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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 15

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Warten

Laur Plan wären wir längst in Pinra Delgado (Pico) und streiften durch die Altstadt, hätten SATA Airlines gestern nicht alle Nachmittagsflüge gestrichen.

Ob (wie am Gate versichert) wegen Motorschaden oder (wie auf den Essensgutscheinen angekreuzt) witterungsbedingt blieb unklar. Das Hotel war OK, das Abendessen sehr gut, nur rückt der morgige 12:00 Rückflug (via Genf nach Wien) immer näher und die Umbuchung gestern knapp vor Mitternacht von 15:35 auf 18:25 trug wenig zur Entspannung bei.

Inzwischen wurden von der SATA noch ein 19:00 Flug eingeschoben, so dass ein Hoffnungsschimmer bleibt noch heute die läppiscgen 50 Flugminuten zu schaffen und wenigstens eine der bezahlten Nächte im Grand Hotel Azores Atlantico zu konsumieren.

Das Informieren der Hotels über die verschobene Ankunft und das Ersuchen, das Zimmer nicht weiterzugeben, habe ich inzwischen drauf. Das Gefühl wieder mit ungwissem Ausgang gestrandet zu sein, auch.

Check out aus dem Hotel war 12:00, jetzt hängen wir in einer Hafenbar herum und schlagen die 4 Stunden bis zum Sammeltaxi zum Flughafen tot. Madalena (Pico) kenben wir inzwischen so gut, dass Spazierengehen wenig ergiebig erscheint. Außerdem ist es relativ schwül und, wenn sie mal durch die Wolken dringt, die Sonbe stechend.

Es bewahrheitet sich auch unter diesen Umständen die Erkenntnis, dass einen alle Reisen immer wieder zu sich selbst führen.

Written by medicus58

14. Juli 2022 at 15:30

Schwitzend erregt

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Sommer hieß doch früher:

ab in die Sonne,

auch wenn das für viele nur mit dem Golf bis nach Bibione bedeutete.

Angesichts der aktuellen Temperaturen bei uns, klingt die Vorstellung von noch mehr Sonne und noch mehr blauem Himmel am Ende eines aus gebuchten Charterfluges eher nach Strafverschärfung als nach Traumurlaub. Und nur Zyniker erinnern an Rudi Carells Wann wird’s mal wieder richtig Sommer.

Im Netz wird heiß über Klimaanlagen v. s. Jalousien debattiert und bei den Salzburger Festspielen erkennt Peter Sellars dass bereits Mozart vor dem Klimawandel warnte.

Alle sind sich einig, dass die Politik etwas gegen die Klimaerwärmung tun sollte, aber seit Jahren werden in erster Linie Lösungen präsentiert, an denen irgendwer nur gut verdienen kann, deren ökologische Wirkung aber hinterfragbar ist. Wir erinnern uns an die Förderung von Neuwagen und – LKWs und jetzt eben der Schrei nach E-Mobilität.

Wenn aktuell die österreichischen Grünen wieder die seit Jahren geforderten und durchaus berechtigt Einschnitte fordern, wie einen Planungsstopp bei Fehlinvestitionen im Verkehrsbereich, die Abschaffung „perverser“ Steuerprivilegien etwa bei Kerosin oder Diesel, dann kommt klarerweise auch der Ausbau des Radverkehrs und die Deadline für die Neuzulassung von mit fossilen Treibstoffen betriebenen Fahrzeugen aber keine Kritik am globalisierten Handel. So links wollen wir es dann doch nicht und damit den Wähler verschrecken. Dass man sich aber damit kaum vom Umweltgesäusel der Mitbewerber abhebt, ist egal.

Allein die fünfzehn grössten Schiffe der Welt stossen pro Jahr so viele Schadstoffe aus wie 750 Millionen Autos. (Link SFR)

Schön wenn sich der Bobo gut fühlt, wenn er mit seinem Bike durch die Begegnungszone düst und dabei stolz seine Funktionswäsche designed in Germany made in China herzeigt.
Wenn er nicht bereit ist Politiker
zu wählen, die eine Umstellung unseres gesamten kapitalistischen Wirtschaftssystems einleiten wollen, dann wird das nix mit der Rettung der Welt. Wo er aber solche Politiker findet, das wäre ein anderer Beitrag.

Der Chia Samen am Smoothie,
Quinoa im Weckerl wurde bei uns zum Statussymbol und selbst in Zweite Ländern am anderen Ende der Welt wird schon (wie bei uns) Knoblauch aus China angeboten. Für den Preis einer guten Weinflasche aus Chile kann der hiesige Winzer Ihnen nichtmal einen leere Flasche etiketten und verkorken.

Wer am Friday for future wieder was von der Politik verlangt und sich dabei auch noch revolutionär fühlt, sollte sich mal überlegen, ob er jemals eine Partei gewählt hat, die ihm nur ansatzweise sinnvolle Einschnitte abverlangt hätte und auch darauf aufmerksam gemacht hat, dass das alles kaum innerhalb unseres jetzigen globalisierten (Wachstums-)Kapitalismus gehen wird.

Nein, es geht nicht primär um die Mobilität des Einzelnen sondern um die Produktion und den Transport all seiner Ge- und Verbrauchsgüter.

Das alles muss nicht den Verzicht auf jeden Spaß bedeuten, aber irgendwie wieder den Knoblauch aus dem Burgenland, das Korn aus dem Marchfeld und den Urlaub in Hotels in denen ein Teil der Wertschöpfung den Einheimischen zu Gute kommt und nicht auf riesigen schwimmenden Hotelburgen, die ihre Gäste nur kurz ans Ufer lassen, ihre Gewinne aber off shore behalten,… um wieder zum Thema Urlaub zurück kehren.

Written by medicus58

26. Juli 2019 at 18:40

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