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über alles was uns krank macht

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Der KAV ist tot, welchen Namen er trägt ist nebensächlich

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Der Wiener Krankenastaltenverbund, der seit etwas über 17 Jahren als „Unternehmung der Stadt Wien“ das Dach aller verbliebenen städtischen Krankenhäuser, Pflegeheime und Ausbildungsstandorte für Pflegepersonal und der nicht-ärztlichen Strukturen des Allgemeinen Krankenhauses (exklusive Meduni Wien) bildet, ist kaputt gemacht worden. Wie er und seine einzelnen Standorte dann im Nachruf genannt werden ist einerlei; das sei denen ins Stammbuch vermerkt, die jetzt dazu aufrufen einen Krieg mit Gesundheitsstadtrat Hacker über dessen Umbenennungpläne vom Zaun zu brechen, weil sie lieber im Wili als in der Klinik Ottakring arbeiten wollen (Klinik unter Psalmen).

Das ist ein Nebenschauplatz und wenn die PR Maschine des Rathauses die KH Nord Geschichten durch Umbenennung aus dem kollektiven Gedächtnis streichen wollen, sei ihr dieses Scheitern vergönnt.

Worüber wir diskutieren sollten wäre, wie ein zwar behäbiger und nicht ganz billiger Betrieb durch permanente politische Interventionitis an Kopf und Gliedern systematisch kaputt gemacht wurde. Beginnen wir mit den Köpfen in der Generaldirektion:

Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Eugen Hauke (1997-28.2.2005) , ein universitärer Theoretiker schien durch seine Ausbildung als Krankenhausökonom und Tätigkeit im Kontrollamt der Stadt Wien zumindest fachlich prädestiniert den „Konzern“ zu managen. Überdies hat er seit 1997 den Übergang von einer Magistratsabteilung zu einer Unternehmung verantwortet. Mit einer Übergangszeit von 3 Monaten durfte er ab Dezember 2004 noch bleiben, aber nun glaubten Bürgermeister Brauner und Gesundheitsstadträtin Brauner, dass der Konzern besser durch den Gynäkologen, Gewerkschafter und ehemaligen Ärztlichen Direktor der Rudolfstiftung
Dr. Wilhelm Marhold (1.3.2005-31.5.2014) geführt werden sollte. Ob die in seiner Ära getroffenen Entscheidungen zum KH Nord nun gut oder schlecht waren, bemühen sich viele Kontrollamts/Stadtrechnungshofberichte und ein U-Ausschuss zu klären, doch darum geht es nicht. Hier geht es um den drastischen Führungswechsel von einem gelernten Wirtschafter zu einem gut vernetzten Arzt.

Wie Marhold zuerst als Teildirektor installiert wurde, kam der nächste Kurswechsel mit dem auf diesem Blog hinlänglich besprochenen multi Prof. Gynäkologie, Gerontologie, Betriebswirt, Wirtschaftsjurist, Arbeits- und Organisationspsychologe Dr. Udo Janßen (1.11.2014 -20.3.2017) (Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt …. ), in gleicher Weise. Die Politik setzte den Nachfolger dem amtierenden Generaldirektor als Teildirektor in den Nacken, um eine politisch gewollte Radikalwende (Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration) durchzuboxen.

Der Rest (Skandale, Beraterkosten, Abgang Janßen, Abgang Wehsely, Ausslagerungsdiskussion, Abgang Frauenberger) darf dem Kurzzeitgedächtnis als bekannt vorausgesetzt werden. Irgendwann hat man nach einem Führungsvakuum dann die jetzige Direktion auf Abruf berufen und alle warten, wie und durch wen eine noch unbekannte ausgelagerte Struktur zukünftig geführt werden soll, und das auch schon seit fast zwei Jahren.

Natürlich können und müssen sich Führungsstrategien in einem Großkonzern an geänderte Rahmenbedingungen anpassen, aber nicht um 180° alle vier Jahre und nicht um den parteipolitischen Wünschen, sondern den medizinischen Bedürfnissen zu folgen.

Mein und Ihr Zeitbudget (sollten Sie nach einem unvorsichtigen Mausklick bis hier her weitergelesen haben) verbietet es auf noch mehr Details einzugehen, aber kein Betrieb mit rund 30.000 Mitarbeitern, die übrigens nach wie vor und auch in Zukunft von der MA 2 verwaltet werden, können dieses Hü und Hott unbeschadet überleben.

Darüber müsste man mit dem Gesundheitsstadtrat streiten, dass er endlich klar stellt, welche Struktur der KAV haben wird, wer in der Generaldirektion das Sagen hat, damit die Horden sündteurer externer Berater uns im Kernprozess nicht mehr von der Arbeit abhalten.

Den Namen auf dem Totenschein füllt ohnehin ein Turnusarzt aus, verdammt, die gibt es ja auch nicht mehr ….

Sollten Sie weiterlesen wollen:

Die stillste Zeit im KAV: revisited
KAV, und wer wird’s?

KAV wird Anstalt öffentlichen Rechts ab 1.1.2019

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 1: Kafkaeskes Prozessmanagement )

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 2: Hilfe gegen den Helpdesk)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 3: Drinnen und draußen)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 4: Primaten raus)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 5: Persönliches zum Personal)

Wünsche an den neuen KAV Generaldirektor (Teil 6: Der Dank)

Written by medicus58

24. März 2019 at 14:28

Wien 2015: Wählen wir eigentlich Wehsely?

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Wes
Kann sein, dass das lauter werdende Knistern im Zeitungswald Zufall ist, aber bemerkenswert ist es schon:

Am 27.August schrieb der Standard die Wiener SPÖ Stadträtin Wehsely ansatzlos zur roten Nachwuchs-(!)hoffnung  hoch (http://derstandard.at/2000020734637/Sonja-Wehsely-Die-mit-den-Aerzten-kaempft):
Sonja Wehsely, 45, seit ihrem 14. Lebensjahr politischer Vollprofi, legt diesen rhetorischen Köder natürlich bewusst aus. Die Wiener „amtsführende Stadträtin für Gesundheit und Soziales“ ist keine schlechte Rednerin.

Und zitiert auch völlig unkritisch die Behauptung der Patientenanwältin Pilz (Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://wp.me/p1kfuX-wh) mit den anerkennenden Worten, dass Wehselyden KAV gut im Griff“ hätte,
was Insider – und nicht nur die bösen Ärzte – augenblicklich doch etwas differenzierter sehen würden (5. September – CARE Revolution Wien ruft zur Demonstration auf http://wp.me/p1kfuX-11G).

In der aktuellen Ausgabe des Falters (S. 14 39/15), schiebt Barbara Toth einen weiteren Jubelartikel nach und betitelt die 45-jährige Nachwuchshoffnung gleich einmal als Frau Bürgermeister?

Beide Artikel erwähnen eher überraschend die jüdischen Wurzeln der Großeltern väterlicherseits und deren Flucht Ende der 30-Jahre, ein Faktum, das die in Eigen-PR (https://www.sonja-wehsely.at/) nicht gerade untätigen Politikerin bislang noch nicht breitgetreten hat.
Beide Artikel loben Ihr Spitals- und Pflegekonzept 2030 und bejubeln, dass sie es gegen alle Warnungen (gegen die Ärzte) durchboxte, als wäre Beratungsresistenz ein anbetungswürdiges Charakteristikum eines Politikers.

Halten Sie mich für einen unverbesserlichen Paranoiker, aber zwei über weite Strecken inhaltsidente Politikerporträts knapp vor einer Wahl entstehen kaum spontan.

Dass Bürgermeister Häupl sein Versprechen wahr machen wird auch nach der Wahl im Amt zu bleiben, nehmen ihm die Wähler ohnehin nicht mehr ab (http://www.vienna.at/bleibt-haeupl-buergermeister/4458172), so dass die Suche nach einem Konkursverwalter des kommenden Wahlergebnisses nicht sehr verwundert. Bizarr ist aber allemal, dass auch Andreas Schieder, Wehselys Lebensgefährte (Meet SPÖs First Couple http://wp.me/p1kfuX-Jl) an anderen Bassenas und Waschtrögen als kommender Bürgermeister gehandelt wird und dies ein eigenartiges Licht auf den Genpool der Wiener SPÖ wirft, aber egal.

Erschreckend ist meines Erachtens jedoch, wie zwei der noch etwas qualitativeren Medien des Landes eine Erfolgsbilanz herbeijubeln, die für mich nur sehr schwer nachvollziehbar ist:

Wehsely war (gemeinsam mit dem OÖ LH Pühringer) sicher für große Teile der letzten österreichweiten Gesundheitsreform verantwortlich.

Die als Erfolg zu bezeichnen erscheint mir kühn. Bislang ist das alles ein überbürokratisierter Papiertiger ohne konkrete Verbesserungen in der täglichen Praxis.
Die Operette mit den Primärversorgungszentren, die nicht einmal über das Pilotstadium hinausgekommen sind, aber sofort gesetzlich verankert werden sollen (PHC: Für wie blöd halten uns die eigentlich? http://wp.me/p1kfuX-11t) ist da nur ein Mosaiksteinchen.
Potemkinsche Spitäler (http://wp.me/p1kfuX-n8),
eingeschränkte fachärztliche Versorgung, reduzierte, dislozierte Organisationsformen,  (Alter Wein in Englischen Schläuchen: AGB der Gesundheitsreform müssen her http://wp.me/p1kfuX-D7) entpuppen sich als
Downsizing der medizinischen Qualität und Rationierung.

und das Presseecho ist auch nicht gerade euphorisch:

Übervolle Ambulanzen, „Mystery Shopping“, teure Kuren. Der KURIER beantwortet die drängendsten Fragen.
http://kurier.at/politik/inland/gesundheitsreform-das-sind-die-baustellen-im-gesundheitswesen/147.006.271
Mit Trippelschritten zur Gesundheitsreform
http://derstandard.at/2000020820383/Mit-Trippelschritten-zur-Gesundheitsreform
Doch auch als Wiener Gesundheitsstadrätin hat die Nachwuchshoffnung gezeigt, wohin mit ihr der Hase in den Pfeffer läuft:

Was im Spitalskonzept 2030 als Zentrumsbildung verkauft wurde, stellt sich als reines Runterfahren und Aushöhlen heraus:
Dass die alten, kleineren Spitäler wie das Kaiserin Elisabeth Spital geschlossen wurden hätte zumindest wirtschaftlich gewissen Sinn gemacht, hätte man nicht kurz vorher noch Millionen in deren Renovierung (z.B. in moderne Operationssääle) gepulvert,
aber das Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration ( http://wp.me/p1kfuX-K9 ) begnügte sich nicht damit, neben dem AKH 6 Schwerpunktspitäler (Wilhelminen, KFJ, Hietzing, KFJ, SMZO) zu belassen, die jedes für sich die wesentlichen medizinischen Leistungen anbieten kann, sondern die Wiener Spitalslandschaft wird auf 3 Schwerpunktkrankenhäuser eingedampft, wo nur mehr ein Spitalspärchen (WIL/Hietzing, KFJ/RUD, SMZO/Nord) gemeinsam die Kriterien eines Schwerpunktspitals erfüllt, da in allen Spitälern Abteilungen ersatzlos geschlossen werden.
Wenn der Unfallchirurg vielleicht einen operativ versierten Augenarzt benötigt, egal.
Dermatologie? Genügt eine für ganz Wien.
Schilddrüsenuntersuchungen? Stellen Sie sich auf einige Monate Wartezeit ein.
Urologie
, vielleicht noch zwei?
Doppelprimariate wie die HNO mit nur einem Zweck, nämlich die eine Abteilung zu schließen.
Drei Onkologien für ganz Wien, recht auch.
Wozu braucht eine Kardiologie einen Herzkatheter?
Das Nord ist noch nicht eröffnet, aber man weiß schon, dass man nach ein paar Jahren die frisch eingezogenen Abteilungen wieder absiedeln wird!
Abteilungen werden kreuz und quer verschoben, die Projektpapiere des letzten Monats sind heute bestenfalls als Lachnummer geeignet, so überhaupt noch irgendwas schriftlich zu Gesicht bekommt.

Natürlich hat man davon bei der Präsentation des 2030-er Konzeptes von der Stadträtin nichts gehört. Ich befürchte, dass sie es zu dem damaligen Zeitpunkt nicht einmal selbst gewusst hat, vermutlich hat es sie auch nicht interessiert.

Und natürlich braucht der Norden Wiens ein Schwerpunktspital, aber die bisherige Baugeschichte des KH Nord als Erfolgsgeschichte zu verkaufen, fällt auch der Rathaus-PR-Maschine schwer (Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt http://wp.me/p1kfuX-X3).

Aber natürlich hat das Stadträtin Wehsely nicht allein geschafft. Seit Jahren umgibt sie sich mit unzähligen Beratern, die das öffentliche Krankenhaussystem sturmreif reformieren:

Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner ... http://wp.me/p1kfuX-cy
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs
Was der KAV vom Billa lernen kann oder Je suis IFES http://wp.me/p1kfuX-10X

Wird der KAV privatisiert? Ein Indizienprozess bei dem wir baden gehen. http://wp.me/p1kfuX-Y2

Wohin der politische Auf- oder Gegenwind Sonja Wehsely auch hinwehen wird, im Gesundheitssystem hat sie gezeigt, worauf es ihr ankommt. Wenn alle politischen Stricke reißen, wird sich schon irgendjemand dankbar erweisen, für die eröffneteten Geschäftsfelder.
Beängstigend, wenn das Standard und Falter dem Wähler vernebeln.

I had a Dream: KAV for Sale http://wp.me/p1kfuX-L1

Written by medicus58

23. September 2015 at 18:03

Andreas Schieder: Ehe für alle außer für mich

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Schiederhly2

SPÖ Klubchef Schieder macht diese Woche im Fahrwasser des irischen Volksentscheid, vielleicht auch ein bisschen angestachelt durch den auch von der Wiener SPÖ medial ausgeschlachteten Eurovision Song Contest und möglicherweise auch als Antwort auf Vassilakous Ampelmännchen, plötzlich
massiv Druck für die Einführung der Schwulenehe auch in Österreich:

„Ich appelliere an die ÖVP, sich nicht nur bei Parteitagen liberal zu gebärden, sondern diesen Worten Taten folgen zu lassen.“
http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/politik/sn/artikel/homo-ehe-auch-in-oesterreich-spoe-erhoeht-druck-fuer-oevp-kein-thema-151719/

Nur ein Schelm denkt, dass er durch diesen Vorstoß lediglich einen „medialen Aufreger“ steigen lässt, um aus eigenem Interesse dem Hypo-Ausschuss die Themenherrschaft am Stammtisch streitig zu machen, schließlich war er von 2008–2013 Staats­se­kre­tär im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fi­nan­zen https://hypo.neos.eu/person/andreas-schieder/), nehmen wir ihm doch einfach ab, dass ihm das Institut der staatlichen Ehe so wichtig ist, dass er es allen Staatsbürgern (ungeachtet ihrer sexuellen Neigung) öffnen will.

Was mich aber dann doch irgendwie wundert, dass für ihn selbst dieses Recht verzichtbar ist:

Unter Meet SPÖs First Couple (http://wp.me/p1kfuX-Jl) lässt sich nachlesen, dass er bislang keine Zeit finden konnte oder wollte mit seiner Lebensgefährtin und Kindesmutter, Wiens Gesundheitsstadträtin Wehsely, den Schritt ins Standesamt zu wagen (oder umgekehrt …).

Natürlich ist das die persönliche Entscheidung der beiden und liberal heißt Möglichkeiten öffnen und nicht notwendigerweise auch alles selbst zu tun.
Irgendwie befremdlich wirkt das plötzliche Engagement für mich trotzdem.

Weshalb sich die ÖVP so ziert, ist aber auch befremdlich, denn wenn schon die Heteros nicht mehr heiraten, dann muss doch irgendwer all die süßen Torten konsumieren und kitschigen Glückwunschkarten verschicken….

PS: Sorry, anfänglich verwendete ich im Titel dieses Beitrags die Vornamen. Jetzt heisst es richtig: Andreas

Written by medicus58

29. Mai 2015 at 16:50

Vienna Online: (unfreiwillig?) komisch

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Vienna Online

 

wir Ärzte sind einfach unseriös ….

 

 

Vergleiche auch: Kontextbezogene Online-Werbung zum 1. Mai  http://wp.me/p1kfuX-gq

Written by medicus58

6. Mai 2015 at 07:13

Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen

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Reds

24 Stunden nachdem Tanja Wehsely (SPÖ) jubelte:
Wien investiert sich aus der Arbeitslosigkeit
Stadt Wien sieht für 2015 etwa 4,7 Mrd Euro für nachfragewirksame Ausgaben vor. Wir investieren in Ausbildung, Forschung, Entwicklung, den Ausbau der Öffis, den Bau neuer Spitäler, in die Energiewirtschaft und in viele andere Bereiche. Wien setzt konkrete Maßnahmen, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln“
. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150128_OTS0123/sp-wehselysp-ekkamp-wr-landtag-wien-investiert-sich-aus-der-arbeitslosigkeit

verkündete Gesundheitssstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), flankiert vom Wiener Ärztekammerpräsident Sekeres (SPÖ), Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (wieso eigentlich?) und Christian Meidlinger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten die

Einigung über ein neues Entlohnungsschema für die angestellten Ärzte der Stadt Wien.
(sehr große Strukturreform, Spitalsorganisation auf neue Beine, gutes und solidarisches Ende, durchschnittlich 25% Gehaltserhöhung…) http://wien.orf.at/news/stories/2691951/

Dass die Betroffenen zuerst über die Medien und dann in widersprüchlichen Mails von Dienstgeberin, Ärztekammer und Gewerkschaft informiert wurde, mag man als kleines Kommunikationshoppala abtun, dass 25% (aber hallo!) Gehaltserhöhung etwas ist, was selbst  hartgesottene Metallergewerkschafter nie schafften, sollte das alles in den Schatten stellen.

„Das ist der Stadt auch etwas wert gewesen“ Originalton Wehsely

Auch wenn die bisherigen Mitteilungen, viele Fragen offen lassen, was da zuletzt „im Börserl“ bleiben wird, zumal ein Teil der Gehaltserhöhung erst 2017 (!) kommen wird, relativieren auch die genannten absoluten Zahlen den Abschluss: 70% (47 Mill €) der Erhöhungen kommen aus den Dienstumschichtungen, den Rest (19,9 Millionen €) schießt angeblich die Stadt extra zu, um die Reformen zu finanzieren. Keine Ahnung, welche Zeiträume da summiert wurden, in denen sich die Summe auf die rund 3000 angestellten Ärzte herunterrieselt. An absoluten Zahlen hörte man bis jetzt folgendes:

Turnusärzte verdienen mit 1. Juli 2015 3.400 Euro bis 4.000 Euro brutto monatlich, was eine Steigerung von 25 bis 29 Prozent entspricht.  Fachärzte verdienen künftig zwischen rund 5.200 Euro und rund 7.900 Euro – diese Anpassung wird in zwei Schritten durchgeführt: Die erste Etappe im Ausmaß von 70 Prozent wird mit 1. Juli 2015 durchgeführt, die zweite dann am 1. Jänner 2017.

Da passt der eben erschienene StepStone Gehaltsreport (http://www.stepstone.de/gehaltsreport/), der für Deutschland die Befragungsergebnisse von Fach und Führungskräfte, für Mediziner folgendes ergab:

Das durchschnittliche Brutto­jahresgehalt für deutsche Ärzte beträgt 63.500 €. Das lag im Schnitt über dem Mittelwert alle befragten Berufsgruppen (52.000 €).  Es fand sich ein Süd-Nord und West-Ost Gefälle und das Jahresgehalt in Kliniken ist mit 66.300 €  21% höher, als das von niedergelassenen Ärzten. Je größer der Arbeitgeber, desto besser zahlt er. Bei einem klinischen Groß­betrieb von mehr als 1.000 Mitarbeitern werden im Schnitt rund 78.000 € verdient, bei klei­neren ärztlichen Arbeitgebern (1-500 Mitarbeiter) sind es im Schnitt 58.400 €. Ärzte mit Personalverantwortung verdienen mit durchschnittlich 78.600 € gegenüber anderen Ärzten (63.500 €) um  24% mehr. Bei Chefärzten zeigte die Analyse des Personaldienstleisters Kienbaum ein durch­schnittliches Jahresgehalt von 280.000 €., wobei die Spanne von 80.000 € bis 750.000 € reichte und natürlich gibt es Fächer die sehr gut und solche, die vergleichsweise sehr schlecht verdienen.

Sobald die Details der heute bejubelten Einigung klar werden, kann somit jeder für sich entscheiden, ob sich ein Umzug nach Germanien lohnt.

Wien: Look back in anger oder wie brutal es wirklich wurde

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Das etwas verzerrte HEUTE-Cover verwendete ich nahezu exakt vor zwei Jahren erstmals für einen Blogbeitrag (14.12.20112 Krone vs. Ärzte und die PK von Wehsely und Häupl, jetzt wirds brutal ..http://wp.me/p1kfuX-vC), um mich mit Mitteln und Stil der Auseinandersetzung zwischen Politik und Ärzteschaft auseinander zu setzen.
Das Cover zeigt schön, wie man dabei vorgeht:

Bashing des Standes und gleichzeitige Jubelpolitik, wie schön die neue Spitalswelt für den Wähler wird.  

Nur zur Klärung: mir fielen als Arzt viel schwerwiegendere Kritikpunkte an der mir von der Politik oktroyierten Kammer (Zwangsvertretung) ein, nur geht es nicht darum. Es geht um das zynische Doppelspiel sich diepolitische Interaktion „mit den Ärzten“ dadurch zu vereinfachen, dass man sich per Gesetz nur eine legitime Vertretung der Ärzteschaft (Ärztekammer)
generiert, damit man diese dann einfach medial mundtot schießen kann, aber gleichzeitig so tut als könnte man ein Gesundheitswesen ganz ohne die Ärzte betreiben.
Sorry, Pflege, Medizinisch Technische Berufe, Medizinphysiker, Apotheker, Sozialarbeiter et al., natürlich ist Euer Beitrag unerlässlich für die Behandlung und/oder Heilung der Patienten, aber es sind die Ärzte deren Kernkompetenz per Ausbildung und Titel die „gesamte Heilkunde“ ist und sie mussten dafür eine theoretische und praktische Ausbildung absolvieren, die in Summe über ein Jahrzehnt dauerte.

Wie gut das Ärztebashing funktioniert, nicht zuletzt weil unsere Ärztekammer höchst unprofessionell der Politik immer wieder ins Messer läuft, habe ich etwa ein Jahr später (6.1.2013) so formuliert:
Ärzte: Unser Image ist im Arsch, soviel scheint sicherhttp://wp.me/p1kfuX-yq )

Keine Frage, es gibt ein paar Eckdaten, die es manchen Stakeholdern im Gesundheitswesen (so spricht man doch heute neudeutsch?) scheinbar leicht machen, die Ärzte konsequenzlos zu vergraulen:

1) Österreich hat statistisch mehr Ärzte als viele andere OECD Länder, also wenn uns noch mehr verlassen, dann werden wir das schon aushalten.

.. aber trotz der großen Zahl finden sich jetzt schon zu wenige Ärzte, die die immer evidenter werdenden Lücken in der Versorgung (Landpraxis, Systemerhalter im Krankenhaus, …) füllen wollen/können

2) Österreich hat trotz sinkender Zahlen noch immer mehr Patienten in Krankenhausbehandlung als andere OECD Länder und das ist teurer als eine Behandlung in Ordinationen, Ärztezentren, …etc.

… die Frage, weshalb die Patienten aber mit ihren Füssen für die Spitalsambulanzen und -staionen abstimmen und sich nicht den Segnungen der extramuralen Medizin anvertrauen wollen/können bleibt undiskutiert, weil dann müssten wir
sowohl über Selbstbehalte und absurd niedrige Tarifen in Kassenverträgen als auch über die Wahlzuckerln:

„jedem Wähler sein Spitalsbett“,
„jedem Gemeindewirtshaus sein Krankenhaus“ reden,

über die enormen Mittel der Gesundheitsbudgets, die nicht für das verwendet werden, was sich der Laie so unter Medizin vorstellt, sondern für Infrastrukturmaßnahmen, Auslagerungen an befreundete Sektoren, Jobgarantien für Parteifreunde, … etc. und vieles mehr.

3) Das politische Wahlverhalten basiert in Bezug auf die Gesundheitspolitik (anders als z.B. in Bezug auf die Arbeitsmarktpolitik oder die Lebenshaltungskosten) mehr auf der Glaubwürdigkeit von Versprechen als auf der aktuellen persönlichen Betroffenheit.

die meisten sind am Wahltag weder in einem Spitalsbett noch in gefühlter ärztlicher Behandlung (die Dauereinnahme von Mediklamenten wird nicht als Therapie empfunden!)

Deshalb zahlt es sich noch immer politisch aus „die Wilhelmine wach zu küssen„, also konkret das Spital, in dem die Bürgermeistergattin ärztliche Direktorin ist, komplett abzureissen und mit öffentlichem Park, Kindergarten und sicher einem Volksfest neu zu errichten.

Aber kehren wir zum Titel zurück, was hat sich in der Wiener Gesundheitspolitik in den letzten zwei Jahren geändert:

Erstens scheint das Verhältnis zwischen dem Langzeitbürgermeister (mit heutigem Tag ist Häupl seit 20 Jahren im Amt) und seiner Gesundheitsstadträtin so zerrüttet, dass wir von einer gemeinsamen Pressekonferenz zukünftig wohl verschont bleiben werden. Man beachte den Gesichtsausdruck Häupls bei der rezenten Anlobung des neuen KAV Generaldirektors (http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?id=24358).

Zweitens setzte die Gesundheitsstadträtin schließlich gegen den kolportierten Willen des Stadtoberhaupts immer mehr Leute in Leitungsfunktionen des KAV ein

(Mann, ist der Mann gut, der nun im KAV aufräumt ….http://wp.me/p1kfuX-Kd,
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner … http://wp.me/p1kfuX-cy)

deren Credo (Runter fahren, Schwerpunktbildung, Auslagern) in diametralem Gegensatz zu einem inklusiven, solidarischen und transparenten Gesundheitssystem steht, das doch nach guter sozialdemokratischer Tradition eine Vollversorgung anstreben sollte.

Drittens erleben wir eine immer größere Aufblähung des Verwaltungs- und Beraterapparates innerhalb des Krankenanstaltenverbundes:

der pensionierte ärztliche Direktor des AKH wird durch ZWEI Direktoren ersetzt, um die bisherige Bremse der Doppelträgerschaft (Bund für die Ärzte und Forscher, Rest die Stadt Wien) zu lösen ?!!?

der als Krankenhausorganisationsexperte in den KAV geholte Prof. Janßen benötigt ab dem Punkt, wo er zum Generaldirektor wurde sofort einen zusätzlichen Direktor für Organisationsfragen(Bewerbungsende Ende Nov 2014)

Noch nie wuselten soviele externe Berater durch den KAV wie heute
(KAV: Wir sparen – koste es was es wolle http://wp.me/p1kfuX-R4) und verdienen sich ihr Honorar durch die zusätzliche Beschäftigung der Mitarbeiter, die dafür aus dem Kernprozess abgehalten werden.

Und viertens, und damit beschließe ich das heutige Lamento, hat dieMedizin in der öffentlichen Diskussion mit dem Fussball gleichgezogen:

Ein paar Maxerln laufen einem kleinen Ball nach und alle Zuschauer, auch die, die die Tribünen nur mehr schnaufend erreichen können, wissen ganz genau, wie man es eigentlich macht… 

Im KAV gärt es …

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KAV

In einem offenen Brief an die Generaldirektion des Wiener Krankenanstaltenverbundes sieht der Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (KMSfB/HG II) Bernhard Harreither (FSG) die aktuellen Zustände im KAV wie folgt.

Sehr geehrter Herr GD-Stv. Prof. Dr. Janßen,
Sehr geehrter Herr Dir. Balázs!

Gemäß § 8 (2) des Statuts der Unternehmung „Wiener Krankenanstaltenverbund“ legt die zuständige amtsführende Stadträtin unter Einbindung des Generaldirektors und Befassung des Aufsichtsgremiums jeweils für vier Jahre fest, welche strategischen Ziele der Magistrat Wien mit seiner Unternehmung „Wiener Krankenanstaltenverbund“ erreichen will.

Für die Jahre 2013 bis 2017 hat Frau Stadträtin Mag. Sonja Wehsely unter anderem im Bereich der Personellen Ziele folgendes vorgegeben:

Der KAV hat im Rahmen seiner Zuständigkeit und unter Einbindung der Personalvertretung eine fortschrittliche und SOZIALVERANTWORTLICHE Personalpolitik zu verfolgen.
Der KAV hat durch Führungsstil, professionelles Personalmanagement und Kommunikation VERTRAUEN UND ZUFRIEDENHEIT BEIM PERSONAL zu fördern.
Wo stehen wir ein Jahr nach Etablierung des Vorstandes?

In einer Unternehmung, die von Fremdfirmen – Ebner&Hohenauer, KPMG, Accenture, Act, Contrust, … um nur einige zu nennen – beherrscht wird. Wurde nicht betont, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KAV über enormes Wissen und Know-how verfügen und man daher KEINE Ressourcen – Geld und Abschöpfen von Wissen – an externe Berater verschenken möchte? Die Personalvertretung stellt fest, dass wir so viele externe Berater und Beraterfirmen wie nie zuvor im KAV haben, welche das Wissen unserer Kolleginnen und Kollegen absaugen und dann selbst teuer an die Unternehmung KAV verkaufen! ABER – mit dem Argument der Einsparung werden anstehende und von der Personalvertretung zugestimmte Beförderungen nicht weitergeleitet! Die Personalvertretung fragt Sie: Ist das sozialverantwortliche Personalpolitik???

Bei der Aufnahme der Tätigkeit des Vorstands wurde von einem Mitglied des Vorstandes eine Terminserie für einen regelmäßigen Jour fixe mit der Personalvertretung übermittelt. Ein Termin kann zustande, der nächstfolgende wurde ohne Begründung abgesagt. Die Personalvertretung fragt Sie: Ist diese Vorgehensweise eine Einbindung der Personalvertretung?

Der KAV hat seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefördert und Ausbildungskosten in Managementlehrgänge investiert, diese vorhandenen eigenen (!) Ressourcen werden NICHT genützt. Leitende MitarbeiterInnen verlassen den KAV, damit ist auch dieses Wissen und Know-how für den KAV verloren! Die Personalvertretung fragt konkret: Ist dies professionelles Personalmanagement?

Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten in Projekten und Teilprojekten betreffend die Umsetzung der neuen Strukturen mit, die Routinetätigkeiten, welche ebenfalls vorhanden sind und weiterlaufen müssen, sind jedoch ebenfalls zu erledigen – Doppel- und manchmal Dreifachbelastungen sind an der Tagesordnung. Diese nun schon lange andauernden zusätzlichen Belastungen führen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu psychischen und physischen Erschöpfungen, zumal mit den entstandenen Ergebnissen auch wenig wertschätzend umgegangen wird: diese werden negiert, verworfen, schubladisiert – und dann zusätzlich eine externe Beraterfirma beauftragt. Die Personalvertretung fragt dazu: Ist dies eine sozialverantwortliche Personalpolitik???

Die Arbeitsweise, der Arbeitsstil, die Kommunikationsbereitschaft und das Tempo, mit welcher Veränderungen vorangetrieben werden, sind im Vorstand so unterschiedlich, dass die Kolleginnen und Kollegen in hohem Ausmaß nicht nur irritiert und verunsichert, sondern auch förmlich zerrissen sind. Wie sollen sie gute Arbeit leisten, wenn es zu einem Thema völlig gegensätzliche Ansichten und Aufträge gibt???? Und Themen gibt es viele, wo der Vorstand keine gemeinsame Sichtweise gefunden hat! Die Personalvertretung fragt dazu: Glauben Sie, dass Sie durch Kommunikation das Vertrauen und die Zufriedenheit beim Personal fördern??

Nicht nur die mangelhaften Absprachen, sondern auch die mangelnde Wertschätzung und der bedenkliche Umgang miteinander prägen die Zusammenarbeit der Vorstände und sind leider nicht nur Gesprächsinhalt innerhalb der Generaldirektion, sondern auch innerhalb des KAV und leider auch schon außerhalb des KAV. Es bedeutet auch mangelnde Wertschätzung, Termine x-mal zu verschieben, Menschen stundenlang warten zu lassen und angekündigte Gespräche nicht selbst, sondern durch die Assistenz führen zu lassen, bzw. führen lassen zu wollen! Die Personalvertretung fragt dazu: Glauben Sie, dass dieses Vorgehen professionelles Personalmanagement widerspiegelt? Und die Zufriedenheit der Kolleginnen und Kollegen durch Kommunikation fördert?

Funktionierende Strukturen wurden und werden zerstört, der Qualitätsverlust ist bereits deutlich spürbar, die Organisation ist ein Trümmerhaufen! Ihr Handeln und auch Ihr NICHT-Handeln haben Auswirkungen auf die Gesamtunternehmung! Die Personalvertretung fragt Sie: Glauben Sie, dass Sie durch Ihren Führungsstil das Vertrauen und die Zufriedenheit beim Personal fördern???

Die Ergebnisse der Workshops im HCM – Bereich wurden nachher wieder umgearbeitet, die Kolleginnen und Kollegen, welche in den Workshops mitgearbeitet haben, dachten, dass das , was hier entsteht, auch etabliert wird. Sie fühlen sich nicht ernst genommen UND in einigen Bereichen der Generaldirektion werden diese „neuen Strukturen“ – OHNE ZUSTIMMUNG der Personalvertretung – bereits gelebt. Die Personalvertretung fragt Sie dazu konkret: Verfolgen Sie unter Einbindung der Personalvertretung eine fortschrittliche und sozialverantwortliche Personalpolitik?

Die Personalvertretung wird einer Organisationsänderung, welche zwar am Papier bunt dargestellt ist und lediglich einem Begriff entspricht, jedoch real wenig Lebensfähigkeit hat, nicht zustimmen! Die Personalvertretung wird nicht länger tatenlos zusehen, dass die Kolleginnen und Kollegen seit nunmehr einem Jahr nicht wissen, wo sie was/ wann arbeiten werden.

Die Personalvertretung fordert den sofortigen Stopp der anhaltenden Verunsicherung unserer Kolleginnen und Kollegen und fordert hiermit die Vorstände auf, zu einem von Wertschätzung und positiver Gesprächskultur geprägten Führungsstil zurück zu kehren, Eigeninteressen zurückzustellen und sich GEMEINSAM auf die Aufgaben zum Wohl des Wiener Krankenanstaltenverbundes zu konzentrieren und den Dialog zur Personalvertretung wieder aufzunehmen!

Mag sein, dass man das als die übliche gewerkschaftliche Begleitmusik zu einem change management process in einem öffentlichen Betrieb sieht oder dort sehr viele eigene Erfahrungen wiederfindet, das Wiener Rathaus hat ein großes Problem an der Spitze seines Gesundheitssystems.

 Link: http://www.gdgfsg.at/ unter Dienststellenausschuss KAV-GD: Offener Brief an den Vorstand

Ob sich die FSG auch nach den Wahlen im Mai noch so kämpferisch gibt, werden wir beobachten. Inhaltlich ist die Zustandsbeschreibung mehr als richtig.

Written by medicus58

6. Mai 2014 at 07:02

Meet SPÖs First Couple

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Schiederhly2

Sie, die Juristin Sonja Wehsely, tauscht gerade mit beinharter Konsequenz die Führung des Wiener Gesundheitswesens gegen einen eingeschworenen Kreis der Gesundheitsmarktprivatisierer aus

Wer macht da den Köck zum Gärtner?  http://wp.me/p1kfuX-cs
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner … http://wp.me/p1kfuX-cy
Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem  http://wp.me/p1kfuX-xw
Warum ordiniert der Generaldirektor wieder? http://wp.me/p1kfuX-Jg

und ist gemeinsam mit Oberösterreichs Landeshauptmann der landespolitische Arm der letzten sogenannten Gesundheitsreform.

Ihr Lebenspartner, der Volkswirt Andreas Schieder, für den 6 Jahre im Finanzministerium nicht ausreichten um die aktuell jeweils klaffenden und negierten Budgetlöcher nur einigermaßen erklären zu können, ist der neue Klubchef der SPÖ im Nationalrat.

Beide gestählt im Schönsprech alter roter Tugenden unterwerfen ihr tägliches Handeln weniger den alten sozialdemokratischen Idealen als kühler Wiener Politpragmatik.

In Reden im Wiener Krankenanstaltenverbundes droht Wehsely völlig unverblümt, dass nur eine Stimme für Häupl eine Arbeitsplatzgarantie für die 30.000 Mitarbeiter wäre und nur sie das Bollwerk gegen die Privatisierung des Gesundheitssystems wäre. Gleichzeitig fließen aber Unsummen in Externe Berater, von Accenture bis Ernst & Young, zu deren Kunden die größten privaten Player im Gesundheitsmarkt zählen, und die eignen Mitarbeiter bleiben ungehört, oder werden eliminiert. Mag sein, dass da auch einige unbewegliche Betonierer drunter sind, aber zumindest kennen sie den Betrieb besser als die eloquenten Beratertypen, die eben noch die Gewinnmaximierung eines Pharmakonzerns im Auge hatten.
Wie sehr die neuen Freunde ihr denken schon beeinflussen sieht man, wenn die angebliche Kämpferin für die Armen und Mittellosen vom KAV plötzlich steigende Einnahmen durch Privatversicherte fordert:
PPP: Plötzlicher Paradigmenwechsel zu Privatpatienten? http://wp.me/p1kfuX-qo

Auch Schieder liebt die klassischen Floskeln und macht dies so überzeugend, dass er immer wieder zum linken Flügel der SPÖ gezählt wird.
Trotzdem oder eben wegen seiner geschmeidigen Ehrgeizigkeit fiel er neben der lautstark dahin werkenden „konservativen Schottermitzi“  nicht gerade durch linke Töne auf und war auch wenig medienpräsent, als er gemeinsam mit Pröll junior die von der schwarzen Reichshälfte dringlich verlangte und seither uns alle viele Milliarden kostenden Notverstaatlichung der Kärntner Hypo abwickelte. Mit seinem parlamentarischen Gegenüber Reinhold Lopatka hat er auch 2010 konsensual das „Loipersdorfer Sparpaket 2010“ geschnürt ohne den strammen Konservativen zu sehr zu fordern.

SPÖs First Couple, bezieht sich somit nicht darauf, dass es hier ausnahmsweise zwei Sozen auch privat miteinander versuchen (womit nicht die zwischen 31.8.01 und 5.4.03 eingetragene Schieder & Wehsely OHG gemeint ist), dazu ist gerade die Wiener SPÖ viel zu stark verhabert als dass das noch einer Punzierung wert wäre, nein,
mit Wehsely und Schieder stehen uns zwei ausschließlich in und durch die Partei „etwas gewordene“ Pragmatiker neuer Generation gegenüber, deren sozialdemokratisches Restvokabular in erster Linie ihrem eigenen Ehrgeiz dient und die vom Rest der Welt gerade einmal so viel wissen wollen, wie es notwendig ist die erforderlichen Kreuzerln zu kriegen, damit ihre Karriere weitergeht.

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