Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Posts Tagged ‘Töchterle

Wir sind friedlich – was seid ihr?

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Was auf dem Screenshot aussieht, als würden sich Einsatzkräfte um eine gestürzte Frau kümmern, war eigentlich etwas ganz anderes. 

Gestern, am 26.April, fanden in Wien zwei Räumungen auf zwei verschiedenen Universitätsgeländen statt:

Beitreiber des Projekts Grossstadtgemüse – http://grossstadtgemuese.wordpress.com/
http://tuewi.action.at/de/gemuese
eines Forschungsprojekts der Bodenkultur- wurden ohne Vorwarnung von der seit 2 Jahren bewirtschafteten Teilfläche eines Grundstückes in der Gerasdorferstr.105 im 21. Bezirk durch einen privaten Sicherheitsdienst vertrieben und Privateigentum zerstört, http://youtu.be/qmkRCdsLZHw
da parallel dazu eine andere Besetzung Landbesetzung der SoliLa (SOLIdarisch LAndwirtschaften Jedlersdorf)
http://youtu.be/loiPjRS_bws
geräumt werden sollte.
Blog und Erfahrungsberichte:
http://17april.blogsport.eu/
http://platzda.blogsport.eu/2012/04/26/raumung-solila-2/
Zeitungsberichte:
http://derstandard.at/1334796288491/Wien-Floridsdorf-Boku-liess-besetztes-Feld-von-privaten-Sicherheitskraeften-raeumen
http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/752794/Boku-laesst-von-Studenten-besetztes-Feld-raeumen

Gestern wurde auch die WEGA (http://yfrog.com/5zf1vz) eingesetzt, um Studierende, die parallel zu einer Sitzung des Senats der Wiener Universität demonstrieren, aus dem Universitätsgebäude zu vertreiben.
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=57093
Zeitungsberichte:
http://studi.kurier.at/news/2559-studis-blockierten-senatsstizung.php
http://www.vienna.at/proteste-gegen-studiengebuehren-auf-der-ringstrasse-am-donnerstagabend/3234803
http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/752921/Uni-Wien_Studiengebuehren-werden-wieder-eingefuehrt
Ich bin in beide Vorfälle nicht persönlich involviert, ich bin nur über die Bilddokumente entsetzt, so dass ich sie hier dokumentieren möglich.
Nachdem zur großen Erleichterung von BuMi Töchterle nun eine Uni nach der anderen Studiengebühren beschliesst, bleibt die Frage offen, ob diese Gebühren nicht direkt an die Hel-Wacht oder den Club der Freunde der Wiener Polizeit überwiesen werden sollten ….

Vergleiche auch:
http://paper.li/15o_vienna/1335350539
http://danielweber.at/2012/04/30/erganzende-stellungnahme-vom-projekt-grossstadtgemuse-zur-landbesetzung-in-wien-floridsdorf/ 

Unis heute: ausgebrannt

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Während
Herr Wissenschaftsminister Töchterle
unverdrossen die Gebetsmühle „Studiengebühren“ dreht:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56671
und vor weniger als einer Woche das Audimax besetzt wurde,
u.a. als Protest gegen die
Einstellung des Bachelorstudiums Internationale Entwicklung
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56548

rückt in diesen Augenblicken schon wieder die WEGA aus, um den bereits 150 Polizistinnen zu Hilfe zu kommen, die eine erneute Unibesetzung während einer Sitzung des Senats verhindern sollen.

Prinzipiell stimme ich dem Kommentar von Dominik Leitner (http://neuwal.com/index.php/2012/04/26/unibrennt-abgebrannt/) der kurz vor der erneuten Besetzung veröffentlicht wurde, schon zu, dass Unibesetzungen vermutlich kein geeignetes Mittel mehr darstellen, um die Probleme anzugehen,

ABER SOLANGE DIE POLITIK EIN WAHRNEHMUNGSPROBLEM HAT,

fiele mir auch nichts Besseres ein.

Bildnachweis: Twitter http://yfrog.com/ob31982672j von #unibrennt

Aktuelles Video: http://yfrog.com/5zf1vz

Written by medicus58

26. April 2012 at 15:59

Studiengebühren ein Töchterle der Zeit

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Im Online Standard wird zum x-mal Wissenschaftsminister Töchterle zitiert, der mantraartig die Universitäten zur Einführung von Studiengebühren drängt.
Wie bekannt ist diese Regierung ja nicht fähig gewesen dieses Problem nach Aufhebung ihrer letzen Gesetzgebung top down zu regeln.

Im Forum dokumentiert Diskussionsteilnehmer „Reich sein muss sich lohnen!“
http://derstandard.at/plink/1334795834987?sap=2&_pid=25770676#pid25770676 Töchterles Meinungsumschwung:

Als Fakultätsvorsitzender der Geisteswissenschaftlichen Fakultät sandte er noch ganz andere Signale:

Fakultätskollegium der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Uni Innsbruck lehnt Studiengebühren ab
Resolution des Fakultätskollegiums der Geisteswissenschaftlichen Fakultät an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck zur Bildungspolitik und zur Einführung von Studiengebühren:

1. Die Fakultät verurteilt aufs schärfste die Vorgangsweise zur Durchführung von bildungspolitischen Maßnahmen:
ohne Diskussion mit den Betroffenen
ohne Konsens mit den Sozialpartnern
undemokratisch
überfallsartig, da kurz zuvor eine Einführung von allgemeinen Studiengebühren noch verneint wurde.

2. Die Fakultät verurteilt die Inhalte der sogenannten Bildungsmaßnahmen:
sie sind bildungsfeindlich
sie bevorzugen finanzielle Eliten
sie führen zur Reduktion der ohnehin schon geringen AkademikerInnenquote in Österreich
sie dienen nur der Budgetkonsolidierung, machen aber junge Leute zu SchuldnerInnen

3. Die Fakultät lehnt daher die Einführung von Studiengebühren ab.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Karlheinz Töchterle (Fakultätsvorsitzender der Geisteswissenschaftlichen Fakultät)
Tel.: 0512 – 507-4086, bzw. Dekant: 0512 – 507-4001
http://www.uibk.ac.at/public-relations/presse/texte/2000/nov_00/48-00.html

Da stellt sich doch die Frage, wes Geisteskind dieser Geisteswissenschaftler ist!

Man kann natürlich gescheiter werden innerhalb von 12 Jahren, aber
welche Erkenntnis hat den Töchterle befallen, dass all diese Argumente sich ins Gegenteil verkehrten?

Wie schon öfters hier zitiert, hat mich mein Lehrer gelehrt, dass „Professor“ übersetzt „Bekenner“ heißt.

Möge BuMin Professor Dr. Töchterle bekennen, in welchem Ausmaß sein Argumentationsschwenk durch parteipolitische Rücksichtsnahmen bedingt war und nicht einem eigenen Erkenntnisgewinn.

Welche wissenschaftlichen Publikationen über sozio-ökonomische Zusammenhänge in den letzten 12 Jahren ihn überzeugt haben, dass es BILDUNGSFREUNDLICH ist, Geld für den Zugang zu Vorlesungen zu verlangen?

Ich bekenne,
dass ich BuMin Professor Dr. Töchterle für eine Flasche halte.

Links:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56548
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=52689
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=52765
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=53526

Written by medicus58

21. April 2012 at 18:18

Schwarz-Geld für I.S.T. Austria: wenigstens zahlen die Väter Alimente

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Unter einer Eliteuniversität versteht man entweder eine Universität zur Ausbildung einer Funktionselite oder eine Universität, zu der nur eine bestimmte Elite einer Gesellschaft Zugang hat, oder aber eine Elite innerhalb der Kategorie der Universitäten
Auf Initiative des Wiener Experimentalphysikers Anton Zeilinger wurde das Konzept des Institute of Science and Technology Austria (I.S.T. Austria) entworfen … Im Februar 2006 entschied sich die damalige Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer, entgegen dem Wunsch der von ihr eingesetzten Expertenkommission, für den Standort Maria Gugging bei Klosterneuburg. Daraufhin legte Zeilinger seine Mitarbeit an dem Projekt zurück, ebenso wie der Physiker Arnold Schmidt und der Chemiker Peter Schuster. http://de.wikipedia.org/wiki/Eliteuniversit%C3%A4t

Welcher Kategorie das I.S.T. A nun zuzurechnen ist, darüber liesse sich treflich streiten. 

Während die „alten Universitäten“ finanziell „krachen“,
an den Medizinuniversitäten weiterhin ein Aufnahmestopp besteht (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51616),
sich immer mehr Bürger ihre (Aus-)Bildung in F(ast)H(ochsschulen selbst bezahlen müssen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33179), 
die Gelder der staatlichen Wissenschaftsförderung herunter gefahren werden und die Akademie der Wissenschaften Alarm schlägt,

haben jetzt der „schwarze“ Landeshauptmann Pröll, der das Renomierprojekt ins Land geholt hat, der am „schwarzen“ Ticket segelnde Wissenschaftsminister Töchterle und die „schwarze“ Finanzministerin Fekter unter den Schweinwerfern der herbeigepfiffenen TV-Kameras eine Finanzzusage für das I.S.T. A von 1,4 Milliarden Euro von 2017 bis 2026 unterfertigt. Zementiert wird das in zukünftigen 15a Vereinbarungen.
http://derstandard.at/1329870055045/Irritationen-ueber-Hoehe-und-Laufzeit-von-IST-Austria-Finanzierungszusage

Die Proteste anderer Bildungseinrichtungen und Vertretungen
http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/733615/Eine-Milliarde-fuer-ISTA-Aufregung-in-Forschungsszene?_vl_backlink=/home/bildung/universitaet/index.do
http://www.studium.at/163527-oeh-eine-hochschule-eine-milliarde  
werden vom personifizierten Diminutiv (aka Minister Töcherterle)  kleingeredet.

Was mich darüber hinaus ärgert, ist die immer stärker um sich greifende Unsitte der aktuellen Politik, finanzielle Zusagen weit über ihre eigene Legislaturperiode einzuzementieren (15a Vereinbarung), also auf die Nachfolger auszulagern. Während man sich selbst im Blitzgewitter sonnt, tragen die anderen die Kosten dafür. 

Darf man das schon Korruption nennen, oder gilt dafür noch die Unschuldsvermutung.

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