. Diese sollen hilfesuchenden PatientInnen binnen vier Wochen zu einem Termin bei einer/m Ärztin/Arzt der erforderlichen Fachrichtung verschaffen.
http://schilddruesenguide.de/thyreoiditis/terminservicestellen-wartezeit-facharzttermin-endokrinologen-oder-nuklearmediziner/

Bei uns verweigern die Krankenkassen Verträge und nahezu zeitgleich schloss Stadträtin Wehsely in Wien das „Kropfspital – Elisabethspital“: http://wiev1.orf.at/stories/504757 und der jetztge Innenminister und frühere NÖ Finanzlandsrat Sobotka die Schilddrüsenversorgung im Krankenhaus Melk http://www.noen.at/nachrichten/lokales/aktuell/melk/Nuklearmedizin-wird-nach-St-Poelten-verlegt;art2383,13759. PArdon, eigentlich wurde nur verlegt oder zusammen gelegt, nur spricht keiner über die nun erbrachten Fallzahlen der neuen Strukturen …

Die „Anzahl der Melanome“ sind bis heute im Krebsregister massiv unterschätzt, weil die Mehrzahl der Patienten ambulant in den Ordinationen operiert werden und hier die Erfassungsqualität schlecht ist. Ja, soll sich ändern durch die Novelle der Krebsstatistikverordnung, aber letztendlich hängt es wieder an der Eingabequalität Hunderter, dafür nicht bezahlter, nicht eingeschulter und durch andere „Verördnungen“ demotivierter Mitarbeiter.

Jetzt schließt sich der Kreis zur Diskonterkasse!

Selbst dort, wo eigentlich der ganze Prozess elektronisch abläuft (Krankenhausinformationssystem, Labormedizin, Radiologie, …) und es ein Leichtes sein sollte, die Zahlen einfach zu übernehmen, klappt es nicht, weil die gekauften EDV Systeme Widersprüchliches und Unzulängliches auswerfen , weil von vielen ohne klare Vorgaben irgendwas codiert wird … bzw. keine koordinierten Kodierungssysteme vorliegen. In zumindest einem großen Krankenanstaltenverbund nimmt man die Selbstzahlerkataloge, die eigentlich nur für die Rechnungslegung besonderer Leistungen an Privatpatienten gedacht sind, für die Erfassung von erbrachten Leistungung im Regelbetrieb. Da die KAtaloge natürlich für jeden Verbund aber auch für jedes Bundesland unterschiedlich sind, wird munter transkodiert, bis sich keiner mehr auskennt.

KAV-IT: Ohne Worte https://medicus58.wordpress.com/2015/06/25/kav-it-ohne-worte/
Risikofaktor medizinische Informatik https://medicus58.wordpress.com/2012/10/25/risikofaktor-medizinische-informatik/
Männchen oder Weibchen? An alle ELGA Fans https://medicus58.wordpress.com/2012/05/11/mannchen-oder-weibchen-an-alle-elga-fans/
Meine Paranoia mit der Spitals-EDV oder wenn alles steht, geht’s weiter wie bisher https://medicus58.wordpress.com/2014/05/16/meine-paranoia-mit-der-spitals-edv-oder-wenn-alles-steht-gehts-weiter-wie-bisher/

Also, zurück zu unserer Anfangsfrage: Was ist der Unterschied zwischen einem Diskonter und einem öffentlich Krankenanstaltenbetreiber?

Wenn Sie die Lösung finden verrate ich Ihnen, dass KAV – King of the World ist

und Sie dürfen sich auf http://www.kavblaggers.com/ den

Free Bonustrack from KAV „Get Freak Money“

holen, um an der Ernsthaftigkeit des Problems nicht zu verzweifeln ….
KAV-Dirty

 

Written by medicus58

18. Juni 2016 at 14:08

So funktioniert die Generaldirektion des KAV: Chronik der Unwahrheiten

with 10 comments


KAV

16.12. – Erste Informationen machen die Runde, dass der KAV eine externe Firma beauftragt hat die Tätigkeiten der Ärzte im Nachtdienst elektronisch zu monitieren.
19.12. Die Informationen erreichen die Ärztekammerhttp://schuetzenwirunserespitaeler.at/einsparungen-ueberwachung-und-neue-ideen-um-aerzte-zu-frustrieren/

21.12.: Die Medien berichten flächendeckend:
http://kurier.at/chronik/wien/wiener-spitalsaerzte-sollen-sich-kuenftig-selbst-ueberwachen/170.741.427
http://derstandard.at/2000027875965/Wiener-Spitaeler-Aerzte-fuerchten-Ueberwachung-und-Einsparungen
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/4892158/Gesundheit_Aerzteprotest-gegen-Ueberwachung?_vl_backlink=/home/leben/gesundheit/index.do
http://wien.orf.at/news/stories/2748600/

21.12. 20:52 Resolution des PGA ÄrztInnen

Die Vertreterinnen und Vertreter der Ärztinnen und Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund protestieren auf das heftigste gegen elektronische Kontroll- und Überwachungssysteme der Patientenbetreuung von Ärztinnen und Ärzten. 
Die Ärztinnen und Ärzte im Wiener KAV arbeiten schon jetzt am Limit und verwehren sich gegen eine weitere Erschwerung der Patientenbetreuung durch patientenferne Administration. 
Erschwerend kommt hinzu dass diese Maßnahme ohne Absprache mit den betroffenen Ärztinnen und Ärzten hätte umgesetzt werden sollen. Diese Vorgangsweise des KAV ist absolut inakzeptabel und zeugt von einer nicht zu tolerierenden Unternehmenskultur. 
Für den PGA ÄrztInnen
Wolfgang Weismüller, Vorsitzender

Trotz dieser klaren Faktenlage, der KAV wollte wieder einmal mit Hilfe externer Berater ein Projekt gegen seine Mitarbeiter durchpeitschen, dementiert der Pressedienst der Stadt Wien im Namen des Generaldirektors des KAV und beschuldigt anderer der Lüge!

22.12. 13:25 KAV zur Messung der Arbeitsbelastung im Nachtdienst: Ärztekammer verbreitet Falschinformation
Aufgrund der Medienberichterstattung der vergangenen Tage zum Thema Tätigkeits- und Belastungsanalyse der Nachtdienste in zwei Wiener Gemeindespitälern hält der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) fest, dass diese Studie explizit auf Wunsch der Ärzteschaft und der Interessensvertretung geplant wurde. „Hier verbreitet die Ärztekammer wider besseren Wissens ganz bewusst Falschinformationen. Damit führt sie leider ihren unsachlichen Kurs des vergangenen Jahres weiter“, so
KAV-Generaldirektor Udo Janßen.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151222_OTS0098/kav-zur-messung-der-arbeitsbelastung-im-nachtdienst-aerztekammer-verbreitet-falschinformation

22.12. 17:42 Überwachung der Arbeitsbelastung im Nachtdienst: Ärztekammer korrigiert KAV
Weder Personalvertretung noch Ärztekammer waren eingebunden
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151222_OTS0125/ueberwachung-der-arbeitsbelastung-im-nachtdienst-aerztekammer-korrigiert-kav

Hier geht es nicht um die berechtigten Wünsche einer Arbeitgeberin den eigenen Personaleinsatz zu überprüfen. Erst kürzlich wurden mehrere Abteilungen hinsichtlich des Personalsbedarfes von einer externen Firma überprüft, das – vermutlich dem KAV nicht genehme – Ergebnis aber unter Verschluss gehalten. Hier geht es um einen mit Steuergeldern finanzierten Versuch der Orwell’schen Umdeutung der Fakten. Das ist unerträglich!

Wie die Vertragsverlängerung des Generaldirektors, der derartige Managementfehler begeht, politisch schön geredet werden wird, werden wir bald erleben.

Written by medicus58

23. Dezember 2015 at 12:31

Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt ….

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Udo Janßen
Mediziner, Wissenschaftler, Gerontologe, Dipl.Betr.wirt, Dipl.Wirt.jurist, Master of Organizational Psychology, Master of Business Administration, KlinikIngenieur und Professor für Allgemeine BWL und Health Care Management wurde zum GDStv (CFO) des KAV und ist somit nach dem Rücktritt GD Marholds (Warum ordiniert der Generaldirektor wieder? http://wp.me/p1kfuX-Jg)
der oberste „Macher“ im Wiener Spitalswesen.

Die Vita des 46-Jährigen ist beeindruckend, und zeugt von höchstem akademischen Ehrgeiz.
Sein Medizinstudium schloss er in rekordverdächtiger Zeit mit einer Dissertation zum Thema „Funktion des anorektalen Kontinenzorgans nach vaginaler Geburt: manometrische und klinische Langzeitresultate unter besonderer Berücksichtigung der Episiotomie“ ab, nur um größtenteils parallel zu seiner Tätigkeit als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter noch berufsbegleitend BWL (an der FH des Deutschen Ordens), Public Health (in Bern, Basel und Zürich) und „seinen Klinikingenieur“ zu machen.

Von der Klinik eilte er dann in die Arme von ThyssenKrupp Health Care Services wo er es zum Prokurist brachte, obwohl oder weil er so nebenher einen MBA an der FH Berlin und seinen M.O.B. am Kurt Lewin Institut für Psychologie der FernUniversität in Hagen ablegte.

Dem ehernen Gesetz Karrierebewusster gehorchend, seinen Job im 2-3 Jahresrhythmus zu wechseln, kehrte er ThyssenKrupp den Rücken und nutzte er das erste Jahr nach der Akkreditierung der Fernhochschule Riedlingen, sich dort bis zum „Professor of Health Care Management“ auszubilden. Da das ganze natürlich auch irgendwie bezahlt werden muss, ging er natürlich auch noch einigen Brotberufen nach:

Prokurist der contec GmBH Beratung in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft publizierte er u.a. über „Die Keimzelle des Erfolges – die strategische Entwicklung eines Zuweisermarketingkonzeptes. Zuweisermarketing im Economia Verlag. Als Geschäftsführer des IEGUS (Inst. Europ. Gesundheits- und Sozialwirtschaft) suchte er (nach Eigenaussage der Homepage) die systematische Weiterentwicklung des Gesundheits- und Sozialsektors in Europa voranzutreiben, um den „zu kurzfristigen politische Entscheidungsprozesse“ einen längerfristigen Planungshorizont zu verschaffen, um schließlich für vier (!) Jahre zum Geschäftsführenden Vorstand des Deutschen Krankenhausinstitutes zu werden.
Ooopps, irgendwann war er auch noch Interim-Geschäftsleitung für Medizin und Pflege in einer nordrhein-westfälischen Klinik der Grund- und Regelversorgung, absolvierte berufsbegleitend an der privaten Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) einen Dipl.Betr.wirt, bildete sich trotz des noch jugendlichen Alters in angewandter Gerontologie aus und war als Vortragende an Hochschulen (Hochschule für Ökonomie und Management in Essen, der Universität Düsseldorf und der Hochschule Ravensburg-Weingarten) und Berater in Beratungsfirmen beschäftigt, ehe er zum Stv.GD des Wiener Krankenanstaltenverbundes wurde.

Wie gesagt, eine beeindruckende Karriere, gekennzeichnet von einer multiprofessionellen Ausbildung an privaten Fachhochschulen und ökonomischer Beratungstätigkeiten im Gesundheitswesen, die ihm zu folgenden Einsichten verholfen hat:

Auch hat die Ökonomisierung der Krankenhausmedizin dazu geführt, dass Absolventen der Humanmedizin und angestellte Ärzte eine Beschäftigung außerhalb der kurativen Tätigkeit als ernst zu nehmende Alternative zur Anstellung im Krankenhaus in Erwägung ziehen.“

Diese Erkenntnis hat Prof. Janßen ganz offenkundig auf seine eigene Karriereplanung angewandt; weg von der kurativen Tätigkeit am Krankenbett, getreu dem hier auch schon abgehandelten Motto:
Stop working, Start counselling http://wp.me/p1kfuX-g0.

Er liegt somit auch voll auf Linie des Gesundheitsministers, der „sein“ ÖBIG seit Jahren beauftragte zu prüfen, in welchem Ausmaß ärztliche Tätigkeiten auch (billiger) durch Pflegekräfte erbracht werden können.
Stichwort: Operierende Krankenschwestern (http://derstandard.at/1379291686733/Krankenschwestern-die-operieren)

In seinen Worten hörte sich das so an:

Eine dritte Lösungsstrategie kann in der Personalbedarfsdeckung durch Neuallokation bzw. Substitution von Tätigkeiten des Ärztlichen Dienstes und Pflegedienstes bestehen. Bereits heute zeichnet sich eine Entwicklung ab, die Berufsbilder des Ärztlichen Dienstes und des Pflegedienstes durch „paramedizinische“ und „pflegeergänzende“ Berufsbilder zu erweitern.“

und schwärmt davon, dass „die Basisversorgung durch Medizinische Assistenzberufe im Sinne eines „Dr. Light“ durchgeführt werden“ können. Um kryptisch fortzufahren: „Eine hohe Servicequalität der Patientenversorgung wird durch entsprechende Servicekräfte verantwortet.

Zitate: http://www.deutscher-krankenhaustag.de/de/vortraege/pdf/Dr_Udo_Janssen_DKI_Manuskript.pdf

Aus der Sicht seiner Vita vermutlich schlüssig, mit einem „Dr. Mc“ das System solange am Laufen zu halten,
bis die lukrativen Teile von den privaten Anbietern übernommen worden sind, deren Beratung er bisher viel seiner beruflichen Tätigkeit gewidmet hat.
Aber letztendlich auch schlüssig, weshalb Stadträtin Wehsely für das Aushöhlungswerk ihres Spitalkonzeptes 2030 (Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration http://wp.me/p1kfuX-K9) sich jemanden wie Prof. Janßen geholt hat.
Nur dass er so lange an Bord bleibt, darf nach seiner Vita bezweifelt werden.

 

Nachtrag 18.2.2015:
Wien: Spitäler-Chef bewohnte zwei Sozialwohnungen
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4665985/Wien_SpitaelerChef-bewohnte-zwei-Sozialwohnungen

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