Sprechstunde

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Bald gibt es 407 Mediziner mehr in Wien und alle heißen Watzlawick

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More of the same,

mit anderen Worten einer nicht funktionierenden Strategie durch vermehrte Anstrengung doch noch zum Durchbruch zu verhelfen.

Paul Watzlawick hat diesen Fehler schon in Change. Principles of Problem Formation and Problem Resolution vor einem halben Jahrhundert beschrieben, im Wiener Rathaus scheint man das aber noch immer nicht zu realisieren.

Gerade drückt mir nämlich ein Krone-Verkäufer dieses Extrablatt für angebliche 50 Cent ungefragt und gratis in die Hand, und nach Adabei Schleim über Dancing Stars und Phantomwelpen lese ich, dass Wien mit 407 zusätzlichen Medizinern und 30 Primärversorgungszentren nahezu überschwemmt werden soll.

Dabei verrät die Krone ihren Lesern gar nicht, dass zu den AMAs (also eine Art Praktikerordination des Ärztefunks) bald auch noch EVAs (auch so was ähnliches) dazu kommen.

Einen Haken hat das aber für alle, die die über Jahrzehnte aufgebauten Defizite der extramurale Versorgung jetzt ausbaden:

Die Ärzteschwemme ist für 2025 angekündigt, d. h. die meisten dieser Retter aus der Not sind aktuell gerade dabei ihr Studium abzuschließen und wurden durch Aufnahmetest vor einigen Jahren numerisch so selektiert, dass sie bei niedriger drop out rate gerade den zu ihrem Studienbeginn für notwendig erachteten Bedarf abdecken können.

Auch wie die Anzahl der Primärversorgungszentren in 6 Jahren ver-15-facht werden soll, wenn man es aktuell grad bei Nachsicht aller Taxen zu 2 gebracht hat, bleibt auch offen.

Eines ist aber gewiss, das Papier auf dem das alles gedruckt wurde, wird bis zur Erfüllung all dieser Versprechungen noch sehr oft bedruckt oder überhaupt einem noch intimeren Gebrauch zugeführt werden.

Written by medicus58

20. März 2019 at 18:01

Sexismus verdient eine zweite Chance in der Wiener SPÖ, interne Kritiker jedoch nicht

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Zwei nur auf den ersten Blick unabhängige Schlagzeilen:

Der wegen seines sexistischen Postings auffällig gewordene Wiener SPÖ Bezirksrat Götz Schrage erhält nach langer Beratung der SPÖ Gremien eine zweite Chance und verbleibt im Amt: http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Sexismus-Eklat-Goetz-Schrage-bleibt-in-der-SPOe/285355608

Der Gründer der Ärztegewerkschaft Gernot Rainer verlor in erster Instanz seinen Arbeitsprozess gegen den Krankenanstaltenverbund der Stadt Wien, die sich trotz ausgezeichneter fachlicher Beurteilung von ihm trennte, da er sich nach Meinung der Dauervertragskommission nicht mit den Gesamtinteressen der Stadt Wien identifizierte.
http://diepresse.com/home/panorama/wien/5226040/Urteil_Kritischer-Arzt-Gernot-Rainer-verliert-gegen-Stadt?

Die Klammer beider Schlagzeilen ist die Wiener SPÖ und ihre Interessen. Frühere Behauptungen, dass der KAV im Fall Rainer als unabhängige Unternehmung der Stadt Wien, frei von (partei)politischen Interessen entschieden hat, sind angesichts der handelnden Personen wenig glaubwürdig.

Halten wir also fest, das geschmacklose Schwadronieren über allfällige Parallelen zwischen jungen Politikerinnen und echten oder nur potentiellen Bettgeschichten eines alternden Fotografen und Bezirksrats schaden den „Gesamtinteressen“ dieser Partei offenbar weniger als sachliche Kritik.
Ein in den „80ern sexuell aktiver Fotograf“ durfte ungestraft noch vor zwei Tagen ankündigen, „die Tür zu meiner SPÖ nicht zuschlagen“ zu wollen (https://kurier.at/politik/inland/goetz-schrage-zu-sexismus-vorwurf-will-und-werde-die-tuer-zu-meiner-spoe-nicht-zuschlagen/266.391.583) und war im aktuellen inneren Parteikrieg den Wiener Genossen offenbar so wichtig, dass sich sich weder die Neubauer Parteichefin Kunzl noch die Staatssekretärin Dudzdar mit ihrem Wunsch nach sofortigem Rücktritt durchsetzen konnten.

Am Tag der offenen Türe in der Wiener SPÖ triumphierte der schlechte Geschmack und die sexistische Kritik am politischen Mitbewerber wird goutiert, sachliche Kritik wird  arbeitsgerichtlich mit dem Entzug der beruflichen Existenz geahndet.

Nur ein Blinder kann diese Zeichen missverstehen. Diejenigen, die ihren letzten Wahlsieg ihrem angeblichen Widerstand gegen totalitäres Denken verdanken, sind inzwischen zu Speerspitze dieser Gesinnung geworden.

Die Demokratie ist uns keine Frage der Zweckmäßigkeit, sondern der Sittlichkeit.
Es hat keinen Sinn, eine Mehrheit für die Sozialdemokraten zu erringen, wenn der Preis dafür ist, kein Sozialdemokrat mehr zu sein.
Willy Brandt

Written by medicus58

30. Mai 2017 at 09:19

Rotes Wien – Totes Wien

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Hundi

Fährt man heute mit der U-Bahn, dann sieht man heute Symptomatisches.

Was man liest, erfasst die Umstände aber nur unzureichend:

Gerfried Sperl/Standard:
Wer in jedem Flüchtling einen Terroristen sieht, macht die Angst zum Ratgeber und die Vernunft zum Irrlicht. Leider war diese Stimmung ausschlaggebend. Das liegt nicht nur an den mehrheitlich rechtsgedrehten Medien, sondern auch an der Antwort auf die Frage: Wollen wir die Wiederkehr des (autoritären) Nationalismus?
http://derstandard.at/2000035642016/Hofer-und-das-Wundern-Oesterreich-wird-wie-Ungarn

Oliver Plink/Presse:
Der Tag an dem Österreich blau wurde:
Die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten werden wohl auch zu einem großen Teil Alexander Van der Bellen wählen.
http://diepresse.com/home/politik/bpwahl/4974613/Der-Tag-als-Osterreich-blau-wurde?

GeorgHochmuth/Kurier (aber noch vom 22.4.!)
„Wer SPÖ und ÖVP wählt, sponsert Straches Absichten“
Heller: FPÖ mit Van der Bellen stoppen
Leitner: Nur Griss kann Hofer verhindern
Dvorak für Hundstorfer: „Der beste Bundespräsident, weil …
http://kurier.at/politik/inland/heller-ueber-bundespraesidenten-wahl-wer-spoe-und-oevp-waehlt-sponsert-die-absichten-straches/194.533.541

Wenn „Rudi Hundstorfer„, der „aus bescheidenen Verhältnissen“ stammende Ex-Gemeinderat, Ex-ÖGB Präsident und Ex-Minister als Idealbild der Wiener Roten so abstinkt und selbst in seinem eigenen Habitat grad mal 73.494 Stimmen (12,31% vor den Wahlkartenwähler) erreicht, dann zeigt das, die Anti-FP-Keule, die die Wien-Wahlen 2105 noch mit einem blauen Auge überleben ließ (SP 39,59%, FP 30,79%), nicht mehr zieht.

Auch die von Faymann in allen Personalentscheidungen, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Gusenbauer, massiv „berücksichtigte“ Gewerkschaft, schafft es offenbar nicht mehr einen ihrer Ex-Präsidenten über das statistische Rauschen zu pushen.

Hundstorfers Absturz, mit dem er wohl vor ein paar Wochen nicht einmal im Traum gerechnet hat, zeigt, dass selbst enorme PR-Ausgaben aus Steuergeld einschließlich hinterfragbarer Querfinanzierungen aus der parteieigenen Gewerkschaft nicht ausreichen, den Wählern den Pleiten-Pech-und-Pannen-Kurs der Wiener Genossen (Finanzen, Gesundheitssystem, Gewerkschaft, …) schön zu reden.

Wenn eine andere Sumpfblüte dieses Biotops, Frau Ederer, nun auf keine andere Lösung kommt, als in der bürgerlichen Presse die Ablöse des ebenfalls aus diesem Habitat empor gekommenen Bundeskanzlers zu fordern (http://www.tt.com/politik/innenpolitik/11417529-91/sp%C3%B6-chef-unter-druck-ederer-fordert-faymanns-abl%C3%B6se.csp http://diepresse.com/home/politik/bpwahl/4974725/Ederer-fordert-Ablose-von-Werner-Faymann), dann scheint auch das letzte Band, das das Rote Wien einst zusammengehalten hat, gerissen – die innere Solidarität.

Dass nach diesem Debakel innere Kritik angesagt wäre, ist selbstverständlich, dass diese aber über die traditionell eher nicht der SPÖ zugeneigten Presse erfolgt, zeigt die völlig insuffizient gewordenen innerparteilichen Kommunikationskanäle.
Etwas, das sich an der ÖVP schon seit Jahrzehnten studieren ließ….

Auf ihrem Weg in die Bedeutungslosigkeit kannibalisieren sich SPÖVP nun und tun das beide

Mit Sicherheit NICHT MEHR für Österreich.

Ob das ehemalige SPÖ-Mitglied bzw. der vom Grünen-Chef zum scheinbar Unabhängigen mutierte Wien-Sieger Van der Bellen, der zuerst gegen Griss die Nazi-Keule schwang, um ihr am Wahltag schmeichelweich seine Wähler anzubieten, noch ehe fest stand, dass er es ohnehin in die Stichwahl geschafft hat, nun einen Bundespräsidenten Hofer verhindern wird können mag angesichts der großen Stimmendifferenz zumindest bezweifelt werden. Ob sein politisches Verhalten in den den letzten Jahren (Wiener Spitzenkandidat bleibt lange im Nationalrat, Erfolgsbilanz des Uni-Beauftragten?, Steigbügelhalterei der Wiener Grünen …) sich wirklich so sehr von Apparatschik Hundstorfer unterschieden hat, möge jeder für sich beurteilen.

Wird es unter einem FP Bundespräsidenten und FP Bundeskanzler und bald FP Bürgermeister in Wien besser?

Ich glaube nicht, aber solange
sich die Wiener Roten und die Niederösterreichischen, Salzburger und Oberösterreichischen Schwarzen und ihre jeweiligen Grünen Mehrheitsbringer darauf verlassen, dass sich die Wähler halt nur täuschen haben lassen oder überhaupt irren,
die Schuld bei den jeweiligen Vorsitzenden und nicht ihrem eigenen System suchen und sich darauf verlassen,
dass sie mit dem Verweis auf das rechtspopulistische Gehabe der FP und durch eine millionenschwere Querfinanzierung des Boulevards die Wähler wieder heimholen lassen, wird der Siegeszug der FPÖ nur durch deren eigene Selbstzerstörerische Kraft aufgehalten werden.

Ederer irrt, wenn sie meint: Faymann trägt die Verantwortung.
http://www.tt.com/politik/innenpolitik/11417529-91/sp%C3%B6-chef-unter-druck-ederer-fordert-faymanns-abl%C3%B6se.csp

Für das Wiener Wahl Debakel trägt die gesamte Wiener SPÖ einschließlich „ihrer“ FSG die Verantwortung.

Faymann aus zunehmen, der seinen Aufstieg den Strickleitern dieses Systems verdankt, wäre genauso falsch wie Frau Ederer aus zunehmen,
die ebenfalls ihre Karriere bei Siemens und ihre jetzigen Pöstchen u.a. „dieser Familie“ verdankt.

Ja, und wenn SJ-Vorsitzende Julia Herr ernsthaft glaubt, was sie sagt: „Die Wählerinnen und Wähler haben nicht Rudolf Hundstorfer, sondern Faymanns politischen Kurs abgestraft“, dann ist der Realitätsverlust auch schon auf die nächsten Generation übergesprungen.

Nur eins scheint seit gestern klar „More of the same“ endet kopfüber im Altpapier.

PS: inzwischen forderte auch Wehsely Faymanns Kopf, nein nicht die Sonja sondern ihre Schwester.

Written by medicus58

25. April 2016 at 16:03

Räderwerk der Macht: Wie das alles zusammenhängt

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zahnräder

Für die nicht-regelmäßigen Leser dieses Blogs habe ich hier zusammengefasst, mit welcher Chuzpe das Wiener SP-Räderwerk aus politischer und persönlicher Abhängigkeit vorgeht, wenn es „seine Gesamtinteressen“ bedroht glaubt.

Es begann 1966 mit einem Lehrling im Magistrat der Stadt Wien, der 2003 Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), 1990 Mitglied des Wiener Gemeinderates, 1995 Vorsitzender des Gemeinderates, danach Präsident des ÖGB, Sozialminister und nun Bundespräsidentschaftskandidat wurde.

Rudolf Hundsdorfer zögerte als Sozialminister die Umsetzung der EU Vorgaben für eine Ärztedienstzeit von maximal 48 Stunden jahrelang hinaus, wohl auch weil er wusste, dass sie dem größten Krankenhausbetreiber, dem Wiener Krankenanstaltenverbund viel Geld kosten wird und peitscht sie erst dann ohne Begutachtung im Herbst 2014 durchs Parlament, als hohe Strafzahlungen aus Brüssel drohten. Das Gesetz tratt mit 1.1.2015 in Kraft. Zur Sicherheit räumte er aber den Spitalsbetreibern noch Übergangsfristen auf Basis von Betriebsvereinbarungen und individuellen Opt out outs bis 2021 ein, was vermutlich vor der EU-Gerichtsbarkeit nicht halten wird, aber, bis die zu einem Spruch kommt …
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20141009_OTS0273/sozialausschuss-billigt-neue-arbeitszeitregelung-fuer-spitalsaerztinnen

Einer von uns, einer für uns (https://www.rudolfhundstorfer.at/) und für den Wiener SP Bürgermeister Häupl ein guter Präsidentschaftskanditat (http://orf.at/stories/2317943/)

Der Mahlvorgang setzt sich fort mit der einer Juristin , die als Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Wien 1996 als jüngste Abgeordnete zum Wiener Gemeinderat aufstieg und 2004 zuerst von Bürgermeister Häupl zur Stadträtin für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal und 2007 zur Gesundheitsstadträtin berufen wurde und seit Jahren (gemeinsam mit dem OÖ Landeshauptmann) federführend an den verschiednen Gesundheitsreformen herummagistert.

Sonja Wehsely meinte noch Ende 2014, dass genügend Zeit für die erforderlichen Verhandlungen wäre und beginnt erst am 14.Jänner, also nach Wirksamwerden des Bundesgesetzes mit den Verhandlungen mit Ärztekammer und Gewerkschaft!
Wer sich ihr argumentativ in den Weg stellte, wie der relativ frisch gewählte Präsident der Wiener Ärztekammer, übrigens ein roter Gewerkschafter im AKH, der wird gnadenlos in den Medien desavouiert (Lohn der Genossenhttp://wp.me/p1kfuX-UT). Prof. Szekeres ist übrigens inzwischen aus der SPÖ ausgetreten.
Ärztearbeitszeitgesetz: Die Chronologie des Wahnsinns im KAV http://wp.me/p1kfuX-Tb

Rechtlich sogar gedeckt, beschließt Wehsely, nachdem auch andere ärztliche Verhandlungspartner (wie Kurienobmann Leitner) verschlissen wurden und den Betroffenen ein Maulkorb umgehängt wurde (http://wien.orf.at/news/stories/2709529/), dass nur mehr die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten ihr Verhandlungspartner wäre.
Die GDG hat traditionell sehr wenige Ärzte als Mitglieder, die wahren Zahlen werden aus diesem Grunde auch unter Verschluss gehalten. Schätzungen sprechen von dzt. noch etwa 300 zahlenden Mitgliedern.
Deshalb werden die gewerkschaftlichen Interessen von angestellten Ärzten der Stadt Wien nun von Diplomkrankenschwestern und – so geht die Geschichte in die nächste Runde – von einem Elektromechaniker vertreten.

Dieser hat als Lehrling bei den Wiener Verkehrsbetrieben begonnen und über die SP-Gewerkschaftsfraktion der Gemeindebediensteten es bis in den Bundesvorstand des ÖGB und parallel dazu in den Wiener Gemeinderat geschafft.
Christian Meidlinger:
Nichts ohne die Partei, konnte sich das Rathaus seiner sicher sein und er gab so ziemlich jedem Vorschlag der Gesundheitsstadträtin die gewerkschaftliche Zustimmung und versicherte unbeeindruckt von den nachfolgenden Kundgebungen (ein gewerkschaftlicher Wahnsinn!) vorauseilend sogar zu, dass es zu keinen Streiks im Gesundheitssystem kommen würde:

Fotos der Ärztedemo in Wien vom 23.3.2015 http://wp.me/p1kfuX-VO
Ärztearbeitszeiten oder die Welt des ÖGB http://wp.me/p1kfuX-Z7
5. September – CARE Revolution Wien ruft zur Demonstration auf http://wp.me/p1kfuX-11G

Aus dieser Gemengelage kam es wohl zur einzig möglichen Reaktion der angestellten Ärzte, sie lehnten das mit Meidlinger et al., ausverhandelte Paket mit großer Mehrheit ab (Dreimal NEIN bei der Urabstimmung http://wp.me/p1kfuX-UG ) und strömten in großer Zahl zu einer neu gegründeten Gewerkschaft für angestellte Ärzte: Ärztegewerkschaft Asklepios
http://orf.at/stories/2263857/2263858/

Nun setzte sich ein Räderwerk aus dem Roten Wien und SPÖ Gewerkschaftern und ihren Freunden und Verwandten in Gang, um den unliebsamen Verein rechtlich und persönlich zu Fall bringen. Der Grüne Koalitionspartner machte mehr oder weniger stillschweigend die Mauer.

Im Sozialministerium Hundstorfers (!) beschloss die Bundeseinigungskommission, dass Asklepios wegen zu geringer Mitgliederzahlen (Achtung, nicht insgesamt sondern nur unter den wenigen angestellten Ärzten, für die es überhaupt einen Kollektivvertrag gib) nicht als Partner von Kollektivvertragsverhandlungen in Frage käme. Das nicht uneigennützige Spiel von Österreichischer Ärzte- und Wirtschaftskammer kam hier gelegen.
Etablierte, wenn auch umstrittene Interessenvertreter zu fragen, ob sie Konkurrenz wollen ist etwa so gescheit wie Diabetikern eine Doboschtorte vor die Nase zu halten! Der Fall geht nun in Berufung, ist also rechtlich noch nicht endgültig enschieden, so dass es notwendig schien nun auch den Gründer der Gewerkschaft ökonomisch auszuschalten. Auch hier kann man sich auf Verbündete aus den eigenen Reihen verlassen, begann ein zusätzliches Mahlwerk.

Die Gattin des Wiener Bürgermeisters (seit 2001) Dr. Barbara Hörnlein unterschrieb als Ärztliche Direktorin (seit 2007) den Personalbeurteilungsbogen des Gewerkschaftsgründers Dr. Rainer, in dem – gegen seinen Protest -als einzige negative Beurteilung seine fehlende Identifikation mit den Gesamtinteressen von Dienststelle und Stadt Wien vermerkt wurde.
Für die Uneingeweihten Ärztliche DirektorInnen im KAV werden letztendlich direkt vom Bürgermeister eingesetzt! Hier besteht also nicht nur ein persönliches sondern auch ein arbeitsrechtliches Naheverhältnis!  

Der Gatte der Gesundheitsministerin Gerold Oberhauser, selbst FSG Gewerkschafter, stellt als Personalvertreter sicher, dass der Vertrag von Dr. Rainer nicht verlängert wird. Welches „Personal“da vertreten wird, bleibt offen, denn schließlich haben sich die Kollegen im Wilhelminenspital demonstrativ und trotz gegen die offenkundigen Gesamtinteressen von Wiener SPÖ und sozialdemokratischen Gewerkschafter für seinen Verbleib ausgesprochen.
Oberhausers Aussage „Zwischen dem Amt der Gesundheitsministerin und der Entscheidung eines Organs der Personalvertretung in der Kommission besteht keinerlei Zusammenhang“ (http://www.profil.at/oesterreich/oberhauser-asklepios-kav-kommission-6250593) ist formal schon richtig, aber angesichts der Gesamtinteressen des SPÖ Gesundheitsstadträtin, des KAV einer „Unternehmung“ des „Roten Wien“ und der FSG Gewerkschafter bis an die Spitze des ÖGB faktisch nicht nachvollziehbar.

Durch die Nicht-Verlängerung von Dr. Rainer ersparte sich die Stadt Wien die vorzeitige Pensionierung interner Kritiker wie z.B. im Fall Kaspar Sertl (http://kurier.at/chronik/wien/schon-1400-personen-wollen-den-job-von-dr-rainer-retten/182.547.566) oder früher im Fall Peter Moeschl (ehem. Chirurg in der Rudolfstiftung). Ob sie damit durch kommt, wird nun das Arbeitsgericht zu entscheiden haben
(http://diepresse.com/home/panorama/wien/4936711/Fall-Rainer_Arzt-klagt-die-Stadt-Wien?).
Ob derartige politische Netzwerke für die politischen Hygiene tunlich sind und sie geeignet sind die Gesamtinteressen der Stadt Wien  zu definieren, wird immer wieder der Wähler zu entscheiden haben. Dazu muss er aber überhaupt einmal von ihrer Existenz Kenntnis haben.

Written by medicus58

2. März 2016 at 18:00

Präsidenten kommen und gehen, der wirkliche Strippenzieher der Ärztekammer bleibt.

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Holzgruber

Die bemerkenswerte Karriere des Juristen Thomas Holzgruber (geb. 1968):

Seine Expertise war seinen Förderern offenbar so wichtig, dass sie den damals erst 21-Jährigen (1989) schon zwei Jahre vor seinem Studienabschluss in die Kammer holten.
1997 wurde er Leiter der Rechtsabteilung der Ärztekammer für Wien und schloss dann 1999 auch sein Doktoratsstudiums ab.
Gleich darauf erweiterte er seinen Tätigkeitsbereich über die Landesgrenze, wird 2000 „zuständiger Jurist für alle bildungspolitischen Aktivitäten der Österrreichischen Ärztekammer“ und ist seither bei der ÖÄK als Konsulent (!) der ÖÄK in Bildungsangelegenheiten. Damit ist er maßgeblich an den letzten beiden Ärzteausbildungsnovellen beteiligt gewesen und stand voll im Spannungsfeld zwischen Bundesministerium, Ländern, Versicherungen und all den anderen Nicht-ärztlichen Playern, die darüber entscheiden, wie schnell wie viele Ärzte produziert werden sollten und was die denn so können müssen.
2005 Holzgruber zum Kammeramtsdirektor Stellvertreter der Ärztekammer für Wien auf, seit 2009 selbst Kammeramtsdirektor zu werden.

Inzwischen hat Holzgruber mehr als die Hälfte seines Lebens (!) an einigen der wichtigsten Schnittpunkte der ärztlichen Standespolitik verbracht, saß mit unzähligen Bundesminister- und GesundheitsstadträtInnen, Krankenkassen- und PrivatversicherungsbossInnen und PatientenanwältInnen am Verhandlungstisch. Er netzwerkte in all den vergangenen Gesundheitsreformen, der  Wiener Gesundheitsplattform, vertrat seinen vielbeschäftigten Langzeitpräsidenten Walter Dorner in Brüssel bei der UEMS (European Union Of Medical Specialists), nahm Lehrverpflichtungen und Vorträge bei institutionellen und privaten Veranstaltern an und fand Zeit seinen Standpunkt in Fachbüchern (Rechtsgrundlagen der Allgemeinmedizin Verlagshaus der Ärzte, Der Weg in die Ärzte-GmbH/-OG Linde Verlag) darzulegen.
Daneben findet er auch genügend Zeit als Vizepräsident und Rechtsreferent und bis 2013 als Sektionsleiter Basketball des Post SV tätig zu sein und seine Erfahrungen in die European Society for quality in Healthcare (Vienna Office) und im Präsidium des Forschungsinstituts für Recht in der Medizin einzubringen, um nur ein paar der Positionen anzuführen.

Wer kann es sich denn heute leisten ohne rechtlichen Beistand eine einschneidende Änderung anzugehen?

Wenige können ihm widersprechen, wenn er von einer Sitzung berichtet, dass das wohl das letzte Angebot der Gegenseite gewesen wäre und man es wohl annehmen müsste.
Zeitdruck ist sein wichtigstes Argument!
Niemand kann ihn wiederlegen, weil er sicher in mehr Causen involviert war als die meisten Ärzte, die er zur späten Stunde schon mal mit unverhohlener Verachtung straft.

Viele Jahre spielte er mit Direktor Robert Karl von der UNIQA Tennis, um dann die Ärzte rechtlich in den Sonderklasse-Verhandlungen mit den Privatversicherungen zu betreuen.
Chefverhandler der Privatversicherungen war übrigens viele Jahre lang UNIQA Direktor Karl und die Sonderklassetarife der Wiener Ärzte sinken seit über einem Jahrzehnt.
Kein Wunder, dass er trotzdem am 11.1.2011 mit der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der Ärztekammer für Wien belohnt wurde, denn er muss sich nicht der direkten Wahl der Ärzteschaft stellen und kann beruhigt murmeln, dass es ihm ziemlich einerlei ist, wer unter ihm Ärztekammerpräsident ist. Damit das, was er in Wien mit der Versicherungswirtschaft ausdealt auch bundespolitisch etwas bedeutet, ist er natürlich auch „Leitender Angestellter des Sondergebühren Referates der Österreichischen Ärztekammer„.

Es besteht wohl kein Zweifel, dass er selbst politisch dem konservativen Flügel der Kammer nahe steht.
Nach Abgang von Walter Dorner (Vereinigung Österr. Ärztinnen und Ärzte), der als Langzeitprimar im Heerespital sich irgendwie auch den angestellten Ärzten verbunden fühlte, schwenkte „Holzis“ Sympathie unter dessen Nachfolger MR Steinhart (Spitzenkandidat Vereinigung; Vizepräsident der Ärztekammern für Wien und Österreich) sichtbar zugunsten der niedergelassenen Ärzte. Dass der Kurienobmann der Niedergelassenen Ärzte eigentlich Ärztlicher Direktor, Oberarzt und Geschäftsführer des Krankenhaus Göttlicher Heiland ist, zählt zu den vielen Ungereimtheiten der Ärztekammer, die nicht zuletzt dort die Personen hoch bringt, deren Aktionen wir täglich erleben.

Auch Holzgruber ist ein solcher Akrobat der Macht, und hat dies zuletzt auch beim abgeblasenen Streik im KAV bewiesen:

Es darf als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, wie die Verhandlungen, Nicht-Verhandlungen, Nachschärfungen und Nicht-Gespräche mit Stadträtin Wehsely zuerst das Genick des Wiener Ärztekammerpräsidenten (Szekeres) gekostet hat, der inzwischen sogar aus der SPÖ ausgetreten ist. Holzgruber vertrat „seinen Präsi“ sichtlich lustlos aber Schulter an Schulter mit Gemeindegewerkschafter Meidlinger (Ärztearbeitszeiten oder die Welt des ÖGB http://wp.me/p1kfuX-Z7) und verteidigte den Besoldungspakt schon im Februar als „das Maximum, was zu erreichen war„.

In der nachfolgenden Urabstimmung  (Dreimal NEIN bei der Urabstimmung http://wp.me/p1kfuX-UG) sahen das die angestellten Ärzte den Pakt etwas anders und Hermann Leitner (Wahlgemeinschaft), Vizepräsident der Wiener Ärztekammer wurde ins Rathaus geschickt und überlebte seinen Versuch die paar angebotenen Änderungen des Rathauses schön zu reden nur schwer angeschlagen. Über 90% der Ärzte antwortete ihm im Juni damit, dass sie sich für einen Streik aussprachen (Streikabstimmung: Die Frage – Die Forderungen http://wp.me/p1kfuX-Zh).

Somit waren Präsident (Sozaldemokratische Ärzte) und Vizepräsident der Wiener Ärztekammer (Wahlgemeinschaft) ausgeschaltet.

Auf einer scheinbaren Nebenfront montierte man jetzt auch Vizepräsidentin Raunig (Österr. Hausärzteverband) Anfang Juni ab (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/758473_Streit-innerhalb-der-Aerztekammer.html), deren Position ohnehin nur geschaffen wurde, damit Szekeres sich überhaupt zum Kammerpräsidenten machen konnte. Über die Rechtmäßigkeit hat das Wiener Magistrat als Aufsichtsbehörde eine etwas abweichende Meinung, jedoch ist dieser Punkt noch ungeklärt. Da dem Hausärzteverband eine gewisse FP-Nähe nachgesagt wird, wird sich das Rot-Grüne Rathaus zumindest jetzt nicht sehr für sie ins Zeug legen.

Somit gibt es im Präsidium in der Wiener Kammer nur einen Präsi, der dieses Jahr völlig unbeschadet überlebt hat:

Vizepräsident MR Steinhart (Spitzenkandidat der Vereinigung)

Ja, vielmehr, durfte das ÖVP-Urgestein Steinhart am 29.Juni sogar einen Durchbruch bei Honorarverhandlungen mit der tiefroten Wiener Gebietskrankenkasse vermelden (jährlichen Honorarsteigerung von rund 4 Prozent http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150629_OTS0164/durchbruch-bei-honorarverhandlungen-zwischen-wgkk-und-aerztekammer).

Ja, und kommen wir auf Thomas Holzgruber und die plötzliche Einigung im Besoldungsstreit mit dem Rathaus zurück.

Während sich Steinhart in dieser Sache, natürlich mit Berufung auf seinen Vertretungsauftrag für die niedergelassenen Ärzte, völlig bedeckt hielt und nur eine Entlastung für die angestellten Ärzte sah (Mehr Kassenstellen), ist der Kammeramtsdirektor natürlich in beiden Causen am Verhandlungstisch gesessen; auch jetzt, als drei Kammerfunktionäre unter der Führung von Jörg Hoffmann (ja, richtig Vereinigung) eine Diskussion über den Streikbeschluss durch ihren Brief an Gewerkschafter Meidlinger und Wehsely zu Fall brachten, war Holzgruber der Übermittler.
In den sozialen Netzen bestätigte Kammerpräsident Szekeres, dass das Papier vom Kammeramtsdirektor Holzgruber verhandelt wurde, aber er „informiert war“. Über den Zeitpunkt der Information schwieg er sich aus.

Fassen wir also zusammen:

Der Durchbruch im Wiener Besoldungsstreit gelang ganz offenbar auf Initiative eines Spitzenmandatars der Vereinigung, der bisher nicht Teil des Verhandlungsteams war und wurde vom Kammeramtsdirektor, der schon bisher Teil des Verhandlungsteams war, so erfolgreich ausverhandelt, dass die Kurie den Streikbeschluss nicht einmal mehr diskutieren musste und mit 93% zuschlug.

Alle genannten Kammerfunktionäre müssen sich bald wieder einer geheimen Wahl stellen. Dr. Holzgruber, der seit über einem Jahrzehnt allen standes-, bildungspolitischen und finanziell relevanten Querschnitsmaterien seinen Stempel aufdrückt, selbstredend nicht.
Um seine Zukunft muss man sich aber kaum Sorgen machen, da schützt ihn seine Vernetzung und das Insiderwissen.

Und übrigens: Das Argument, dass alle Forderungen der Streikabstimmung erfüllt wären ist nachweislich falsch: Punkt 1, die Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten ist nicht gesichert, das Down-sizing im KAV geht weiter!

Smart City Seestadt Aspern , der Smart steht aber am Gehsteig

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seestadt

Was schon in der Mahü nervte (WYSIWYG Nicht auf der Mahü http://wp.me/p1kfuX-S2), die enorme Diskrepanz zwischen geschönten Medienberichten der Rathauskorrespondenz und der eigenen Wahrnehmung, scheint auch für das größte Jubelprojekt Wiens, die Seestadt in Aspern, zu gelten.

Wien 3420 Aspern Development AG und die Projektleitung Seestadt Aspern sprachen jahrelang von einer Smart-City, bei der modernste Planungsideen u.a. einen autofreien Stadtteil ermöglichen sollen. Dafür wurden auch 380 Millionen Euro investiert, um gleich zu Beginn der Baustelle einen U-Bahnanschluss zu ermöglichen (http://diepresse.com/home/panorama/wien/1383802/Wiener-U2-faehrt-ab-5-Oktober-bis-zur-Seestadt-Aspern).

Inzwischen haben schon einige Medien das Projekt entzaubert

Aspern: Strafzettel-Flut für Seestadt-Pioniere Das Vorzeigeprojekt hat seine Schattenseiten. Parkplatznot bringt die ersten Bewohner in die Bredouille.
http://kurier.at/chronik/wien/aspern-strafzettel-flut-fuer-seestadt-pioniere/116.768.434

Seestadt: Wenig smartes Parkplatzproblem
http://www.news.at/a/seestadt-parkplatz-problem

und Videoblogs (https://youtu.be/_JZe9qQjba4) und Fotos zeigen m.E. aber nur einen Teil des Problems.

Der Grüne Immobilienexperte Christoph Chorherr und der Standardjournalist Robert Misik vermeiden in ihrem Video tunlichst die horizontale Kamerahaltung, um vollmundig von der Wiedergeburt einer Statdarchitektur Wiens sprechen zu können (http://derstandard.at/2000015218325/Wiedergeburt-der-Stadtarchitektur-Wiens-neue-Stadtteile) ohne den Verkehrssalat zeigen zu müssen.

Ein eigener Ausflug (an einem Sonntag!!) war extrem bedrückend. Obwohl erst ein Bruchteil der Seestadt besiedelt ist, ist alles verparkt und die Gehwege zwischen den Wohnblöcken sind eng und, ebenso wie die Mahü, komplett mit grauem Stein, Asphalt oder dichtem Schotter versiegelt. Mag sein, dass sich unter den herrschenden finanziellen Rahmenbedingungen nicht mehr ausging. Es kann sich halt nicht jeder einen Porsche leisten, manchmal ist es halt nur ein Smart, nur wenn der dann illegal am Gehsteig parken muss, weil die Einwohner nur so ihre Einkäufe nach Hause bringen konnten, soll uns niemand einreden, dass das besonders smart wäre.

Die Sicht des Rathauses:

https://youtu.be/khvmsvU9OvA

Und das fand ich vor:

http://youtu.be/gi0nwHVQiy4

PS: Das Foto zu Beginn des Beitrags soll nur wiedereinmal zeigen, dass nicht nur der Rathausmann sondern auch ich ein paar digitale Tricks der Schönfärberei beherrsche (Vergleiche auch: Blaenau Ffestiniog und die Digitalisierung http://wp.me/p1kfuX-KX)

Written by medicus58

5. Juni 2015 at 07:40

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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JubelGrüne: Grüne Ärztinnen und Ärzte werden leicht einmal rot dabei…

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rotgruen

Bei der letzten Gemeinderatssitzung ist es zwar den Wiener Grünen nicht gelungen, in letzter Minute die den Wählern versprochene Wahlrechtsreform doch noch durchzuboxen, weil ihnen Berlusconi auf grantig (Copyright http://derstandard.at/2000013551944/EinBerlusconi-auf-grantig?_slide=1), vulgo Michael Häupl nicht nur längst die Schneid sondern zuletzt auch einen Abgeordneten abgekauft hat, aber nicht einmal das hat das grüne Grüppchen gehindert, den Roten die Mauer zu machen, um Wehselys Besoldungsschema, das mit überwältigender Mehrheit von den Betroffenen abgelehnt wurde, durchzuwinken.

(Wer glaubte, Ärzte wären nur wehleidig, möge sich Demokratieverständnis der Wiener SPÖ im Gemeinde… http://wp.me/p1kfuX-W0

Wer glaubt, dass Ihnen das nur passiert ist, der irrt!

Dass die grüne Patientenanwältin seit Beginn die Politik der Rathausmehrheit, der sie schließlich ihren Posten verdankt, bejubelt, wurde hier schon einmal dokumentiert: Sigrid Pilz: Von Traumjobs kann man nie genug kriegen http://wp.me/p1kfuX-wh 

Das Eindampfen der Wiener Spitalslandschaft (Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration http://wp.me/p1kfuX-K9) wurde gleich nachdem das projekt von Stadrätin Wesehly verkündet wurde, von Pilz hochgejubelt:

Seit ca. 6 Monaten wird Wien Rot-Grün regiert. Mit dem von Rot-Grün gemeinsam ausverhandelten „Spitalskonzept 2030“ wurde ein erster großer Schritt zu einem zukunftsfähigen und qualitativ hochwertigen Wiener Spitalswesen gesetzt.
http://gruenmed.at/downloads/Gesundheitsbulletin_06-2011.pdf

Pflichtbesessen hat sie in den kommenden Jahren und natürlich auch im Jänner 2015 wiederholt das Bild der „geldgierigen Ärzte“ bedient, um die Ablehnung des neuen Besoldungsschemas zu erklären:
Es gehe ihnen nicht nur um einen Ausgleich für die niedrigere Arbeitszeit – sie wollten noch höhere Gehälter herausholen.
http://wien.orf.at/news/stories/2690307/

Aber auch die Grünen Ärztinnen und Ärzte verlauteten ganz unkritisch in ihrem Februar-Newsletter „Kritische Medizin„:
Wir Grünen Ärztinnen und Ärzte begrüßen die aktuell seitens der Wiener Landesregierung gegenüber den MitarbeiterInnen des KAV zugestandenen Schritte hin zu einem völlig neuen System ärztlicher Arbeit.
http://gruenmed.at/downloads/Newsletter_kritische_Medizin/Newsletter%20Kritische%20Medizin%20Februar%202015.pdf

und weiter:

JA, es ist ein Abkommen, dass modernere und zeitgemäße Arbeitsbedingungen erlaubt. JA, es ist sehr viel wert, endlich zu einer 40-Stunden-Woche für ÄrztInnen zu kommen. JA, mit der geplanten Besoldungsreform werden Ungerechtigkeiten beseitigt und ein Lohnzuwachs erzielt.
http://gruenmed.at/downloads/Newsletter_kritische_Medizin/Newsletter%20Kritische%20Medizin%20Februar%202015_Nr.2.pdf

Selbst nach der Ablehnung der Betroffenen, wird im März-Newsletter das Paket im Gegensatz zum Anspruch einer kritischen Medizin weiterhin sehr unkritisch gesehen:

das Ergebnis der Verhandlungen ist durchgefallen. Trotzdem wir die Verhandlungsergebnisse als insgesamt akzeptabel beurteilt haben, boten die Formulierungen des nun abgelehnten Paketes genügend Raum, letztlich trotz aller Beteuerungen, es als reines Sparpaket zu missbrauchen.
http://gruenmed.at/downloads/Newsletter_kritische_Medizin/Newsletter%20Kritische%20Medizin%20M%C3%A4rz%202015.pdf

und während vor der Abstimmung im Gemeinderat unabhängige Medien das Protokoll der nachverhandelten Vereinbarung sehr kritisch analysierte
Ärzte-Gehaltsschema: Zwischen „Flickwerk“ und „tollem Paket“ http://derstandard.at/2000013564130/Zwischen-Flickwerk-und-tollem-Paket 

jubelten die Grünen Ärztinnen und Ärzte in einer Eilmeldung

Die Stadt Wien hat zugestimmt die beabsichtigte Personalreduktion nur bei vorausgehenden Entlastungsmaßnahmen des Spitalssektors einzuleiten.

Die Grünen Ärztinnen und Ärzte werden hier ihrer Kontrollfunktion im Sinne der Kollegenschaft vehement nachkommen!

http://gruenmed.at/downloads/Newsletter_kritische_Medizin/EILMELDUNG%20Kritische%20Medizin%20M%C3%A4rz%202015.docx

Die Wiener Grünen wurden ihrer Steigbügelfunktion für Stadträtin Wehsely nie untreu. Selbst wenn man ihnen die Mandatare abkauft, ermöglichen sie mit ihren Stimmen, dass das Rathaus weiterhin den Willen von 87,44 Prozent der angestellten Ärzte des Wiener Krankenanstaltenverbundes missachtet.

Auch wenn vermutlich die Jüngeren den Begriff der Jubelperser nicht mehr kennen (http://de.wikipedia.org/wiki/Jubelperser), kann man ihnen leicht erklären, wenn man darauf hinweist, was den JubelGrünen so kennzeichnet.

Der Vorsitzende der Grünen Ärztinnen und Ärzte Dr. Franz Mayrhofer, ist übrigens Gründer der Gemeinschaftspraxis in Mariahilf, die mit stattlichen Förderungen, in eines der beiden neuen Primärversorgungszentren umgebaut wird (Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s http://wp.me/p1kfuX-Un). Selbstverständlich gilt die Unschuldsvermutung.

Written by medicus58

30. März 2015 at 17:18

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