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Massentests zur Verbesserung des Seelenzustandes

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Gute Kommunikation holt die Leute ab wo sie stehen, die Selbstbeweihräucherung des Bundesmaturanten, der offenkundig für alle überraschend Massentests am Ende von Herbstferien (=Schulschließungen), Lockdown light und Lockdown hart angekündigt hat, holt die Menschen offenkundig nicht ab und brachte nicht zu den Teststrassen.

Aktuell liegen die gefundenen Positivraten mit zT deutlich unter einem Prozent und somit drastisch unter dem statistisch (ungebiaste Probanden Selektion, PCR basiert) aussagekräftigen Ergebnis der letzten Dunkelziffer Studie, die 3,1% Positivrate unter den >16-Jährigen fand.

Auf Grund früherer eigener Studien zu Blutdruck- und Blutfett-Screenings bin ich mir ja völlig sicher, dass freiwillige Screening Angebote immer die Falschen erreichen. Die Kurz’schen Massentests sind Geldverschwendung und auch nicht die vom Wiener Gesundheitsstadtrat Hacker erhofften Seelentröster, weil zuerst nur die Ängstlichen mit niedriger Vortestwahrscheinlichkeit kommen, die – zu Recht, weil Momentaufnahme – nach kurzem Aufatmen wieder Angst entwickeln werden. Die Angst wird aber dann größer werden, denn es kommt zu einem Teufelskreis, einer selbsterfüllenden Prophezeiung: Das Unterbewusstsein hat gelernt, dass die Gefahr ja wirklich groß sein muss, weil sonst würde man ja nicht mit großem Aufwand Massentests veranstalten.

Theoretisch könnte man die Ergebnisse, die schließlich mit AG Schnelltesten erhoben wurden, die erst bei höherer Viruslast positiv werden, auch als Beweis für die für klinische Belange zu hohe Sensitivität der PCRs sehen.

Aber offenkundig nicht als Ordinarius für Labormedizin, der im Kurier zitiert wird: Viele Positivtests könnten noch negativ werden (Ossi, Ossi, hoffentlich wurdest Du falsch zitiert)

Auch Rendi-Wagner Vorschlag für zweimalige Heimtests pro Woche wirkt vor diesem Hintergrund als sinnbefreiter Aktionismus in einem Land das ohnehin jeden, den es kriegen könnte testet.

In den elektronischen Krankenakten findet man bei chronisch Kranken inzwischen leichter einen SarsCov2 Test als ein aktuelles Blutbild.

Beide Aussagen legitimieren die Kurz-sichtige PR-Maßnahme, mit der er wieder die Lufthoheit erreicht hat und für deren Scheitern (in Wien) natürlich das Land und nicht der Kanzler Schuld sein wird.

Was auch immer hinter der praktizierten Teststrategie dieses Landes steckt, sinnvoll im Sinne einer Kosten effizienten Eindämmung des Infektionsgeschehens und einer bestmöglichen Versorgung schwerer und schwerst Erkrankten ist das alles nicht.

Mit dem Geld, das da an die Labormedizin rausgepulvert wird, wäre eine engmaschige, ambulante Versorgung der Erkrankten zu Entlastung des stationäre Arms des Gesundheitssystems finanzierbar und käme bei den Kranken (Covid und Seelentrost) an und nicht bei Gesunden, die Seelentrost benötigen, weil sie als Kollateralschäden einer PR-getriebenen Politik billigend in Kauf genommen wurden.

Written by medicus58

6. Dezember 2020 at 12:06

Was sollte uns mehr aufregen

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So wie ohnehin alle über Fünfjährigen in Österreich ist sich Neos Meinl-Reisinger sicher, dass es ohnehin immer Parteibuch-geförderten Postenschacher gab, weist aber nach Wochen der Sidlo-Festspiele darauf hin, dass es eigentlich um den Kauf von Gesetzen geht.

Das Profil enthüllt die Aussage von Straches Sekretärin, dass sie doch Privatrechnungen für den gefallenen Retter der FPÖ zu Cash gemacht hat, obwohl dieser und sein Rechtsanwalt heute morgens noch gar nicht wusste, um welche Rechnungen es sich gehandelt hat. Das Profil ist aber insofern „objektiv“ weil es den inzwischen beglichenen Rückstand an Parteisteuern vermeldet, wenn Rendi-Wagner grad weggeputscht werden sollte.

Hopperla, sagt der gelernte Österreicher, wenn Süddeutsche und Neue Zürcher fast Wort gleich, denn (noch nicht gelungenen) politischen Abschuss PRWs damit erklären, dass die SPÖ eben noch keine Alternative zur Parteivorsitzenden hat, eh irgendwo wie auch bei der SPD, die Sozen von der traurigen Gestalt.

Jetzt sollen ja all die Vorwürfe gar nicht bezweifelt werden, so wie bei allen anderen Parteien und Personen, nur passt der Spin halt so gut, dass ich an keinen Zufall sondern nur mehr an Regie glauben kann.

So blöd kann keiner sein, dass die Kündigungen in der SP Zentrale SO nicht ablaufen dürfen. Bei aller vermuteten Korruption des HC, kann er nicht allein agiert haben, so wie den Wiener Grüninnen die Grad Wanderung Chorherrs, die berufliche Verbesserungen mancher anderer SpitzenfunktionärInnen nicht völlig verborgen geblieben sein könnten.

Nur was hat uns Wähler mehr gekostet?

Straches Whirlpool oder die Entourage Kickls?

PRWs Parteischulden, oder Kurz‘ Freundschaft mit Benko et al?

Ein Energetikergutachten oder die komplette Fehlplanung eines Krankenhauses?

Ein Einbahn- und Parkchaos oder eine angebliche Patientenanwältin?

Bei all den inzwischen hoch professionell inszenierten Leaks und Skandalen am politischen Futter Trog geht völlig unter, dass wir uns über das echauffieren dürfen, was uns die Spin-Doktoren erlauben, um das zu übersehen, was uns wirklich weh tut.

Written by medicus58

29. November 2019 at 19:48

Wie Sie Dich blöd aussehen lassen oder was Jimmy Carter über Pamela weiß

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Jimmy Carter (95), der 39. US Präsident hat sich vor zwei Tagen bei einem Sturz das Becken gebrochen und wurde hospitalisiert. Nein, das ist nicht die Parallele zur glücklosen SPÖ Vorsitzenden weil sie Ärztin ist, sondern weil sich Leitartikel (Rauscher Standard) Online-Foren und Partei“freunde“ aktuell so sehr über ihre vermeintliche Unfähigkeit verständigen.

Als Carter mit knapper Mehrheit gegen Ford ins Amt gewählt wurde, war er ungeachtet einer erfolgreichen akademischen, militärischen und politischen Karriere in den Augen vieler nur der frömmelnde Erdnussfarmer, der zwar einer der wenigen US Präsidenten war, der in keinen großen Krieg und keine großen Skandale verwickelt war, und Camp David und Salt II Abkommen besiegelte, aber letztlich der Versager der weder die Islamische Revolution im Iran noch den sowjetischen Einfall in Afghanistan verhindern konnte und der die Verantwortung dafür trug, dass bei der Operation Eagle Claw nicht nur die Befreiung der Geisel in der Teheraner Botschaft misslang sondern sich zum Teil die US Helikopter ohne Feindeinwirkung selbst außer Gefecht setzten.
Als er dann in der malaise speech vor zunehmenden Materialismus und Konsumismus warnte und harte Maßnahmen zur Lösung der Energiekrise forderte, sanken bald seine Beliebtheitswerte ins Bodenlose und er wurde bei der nächsten Wahl von Reagan beseitigt. Es hält sich das Gerücht, dass diese Rede aber so gehalten wurde, weil ihm falsch interpretierte Meinungsumfragen nahelegten, dass augenblicklich die US Amerikaner hören wollten/sollten, um ihm die Möglichkeit von Bezinrationierungen einzuräumen.

Americans, as “an act of patriotism,” should “take no unnecessary trips. There is simply no way to avoid sacrifice.” Kam nicht gut.

Kaum jemand zweifelte damals daran, dass Carter ein dummer, blauäugiger Farmer war, den nur die Verzweiflung über Watergate und das unrühmliche Ende des Vietnamkrieges ins weiße Haus gespült hat und seine Ablöse durch den optimistischen Westernhelden Ronald Reagan wurde bds. des Atlantiks als Erlösung empfunden.

Was wir Herrn Reagan so alles zu verdanken haben ( „Reich des Bösen“, Reagan-Doktrin, Kirkpatrick-Doktrin, Strategic Defense Initiative, Iran-Contra-Affäre, Grenada Invasion Operation Urgent Fury, We begin bombing in five minutes ) sollte ebenso bekannt sein wie seine gemeinsam mit Thatcher begonnenen Neoliberale Revolution. Für seine unbelehrbaren Fans darf aber auch sein Mr. Gorbachev, tear down this wall!“ erwähnt werden.

Ja und was wurde aus dem Erdnussfarmer Carter nach seiner verlachten Präsidentschaft: ein 2002 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneter allgemein anerkannter und erfolgreicher Vermittler.

Nun habe ich auch schwere Zweifel, dass Rendi-Wagner so bald irgendeinen Nobelpreis bekommen wird. Es sollten aber alle süffisant die Ablösefrage wiederkäuenden innerparteilichen Freunde, plötzlich um das Wohl der Sozialdemokratie besorgten konservativen und liberalen Journalisten, und Forum-Tratscher und Zwitscherer einmal die Geschichtsbücher zur Hand nehmen und überlegen, wie sehr die Öffentlichkeitswirkung und scheinbare Performance in jeder Führungsposition davon abhängt, wie sehr man von seiner Umgebung unterstützt oder aufs Glatteis geführt wird.

Kann übrigens auch ein Arzt in Führungsposition nachvollziehen.

Und wenn man sich die (früher nur bei der ÖVP gepflegte) Praxis des Obmannstürzens in der SPÖ genauer ansieht, dann findet man vielleicht die richtige Einschätzung der poltischen Fähigkeiten Rendi-Wagners nicht im Augenblick sondern in der Frage nach den Beweggründen derer, die Gusenbauer gestürzt haben und gegen Faymann ausgetauscht haben, um ihn gegen Kern auszutauschen, der sich selbst in die Luft sprengte.

Ja, und wenn man (vermutlich zu Recht) glaubt, dass da Netzwerke am Werke waren, sollte man eigentlich froh sein, dass PRW ganz offenbar nicht auf die Unterstützung solcher Freunde zählen kann.

Written by medicus58

24. Oktober 2019 at 15:44

Nach Jahrzehnten doch wieder SPÖ Teil 2

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Zuletzt habe ich hier einige Gedanken zur kommenden Nationalratswahl zusammen getragen, die mich dazu bringen können nach Jahrzehnten wieder SPÖ zu wählen. Wen es interessiert, der kann nun auch den Teil 2 lesen. Im Gegensatz zu anderen Äußerungen auf diesem Blog ist dieser Text rein subjektiv, wie alle anderen aber politisch unabhängig (ich war nie und werde nie Mitglied einer politischen Partei werden).

Von den seit 5 Jahrzehnten von den Sozen verschließenen Parteivorsitzenden habe ich zwei etwas persönlicher (Sinowatz, Rendi-Wagner), zwei (Kreisky, Gusenbauer) zumindest in direkter persönlichen Interaktion und einen (Vranitzky) sehr genau aus zweiter Hand erlebt. Müßig hier Vergleiche anzustellen, aber bei einigen unterschied sich ihr mediale Bild schon sehr deutlich von meinem persönlichen Eindruck.

Als Beispiel sei hier nur an den (wohl nur den Ältesten noch erinnerliche) peinliche Ballettauftritt von bin-nichts-ohne-die-Partei und alles-ist-kompliziert Sinowatz mit Marlene Charell erinnert.

Erlebte man Fred Sinowatz aber in kleiner Runde privat oder als Patient, dann überraschte er als feinsinniger, gebildeter und bescheidener und humorvoller Mensch, keine Spur vom Polit-Apparatschnik den er bisweilen im Amt zu verkörpern schien.

An diese Diskrepanz erinnern mich die bisherigen Medienauftritte der aktuellen SP Vorsitzenden Rendi-Wagner, die abgehoben und verbiestert rüber kommt, so dass ihre Inhalte kaum wahrgenommen werden.

Dabei habe ich auf die naheliegende Kombination von Arzt und linker Politik schon mehrfach hingewiesen: Heilberuf und Berufung

Zugegeben, das Ausmaß an persönlichem Ehrgeiz muss schon ziemlich groß gewesen sein, um sich von Drodza in dieses Amt bugsieren zu lassen, weil er selbst völlig chancenlos gewesen wäre, aber ganz ohne Ehrgeiz klettert niemand ein paar Sprossen des Peter Prinzips hinauf.

So sehr es mich gejuckt hat, die Pam mit der ikonischen Fotografie des Ché zu kombinieren, so wenig glaube ich natürlich, dass sie die alte Tante SPÖ weiter nach links führen wird, nur was wäre die Alternative?

Doskozil?

Der Gendarm, der Migranten- und Flüchtlingsströme so lange nach Deutschland schleuste, bis er den Hardliners in sich entdeckte, um daraus politische Karriere zu machen und plötzlich von den weltfremden Deutschen schwadronierte? Ein paar seiner Wuchteln gefällig?

An BK Kern konnte und sollte man aus linker Sicht einiges kritisieren, aber wer ihn wie Doskozil grün-linken Fundi-Politik bezichtigt, scheint sich IMHO in der falschen Partei, wenn nicht sogar im falschen Land zu befinden. Im Burgenland, wo Landeshauptleute traditionell wie Landesherren agierten und früher auch schon mal zum Spaß mit einem Panzer herum dröhnten, scheint derartige Devianz ja nicht aufzufallen; als Parteivorsitzende gäbe Doskozil der österreichischen Sozialdemokratie endgültig den Rest.

Da alle Umfragen nahelegen, dass wir bei der kommenden Wahl ja ohnehin nur entscheiden können, mit wem der türkise Balkanrouten-Schließer seine message control fortsetzen kann, überlegen wir uns mal, wenn sich FPÖVP Kickl-bedingt und Türkis-NEOS-Grün arithmetisch nicht ausgeht, wen wir denn als SP Widerpart wollen.

Für mich spricht das sehr dafür Rendi-Wagner durch ein gutes Wahlergebnis auch innerparteilich zu stärken.

Written by medicus58

10. August 2019 at 08:48

Veröffentlicht in Nationalratswahlen 2019

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Nach Jahrzehnten doch wieder SPÖ?

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Wahlwerbung sollen die anderen machen, aber wenn Sie meine Überlegungen zur Nationalratswahl 2019 interessieren, lesen Sie bitte weiter:

Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, Ihr Medicus wurde in den 70ern politisch sozialisiert, in der die SPÖ unter Bruno Kreisky eine absolute Mehrheit nach der anderen einfuhr. Damals wurde ich wurde trotz einiger ideologischer Dissonanzen (AKW Zwentendorf) SPÖ Wähler.
Von einigen der damals eingeführten Sozialleistungen profitierte ich (bzw. meine Eltern) direkt, wie der Abschaffung der Studiengebühren, der Schulbuchaktion, und der Möglichkeit des Zivildienstes; andere Konzepte, wie den Wohlfahrtsstaat bejahe ich bis heute grundsätzlich.

Irgendwann als Teflon-Kanzler Vranitzky uns glauben machen wollte, dass man das Wesentliche der Sozialdemokratie besser in der Bankzentrale und am Golfplatz erlernen konnte als im direkten Gespräch mit unselbstständig Erwerbstätigen malte ich zum letzten Mal ein Kreuzerl neben die SPÖ auf einen Wahlzettel. Mag sein, dass gewisse „Insiderinformationen“, dass sich Vranitzky oft nicht einmal seinen engsten Mitarbeitern verständlich machen konnte, dazu beitrugen. Auch dass Vranitzky nicht verstanden hat, weshalb nicht nur Kreiskys Nadelstreifen breiter waren, als die seinen (Kreisky hatte die breiteren Nadelstreifen) also in anderen Worten, Intelekt unabhängig davon ist, ob man Schlosserg’wand oder Nadelstreif trägt, wird seinen Teil beigetragen haben. Ausschlaggebend war aber, dass die SPÖ unter Vranitzky dem Druck der ÖVP nachgegeben hat und den Zivildienst asymmetrisch zum Wehrdienst verlängert hat und damit „eine Art Nachsitzen für die angeblichen Drückeberger“ gesetzlich verankert hat.

Mit einigen Ausnahmen wurde ich danach für mehr als zwei Jahrzehnte Grünwähler. Im Gegensatz zu dem was sich – auch auf europäischer Ebene- in der Sozialdemokratie entwickelte (New Labour, Gerhard -Harz- Schröder, …) verkörperten manche Grüne noch eher das, was sozialpolitische als links gelten konnte. Über den zunehmenden Ärger, wie sich auch diese Partei von ihren ehemaligen Grundsätzen verabschiedet hat habe ich hier ohnehin mehr als ausführlich geschrieben (Bemerkungen zu Van der Bellen – und den Zustand der Umstände).

2017 lüfte ich dann das Wahlgeheimnis (METOO Bekenntnisse eines von 223.544 Pilz Wählern) nur muss ich heute zugeben, dass mir Pilz Jetzt (Liste Piltz Jetzt, oder welche Variation davon nun gilt) schon ziemlich schwer fällt. Natürlich kann Ihnen das alles ganz egal sein, aber vielleicht stellen Sie sich auch folgende Fragen:

Ob sie mit Sebastian Kurz und seiner türkis lackierten ÖVP eine Partei wählen wollen, die nachweislich seit zwei Jahrzehnten Regierungen sprengt und sich mehr als Vollstrecker kapitalistischer Interessen von Großinvestoren und Konzernen erwiesen hat als alle anderen Parteien.

Ob Sie mit den NEOS eine ÖVP minus Katholizismus und eine wirtschaftlich unverbesserlich neoliberal denkende Partei wählen wollen, auch wenn Sie ihr den Wunsch nach gesellschaftlicher Liberalität und einer Verbesserung des Bildungswesens abnehmen.

Ob Sie die Grünen wählen wollen, weil es Ihnen nichts ausmacht, dass deren Spitzenkandidat gerade für das EU-Parlament gewählt wurde, dort aber nun eine Fernsehköchin und – ja wer denn eigentlich – sitzen, weil der – prinzipiell von mir geschätzte – Herr Kogler offenbar doch nicht wie der der Herr Mahrer alles gleichzeitig kann.

Ob Sie die FPÖ wählen wollen, weil Sie tief drinnen genau wissen, dass das, was HC Strache in Ibiza sagte viel näher an der österreichischen Realität ist, als wir es uns eingestehen wollen.

Ob es einen Unterschied macht, ob Sie KPÖ oder Wand(E)l wählen, die einmal vereint, einmal getrennt unter ferner liefen bleiben.

Ja, und in diesem Dilemma frage ich mich, ob ich nach Jahrzehnten heuer diese SPÖ wählen soll.

Fortsetzung folgt ….

Written by medicus58

5. August 2019 at 19:39

Warum die SPÖ für die Rendi-Wagner rennen sollte und ein paar Zeilen gegen Zeiler et al.

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Ob man das aus den Trümmern der KERNspaltung empor gekommene SPÖ Duo Drodza & Rendi-Wagner nun persönlich oder politisch mag, soll hier nicht beplappert werden, aber Gerhard Zeiler (seit 1986 !!! Medienmanager) als rekurrierendes Murmeltier, das die SPÖ Ausjährigen (Teddy Podgorski geb. Juli 35 !! ) und Medien seit Jahren immer wieder exhumieren, um die Partei zu retten, kann doch nicht die Antwort auf den Türkisen Bummelstudenten sein.

Gewinnstreben und Nationalismus mögen Konservativen und Reaktionären als Beweggrund für ihr politischen Handeln reichen; doch auch wenn die Linke mitunter die Wissenschaftlichkeit ihrer Ideologie überschätzt haben mag, so kann vielen ihrer bedeutenderen Repräsentanten eines nicht abgesprochen Werden: Fachwissen

Auf die hohe Prävalenz von Ärzten in der Linken, habe ich schon einmal hingewiesen: Heilberuf und Berufung

Seit die Europäische Sozialdemokratie (New Labour) versucht hat, die Neoliberalen mit dem Ausverkauf der Daseinsvorsorge und die Konversativen mit noch mehr Volksdümmlichkeit rechts zu überholen, geht es mit ihr bergab.

Jetzt auf einen Medienmanager setzen zu wollen, nur weil er gezeigt hat mehr auf Gewinn als auf ein Programm zu setzen, kann nur mehr als Bankrotterklärung einer Bewegung gesehen werden, die einst noch Lehrlingsbibliotheken und Volkshochschulen eingerichtet hat.

Und damit meine ich nicht nur Herrn Zeiler, sondern auch den Herrn Drodza (siehe Teil „Kontroversen„).

Written by medicus58

8. Juni 2019 at 13:27

Veröffentlicht in Nationalratswahlen 2019

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Linke Ärzte: Heilberuf und Berufung, ja geht denn das?

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Wenn Menschen krank wurden, riefen sie früher nach dem Arzt. Wenn es nach der Gesundheitsökonomie geht, sollten wir uns heute eher an Helpdesks, Pflegepersonal oder noch besser an Algorithmen  wenden.

Da ist es umso bemerkenswerter, dass sich die SPÖ in (oder besser nach) ihrer Kernschmelze an eine Ärztin wandte, um zu gesunden. Ob eine Infektiologin und Hygienikerin da die Rcihtige ist, haben wir uns hier schon ausführlich gefragt, was jedoch noch fehlt ist eine Analyse, ob denn Heilberuf und linke Berufung überhaupt zusammen passen. Wenn ich mich so an meine Studienzeit erinnere, wurden da vielleicht einige Linke gedreht, aber die Fakultät war  der Feldherrenhalle näher als dem Arbeiterparadies. Und Joy Pam trat bekanntlich ja auch erst im Zusammenhang mit ihrer Ministerwerdung der SPÖ bei; wobei man ihr zumindest zu Gute halten kann, schon früher bei Bund Sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller & KünstlerInnen angedockt zu haben.

Auch wenn es für manche überraschend sein mag, es gab in der Vergangenheit ein weites Spektrum von Ärzten, die mehr oder weniger linke Politik machten.

Dr. Andreas Gottschalk (1815-1849) betätigte sich in Deutschland schon im Vormärz und wurde der erste Präsident des Kölner Arbeitervereins.

Dr. Gerhard Weber (1816-1891) war mit Karl Marx befreundet und Mitbegründer des Kommunistischen Korrespondenz-Komitees in Kiel.

Dr. Viktor Adler (1852-1918) gründete die Sozialdemokratische Partei.

Dr. Ferdinand Hanusch (1866-1923) sozialdemokratischer Politiker, Gründer der Arbeiterkammer und prägend für die Sozialpolitik in der Ersten Republik.

Dr. Julius Tandler (1869-1936) war Anatom und sozialpolitisch tätig. Seinen Aussagen über Eugenik werden heute zwar kritisiert, ungeachtet dessen hatte er maßgeblichen Einfluss auf die gesundheitspolitischen Maßnahmen des Roten Wiens.

Dr. Alexander Alexandrowitsch Bogdanow (1873 – 1928) war auch Philosoph, Ökonom, Soziologe und Schriftsteller und starb bei einem wissenschaftlichen Selbstversuch des Blutaustausches.

Dr. Karen Horney (1885-1885) war deutsch-amerikanische Psychoanalytikerin und eine der ersten Frauen Deutschlands, die Medizin studierten. Selbst nicht tagespolitisch tätig, zählt sie zu denjenigen, die sich mit Marxismus und der Frauenfrage beschäftigt haben.

Dr Sun Yat-sen (1886-1925), Gründer der Kuomintang und erste provisorische Präsident der Republik China und wird angeblich heute noch als Vorkämpfer der KPCh verehrt, auch wenn es mir in den späten 80er Jahren ziemlich schwer fiel irgendjemand in China zu finden, der sich an ihn erinnerte.

Dr. Salvador Allende (1908-1973) versuchte als demokratisch gewählter Staatspräsident Chiles eine sozialistische Gesellschaft zu errichten und viel einem (von der CIA unterstützen) Militärputsch unter der Führung Pinochets zum Opfer.

Dr. Marie Langer (1910-1987) war eine in Südamerika politisch engagierte Psychoanalytikerin und Ärztin.

Dr. Emanuel Edel (1910-1991) war Sozialistischer Student und trat nach dem Feburarkämpfen 1934 der KPÖ bei, war Frontarzt in Spanien gegen Franco, im zweiten Weltkrieg in der Französischen Widerstandsbewegung gegen Hitler aktiv und nach 1945 Polizeiarzt in Wien.

Dr. Ernesto Rafael Guevara de la Serna (1928-1967) ) arbeitet während seines Medizinstudiums u.a. in einer Peruanischen Leprakolonie, ehe er Teil der Kubanischen Revolution wurde. Er wurde ohne Gerichtsverfahren auf Weisung des bolivianischen Präsidenten René Barrientos Ortuño im Beisein von CIA Agenten erschossen.

Lassen wir uns überraschen, wo sich Frau Dr. Joy Pamela Rendi-Wagner (1971-) innerhalb dieses Spektrums einmal wiederfindet.
Es kann Gott-sei-Dank wohl ausgeschlossen werden, dass ihr die CIA einmal nach dem Leben trachten wird, dazu genügen heute schon die Parteifreunde.

Written by medicus58

14. Oktober 2018 at 16:32

Tante Doktorin: Die Medizin wurde weiblich, jetzt auch die Politik

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Zwar war es anno damals (1897) die medizinische Fakultät an der die erste Frau in Österreich promovierte, jedoch war noch zu meinen Studienzeiten die medizinische Fakultät in ihrem Erscheinungsbild, ebenso wie der „Beruf des Arztes“ männlich.

Kindern wurde versucht Vertrauen einzuflössen indem man mit ihnen „zum Onkel Doktor“ ging, oder können Sie sich daran erinnern jemals etwas von der „Tante Doktorin“ gehört zu haben?

Inzwischen sind sechs von zehn Medizinstudenten und 47% der Mitglieder der Ärztekammer weiblich. Bei den letzten Stellenbewerbungen bei denen ich etwas mitzureden hatte, fanden sich ausschließlich Kolleginnen.

Gut so, aber ist das wirklich nur der ganz normale Ausgleichsprozess den plötzlich eine offener gewordene Gesellschaft ermöglicht?

Sie werden nur wenige Ärzte finden, die noch überzeugt sind, dass Ansehen und Machtposition der Ärztschaft in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. In wesentlichen Fragen sitzt zB die Ärztekammer gar nicht mehr am Verhandlungstisch.

Ohne die feministische Freudenstimmung trüben zu wollen scheint es mir, dass der Frauenanteil in bestimmten Positionen wie eh und je indirekt proportional zur damit verbundenen Machtposition ist, und ein zunehmender Frauenanteil eher die zunehmende Machtlosigkeit der Position und weniger die Ermächtigung der Frauen widerspiegelt.

Am Anfang der österreichischen Sozialdemokratie standen der „Armenarzt“ Viktor Adler. Nach mehreren internen Putschen gegen die letzten stets männlichen Parteivorsitzenden inkl. des absurden Abgangsstolperers des letzten besinnt sich die SPÖ plötzlich darauf, dass sie eine weibliche Parteivorsitzenden benötigt und fand sie offenbar in der Ärztin und Hygienikerin Rendi-Wagner.

Ich habe Kollegin Rendi-Wagner als intelligent, integer und fachlich kompetent kennen gelernt. Gerade in Zeiten tückisch-blauer Kälte im Sozial- und Gesundheitssystem hätte die SPÖ endlich eine Fachsprecherin gehabt, die versteht wovon sie spricht und das auch formulieren kann.

Dass sie als Langzeit BSA- und Kurzzeit SPÖ Mitglied zwischen den Flügerln des gerupften SPÖ Huhnes steht, mag ihr den Vorteil der Überparteilichkeit einbringen und ihre rasche Auffassungsgabe sollte es ihr auch ermöglichen, sich in den innerparteilichen Intrigensumpf einzuarbeiten. Ihr sympathisches Äußeres und ihre Jugendlichkeit mag medientechnisch auch als gute Antwort auf den Bundesbasti scheinen.

Es möge sich nur die PR-Maschine der SPÖ davor hüten das alles (wie weiland die Liste Pilz) als feministischen Akt zu verkaufen. Vielmehr zeigt es nur, dass dort wo es scheinbar nix mehr zu gewinnen gibt, die Frauen ran dürfen.

Echt schad drum.

Written by medicus58

22. September 2018 at 08:38

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KAV, und wer wird’s?

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Nachdem der Wiener Krankenanstaltenverbund seit über einem Jahr keinen Generaldirektor mehr hat
und auch die interimistische Führung seit der Nicht-Verlängerung des Siemens-Mannes Balázs nicht mehr so funktioniert, wie damals angekündigt,
teilen wir uns zwar mit dem AKH den Wetzlinger,
wissen aber noch nicht so genau, ob wir schon Wien Kliniken? so wie Wien Energie oder vorerst noch KAV heißen.
Nachdem Wehsely noch knapp vor ihrem Abgang ihrem neuen Arbeitgeber einen großen Auftrag zugeschanzt hat und auch ihre Nachfolgerin ein Ablaufdatum hat, wissen wir auch nicht wer die/der Nächste sein wird, der die politische Verantwortung für 30.000 Mitarbeiter und ein Problemspital an der Brünnerstraße übernehmen muss.

In den Medien geistern neben der  Ex-GM Pamela Rendi-Wagner, ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres auch immer wieder der Chef des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker, herum.

Österreich, „das für so was gar nicht Gratis-Blatt“, ruft eher eine Experten- als eine Politikerlösung aus:
Damit hat Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres die besten Karten, wenn er letztlich Ja sagt. Pamela Rendi-Wagner hat nur noch Außenseiterchancen. 

Die Krone, hält sich völlig unbestechlich noch bedeckt und beweint, dass die Stadtregierung zerbröckelt, nachdem sie knapp vor der SP Klausur (Energetiker Skandal) dazu die mediale Tapete geliefert hat. Auch sie spricht von Szekeres und Rendi-Wagner.

Der Standard beweint den zerpflückten linken (?) Flügel der SPÖ und zitiert gleich ein Who is Who:
Eine weitere Ex-Ministerin, die immer wieder für Ludwigs Team genannt wird, ist Pamela Rendi-Wagner. Für sie gilt jedoch dasselbe wie für Drozda: Sie steht auf der falschen Seite. Zudem ist die Ex-Gesundheitsministerin kaum in der Wiener Partei verankert. Der Chef des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker, wurde bereits als möglicher Nachfolger von Sonja Wehsely gehandelt. Auf Anfrage wollte er sich
nicht dazu äußern. Damals wie heute war auch Gemeinderätin Claudia Laschan aus Rudolfsheim-Fünfhaus im Gespräch. Ein weiterer
Externer ist Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres.

Auch die Wiener Zeitung geht es mit Der Nächste bitte etwas diffuser an und sieht im Gesundheitsresort neben Hacker, der aber auch Finanzer werden könnte, Rendi-Wagner und Szekeres.

Wer die Fährte in Richtung unseres Ärztekammer-Präsidenten gelegt hat, weiß ich nicht, aber weshalb der seine gut bezahlten Kammer- und Uni-Jobs aufgeben soll, um den Genossen, die ihn abgeschossen haben, die Kastanien aus dem sandigen Fundament des KH Nords zu holen, entzieht sich ebenso meiner Kenntnis, wie ob er denn schon wieder in die SPÖ eingetreten ist, aber beides bezweifle ich.

Rendi-Wagner halte ich für zu intelligent, um sich für die Faymann(!)-Fraktion in der Wiener SPÖ opfern zu lassen, obwohl sie wenigstens SPÖ Mitglied geworden ist, glaube ich.

Weshalb sich Hacker , der sich als Häupl-Intimus schon weigerte den Milliardentopf FSW zu verlassen, um sich im Scheinwerferlicht grillen zu lassen, mag sich mir im Gegensatz zur Presse auch nicht ganz erschließen, aber wer weiß.

Und wenn Ludwig sich wirklich mit Claudia Laschan politisch verbunden fühlt, wird er sie doch nicht so hinrichten?

Ich wundere mich nur, weshalb sich niemand an die ehemalige KAV Direktorin Susanne Herbek denkt, die 2016/17 überraschend von der ELGA Ges.m.b.H. in den FSW gewechselte und auch gleich von Wehsely zur Seniorenbeauftragten der Stadt Wien ernannt wurde.
Lang hätte sie ohnehin nimmer, so das das mit dem CV nicht sooo ein Problem wäre und das Gehalt würde passen.
Ich mein, wenn sich das sonst niemand antun will ….

Written by medicus58

16. April 2018 at 20:28

Warum unsere Parteien am Ende sind

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Zuerst setzte unter dem kaum überhörbaren Gebrummel seiner Parteigenossen BM Kurz die Querschnitt gelähmte Kira Grünberg an die Spitze der Tiroler ÖVP Landesliste und für die kommende Nationalratswahl. Auch auf der Bundesliste schaffte sie es von Null auf 100 in die nahezu sicheren Plätze.
http://derstandard.at/2000062230902/In-Tirol-waechst-die-Kritik-an-Kurz-Basis-und-OeAAB
Parteimitglied ist sie bis heute nicht.
Ich kenne Frau Grünberg nicht, gehe aber nach Medienberichten davon aus, dass Sie eine integere und willenstarke Person ist.

Bundeskanzler Kern toppte den Coup in dem er die amtierende Bundesministerin Rendi-Wagner auf Platz zwei (!) der Bundesliste setzte.
http://derstandard.at/2000062184315/SPOe-Bundesliste-Rendi-Wagner-auf-Platz-2-hinter-Kern
Ich kenne Frau Kollegin Rendi-Wagner beruflich noch als Sprecherin Ihrer Vorgängerin und bin davon überzeugt, dass sich fachlich kompetent und ebenfalls integer ist.
SPÖ Mitglied wurde sie aber erst in den Tagen unmittelbar vor Ihrer Berufung an die Spitze des Ministeriums, Mitglied im BSA immerhin schon seit fünf Jahren.
http://www.heute.at/politik/news/story/-Wieder-eine-mehr—Kern-scherzt-mit-Rendi-Wagner-20157424

Man kann es sich natürlich leicht machen und liegt vielleicht auch gar nicht sooo falsch, dass die beiden Damen ihre Karriere neben der Optik auch ihrer medialen Wirksamkeit verdanken. Der wesentlichere Punkt ist meines Erachtens aber, dass die Personaldecke der beiden (ehemaligen) Großparteien offenbar schon so dünn geworden ist, dass sich trotz enormer Parteiförderungen aus Steuermitteln für einen ziemlich aufgeblähten Parteiapparat niemand für diese Positionen aufdrängt bzw. heran gelassen wird.

Das alles hat mit dem Konzept einer repräsentiativen Demokratie nichts mehr zu tun, wo man noch davon ausging, dass die Probleme „von denen da draußen“ an der Basis aufgenommen werden, in interner Diskussion an Hand einer gemeinsamen Grundüberzeugung  Lösungskonzepte erarbeitet werden, die dann von erfahrenen Abgeordneten in das Parlament gebracht werden.

OK, so ist es eh nie abgelaufen, aber war das Konzept so schlecht, dass wir es unbenutzt völlig zu Grabe tragen?

Written by medicus58

5. August 2017 at 18:05

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