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Streikbereitschaft für Rufbereitschaft?

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Arzt-Bus

Augenblicklich haben wir sicher andere Sorgen, aber jedem war wohl klar, dass es nach dem hoffentlich eindrucksvollen Bildern vom (http://gemeindespitaelerstreik2016.at/) am 12.9.2016 irgendwie weiter gehen muss, um beiden Gruppen einen gesichtswahrenden Konsens zu ermöglichen.

Auch wenn mittelfristig nur eine deutliche Wende im politischen und organisatorischen Management des KAV zu einer Verbesserung führen kann, wird dieser Prozess länger dauern, als die öffentliche Aufmerksamkeitsspanne, d.h. es muss eine Lösung her.

Aus einer verhärteten Konfliktsituation, in der die altbekannten Worthülsen seit Jahren nur mehr rauf- und runter-gespielt werden (siehe: Aus dem Fundus KAV-Marhold: Ärztekammer instrumentalisiert Personal für Ärztekammer-Wahlkampf https://medicus58.wordpress.com/2016/09/07/kav-marhold-aerztekammer-instrumentalisiert-personal-fuer-aerztekammer-wahlkampf/) kommt man nur mehr durch eine Wunderwaffe heraus, also einem scheinbar bisher von beiden völlig übersehenen Lösungsansatz.

Die Ärztekammern haben schon früher mit Rufbereitschaft gewunken (z.B. 2014 im Spital gibt’s fachärztlichen Pannendienst http://wp.me/p1kfuX-Pr),
kammerintern wurde auch in Wien die  R(2) (=Rufbereitschaft Version 2) nun erneut gezündet und
heute überraschenderweise im TV und der Presse von der Stadträtin Wehsely als Gesprächsangebot der Ärztekammer angeboten (Wien heute 8.9. 19:00).

Mich erinnert die R(2) eher an Hitlers Wunderwaffe V2, aber das ist halt nur mein persönliches Problem.

Wiener Gesundheitsstadträtin schlägt eine Rufbereitschaft vor http://derstandard.at/2000044077754/Wehsely-will-mit-Gespraechsangebot-an-Aerzte-Streik-abwenden

Wien sei das einzige Bundesland in Österreich, das noch über keine solche Rufbereitschaft verfüge

Supi, schon seit Wochen glauben einige KAV Abteilungen so ihr Weiterleben trotz massiv verdünnter Belegschaft absichern zu können.

Meine Meinung zum Arzt auf Abruf in Potemkinschen Spitälern habe ich seit 2012 (http://wp.me/p1kfuX-n8) mehrfach dargelegt, da sie politisch schon seit längerem gesetzlich vorbereitet wurde.

2016
Fassadenpolitik erreicht inzwischen die Universitäten http://wp.me/p1kfuX-149
Doktor auf Abruf
 http://wp.me/p1kfuX-17P

Mir ist klar, dass sich die Durchführbarkeit einer Rufbereitschaft von Abteilung zu Abteilung, von Fach zu Fach unterscheidet, ich kann aber auch die Ärztekammer nur nachdrücklich auffordern, vor einer Zustimmung am Verhandlungstisch ihre Hausaufgaben zu machen:

Alle Ärzte sind vorab (wie in der gestern abgehaltenen sehr guten Veranstaltung mit Prof. Marhold) ausführlich und objektiv über die rechtlichen Konsequenzen einer Rufbereitschaft zu informieren.

  • Handelt es sich nur um eine telefonische Auskunftspflicht für Kollegen am Ort?
  • Handelt es sich um eine Verpflichtung am Dienstort zu erscheinen? Max./min. Responsezeiten?
  • Klarstellung, dass nun Einzelpersonen die Organisationsverantwortung dem Dienstgeber komplett abnehmen?
    • wie komme ich an den Dienstort?
    • was ist, wenn Handy, Öffis oder Privat PKW defekt sind?
    • deckt das alles die Haftpflicht ab?
  • Organisation und Klarstellung, welchen Einfluss ein erfolgter Kontakt in der Rufbereitschaft für den Regeldienst vor Ort hat.

Es kann nicht nur die alleinige Entscheidung der einzelnen Fachabteilungen im Hinblick auf die Versorgung ihrer eigenen Abteilung sein, es muss eine Entscheidung des Kollektivs sein, weil schließlich für alle anderen die entsprechenden Konsiliarleistungen nicht zur Verfügung stehen.

Vor einer vertraglichen Zustimmung ist dann eine Urabstimmung durchzuführen.

Die Einführung der Rufbereitschaft (Teleradiologie, …) betrifft am Ende des Tages alle und kann nicht ausschließlich auf der Zustimmung der Einzelabteilung beruhen!

Weshalb das „Lösungsmittel“ der ÄK für die Zeit nach dem Streik nun plötzlich vor dem Streik aus dem Mund Wehselys kommt, ist eine weitere der eigenartigen Facetten des Wiener Gesundheitssystems ….

Einerseits untergräbt Wehsely damit scheinbar die Legitimität des Streikbeschlusses, in dem Sie sich plötzlich doch verhandlungsbereit zeigt, andererseits nimmt Sie der WÄK ihre Wunderwaffe aus der Hand.

Power Play auf höchstem Niveau, auch wenn das alles politisch völlig retro ist und das Niveau der Gesundheitsversorgung der Stadt weiter sinkt.

Links: 

15.2.2016 http://derstandard.at/2000031070496/Rufbereitschaft-der-Aerzte-als-Arbeitszeitbombe
26.8.2016 http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/5075514/Kaernten_Aerzte-sollen-Rufbereitschaftsdienste-manipuliert-haben
1.9.2016 Emittlungen eingestellt http://kaernten.orf.at/news/stories/2794337/
8.9.2016 http://diepresse.com/home/panorama/wien/5082132/LastMinuteTreffen_Wehsely-hofft-auf-Absage-des-Aerztestreiks

Written by medicus58

8. September 2016 at 20:01

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S=T=R=E=I=K

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Streikabstimmung a
Das war der Stimmzettel vor einem Jahr, jetzt soll wieder abgestimmt werden …
Manchmal holt einen die Wirklichkeit schneller ein als man glaubt ,und man glaubt kaum noch, dass das alles wahr sein kann.

Gestern Sonntag um 18:14 habe ich meinen Beitrag Urlaubszeit, gefährliche Zeit: Management aus dem Hinterhalt (https://medicus58.wordpress.com/2016/07/03/urlaubszeit-gefaehrliche-zeit-management-aus-dem-hinterhalt/) gerade fertig getippt, und auf unsere bösen Erfahrungen  hingewiesen, dass einschneidende Maßnahmen von der KAV Führung traditionell vor dem Wochenende oder Feiertagen oder während der Ferienzeit getroffen werden.
Drei Stunden später kam dann die Mail eines Personalvertreters in dem er mitteilte, dass ihm und anderen Personalvertretern schon am Freitag mitgeteilt wurde, dass ab September
50 Ärzte-Nachtdiensträder – auch „gegen den Willen der Ärzte im KAV“ gestrichen
 und
die Hälfte der restlichen Dienste in einen 12,5 Stunden Schichtdienst umgewandelt werden.

Als ich meinen Beitrag tippte, wusste ich weder von der Sitzung am Freitag, noch von dem eigentlichen Beschluss der Ärztlichen Direktoren des bereits auf Abteilungsebene herunter gebrochenen Einsparungsprogramms vom 8.6.2016, das inzwischen aber auch allgemein zirkuliert.

MERKE: Wer die letzten Jahre im KAV gearbeitet hat, darf getrost immer das Schlimmste annehmen und wird selten falsch liegen!

In der üblichen Beschwichtigungsshow der KAV GD wird den Journalisten am Montag zwar von Michael Binder, dem Leiter des Health Care Management im KAV, erklärt, dass
ein Großteil der Vereinbarungen zwischen Stadt und Ärztevertretern inzwischen umgesetzt worden sei und es sich letztendlich nur um die bereits vereinbarten Verlagerungen der Ärztepräsenz in die Tagesstunden handelt (http://wien.orf.at/news/stories/2783789/),

wahr ist vielmehr,

dass diese „neuen  Notaufnahmen“ in vielen KAV Spitälern aus Raum- und/oder Personalmangel NICHT so funktionieren, dass sie die vereinbarte  Entlastung der anderen Stationen gewährleisten können und

dass zum Beispiel im Donauspital mit dem Segen des Ärztlichen Direktors und ehemaligen Oberarztes der Notaufnahme noch am 20. Juni, also über eine Woche nach der besagten Sitzung der Ärztlichen Direktoren  (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160620_OTS0120/donauspital-weist-oevp-und-aerztekammer-kritik-an-fehlenden-nachtdiensten-zurueck) sogar die Reduktion der Nachtdienste an eben dieser Notaufnahme verteidigt hat:
„Diese neue Diensteinteilung wurde aus voller Überzeugung und zum Wohle sowohl der PatientInnen als auch der behandelnden ÄrztInnen getroffen“, fasste Mayerhofer zusammen. Generell weist der Krankenanstaltenverband darauf hin, dass in stärker belasteten Notaufnahmen, die Zahl der ÄrztInnen zuletzt deutlich aufgestockt wurde. In Hietzing von 11 auf 22 Dienstposten, im Wilhelminenspital von 17 auf 28 Dienstposten.

und dass in dem jetzt vorliegenden Papier auch Nachtdienste in Bereichen gestrichen werden, die, wie z.B. die Kinderabteilung, selbst durch funktionierende Notaufnahmen gar nicht entlastet werden können.

In dem Jahr, seit dem ein Streikbeschluss nur durch eine besonders perfide Zusammenarbeit vom Wiener Kammeramtsdirektor, drei selbstermächtigten Kammerfunktionären und der FSG dominierten Gewerkschaft, in letzter Minute – und natürlich vor der Sommerzeit, abgeblasen wurde, sind letztendlich alle Streichungen, Einschränkungen und anderen Bösartigkeiten eingetreten, die seitens Gesundheitspolitik und KAV Generaldirektion lauthals dementiert wurden.

Wörtlich beschreibt das das ein Personalvertreter so:

Das ist glatter Vertragsbruch!

Wörtlich der Auszug aus der auch von der Stadträtin und der KAV Leitung unterschriebenen Punktation aus 2015:

1. Bezüglich möglicher Reduktion von Nachtdiensten:

Voraussetzung dafür sind die folgenden Rahmenbedingungen, deren Vorliegen im Umsetzungszeitraum bis 2018 laufend geprüft wird:
· Reduktion des Leistungsaufkommens in den Abteilungen nach 20.00 Uhr
· fachliche Schwerpunktsetzungen in der Akutversorgung in der Nacht
· Reduktion medizinisch nicht notwendiger Rettungszufahrten (zum Beispiel über den Ärztefunkdienst)
· organisatorische Begleitmaßnahmen zur effizienten und zielgerichteten Patientensteuerung (zum Beispiel zentrale Notfallaufnahmen [ZNA])· vier Nachtdiensträder in den ZNA mit Ausnahme Floridsdorf (bis zur Eröffnung des KH
Nord)
· Poolassistenzen für chirurgische Eingriffe
· Übernahme des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs im Zuge des Skill&Grade-Projekts

2. Bezüglich 12,5 Stunden Dienste

Weiterhin möglich sind verlängerte Dienste (25 Stunden), sofern folgende Vorrausetzungen
eingehalten werden:
· keine Erhöhung des Personalbedarfs durch Einrichtung der verlängerten Dienste,
· keine planbare Leistungserbringung an Patienten nach 20.00 Uhr und
· gesetzlich notwendige Ruhezeiten werden nicht verletzt

Das bedeutet eine Umsetzung von Reduktionen bei den Nachtdiensten ohne Umsetzung der Begleitmaßnahmen; diese werden statt dessen verschärft (so kommt es derzeit durch verheerende Arbeitsbedingungen und inadäquate Bezahlung bei der Wiener Rettung zu einem zunehmenden ärztlichen Personalmangel).

Nun ruft die Ärztekammer erneut zu einer Streikabstimmung auf und viele von denen die sich zu Wort melden, stimmen dem zu.
Was die denken, die sich nicht zu Wort melden oder die die auf Urlaub sind, wissen wir nicht.

Bald wird wieder die Diskussion losbrechen, „ob Beamte Streiken dürfen“ und es wird diese und jene Stellungnahme von Rechtsgelehrten eintreffen …

Wieder wird jemand sagen, dass ja schon wieder eine Wahl ansteht (Bpw2016, wenn wir lange diskutieren dann die nächste Nationalratswahl, oder was weiß ich ….
und wir uns nicht da nicht vereinnahmen lassen sollen …. etc., etc., etc., …

Natürlich sollten wir streiken.

Wir hätten dies schon vor einem Jahr tun sollen und (abgesehen von der Notfallversorgung) so, dass es die Bevölkerung merkt, … nur hätte ich eine andere Lösung!

Mit einem Streik werden wir die politischen Akteure und ihre hoch bezahlten Mietmäuler nicht beeindrucken ….
Vor zwei Jahren ließen diese schon „Change“ und „Konfliktexperten“ vor uns reden, die frank und frei (wenn auch nicht spesenfrei) versicherten, dass eben am Weg zu jeder Verbesserung mit Widerständen und Kollateralschäden zu rechnen ist!
Die werden unseren Aufschrei nur als Beweis für die Richtigkeit ihres Weges sehen, oder zumindest sehen wollen!

Was wir mit einem Streik eigentlich wollen, ist der Bevölkerung mitzuteilen, welche Form der Versorgung für sie unter diesen Rahmenbedingungen möglich ist und das sollten wir auch tun,
in zeitlich eskalierenden Patientengesprächen in den Ambulanzen, auf den Stationen und nicht bei einem einzigen Aufmarsch.

In der ersten Woche nur 10 Minuten:
Unterbrechung der Ambulanz- und Stationstätigkeit und Aufklärung über
die Gründe der Wartezeiten,
die Ursachen des oft chaotischen Bildes, das war alle abgeben, weil wir z.B. wegen insuffizienter EDV mehr Zeit vor dem PC verbringen müssen, als im Patientengespräch.

Ein strukturiertes auf allen Stellen ähnlich ablaufendes Informationsgespräch, z.B. mit den Themen, wie sie derzeit zwei Dienststellenausschüsse vorgegeben haben:

Es stimmt, dass das neue Dienstzeit- und Gehaltsmodell seit einem Jahr in Kraft ist. Es ist auch flächendeckend umgesetzt.
Was nicht umgesetzt wurde, sind die Rahmenbedingungen, die vereinbart wurden, damit es zu den tiefgreifenden organisatorischen Änderungen kommen kann, die jetzt überfallsartig bis zum Herbst umgesetzt werden sollen.
In der kurzfristig angesetzten Sitzung am 30.06.2016 wurden die Dienststellenausschussvorsitzenden der WSK Häuser erstmals mit den geplanten Änderungen konfrontiert.
Von Seiten der KAR und des DSP wurden stichhaltige Argumente dagegen gebracht und gefordert:

  1. dass die Bedingungen der Rahmenvereinbarung eingehalten werden.
  2. dass die Notwendigkeit/Sinnhaftigkeit jeder einzelnen Umstellung auf 12,5h Dienste überprüft und dargestellt wird.
  3. dass die Reduktion von Nachtdiensten auf Machbarkeit in Bezug auf Patientensicherheit und weiterer Erhöhung der Mitarbeiterbelastung evaluiert wird.
  4. dass eine Personalbedarfsberechnung auf Basis 40 Wochenstunden erstellt wird.
  5. dass ein Vergleich der Gesamt-Stundenleistung 1. Halbjahr 2015 und 1. Halbjahr 2016 vorgelegt wird.
  6. dass die Auswirkungen auf die Patientenversorgung(Wartezeiten, Sicherheit) öffentlich eingestanden werden.
  7. dass die Leistungsmatrix der Abteilungen, die als Grundlage für die Personalberechnung dient, zur Kenntnis gebracht wird.

All das hätte in den letzten 12 Monaten in allen Häusern mit der Personalvertretung und mit den einzelnen Abteilungen von der Ärztlichen Direktion besprochen werden müssen.
Dies wurde verabsäumt, was vermuten lässt, dass eine sachliche Diskussion mangels schlagender Argumente nicht gewünscht war. Nicht einmal die Abteilungsvorstände wurden vor dem 04.07.2016 in diese -sie unmittelbar betreffende- Diskussion einbezogen.
Stattdessen wird von oben verordnet, ohne sich um Rahmenbedingungen, Vereinbarungen geschweige denn das Wohl der PatientInnen und KollegInnen zu kümmern.

Im Idealfall sollten wir diese Informationsgespräche gemeinsam mit der Pflege machen. Ich bin überzeugt, dass auch die einiges über die „mitverantwortlichen Tätigkeiten“ und die „Folgen der neuen Pflegeausbildung“ zu sagen haben.

Wie gesagt, 10 Minuten in der ersten Woche (so viel verbringen wir schon mit Beschwerdeführern über die langen Wartezeiten).

In der nächsten Woche 20 Minuten.

Dann 30 Minuten, usw.

Keiner kann uns vorwerfen, die Gesundheit der Wiener für unsere standespolitischen Kämpfe auf’s Spiel zu setzen, wir sind ja anwesend, wir streiken ja nicht, wir machen das, was die Juristen von uns fordern und die Politik verweigert
Patientenaufklärung!

PS:
Laut Presse (Link unten) …weist der KAV die Anschuldigungen auf Nachfrage zurück. Durch Reduktion der Nachtdiensträder stünden für Patienten „besonders in Nachmittagsstunden deutlich mehr Ärzte zur Verfügung“.
Heißer Tipp für die Journalisten für die nächste PK: Fragt einmal nach, ob den in den Nachmittagsstunden auch vom KAV vorgesorgt wurde, dass es auch genügend Pflege-, Sekretariatspersonal, Träger- und Transportdienste, OP-Kapazitäten mit Anästhesisten, Pathologen, Radiologen …. etc. gibt, weil sonst der angeblich in den Nachmittagsstunden verfügbare Arzt rein gar nix Produktives für den Patienten tun kann!

Links:

http://derstandard.at/2000040395215/Wiener-Spitaeler-40-Nachtdienste-sollen-in-den-Tag-wandern

Heftiger Widerstand gegen Reduktion von Nachtdiensten
http://kurier.at/chronik/wien/heftiger-widerstand-gegen-reduktion-von-nachtdiensten/207.927.509

„lediglich eine Provokation der Politik und der Leitung des KAV an das ärztliche Personal“
http://diepresse.com/home/panorama/wien/5043300/Kurzungen_Aerzte-drohen-mit-Streik?from=suche.intern.portal

Sparprogramm gelungen. Patient tot.
http://blog.szekeres.at/blog-post/2016/06/30/sparprogramm-gelungen-patient-tot.html

Die geplante Reduktion der Nachtdiensträder von zwei Ärzten auf einen geht Roland Paukner zufolge auf Kosten der Qualität in der medizinischen Versorgung:
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4920930/Pflegewohnhaeuser_ExKAVDirektor-kritisiert-Kurzungen

2016 die Ausbildungsstellen um 52 reduziert
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160628_OTS0218/kav-bildet-aerztinnen-entsprechend-dem-bedarf-aus

Written by medicus58

4. Juli 2016 at 21:04

5. September – CARE Revolution Wien ruft zur Demonstration auf

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CareDemo

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150903_OTS0193/5-september-care-revolution-wien-ruft-zur-demonstration-auf

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Ärzteproteste in den ersten beiden Quartalen des heurigen Jahres:

Fotos der Ärztedemo in Wien vom 23.3.2015
http://wp.me/p1kfuX-VO
Lohn der Genossen: ÄK Chef Szekeres zum Abschuss freigegeben http://wp.me/p1kfuX-UT
Die Leere nach dem Sturm bzw. die Lehre aus dem Sturm http://wp.me/p1kfuX-Xz

und wie aktuelle und ehemalige Gewerkschafter die Proteste wegadministriert haben:

Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! 
http://wp.me/p1kfuX-UX
Aufstand der Primarärzte: einfach wegadministriert http://wp.me/p1kfuX-U2
Die Teillösung der Volllösung einer Verarschung http://wp.me/p1kfuX-Wv

Schlussendlich wird mit externen Beratern noch ein bisschen Schadensbegrenzung betrieben:

Was der KAV vom Billa lernen kann oder Je suis IFES http://wp.me/p1kfuX-10X

und letztendlich kam es zur  Entwarnung, alles wird gut http://wp.me/p1kfuX-XW

Eine Unterstützung der Ärzteproteste seitens der Pflege ist mir nie aufgefallen.
Die aus der Pflege kommenden Susanne Jonak (Vorsitzende der HGII der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten„) stellte sich stets auf die Seite ihrer Parteifreunde im Rathaus.

Noch vor (2/2015) ihrer Wahl stand sie stramm auf FSG Linie und gegen den Mehrheitswillen der von ihr eigentlich zu vertretenden KAV Ärzte:
„Im Umfeld der Verhandlungen aufgetauchten Gerüchten über Schlechterstellungen im KAV ist endgültig jede Grundlage entzogen. In den kommenden Tagen werden wir die Kolleginnen und Kollegen über die Details der jetzt klar gestellten Reformen und ihre Umsetzung informieren“, schloss Jonak.
http://www.oegb.at/cms/S06/S06_0.a/1342555594312/home/gdg-kmsfb-verbesserungen-fuer-kav-aerztinnen-sind-fix

Nach ihrer Wahl (3/2015) bedankte sie sich gleich bei der Stadträtin:
„Es ist trotz eines herausragenden Verhandlungsergebnisses (Anmerkung: das von über 90% der KAV ärzte abgelehnt wurde!) nicht gelungen, den Betroffenen diese Ängste zu nehmen.“ http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150312_OTS0223/krankenversorgung-ist-teamarbeit-susanne-jonak-zur-neuen-vorsitzenden-der-hg-ii-gewaehlt

Selbstverständlich fand die Gewerkschafterin den mit großer Mehrheit der KAV Ärzte gefassten Streikbeschluss, nicht so gut.

Gehaltsverhandlungen und Streikbeschlüsse sind Sache der Gewerkschaft“
http://www.oegb.at/cms/S06/S06_0.a/1342557708393/home/gdg-kmsfb-kein-streik-im-gesundheitsbereich

Offensichtlich glaubten die Gewerkschafter die Rathauspropaganda (Gehaltserhöhung für Ärzte um 30%) selbst, weil gleich nach Beschluss des neuen Entlohnungsschemas verlangten sie auch mehr Geld für die Pflege, obwohl sich deren Dienstzeiten sich ja – anders als bei den Ärzten – durch das neue Arbeitsgesetz ja nicht geändert haben.

Das Downsizing in der Ärzteausbildung (Ärzteausbildung: Selbst der Billa beruft sich auf den Meisterbäcker http://wp.me/p1kfuX-Zn) ging der Gewerkschaft völlig am Radar vorbei und sie realisierte auch sehr spät, dass die geplanten Änderungen in der Pflegeausbildung trotz vorgeschobener Aufwertung (Akademisierung) letztendlich genau in die selbe Richtung eines Downsizing laufen. Reflexartig suchte man selbstverständlich nicht die Schuldigen in den Reihen der Pflege, deren Vertreter die Eckpunkte klammheimlich mit dem Bundesministerium im ÖBIG ausgetüftelt haben sondern glaubte auf die Ärztekammer hindreschen zu müssen (Pflegeausbildung: Gewerkschaft kritisiert Ärztekammer http://wp.me/p1kfuX-11e).

Ganz unberechtigt ist der Unmut der Pflege aber natürlich nicht, denn die auch dort überbordenden Dokumentationsverpflichtungen in ungeeigneten IT-Systemen, andauernd wechselnde Generikavorräte der Hausapotheken, die das Einschachteln der Medikamente (das Projekt einer zentralen Dispens ist ja spektakulär gescheitert) und die zwar fachlich unstrittige aber natürlich zusätzliche Arbeit verursachende Übernahme von Turnusarzttätigkeiten (mitverantwortlichen Tätigkeiten), der immer raschere Patiententurnover  durch kürzere Hospitalisierungszeiten mit immer älteren und daher pflege-intensiveren Patienten, … um nur ein paar Punkte zu nennen, stresst auch diesen Bereich ungemein.

Wenn sich nun auch die Pflege von „ihrer“ Gewerkschaft nicht mehr vertreten fühlt kann man als Arzt leider nicht ein „Willkommen im Club“ ausrufen, denn liest den Folder von Care Revolution (https://carerevolution.wordpress.com/) gewinnt man leider nicht den Eindruck, dass die Pflege erkannt hätte, dass beide Berufsgruppen von der Gesundheitspolitik seit Jahren verschaukelt werden:

„Die ÄrztInnen haben mit Versammlungen und Aktionen erfolgreich für ihre Forderungen gekämpft.“

Na, das sehen eine sehr große Zahl der KAV Ärzte eigentlich nicht so …

Die Veranstaltung soll auch ein Startschuss für die Vorbereitung eines heißen Herbst sein!

Etwas, was die Ärztekammer durch ihren Kniefall vor der Wiener Gesundheitsstadrätin und der Gewerkschaft (So verlor die Ärztekammer jede Glaubwürdigkeit vor den Patienten und vermutlich auch vor den Ärzten http://wp.me/p1kfuX-ZR ) übrigens verschenkt hat. Aber die Kritikpunkte der Ärzte werden mit keinem Wort erwähnt.

Dass auch die Ärzte – angewidert vom ÖGB – eine eigene Gewerkschaft gegründet haben (https://www.aerztegewerkschaft.at/), scheint zu CARE Revolution nicht durchgedrungen zu sein. Offensichtlich verlässt man sich wieder einmal ausschließlich auf die numerische Überlegenheit der Pflege im Gegensatz zu den anderen im Spital tätigen Berufsgruppen.

Aber solange beide Gruppen getrennt marschieren, wird es Politik und Gewerkschaft leicht gemacht: Divide et impera

Es wäre sehr sinnvoll, wenn sich die beiden Gruppen, trotz jahrzehntelanger Grabenkämpfe, endlich für ein besseres Gesundheitssystem solidarisieren.

Written by medicus58

4. September 2015 at 17:02

Was der KAV vom Billa lernen kann oder Je suis IFES

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Piss in a cup

Nein,

damit will ich nicht ansprechen, dass die Stadt Wien die stationäre Gesundheitsversorgung immer billiger gibt
(der Name BILLA leitet sich bekanntlich von Billiger Laden ab).
Ich wollte mit der Überschrift einfach zum Ausdruck bringen, dass es die genannte Kette, wie bereits nahezu alle Einzelhändler begriffen haben,
dass sie sich am besten direkt bei denen informieren, deren Meinung man eigentlich wissen möchte.

Das (Kauf-)Verhalten ihrer Kunden über Kunden- bzw. Bankomatkarte zu personalisieren, ist den Firmen seit Jahren Rabatte in oft zweistelligen Prozentsätzen wert.

Klar,

könnte man auch ein Meinungsforschungsinstitut beauftragen um herauszufinden, ob Fräulein Müller in Bobo-Town lieber zum Smoothie oder zum dreifach linksdrehenden Bio-Joghurt greift, um dieses in genügender Stückzahl ins Regal wuchten zu können, aber via direkter Kundenbefragung mittels elektronischer Identifikation, geht das besser und erlaubt es sogar trotz inhärentem Gewinnstreben den Testpersonen regelmäßig Rabattmarkerln, Naturalrabatte (2 zum Preis von einem für Clubmitglieder) oder überhaupt ein paar Euro bar auf die Kralle zu legen.

Wir lernen daher, wenn man etwas in Erfahrung bringen möchte, frägt man am besten die Betroffenen und nicht ein Meinungsforschungsinstitut.

Wenn nun eine Gesundheitsstadträtin, die anscheinend von ihrer eigenen Propaganda benebelt nicht verstehen kann,
weshalb ihren Reform-, Dienstzeit- und Besoldungspaketen aus den Reihen der Ärzte geschlossene Ablehnung entgegengebracht wird,
sucht die Schuld in einzelnen Kammervertreter, inneren Konflikten der Ärzteschaft oder erklärt sich die Welt schlicht und einfach durch
die Reformverweigerung der „sich im Nachtdienst für ihre Privatordinationen ausschlafenden Oberärzte„.

Als selbst nach Aussendung einer Hochglanzbroschüre zur Besoldungsreform,
in der zuerst den meuternden Ärzten Monatsgehälter von 10 Millionen € pro Monat versprochen
und in der korrigierten 2.Auflage noch immer (auf Basis völlig irrealer Überstundenleistungenvon Bruttomonatsgehältern bis zu 10.000€ die Rede war (http://wp.me/p1kfuX-Yn),
nicht flächendeckend die Seligsprechung der Dienstgeberin gefordert wurde,
wollte es die Stadt Wien offensichtlich wirklich wissen und
beauftragte das Meinungsforschungsinstitut IFES ( Instituts für Empirische Sozialforschung) mit einer Telefonbefragung von KAV Ärzten.

Wir wollen gar nicht auf das befremdliche Verhalten der Dienstgeberin zu sprechen kommen, dass diese die privaten Telefonnummern ihrer Mitarbeiter an IFES übergeben hat, sondern nur anmerken, dass im Rahmen dieser strukturierten Interviews letztlich all das ab- bzw. hinterfragt wurde, was die Stadträtin den Medien schon längst als Fakten präsentiert hat:

Wie wirkt sich die Reform für Sie finanziell aus?
Komisch, seit Jahresbeginn trommelte die Stadträtin, dass die Ärzte 30% mehr verdienen werden, weshalb also die Frage?

Hat sich die Lebensqualität und Bindung an den KAV durch die neuen Regeln verbessert?
Natürlich nicht, sonst wäre die Aufregung der Ärzteschaft doch nicht so flächendeckend …

Wie haben Sie bei der Streikabstimmung abgestimmt?
Bei sehr hoher Wahlbeteiligung, trotz z.T. falscher Listen waren 93,5 Prozent der Ärzte sind zum Streik bereit.

Selbstverständlich stehen die Ergebnisse dieser Telefonbefragung bis heute unter Verschluss, aber angeblich war das Bild für den Auftraggeber noch nicht so klar und mitten in der Urlaubszeit hat das IFES einen Nachfolgeauftrag bekommen:

In den letzten Wochen wurden angeblich randomisiert KAV Ärzte zu getrennten Gesprächsworkshops (Turnusärzte, Fachärzte, Abteilungsleiter) eingeladen, wo erneut all die Fragen, die Stadträtin Wehsely schon längst den Medien gegenüber beantwortet hat, gestellt wurden.
Allein die auftretenden Rekrutierungsprobleme (die Runden waren viel kleiner als geplant) beantworten ja schon die Frage nach der Stimmung unter den über 3000 KAV Ärzten. Trotz Telefonaten, Mails und Rückrufen und Aufwandsentschädigung, schien es unmöglich die ca. 50 Leute für die Workshops zusammen zu kriegen.

In diesen Tagen hat die PRESSE darauf hingewiesen, wie viel Geld der KAV für externe Berater hinauswirft (2015: 4.305.453,96 Euro http://diepresse.com/home/panorama/wien/4788981/Wien_Teure-Beratung-fur-Spitalsbetreiber).
Aufmerksame Leser dieses Blogs hat das nicht überrascht, weil hier schon 2014 die Kritik des Stadtrechnungshofes zitiert wurde
(Beratungsleistungen im KAV: Ein Millionengeschäft http://wp.me/p1kfuX-P9), der darstellte, dass der
KAV zwischen 2009 und 2012 unter diesem Titel 30 Millionen Euro ausgegeben hat;
Dass das Peanuts im Vergleich zu den PR-Ausgaben der Stadt Wien insgesamt sind (Als gäb’s kein Morgen und wär das Gestern nie passiert: Inserate eines Wr. Wohnbaustadtrats http://wp.me/p1kfuX-lC), ist klar, macht die Sache nicht weniger ärgerlich, wenn andererseits für dringliche Reinvestitionen kein Geld da ist.

Vermutlich wird auch das Ergebnis dieses IFES Auftrages uns nie im Original zugänglich gemacht werden, jedoch hätte ein kurzes Überfliegen der internen Mail-Kommunikation der KAV Ärzte (Mail-Salat: Man muss den Mut Wiens bewundern angesichts des Unmuts im KAV http://wp.me/p1kfuX-Tk) jeder der in den Workshops gestellten Fragen sehr einfach beantworten lassen …

Sollte es der Stadtregierung nur darum gegangen sein, ein Feigenblatt vor die eigenen Defizite zu bestellen, dann hätte man das Geld für das IFES lieber auch einer kreativen Werbeagentur überweisen können, die dann farbgesättigte Scheinwelten unter die Wähler bringt, so wie bei der Mahü, der Seestadt, …etc.

Sollte es aber doch darum gegangen sein, unter Umgehung der üblichen Einflüsterer die wirklichen Ansichten des eigenen Personals in Erfahrung zu bringen, dann hätte es eine billiger Methode gegeben.
Eine Methode, zu der jede Führungsperson ohne Millionenbudgets für externe Berater alltäglich greift:

Man befrage seine Mitarbeiter direkt und (je nach Kontrollspanne) glaubt den Informationen der Führungspersonen im Kerngeschäft und rationalisiert diese nicht einfach als scheinbare Blockierer weg.

Master-Betriebsorganisation im KAV: Da fährt die Eisenbahn drüber http://wp.me/p1kfuX-NS 
Weg mit den Primarii!
http://wp.me/p1kfuX-HX
Aufstand der Primarärzte: einfach wegadministriert http://wp.me/p1kfuX-U2

Wer aber einen Konzern wie den KAV wahlweise mit gewerkschaftsstämmigen Parteifreunden oder abgehoben Schreibtisch-Nerds führen lässt, benötigt für diese Erkenntnis vermutlich auch wieder einen externen Berater.

Written by medicus58

7. August 2015 at 17:51

Veröffentlicht in Allgemein, Gesundheitssystem

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So verlor die Ärztekammer jede Glaubwürdigkeit vor den Patienten und vermutlich auch vor den Ärzten

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Vor wenigen Tagen erklärte Stadträtin Wehsely erneut, dass die Ärztekammer KEIN Verhandlungspartner mehr ist, und sie sie nicht am verhandlungstisch benötige, da die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten ohnehin von Anfang bis zur rechtzeitigen Verlängerung der Betriebsvereinbarung alles freudig abgenickte, was vom Rathaus gewünscht wurde.

Kurz vor der Abstimmung über die Streikbereitschaft, zu der sich über 90% der Ärzte vor wenigen Tagen bekannt haben, erhört Wehsely aber überraschend die Eigeninitiative von drei Kammerfunktionären (Wahlgemeinschaft: Felke; Frohner Facharzt- und Turnusliste WSP; Hofmann Vereinigung) und legt kurz mit Sitzungsbeginn einen neuen Vorschlag vor, der (vorbehaltlich der Teile, in denen die Stadt Wien ihrer eigenen Dienstordnung widerspricht) „mit großer Mehrheit“ angenommen wird.
http://derstandard.at/2000018371401/Spitalsaerzte-Wehsely-sieht-Last-Minute-Einigung-Szekeres-Wollen-nicht-streiken

Damit akzeptiert die Standesvertretung aber

ein „Stillhalten zu Gehaltsfragen bis 2017“ (obwohl z.B. Teile des Pakets wie das Paket für Primarärzte noch gar nicht vorliegen),
den „Verzicht auf weitere Urabstimmungen zum vorliegenden Verhandlungspaket“ sowie
die „Einstellung sämtlicher Kampagnen zu einzelnen Punkten der Vereinbarung“.

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4767192/Aerztekammer-nimmt-ArbeitszeitAngebot-mit-Vorbehalt-an

Dass das offenbar ein abgekartetes Spiel war, wird allein schon dadurch deutlich, dass noch vor Sitzungsbeginn sich Stadträtin Wehsely von den Grünen (!) im Gemeinderat zum Stand der Verhandlungen befragen ließ, damit sie die freudige Botschaft einer Einigung verkünden konnte und der Wien heute Beitrag pünktlich um 19:00 fertig war: http://tvthek.orf.at/program/Wien-heute/70018/Wien-heute/10107951/Kein-Streik-keine-Entscheidung/10110888

Der Bericht benennt auch ganz klar, dass sich das Rathaus mit dem Plan Nachtdiensträder zu streichen bereits durchgesetzt hat:
Über hundert Nachtdiensträder wurden gestrichen.

Wie man auch immer zu den finanziellen Teilen des Paktes steht, hat die Ärztekammer in den letzten Monaten sehr viel Geld (ihrer Zwangsmitglieder) ausgegeben, um auf die für Ärzte und Patienten unerträglichen Zustände in den Wiener Gemeindespitälern hinzuweisen:

Da Sie diese Seiten bald nicht mehr sehen werden, gibt’s hier noch die Screenshots

Streik

http://gemeindespitaelerstreik2015.at/

AKHStreik

http://akhstreik2015.at/

schuetzen wir

http://schuetzenwirunserespitaeler.at/

Notstandspital

http://notstandspital.at/

Wenn diese „Kampagnen“ nun sang- und klanglos geschlossen werden müssen, ohne dass sich durch den Besoldungspakt an den Gangbetten, Ambulanzwartezeiten, … etc. , die die Patienten (völlig zu Recht) ärgerten, etwas strukturell geändert hat, könnten sich die Patienten etwas missbraucht vorkommen, so wie diejenigen, die 11719, die auf Gesundheit Ist Mehr Wert (https://gesundheitistmehrwert.at/) protestierten.

gesundheitwert

Wenn nun die Wiener Ärztekammer innerhalb weniger Tage sowohl mit den Krankenkassen als auch mit dem Rathaus ihren Frieden gefunden hat und sich brav einen Maulkorb umhängt, der ihre standespolitischen Möglichkeiten bis 2017 deutlich einschränkt, dann könnten sich auch einige Ärzte verschaukelt vorkommen und bis 2017 keine Kammerbeiträge mehr einzahlen wollen.

Wer jedenfalls verdient hat waren diejenigen, die in den letzten Wochen all die schönen bunten Internetauftritte gebastelt haben, aber auch für die kommt noch das dicke Ende.
Nochmals werden sie wohl kaum zum Zug kommen, denn
nach dieser Vollbremsung mit Salto rückwärts braucht die Ärztekammer in Zukunft wohl kaum mehr im Internet um Unterstützung bei unseren Patienten werben, das nehmen ihr die Patienten kaum ein zweites mal ab.

Nachtrag 3.7.2015: 
Wie vorhergesagt schauen folgende Sites schon heute so aus:
http://gemeindespitaelerstreik2015.at/

gemstreik

 

http://schuetzenwirunserespitaeler.at/

schuetzenwir

 

http://notstandspital.at/

notstand

 

 

Written by medicus58

2. Juli 2015 at 16:30

Ärztearbeitszeiten oder die Welt des ÖGB

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ÖGB-Präsident Foglar (SPÖ): Belastungen reduzieren – Arbeitszeit verkürzen
„Ich hoffe ja doch, dass in den Firmen soweit betriebswirtschaftliche Kompetenz vorhanden ist, dass sie ihren Arbeitsaufwand übers Jahr gesehen planen können – und dass sie nicht auf Kosten der Beschäftigten und ihrer Gesundheit ständig Sonderschichten vorsehen müssen.“
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130816_OTS0068/oegb-praesident-foglar-belastungen-reduzieren-arbeitszeit-verkuerzen

Foglars world       Meidlinger

 

Christian Meidlinger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG):
„Ein Streik im Gesundheitsbereich kommt für die Gewerkschaft nicht in Frage. „Ich sehe keine Notwendigkeit darin, in Wiens Gemeindespitälern für Chaos zu sorgen, wenn bereits ein ausverhandeltes Paket auf dem Tisch liegt“, so Meidlinger, der auch für die SPÖ im Gemeinderat sitzt.
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4750768/SpitaelerStreik-Gewerkschaft-gegen-Aerzte

Zur Erinnerung:

In dem angesprochenen „Pakt“ hat Gewerkschafter und SP Gemeinderat Meidlinger mit unterschrieben,
dass er sich verpflichtet die Ärzte zu einem Opt out zu bewegen, wenn der Betrieb der Krankenhäuser mit einer 48-Stundenwoche nicht mehr aufrecht zu erhalten ist und somit die von Ex-ÖGB Präsident und jetzigem Sozialminister Hundstorfer (
http://wp.me/p1kfuX-UX) ermöglichte Höchstarbeitszeitgrenze von bis zu 72 Stunden pro Woche erreicht werden kann.

Nach übereinstimmenden Wortmeldungen von Gesundheitsstadträtin Wehsely und Gewerkschafter Meidlinger hat ausschließlich die Ärztekammer die angestellten Ärzte verunsichert.

SPÖ: Bitte, bitte wählt uns ab …

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Herm

Esoteriker und Jünger der Alternativmedizin unter meinen Lesern (wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass dieser Blog sehr viele anspricht) wüssten, was mit den Sieben Hermetischen Prinzipien gemeint ist oder würden ihr Gedächtnis umgehend im Kybalion (http://de.wikipedia.org/wiki/Kybalion) auffrischen.

Den augenscheinlichen Todestrieb der SPÖ erklärten sie sich wohl mit dem zweiten Prinzip:

Prinzip der Analogie: „Wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie der Geist, so der Körper“.
Oder anders ausgedrückt: Die Verhältnisse im Makrokosmos entsprächen demnach denen im Mikrokosmos.

Man traut seinen Augen nicht, wenn ein SPÖ Landeshauptmann am Tag vor der Wahl seinen Rücktritt verspricht wenn er unter 30% Zustimmung bekommt und dann ohne weitere Erklärungen mit 29,3% den Anspruch auf den Landeshauptmannposten erhebt.
(http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4743966/Steiermark_OVP-und-SPO-behalten-ihre-Chefs)
Am 10.6. verlässt er dann zwar überraschend zurück, weil sich die ÖVP erfolgreich den Landeshauptmannsessel erpresst, was aber weniger die Verlässlichkeit der SPÖ restituiert als den unbedingten Willen an der Macht zu bleiben demonstriert.

Man reibt sich die Augen, wie die Genossen trotz der 2004 und 2014 am Parteitag paktierten Anti-FPÖ Linie im Burgenland nach dreitägigen Gesprächen eine SPÖ-FPÖ Koalitionsregierung schmieden und einen der prononciertesten Gegner einer Zusammenarbeit mit den F-en, SPÖ Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, gleich in diese Landesregierung aufnehmen. Darabos, der noch vor exakt einem Jahr über die APA ausrichten ließ, dass
Mit der FPÖ kein Staat zu machen ist
(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140526_OTS0176/darabos-mit-der-fpoe-ist-kein-staat-zu-machen), macht nun eine Landesregierung mit den Blauen.

Hermes Trismegistos und die Tempelschule des hermetischen Lichts der Weisheit (http://www.hermes-trismegistos.com/) nimmt es da kaum Wunder, dass sich dieser Wahnwitz im Großen auch auf der kleinen Baustelle des Wiener Gesundheitssystems fortsetzt:

Eigentlich ohne sachlichen Zwang, holte sich SPÖ Gesundheitsstadträtin Wehsely zusätzlich zur Ihr hörigen Gewerkschaft der Gemeindebediensteten unter der Führung eines SPÖ Gemeinderates, der den Karrierestapfen des SPÖ Sozialministers folgt, der 2014 das aktuelle Ärztearbeitsgesetz durchgeboxt hat (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UX )
auch noch den SPÖ Ärztekammerpräsidenten dazu, um ihre Vorstellungen vom neuen Ärzte-Entlohnungsschema durchzunicken.
(Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen http://wp.me/p1kfuX-Tm)

Wenn in den folgenden Wochen das Kleingedruckte der Vereinbarung von diesem Kammerpräsidenten, trotz redlicher Versuche nicht mehr abgeleugnet werden kann (Die Argumentationen des Präsidenten haben Unterhaltungswert http://wp.me/p1kfuX-UeLügt der Präsident? http://wp.me/p1kfuX-Ub) und er daraufhin seine Unterschrift zurückzieht, wird er von seiner Parteifreundin öffentlich hingerichtet (Lohn der Genossen: ÄK Chef Szekeres zum Abschuss freigegeben http://wp.me/p1kfuX-UT).

Kurz darauf lädt diese dann den Vizepräsidenten der ÄK zu „Nachschärfungen“ ein, und dieser schwärmt zur Verwunderung der KAV Ärzte sogleich medial von einer erzielten Teillösung.

Kurz vor der (wie vielten eigentlich?) Abstimmung in der Ärztekammer über das „nachgeschärfte und nachbesprochene Paket„, verkünden ungefragt die Sozialdemokratischen Ärzte unter der Führung eines Primars des Sophienspitals (Prof. Marcus Köller) übrigens aus einem Krankenhaus, das ohnehin geschlossen wird und das auf Grund seiner Struktur als besseres Pflegeheim vom Druck der Akutmedizin und andauernden Rettungszufahrten im Nachtdienst „nicht allzu sehr gestresst wird“, dass sie, die sozialdemokratischen Ärzte das Angebot der sozialdemokratischen Stadträtin annehmen
(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150603_OTS0145/sozialdemokratischen-aerztinnen-nehmen-verhandlungsergebnis-der-stadt-wien-und-der-wiener-aerztekammer-an).

Die Beschlussfassung erfolgte übrigens hinter dem Rücken des 1. Stv. Vorsitzenden der sozialdemokratischen Ärzte, niemand geringerer als Ärztekammerpräsident Szekeres, der aber im Gegensatz zur Euphorie seiner Gesinnungsfreunde seit Wochen gewichtige Zweifel am Verhandlungsergebnis geäußert hat, und der nun plötzlich, was auch immer das heißen mag „für die Zeit seiner Präsidentschaft die SPÖ Mitgliedschaft ruhend stellt“ (http://kurier.at/chronik/wien/aerztekammer-praesident-szekeres-stellt-spoe-mitgliedschaft-ruhend/134.501.882).

Gleich danach setzen die sozialdemokratischen Ärzte ihren Präsidenten Marcus Köller ab, der seine Trauerarbeit am selben Tag fünfeinhalb Minuten lang in der ZIB 24 ausleben darf: http://tvthek.orf.at/program/ZIB-24/1225/ZIB-24/9930840/Vorsitzender-der-sozialdemokratischen-Aerzte-im-Interview/9930874

Letztendlich führt uns das alles zum 6. Hermetischen Gesetz, dem Prinzip der Kausalität:
Zufall ist nur ein Begriff für ein unerkanntes Gesetz 

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