Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Hacker spricht

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Aus ist es mit der medienscheuen Verteilung eines Milliardenbudgets im FSW,
Peter Hacker sprach diese Woche flächendeckend mit den Medien.
Noch im Jänner des Vorjahres (Wenn DIE Hackn nicht einmal der Hacker will !?!) tat sich dieser Blog äußerst schwer zitierbare Fakten über das „Urgestein des Wiener Sozialsystems“ zu finden und auch als ihn die Hackordnung in der Wiener SPÖ an die Spitze des Gesundheits- Sozial- und Sportresorts drängte war da nicht mehr zu lesen als die Klarstellung des neuen Bürgermeisters (So geht Neuanfang? Geht so Neuanfang?) im Falle von Meinungsverschiedenheiten das letzte Wort zu haben (haben zu wollen).

Nun gab es aber eine offenbar koordinierte Medienkooperation und Heute (Gerda Mackerle, Claus Kramsl), Kurier (Josef Gebhard)Krone (Michael Pommer), Presse (Ulrike Weiser, Martin Stuhlpfarrer), Wiener Zeitung (Christian Rösner), Falter (Florian Klenk, Josef Redl), schauTV. und Wien heute (ORF 2 Paul Tesarek) verbreiteten Hackers erste Wortspenden.
Auch wenn da nicht alle, sehr wohl aber die auflagenstärksten Medien (Heute, Krone, Kurier) die selbe Wuchtel (ab sofort gibt  es nur einen Energetiker und der bin ich) in die Headline hieven, spürt man in allen Interviews, dass sich da nicht jemand erst daran gewöhnen muss Schlagzeilen-fägige Aussagen zu machen:

Ich habe ein bisschen eine Ahnung davon, was gutes Management ist und weiß, was die Verantwortung eines Managers ist.
(Botschaft = ich bin was Neues (nach Jahrzehnte im Roten Wien), ich bin kein Politiker sondern Technokrat (das zieht seit den 80ern)

Ich finde Wien geil, ich bin ein geborener Wiener. Wien ist die geilste Stadt der Welt.
(Botschaft = Ich bin einer von Euch und rede noch so, wie wir redeten als wir jung waren (in den 80ern))

Mein Fokus liegt auf der Zukunft, nicht in der Vergangenheit.
(Botschaft = Schwamm drüber, ich kann damit nicht angepatzt werden, weil ich doch im FSW gar nix mit Gangbetten zu tun hatte …)

Gangbetten sind aber eine Frage des Managements vor Ort.
(Botschaft = habe ich vom Ex-KAV GD Marhold gelernt und weil ich doch im FSW gar nix mit Gangbetten zu tun hatte …)

Da spürt man, dass da jemand weiß wie das medial geht, insbesondere wenn er zu den Mindestsicherungsplänen der türkis-blauen Bundesregierung anerkennend urteilt:
PR-mäßig machen die Burschen echt einen guten Job.

Im Detail wird es dann aber wie gewohnt etwas indifferent.

Für den KAV wünscht sich Hacker (wer nicht) klare Führung und eine klare Verantwortungsteilung innerhalb des Managements und er werde sich „noch diese Woche mit der Materie beschäftigen„, ob er den schon in Begutachtung befindlichen Gesetzesentwurf zur „Ausgliederung“ des KAV nicht noch zurückpfeifen und umschreiben werde, damit „wieder ein gutes Gefühl in die Krankenhäuser einzieht„. Zwar ein gutes Signal für die fast 30.000 KAV Mitarbeiter, aber hinterfragbar, was der Gesundheitsmanager innerhalb einer Woche noch eruieren kann, was er nicht schon bisher oder spätestens bei seiner Zusage an Ludwig „die Hackn zu machen“ wissen hätte müssen!

Irgendwie spießen sich die medial vermittelten Rollen eines erfahrenen Gesundheitsmanagers im Auftrag der Stadt Wien mit dem Manager, der sich das nun mal anschauen muss.
Oder anders ausgedrückt:
Ich bin neu, habe das aber (ohne einschlägige Ausbildung) durch Erfahrung gelernt.
Ich bin kein Politiker, verbrachte aber mein gesamtes Leben im Dienste der Politik.

Das wirkt alles ebenso inkongruent wie die 3 Wochen Zeit, die er der KAV Führung geben wird, um ihm eine Risikoanalyse zum KH Nord vorzulegen;
wenn diese nach all den internen und externen Analysen jetzt der GD noch immer nicht klar ist, werden’s das auch in weiteren drei Wochen nicht da’heben.
Die Stadt Wien hat den AKH-Direktor Wetzlinger schließlich gerade wegen seiner Erfahrung auch in die KAV GD geschickt und er selbst ist stolz , dass er als einer von wenigen Spitalsmanager innerhalb eines Berufslebens gleich zwei Großspitäler eröffnen wird (Klinikum Klagenfurt, KH Nord).

Auch wenn sich einiges im äußeren Erscheinungsbild Peter Hackers geändert hat, im Ggs. zu unserem Titelbild ist der Bart nun ab, sein etwas hedonistischer Zugang zu seinem Job scheint über all die Jahre gleich geblieben zu sein. Vor über einem Jahr fand ich nur eine mediale Wortmeldung, der diesen sehr persönlichen Zugang zu seinem Job charakterisierte:

Der Flüchtlingskoordinator leistet sich „als wirklich einzigen Luxus in meinem Leben einen teuren Audi, für den ich hart gearbeitet habe“. Das Modell wird verschwiegen, aber: „Mein Audi kann all das, wovon die Generation K.I.T.T., aus der ich komme, immer geträumt hat.“
http://derstandard.at/2000036468282/Was-mich-bewegt-Peter-Hacker-Fluechtlingskoordinator

Förderte die aktuelle Medienoffensive doch etwas mehr zu Tage (Zitat Falter):
Ich habe nach der Matura und nach dem Bundesheer einen Job gesucht, der es mir ermöglicht, so viel Geld zu verdienen, um mir das zu leisten, was mir zum damaligen
Zeitpunkt wichtig war: Musik zu machen.

In mehreren der oben genannten Interviews weist er darauf hin, dass er als Stadtrat weniger verdienen wird, als als FSW Manager.

Persönlich ist mir solche Offenheit ja eigentlich sympatischer als der oft nur vorgegebene Altuismus anderer in der Politik, nur erinnert Hackers Lebensweg doch irgendwie an das Berufsmodell unseres Bundeskanzler Kurz: Nach der Matura ohne weitere Ausbildung in die Politik aber trotzdem als Experte für einen Neuanfang verkaufbar …

OK, da ist schon ein Altersunterschied zwischen Hacker (Baujahr: 1963) und Basti Kurz (Baujahr: 1986):
Hacker nabelte sich gerade von der Wohnungskommission der Stadt Wien ab und kam in Zilk’s Vorzimmer als Basti von seiner Mutter abgenabelt wurde, nur nimmt es schon irgendwie Wunder, wie man sich heute medial als politischer Neuanfang inszenieren kann …

Welche Weichenstellung ein Bundeskanzler Kurz wirklich geschafft hätte
Die kurze Begegnung mit dem Kurz-Wähler
Kurz rockt

Wenn DIE Hackn nicht einmal der Hacker will !?!

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hacker

Die Bassena wusste es schon seit Wochen und die Presse greift es seit November immer wieder auf: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/5150529/Michael-Haeupls-Drahtseilakt :

Peter Hacker. Der Chef des Fonds Soziales Wien (FSW) soll Wehsely als Gesundheitsstadtrat nachfolgen – oder den Wiener Krankenanstaltenverbund übernehmen.

Grund sich einmal mit nach Originalton einiger SP-Granden „einem der besten Manager des Landes“ näher zu befassen, auch wenn dieser bislang abstritt, einen der angesprochenen Schritte ins politische Rampenlicht überhaupt zu beabsichtigen.

Googelt man sich durch das Netz fällt auf, dass es kaum Fakten über den Mann gibt, der als FSW- Chef im Auftrag der Stadt Wien einen Milliardenumsatz koordiniert.
Keiner spricht übrigens auch davon, dass das chronische Gangbettenproblem des KAV u.a. auch auf die schleppende Übernahme der Pflegefälle durch den 2003 gegründeten FSW (Fond Soziales Wien) verursacht wird.
(Indische Betten: Die Betten am Ende des Ganges (Director’s Cut) https://medicus58.wordpress.com/2017/01/11/indische-betten-die-betten-am-ende-des-ganges-directors-cut/)

Aus den, für einen Spitzenmanager beachtlich dürftigen Informationen lässt sich sagen:

Hacker trat 1982 in den Dienst der Stadt Wien und wurde
1985 von Bürgermeister Zilk als persönlichen Berater installiert.
Dann Drogenkoordinator (1992-2003),
ab 2001 FSW Chef und
seit 2015 Wiener Flüchtlingskoordinator,
waren die weiteren Karriereschritte, so dass Hacker inzwischen der Dreh- und Angelpunkt einer ausgelagerten Sozialpolitik und Flüchtlingspolitik des Roten Wien ist, die im Bewusstsein der meisten Wiener als noch „im Rathaus“ angesiedelt empfunden wird.

Deshalb ist es umso bemerkenswerter, dass er kaum digitale Fußabdrücke hinterließ. Bei einer anderen der „grauen Wiener Eminenzen„, dem aktuellen Magistratsdirektor (Dr. Erich Hechtner) ist z.B. Googel viel gebefreudiger ….

Das was jetzt mit dem KAV geplant ist, eine Auslagerung insbesondere der Mitarbeiter, ist mit dem FSW schon längst abgeschlossen, so gesehen wäre Hacker aus Sicht der Wiener SPÖ sicher der ideale Macher.

Dem Zehnjahres-Jubiläums-Folder entnimmt man, dass allein 2004 der FSW 70 auf 700 MitarbeiterInnen gewachsen ist, Tochterfirmen gründet, obwohl in vielen Fällen eigentlich nur Aufträge an Dritte verteilt, also gar nicht selbst Leistungserbringer ist (http://zeitreise.fsw.at/)

Natürlich ist Hacker auch beim jüngsten Geniestreich der Gesundheitsreform dabei, dem Wiener Pilotversuch des Teweb, der medizinischen Kummernummer, die Patienten vor Selbstzuweisungen abhalten soll:
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/842863_Eine-Nummer-fuer-alle-Faelle.html 

(Vergleiche auch: Drücken Sie die 1 wenn Sie krank sind oder die 0 wenn sie tot sind https://medicus58.wordpress.com/2014/07/02/drucken-sie-die-1-wenn-sie-krank-sind-oder-die-0-wenn-sie-tot-sind )

Auch hier geht es um nicht wenig Steuergeld ….

Die Kosten für die Errichtung und den laufenden Betrieb in der Probephase in den drei Bundesländern werden vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger mit drei Millionen Euro beziffert, wobei 2,5 Millionen Euro durch die Sozialversicherung erbracht und die restlichen 500.000 Euro zwischen den Partnern Bund, Pilotländer und Sozialversicherung gedrittelt werden.
http://oesterreich.orf.at/stories/2792712/

Hacker steht also in Wien immer mehr im Zentrum einer zwar ausgelagerten aber unter dem Deckmantel der Stadt Wien fungierenden Sozialpolitik und prädestinierte sich schon bei seiner Installierung als FSW Chef Schönredner solcher Auslagerungen. Die damaligen Wortspenden kommen einem doch bekannt vor, nicht?

„Es war klar, dass wir aus den traditionellen Organisationsformen ausbrechen müssen, um völlig neue Wege zu gehen.“ Peter Hacker, FSW-Geschäftsführer

„Es war die grundlegendste Veränderung, die das Gesundheits- und Sozialwesen im letzten Jahrzehnt erfahren hat. Ich war absolut überzeugt, dass es in der Person Peter Hacker liegt, dass diese Idee zum Erfolg geführt wird. Heute sehe ich, dass ich Recht behalten habe.“
Elisabeth Pittermann, ehemalige Stadträtin für Gesundheit und Spitalswesen

„Zum einen ging es damals darum, die auf mehrere Ressorts verteilten Zuständigkeiten zu bündeln. Außerdem wollten wir trennen zwischen der Finanzierung der Leistungen und der Aufsicht und Überprüfung.“
Sepp Rieder, ehemaliger Vizebürgermeister

Er scheint auch ein eiserner sparer, was all die Einrichtungen, die am Trop der Förderungen hängen bestätigen:

„Wir haben erst lernen müssen, alles zu berechnen und vorzulegen. Unsere Verhandlungsbasis war immer gut, gekämpft haben wir trotzdem.“
Schwester Josefa, ehemalige Generalökonomin Barmherzige Schwestern

Insgesamt verwaltet und verteilt Hacker laut Medienberichten ein Jahresbudget von fast 1,5 Milliarden €.

„Mit diesem Modell gelingt es dem FSW, die Steuergelder noch besser und wirtschaftlicher einzusetzen.“
Alexandra Nuster, Leiterin Controlling

2012 sah es Grünen-Schattenchef Ellensohn aber noch kritischer:

Klubobmann David Ellensohn kritisiert im Heute-Gespräch vor allem die massiven Kostensteigerungen in den Führungsetagen und den offenbar nur sehr dezent ausgeprägten Sparwillen: „Die Kosten für den Bereich Geschäftsführung und Stabsstellen haben sich von 2009 auf 2010 um rund zehn Millionen Euro exorbitant erhöht“, so der Grünen-Klubchef.
Betrugen die Aufwendungen im Jahr 2009 „nur“ 19,4 Millionen Euro, waren es im Jahr darauf bereits 29,5 Millionen Euro. Schwarz auf weiß dokumentiert im Rechnungsabschluss. Interessantes Detail rund um die „Grundversorgung“: Sie wurde vom FSW an die Caritas ausgelagert. http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/Harte-Kritik-der-Gruenen-an-Fonds-Soziales-Wien;art23652,655110

Medial taucht Hacker aber nur sehr selten auf.
Im Auto-Standard z.B., um sich als kompromissloser Audi-Nutzer zu outen, dem die Grüne Verkehrspolitik am Auspuff vorbei geht ….

Der Flüchtlingskoordinator leistet sich „als wirklich einzigen Luxus in meinem Leben einen teuren Audi, für den ich hart gearbeitet habe“. Das Modell wird verschwiegen, aber: „Mein Audi kann all das, wovon die Generation K.I.T.T., aus der ich komme, immer geträumt hat.“
http://derstandard.at/2000036468282/Was-mich-bewegt-Peter-Hacker-Fluechtlingskoordinator

 

Written by medicus58

12. Januar 2017 at 21:21

Ärztestreik, geh bitte …

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Streikabstimmung a

Wir schrieben 2015
Streikabstimmung: Die Frage – Die Forderungen https://medicus58.wordpress.com/2015/06/19/streikabstimmung-die-frage-die-forderungen/
Schau dir „AKH Streik 2015“ auf YouTube an https://medicus58.wordpress.com/2015/05/12/schau-dir-akh-streik-2015-auf-youtube-an/ 
S=T=R=E=I=K https://medicus58.wordpress.com/2016/07/04/streik/
und streikten dann doch nicht ….

Wir stimmen 2016 schon wieder ab

Protest ja

und die Forderungen sind ziemlich ähnlich.

Kein Wunder, dass selbst einige, vor allem jüngere Kollegeninnen und Kollegen sich fragen, ob das Sinn macht und ob Ihnen bei allfälligen Vertragsverlängerungen ein allfälliges „JA“ nicht schaden könnten (Fall Rainer).
Trotz dzt. in den Kinos laufender und gar nicht so schlecht gemachter „Informationsfilmchen“, glaube ich, dass viele Bürger noch viel weniger verstehen werden, weshalb in Wien die Ärzte streiken sollen.

Eine detaillierte Begründung für mein JA zu einem Streik werde ich noch zeitgerecht nachliefern (die Abstimmung läuft ja noch), aber ungeachtet allfälliger Ressentiments, was die Ärztekammer bzw. einige ihrer Mandatare mit diesem Votum dann wieder machen, wäre ein Streik vielleicht die letzte Möglichkeit unsere Mitbürger (und Steuerzahler) darauf aufmerksam zu machen, dass nun hinter Ihrem Rücken das öffentliche Gesundheitssystem so herunter gefahren wird, wie das Pensionssystem.

Die Politik des „Irgendwie“ – und ihre Nebenwirkungen
Die Umstellung der Ärztearbeitszeit wird in Wien mit der Härte der Eiligen vollzogen. Das ist weder aus Patienten- noch aus Steuerzahlersicht lustig.
http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/5067602/Die-Politik-des-Irgendwie-und-ihre-Nebenwirkungen

Alle Befürchtungen (Bettenreduktionen, Abteilungsschließungen, Personalreduktion, Budgetreduktionen, Dienstpläne unter Zwang, …) aus dem Jahre 2015 sind inzwischen voll eingetreten, die Warteschlangen werden größer, der Unmut der Patienten auf Ärzte und Pflege wächst, aber die mediale Diskussion wird von einer mit Millionen an Steuergeld finanzierten Dementier- und PR-Walze der rot-grünen Stadtregierung dominiert, die einzelne publik gewordene Versorgungsengpässe abstreitet und Kritik als Keppelei aus der ärztlichen Komfortzone abtut.

Jeder von den im KAV Tätigen, Ärzte wie Pflege, kennt genügend Bereich, in denen die Versorgung über  jedes verantwortbare Ausmaß eingeschränkt wurde, jedoch kaum einer kennt das Gesamtergebnis der Salamitaktik der letzten Jahre;
die Gesamtzahl der eingesparten, nicht besetzten oder minderqualifiziert besetzten Stellen,
die Gesamtzahl der ersatzlos gestrichenen Dienste,
die Gesamtzahl der reduzierten Ausbildungsstellen,
die Gesamtzahl der Betten- und Stationssperren,
die Gesamtzahl der nicht reinvestierten Geräte,
die Gesamtzahl der offenen Investitionsanträge,
die Gesamtzahl der nicht mehr im KAV erwirtschafteten LKF Punkte, … etc., etc., etc.

Ein offener Arbeitskonflikt ergäbe auch die Möglichkeit unter Aufmerksamkeit der Medien, diese Zahlen an die Öffentlichkeit zu bringen.
Er würde es auch ermöglichen unseren Patienten darzulegen, dass es bei der ganzen Aufregung nicht (nur) um den Wahlkampf in der Kammer oder den Verlust ärztlicher Privilegien sondern um die Sicherung des letzten Netzes einer medizinischen Spitzenversorgung in nicht-gewinnorientierten Krankenhäusern geht, der sowohl die Defizite des extrauralen Bereichs aber auch der Privaten auffängt.
Bislang landete noch jeder komplizierte (und teure) Fall in den KAV Häusern, auch wenn er vorher von anderen Gesundheitsdienstleistungsanbietern lukriert (abgeschöpft oder ausgenommen) wurde.

Fällt dieses letzte Netz, dann heißt es „aus die Maus„, für die G’stopften so wie für die Mittellosen.

Sind in Kenntnis der Tatsachen die Bürger (Steuerzahler) aber mit der von Wehsely und ihrem Beraterklüngel gebotenen „Basisversorgung“ zufrieden, dann erfreuen wir uns alle unserer 40 Stundenwoche und brauchen wir auch auf keine Beschwerden mehr eingehen und kein schlechtes Gewissen mehr, denn dann gibt es endlich einen informed consent des Souveräns. 

Written by medicus58

12. August 2016 at 17:46

Da glurrt einen doch der blanke Wahnwitz an

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Flowchart

Dass die Stadt Wien völlig überraschend Pleite ist, wissen Zeitungsleser seit langem, für die Stadtregierung und den Magistrat kam das aber offenbar etwas plötzlich. D
er Rechnungshof rechnet dem „Konzern Wien“ gerade vor, wie die Finanzschulden zwischen 2008 und 2012 von 1,46 Milliarden € auf 4,25 Milliarden angewachsen sind und kritisiert die Budget-Prognosen bis 2016 als unnachvollziehbar. Überdies bemängelt er das Fehlen tragfähigen Mittelfristplanung. Der Zeitraum zwischen 2012 und 2016 harrt noch einer Prüfung.
http://kurier.at/politik/inland/pruef-rohbericht-rechnungshof-zeigt-chaos-im-konzern-wien-auf/113.864.580

Wobei das alles nur die Spitze des Eisberges ist: Dazu kommen die ausgelagerten Schulden in den Firmen und Beteiligungen der Stadt. Die Verbindlichkeiten von Wiener Wohnen, Wien Kanal und dem Krankenanstaltenverbund gibt der RH mit 3,12 Milliarden Euro an – und geißelt die Intransparenz:
Vermögen und Schulden dieser Unternehmen „waren der Stadt Wien zuzurechnen, eine gesamthafte Darstellung fehlte im Rechnungsabschluss„.

Insgesamt leistet sich der „Konzern Wien 219 Teilbilanzen für drei Großunternehmungen (Wiener Wohnen, Wien Kanal, KAV) und 224 weitere Unternehmungen, was schwerlich als gänzlich ohne Absicht „passieren“ kann.
Der RH fand auch heraus, dass die Stadt Wien (ohne Gegenleistung) allein für dem Komplex Bank Austria zusätzlich noch (Stand 2012) mit 8,5 Milliarden Euro haftet.

Während das Land Kärnten aber wenigstens eine jährliche Provision für die Haftungen von der Hypo kassiert hat, verzichtet Wien überraschenderweise auf diese Einnahmequelle.

Egal, zu Jahresbeginn 2016 dämmerte es offenbar doch, dass was  passieren musste und man verkündete „die größte Verwaltungsreform der Geschichte“ und WiSta ward geboren: http://kurier.at/chronik/wien/wien-startet-groesste-verwaltungsreform-der-geschichte/194.075.741

Alle Prozesse sollen hinterfragt werden und alles soll für alle besser werden.

Auf der Ideenbörse des Magistrats tummeln sich so einschneidende Vorschläge, wie dass bei Sitzungen im Magistrat zukünftig Kaffee und Kekse eingespart werden sollen.

Auch die Abteilungsleiter des KAV erreichte vor Wochen eine Mail, die Presse berichtete, in der innerhalb einer Woche Vorschläge für eine 10%-ige Einsparung des gerade in den Zielvereinbarungen akzeptierten Budgets 2016 verlangt wurden.

Den vorläufigen Höhepunkt der hektischen Betriebsamkeit bot jedoch eine Mail, in der Anfang Juni ein neuer Prozess im KAV etabliert wurde:
Sollte eines der zum Teil schon sehr betagten Ultraschallgeräte ausfallen, wird ein einem mehrstufigen Verfahren geprüft, ob man das Ding überhaupt ersetzen muss. 

Kurz zusammengefasst soll das so gehen:

Fällt das Gerät aus, ist von den Ärzten ein mehrseitiges Formular auszufüllen,
in dem die Anzahl der täglichen Untersuchungen
(wäre eigentlich in einem modernen RIS auf Knopfdruck ablesbar, nur hat sowas der KAV halt nicht flächendeckend!),

die Regelbetriebszeit, Gerätebezeichnung, Schallkopfausstattung
(sollte das nicht aus der Inventarliste hervorgehen?,
haben Ärzte nichts anderes zu tun?,
wäre das laut aktuellem Master-Plan Aufgabe der Stationsassistentinen- schwestern, die für die täglichen Abläufe zuständig sind?
)

auszufüllen und eine mehrzeilige Fehlerbeschreibung anzugeben
(waren nicht einmal Ärzte für die PAtientenfehler und Techniker für die Gerätefehler zuständig?).

Danach geht der Prozess mit Unterschrift des Arztes UND Unterschrift des Abteilungsvorstand
(sonst haben die ja eh nix zu tun!)
an die Medizintechnik im Haus, die auch ein paar Blätter ausfüllen darf und sich vor dem weiteren Prcedere einmal bei der zentralen Medizintechnik zwecks Prüfung der Alternativen rückversichern muss.

Dann prüft die lokale Medizintechnik selbst weiter und suchen eine Alternative.
(dass, sollte wider Erwarten am Ende eine Beschaffung heraus kommen, inzwischen die angegebenen Untersuchungen nicht durchgeführt werden können und wer das den Patienten erklären soll, verschweigt das Flowchart)

Unklar bleibt, ob einbrauch ma net“ aus dem Munde der Medizintechnik eine valide Alternative ist, um den Prozess zu beenden. Wenn sich niemand traut, statt eines Ultraschalls zum Beispiel eine Diaphanoskopie zu empfehlen, dann muss die Kollegiale Führung,
wohlgemerkt alle, also neben dem Ärztlichen Direktor auch Pflegedirektion, Verwaltungsdirektor und Technischer Direktor den Reinvestantrag unterschreiben.

Dann wandert das Schriftstück in den Vorstandsbereich Health Care Management.
Der prüft und auch wenn dort keine Lösung zu finden war, wird das Schriftstück auch von dort unterschrieben, um es dann dem Generaldirektor Stellvertreter persönlich vorzulegen.

Natürlich hat auch der noch die Möglichkeit eine alternative Lösung zu finden und das ganze abzuwürgen. Gelingt ihm das nicht, dann unterschreibt er eine Beschaffung.
Ob die dann unter dem aktuellen Budgetrestriktionen erfolgt mag nicht nur ein Pessimist bezweifeln.

Wenn Sie bisher weitergelesen haben, dann haben Sie Kafkas Roman Der Prozess sicher schon dreimal gelesen. Ich habe es nur auf einmal gebracht.

Das scheint mir schon ein Glanzstück, wie das Zeitbudget des Personals effizient eingesetzt wird, um ein paar Ultraschallgeräte einzusparen.

Ähnliches gilt für Dutzende andere Projekte (Sound!), wo enorm viel Zeit von verschiedenen Personalgruppen damit verbracht wird Listen zu schreiben, nur weil der KAV kein vernünftiges Warenwirtschaftssystem zusammenbringt.

Ärzte schreiben im Nachtdienst Tätigkeitsprotokolle über ihre laufende Tätigkeit, um zu beweisen, dass sie mit der Routine voll ausgelastet sind (merken Sie die Perfidie dieses Catch 22?).

Wir verbringen Stunden, die uns von der Patientenbetreuung abgehen, um hochbezahlten, jedoch völlig uninformierten externen Beratern die Medizin zu erklären, nur damit sie uns letztendlich mitteilen, dass wir nicht managen können.

Das kann nicht die Realität sein, das ist ein Albtraum.

Kafka hätte heute seinen Roman wohl Das Prozess-Management  genannt.

„,Wie ein Hund!‘ sagte er, es war, als sollte die Scham ihn überleben.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/kafkas-saetze-51-scham-bedeutet-hoffnung-1667164.html

Written by medicus58

14. Juni 2016 at 21:48

Dreimal NEIN bei der Urabstimmung

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Nein

Auch wenn die ÄK von einer Urabstimmung über die mit der Stadt Wien vereinbarten Entlohnungs- und Strukturänderungen für angestellte Ärzte im KAV spricht, ist das was zwischen 5. und 8. März 2015 stattfinden soll eine pseudonymisierte Online-Befragung einer Subgruppe der Kammermitglieder ohne rechtliche Bindung.

Natürlich habe ich – wenn der Datenschutz bei dem Verfahren nur einigermaßen funktioniert – auch nur eine NEIN-Stimme, aber die möchte ich hier begründen.

1.) Während andere Spitalserhalter die bereits 2004 (!) für die gesamte EU beschlossene Beschränkung der maximalen Ärztearbeitszeit mit zusätzlichen Ärzteposten in ihren Spitälern beantworteten (alternativ wäre natürlich auch eine Lestungsreduktion denkbar), besteht die Lösung der Wiener Gesundheitsstadträtin für den KAV in einer Postenreduktion (fast 400 Posten minus, die bereits jetzt durch fehlende Nachbesetzungen exekutiert werden), einer Verlängerung der Ambulanzöffnungszeiten (bis 19:00) und Drohungen, dass Sie die Arbeitszeitänderungen per Weisung ohne Gehaltsanpassung  vornehmen wird, wenn man Ihr die Zustimmung zu dem bis heute nicht in Faksimile veröffentlichten Pakt verweigert.

Die gleichzeitig auf die Spitalsärzte eintreffenden

Ausbildungsverpflichtungen durch die 
Änderungen der universitären Ausbildung
(Stichwort KPJ: Das Chaos der Ärzteausbildung http://wp.me/p1kfuX-GQ ,Wie sich die Medunis auf Kosten der öffentlichen Spitäler abbürsten  http://wp.me/p1kfuX-NQ)

die Änderungen der postpromotionellen Ausbildung
wo der Wegfall der „Turnusärzte alten Stils“ durch die „KollegInnen in Basisausbildung“ (=früher common trunk) in vielen Fächern nicht kompensiert werden wird
Wickel oder Neustart der Ärzteausbildung: Komm auf die Schaukel, KollegIn http://wp.me/p1kfuX-Sc
Ärzteausbildung revisited oder leckt’s mich am 15a http://wp.me/p1kfuX-IC) sowie

die Änderungen der Ärztearbeitszeit mit angestrebter Regelarbeitszeit in den Wiener Spitälern bis 19:00
Ärztearbeitszeitgesetz: Die Chronologie des Wahnsinns im KAV
http://wp.me/p1kfuX-Tb ;
die spinnen, die Ärzte: Mehr Geld für weniger Arbeitszeit http://wp.me/p1kfuX-SY
Ärztemangel: Nimmst Du’s mir, so nehm‘ ich’s Dir – eine Art Viele-Jahre-Rückblick http://wp.me/p1kfuX-Sw

führen zwar absehbar zu einer Verdichtung des Arbeitsaufwandes, aber sollen durch das Streichen von über Hundert Nachtdiensträdern überkompensiert werden, so dass man zukünftig mit weniger Ärzten auskommen kann,
will uns Wehsely weismachen.  

Die Entlastung durch die Übernahme der „GuK-Tätigkeiten“ (Blutabnahme, EKG-schreiben, Infusionen anhängen, …), so sinnvoll sie aus Sicht der auszubildenden Ärzte auch ist, ist derzeit im KAV/AKH weder flächendeckend umgesetzt, noch entlastet es den Mittelbau.
Die Entlastung durch die Primärversorgungszentren ist eine Schimäre (Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s http://wp.me/p1kfuX-Un).
Die zweimal 50 Stunden pro Woche, die diese 2 Zentren offen sein sollen, entsprechen gerade mal 4 verlängerten Ärztedienste und kosten 2,4 Millionen. Die laut Wehsely „sehr große Strukturreform“ des KAV für über 3000 Ärzte war ihr übrigens nur etwas mehr als 19 Millionen wert!

2.) Das Paket wurde bewusst und mit tatkräftiger Mithilfe der Personalvertretung erst 5 nach 12 beschlossen und ist daher lückenhaft, widersprüchlich und ermöglicht der Dienstgeberin flächendeckend den beabsichtigten 12,5h Dienst einzuführen.

In der ursprünglichen Fassung hätte man Ärzte gezwungen Feiertagsdienste noch zusätzlich einzuarbeiten! (was erst nach Wochen des Protests repariert wurde)
Durch die angestrebten 12,5h Dienste in der Regelarbeitszeit entfallen die Ruhezeiten eines verlängerten Dienstes uns verbilligen die Ärztearbeitszeit weiter als bisher.
Auf die Stationsärzte wurden offenbar vergessen.

Der erst wenige Tage vor der Abstimmung online gestellte Gehaltsrechner, um die individuellen Auswirkungen des Paktes berechnen zu können, funktioniert nicht.
Die Gehälter der Abteilungs- und Institutsleiter bleiben gleich, so dass diese oft weniger verdienen werden, als ihre Oberärzte.
Bei der PK wurde von den Unterzeichnern zwar behauptet, dass man ohne Opt-out (die vom SP-geführten Sozialministerium gesetzlich vorgesehene Möglichkeit die Selbstausbeutung der Ärzte bis 2021 fort zuschreiben) auskommen möchte, gleichzeitig versicherten die Unterzeichner der Dienstgeberin, dass man auf die Mitarbeiter einwirken werden, ein Opt-out zu unterschreiben, wenn dies benötigt würde. Im AKH, an der Wirkungsstätte des Ärztekammerpräsidenten, hat angeblich bereits die Mehrheit der Ärzte ein Opt-out unterschrieben, weil sonst der Dienst zusammenbrechen würde.
Seit die ausstehenden Postenreduktionen öffentlich wurden, verteidigen sich PV, Gewerkschaft und Ärztekammer, dass sie dem nur unter bestimmten Rahmenbedingungen zugestimmt hätten, während die Dienstgeberin seit letzter Woche mit der Umsetzung des Paketes begonnen hat, ohne dass irgendeine Rahmenbedingung erfüllt sind bzw. einige auch nie erfüllt werden können, da sie nicht im Einflussbereich von Stadt Wien und KAV stehen (Rettungsanfahrten, Reduktion der unfallchirurgischen Versorgung durch die AUVA, …).
Der scheinbare Geniestreich der Gewerkschaft, dass Dienstpostenstreichungen ohnehin durch ein Veto der Personalvertretung zu verhindern sind, hat sich schon längst in Luft aufgelöst. Posten werden einfach in noch größerem Ausmaß als bisher „einfach nicht nachbesetzt“, was zu den erwünschten Einsparungen führt, ohne dass die Personalvertetung dagegen etwas unternehmen kann. Beispiele für diese schon jetzt gelebte Praxis kennt jedes KAV Haus!

3.) Dieser Pakts war parteipolitisch vorbereitet und seine mediale Veröffentlichung einseitig und manipulativ. Die verschlechterten Arbeitsbedingungen werden zu einem weiteren Abzug erfahrener Mitarbeiter aus dem KAV führen und verhindern, dass hochqualifiziertes Personal von den Universitäten in den KAV wechseln. 

Die von der Wiener Landesregierung bereits am 13. Dezember 2011 bei Deloitte in Auftrag gegebene Stärken-Schwächen Analyse des Wiener Dienst- und Besoldungsrechts ergab, wie inzwischen selbst der Magistrat der Stadt unumwunden zugibt, dass die Stadt Wien ein unattraktiver Arbeitgeber wurde. In der Medizin wissen wir das schon längst, das Geld für die Berater hätte man sich auch hier sparen können.
Die Anzahl der Bewerber um Abteilungsleitungen im KAV nahm seit mind. einem Jahrzehnt stetig ab.
Die Hausberufungen, weil sich auch für große Abteilungen von extern kaum namhafte Kräfte bewarben, nahm zu.
Die Fälle mehren sich, wo designierte Abteilungsleiter nach monatelangen Verhandlungen ihre Berufung wegen der unzumutbaren Rahmenbedingungen zurückweisen.
Wenn die Kollegiensprecher der Primarärzte der großen KAV Häuser auf diese unzumutbaren Rahmenbedingungen hinweisen, wird der Aufstand der Primarärzte: einfach wegadministriert http://wp.me/p1kfuX-U2

Es ist völlig offen, was nach einer Ablehnung des Pakets passiert, jedoch ist es m.E. die einzige Möglichkeit ein Zeichen zu setzen, dass man mit über 3000 qualifizierten Mitarbeitern nicht umspringen kann, wie mit lobotomierten Arbeitssklaven, nur weil man sich seiner medialen und parteipolitischen Macht sicher ist.

Es wird vermutlich nicht mehr Geld geben,
obwohl die Stadt Wien mit allerhand politischer Tricks leicht 26,4 Millionen Euro für einen Fußballverein locker macht, wenn dort „die eigenen Leute das Sagen haben und wieder eine Baufirma einen Auftrag bekommen kann“
(http://derstandard.at/1353206836467/Stadt-macht-keine-zusaetzlichen-Mittel-locker , http://derstandard.at/2000002311151/Wiener-Gemeinderat-beschloss-Subvention-fuer-Rapid-Stadion )
aber in Nachverhandlungen müssen
die Postenstreichungen weg,
die Besetzung von Arztposten (Stand 1.1.2015) garantiert werden, solange keine Begleitmaßnahmen zur Lenkung von Patientenströmen etabliert sind,

Begleitmaßnahmen zur Reduktion des Patientenaufkommen definiert werden, die die Stadt Wien auch beeinflussen kann und will,
sowie der Öffentlichkeit gegenüber klar gestellt werden, wofür die öffentlichen Spitäler da sind und wofür nicht.

Wenn wir Ärzte diesen faulen und verlogenen Pakt nun durchwinken, wozu uns übrigens weder die Gewerkschaft noch die Ärztekammer explizit rät, die den faulen Kompromiss ja unterschrieben haben (!),
dann arbeiten wir all denen in die Hände, die Ärzte ohnehin schon längst aus der Diskussion über eine sinnvolle Gesundheitspolitik unseres Landes draußen haben wollen und EHC
(Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw) hat sich sein Gehalt zu Recht verdient. 

Written by medicus58

1. März 2015 at 17:22

Lügt der Präsident?

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Konzept

17.02.2015 Quelle: Kurier, Sei

Stadt Wien spart 382 Spitalsärzte ein

Bei der Wiener Ärztekammer, die das KAV-Arbeitszeitpaket mitverhandelt hat, fühlt man sich hintergangen: „In den kursierenden Powerpoint-Folien des KAV wird ein Verhandlungsergebnis dargestellt, das es so nie gegeben hat“, sagt Präsident Thomas Szekeres. „Die Reduzierung des ärztlichen Personals ist in diesen Strukturen völlig illusorisch und es wurde dieser selbstverständlich auch nie zugestimmt“, stellt er klar.

Diesen Kuriertext zitiert die Wiener Ärztekammer auf ihrer Homepage (http://www2.aekwien.at/news_p.py?Page=1&id_news=8630 ) unkomgeltenmentiert, so dass wohl davon ausgegangen werden kann, dass das Zitat dadurch als autorisiert gelten kann.

Inzwischen kursieren die damals auch von Szekeres unterschriebene Vereinbarung mit Stadträtin Wehsely:

Punktation zur Umsetzung der Änderung des KA–AZG im KAV Wien
Auf Basis der Einigung vom 29. Jänner 2015 zwischen der Stadt Wien einerseits und der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten-Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB), der Ärztekammer für Wien, der Hauptgruppe II und dem Personalgruppenausschuss für ÄrztInnen andererseits wird Folgendes festgehalten:
D. Weitere Rahmenbedingungen
Durch das neue Arbeitszeitmodell ist es möglich, dass zwischen 20.00 Uhr und 8.00 Uhr weniger ärztliches Personal Dienste machen muss. Daher hat der KAV als Grundlage für diese Punktation auf Basis eines Rechenmodells eine geplante Nachtdienstreduktion von ungefähr 112 Nachtdiensträdern vorgelegt. Daraus ergibt sich nach den Planungen des KAV ein rechnerischer Abbau von 382 Vollzeitäquivalenten (bis 2018 unter den unten genannten Rahmenbedingungen).

Die Vertragspartner kommen überein, diese Punktation den jeweiligen Gremien zur Beschlussfassung vorzulegen. Wien am 18. Februar 2015
Thomas Szekeres e.h. ,
Präsident der Ärztekammer für Wien
Wolfgang Weismüller e.h.,
Vorsitzender des Personalgruppenausschusses für Ärztinnen und Ärzte
Angela Lueger e.h
Stv. Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten – Kmsfb
Susanne Jonak e.h
Stv. Vorsitzende der Hauptgruppe II
Sonja Wehsely e.h
Amtsführende Stadträtin für Gesundheit und Soziales
Sandra Frauenberger e.h
Amtsführende Stadträtin für Integration, Frauen, KonsumentInnenschutz und Personal

 

Entscheiden Sie selbst …..

Wie oft wird kann man die Sau durchs Dorf jagen, ohne dass es den Medien auffällt?

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Kennen Sie den?

Als der Richter den Zeugen nach der Vereidigung aufklärt, dass er ab sofort zur Wahrheit verpflichtet ist, antwortet dieser: „Sicher, sie Arschloch!

Auch in der Gesundheitspolitik gilt, dass der Zeitpunkt für mediale Wahrheiten gut gewählt werden muss, sonst lässt er tiefer blicken, als vielleicht beabsichtigt wurde.

Kurz nach der am 29.1.2015 mit großem medialen Getöse verkündeten
Einigung mit den Wiener Spitalsärzten über Dienstzeiten und Besoldung
(Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen http://wp.me/p1kfuX-Tm),
von der sich inzwischen immer mehr der Angesprochenen distanzieren und intern von „Verarschung“ sprechen,
platzte Stadträtin Wehsely am 2.2.2015 auf Ihrer Website mit einer angeblich neuen Meldung heraus:

Primärversorgung: Stadt Wien, WGKK und Ärztekammer verständigen sich auf Eckpunkte für zwei Pilotprojekte
http://www.sonja-wehsely.at/tag/wgkk/#sthash.yUlmySwF.dpuf

und lässt dies über Ihre Mediensprecherin Mag. Christine Stockhammer auch angeblich brühwarm über die APA gehen
Nun (!) haben sich Stadt Wien, Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) – gemeinsam mit den bundesweiten Versicherungsträgern – und die Wiener Ärztekammer auf die Grundsätze für zwei konkrete Pilotprojekte zur Umsetzung des Primärversorgungskonzeptes in Wien verständigt.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20141218_OTS0137/primaerversorgung-stadt-wien-wgkk-und-aerztekammer-verstaendigen-sich-auf-eckpunkte-fuer-zwei-pilotprojekte

Der KURIER jubelt am 2.2. 2015Wien startet zwei Pilotzentren
http://kurier.at/chronik/wien/primaerversorgung-wien-startet-zwei-pilotzentren/111.544.645

und die Wiener Zeitung vereinfacht die APA Aussendung für Ihre Leser als:
Erstanlaufstelle für Wehwehchen
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/732346_Erstanlaufstelle-fuer-Wehwehchen.html

Der ORF verkündet die frohe Nachricht online:
Statt in teure Spitalsambulanzen zu gehen, sollen Patienten in Wien Primärversorgungszentren benutzen. http://wien.orf.at/news/stories/2692564/

und ist ob Wiens Innovationskraft fast aus dem Häuschen:
Gesundheitsreform: Wien prescht vor
http://oe1.orf.at/artikel/398573

Ein Bravo für die Wiener Gesundheitspolitik im Wahljahr!
Nachdem so viel von Überlastung der Spitäler die Rede war und man den Spitalsärzten eine (angeblich) durchschnittlich 25%-ige Gehaltserhöhung und weniger Arbeitsstunden nachgeworfen hat, entlastet man die Spitalsambulanzen auch noch mit einem innovativen Vorgriff auf die Gesundheitsreform.

Komisch ist da nur, dass die Jubelmeldung von der Einigung über die den Spitälern vorgelagerten Ambulanzen bereits vor eineinhalb Monaten durch mediale Dorf gehetzt wurde:

Rathauskorrespondenz vom 18.12.2014:
Primärversorgung: Stadt Wien, WGKK und Ärztekammer verständigen sich auf Eckpunkte für zwei Pilotprojekte 
https://www.wien.gv.at/rk/msg/2014/12/18016.html

Das Zentralorgan des Wiener Rathauses hat das auch unters vorweihnachtlich gestimmte Volk gebracht:

„Primary“-Ambulanzen für Wien in HEUTE 18.12.2014
http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/art23652,1109282?

So nebenbei hat es für eine dem Donauspital vorgelagerte Versorgungsstruktur seit mindestens einem Jahrzehnt mehrere Anläufe gegeben (u.a. auch gemeinsam mit dem Ärztenotdienst), lange bevor die letzte Gesundheitsreform das Thema „Primary Health Care“ für sich entdeckt hat.

Völlig zu Recht wird Ernest Pichlbauer auf seinem Rezeptblog auch nicht müde darauf hinzuweisen, dass das Konzept schon bald seinen 100. Geburtstag feiern wird: UK 1920 Über die Errichtung eines Primary Helath Care Es ist erschütternd zu sehen, auf welchem Niveau sich die Österreichische Gesundheitspolitik bewegt, bzw. sich nicht bewegt. http://www.rezeptblog.at/tag/primary-health-care/

Also hat die Sache einen geringeren Neuigkeitswert, als es die mediale Berichtslawine Anfang Februar 2015 glauben machen will.

Nur stellt sich die Frage, weshalb die Jubelmeldung von den beiden PHCs vor dem Donauspital und in Mariahilf gerade jetzt wieder exhumiert wurde?

Weil es im Vorweihnachtstrubel nicht gelungen war, genug gesundheitspolitisches Kleingeld zu machen?

Möglich aber nicht allzu wahrscheinlich.

Weil man im nahenden Wahlkampf wieder etwas Positives aus dem Gesundheitsbereich vermelden wollte?

Wäre medial schlecht gesetzt, auch wenn wir wirklich schon im Juni wählen, denn bis dahin ist es aus dem politischen Kurzzeitgedächtnis längst verschwunden.

Man mag mich für einen Verschwörungstheoretiker (eigentlich eher schon -praktiker) halten und ich überschätze die PR Abteilung des Rathauses möglicherweise massiv, aber angesichts eines zunehmenden Widerstandes gegen die Husch-Pfusch-Dienstzeit-Besoldungsreform der angestellten Ärzte, kann ich nicht umhin zu glauben, dass die Sau des Vorjahres wieder durch das mediale Dorf getrieben wurde, um die mediale Meinungshoheit zu behalten, wenn der Unmut der Spitalsärzte öffentlich wird.

Befremdlich ist das aber auch für alle, die hoffen, dass die Medien als die „vierte Gewalt“ im demokratischen Staate erkennen, wenn sie instrumentalisiert werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Vierte_Gewalt

Bildnachweis:
City Library of Lyon (from the exhibiton „L’Esprit d’un siècle : Lyon 1800-1914“).Bibliothèque municipale de Lyon, dewiki.

Written by medicus58

3. Februar 2015 at 07:16

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