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Wien 2015: Wählen wir eigentlich Wehsely?

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Wes
Kann sein, dass das lauter werdende Knistern im Zeitungswald Zufall ist, aber bemerkenswert ist es schon:

Am 27.August schrieb der Standard die Wiener SPÖ Stadträtin Wehsely ansatzlos zur roten Nachwuchs-(!)hoffnung  hoch (http://derstandard.at/2000020734637/Sonja-Wehsely-Die-mit-den-Aerzten-kaempft):
Sonja Wehsely, 45, seit ihrem 14. Lebensjahr politischer Vollprofi, legt diesen rhetorischen Köder natürlich bewusst aus. Die Wiener „amtsführende Stadträtin für Gesundheit und Soziales“ ist keine schlechte Rednerin.

Und zitiert auch völlig unkritisch die Behauptung der Patientenanwältin Pilz (Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://wp.me/p1kfuX-wh) mit den anerkennenden Worten, dass Wehselyden KAV gut im Griff“ hätte,
was Insider – und nicht nur die bösen Ärzte – augenblicklich doch etwas differenzierter sehen würden (5. September – CARE Revolution Wien ruft zur Demonstration auf http://wp.me/p1kfuX-11G).

In der aktuellen Ausgabe des Falters (S. 14 39/15), schiebt Barbara Toth einen weiteren Jubelartikel nach und betitelt die 45-jährige Nachwuchshoffnung gleich einmal als Frau Bürgermeister?

Beide Artikel erwähnen eher überraschend die jüdischen Wurzeln der Großeltern väterlicherseits und deren Flucht Ende der 30-Jahre, ein Faktum, das die in Eigen-PR (https://www.sonja-wehsely.at/) nicht gerade untätigen Politikerin bislang noch nicht breitgetreten hat.
Beide Artikel loben Ihr Spitals- und Pflegekonzept 2030 und bejubeln, dass sie es gegen alle Warnungen (gegen die Ärzte) durchboxte, als wäre Beratungsresistenz ein anbetungswürdiges Charakteristikum eines Politikers.

Halten Sie mich für einen unverbesserlichen Paranoiker, aber zwei über weite Strecken inhaltsidente Politikerporträts knapp vor einer Wahl entstehen kaum spontan.

Dass Bürgermeister Häupl sein Versprechen wahr machen wird auch nach der Wahl im Amt zu bleiben, nehmen ihm die Wähler ohnehin nicht mehr ab (http://www.vienna.at/bleibt-haeupl-buergermeister/4458172), so dass die Suche nach einem Konkursverwalter des kommenden Wahlergebnisses nicht sehr verwundert. Bizarr ist aber allemal, dass auch Andreas Schieder, Wehselys Lebensgefährte (Meet SPÖs First Couple http://wp.me/p1kfuX-Jl) an anderen Bassenas und Waschtrögen als kommender Bürgermeister gehandelt wird und dies ein eigenartiges Licht auf den Genpool der Wiener SPÖ wirft, aber egal.

Erschreckend ist meines Erachtens jedoch, wie zwei der noch etwas qualitativeren Medien des Landes eine Erfolgsbilanz herbeijubeln, die für mich nur sehr schwer nachvollziehbar ist:

Wehsely war (gemeinsam mit dem OÖ LH Pühringer) sicher für große Teile der letzten österreichweiten Gesundheitsreform verantwortlich.

Die als Erfolg zu bezeichnen erscheint mir kühn. Bislang ist das alles ein überbürokratisierter Papiertiger ohne konkrete Verbesserungen in der täglichen Praxis.
Die Operette mit den Primärversorgungszentren, die nicht einmal über das Pilotstadium hinausgekommen sind, aber sofort gesetzlich verankert werden sollen (PHC: Für wie blöd halten uns die eigentlich? http://wp.me/p1kfuX-11t) ist da nur ein Mosaiksteinchen.
Potemkinsche Spitäler (http://wp.me/p1kfuX-n8),
eingeschränkte fachärztliche Versorgung, reduzierte, dislozierte Organisationsformen,  (Alter Wein in Englischen Schläuchen: AGB der Gesundheitsreform müssen her http://wp.me/p1kfuX-D7) entpuppen sich als
Downsizing der medizinischen Qualität und Rationierung.

und das Presseecho ist auch nicht gerade euphorisch:

Übervolle Ambulanzen, „Mystery Shopping“, teure Kuren. Der KURIER beantwortet die drängendsten Fragen.
http://kurier.at/politik/inland/gesundheitsreform-das-sind-die-baustellen-im-gesundheitswesen/147.006.271
Mit Trippelschritten zur Gesundheitsreform
http://derstandard.at/2000020820383/Mit-Trippelschritten-zur-Gesundheitsreform
Doch auch als Wiener Gesundheitsstadrätin hat die Nachwuchshoffnung gezeigt, wohin mit ihr der Hase in den Pfeffer läuft:

Was im Spitalskonzept 2030 als Zentrumsbildung verkauft wurde, stellt sich als reines Runterfahren und Aushöhlen heraus:
Dass die alten, kleineren Spitäler wie das Kaiserin Elisabeth Spital geschlossen wurden hätte zumindest wirtschaftlich gewissen Sinn gemacht, hätte man nicht kurz vorher noch Millionen in deren Renovierung (z.B. in moderne Operationssääle) gepulvert,
aber das Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration ( http://wp.me/p1kfuX-K9 ) begnügte sich nicht damit, neben dem AKH 6 Schwerpunktspitäler (Wilhelminen, KFJ, Hietzing, KFJ, SMZO) zu belassen, die jedes für sich die wesentlichen medizinischen Leistungen anbieten kann, sondern die Wiener Spitalslandschaft wird auf 3 Schwerpunktkrankenhäuser eingedampft, wo nur mehr ein Spitalspärchen (WIL/Hietzing, KFJ/RUD, SMZO/Nord) gemeinsam die Kriterien eines Schwerpunktspitals erfüllt, da in allen Spitälern Abteilungen ersatzlos geschlossen werden.
Wenn der Unfallchirurg vielleicht einen operativ versierten Augenarzt benötigt, egal.
Dermatologie? Genügt eine für ganz Wien.
Schilddrüsenuntersuchungen? Stellen Sie sich auf einige Monate Wartezeit ein.
Urologie
, vielleicht noch zwei?
Doppelprimariate wie die HNO mit nur einem Zweck, nämlich die eine Abteilung zu schließen.
Drei Onkologien für ganz Wien, recht auch.
Wozu braucht eine Kardiologie einen Herzkatheter?
Das Nord ist noch nicht eröffnet, aber man weiß schon, dass man nach ein paar Jahren die frisch eingezogenen Abteilungen wieder absiedeln wird!
Abteilungen werden kreuz und quer verschoben, die Projektpapiere des letzten Monats sind heute bestenfalls als Lachnummer geeignet, so überhaupt noch irgendwas schriftlich zu Gesicht bekommt.

Natürlich hat man davon bei der Präsentation des 2030-er Konzeptes von der Stadträtin nichts gehört. Ich befürchte, dass sie es zu dem damaligen Zeitpunkt nicht einmal selbst gewusst hat, vermutlich hat es sie auch nicht interessiert.

Und natürlich braucht der Norden Wiens ein Schwerpunktspital, aber die bisherige Baugeschichte des KH Nord als Erfolgsgeschichte zu verkaufen, fällt auch der Rathaus-PR-Maschine schwer (Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt http://wp.me/p1kfuX-X3).

Aber natürlich hat das Stadträtin Wehsely nicht allein geschafft. Seit Jahren umgibt sie sich mit unzähligen Beratern, die das öffentliche Krankenhaussystem sturmreif reformieren:

Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner ... http://wp.me/p1kfuX-cy
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs
Was der KAV vom Billa lernen kann oder Je suis IFES http://wp.me/p1kfuX-10X

Wird der KAV privatisiert? Ein Indizienprozess bei dem wir baden gehen. http://wp.me/p1kfuX-Y2

Wohin der politische Auf- oder Gegenwind Sonja Wehsely auch hinwehen wird, im Gesundheitssystem hat sie gezeigt, worauf es ihr ankommt. Wenn alle politischen Stricke reißen, wird sich schon irgendjemand dankbar erweisen, für die eröffneteten Geschäftsfelder.
Beängstigend, wenn das Standard und Falter dem Wähler vernebeln.

I had a Dream: KAV for Sale http://wp.me/p1kfuX-L1

Written by medicus58

23. September 2015 at 18:03

Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt

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Wir bauen ein Spital im Norden,
wissen aber nicht wo (Heeresspital, ÖBB Gründe, …) ,
bauen aber in jedem Fall auf belastetem Untergrund,
Verschieben stetig Baubeginn (2010, 2011, ) und Betriebsbeginn (2011, 2015, 2017, ..) vor uns hin,
wissen nicht für wie viele Betten (450, 750, 785, 800, 850),

und haben kein Geld dafür und
suchen daher unter befreundeten Konsortien
jemand der uns das Geld vorstreckt (PPP),
suchen einen Generalplaner und machen es dann doch selbst ….

Welche Abteilungen wir aus anderen Spitälern abgesiedeln ändern wir je nachdem,
ob welche Immobilien (Steinhof, KH Hietzing, Gersthof…) wir wie verwerten wollen und  können
und auf diesem Weg gehen uns immer wieder ein paar Leute verloren

Wenn das aktuelle Profil titelt: 

Das Wiener Bauprojekt Krankenhaus Nord gerät aus den Fugen
http://www.profil.at/wirtschaft/wiener-bauprojekt-krankenhaus-nord-fugen-5625753

fehlt dem Uneingeweihten die Historie. Das soll hier kursorisch nachgetragen werden: 

KH NOrd

Copyright: http://visualbox.at/PDF/KHN.pdf

8.2.2005
In Wien-Floridsdorf wird bis zum Jahr 2011 ein neues Krankenhaus Nord mit 450 Betten entstehen. Das hat Sozial- und Gesundheitsstadträtin Renate Brauner (S) am Freitag im Rahmen der Klubtagung der Wiener SPÖ in Rust bekannt gegeben.
Nach 2011 könnte eine zweite Ausbaustufe mit weiteren 250 bis 300 Betten entstehen. Finanzieren will Brauner das Krankenhaus unter Einbindung privater Partner. In die ambulante Versorgung sollen die niedergelassenen Ärzte in Kooperation mit der Wiener Ärztekammer eingebunden werden.
Kosten: 250 bis 300 Mio. Euro
Wo genau es in Floridsdorf errichtet wird, ist noch offen. Das Heeresspital sei einer der möglichen Standorte, so die Stadträtin.
http://www.news.at/a/wiener-spitaeler-neues-krankenhaus-floridsdorf-2011-105577

2006 hat der KAV ein Auswahlverfahren zur Standortsuche durchgeführt, bei dem sich Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer gemeinsam mit Projektbetreiberinnen und Projektbetreibern um den Zuschlag bewerben konnten.

12. 2006
Im Dezember 2006 wurde die Eröffnung des Krankenhauses Nord für 2011/2012 projektiert, ein Jahr später revidierte man die Eröffnung auf 2013/2014. Laut Kontrollamt wird nun aktuell Mitte bis Ende 2015 mit der Inbetriebnahme gerechnet. Ein realistischer Zeitpunkt für die Inbetriebnahme des KH-Nord ist wohl eher Anfang der 20er Jahre angesiedelt.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100527_OTS0259/vp-korosec-ad-wehsely-emergency-room-ist-der-kav-auf-dem-weg-dorthin

aber greifen wir nicht vor

7.12.2007
Am 5. 5. 2006 wurde die EU-weite Ausschreibung des Krankenhauses Nord veröffentlicht. Inhalt der Ausschreibung ist die Suche eines Partners, der über ein geeignetes Grundstück verfügt, Kenntnisse zur Errichtung eines Krankenhauses besitzt und ein Finanzierungskonzept vorlegen kannDerzeit ist das Verhandlungsverfahren in der 2. Phase. Im März 2008 wird eine Vergabeentscheidung über einen Standort erwartet.
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?ID=11325

21.2.2008
„Der Standort für das neue Spitzenspital, das ab 2010 im Norden Wiens entstehen wird, ist fix„, erklärten heute Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag. Renate Brauner und Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag. Sonja Wehsely im Rahmen der SPÖ-Klubklausur in Rust. Das neue Spital im Norden Wiens wird rund 850 Betten zählen und neue Standards setzen.
http://www.wien.gv.at/rk/msg/2008/0221/017.html

Kritik, dass die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ungenügend wäre, wurde lange schroff vom Tisch gewischt, aber

Ende November nahm der Gemeinderat völlig überraschend mit den Stimmen der SPÖ- Gemeinderäte einen Antrag der ÖVP an, in dem einmal mehr die Verlängerung der U6 nach Norden verlangt wurde, zumindest bis zum Krankenhaus. Die SPÖ-Stadtregierung reagierte darauf verhaltenDie Stadt hatte die U6-Verlängerung entlang der Brünner Straße bereits 2003 geprüft und zeitlich nach hinten verschoben, da das Gebiet zu dünn besiedelt ist. Stattdessen soll die auf der Brünner Straße fahrende Straßenbahnlinie 31 beschleunigt werden. Mit dem Antrag wird die Variante jetzt zumindest noch einmal überprüft werden.
http://wiener-untergrund.at/planungen-u6nord.shtml

Im Jahr 2008 wurde vom Wiener Krankenanstaltenverbund in Kooperation mit der Architektenkammer ein offener, EU-weiter, zweistufiger Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Im Auswahlverfahren setzte sich ein Konsortium aus Porr/Siemens/Vamed mit einem Grundstück an der Brünner Straße nördlich der B3 durch.  Den Architekturwettbewerb gewann das Team um Architekt Albert Wimmer.
https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/krankenhausnord/

Aber …..

31.3.2010
Bisher wurde mit dem Bieterkonsortium Porr/Siemens/Vamed verhandelt – Nun wird doch nach einem Generalunternehmer gesucht
Kosten, Zeitplan, Qualität – an diesen drei Faktoren werde sich beim Bau des Krankenhauses Nord nichts ändern, versprachen Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) und der Generaldirektor des Krankenanstaltenverbundes (KAV), Wilhelm Marhold.
Sie präsentierten am Mittwoch überraschend eine neue Finanzierungsvariante für den Spitalsneubau in Floridsdorf:
Die Europäische Investitionsbank (EIB) gewährt der Stadt einen Kredit in der Höhe von 300 Millionen Euro, auch der Rest der für den Krankenhausbau veranschlagten 825 Millionen Euro soll über Kredite finanziert werden.
Das sogenannte PPP-Modell – also eine Public Private Partnership – ist damit vom Tisch.
Bisher hatte der KAV mit dem Bieterkonsortium Porr/Siemens/Vamed verhandelt, das das Krankenhaus bauen hätte sollen. Die Stadt hätte das fixfertige Spital dann geleast.
Warum genau es keine Einigung mit dem Konsortium gab, dazu wollten sich die Stadträtin und der KAV-Direktor nicht äußern. Man habe aber von Anfang an zwei Varianten verfolgt und sich jetzt eben für den Generalunternehmer entschieden. ‚
Die bisher von Porr/Siemens/Vamed erbrachten Leistungen wie Probebohrungen, Grundwasseruntersuchungen und diverse Planungsleistungen würden mit 9,2 Millionen Euro abgegolten. Eine Schadenersatzklage des Konsortiums sei vertraglich ausgeschlossen.
Ab Jahresende 2010 wird dann der Generalunternehmer EU-weit gesucht, bis Mitte 2011 soll das Millionenprojekt vergeben werden. Am Zeitplan ändere das nichts, 2015 wird der Teilbetrieb starten, ist Marhold optimistisch.
Auch an den Gesamtkosten von 825 Millionen Euro soll sich nichts ändern – diese Kalkulation erfolgte freilich auf der Preisbasis 2007.
Was die Kosten für den Krankenhausbau betrifft, rechnet Korosec (VP) mit einer bis 1,3 Milliarden Euro.

Die Grünen sind froh, dass die Europäische Investitionsbank die Stadträtin „zur Vernunft gebracht“ habe, schließlich sei deren Finanzierungszusage an eine korrekte EU-weite Ausschreibung gebunden.
http://derstandard.at/1269448663185/Wien-Krankenhaus-Nord-wird-neu-ausgeschrieben

Zwischenzeitlich bedienten wir den Boulevard mit Anklängen an „Nespresso-George„:

27.5.2010
Weniger Warten, kein Kompetenzwirrwarr: Das soll die Notaufnahme des Krankenhauses Nord bieten, österreichweit als einziges Spital mit echtem „Emergency Room“ „Sie kennen das vielleicht aus dem Fernsehen“, sagt Wilhelm Behringer, wenn er das Konzept der Notaufnahme erklärt, die im Krankenhaus Nord eingerichtet werden soll.
http://derstandard.at/1271377653162/Mai-2010-Der-Emergency-Room-am-Nordrand

Auch 2011 wird Prof. Behringer noch „über die Planung einer innovativen und effizienten Erstversorgung im Krankenhaus Nord in Form einer zentralen Notfallabteilung“ sprechen (http://www.medmedia.at/das-medizinprodukt/management-emergency-room/).
Intern war es eine ausgemachte Sache, dass Behringer („In Österreich dauert alles immer etwas länger“, beklagte Behringer) das Modell vorerst im neuen Spital in Floridsdorf umsetzen wird (KAV-Sprecherin: „Das ist mehr als eine Empfehlung.“ http://www.krone.at/Wien/KH_Nord_will_neue_Wege_in_Notfall-Versorgung_gehen-Vorbild_USA_und_Co.-Story-201896)

Im „Doktor in Wien“ vermeldet noch am 4/2015 die Ernennung Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Behringer als Primarius im SMZ Floridsdorf (Abteilung für Notfallmedizin)
(http://www.progipark.com/AEK/DIW042015/HTML/files/assets/common/downloads/publication.pdf) jedoch hat er zu diesem Zeitpunkt den KAV schon längst wieder verlassen: http://www.wienkav.at/kav/flo/medstellen_anzeigen.asp?ID=3310

In den letzten Jahren haben aber auch eine Reihe anderer Personen (frei-)willig oder unwillig das Handtuch geworfen:
der für die Finanzen und für die Umsetzung des Neubaus zuständige StV-GD Dr. Maximilian Koblmüller wurde 2013 nicht mehr verlängert
Projektleiterin Mag. Alexandra Loidl-Kocher ließ sich karenzieren, verließ im Dezember 2013 den KAV, um inzwischen in der Wiener Standortentwicklung WSE (einem Teil der Wienholding) zu wirken (http://www.wse.at/#Team/424)
GDir. Wilhelm Marhold hat sich im Mai 2014 eher plötzlich in den Ruhestand versetzen lassen (Warum ordiniert der Generaldirektor wieder? http://wp.me/p1kfuX-Jg)
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140724_OTS0134/fp-lasar-pannenserie-im-kh-nord-reisst-nicht-ab

2.7.2014
Die aktuellen Prognosen der Wiener Stadtregierung belaufen sich für den Neubau in Floridsdorf auf 954 Millionen €. In der ersten Planungsphase war noch von 300 Millionen € die Rede – allerdings für eine geringere Bettenzahl.
Zehn Firmen haben zu ihrer Absicherung eine Beweissicherung des Status quo auf der Baustelle beantragt. Die beauftragte Rechtsanwaltskanzlei Willheim Müller bestätigt entsprechende Berichte der Presse und der Bauzeitschrift A3. Es handelt sich um die Unternehmen Bacon Gebäudetechnik GmbH & Co. KG, Cofely Gebäudetechnik GmbH, Elin GmbH & Co. KG, Klenk & Meder GmbH, Herbsthofer GmbH, Ortner GmbH, Caliqua Anlagentechnik GmbH, Wieselthaler GmbH, Markus Stolz GmbH und LSG Building Solutions GmbH.
Parallel dazu laufen Gespräche mit dem Bauherrn KAV (Krankenanstaltenverbund) zur Verbesserung der Baustellenkoordination, so die Auskunft der Kanzlei gegenüber dem WirtschaftsBlatt. Bei der Baustelle Krankenhaus Nord wurde kein Generalplaner im eigentlichen Sinn eingesetzt, sondern man hat viele einzelne Firmen beauftragt, was zu einem besonders hohen Koordinationsaufwand führt. Die von der Kanzlei vertretenen Unternehmen wollten sichergehen, dass sie nicht für Dinge haften müssen, für die sie nichts können.
http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/oesterreich/wien/3829942/-Beweissicherung-auf-der-Baustelle-Krankenhaus-Nord

20.8.2014
Ein „Wohlfühlspital“ soll es werden. Ein „Spital der Zukunft“, Vorbild für alle anderen europäischen Länder. Ein „Kempinski, in dem die Patienten wie in einem Hotel ein- und auschecken“. Die vorläufige ärztliche Direktorin des seit 2012 im Bau befindlichen Wiener Krankenhaus Nord, Sylvia Schwarz, kann ihre Begeisterung nur schwer verbergen. Man wolle weg vom „Rund-um-die-Uhr-Betrieb“. Die Behandlungszeiten sollen zukünftig tagsüber sein.

und für  Eingeweihte wurde damals schon klar, was seit dem 1.1.2015 im KAV explodieren wird ….

Das werde zwangsläufig auch eine Veränderung der Dienstzeiten zur Folge haben. Die Abschaffung der 25-Stunden-Schichten für medizinisches Personal sei denkbar, so Schwarz.
http://derstandard.at/2000004566541/Krankenhaus-Nord-koennte-ueber-eine-Milliarde-Euro-kosten

21.8.2014
Probleme mit der Statik
Einerseits mussten Statikpläne nachträglich korrigiert werden, andererseits schlitterte die mit dem Fassadenbau beauftragte Firma in Insolvenz, was zu Zeitverzögerungen geführt hat.
Um Zwischenfälle künftig zu vermeiden, holt sich der KAV als Bauherr externe Unterstützung. Mit drei Partnerunternehmen wurden Rahmenverträge geschlossen, um Koordinationsleistungen punktuell zukaufen zu können, berichtete Balazs.
Voll funktionstüchtig soll das Krankenhaus – gerechnet wird mit 46.000 stationären Aufnahmen und 250.000 Ambulanzbesuchen pro Jahr – noch im Laufe des Jahres 2016 sein.

Marhold geht und sein Nachfolger weiß, wie man ein Spital führt:

1.11.2014
Hurra, Terminambulanz! Ein Geschenk vom frisch gebackenen KAV Chef http://wp.me/p1kfuX-RP

14.1.2015
Wien: Prüfbericht kritisiert Spital Nord
Das Spital Wien-Nord wird 2016 nicht in Vollbetrieb gehen, der Kostenrahmen hält nicht. Das zeigt der Prüfbericht des Wiener Stadtrechnungshofes auf, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.
http://diepresse.com/home/panorama/wien/4638593/Wien_Prufbericht-kritisiert-Spital-Nord

3,6 Steuermillionen bei Spitalsbau verschwunden
wie der aktuelle Stadtrechnungshofbericht zum Krankenhaus Nord zeigt. Unter anderem wurden hier bei knapp einer Milliarde Gesamtkosten 3,6 Millionen Euro versenkt.
http://www.krone.at/Wien/3.6_Steuermillionen_bei_Spitalsbau_verschwunden-Aufgedeckt-Story-434832

 

25. 4 2015

Aus Sicht des KAV bleibt es dabei, dass das Krankenhaus Nord im Jahr 2017 in Betrieb gehen wird, das ist gemeinsames Ziel des KAV und der Firmen und Arbeitsgemeinschaften, die an der Errichtung beteiligt sind.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150425_OTS0044/krankenhaus-nord-groesstes-infrastrukturprojekt-in-wien-gut-aufgestellt

und da war dann noch:

Die Einschau zeigte, dass von der Unternehmung „Wiener Krankenanstaltenverbund“ die Entscheidung hinsichtlich der Realisierung eines Unit-Dose-Systems insbesondere auf Basis einer von Unwägbarkeiten geprägten Machbarkeitsstudie getroffen wurde. Das mit der Realisierung eines Unit-Dose-Systems verbundene Projekt wurde nach einer fünfjährigen Projektabwicklung eingestellt bzw. nicht weiterverfolgt. Dies resultierte vor allem daraus, dass die Entwicklung einer Verordnungssoftware als integrierendes Segment des Unit-Dose-Systems scheiterte.
http://www.stadtrechnungshof.wien.at/ausschuss/01/01-07-StRH-V-KAV-1-14.pdf

 

Unwahrscheinlich, dass Sie bis hierher durchgehalten haben, also hören wir auf …

Wer auch immer den Knopf gedrückt hat: Notstandspital ist Online

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Kürzlich wurde hier berichtet, dass es die neue Kummernummer für Spitalspatienten nur sehr kurz ans Licht der Öffentlichkeit geschafft hat, nachdem sich ÄKVP Leitner dadurch in seinen Verhandlungen mit der Stadträtin gestört gefühlt hat:
Wiener Ärztekammer: vorübergehend geschlossen? http://wp.me/p1kfuX-Vb.

Jetzt, am Tag der Demo hat es die Seite wieder ins Netz geschafft:

AUFREGEN! ANREGEN! POSTEN! NATÜRLICH ANONYM.

Notstand

Notstandspital 1a

 

Written by medicus58

23. März 2015 at 07:50

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