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Covid-19 Alter Schwede

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Nein, wir wollen uns hier nicht auch mit der Frage beschäftigen, ob denn der schwedische Weg besser oder schlechter war als die lock-down and go Strategie, die die meisten Länder irgendwann mal eingeschlagen haben. Hier geht’s vielmehr um mich, also einen der Alten in der Covid Pandemie.

Auslöser war ein Tweet des geschätzten Kollegen @docjosiahboon (Klarname) in Bezug auf einen Artikel in der Süddeutschen:
Tödlicher Sonderweg
Während bei uns immer noch manche Alphas vom schwedischen Weg in der Pandemie schwärmen, wird dort jetzt aufgearbeitet, warum er dermaßen gescheitert ist. „Schweden hat die Alten geopfert.“

Da ich hier das Problem der Altersverteilung von an/mit Covid-Verstorbenen seit Ende März thematisierte
Fail? : Schützen wir wirklich die Alten, schützen wir die Spitäler?
stellte sich die Frage, ob der Unterschied zwischen beiden Ländern wirklich als gescheitert auf sehr unterschiedlichem Level zu bezeichnen ist.

Nun (und reiten wir nicht auf einzelnen Fällen herum, weil es natürlich immer Diskrepanzen zwischen verschiedenen Quellen gibt) gibt https://www.coronatracker.com/de/country/se

für Sweden heute
27,272 bestätigte und aktive Fälle
3313 Todesfälle
12,1 Sterblichkeitsrate aller Fälle
18,2 Genesungsrate aller Fälle

und https://www.coronatracker.com/de/country/austria

für Österreich heute
15961 bestätigte und aktive Fälle
623 Todesfälle
3,9 Sterblichkeitsrate aller Fälle
88,6% Genesungsrate aller Fälle

Auch unter Berücksichtigung unterschiedlicher Bevölkerungsgrößen (Schweden 10,2 Mill vs. Österreich 8,9 Mill) schaut es schlecht für die Schweden aus, sagt aber noch nichts über die Frage wie es um die Alten steht.

Vorerst schauen wir uns einmal (Quelle Coronatracker.com; Cave leicht unterschiedliche Bereich der einzelnen Säulen, normalisiert auf % der bekannten Gesamtfälle) ) die Altersverteilung an, so fällt auf, dass Schweden deutlich mehr Fälle in den höheren Alterskohorten > 60 hatten als Österreich:

Vergleicht man nun die Prozentätze (normiert auf alle Todesfälle (Quelle Coronatracker.at) erkennt man:

wieder unter Beachtung leider etwas unterschiedlicher Altersgrenzen der einzelnen Säulen, dass in beiden Ländern überwiegend jene bekannten Fälle starben, die über 65 Jahre alt waren. Das entspricht zB. auch den Zahlen aus den US, wo 72,3% der Todesfälle >65 Jahre waren. In Österreich waren es übrigens 94% aller Todesfälle in Schweden (wenn man die Gruppe 60-69 gewichtet) knapp darunter, wohl zwischen 92 und 93%.

Stimmt das Argument des geschätzten Kollegen:
In Ö liegt die Zahl der Todesfälle an #COVID19 unter den 85+ bei 105 pro 100.000 (Gesamtbevölkerung 65 pro 100.000). In SWE die der Gesamtbevölkerung bei 325 pro 100.000, 85+ deutlich höher.

OK, wieder eine andere „Stückelung“ wozu ich auf die Schnelle keine Daten finden konnte, dann schaut das erneut nicht so gut auf für die Schweden …

Ich sehe aber die oben angeführten Zahlen aber weiterhin etwas anders …

Die Schweden wussten von mehr „Alten“, dass sie sich angesteckt haben, wir sind offenbar erst zum Zeitpunkt ihres Ablebens (wenn überhaupt) drauf gekommen. Anders kann ich mir die Diskrepanz in er Altersverteilung zwischen Getesteten und Verstorbenen nicht erklären.
Bin aber gerne bereit mich eines Besseren belehren zu lassen.



Written by medicus58

12. Mai 2020 at 19:45

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Die Schulen sind zwar zu, aber die Älteren erkranken weiter

with 4 comments


31.3.2020 21:40

Dieser Blog verfolgt schon seit längerer Zeit den Anteil der >64 Jährigen an den nachgewiesenen COVID-19 Fällen. Anfänglich war diese Gruppe die am dritt-stärksten betroffene, bald lag sie knapp an Platz zwei und heute (siehe oben) hat sie sich abgesetzt und kämpft um Platz eins.

Heute wird das erstmals von den Medien thematisiert:

80 Jahre war das Durchschnittsalter der Personen, die bisher in Österreich durch das Coronavirus oder mit ihm an einer potenziell anderen Ursache verstorben sind. Das sagte der Public-Health-Experte Martin Sprenger im Ö1-Mittagsjournal. Sprenger bezog sich dabei auf die ersten 89 der bisher 128 Toten (Stand: Dienstag, 9.30 Uhr) – und forderte als Konsequenz den besseren Schutz von Pflegeheimen.

Jetzt hat es auch die Krone bemerkt, aber auch hier wird relativiert:

dass alle Personen zwar positiv auf das Virus getestet wurden und daher als „Covid-Tote bzw. Toter“ geführt werden – doch diese Menschen können aber auch wegen einer anderen Ursache verstorben sein.

Während ich das hier schreibe macht daraus auch Armin Wolf in der ZIB2 ein Thema, spät aber doch.

Die richtige Frage würde aber lauten:
Jetzt hat unsere Regierung unter Inkaufnahme eines wirtschaftliche Desasters und einer Bildungskatastrophe dem Land zu einer Notbremsung veranlasst, um das Gesundheitssystem und die Alten zu retten, aber, um von all den anderen Patienten, die aktuell nicht adäquat versorgt werden können einmal zu schweigen, konnte offenbar das Ziel „Wir schützen unsere Alten“ trotz einer teuren Werbekampagne nicht erreicht worden.

Wäre da ein Umdenken nicht langsam anzudenken, oder sollen wir uns noch ein paar Wochen den Bundesmaturanten anhören, dass ER nicht mehr hören will, was alles nicht funktioniert.

Written by medicus58

31. März 2020 at 22:05

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