Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Jolly Jolie

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Jolly Jolie

In den letzten Jahren haben sich nur so manche Klatschreporter die Frage gestellt, ob Angelina Jolie trotz Schwangerschaften und Gewichtsreduktion ihre sekundären Geschlechtsmerkmale ohne Hilfe der plastischen Chirurgie in einer derartig ansprechenden Form halten konnte: http://news.makemeheal.com/celebrity-plastic-surgery/angelina-jolie-breast-implants/280
Nun hat sie sich als Trägerin eines mutierten BRCA1 Gens prophylaktisch das Brustparenchym entfernen lassen und wurde sie zum Testimonial für … ja was eigentlich?
Geht alle zum Gentest?
Auch berühmte Menschen kriegen Brustkrebs?
Ich mach’s und rede darüber?

Jedenfalls hat der ORF gestern in allen TV Nachrrichten das Thema rauf und runter georgelt, Experten geladen und wieder viele „aufgeklärte PatientInnen“ geschaffen.
Aber nicht nur der ORF, die ganze Welt drehte sich um, … also eigentlich umgekehrt, nicht die Welt drehte sich um die Brüste …
Morgen geht’s dann wieder um den Prozess wegen billiger Silikonimplantate: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/brustimplantate-aus-billig-silikon-haft-fuer-pip-gruender-gefordert-a-899850.html
Bei so viel Aufklärung brauchen wir sicher bald eine HELP Sendung zum Thema …

Huch, Menschenversuche an Ossis …

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Welt

Der nächste Skandal: Der aktuelle Spiegel berichtet, dass westliche Pharmakonzerne in mehr als 50 DDR-Kliniken über 600 Medikamentenstudien in Auftrag gegeben hat (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/west-pharmakonzerne-betrieben-menschenversuche-in-der-ddr-a-899306.html) und schließt mit der Bemerkung, dass der Verband Forschender Arzneimittelhersteller „bisher keine Verdachtsmomente, dass irgendetwas faul gewesen wäre“ sieht.
Eine Skandalüberschrift „West-Pharmafirmen betrieben Menschenversuche in der DDR“, nur leider 24 Jahre zu spät.

Irgendwie kotzt mich (siehe http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=92622) unsere nachhinkende Aufarbeitung der Vergangenheit zunehmend an, weil sie sich mutig gibt ohne es zu sein.

Wo werden denn heute die gesetzlich vorgeschriebenen Versuchsreihen durchgeführt?

Indien: Kinder als Versuchskaninchen :Tragödie in einer bekannten indischen Klinik: Bei medizinischen Testreihen sind 49 Babys ums Leben gekommen. Die Auftraggeber waren westliche Pharmafirmen. http://www.sueddeutsche.de/panorama/indischer-pharma-skandal-kinder-als-versuchskaninchen-1.704679

Nigeria: Pfizer wegen Versuchen an Kindern verklagt: Das afrikanische Land Nigeria fordert sieben Milliarden Dollar Schadenersatz: Der weltgrößte Pharmakonzern soll Mitte der 90er-Jahre ein nicht zugelassenes Medikament an Kindern getestet haben – von denen mehrere starben. http://www.welt.de/wirtschaft/article921876/Pfizer-wegen-Versuchen-an-Kindern-verklagt.html

Provoziert der Ruf nach immer mehr „Forschung“ an immer mehr Subgruppen (Kinder, Jugendliche, Senioren, Männer, Frauen, …) nicht gerade die Fülle an Studien, für die sich kaum genügend Probanden finden lassen?

Ist es nicht nur natürlich, dass börsennotierte Unternehmen diese Studien in den Niedrigpreis-Regionen der Welt durchführen, um die dadurch evidenzbasierten Produkte in den Hochpreis-Regionen absetzen zu dürfen?

Wäre es nicht auch ergiebiger, die Verbindung zu einem anderen uns gerade schockierenden Skandal herzustellen: Fabrikeinsturz in Bangladesch: Zahl der Toten steigt auf über 1000 http://www.spiegel.de/panorama/fabrikeinsturz-in-bangladesch-zahl-der-toten-steigt-auf-ueber-1000-a-899008.html

Im Gegensatz zum Nobelpreisträger Mohammed Yunus sehen wir hier nicht das „Scheitern einer Nation“ sondern die Entlarvung unserer Illusion einer schrankenlosen Globalisierung, die in Wahrheit nur überleben kann, solange sie ihre Kosten in die Zweite und Dritte Welt auslagert, in der andere Gesetze gelten. Damit entspricht sie der neoliberalen Illusion, dass Konkurrenz nicht zum Monopolismus führt. Letztendlich sind diese scheinbaren Erungenschaften des letzten Jahrhunderts nichts anderes als der Kolonialismus früherer Jahrhunderte in neuem Gewand, nur eben um einen Deut weiterentwickelt: Die Gewinne werden weder in der Ersten noch Zweiten noch Dritten Welt versteuert sondern praktischerweise offshore.

Schließlich läuft eben alles wieder auf’s Geld hinaus. Wenn nach immer mehr Forschung geschrien wird, sollte auch bedacht werden, dass wir uns auch diesen Aspekt unseres gesellschaftlichen Lebens nur mehr leisten können, wenn wir nicht so genau schauen, wie er erbracht wird. Das wird auch ein „Fair-Trade-Zeichen“ für die wissenschaftliche Forschung nicht ändern, sollte das einmal kommen. Auch auf dem Billig-T-Shirt der großen Modeketten, die in Bangladesh nähen lassen, prangen diverse derartiger „Zertifikate“.

Alle Feiertage für alle, eh kloar

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moschee

Wie immer, wenn in Deutschland was diskutiert wird, augenblicklich diemuslimische Forderung ihre religiösen Festtage zu staatlichen Feiertagen zu machen (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zentralrat-der-muslime-fordert-gesetzliche-islamische-feiertage-a-891385.html ), hecheln wir in Österreich nach und IGGiÖ-Präsident Sanac, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft will das auch.
Im Standard argumentiert man gewohnt liberal Pro (http://derstandard.at/1363706509969/Pro-Arbeitsfreie-Feiertage-Vier-Tage-die-allen-guttun ) und Contra (http://derstandard.at/1363706510423/Kontra-arbeitsfreie-Feiertage-Freier-Tag-statt-Feiertag ), in der Presse, gewohnt wirtschaftstreu dagegen:

Eigene Feiertage für Muslime, Juden? Gute Idee – aber nicht machbar
http://diepresse.com/home/meinung/marginalien/1382546/Eigene-Feiertage-fuer-Muslime-Juden-Gute-Idee-aber-nicht-machbar

Warum eigentlich? Ich, als Agnostiker hätte einen anderen Vorschlag:

In allen Staaten, in denen mehrere Religionen nebeneinander leben (z.B. Israel) spielt sich das (vor allem) bürokratische Leben nur von Mo – Do ab. Am Freitag versammeln sich die Muslime in ihren Moscheen,
den Sabath verbringen gläubige Juden mit dem Gebet, wenn sie nicht gerade diejenigen anpöbeln, die an diesem Tag ihr Geschäft öffnen, und
der Sonntag ist in dieser Welt ohnehin immer Ruhetag, für Christen und den Rest …

Wenn wir also neben dem 1. Jänner auch noch den (allerdings wechselnden) Neujahrstag der Russisch-OrthodoxenChinesen,Kurden und was weiß ich noch feiern und mit der gleichen Logik auch alle anderen ReformationstageRevolutionstageFastenzeiten, und alle anderen Ramasuris feiern, kommt das Leben völlig zum erliegen,
Krankenhäuser sperren aus Personalmangel, die Feuerwehr lässt es einfach brennen und der motorisierte öffentliche Verkehr bekommt eine vorbildliche CO2-Bilanz und Frau Vassilakou triumphiert.

Spaß beiseite: Ich bin für eine,
dem Status quo entsprechende Anzahl an Feiertagen
für alle Ungläubigen und Gläubigen, wobei die einzelnen Gruppen diese Anzahl beliebig auf ihre HeiligenRevolutionäre und Jahrestageaufteilen können, aber eben an den Feiertagen der anderen brav zur Arbeit schreiten
müssen.

Dann hätte eine pluralistische Gesellschaft endlich einen greifbaren Vorteil ihrer Pluralität und alle Schichten der Gesellschaft würden erfahren, was für einige Berufsgruppen Alltag ist: Arbeiten, wenn ie anderen feiern.

Written by medicus58

29. März 2013 at 22:40

Was haben billige Birnen mit den Pferden in der Lasagne zu tun?

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Birnen Billig

Europa vergeht der Appetit angesichts des aktuellen Skandals um Pferdefleisch in Conveniencespeisen, die eigentlich Rindfleisch versprachen.
Und wieder haben wir es ja eh schon seit 2011 gewusst, wie aktuell die Times (Zitat aus dem der Spiegel http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/pferdefleisch-skandal-britische-firma-warnte-schon-2011-vor-betrug-a-883907.html) aufdeckte, dass da betrogen wurde.
Nicht unlustig, dass ich auch hier auf diesem Blog mir Gedanken über die verschiedenen Lebensmittelskandale gemacht habe, als es den Deutschen vor ihrem Gammelfleisch grauste:
Ich verzichte http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38730
pic

Dabei ist doch Ursachenforschung so einfach:
Aktuell ködert uns BILLA (aber natürlich könnte auch hier jede andere Kette stehen) mit
frisch geernteten Williams Birnen aus Argentinien zu 1,79 € das Kilo
Nach dem Tarifrechner der Österreichischen Post (http://www.post.at/tarifrechner.php), kostet die Beförderung eines
ein Kilogramm schweren Paket nach Argentinien: 21.80 €

Jetzt kommt sicher wieder jemand damit,
dass ja nicht jedes Kilo Birnen extra verschickt wurde,
dass es hier auch um Gegengeschäfte, Währungsparitäten, Lockangebote (-40%) und
was-weiss-der Teufel-noch-alles geht ….
und hat mit allem recht
und wird wie wir alle immer wieder mit Übelkeit kämpfen,
wenn sich ab und an nicht mehr verheimlichen läßt, was alles passiert, damit das alles möglich ist.

Patagonien hat übrigens auch große Pferdeherden
und Schluß

Written by medicus58

17. Februar 2013 at 19:10

Im Rückblick-SPIEGEL: Sind es nicht die Demokraten, die die Demokratie gefährden?

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In den letzen Tagen staunten wir über eigenartige Vorgänge in der ÖVP, nachdem Bundesparteichef Spindelegger erfolglos das versucht hat, was man ihm immer vorgeworfen hat, dass er es nicht könne:
Sich die Personen seines Teams selbst zusammen zu stellen.

Am Rande des Sommerlochs hat erst eine eilig zusammengetrommelte Runde an Spitzenfunktionären die Wogen wieder glätten können, nachdem sich Fritz Neugebauer, der keinem seiner Lehrer zumuten würde bis knapp an seinen 68.Geburtstag zu arbeiten, weigerte seinen Sessel zu räumen und sich die Finanzministerin, nachdem ihr Geplapper halb Europa belustigt hat, keinen Grund sehen will, aus der Schußlininie zu gehen.

Alles Vorgänge, die sogar konservative Medien mehr als verwundern:

Kleine Zeitung: 
Die ÖVP im Almrausch
Im Tiroler Dorf Alpbach führte die ÖVP in den letzten zwei Tagen vor, wie zerstritten und planlos sie ist. Jeder wollte jeden ablösen. Vorerst bleibt alles, wie es ist.
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/3105184/oevp-almrausch.story

Kurier
Halluzinationen statt Visionen
http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kotanko/art109300,956913

Was bleibt ist das Bild eines abstossenden Haufens, der seinen Partikularinteressen (eigene Karriereplanung, Bündevertretung, …) höher schätzt als die Sache an sich, für die sie sich doch angeblich so sehr opfern:
die sie angeblich verbindenden Werte, Ihre Gesinnungsgemeinschaft.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, die Vorstellung eines Kanzler Strache läßt mich schweißüberströmt aus einem meiner schlimmsten Albträume hochschrecken, jedoch scheint mir das letzte 
Ranking des Magazins Spiegels der 
10 gefährlichsten Politiker, das unseren HC auf Platz 8 sah, erneut einem tödliches Mißverständnis zu unterliegen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/die-zehn-gefaehrlichsten-politiker-europas-in-der-eurokrise-a-848424.html

Es sind nicht die populistischen Randfiguren unserer politischen Szene, 
die unser demokratisches System gefährden, 
sondern es ist das abstoßende Verhalten der Politiker im Zentrum, 
die zum Vertrauensverlust in die bestehenden Institutionen führen 
und Populisten den Staat am Präsentierteller übergeben; 
so passierte es in der Weimarer Republik und so läuft es dzt. bei uns.

Mir kommt bei diesen Gedanken immer eines der typischen Wahlplakate der NSDAP in den Sinn (siehe Bildbeispiel aus: http://www.wahlplakate-archiv.de/index.php/nsdap/ ) das ganz exemplarisch zeigt, wie vorgegeben wird, dass „nun endgültig mit den korrupten Systempolitikern aufgeräumt wird“. Amgesichts der seit Monaten offenbar werdenden Korruptionensaffären und einem derartigen „Jeder gegen Jeden Gerangel“ ist es doch kaum verwunderlich, dass immer größere Bevölkerungsschichten glauben, dass jede politische Alternative besser wäre, als das bestehende Angebot.

Solange selbst unsere Qualitätsmagazine diese Zusammenhänge noch immer nicht begreifen, sehe ich ziemlich „braun“ für unsere Zukunft. 
Dabei wäre es doch so einfach:

Weniger in den SPIEGEL als in den RÜCKBLICK-SPIEGEL schauen oder sich an den alten Bruno erinnern:  „Lernen Sie Geschichte, Herr Redakteur!“

Written by medicus58

31. August 2012 at 16:30

Peter „Red“ Rabl

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Wer vor seinem dreißigsten Lebensjahr niemals Sozialist war, hat kein Herz. Wer nach seinem dreißigsten Lebensjahr noch Sozialist ist, hat keinen Verstand.
Benedetto Croce

Varianten dazu finden sich auf (http://dossier.dunker.de/2004/nr14/kein-herz.html)

Peter Rabls Bio (* 11. Juni 1948) scheint zunehmend eine Umkehrung dieses Satzes.
Ex-Schwiegersohn des langjährigen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher (http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Bacher),
journalistische Karriere bei überwiegend rechts-konservativ-bürgerlichen Medien mit starkem Hang zum „raffeisigen Giebelkreuz“ Niederösterreichische Nachrichten,
Wochenpresse,
Kurier.

OK, als Herausgeber des Profil nahm er sich schon mal was heraus:

Peter Rabl 43, Herausgeber des österreichischen Nachrichtenmagazins Profil, sorgte vergangene Woche mit einem Trick der Yellow Press für „einen rauschenden Absatz“ seines Journals. Rabl ließ nicht nur Nuditäten auf die Titelseite seines Blattes heben, sondern gleich ein offenbar kopulierendes Paar, dessen Genitalbereich mit einem Rubbel-Aufkleber abgedeckt war (Foto). Per Fußnote erfuhren Profil-Leser: „Das Rubbeln ist für Jugendliche unter 18 Jahren nicht gestattet.“ Doch neugierige Rubbler aller Altersklassen wurden getäuscht. Statt einen Blick auf Geschlechtsteile erhielten sie, nachdem die Folie wegradiert war, eine an Selbsterkenntnis reichende bevölkerungsstatistische Information: „25 % aller Österreicher sind Voyeure.“

vermeldete DER SPIEGEL 35/1991 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13490450.html

Aber  als „Paradelinker“ ging Peter Rabl in seiner ersten Lebenshilfe nicht ganz durch.
Nur was ist jetzt los?

Rabls Gezwitschere der letzten Tage hätte auch aus der Sektion 8 (www.sektionacht.at) kommen können:

Als Moderator trat er am 9.5.  im Club 2 “Sparen oder Schulden machen – was rettet Europa?” forsch gegen neoliberale Tendenzen auf: (http://storify.com/a_sator/sparen-oder-schulden-machen-was-rettet-europa ; http://www.youtube.com/watch?v=muJJT-5Z8SU )
„Die Vermögen sind in den letzten Jahren auch immer um 5,6,7% gestiegen. Müssen die nicht einen Teil wieder hergeben?“, führt Rabl weiter aus. und seine Schlussworte
„Die nächsten 10 bis 20 Jahre werden “unschön” werden. Ziehen wir uns warm an. Schlafen sie gut. Gute Nacht.” beeindruckten selbst einen Margaretner KP Bezirksrat (http://wien.kpoe.at/news/article.php/20120512161541520/print ).

Am 17.5. outet er sich erneut als vom Mont Pelerin (http://de.wikipedia.org/wiki/Mont_Pelerin_Society) herabgestiegener Gott-sei-bei-uns der Neolibs, wenn er uns ermahnt: Erinnert sich halt keiner an die dot-com bubble 2000/01. Geschichte und Lernen bleibt ein Gegensatz #Spekulation Wenn er sich am18.5. von der ÖVP Finanzministerin distanziert „Lacina & Edlinger waren jedenfalls besser. Keiner so Näpfen-süchtig und Blamage-gefährdet wie #Fekter“

spricht er letztlich nur Common Sense über den Nonsens der Shortly without Delay Zaster Mitzi (http://wp.me/p1kfuX-fe) nach, aber Lacina als Vorbild ist ja schon sehr knapp links der Mitte (die in unserem Land ohnehin weit rechts liegt).
Auch sein Artikel vom 19.5. könnte noch als primär liberaldemokratisch, durchgehen: Mehr direkte Demokratie als Antwort auf postdemokratische Elitenherrschaft

(http://kurier.at/nachrichten/4496687-das-recht-geht-vom-volk-aus-aber-wie.php)

Aber ein: Die bösen Keynesianisten dürfen aber nach dem Crash immer den Scheißdreck wegräumen – siehe Roosevelts New Deal

vom 23.5. ist schon fast links revolutionär, wobei er noch eins drauf setzt, wenn er die Lektüre von Schulmeister im Falter empfiehlt: wie neoliberale Hayek-Gang über Jahrzehnte Wissenschaft, Politik und Medien indokrinierten. Dafür gab´s Nobelpreise!

Es muss da wirklich was passiert sein, wenn er am 25.5. retweetet Ein Teil der Weisheit besteht auch darin, sich einem Teil der gängigen Wahrheit zu widersetzen.

Wenn Rabl gleichzeitig „Krone“ Pandi verarscht, dass er „auch 2013 als persönlich Nicht-Geladener vor den Toren des Sauschädel-Events herumstehen“ wird, dann könnte man noch glauben, dass Rabl ein positives Andenken an den Sauschädel-König Österreichs, EX-Raffeisen-Boss Konrad (http://www.horizont.at/home/horizont-access/detail/kurier-ein-coup-des-christian-konrad.html) bewahrt hat, für den er doch lange Zeit die Schlagzeilen gebastelt hat.
Mit dem folgenden höchst blasphemischen Tweet wird er dem passionierten Mariazell-Wanderer Konrad, dem bis zuletzt das ganze politische Establishment des Landes an den Rocksaum der Gottesmutter nach trippelte kaum gefallen:

Hallo Papst! Erfinder der #TV_Fernbedienung gestorben. Der Mann gehört heilig gesprochen: Santo subito

Jetzt ahnt der Kundige, dass hier eine mentale Revolution im Gange ist.

Höhepunkt der Mai-Revolution des Peter Rabl, ist ein aktueller Beitrag im Kurier:

Umverteilung in die falsche Richtung

Super-Reiche profitieren auch in der Krise, ihr Beitrag zur Lösung wird fällig. Staatsschulden sind Privatgewinne

Die 90 Prozent der Normalverdiener und Vermögenslosen hat in den letzten 15 Jahren finanziell verloren, die steigende Inflation reduziert ihre realen Einkommen und den Wert ihrer Sparguthaben noch stärker.

Da ist es mehr als gerecht, die großen Vermögen auch mit Besteuerung der Substanz zu beteiligen. Schon 1 Prozent brächte jährlich in der Eurozone an die 400 Milliarden ein. Die jährlichen Vermögenszuwächse machen ein Mehrfaches aus.

Sozialneid und Enteignung sehen anders aus.
http://kurier.at/nachrichten/4497626-umverteilung-in-die-falsche-richtung.php

Was da der gute alte Benedetto (http://de.wikipedia.org/wiki/Benedetto_Croce) wohl sagen würde?
Das Volk sollte jenen wählen, der offen zugibt, Fehler gemacht zu haben, und nicht denjenigen, der alle List darauf verwendet, begangene Fehler zu vertuschen.

Vielleicht ist Peter „Red“ Rabl schon soweit, auf Basis dieses Spruchs politische Konsequenzen aus dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu fordern? Zutrauen würde ich es ihm langsam.

Man sieht sich auf der Jesuitenwiese (beim Volksstimmefest).

Tot-Schlag-Argument-Nazi

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Wann wird man endlich begreifen, dass sich Begriffe abnützen können wie Schuhsohlen, wenn man zu lange darauf herumrutscht.

Der Begriff NAZI ist hier ein gutes Beispiel:

Als vorläufiger Höhepunkt der entbehrlichen Aufregung um Günter Grass und seine Meinung zu Israels Verteidigungsrhetorik, wird erneut die Nazikeule exhumiert.

Literatur-Papst Reich-Ranicki: Das ist ein „ekelhaftes Gedicht“.
Liedermacher Wolf Biermann nennt es eine „literarische Todsünde“

Eine als „Nazijägerin“ bezeichnete Frau Klarsfeld griff Grass an und der Spiegel zitiert dies am 6.4. als
„Mit seinem Israel-Gedicht spiele er die gleiche „antisemitische Musik“ wie einst der Diktator.“
(http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,826192,00.html )

„Ich sehe es als Ehre an, ihm die Einreise ins Heilige Land zu verbieten“, sagte der israelische Innenminister Eli Yishai am Sonntag.
http://www.heute.at/news/politik/art23660,687886

Bei dem Einreiseverbot gegen Grass greift Jischai auf ein Gesetz zurück, dass es der Regierung erlaubt, ehemaligen Nazis die Einreise ins Land zu verweigern. Grass hatte eingestanden, in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges in der Waffen-SS gedient zu haben.
http://www.bild.de/politik/inland/guenter-grass/guenter-grass-gedicht-israel-iran-reich-ranicki-nennt-es-ekelhaft-jerusalem-verhaengt-einreiseverbot-23540174.bild.html

Jetzt könnte man einwenden, dass es einem Staat natürlich unbenommen bleiben muss zu entscheiden, wer einreisen dürfe oder wer nicht, jedoch sollte bei Staaten, die sich als demokratisch und aufgeklärt betrachten eine gewissen Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Ungeachtet, ob es Grass nun an den Jordan zieht oder nicht.

Mir schien schon das späte Outing des Schriftstellers, er wäre als 17. Jähriger in den letzten Kriegstagen bei der Waffen SS gewesen, mehr der Versuch das Interesse an seinem aktuellen Roman zu heben als die Entledigung einer Lebenslüge, aber wer weiß.

Wenn aber heute ALLES BÖSE mit dem BEGRIFF DES NAZI umschrieben werden soll, dann führt das zu einer Inflationierung,
an deren Ende auch die wahren Verbrechen der nationalsozialistischen Herrschaft trivialisiert werden.

Als Beispiel sein nur die bekannte US-Comedy Serie Seinfeld verlinkt.

Best of The Soup Nazi
http://www.youtube.com/watch?v=uVqBzP0xdKk

Von den unzähligen PC Games, soll stellvertretend nur eines hier stehen:
http://www.nazizombies.com/
http://www.youtube.com/watch?v=_47kIOeMOI8

OK, Günter Grass ist in den Augen eines israelischen Innenministers ein
(Soup)Nazi und unsere Kinder warten darauf, daß sie ihn auf ihrer Playstation abschießen können…

Kann man das wollen?
Wird das den Opfern gerecht?

Ich glaube nicht.

Written by medicus58

8. April 2012 at 18:20

Ich oute mich …. Elfriede Grass

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Es war, ist ja eigentlich egal aber vor Jahrzehnten, als ich Erfolg einfach so definierte:

ERFOLG IST
In EINEM JAHR, also gleichzeitig, den

Oscar© und den
Nobelpreis für
Literatur und für
Medizin

bekommen.

Natürlich war das Trulla,
…. aber wie tief drinnen,
wie einst Werner Schneyder sagte,

DER ZYNIKER IST EIN ENTTÄUSCHTER ROMANTIKER

Aber,

den Oscar, bei der österreichischen Filmindustrie in den 70ern…

OK, Ruzowitzky, aber mit dem Thema

kein Österreicher kriegt heutzutage noch einen Medizinnobelpreis ..
Lorenz, und von Frisch ist schon so lange her

und der Literaturnobelpreis
OK, Jelinek, aber die ist doch …

Da steh ich nun vor’m armen Tor und muss mich mit der Erkenntnis herumschlagen, dass mein Leben nicht DER große Erfolg gewesen sein wird.

Da kommt der Günter Grass doch sehr gelegen:

Nobelpreisträger Grass 1999
Ritterschlag für die deutsche Nachkriegsliteratur:
Deutschlands bekanntester lebender Schriftsteller erhält den Literatur-Nobelpreis verdientermaßen – und spät.
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/a-44641.html

Vorbildfunktion dahin 2006
Das späte Geständnis von Günter Grass zu seiner Nazivergangenheit sorgt weiter für hitzige Debatten. Zwei Dinge stehen jedoch fest: Es ist nicht sein erstes Geständnis, und den Nobelpreis darf er auch behalten.
http://www.stern.de/kultur/buecher/guenter-grass-vorbildfunktion-dahin-567745.html

Jetzt wehrt sich Günter Grass vehement gegen die Kritik an seinem irren Israel-Gedicht. 2012
http://www.bild.de/politik/inland/guenter-grass/guenter-grass-geht-auf-seine-kritiker-los-23519138.bild.html

Also mir war der Säulenheilige der deutschen Linken immer ziemlich blunzen, aber mir scheint, er kommt als Watschenbaum nun doch einigen sehr gelegen.

Vergleiche auch: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=55600

Written by medicus58

7. April 2012 at 18:25

Das iPAD (sprich eipäd) zu gelb und zu heiß

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Pünktlich zur Präsentation eines neuen must- have-gadgets aus dem Obstgarten des verstorbenen Steve,
häufen sich die Hiobsbotschaften über wirkliche oder angebliche technische Mängel.

Pünktlich vor Ostern ist nun das neueste iPad (sprich Ei-PÄD) auf dem Markt und die Fachpresse grantelt,
dass es zu heiß wird und sein hochauflösendes Display einen Gelbstich hätte:
http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,822748,00.html

Da grinst der Osterhase und meint bloß,

ENDLICH EIN RICHTIGES EIER-PAD ….

Written by medicus58

22. März 2012 at 08:21

Schwarmintelligenz benötigt Freiheit und Unabhängigkeit

with 2 comments



Der Begriff der Schwarmintelligenz, also dass das Ergebnis einer kollektiven Anstrengung qualitativ zu einer Lösung führt, die höherwertiger ist, als es sich die Intelligenz aller Gruppenmitglieder hätte vorstellen können (http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektive_Intelligenz )
ist inzwischen zu einem Modebegriff geworden.

Gerade das Web 2.X, also die Möglichkeit zur Partizipitation (Wikipedia, Like-Dislike,Tweet-Retweet, Blog-Kommentar) wird hier als proof-of-principle genannt. 
In einem interessanten Beitrag im gestrigen Online-Standard berichtet der Digitalexperte des „Guardian“ über eine neue Spielart („Open Journalism„), indem z.B. die Redaktion die User/Leser aufgefordert hat, eine nahezu unübersehbare Menge an Dokumenten zu sichten und die Journalisten dann gezielt auf die Wesentlichen Fakten aufmerksam zu machen. (http://derstandard.at/1331207355363/Public-Lecture-Chris-Moran-Interessante-oder-nuetzliche-Schlagzeilen-sind-tot)

Es entspricht auch meiner Erfahrung, dass in bestimmten Fällen die Forumdiskussionen innerhalb von Minuten kleine aber amüsante Tippfehler (Bundeshymen Diskussion: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=40176) und grobe faktische Fehler (Copy and Paste Journalismus: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35333) aufzudecken.

Ein netter Fall war auch der Artikel über die Cheopspyramide im Online-Standard, bei der bereits der erste Forumuser (RaphaelHythlodeus) darauf hingewiesen hat, dass auf dem ursprünglichen Bild die Cheopspyramide nur im Hintergrund zu sehen war. (http://derstandard.at/1331206810811/Berechnung-Was-es-kosten-wuerde-die-Cheops-Pyramide-heute-zu-errichten?seite=3#forumstart)
Die Redaktion hat dann 29 Minuten gebraucht um das zu beheben…

Ich bezweifle zwar, dass es bei der zusätzlichen Partizipationsmöglichkeit des Web 2,0 der Wille im Vordergrund stand, die Schwarmintelligenz zu nutzen, vielmehr stand der Wunsch nach mehr „Traffic“ im Vordergrund; a
us dem selben Grund hören wir in vielen Radiosendungen permanent die Aufforderung, doch im Studio anzurufen und müssen dann mithören, das Herr oder Frau Mustermann gerade frühstücken oder das Mittagessen verdauen …
Bezweckt wird da kaum die Schwarmintelligenz sondern die Hörer-Bindung. Außerdem muss sich die Redaktion auch kein Thema (content) ausdenken, wenn sie auf die Einsamkeit, Eitelkeit und das Mitteilungsbedürfnis der User setzt … (wer an Talkshows denkt, denkt bisher richtig mit)

Einerlei, sehr oft verdanken wir bahnbrechenden Erfindungen nicht zielgerichteter Forschung sondern sie sind ein Abfallprodukt des wohlbeobachtetet Zufalls:

Cyclosporin wurde nicht als Immunsuppressivum sondern als Antibiotikum erforscht,
Viagra sollte eigentlich ein Herzmittel werden,
die Linzertorte war angeblich ein mißglücktes Rezept
und der Klebstoff der Post-it war initial auch ein Flop (http://de.wikipedia.org/wiki/Klebezettel).

Der wesentliche Punkt bei unser „digitalen Schwarmintelligenz“ ist, dass all die digitalen Medien, neben der Möglichkeit, dass
 viele Individuen gleichzeitig eine Information gegenlesen können, 
aber auch über das selektive Weiterleiten von Informationen, die man als richtig empfindet (Like, Retweet, …) 
AUCH OHNE MODERATION über Inhalte abgestimmt wird. 
Das entspricht dem Selektionsprinzip der klassischen Evolution. 
„Was passt vermehrt sich“

Dass natürlich auch der Like-Algorithmus nur als Werkzeug für user-spezifische Bewerbung entwickelt wurde, versteht sich von selbst …

Ganz risikolos ist das natürlich nicht.

Erstens (z.B. umstrittene Inhalte wie Politikerbios auf Wikipedia) ist das demokratische Prinzip nicht garantiert, dass jedes Individuum nur eine Stimme hat. 
Die digitale Verfielfältigung einer individuellen Meinung (multiple Useridentitäten) kann zu enormen Verzerrungen führen (http://derstandard.at/1319183453741/Woher-Faymann-seine-falschen-Facebook-Freunde-bekam ).

Entsprechendes Geld und anwaltliche Hilfe vorausgesetzt, können und werden immer häufiger mißliebige Stimmen durch Drohungen aus dem digitalen Diskussionsraum entfernt
http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Scheuch-Anwalt-droht-Internet-Usern-mit-Klage/59699227
http://reimon.net/2012/03/15/zur-vermischung-von-partei-und-staat/

Auf ein anderes Problem, die Beeinflussbarkeit des individuellen Urteils durch das Bekanntwerden anderer Meinungen, wies eine vom Spiegel zitierte Studie an der ETH-Zürich hin.
(http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,762837,00.html , http://www.pnas.org/content/early/2011/05/10/1008636108.abstract?sid=1baaf087-335e-49e9-8bcb-7bde4cbd8bdf )

Das Experiment zeige, dass sozialer Einfluss die Diversität der Antworten verringere, nicht jedoch den kollektiven Fehler. 

Oder anders ausgedrückt: 
Verlassen wir uns auf unsere individuelle Schätzung, dann entspricht der Mittelwert der so abgegebene Schätzungen einer Gruppe meist sehr gut der Wahrheit. Erfahren wir aber, was andere bereits vor uns geschätz haben, dann verzerrt der Herdentrieb unser Urteilsvermögen so sehr, dass unsere Schätzungen auch auf einen Wert konvergieren, dieser ist jedoch falsch.

Um die Weisheit der Vielen trotzdem nutzen zu können, ist es wichtig, dass der Einzelne bei seiner Entscheidung nicht weiß, wie die anderen entscheiden. „Das ist auch Grundlage der repräsentativen Demokratie“, sagt Helbing. Die kollektive Weisheit funktioniere gut, solange Menschen unabhängig voneinander wählen könnten.

Die Evolution hat diese Prinzip seit Jahrmillionen verfolgt:
Viele von einander weitgehend unabhängige Versuche zur Problemlösung ohne göttliche Moderation dem Realitätscheck zu unterwerfen. 

Kurzfristige Fehlentwicklungen sind nicht auszuschliessen, auf lange Sicht garantiert dies eine bessere Anpassung an aktuelle Erfordernisse des Schwarms.

Sperren wir aber einen Schwarm ein (Bild) 
dürfen wir uns nur nach einiger Zeit einen üblen Geruch erwarten …

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