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Das umgekehrte Präventionsparadoxon oder auch das Gegenteil war umgekehrt falsch

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Kritikern des Lockdown im Frühjahr schleudert unser Gesundheitsminister und seine Berater gern das Präventionsparadoxon entgegen:

Ein Szenario steht in Aussicht – im aktuellen Fall der Coronavirus-Krise war das die Überforderung des Gesundheitssystems –, und um diesem zu entgehen, werden Präventionsmaßnahmen gesetzt, das Szenario dadurch wiederum verhindert.

Oder einfacher, wenn Maßnahmen im öffentlichen Gesundheitssystem wirksam werden, wird bezweifelt, dass es dieser Maßnahmen überhaupt bedurft hat.

So interpretiert das auch Martin Rümmele (einst?) einer der durchblickendsten Gesundheitsjournalisten des Landes:

Jetzt zeigt sich das Paradoxon der Prävention.

Wobei aber im Zitat des Begriffserfinders Geoffrey Rose schon klar wird, dass der damals was anderes gemeint hat, als jetzt insinuiert wird:

Rose behandelte eigentlich die Frage, ob sich ein Gesundheitssystem auf die Hochrisikogruppen konzentrieren soll, die dann auch einsehen, dass ihnen Ungemach zugemutet wird (wenig Patienten mit schwerer Angina bezweifeln den Sinn eines Herzkatheters), oder ob man nicht mehr erreicht, wenn mit breiten Maßnahmen auch Gruppen mit niedrigem Risiko erfasst werden, obwohl die viel schwieriger zu überzeugen sind, da sie einen geringeren Leidensdruck haben.

„a large number of people at a small risk may give rise to more cases of disease than the small number who are at high risk“

Egal welches Ende der Begriffsdefinition des Präventionsparadoxon man nun für sich verwendet, wundert mich, weshalb man eine wesentliche Frage heute nirgends hört:

Haben wir, von der WHO bis zu unserer tückisch-grünen Regierung nicht den maximal einmal möglichen Lockdown zum falschen Zeitpunkt ausgerufen und würden wir die bereits verpulverten Ressourcen jetzt notwendiger brauchen als damals im Frühjahr?

Für all die Länder mit sehr wenigen Covid-19 Fällen zu Beginn der Pandemie, also auch Österreich, würde ich das mal vorsichtig mit Ja beantworten.

Written by medicus58

7. Oktober 2020 at 17:11

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