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WISSEN im Zeitalter des Coronavirus

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Aktuell trendet in Österreich nicht mehr COVID 19 sonder Weiß. Ehe Sie nun hinterfragen, ob denn das die Trendfarbe diese Mode-Frühlings wäre und Ihre Garderobe bleichen sei Ihnen versichert, es geht hier nicht um Farben sondern Wissen.

Auch gut, mögen Sie meinen, endlich dominiert nicht mehr die Haltung, dass wir nichts Genaues wissen über das Virus sonder wir wissen endlich was darüber.

Schließlich hat die Regierung auch ein paar Millionen ausgelobt, damit wir in Österreich mal auf die Schnelle ein Wundermitteln gegen das Coronavirus entwickeln. Auch wenn das schon seit Jahrzehnten gegen das Schnupfenvirus nicht funktionierte, werden das die paar Millionen aus dem Kurz’schen Füllhorn doch hinkriegen.

Um Ihnen auch diese Hoffnung zu nehmen, darf ich Ihnen den aktuellen Top-Tweet vorstellen:

Wissen mag früher Macht bedeutet haben, im Zeitalter der Sozialen Medien heißt Wissen nur mehr einen halbgaren Witz gewusst zu haben.

Written by medicus58

23. März 2020 at 19:36

Twitter Wahlkampf Wien Absurd

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Twitter ist eine der lustigeren Varianten der Social Media. Dort stolpert man immer wieder über lustige Fundstücke.
Da geht im Februar 2020 der Wiener Bürgermeister auf Twitter ohne bislang einen Tweet abgesetzt zu haben, folgt er bereits 96 anderen Nutzern:

Wenig überraschend finden sich da neben vielen Journalisten, Zeitungen und Newsportalen auch die @wienerlinien und seine Parteichefin @rendiwagner. Dass er (oder diejenigen, die seinen Account betreuen) auch Andreas Schieder (@SCHIEDER) folgt mag da schon wundern, aber vermutlich will er der erste sein, der weiß, wenn dieser aus Brüssel zurückkehrt.

Noch mehr wundert, dass der neue Account des Bürgermeisters vor seinem ersten Gezwitscher bereits 669 Follower hat. Neben ein paar Journalisten, die offenbar vorab von dem noch stummen Account gehört haben, einige Parteifreunde und ein buntes Nest „verschiedener Vögel“. Irgendwie scheint man dem Account selbst im Inneren nicht zu trauen, denn es folgt ihm auch @sandraheissenb2 (#CISO#Chief Information Security Officer der Stadt Wien#WienCERT#IT-Security#MINT#TU Wien) und natürlich auch Andreas Schieder (@SCHIEDER).

Was glauben Sie wie viele Follower unser Bürgermeister erst haben wird, wenn er etwas sagt, oder auch nicht ….

 

Written by medicus58

8. Februar 2020 at 09:43

Aus NEOS werden ALTOS, lassen die jetzt schon beim Kickl arbeiten?

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Niemand kann mir vorwerfen, dass hier auf diesem Blog nicht sehr viel und aus meiner Sicht sehr berechtigte Kritik am Wiener Krankenanstaltenverbund KAV geübt wird. Aber die Bildmontage der Neos in ihrem gestrigen Tweet über den KAV bzw. den Gesundheitsstadtrat Hacker hätte FPÖ Kickl zu allen Ehren gereicht.

Muss das sein? Schaut so die immer beschworene konstruktive aber faire Kritik aus? Graphisch verständlich, aber irgendwie ist die Umfärbung des neos Schriftzuges von pink auf schwarz in diesem Zusammenhang schon auch programatisch.

Written by medicus58

21. November 2019 at 12:57

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Nimm Dein Bett und geh, Omi

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Für die, die Kaiser Health nicht kennen, dabei handelt es sich um eine Mischform aus einer gewinnorientierten und Non-Profit-Organisation die in den USA die Krankenversicherung von über 12 Millionen Patienten organisiert. In der Regel handelt es sich um ein managed care System, wo angeordnete Maßnahmen in der Diagnostik und Versorgung den ökonomischen Erfolg des betreuenden Arztes schmälern. Positiv kann man es auch so sehen, je gesünder ein Patient ist, desto mehr verdient sein Arzt daran.

Und nun schauen wir uns die Aussage des oben gezeigten Tweets dieser Organisation an. Hier wird als Beweis, dass zu viele Patienten (zu höheren Kosten) hospitalisiert und geschädigt werden, angeführt, dass die bösen Spitäler 83% der über 65-Jährigen, die 2 Wochen vor der Aufnahme laufen konnten und weder dement oder delirant waren im Bett landeten.

Nett, nicht?

Sollen wir nun daraus schließen, dass die Oma, nur weil sie vor ihrer Grippe noch laufen konnte, mit 39 Grad nun heim gehen soll? IMHO ein netter Beitrag zu unserer Rubrik Psychopathologie des Gesundheitssystems.

Written by medicus58

19. Oktober 2019 at 15:24

Rote Rüben mit Kren

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Damit Sie mich für einen alten Trottel halten dürfen:
Es gibt viele Dinge, die es zu meiner Jugend nicht gegeben hat, die aber heute völlig unhinterfragt akzeptiert werden.

Ich bezweifle, dass ein großer Teil des Publikums regelmäßig an der Börse spekuliert, jedoch werden wir seit mindestens zwei Jahrzehnten verlässlich von den Massenmedien mit all den Dow Joneses, Nikkeis und FTSEs versorgt.

Es gab noch Zeiten, in denen in öffentlich-rechtlichen Sendern die Produktionformationen nicht mit Spuren von Programmen verunreinigt wurden.

Und, wie absurd es Ihnen auch heute erscheinen mag, ich arbeitete schon im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, als es dort noch niemanden gab, der sich um Public relation bemühte. Das Neue AKH unter seinem Direktor Krepler benötigte selbstverständlich jede Menge externe und interne Mitarbeiter um sich entsprechend zu präsentieren.

Ich habe hier schon im September 2016 unter dem Titel Miniwahr KAV: Recht v.s. Propaganda und noch was anderes in dem Zusammenhang darüber berichtet, dass der Vorstandbereich Kommunikation im KAV mehr Mitarbeiter hat, als die Rechtsabteilung.
Kritik wird meistens entgegen gehalten, dass auch öffentliche Einrichtungen in einem Wettbewerb, um die Gunst des Steuerzahlers, um das Wohlwollen der Politik, … etc., stehen und daher an ihrer Außenwirkung arbeiten müssen. Allein im Rahmen meiner Managementausbildung hörte ich dazu zwei Stunden Frontalvortrag, übrigens von einem Ex-ORF Journalisten, der zufällig eine auf gerade diese Dienstleistung spezialisierte Firma gegründet hat.

An all das musste ich denken, als ich auf Twitter die oben abgebildete Zwitscherei von @wienkav sah:
Rote Rüben mit Kren
Halten Sie mich wirklich für einen alten Trottel, ich sehe die Aufgabe einer öffentliche Gesundheitseinrichtung nicht darin, sich mit pürierten Suppen bekannt oder beliebt zu machen, auch wenn sie farblich ansprechend sein mögen.
Auf Wienerisch bezeichnet man übrigens auch als Kren denjenigen, der die Rechnung übernehmen muss, jedoch wollen wir die Analogie nicht zu weit treiben.

Übrigens wenn Sie das Rezept vielleicht doch benötigen: http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?ID=34676
Ich finde übrigens, dass ein säuerlicher Apfel den Geschmack verbessern würde ……

Written by medicus58

15. Januar 2018 at 21:23

Kurt Kuch folgt Dir: Ein egoistischer Nachruf

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Kurt Kuch, einer der kompromisslosesten Aufdeckungsjournalisten Österreichs, hat den- auch medial offen geführten – Kampf gegen seinen Lungenkrebs weniger als 9 Monate nach Diagnosestellung verloren.
All seinem Aufbäumen zum Trotz (#fuckcancer) kippte er ziemlich genau dort von der Survival Curve, wo es auch die Mehrheit vergleichbarer Patienten taten, die in einem derartig fortgeschrittenen Stadium eines aggressiven Tumortyps diagnostiziert werden.
All diese Patienten, die ihre Krankengeschichte nicht twittern, denen in den Medien nicht Mut zugesprochen wird, die nicht (Originaltext Kuch) „einen 70er am Konto haben“ und sich somit ihre Ärzte nicht aussuchen können.
OK, im Gegensatz zu denen nahm Kuch sein Schicksal zum Anlass, seine mediale Stellung für eine Anti-Raucher Kampagne zu benützen. Ob deren sozialer Nachhaltigkeit mögen Zweifel angebracht sein, solange die Gründe unserer Süchte nur als Dummheiten jedoch nie als Folgen bestimmter Defizite angesehen werden, jedoch ist sozialmedizinisch jede Warnung vor dem Rauchen prinzipiell einmal gut. Andererseits sind viele von uns im Nachhinein gerne Prediger gegen die eigenen Fehler, wenn auch nicht alle vom Saulus zum Paulus Konvertierten ein Religion begründeten, die zwei Jahrtausende überdauert.

„Dass ich die Hochzeit meiner heute 12-jährigen Tochter nicht erleben würde. Da ist alles vorbeigezogen: ihre Matura, ihr erster Freund – dass ich bei allem nicht dabei sein würde, nur weil ich Trottel geglaubt habe, ich muss rauchen. Ich hätte mich in dieser Sekunde selbst umbringen können vor lauter unendlicher Blödheit.“

Ich bezweifle also, dass sich Kurt Kuch hier so sehr von seinen weniger eloquenten Leidensgenossen unterschieden hat.

Dass der anfänglich spärlich twitternde @KurtKuch sehr bald nachdem ich selbst unter @GTLMedicus zu zwitschern begann, mir folgte, schmeichelte zwar meiner Eitelkeit, interessiert aber zu Recht sonst niemanden.

Also wodurch unterschied sich Kurt Kuch nun vom Rest der Krebstoten?

Leider ist Florian Klenks Portrait aus dem letzten Falter (noch) nicht online verlinkbar, denn das würde schon manches erklären.
(Leider ist auch Florian Klenks Weihnachtswunsch, Kuch wolle seinen Krebs besiegen nicht erfüllt worden, aber … siehe oben)
https://twitter.com/KurtKuch/status/547453153852272642/photo/1

Was mich beeindruckt hat, war die scheinbare Absurdität mit der sich Kurt Kuch der Realität gestellt hat:

Rein statistisch überleben das zwei Prozent. Ich ignorier diese Zahl und denk mir, meine Chance ist 50/50. Entweder ich überleb’s, oder ich überleb’s nicht. Ich lass mir von der Krankheit nicht den Tag verscheißen.
http://www.falter.at/falter/2014/08/26/ich-lass-mir-von-der-krankheit-nicht-den-tag-verscheissen/
(zum Nachlesen für all diejenigen zum Nachlesen, denen meine Einleitung mit der Survival Curve zu pietätlos schien)

Auch wenn Kuch einmal hoffte „die Herrschenden wären ohne ihn sicherer gesessen“ und seine Beiträge (http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Kuch) sehr viel im „Land der Diebe“ (http://www.amazon.de/Land-Diebe-Kurt-Kuch/dp/3711000096) aufdeckten, war er sich ganz offenkundig klar, dass trotz seines gewaltigen Recherche- und Arbeitsaufwandes die Wahrscheinlichkeit weniger als zwei Prozent war, den Gang der Dinge nachhaltig zu beeinflussen.
Ganz richtig erkannte Kuch, dass für jeden von uns (auch unabhängig von medizinischen Prognosen) die Chancen immer 50% sind, wir schaffen es oder wir schaffen es nicht.
Und wenn wir nicht alle es immer und immer wieder versuchen, dann überleben es nicht einmal die zwei Prozent.

Das bleibt für mich von Kurt Kuch. Seine Tochter kann stolz auf ihn sein.

 

Written by medicus58

3. Januar 2015 at 16:35

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Jedes Kind hat Talent: Gut gemeint kann auch ziemlich gemein sein

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#Talent

Obenstehendes Bild kam via Twitter von @AlevKorun, Nationalratsabgeordnete der Grünen und verbreitet einen scheinbar zutiefst humanistischen Grundsatz:

Jedes Kind hat Talent & will lernen & persönlich wachsen. Kein Kind zurücklassen!

Jetzt ist die Förderung des Nachwuchs keineswegs eine Erfindung der alternativen Linken:
Schon der keineswegs linksstehende Winston Churchill stellte fest, dass es keine bessere Investition gibt als die Milch die eine Gesellschaft in ihre Kinder gießt.
Und mir liegt es selbstverständlich fern, gegen die Förderung unseres Nachwuchs zu argumentieren, mich stört nur die eigenartige moralische Position, die hier eingenommen wird.
Statt das zu verlangen, wovon man überzeugt ist, verschanzt man sich hinter einem Postulat, das durch das erste Gegenbeispiel (und jeder kennt ein solches), falsifiziert werden kann,
und gefährdet dadurch eine an sich richtige Forderung.

Während die Aufklärer so viel Selbstbewusstsein aufbrachten, Lernen und Wissen als einen Wert an sich zu definieren und konsequent forderten, dass allen Menschen ein Zugang zu Wissen und Bildung zu ermöglichen ist,
wird hier – ganz materialistisch –  die Berechtigung zur Förderung durch das Vorhandensein eines Talents begründet. Mit anderen Worten getraut man sich nicht, es als seine persönliche Überzeugung darzustellen, dass eine Gesellschaft ihren Nachwuchs zu fördern hat, sondern generiert sich scheinbar nur zum Sprachrohr des Talents (übrigens im Wortstamm die Bezeichnung einer Menge an Silbermünzen !!) , das sich seine Förderung verdient hat. Um die Kurve am Elitarismus vorbei zu kriegen, schiebt man die Behauptung voran, dass ohnehin jedes Kind Talent hätte, so dass ja eh alles, jede, jeder & jedes „mitzunehmen“ ist.

Gesellschaftspolitik im 21. Jahrhundert tut nur mehr, als wäre nichts mehr Überzeugung (Ideologie) sondern alles nur mehr alternativlose Logik.

Damit steht sie aber auf ziemlich wackeligen Füssen, denn es negiert die Unterschiedlichkeit von Menschen.
Klar, eine unmotivierter Lehrerin, ein mieser Kindergärtner demontiert den Lernwillen jedes Kindes und gute Kräfte holen auch noch viele Außenseiter und Minderbegabte ins Boot, nur vermutlich nicht alle.
Die postulierte Gleichheit führt konsequenterweise zu Absurdität (Achtung jetzt wird’s zynisch), dass letztendlich Rollstuhlfahrer verpflichtend an der Neigungsgruppe Hürdenlauf teilzunehmen haben und wir alle im Theater Hamlets Monologe nur mehr in Gebärdensprache sehen werden.
Selbstverständlich ist es unerwünscht, Kinder mit besonderen Bedürfnissen in „Hilfsschulen“ abzuschieben, jedoch bin ich davon überzeugt, dass es Grenzfälle gibt, in denen ein gemeinsamer Unterricht aller zu Benachteiligung aller wird, also ziemlich gemein wird.
Selbstverständlich ist es wünschenswert, dass allen Kindern alle Möglichkeiten eröffnet werden, um das Beste aus Ihren Wünschen und Anlagen zu machen, jedoch verweigere ich mich der Verpflichtung jeden radegebrochenen Text als Literatur, jedes quälende Geklimper als musikalische Talentprobe und jedes bekritzelte Stück Lehm als Lehrstück künftiger Michelangelos zu akzeptieren.

Jeder Mensch hat als Mensch geachtet, gefördert, -schlicht ermöglicht zu werden, wenn er will, eben weil er Mensch ist.
Wer hierzu eine weitere Begründung benötigt, sollte seinen geistigen Standpunkt hinterfragen.
Jeder Mensch hat alle Chancen verdient- auch wenn er – wie die meisten von uns – talentlos ist, weil er Teil der menschlichen Gesellschaft ist. Jede andere Position wäre ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Wir haben unsere Politiker ja auch gewählt, auch wenn sie uns immer wieder ihre Talentlosigkeit und ihr Unverständnis der europäischen Geistesgeschichte beweisen.
Wenn Sie aber keinen Mumm mehr haben, einfach zu sagen, was sie durchsetzen wollen sondern sich nur hinter gut klingenden, selbstimmunisierenden Bildern verstecken, drängt sich die Frage auf, ob man nicht zumindest derartige Geisteskinder zurücklassen sollte.

 

Written by medicus58

23. Dezember 2014 at 16:44

Was unsere Welt wirklich prägt sind nicht die Social Media

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My beautiful picture

 In den Social Media herrscht grosse Einigkeit, dass es heute diese Kanäle sind, die unsere Sicht der Welt prägen. Es gehört inzwischen zum westlichen Bildungskanon davon auszugehen, dass es im 21. Jahrundert TwitterFacebook et al. waren, die die Menschen dazu gebracht haben auf den verschiedenen Maidane (http://de.wikipedia.org/wiki/Tahrir-Platzhttp://de.wikipedia.org/wiki/Majdan_Nesaleschnosti) dieser Welt zu gehen und gegen ihre und für eine andere „Realität“ zu revoltieren.

Wie so oft glauben wir an die Mächtigkeit der aktuellen Technologie und vergessen viel zu leicht, dass es in der Regel die Technologien vergangener Jahrzehnte sind, deren Wirkung sich erst heute zeigt.

Es stimmt natürlich, dass die Grundlagen der heutigen Social Media, eben das Internet, auch schon 1989 am CERN entwickelt wurde und Facebook seit 2003, Twitter seit  2006 existieren, worauf ich aber hinaus möchte ist, dass die weltweite Verbreitung visueller Inhalte über Sateliten TV schon viel älter ist.

Intelsat I („Early Bird“), der erste kommerzielle Satelit  starttete an 6. April 1965. Das erste nationale Sateliten TV, called Orbita, startete in der Sowietunion 1967.
In Indien lassen sich derzeit über 700 Kanäle von staatlichen Providern (Doordarshan) und kommerziellen Anbietern (Sony Entertainment Television, Sun Network, Zee TV) empfangen.

Das Bild entstand Anfang der 90er Jahre hoch oben in Darjeeling (http://en.wikipedia.org/wiki/Sonada), wo auch buddhistische Klöster ihren Novizen einen Einblick in die Welt boten, nicht wie sie ist, sondern wie sie auf Basis verschiedenster Interessen dargestellt wird.

Seit Jahrzehnten bringen Sateliten Bilder in den hintersten Winkel der zweiten udn dritten Welt, die ein geschöntes, geschnittenes, sandgestrahltes Bild der ersten Welt verbreiten, so wie es die kommerziell Mächtigen es gerne dargestellt haben. Das ist viel unmittelbarer und zeitnäher möglich, als es je durch irgendwelche Zeichen, seien sie gedruckt, getippt oder getweeted, möglich gewesen wäre.

Written by medicus58

17. April 2014 at 07:02

Wir leben in einem Land, in dem kein Hirnschuss zu blöd ist, als dass er nicht abgefeuert wird

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Schneeschaufel Tweet

Freitag, den 18. 1.2013 nutzte ich eine kurze Veranstaltungspause einer medizinischen Veranstaltung für einen Tweet.

Wesentlich:
Die letzten zwei Tage war ich von morgens bis abends so eingespannt, dass ich es weder zum Zeitungslesen noch zum Abhören irgendwelcher Nachrichten reichte.

Ich überflog einige Tweets für und wider die Wehrpflicht, Erinnerungen an heroische Katastropheneinsätze unseres BHs und Erinnerungen an sinnlose Tätigkeiten während des Präsenzdienstes…

Draußen rieselte leise der Schnee.

Da kam mir plötzlich die Idee, dass man, da es den Wehrpflichtbefürwortern an aktuellen Katastophen mangelt, doch den augenblicklichen Winter zu einer solchen hochstilisieren könnte.
Natürlich ist der Schmäh nicht gerade berauschend, aber ich tippte um 12:34 folgenden Text ins Smartphone:
Lassts die Soldaten vor Privathaeusern schneeschaufeln und Wahlsieg fuer Wehrpflicht ist sicher

noch die beiden hashtags #katastophenschutz und #weird, letzteren um allf. Zweifel zu beseitigen, dass ich den Vorschlag selbst ernst nähme und ab damit in das digitale Nirwana.

Etwas enttäuschend, dass der Rest der Twitteria meine Meldung weder favorisierte noch re-tweetet hat. Die Ursache liegt aber nicht nur in der Flachheit des Schmähs, sondern in der Tatsache, dass der Inhalt in ÖVP-geführten Gemeinden schon längst realisiert wurde, was ich, arbeitsbedingt gar nicht mitbekommen habe.

Aber Ehre wem Ehre gebührt, retrospektiv läßt sich auf Twitter herausfinden, dass ein mir unbekannter @Philipp_Wernig offenbar schon am 16.1. 8:06 PM auf diese Idee kam, als er twitterte

Wo ist das #Bundesheer, wenn man es braucht? Ein paar #Grundwehrdiener könnten ruhig #Schnee schieben – #Wehrpflicht bringts nicht

Ich bin mir ziemlich sicher, seinen Tweet nicht gelesen zu haben, da ich ihm nicht folge …

Gleiches gilt für den Tweet von @SomnaB, der am 17.1. um 11:18 versendet wurde:
Hilfe wien erstickt im schnee setzt das Bundesheer in wien ein sonst gibt es heute abend ein chaos ein fiasko in der rush hour

Der Standard berichtete auch schon am 17.1. um 14:58 vom Ausrücken der Grundwehrdiener in Baden um die Heimat vor den anstürmenden Schneemassen zu verteidigen http://derstandard.at/1358303822303/Arbeitsweg-Gasversorgung-Bundesheer-Die-Auswirkungen-des-Wintereinbruchs?

Während Wolfgang Fellner sich in seinem Österreich bereits am 16.1. um 23:40 fragte: Wo war das Bundesheer gestern, als Österreich im Schnee versank? http://www.oe24.at/oesterreich/politik/wolfgangfellner/Das-sagt-Oesterreich/91737564
Ob Sie es mir nun glauben oder nicht, dass ich vor meinem Tweet nichts von den Ereignissen der vorangegangenen 24 h mitbekommen habe, ist eigentlich unerheblich .. Für mich steht fest:
So blöd kann gar nicht sein, was man sich in satirischer Absicht zusammenreimt, in Österreich findet sich eine politische Partei, die genau damit glaubt Politik machen zu können …

beängstigend

Written by medicus58

19. Januar 2013 at 19:49

Parkpickerl begünstigt innerstädtischen Individualverkehr, Danke Maria

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Meine Kritik zum Rot-Grünen Parkpickerl in Wien habe ich schon mehrfach ausgeführt:

  1. Ein stehendes Auto ist kein ökologisches Problem, Parken zu verteuern hat mit Ökologie nichts zu tun sondern ist Abzocke
  2. Die undemokratische Art der Einführung (Vermummungsverbot für Vassilakou http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=78799) setzt die Reihe der Enttäuschungen über die Wiener Grünen fort.
  3. Der ohnehin knappe Parkraum wird durch „Überbuchung“ mehrfach verkauft und somit weiter künstlich verknappt: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=65272
  4. Die jetzige Maßnahmen verdrängen die Autos (vor allem der Anrainer) in den Verkehr, in teure Parkgaragen oder in andere Bezirke (Parken und Pudern in Wien – Beispiele einer erfolgreichen Stadtverdrängung http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=80702)
  5. Die Preise für das Wiener Parkpickerl sind international gesehen (vor allem für Anrainer) extrem hoch: http://derstandard.at/1339638803118/Ueberblick-Wie-das-Parken-in-Europas-Grossstaedten-funktioniert

Alternative Vorschläge
(http://www.vienna.at/manfred-juraczka-spricht-im-interview-ueber-das-reizthema-parkpickerl/3406358?) werden negiert und
in direkten Gesprächen mit Grünpolitikern wird munter drauf los bejubelt.

Ein weiterer Hinweis, dass das jetzige Konzept kontraproduktiv ist, ergab sich in einigen persönlichen Gesprächen.

Ein Hietzinger Jurist (Timo Gerersdorfer @T_Gerersdorfer) freute sich auf Twitter, dass das
Parkpickerl weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger Abgase und mehr Parkplätze bedeutet …
Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass er in Hietzing wohnt und bei seiner Kanzlei eine Garage besitzt (die ihm dadurch wohl der Finanzminister finanziert) und
seine Erfahrung des geringer werdenden Autoverkehrs in Wien davon rührt, dass er nun schneller mit seinem Auto von seiner Wohnung an den Arbeitzplatz brausen kann …

Auch andere „Speckgürtelbewohner“ haben mir versichert, dass sie seit Einführung des Parkpikerls mit ihrem Auto viel schneller durch Wien fahren können!

Die derzeitige Parkraumbewirtschaftung fördert also den innerstädtischen Individualverkehr derjenigen, die am Arbeitsplatz einen Garagenplatz haben, den sie entweder als Selbstständige steuerschonend absetzen können oder als „fringe benefits“ von ihrem Arbeitgeber erhalten …

Damit trat gerade das ein, was ich immer kritisiert habe:
Vassilakous Parkraumbewirtschaftung fördert den innerstädtischen Individualverkehr derjenigen, die es sich leisten können!

Ob die Rücktritte ihrer Koalitionspartner etwas damit zu tun haben, ist augenblicklich noch offen:

Mit Jahreswechsel werden der Wiener SPÖ-Gemeinderat Karlheinz Hora und seine Stellvertreterin „aus persönlichen Gründen“ seine Funktion als Verkehrs- und Planungssprecher zur Verfügung stellen.
http://derstandard.at/1350260591721/Wiener-SPOe-Verkehrssprecher-und-Stellvertreterin-treten-zurueck?ref=article

Persönlich bin ich, Netzkartenbesitzer seit Jahrzehnten, der sein Auto am anderen Ende von Wien in einer (privat bezahlten 40€/Monat) Garage am Arbeitsplatz abgestellt hat und
nur aus persönlichen Gründen sein Auto am Wochenende nahe seines Wohnorts in einem „alten“ Pickerlbezirk innerhalb des Gürtels benötig,
nun gezwungen ist, eine zweite Garage am Wohnort (Kosten 120-147€/Monat) anmieten muss, da es weder für Parkscheine noch für Jahrespickerl innerhalb des Gürtels einen Parkplatz gibt.
Vermutlich sollte auch ich mir überlegen zumindest die Netzkarte einzusparen!
Ein genialer Lenkungseffekt Frau Vassilakou!

 

Written by medicus58

11. November 2012 at 13:09

Veröffentlicht in Allgemein

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