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Just Bad Weibs um das KH Nord oder das Ende des Roten Konsenses?

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Als im Vorwahlkampf 2015 Renate Brauner, Sonja Wehsely, Sandra Frauenberger und Ulli Sima durch die Fotomonage der Londoner Abbey Road quasi den Beatles nachtrotteten, wollten sie auf ihrer Good Weibs Kampagne aufmerksam machen.  Drei Jahre danach kann man die damals etwas missglückte Kampagne fast schon als Prophezeiung auffassen:

Sollte es ein verstecktes Signal sein oder war es der Kampagne dar nicht bewusst, dass sich die Beatles
– als das berühmte Cover erschien –
schon längst innerlich aufgelöst
haben?

Was wir seit zwei Wochen in dem von der Kronenzeitung  genüsslich rauf und runter gespielten
Energetikerskandal um das KH Nord erleben

ist weder ein Lebenszeichen der inneren Kontrolle, wie es uns David Ellensohn, die Grüne Eminenz im Rathaus, weis machen will:
  KH Nord. Grüne und SPÖ beantragen Untersuchungskommission. (Nachdem Opposition ein halbes Jahr nur davon geredet hat.) ots.at/presseaussendu… 20. März 2018 4:53 pm

noch das beruhigende Zeichen, dass starke Medien die Politik kontrollieren, wie es uns   ebenfalls auf Twitter einreden möchte:

Guten Morgen. Eine Untersuchungskommission zum Milliardenskandal #khnord kommt. Auch das zeigt, wie wichtig starke Medien sind.
21.März 2018 6:10 am 

Der Wahnwitz um Energetiker und Geowaves,
die nur mühsam dementierte SP-Absage an Frauenbergers Spitalskonzept (das sie in Wahrheit noch von Wehsely und ihrem Beraterklüngel geerbt hat),

der von allen kommentarlos angenommenen Rücktritt einer der willigsten und mächtigsten SP Speerspitzen im Wiener Gesundheitssystem, der man noch ihre Pensionierung mit einem Beratervertrag versüßt hat, was nur dem innersten Kreis genehmigt wird (Gegenbeispiele auf Anfrage),

monatelange Vakanz an der Spitze des KAV (jetzt Wien Kliniken), der von einer Stellvertreterin des Generaldirektors ohne Generaldirektor geleitet wird, vielleicht auch vom Direktor des AKH, der auch mal in der Generaldirektion in Town Town vorbeischaut, …

ein SPÖ Vorsitzender der kaum Zweifel daran lässt, dass er die Weibs lieber früher als später „entsorgen“ würde, während der Noch-Bürgermeister vor einer Ablöse warnt und der 69-jährige Landtagspräsident und Donauinselfest-Erfinder Harry Kopietz offenbar ein Gutachten bestellt hat, dass es ihm verbietet für Brauner Platz zu machen!

All diese Schmiere ist nichts anderes als das höchst beunruhigende Zeichen, dass in der Wiener SPÖ ein Machtkampf abläuft, bei dem ohne Rücksicht auf Kollateralschäden alles gefährdet wird, was diese Stadt einst menschlich und lebenswert gemacht hat.
Der Grundkonsens, dass es bei all den persönlichen Karriereabsichten und gegenseitigen Animositäten doch noch auch um diese Stadt und ihre Bewohner geht, wurde endgültig beerdigt.

Offensichtlich geht es nicht mehr um Richtungskämpfe sondern um einen Endkampf jeder gegen jeden, in dem allen eines völlig egal scheint:
Was dabei alles endgültig zu Bruch geht. Verbrannte Erde, Führerbunker sind die Bilder die einem hier einfallen …

Boulevard-Medien (haben wir noch andere?) greifen die zugesteckten Infos begierig auf und inszenieren die auflagenstärkenden Aufregung sogar noch als demokratisch. 95.000 € Energetiker-Rechnung verursachen zwei Wochen lang höchste Aufregung, während die durch missglückte Tricks verlorenen 30 Millionen € fast unbeachtet im mediale Dorf blieben.
Wie sehr die Strukturen der Stadt bereits in Gefahr sind wird kaum thematisiert:
Change und hin zu neuen, vielleicht auch nur umbenannten und umgefärbten Machthabern,
Wien muss Bund werden,
auch wenn ein dort gerade vorgeführt wird, wie erbittert auch hier hinter einer scheinbar konsensualen Fassade gegeneinander agiert wird.
Bemerkenswert, dass das im Post-Pröll’schen Niederösterreich ganz anders läuft!

Die SPÖ kennt das Spiel Freund-Feind-Parteifreund seit Jahrzehnten und benutzt den alten Gruß (Freundschaft) kaum mehr.
Wenn sie sich aber wie jetzt in Wien völlig von jeglichem Solidaritätsgefühl mit anderen Genossen und mit dieser Stadt entfernt wird viel mehr als nur der Wiener Krankenanstalten Verbund an die Wand gefahren und dann ist es völlig belanglos, wer zum Herrscher der rauchenden Trümmer wurde.
Traurig genug für eine einstmals große Stadtpartei , aber wirklich tragisch, weil es alle Bürger dieser Stadt mitreißt!

Was mir da noch einfällt hat nur scheinbar mit all dem nichts zu tun:
Hofer hatte im Präsidentschaftswahlkampf schon recht, dass man sich noch wundern würde, was in diesem Land alles möglich sein wird.
Es war ein Fehler zu glauben, dass sich das NUR auf die FPÖ bezieht.

 

Written by medicus58

23. März 2018 at 17:36

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